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Dokumentenidentifikation EP1752647 29.03.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001752647
Titel Kraft-Wärme-Kopplungsanlage
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Waidner, Jürgen, 73249 Notzingen, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 03.08.2006
EP-Aktenzeichen 060161866
EP-Offenlegungsdatum 14.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.2007
IPC-Hauptklasse F02G 5/02(2006.01)A, F, I, 20070116, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, insbesondere mit einem Stirlingmotor und einem Heizgerät, nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Gattungsgemäße Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, wie zum Beispiel der Stirlingmotor, sind Energiewandler mit äußerer, kontinuierlicher Verbrennung. Stirlingmotoren sind so genannte Heißgasmotoren, bei denen ein Arbeitsgas in einem geschlossenen Zylinder wechselseitig von außen auf der einen Seite gekühlt und auf der anderen Seite erhitzt wird. Dieses verschieben wird über einen Verdrängerkolben realisiert. Die hierdurch entstehende zyklische und idealerweise nahezu isotherme Kompression und Expansion des Arbeitsgases bewegt einen im Zylinder angeordneten Kolben, der die Bewegungsenergie auf Generatoren zur Stromerzeugung überträgt. Bei Stirlingmotoren wird die Energie über einen Brenner zugeführt. Dieser Brenner beheizt den so genannten Erhitzerkopf von außen. Als Antriebsenergie können auch prinzipiell alle festen, flüssigen und gasförmigen Brennstoffe, Abgase, Sonnenenergie und andere entsprechend temperierte exotherme chemische Reaktionen eingesetzt werden.

Nur ein Teil der vom Brenner freigesetzten Wärme kann vom Stirlingmotor aufgenommen werden. Daher wird der nicht vom Stirlingmotor genutzte Teil der Wärme in der Regel mit einem Wärmeübertrager einem Kühlmedium zugeführt. Im Zusammenhang mit Zentralheizungsanlagen in Gebäuden ist dies meistens der Heizungsrücklauf. Da alle Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen üblicherweise für die Grundlastversorgung eines Gebäudes ausgelegt sind, insbesondere um lange Laufzeiten im Bereich des optimalen Wirkungsgrades zu erreichen, kombiniert man den Stirlingmotor mit einem zusätzlichen Wärmeerzeuger. Sobald die Wärmeleistung des Brenners am Stirlingmotor alleine nicht mehr zur Beheizung ausreicht, wird dann das Heizgerät in Betrieb genommen.

Es sind in Bezug auf die Nutzung der heißen Abgase zwei verschiedene Bauweisen für die Kombination von Stirlingmotor und Heizgerät als zusätzlicher Wärmeerzeuger bekannt, nämlich erstens mit jeweils einem separaten Wärmeübertrager für Stirlingmotor und Heizgerät und zweitens mit einem gemeinsamen Wärmeübertrager. Die Heizleistung des Stirlingbrenners ist für häusliche Anwendungen meist deutlich geringer als die Heizleistung des Heizgerätes, so dass der Wärmeübertrager eines Heizgerätes daher das Abgas des Stirlingmotors mit abkühlen kann.

So wird bei einem bekannten Konzept das heiße Abgas des Stirlingmotors im Bereich des Brenners in die Brennkammer des Heizgerätes eingeleitet. Wegen der unmittelbaren Nähe zum Brenner kann es aber dabei in einigen Betriebszuständen zu einer negativen Beeinflussung der Verbrennung kommen. Zum Beispiel tritt bei Gasbrennern ein Abheben der Flamme von der Brenneroberfläche auf, weil das Gemisch aus Brennstoff und Verbrennungsluft aufgrund partiell hoher Abgaskonzentrationen nicht ausreichend reagieren kann. Auch Überhitzungsschäden an Brennerbauteilen und hohe Abgasemissionswerte können unerwünschte Folgen sein, wenn beim bekannten Konzept nur der Stirlingmotor in Betrieb ist und eine Kühlung des Brenners durch das Gemisch aus Brennstoff und Verbrennungsluft in diesem Fall ausbleibt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, insbesondere mit einem Stirlingmotor und einem Heizgerät, im Hinblick auf die Nutzung eines gemeinsamen Wärmeübertragers zu optimieren.

Erfindungsgemäß wird dies mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ist dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas des Stirlingmotors im Bereich der Wärmeübertragungsflächen des Wärmeübertragers in das Heizgerät geleitet wird. Durch diesen Abstand zum Brenner werden feuerungstechnische Einflüsse durch den Abgasstrom ausgeschlossen. Das Abgas des Stirlingmotors wird über einen Verdrängungskörper, welcher üblicherweise bei einem zylindrisch ausgeführten Wärmeübertrager im Zentrum der Wärmeübertragungsflächen zum Einsatz kommt, direkt in den Bereich der Wärmeübertragungsflächen geleitet.

