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Dokumentenidentifikation DE202006000983U1 29.03.2007
Titel Vorrichtung zum lösbaren Spannen eines Werkzeugs an einer Spindelwelle einer Werkzeugmaschine
Anmelder P + L GmbH & Co. KG, 20148 Hamburg, DE
Vertreter Hoefer & Partner, 81545 München
DE-Aktenzeichen 202006000983
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 29.03.2007
Registration date 22.02.2007
Application date from patent application 23.01.2006
IPC-Hauptklasse B23B 31/117(2006.01)A, F, I, 20060123, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23Q 3/12(2006.01)A, L, I, 20060123, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs. Im einzelnen bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zum lösbaren Spannen eines Werkzeugs an einer drehbaren Spindelwelle mittels eines Passsitzes oder Schrumpfsitzes.

Für die Aufnahme von Bearbeitungswerkzeugen in Antriebsspindeln mit hohen Drehzahlen gibt es unterschiedliche Verfahren. Die Bearbeitungswerkzeuge haben meistens unterschiedliche Schaftdurchmesser. Daher werden diese zunächst in einen Werkzeughalter reibschlüssig aufgenommen. Für hohe Drehzahlen hat sich das Schrumpfverfahren durchgesetzt. Die Werkzeugaufnahme hat eine Bohrung mit einer Passung, die etwas kleiner als der Schaft des Bearbeitungswerkzeuges ist. Über eine geeignete Heizung, z.B. durch Induktion, wird die Werkzeugaufnahme erwärmt, so dass sich die Bohrung so weit aufweitet, dass der Schaft des Bearbeitungswerkzeuges in die Bohrung eingeführt werden kann. Anschließend wird die Werkzeugaufnahme wieder abgekühlt und damit verkleinert sich die Bohrung so, dass der in der Bohrung befindliche Werkzeugschaft reibschlüssig gespannt wird. Dieses Verfahren erlaubt eine hohe Genauigkeit der Werkzeugsspannung in Werkzeugaufnahmen, insbesondere hinsichtlich des erreichbaren Rundlaufs.

Für das Spannen der Werkzeugaufnahme mit dem darin befindlichen Bearbeitungswerkzeug in der Antriebsspindel wird für hohe Drehzahlen meist eine Variante der Hohlschaftkegel-Spannung verwendet. Dazu hat die Werkzeugaufnahme an dem der Bohrung für die Spannung des Bearbeitungswerkzeuges gegenüberliegenden Ende einen entsprechenden Kegel. Die Antriebsspindel verfügt über einen entsprechenden Spannmechanismus und eine Schnittstelle um den Hohlschaftkegel der Werkzeugaufnahme aufzunehmen.

Ein wesentlicher Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Spannung über Hohlschaftkegel in der Genaugikeit, besonders was den erreichbaren Rundlauf angeht, begrenzt ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die Spannung des Hohlschaftkegels von innen erfolgt. Die Spannung des Bearbeitungswerkzeuges findet auf der anderen Seite der Werkzeugaufnahme statt. Die Werkzeugaufnahme befindet sich somit zwischen der Spindelwelle der Antriebsspindel und dem Bearbeitungswerkzeug. Somit entsteht ein relativ großer Abstand zwischen Spindelwelle der Antriebsspindel und Bearbeitungswerkzeug. Auch kleinste Winkelfehler bei der Spannung der Werkzeugaufnahme in der Spindelwelle der Antriebsspindel führen daher zu zusätzlichen Ungenauigkeiten am Bearbeitungswerkzeug bezüglich Rundlauf.

Aus der EP 0 382 079 A1 ist eine Vorrichtung zum Spannen von Werkzeugen bekannt, bei welcher am freien Ende der Spindel ein hülsenförmiger Abschnitt ausgebildet ist, in welchen direkt ein Werkzeug einschrumpfbar ist. Der hülsenförmige Abschnitt muss exakt zu der Dimensionierung des Werkzeugs passen. Die Verwendung unterschiedlich dimensionierter Werkzeuge ist nicht möglich.

