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Dokumentenidentifikation DE202006018820U1 29.03.2007
Titel Antiallergener Modeschmuck
Anmelder Cho-Wahlburg, Onha, 12163 Berlin, DE
DE-Aktenzeichen 202006018820
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 29.03.2007
Registration date 22.02.2007
Application date from patent application 13.12.2006
IPC-Hauptklasse A44C 27/00(2006.01)A, F, I, 20061213, B, H, DE

Beschreibung[de]

Der erfindungsgemäße Modeschmuck ist geeignet für Metall-Allergiker, dabei aber sehr preisgünstig und in maximaler Vielfalt herstellbar durch:

Verwendung handelsüblicher Schmuckelemente für Teile ohne Hautkontakt und Verwendung antiallergener Legierungen für Teile mit Hautkontakt.

Stand der Technik:

Nach Bekanntwerden der großen Häufigkeit von Metallallergien (besonders gegen Nickel) reagierten Modeschmuckhersteller und Behörden wie folgt: ein maximaler Nickelgehalt bzw. die maximale Nickelfreisetzungsrate von Bedarfsgegenständen mit Hautkontakt wurde durch die „Nickelverordnung" (BGBl. I Nr. 157/1999) und EU-Richtlinie festgelegt. Modeschmuck, der diesen Richtlinien entspricht, darf mit dem Prädikat „nickelfrei" verkauft werden. Dabei ist der Grenzwert für die Freisetzungsrate der wichtigere zur Beurteilung des Allergierisikos. Wird er erfüllt, kann der Grenzwert für den absoluten Nickelgehalt überschritten werden.

Die Hersteller setzen die Nickelverordnung durch Verwendung „nickelfreier" Legierungen (im folgenden „Modeschmucklegierungen" genannt, z.B. DE 4214304 A1, DE 4140262 C1, DE 19624732, DE 4234889 A1, EP 0532929 B1) für die ganzen Schmuckstücke um, oder durch Beschichtungen mit Rhodium, Gold oder Silber.

Die vorgeschriebenen Grenzwerte liegen aber zu hoch, um allergische Reaktionen zu verhindern. Sie schützen nur bisher nicht allergische Personen vor Sensibilisierung.

Somit stehen Nickel-Allergiker vor dem Problem, fast alle Artikel nicht zu vertragen, auch wenn sie die Deklaration „nickelfrei" aufweisen. Völlig unsicher bleiben auch Personen, die gegen andere Metalle allergisch sind, da die Zusammensetzung der Modeschmucklegierungen über die Bezeichnung „nickelfrei" hinaus nicht bekanntgegeben wird.

Als praktisch allergiesicher gelten Gold (> 18 Karat), Platin, Titan und chirurgischer Edelstahl (316L, letzterer allerdings nicht in frischen Wunden).

Beschichtungen weisen nur kurze Lebensdauer und somit sehr begrenzten Allergieschutz auf.

Problemstellung:

Modeschmucklegierungen sind sehr preiswert und leicht zu verarbeiten – wodurch am Markt eine Vielzahl von Designs erhältlich sind – aber nicht sicher antiallergen.

Alle genannten sicher antiallergenen Materialien sind für ganze Modeschmuckstücke zu teuer. Außerdem sind die Formgebungsmöglichkeiten von Edelstahl und Titan eingeschränkt.

Erfindung:

Die Erfindung vereint Vielfalt und sehr günstige Preise des herkömmlichen Modeschmucks mit sicherem Allergieschutz durch chirurgischen Edelstahl oder vergleichbare Materialien.

Dies wird erreicht, indem nur für Stellen des Schmuckstücks mit Hautkontakt ein sicher antiallergenes Metall verwendet wird, vorzugsweise chirurgischer Edelstahl (316L). Alle anderen Teile des Schmuckstücks ohne Hautkontakt können handelsübliche Modeschmucklegierungen enthalten.

Beispiele:

Die aus chirurgischem Edelstahl herzustellenden Teile sind

  • – bei Ohrschmuck: Ohrhaken, Ohrstecker, Brisuren und sonstige Aufhängungen. Ggf. zusätzliche Scheiben als Abstandhalter zum eigentlichen Schmuckstück.
  • – bei Halsketten (falls deren schmückende Vorderseite nichtmetallisch ist und somit ohne Allergierisiko Hautkontakt haben darf): Verschlüsse und Verlängerungskettchen an der Rückseite.
  • – Bei Anhängern aus Modeschmucklegierung: an der Unterseite aufzuklebende Folie als Abstandhalter.

Vorteile gegenüber dem Stand der Technik:

Die – den optischen Eindruck und den Preis bestimmende – Hauptkomponente des Schmuckstücks wird aus der ganzen Vielfalt preiswerten, marktüblichen Modeschmucks genommen. Der für sicheren Allergieschutz benötigte, teurere und in der Formgebung begrenzte chirurgische Edelstahl bildet nur den kleinen, kaum sichtbaren Teil des Schmuckstücks mit Hautkontakt. Den Gesamtpreis erhöht er daher kaum.

Zwar greift auch DE 4201329 das Problem auf und bietet für Ohrschmuck einen ähnlichen Lösungsansatz, doch hat die dort beschriebene Erfindung folgende Nachteile:

Nur Gold, Platin und Silber werden für antiallergene Ohrschmuck-Aufhängungen genannt. Die ersten beiden sind so kostspielig, daß der Erfinder sie austauschbar zur Kombination mit verschiedenen Modeschmuckelementen anbieten muß. Ein solches Zusammenstellen von Komponenten entspricht jedoch nicht den typischen Verbraucherwünschen nach unkompliziertem Erwerb eines kompletten Schmuckstücks.

Das preiswertere Silber bietet im Hautkontakt keinen sicheren Allergieschutz und ist außerdem korrosionsempfindlich in Gegenwart schwefelhaltiger Aminosäuren der Hautoberfläche.


Anspruch[de]
Modeschmuck aller Art, dadurch gekennzeichnet, daß

die optisch auffälligen, schmückenden Elemente aus preiswertem, marktüblichem Material gefertigt sind, wobei dessen nicht sicher antiallergene Modeschmucklegierungen nicht die Haut berühren sollen

und

die Elemente mit Hautkontakt aus chirurgischem Edelstahl oder einem anderen sicher antiallergenen Material gefertigt sind, wobei diese einen möglichst kleinen, unauffälligen Teil des Schmuckstücks bilden sollen und seine Herstellungskosten kaum erhöhen sollen.






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