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Dokumentenidentifikation DE102005045894A1 05.04.2007
Titel Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes, zählender Röntgendetektor und Röntgensystem
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Spahn, Martin, Dr., 91054 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 26.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005045894
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse G01T 1/29(2006.01)A, F, I, 20060720, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01T 1/17(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   G01T 1/36(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   A61B 6/03(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   A61B 6/02(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   H04N 5/32(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   G21K 4/00(2006.01)A, L, I, 20060720, B, H, DE   
Zusammenfassung Zur Erweiterung des Anwendungsbereiches von zählenden Röntgendetektoren ist ein Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes bzw. ein zählender Röntgendetektor (20) vorgesehen, wobei mittels des zählenden Röntgendetektors (20) mit in einer Matrix angeordneten Pixel-Ausleseeinheiten (1) Röntgenquanten und/oder durch Röntgenquanten erzeugte Ladungspulse detektiert und gezählt werden und den Ladungspulsen und/oder der Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zeitliche Information zugeordnet wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes gemäß Patentanspruch 1, einen zählenden Röntgendetektor gemäß Patentanspruch 8 und ein Röntgensystem gemäß Patentanspruch 17.

In der digitalen Röntgenbildgebung sind zum Beispiel Bildverstärker-Kamerasysteme, die auf Fernseh- oder CCD-Kameras basieren, Speicherfoliensysteme mit integrierter oder externer Ausleseeinheit, Systeme mit optischer Ankopplung einer Konverterfolie an CCD-Kameras oder CMOS-Chips, Selenbasierte Detektoren mit elektrostatischer Auslesung und Röntgendetektoren mit aktiven Auslesematrizen mit direkter oder indirekter Konversion der Röntgenstrahlung bekannt.

In der Röntgenbildgebung sind so genannte Festkörperdetektoren zur Aufnahme von digitalen Röntgenbildern eines Objektes bekannt, bei denen eine Röntgenstrahlung auf direktem oder indirektem Weg in elektrische Ladung umgewandelt und die elektrische Ladung in so genannten aktiven Matrizen, die aus einer Vielzahl von Pixel-Ausleseeinheiten zusammengesetzt sind, gespeichert wird. Anschließend werden die Informationen elektronisch ausgelesen und für die Abbildungserstellung weiterverarbeitet.

Bei der direkten Konversion erzeugt ein Röntgenquant der Röntgenstrahlung bei seinem Auftreffen auf einer Direktkonverterschicht, zum Beispiel aus amorphem Selen, ein hochenergetisches Elektron, welches dann wiederum auf seinem Weg durch eine Direktkonverterschicht Ladungsträger generiert. Die Ladungsträger werden mit Hilfe eines elektrischen Feldes zu einer in der Pixel-Ausleseeinheit enthaltenen Elektrode transportiert und dort als Ladung gespeichert.

Bei der indirekten Konversion erzeugt ein Röntgenquant der Röntgenstrahlung bei seinem Auftreffen auf einer Szintillatorschicht ein hochenergetisches Elektron, welches dann wiederum auf seinem Weg durch eine Szintillatorschicht Licht generiert. Auf unterhalb der Szintillatorschicht angeordneten, in der Pixel-Ausleseeinheit enthaltenen Photodioden wird das Licht in elektrische Ladung umgewandelt und ebenfalls gespeichert.

Anschließend wird der entsprechende Ladungspuls, welcher in erster Linie von der Energie des primären Röntgenquants abhängt, durch die ebenfalls in den Pixel-Ausleseeinheiten enthaltenen aktiven Schaltelemente ausgelesen. Derartige Festkörperdetektoren sind zum Beispiel aus dem Aufsatz „Flachbilddetektoren in der Röntgendiagnostik" von M. Spahn, V. Heer, R. Freytag, veröffentlicht in der Zeitschrift Radiologe 43, 2004, Seite 340 bis 350, bekannt.

Man unterscheidet zwischen einem zählenden und einem integrierenden Röntgendetektor. Bei einem zählenden Röntgendetektor wird ein Ladungspuls in einer Pixel-Ausleseeinheit als Signal eines Röntgenquants gewertet, bei einem integrierenden Röntgendetektor hingegen wird über sämtliche Ladungspulse in einer Pixel-Ausleseeinheit integriert.