Die EP 0 437 322 A2 offenbart die Spindeleinheit einer Werkzeugmaschine. Die Spindel ist mit einem zylindrischen Ansatz versehen, auf welchen ein mit einer zu dem Ansatz passenden Ausnehmung versehener Werkzeughalter aufschrumpfbar ist. Der Werkzeughalter wird mittels einer Induktionserwärmung entsprechend erwärmt, um die Schrumpfpassung zu lösen. An dem gegenüberliegenden, freien Ende des Werkzeughalters ist ein Werkzeug befestigt. Bei dieser Ausgestaltung erweist es sich ebenfalls als nachteilig, dass der Werkzeughalter jeweils exakt passend zu der Spindelwelle gefertigt werden muss.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und einfacher, kostengünstiger Realisierbarkeit eine schnelle und universelle Spannung von Werkzeugen ermöglichen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombinationen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Die jeweiligen Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe der Spannung von Werkzeugen somit mit unterschiedlichen Schaftdurchmessern an der Spindelwelle mit höchstmöglichem Rundlauf und möglichst kurzem Abstand zur Spindelwelle zur Vermeidung der Auswirkung von Winkelfehlern auf den Rundlauf gelöst.

Die Spindelwelle wird erfindungsgemäß am Ende für die Aufnahme des Werkzeughalters rohrförmig ausgeführt. Es ist vorgesehen, den Schaft des Bearbeitungswerkzeuges in einer entsprechend ausgeführten Hülse zu spannen. Die Spannung des Bearbeitungswerkzeuges in der Hülse erfolgt ebenfalls über Schrumpftechnik, d.h. Erwärmung der Hülse zwecks Aufweitung der Passbohrung in der Hülse, Einführen des Werkzeuges und anschließende Abkühlung zur Spannung des Werkzeuges über Reibschluss. Dieser Vorgang erfolgt außerhalb der Maschine.

Für den Werkzeugwechsel in der Maschine wird eine Induktionsspule in den Bereich des Endes der Spindelwelle der Antriebsspindel gebracht, entweder fest montiert oder temporär für den Werkzeugwechselvorgang. Das Ende der Spindelwelle enthält eine Passbohrung mit einem Innendurchmesser, der etwas kleiner als der Außendurchmesser der Hülse ist. Zunächst wird das Spindelende im Bereich der Passbohrung über Induktion erwärmt. Damit weitet sich die Passbohrung in der Spindelwelle. Die Hülse mit dem eingeschrumpften Bearbeitungswerkzeug kann in die Spindelwelle eingeschoben werden. Anschließend wird die Spindelwelle wieder abgekühlt. Damit verringert sich der Durchmesser der Passbohrung in der Spindelwelle und die Hülse wird reibschlüssig gespannt.

Um eine nur lokale Erwärmung der Spindelwelle im rohrförmigen Endbereich sicherzustellen, insbesondere auch um die Lager der Spindelwelle vor zu großer Erwärmung zu schützen, können die Induktionsspulen mit Ferritkernen abgeschirmt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Erwärmung nur in dem gewünschten Bereich erfolgt.

Um ein Werkzeug aus der Spindel zu entfernen, wird analog vorgegangen. Wichtig ist dabei aber eine ausreichende Erwärmungsgeschwindigkeit der Spindelwelle, damit sich die Schrumpfpassung zwischen der Hülse und der Spindelwelle löst, bevor sich die Schrumpfpassung zwischen Bearbeitungswerkzeug und Hülse löst. Wenn die Erwärmungsgeschwindigkeit durch die Induktion ausreichend hoch ist, entsteht ein Temperaturgradient in dem Verbund Bearbeitungswerkzeug, Hülse und Spindelwelle, der genau dazu führt, dass sich zuerst die Hülse von der Spindelwelle löst, während der Verbund Hülse Bearbeitungswerkzeug noch unverändert ist. Wesentlich ist, dass die Induktionserwärmung von außen und mit ausreichender Leistung erfolgt. Dann ist das Verfahren auch für größere Durchmesser und relativ schlanke Hülsen (geringe Differenz zwischen Innen- -und Außendurchmesser der Hülse) einsetzbar.

Wenn die Erwärmung ausreichend schnell erfolgt, ist eine zusätzliche Kühlung nicht erforderlich. Die tatsächlich eingebrachte Wärmemenge ist so gering, dass das Ende der Spindelwelle über Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung relativ schnell wieder abkühlt. Die Spannung der Hülse über Reibschluss erfolgt dann auch ohne zusätzliche Kühlung ausreichend schnell.