Dazu besitzt der Verdrängungskörper im Bereich der Wärmeübertragungsflächen radial nach außen gerichtete Austrittsöffnungen für das Abgas des Stirlingmotors. Diese befinden sich in ausreichender Entfernung vom Brenner und der Brennkammer des Heizgerätes und/oder sind davon weggerichtet. Zwischen dem Stirlingmotor und dem Verdrängungskörper im Wärmeübertrager des Heizgerätes ist ein Verbindungskanal für das Abgas vorgesehen. Dieser besitzt eine Wärmeisolierung und/oder kann wassergekühlt sein. Alternativ oder ergänzend dazu kann die Verbrennungsluft für den Stirlingmotor vorgewärmt werden, indem sie an der Oberfläche des Verbindungskanals für das Abgas zwischen dem Stirlingmotor und dem Verdrängungskörper im Wärmeübertrager des Heizgerätes entlang geleitet wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Aufbau wird eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, insbesondere mit einem Stirlingmotor und einem Heizgerät, im Hinblick auf die Nutzung eines gemeinsamen Wärmeübertragers optimiert. Dadurch ergibt sich eine kompakte Bauweise und insgesamt eine kostengünstige Lösung, weil der Wärmeübertrager mit zwei verschiedenen Abgasströmen beaufschlagt werden kann. Die Verbrennung im Heizgerät bleibt von den zusätzlich eingeleiteten Abgasen des Stirlingmotors völlig unbeeinflusst, so dass niedrige Abgasemissionswerte immer gewährleistet sind und gleichzeitig Überhitzungsschäden an Brennerbauteilen des Heizgerätes sicher vermieden werden.

Es ergibt sich weiterhin ein modularer Aufbau, denn ein standardisierter Wärmeübertrager bzw. ein bestehendes Heizgerät kann durch Austauschen des Verdrängungskörpers und Einfügen eines entsprechenden Verbindungskanals sehr leicht mit einem Stirlingmotor gekoppelt werden.

Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar und zeigt in einer einzigen Figur einen Querschnitt durch eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage.

Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage besteht im Wesentlichen aus einem Stirlingmotor 1 mit einem Stirlingbrenner 2, sowie einem Heizgerät 3 mit einem Brenner 4, einer Brennkammer 5 und einem zylindrischen Wärmeübertrager 6. Die Heizgase durchströmen die Wärmeübertragungsflächen, ausgehend von der Brennkammer 5, von oben nach unten und gelangen in eine Abgasleitung 7.

Im Zentrum des Wärmeübertragers 6 ist ein Verdrängungskörper 8 angeordnet, welcher aus einem weitgehend geschlossenen, zum Brenner 4 gerichteten Endbereich und einem rohrförmigen unteren Bereich besteht. Dieser ist an einen Verbindungskanal 9 angeschlossen, durch den Abgas des Stirlingmotors 1 zugeführt wird. Im Bereich der Wärmeübertragungsflächen befinden sich in der Wand des Verdrängungskörpers 8 mehrere Austrittsöffnungen 10 für das Abgas, so dass es direkt seitlich in die Wäririeübertragungsflächen gelangt.


Anspruch[de]
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, insbesondere mit einem Stirlingmotor (1) und einem Heizgerät (3) als zusätzlicher Wärmeerzeuger sowie einem gemeinsamen Wärmeübertrager, wobei das Heizgerät (3) mit einem in einer Brennkammer (5) angeordneten Brenner beheizt wird und einen in Strömungsrichtung der Heizgase nachgeschalteten Wärmeübertrager (6) besitzt, welcher im Zentrum der Wärmeübertragungsflächen einen Verdrängungskörper (8) für die Heizgase aufweist,

dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas des Stirlingmotors (1) im Bereich der Wärmeübertragungsflächen des Wärmeübertragers (6) in das Heizgerät (3) geleitet wird.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass das Abgas des Stirlingmotors (1) über den Verdrängungskörper (8) im Zentrum des Wärmeübertragers (6) in den Bereich der Wärmeübertragungsflächen geleitet wird.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach den Ansprüchen 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängungskörper (8) im Bereich der Wärmeübertragungsflächen Austrittsöffnungen (10) für das Abgas des Stirlingmotors (1) besitzt.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnungen (10) für das Abgas des Stirlingmotors (1) im Verdrängungskörper (8) vom Brenner (4) des Heizgerätes (3) entfernt angeordnet und/oder weggerichtet sind.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet, dass ein wärmeisolierter Verbindungskanal (9) für das Abgas zwischen dem Stirlingmotor (1) und dem Verdrängungskörper (8) im Wärmeübertrager (6) des Heizgerätes (3) vorgesehen ist.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass ein wassergekühlter Verbindungskanal (9) für das Abgas zwischen dem Stirlingmotor (1) und dem Verdrängungskörper (8) im Wärmeübertrager (6) des Heizgerätes (3) vorgesehen ist.
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennungsluft für den Stirlingmotor (1) vorgewärmt wird, indem sie entlang der Oberfläche des Verbindungskanals (9) für das Abgas zwischen dem Stirlingmotor (1) und dem Verdrängungskörper (8) im Wärmeübertrager (6) des Heizgerätes (3) geleitet wird.






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