Um bei einem zählenden Röntgendetektor Untergrundrauschen von einem auf ein tatsächlich vorhandenes Röntgenquant zurückgehenden Ladungspuls unterscheiden zu können, wird im Allgemeinen ein unterer Schwellwert definiert, oberhalb dessen ein Ladungspuls als Signal eines Röntgenquants interpretiert wird. Es kann auch ein oberer Schwellwert definiert sein, oberhalb dessen ein Ladungspuls als Signal von zwei oder mehreren Röntgenquanten definiert wird. In einigen zählenden Röntgendetektoren wird die Signalhöhe des Ladungspulses registriert, um zusätzlich auf die Quantenenergie des jeweiligen Röntgenquants rückschließen zu können, da Signalhöhe und Quantenenergie üblicherweise proportional zueinander sind.

Zählende Röntgendetektoren sind zum Beispiel aus der DE 10212638 A1 und der DE 10357187 A1 bekannt. Der Vorteil von zählenden Detektoren ist, dass das Rauschen reduziert und das Signal-zu-Rausch-Verhältnis verbessert werden kann.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, den Einsatz- und Anwendungsbereich von zählenden Röntgendetektoren zu erweitern.

Die Aufgabe wird gelöst bei einem Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes gemäß dem Patentanspruch 1, bei einem zählenden Röntgendetektor zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes gemäß dem Patentanspruch 8 und bei einem Röntgensystem gemäß dem Patentanspruch 17; vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes mittels Zählung von Ladungspulsen und/oder Röntgenquanten bzw. durch den erfindungsgemäßen Röntgendetektor wird mittels der Zuordnung einer zeitlichen Information, insbesondere des jeweiligen Zählungszeitpunktes, zu den Ladungspulsen und/oder zu den Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zusätzliche, für eine Erstellung und Auswertung des Röntgenbildes verwertbare Koordinate zur Verfügung gestellt. Diese zusätzliche Koordinate, bei der es sich um eine Zeitkoordinate handelt, eröffnet eine große Anzahl an zusätzlichen oder erweiterten Einsatzmöglichkeiten des Festkörperdetektors und bietet unter anderen folgende Vorteile und Vereinfachungen:

Es können vereinfacht Korrelationen mit detektorexternen Zeitinformationen erstellt und für eine präzisere und verbesserte diagnostische Auswertung der Bilddaten verwendet werden. In diesem Zusammenhang können aus einem einzigen, über einen längeren Zeitraum aufgenommenen Röntgenbild beliebig viele Teil-Röntgenbilder mittels der Zeitinformation extrahiert werden. Diese Teil-Röntgenbilder stellen dann Röntgenbilder eines bestimmten Zeitabschnittes dar und können einzeln oder in ihrer Abfolge diagnostisch verwertet werden. So können zum Beispiel Informationen zum EKG eines Patienten mit jeweiligen Teil-Röntgenbildern korreliert werden.

Es können Veränderungen zum Beispiel des aufgenommenen Untersuchungsobjektes durch Bewegung oder Veränderungen der Röntgenquelle durch deren Bewegung (zum Beispiel bei C-Bogen-Rotation) oder schwankende Energien der Röntgenquelle leicht und ohne ein zeitraubendes Zwischenauslesen rückverfolgt werden. Es werden neben Zeitverzögerungen auch zeitliche Lücken in der Abfolge von Röntgenbildern vermieden, die durch ein Zwischenauslesen von Röntgenbildern entstehen. Ebenfalls werden durch die zeitnahe Aufnahme von Röntgenbildern Bewegungsartefakte auf den Röntgenbildern minimiert. Es kann auch eine verbesserte Korrektur von Bewegungsartefakten durchgeführt werden, wenn das Röntgenbild zum Beispiel in einzelne Teil-Röntgenbilder aufgeteilt, bewegungskorrigiert und dann wieder zusammengefasst wird.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird die zeitliche Information durch ein Zeitintervall gebildet, in welches der Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder des jeweiligen Röntgenquants einordbar ist. Auf diese Art und Weise kann die Datenmenge reduziert werden, die durch die Speicherung von zeitlichen Informationen entsteht. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird mit dem Beginn der Aufnahme des Röntgenbildes ein erster Zählungszeitpunkt definiert. Dadurch kann das erfindungsgemäße Verfahren vereinfacht werden.