Der wesentliche Vorteil dieser Anordnung besteht darin, dass Spindelwelle, Hülse und das Bearbeitungswerkzeug nicht hintereinander angeordnet sind und dadurch das Bearbeitungswerkzeug lang aus der Spindelwelle auskragt, bzw. relativ weit von dieser entfernt ist, sondern dass Spindelwelle, Werkzeugaufnahme (Hülse) und Bearbeitungswerkzeug in einander geschoben sind. Damit lassen sich sehr kurze Abstände zwischen der Spindelwelle und dem Bearbeitungswerkzeug realisieren, was sehr wesentlich für die Genauigkeit bzw. den Rundlauf des Bearbeitungswerkzeuges ist.

Die doppelte Schrumpfpassung (Spindelwelle zu Hülse und Hülse zu Bearbeitungswerkzeug) kann in ihrem Verhalten auch durch die Materialpaarung (Materialien mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten) beeinflusst werden. Dies ist aber nicht erforderlich. Wesentlich für ein zuverlässiges Ein- und Ausspannen der Hülse in der Spindelwelle ist der bei der Induktion entstehende Temperaturgradient.

Auf Grund des entfallenden Spannmechanismus für den Hohlschaftkegel oder ähnliches kann die Spindelwelle massiv ausgeführt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, eine Kühlung vorzusehen. Der durch den Wegfall des Spannmechanismus entstehende Platz in der Spindelwelle kann für Kühlbohrungen verwendet werden, auch wenn die Spindelwelle relativ schlank ist. Die Kühlung der Spindelwelle unterstützt außerdem den Abkühlvorgang des Endes der Spindelwelle nach dem Abschalten der Induktionserwärmung.

Am aus der Spindelwelle herausstehenden Ende der Hülse kann ein Anschlag vorgesehen werden, der beim Einschieben in die Spindelwelle die Einschubtiefe bestimmt und begrenzt.

Am aus der Spindelwelle herausstehenden Ende der Hülse können ein oder zwei Greiferrillen für den Werkzeugwechsel vorgesehen werden.

Die Hülse und/oder die Spindelwelle können mit einer Einführschräge versehen werden, um vor dem Einschieben der Hülse in die Spindelwelle eventuell bestehenden radialen Versatz zwischen Hülse und Spindelwelle auszugleichen.

Die Spindelwelle kann Entlüftungsbohrungen enthalten, damit die Luft beim Ein- bzw. Ausschieben der Hülse aus der Spindelwelle entweichen bzw. hineinkommen kann.

Die Passung für den Schrumpfsitz des Bearbeitungswerkzeuges muss nicht auf der ganzen Länge der Hülse vorgesehen werden. Sie kann vielmehr nach den für die Schrumpfspannung von Bearbeitungswerkzeugen in Werkzeugaufnahmen bekannten Verfahren ausgelegt und z.B. nur auf der Seite der Hülse vorgesehen werden, auf der das Bearbeitungswerkzeug aus der Hülse heraussteht. Auf der anderen Seite kann der Durchmesser der Hülse größer ausgelegt werden, so dass die Passung für den Schrumpfsitz des Bearbeitungswerkzeuges nicht so auf voller Länge der Hülse gefertigt werden muss.

Für eine schnellere Angleichung der Temperatur der Spindelwelle an die Umgebung können radial umlaufende Kühlrippen in der Spindelwelle vorgesehen sein. Die Hülse wird bereits durch das Profil der Greiferrillen gekühlt.

In der Hülse kann ein Boden (Wand) als Anschlag für das einzuspannende Bearbeitungswerkzeug vorgesehen werden. In diesem Boden sollte jedoch eine oder mehrere Bohrungen zur Entlüftung beim Einspannen des Bearbeitungswerkzeuges in die Hülse vorgesehen werden.

Für den Werkzeugwechsel ist es vorteilhaft, wenn die Induktionsspule die Spindelwelle relativ dicht umschließt. Damit ist eine radiale Bewegung der Spindelwelle in der Induktionsspule nur eingeschränkt möglich. Für den Werkzeugwechsler werden daher Kunststoffzangen zur Aufnahme der Hülsen vorgeschlagen, bei denen die Hülse mit dem gespannten Bearbeitungswerkzeug mit einer sehr geringen radialen Bewegung und einer überwiegend axialen Bewegung an die Kunststoffzange übergeben wird, bei gleichzeitig guter Spannung in axialer Richtung.

Die Kunststoffzange ist dazu auf einer Seite geöffnet. Damit kann die Hülse prinzipiell auch radial in die Zange eingeschoben werden. Während dieses Vorgangs werden die beiden Zangenarme elastisch aufgeweitet und umschließen die Hülse, wenn diese ihre zentrische Position in der Zange eingenommen hat. In den Zangen sind drei Stege vorgesehen, die die Hülse in axialer Richtung in ihrer Position sichern. Außerdem ist am unteren Ende der Hülse eine Einführschräge vorgesehen. Damit wird eine zweite Art der Übergabe der Hülse an die Zange möglich, die einen erheblich geringeren radialen Hub erfordert. Die Hülse kann axial in die Zange eingefahren werden. Dabei muss diese nur soweit aus der Mitte der Zange versetzt sein, dass die Hülse beim axialen Einfahren in die Zange den mittleren Steg nicht berührt. Die beiden Zangenarme werden dabei durch die unten an der Hülse befindliche Einführschräge elastisch auseinander gebogen, besonders im Bereich der beiden an den Zangenarmen befindlichen Stege. Wenn die Hülse in axialer Richtung die Position zur Übergabe erreicht hat, schnappen die beiden Stege an den Zangenarmen bereits in die dafür vorgesehene Nut ein. Anschließend kann eine kurze radiale Bewegung der Hülse in Richtung des mittleren Steges erfolgen, so dass dieser auch in die vorgesehene Nut einfasst. Damit wird eine gute Sicherung der Hülse in axialer Richtung erreicht.

Die Zangen können so ausgelegt sein, dass diese ohne Hülse einen etwas kleineren Durchmesser haben (entspannter Zustand), als wenn die Hülse darin aufgenommen ist. So entsteht eine leichte Vorspannung der Zangenarme bei aufgenommener Hülse.

Wesentlich ist, dass die Einführschräge am Ende der Hülse ausreichend groß gewählt ist, um einen eventuellen radialen Versatz in der Position zwischen Hülse und Zange am Beginn der Übergabe auszugleichen.

Für die Entnahme der Hülse aus der Zange erfolgt der Bewegungsablauf in umgekehrter Reihenfolge. Die Hülse wird zunächst radial etwas in Richtung der offenen Zangenarme relativ zur Zange bewegt. Dabei weiten sich die Zangenarme schon geringfügig auf. Wenn der mittlere Steg ganz aus der Nut der Hülse heraus ist, kann die Hülse axial aus der Zange herausgefahren werden. Dabei weiten sich die beiden Zangenarme elastisch weiter, bis die beiden Stege an den Zangenarmen ebenfalls ganz aus der Nut heraus sind.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:

1 eine Teil-Längs-Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Spindelwelle mit Hülse und Werkzeug im gespannten Zustand;

2 eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Hülse mit aufgesetzter Greiferzange;

3 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Greiferzange;

4 eine Schnittansicht der Greiferzange gemäß Linie A-A von 3;

5 bis 8 unterschiedliche Arbeitsschritte bei der Entnahme des Werkzeugs zusammen mit der Hülse aus der Spindelwelle,

9 eine weitere Teil-Ansicht eines weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels, und

10 eine weitere Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels.

1 zeigt in Teil-Ansicht ein Spindelgehäuse 19 mit Lagern 20, in welchem drehbar eine Spindelwelle 2 gelagert ist.

Am unteren, freien Endbereich der Spindelwelle 2 ist ein rohrförmiges Ende 3 ausgebildet, welches mit einer Vielzahl von umlaufenden Kühlrippen 21 versehen ist. In das Ende 3 ist eine zentrische Ausnehmung 22 eingebracht, an deren Boden seitlich Entlüftungsbohrungen 23 vorgesehen sind. Diese sind aus Gründen der Auswuchtung symmetrisch oder in anderer geeigneter Weise angeordnet.