In zweckmäßiger Weise werden aus den Pixel-Ausleseeinheiten die zeitlichen Informationen gemeinsam mit den Ortsinformationen ausgelesen.

Um Rückschlüsse auf die Energie der Ladungspulse bzw. der Röntgenquanten ziehen zu können und somit weitere Anwendungsfelder zu erschließen werden in vorteilhafter Weise die Ladungspulse und/oder die Röntgenquanten bei ihrer Zählung hinsichtlich ihrer Energie erfasst. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden die Ladungspulse und/oder die Röntgenquanten bei ihrer Zählung hinsichtlich ihrer Energie erfasst und in vordefinierte Energieintervalle eingeordnet.

Die Erfindung sowie eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung gemäß Merkmalen der Unteransprüche wird im Folgenden anhand schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele in der Zeichnung näher erläutert, ohne dass dadurch eine Beschränkung der Erfindung auf diese Ausführungsbeispiele erfolgt; es zeigen:

1 eine perspektivische Draufsicht auf einen Festkörperdetektor nach dem Stand der Technik;

2 eine Draufsicht auf eine Pixel-Ausleseeinheit zur Verwendung bei einem erfindungsgemäßen Verfahren;

3 eine Draufsicht auf eine Anordnung mehrerer Pixel-Ausleseeinheiten gemäß 2 in einem erfindungsgemäßen Röntgendetektor;

4 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Röntgensystems für 3D-Aufnahmen mit einem C-Bogen mit einem erfindungsgemäßen Röntgendetektor;

5 eine Draufsicht auf einen C-Bogen gemäß 4 für 3D-Aufnahmen in drei verschiedenen Positionen.

In 1 ist eine perspektivische Draufsicht auf einen allgemein bekannten, indirekt konvertierenden Festkörperdetektor 10 gezeigt. Der Festkörperdetektor 10 weist eine Szintillator-Schicht 11 auf, in der Regel Cäsium Jodid, wobei die Szintillatorschicht 11 auf einer aktiven Auslesematrix 13 aufgebracht ist. Die aktive Auslesematrix 13, die zum Beispiel aus einem oder mehreren a-Si plates besteht, ist in eine Vielzahl von schachbrettartig angeordneten Bildpunkten aufgeteilt, von denen jedes aus einer Pixel-Ausleseeinheit 9 gebildet wird. Im abgebildeten indirekt konvertierenden Fall weist jede Pixel-Ausleseeinheit 9 jeweils eine Photodiode auf, die das von den Röntgenquanten der Röntgenstrahlung 12 generierte Licht in elektrische Ladung umwandelt und speichert.

Bekannte zählende Röntgendetektoren weisen im Allgemeinen eine Röntgenkonverterschicht und eine aktive Matrix mit Pixel-Ausleseeinheiten auf der Basis von integrierten Schaltkreisen mit CMOS-Design auf. Bei einem zählenden Röntgendetektor wird entweder jeder eintreffende Ladungspuls als Signal eines Röntgenquants gewertet und der Zähler der Pixel-Ausleseeinheit um ein Einheit hinaufgesetzt oder, was einer präziseren Vorgehensweise entspricht, die eintreffenden Ladungspulse werden mit Schwellwerten verglichen, dann als Signale eines oder mehrerer Röntgenquanten gewertet und gezählt, indem entsprechende Zähler werden um eine oder mehr Einheiten heraufgesetzt werden.

Anschließend werden die Werte der Zählung zusammen mit einer Ortsinformation zur Position der jeweiligen Pixel-Ausleseeinheit mit Hilfe einer Ansteuer- und Ausleseelektronik ausgelesen. Auf diese weise entsteht durch das Auslesen der Vielzahl von schachbrettartig angebrachten Bildpunkten ein elektronisches Röntgenbild mit einer Matrix aus Bildinformationen, die in einem weiteren Prozess verarbeitet werden können.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden nun zusätzlich zeitliche Informationen bereitgestellt und gespeichert.

2 zeigt eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Pixel-Ausleseeinheit 1, welche in einem erfindungsgemäßen Röntgendetektor vorgesehen ist. Die erfindungsgemäße Pixel-Ausleseeinheit 1 weist eine Elektrode 2, einen Energie-Diskriminator 3, ein Zählspeicherelement 5, eine Ausleselogik 4, Datenleitungen 6, Ansteuerleitungen 7 und einen Vorverstärker 8 auf.