Im Inneren der massiv ausgeführten Spindelwelle 2 verläuft ein mittiger Kühlmittelkanal 8 zur Zuführung von Kühlmittel. Weiterhin sind achsparallele Kühlmittelkanäle 9 und 10 vorgesehen, um das Kühlmittel aus dem Kühlmittelkanal 8 durch Querbohrungen in diese Kühlmittelkanäle 9 und 10 einzuleiten und rückzuführen. Die Einleitung des Kühlmittels erfolgt über eine nicht dargestellte Drehzuführung mit geeigneten Dichtungen. Gleiches gilt für die Abführung des Kühlmittels aus den Kühlmittelkanälen 9 und 10.

Der Innendurchmesser der Ausnehmung 22 ist geringfügig kleiner als der Außendurchmesser einer Hülse 5, welche in das Ende 3 einsetzbar ist. Bei Betriebstemperatur ergibt sich somit ein Schrumpfsitz oder Passsitz, durch welchen die Hülse 5 reibschlüssig in dem Ende 3 der Spindelwelle 2 gehalten wird.

Weiterhin zeigt die 1 eine Induktionsheizung 4 mittels Induktionsspulen. Diese sind mit einer Ferritabschirmung 7 nach außen hin abgeschirmt, um eine möglichst effektive Erwärmung des rohrförmigen Endes 3 zu erzielen.

Die Kühlrippen 21 dienen bei schneller Drehung der Spindelwelle 2 zur Kühlung des Endes 3.

Die Hülse 5 ist vergrößert in 2 dargestellt. Diese umfasst eine stirnseitige Wand 17, welche vorderseitig eine Ausnehmung 24 begrenzt. Die Wand 17 ist mit einer Entlüftungsbohrung versehen. Außen weist das vordere Ende der Hülse 5 eine bevorzugt konische Einführschräge 12 auf. Diese dient, zusammen mit einer Einführschräge 11 des Endes 3 der Spindelwelle 2 zum leichteren Einschieben der Hülse 5.

An ihrem hinteren Endbereich ist die Hülse 5 mit einer Verdickung versehen, in welcher zumindest eine Ringnut 13 ausgebildet ist. Diese dient zum Einrasten von Greiferarmen 15 einer Greiferzange 14 (siehe 3 und 4).

Die Verdickung des Endes der Hülse 5 bildet eine Anschlagfläche 25 zur exakten Positionierung der Hülse 5 in dem Ende 3 der Spindelwelle 2. Der Durchmesser der Ausnehmung 24 ist geringfügig kleiner als der Außendurchmesser eines Schaftes 6 eines Werkzeugs 1, wodurch sich ein reibschlüssiger Schrumpfsitz oder Passsitz ergibt. Durch Erwärmung der Hülse 5 kann diese mit dem Schaft 6 des Werkzeugs 1 verbunden werden. Es versteht sich, dass auch andere Möglichkeiten der Verbindung zwischen dem Werkzeug 1 und der Hülse 5 möglich sind.

Die 3 und 4 zeigen eine Ausgestaltung der Greiferzange 14 mit seitlichen Greiferarmen 15, die elastisch verformbar sind. Sowohl die Greiferarme 15 als auch der mittlere Bereich der Greiferzange 14 ist jeweils mit einem Steg 16 versehen, der zum sicheren Einrasten in die Ringnut 13 dient. Der Steg 16 kann auch durchgehend ausgebildet sein.

Die 5 bis 8 zeigen unterschiedliche Schritte zum Entnehmen der Hülse 5 zusammen mit dem Werkzeug 1 von der Spindelwelle 2. Das Einsetzen eines Werkzeugs folgt in analoger Weise. Die 5 zeigt die Anfahrposition der Greiferzange 14 an das untere Ende des Werkzeugs 1 bzw. der Spindelwelle 2. Dabei ist ein geringfügiger radialer Versatz der Mittelachse der Spindelwelle und des Werkzeugs relativ zu der Mittelachse der durch die Greiferarme 15 gebildeten Ausnehmung ersichtlich. Bei der in 6 gezeigten Eintauchposition wird die Greiferzange 14 geringfügig radial bewegt, nachdem diese an die Hülse 5 angenähert wurde. Dabei schnappen bei der Bewegung von 5 zu 6 die Stege 16, unterstützt durch die Einführschräge 18, am freien Ende der Hülse 5 in die Ringnut 13 ein. Durch die radiale Bewegung wird auch der mittlere Steg 16 mit der Ringnut 13 in Eingriff gebracht. Die 7 zeigt eine Ablageposition, bei welcher eine Erwärmung des Endes 3 der Spindelwelle 2 erfolgt, um die Hülse 5 frei zu geben. Die 8 zeigt den Zustand, in welchem durch axiale Bewegung der Greiferzange 14 das Werkzeug 1 zusammen mit der Hülse 5 von dem Ende 2 der Spindelwelle 1 entnommen wird. Die Montage eines Werkzeugs erfolgt in analog umgekehrter Weise. Alternativ kann an Stelle der Greiferzange 14 auch die Spindel 2 bewegt werden.

Die 9 und 10 zeigen weitere bevorzugte Ausführungsbeispiele. Um das Ausschrumpfen der Hülse 5 mit dem Werkzeug 1 aus dem rohrförmigen Ende 3 der Spindelwelle 2 zu vereinfachen, kann in einer Weiterentwicklung der Erfindung der Wärmeübergang zwischen rohrförmigem Ende 3 der Spindelwelle 2 und der Hülse 5 verschlechtert werden. Dazu können im Bereich des Schrumpfsitzes zwischen Hülse 5 und rohrförmigem Ende 3 der Spindelwelle 2 außen auf der Hülse 5 und/oder innen in dem rohrförmigen Ende 3 der Spindelwelle 2 Ausnehmungen 26 eingebracht werden (9). Diese Ausnehmungen 26 können beispielsweise als ringförmige Nuten am Umfang angeordnet sein. Die Tiefe kann relativ gering gehalten werden. Im Bereich der Ausnehmungen 26 ist der Passsitz zwischen Hülse 5 und rohrförmigem Ende 3 der Spindelwelle 2 unterbrochen, das heißt, die Hülse 5 ist durch ein kleines Luftpolster von dem rohrförmigen Ende 3 der Spindelwelle 2 getrennt, bzw. isoliert. Während des induktiven Aufwärmvorganges des rohrförmigen Endes 3 der Spindelwelle 2 führt dies dazu, dass die in das rohrförmige Ende 3 der Spindelwelle 2 eingebrachte Wärme nicht so schnell in die Hülse 5 eindringen kann. Die Ausnehmungen 26 mit der darin enthaltenen Luft wirken wie eine thermische Isolation. Dadurch wird die beim Ausschrumpfen durch die schnelle äußere Erwärmung des rohrförmigen Endes 3 der Spindelwelle 2 entstehende Temperaturdifferenz zwischen Hülse 5 und rohrförmigem Ende 3 der Spindelwelle 2 noch verstärkt und ein Ausschrumpfen der Hülse 5 aus dem rohrförmigen Ende 3 der Spindelwelle 2 leichter möglich.

Um während des Ein- oder Ausschrumpfens der Hülse 5 in das rohrförmige Ende 3 der Spindelwelle 2 ein Eindringen der eingebrachten Wärme in die Spindel über die Spindelwelle 2 zu verhindern, ist es vorteilhaft, diese geteilt auszuführen und zwischen der eigentlichen Spindelwelle 2 und dem rohrförmigen Ende 3 eine thermisch isolierende Platte 27, beispielsweise aus Keramik, anzubringen (10). Diese Platte 27 verhindert während des Betriebes der Spindel auch, dass sich in der Spindel entstehende Wärme über die Spindelwelle 2 in das rohrförmige Ende 3 der Spindelwelle 2 und weiter in die Hülse 5 und das Bearbeitungswerkzeug 1 ausbreiten kann, was zu unerwünschten maßlichen Veränderungen führen würde.