Das Zählspeicherelement 5 ist erfindungsgemäß dazu ausgebildet, zusätzlich zu einer Information über die Anzahl der Ladungspulse und/oder der Röntgenquanten auch deren jeweiligen Zählzeitpunkt zu speichern. Die Elektrode 2 kann auch als Photodiode bei indirekter Konversion ausgebildet sein. Über eine oder mehrere Ansteuerleitungen 7 wird die erfindungsgemäße Pixel-Ausleseeinheit 1 angesteuert und über eine oder mehrere Datenleitungen 6 werden Informationen zum Beispiel beim Ausleseprozess weitergeleitet.

Trifft ein Röntgenquant auf die als Direktkonverter ausgebildete Elektrode 2, so wird dadurch ein Ladungspuls erzeugt und liegt analog in der Elektrode 2 vor. Der Ladungspuls wird in dem Vorverstärker 8 verstärkt. Anschließend stellt der Energie-Diskriminator 3 durch Vergleich des analogen Ladungspulses mit Schwellwerten fest, ob der Ladungspuls zum Beispiel innerhalb eines festgelegten Schwellwertintervalls liegt. Dadurch kann beurteilt werden, ob es sich bei dem Ladungspuls um Rauschen handelt (unterhalb eines ersten Schwellwertes) oder um einen auf mehr als ein Röntgenquant zurückgehenden Ladungspuls (oberhalb einer zweiten Schwellwertes). Die Schwellwerte beziehen sich dabei auf die Quantenenergie oder eine dazu proportionale Größe.

Liegt der Ladungspuls zum Beispiel innerhalb des festgelegten Schwellwertintervalls, so wird er als ein Röntgenquant gewertet und zusammen mit der Information über seinen Zählzeitpunkt gezählt und gespeichert. Dazu wird im Zählspeicherelement 5, welches in vorteilhafter Weise dem Energie-Diskriminator 3 zugeordnet ist, ein Eintrag mit einer Zeitinformation registriert. Während der Ladungspuls bis in den Energie-Diskriminator 3 noch analog vorliegt, erfolgt dadurch der Übergang zu einem digitalen Signal.

Um für weitere Röntgenquanten aufnahmefähig zu sein, wird die Ladung des ersten Ladungspulses nach dem Diskriminationsschritt in der Elektrode 2 abgeleitet. Nach Abschluss des Aufnahmeprozesses des Röntgenbildes werden die gezählten Röntgenquanten und ihre zugehörigen Zeitinformationen mit Hilfe der Ausleselogik 4 und der entsprechenden Ausleseelektronik über die Datenleitungen 6 ausgelesen und an ein Bildverarbeitungssystem zur Korrektur, Auswertung und Weiterbearbeitung weitergegeben. Das Bildverarbeitungssystem kann entweder innerhalb oder außerhalb des Röntgendetektors angeordnet sein.

Neben dem oder anstelle des Zählzeitpunkts kann auch vorgesehen sein, den Auftreffzeitpunkt des Röntgenquants auf der Konverterschicht als zeitliche Information zu speichern. Bei einfacheren zählenden Röntgendetektoren, bei denen keine Schwellwertbetrachtung durchgeführt wird, wird pro Ladungspuls eine Zählung vorgenommen und hier die entsprechende zeitliche Information des Ladungspulses gespeichert.

Zur Reduzierung der anfallenden Datenmenge wird nach einer Ausgestaltung der Erfindung die zeitliche Information, die den Ladungspulsen und/oder Röntgenquanten zugeordnet wird, von einem Zeitintervall gebildet, in welches der Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder Röntgenquants einordbar ist. Das Zählspeicherelement 5 registriert hier lediglich das Zeitintervall, in welches der Ladungspuls oder das Röntgenquant eingeordnet werden kann, unterscheidet innerhalb dieses Intervalls aber nicht mehr zeitlich. Dadurch wird bereits eine Vorauswahl über die maximale Anzahl der später extrahierbaren Teil-Röntgenbilder festgelegt.