1
Werkzeug
2
Spindelwelle
3
rohrförmiges Ende
4
Induktionsheizung
5
Hülse
6
Schaft
7
Ferritabschirmung
8
Kühlmittelkanal
9
Kühlmittelkanal
10
Kühlmittelkanal
11
Einführschräge
12
Einführschräge
13
Ringnut
14
Greiferzange
15
Greiferarm
16
Steg
17
Wand
18
Einführschräge
19
Spindelgehäuse
20
Lager
21
Kühlrippe
22
Ausnehmung
23
Entlüftungsbohrung
24
Ausnehmung
25
Anschlagfläche
26
Ausnehmung/Ringnut
27
Platte/Isolierelement


Anspruch[de]
Vorrichtung zum lösbaren Spannen eines Werkzeugs (1) an einer drehbaren Spindelwelle (2) einer Werkzeugmaschine, wobei die Spindelwelle (2) an ihrem Ende (3) rohrförmig ausgebildet ist und wobei im Bereich des rotierenden Endes (3) der Spindelwelle (2) eine Induktionsheizung (4) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem rohrförmigen Ende (3) der Spindelwelle (2) lösbar eine rohrförmige Hülse (5) mittels eines Passsitzes eingesetzt ist, in welcher mittels eines Passsitzes lösbar ein Schaft (6) des Werkzeugs (1) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (6) der Werkzeugs (1), die Hülse (5) und das rohrförmige Ende (3) der Spindelwelle (2) im Wesentlichen in gleicher axialer Position relativ zueinander angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsheizung (4) mit einer Ferritabschirmung (7) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das rohrförmige Ende (3) der Spindelwelle (2), die Hülse (5) und der Schaft (6) des Werkzeugs (1) jeweils unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweisen. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindelwelle (2) mit zumindest einem axialen Kühlmittelkanal (8 bis 10) versehen ist, welcher angrenzend an das rohrförmige Ende (3) der Spindelwelle (2) mündet. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das rohrförmige Ende (3) der Spindelwelle (2) mit einer Einführschräge (11) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) mit einer Einführschräge (12) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) mit zumindest einer Ringnut (13) für eine Greiferzange (14) versehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferzange (14) mit zwei elastisch verformbaren Greiferarmen (15) versehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Greiferzange (14) mit Stegen (16) zum Eingriff in die Ringnut (13) der Hülse (5) versehen ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Kontaktfläche zwischen dem rohrförmigen Ende (3) der Spindelwelle (2) und der Hülse (5) eine thermische Isolierung angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Isolierung in Form zumindest einer Ausnehmung der rohrförmigen Endes (3) der Spindelwelle (2) ausgebildet ist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Isolierung in Form zumindest einer Ausnehmung (26) an der Außenfläche der Hülse (5) ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Isolierung in Form zumindest einer Ringnut (26) ausgebildet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das rohrförmige Ende (3) und die Spindelwelle (2) mittels eines Isolierelements (27) thermisch gegeneinander isoliert sind. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Isolierelement (27) in Form einer Platte aus einem Material mit niedriger Wärmeleitfähigkeit gefertigt ist. Werkzeugmaschine mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16. Hülse zum lösbaren Spannen eines Werkzeugs (1) in einer Spindelwelle (2) einer Werkzeugmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) im Wesentlichen in Form eines zylindrischen Rohres ausgebildet ist und zumindest über einen Teil ihrer axialen Länge einen Außendurchmesser aufweist, der geringfügig größer ist als der Innendurchmesser einer Ausnehmung der Spindelwelle (2) und dass die Hülse zumindest über einen Teil ihrer axialen Länge einen Innendurchmesser aufweist, der geringfügig kleiner ist als der Außendurchmesser eines Schafts (6) des Werkzeugs (1). Hülse nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) mit einer vorderseitigen Wand (17) versehen ist. Hülse nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) im vorderen Bereich mit einer Einführschräge (12) versehen ist. Hülse nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) am hinteren Bereich mit einer Einführschräge (18) versehen ist. Hülse nach einem der Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (5) mit zumindest einer äußeren Ringnut (13) versehen ist. Hülse nach einem der Ansprüche 18 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass diese an ihrer mit dem rohrförmigen Ende (3) der Spindelwelle (2) in Kontakt bringbaren Oberfläche mit einer thermischen Isolierung zu sehen ist. Hülse nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Isolierung in Form zumindest einer Ausnehmung (26) ausgebildet ist. Hülse nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Isolierung in Form zumindest einer Ringnut (26) ausgebildet ist.






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