In vorteilhafter Weise wird mit dem Beginn der Aufnahme des Röntgenbildes ein erster Zählungszeitpunkt definiert. Auf diese Weise muss nicht der gesamte absolute Zeitpunkt registriert werden, sondern es wird nur ein Zeitpunkt relativ zu einem zum Beispiel als t = 0 gesetzten Beginn der Aufnahme des jeweiligen Röntgenbildes gespeichert, was zu einer weiteren Reduzierung der Datenmenge und damit zu einer Vereinfachung führt.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden aus den Pixel-Ausleseeinheiten 1 die zeitlichen Informationen gemeinsam mit den Ortsinformationen ausgelesen. Dadurch werden zum Beispiel die Grauwertinformationen eines Röntgenbildes in Form von Informationen über die jeweilige Pixelposition und die dazugehörige Zeitinformation erhalten.

Neben den zeitlichen Informationen kann zusätzlich vorgesehen sein, dass jedem Röntgenquant oder Ladungspuls bei seiner Zählung auch eine Information über seine Quantenenergie zugeordnet wird. In diesem Zusammenhang wird mittels des Zählspeicherelementes 5 die Quantenenergie oder eine dazu proportionale Größe gespeichert; proportional zur Quantenenergie ist zum Beispiel die Anzahl der Ladungsträger, die durch das entsprechende Röntgenquant erzeugt wurden. Die Speicherung der Quantenenergie wird ebenfalls bei der Zählung in dem Zählspeicherelement 5 durchgeführt. Durch die Speicherung sowohl des Zählzeitpunktes als auch der Energie des Ladungspulses oder Röntgenquants erweitert sich der Anwendungsbereich des Röntgendetektors.

Um bei der Speicherung bzw. Erfassung der Quantenenergie die anfallende Datenmenge zu begrenzen, kann ein Diskriminationsverfahren mit mehreren Diskriminatoren unterschiedlicher Schwellhöhen und mit unterschiedlichen Zählspeicherelementen 5 vorgesehen sein. Hier kann zum Beispiel bei einer Röntgenanwendung mit einer maximalen Beschleunigungsspannung der Röntgenquanten von 150 keV vorgesehen sein, Ladungspulse bzw. Röntgenquanten in Energieintervalle von 40 keV bis 60 keV, von 60 keV bis 80 keV, von 80 keV bis 100 keV und von 100 keV bis 150 keV einzuteilen.

3 zeigt mehrere matrixförmig nebeneinander angeordnete Pixel-Ausleseeinheiten 1, deren Datenleitungen 6 in Richtung der ersten Pixelachse, also zum Beispiel vertikal, und deren Ansteuerleitungen 7 senkrecht dazu, also zum Beispiel horizontal, verbunden sind. Ein erfindungsgemäßer Röntgendetektor ist aus einer Vielzahl, zum Beispiel 2000 mal 2000, derartiger Pixel-Ausleseeinheiten 1 aufgebaut. Bei einem derartigen Röntgendetektor kann es sich zum Beispiel um einen mobilen Flachbilddetektor handeln.

4 und 5 zeigen Beispiele für eine Anwendung eines erfindungsgemäßen Röntgendetektors 20 in einem Röntgensystem, welches einen C-Bogen 21 aufweist und hauptsächlich für 3D-Aufnahmen geeignet ist. In 4 ist ein deckenmontierter C-Bogen 21 gezeigt, an dessen einem Ende eine Röntgenquelle 22 montiert ist und an dessen gegenüberliegendem Ende der Röntgendetektor 20, zum Beispiel ein Flachbilddetektor, angeordnet ist. Der C-Bogen, die Röntgenquelle 22 und Röntgendetektor 20 werden von einer Steuerungseinrichtung 23 gesteuert. In der Steuerungseinrichtung befinden sich außerdem ein System zur Bildverarbeitung und Darstellung von Röntgenbildern.

Zur Aufnahme von 3D-Röntgenbildern ist der C-Bogen 21 – wie in 5 gezeigt – in mehrere unterschiedliche Positionen kippbar. Durch die Aufnahme von mehreren Röntgenbildern desselben Untersuchungsobjektes in mehreren gekippten Positionen sind bei ähnlichen Röntgensystemen aus dem Stand der Technik dreidimensionale Darstellungen extrahierbar. Mit einem derartigen erfindungsgemäßen Röntgensystem, bei dem den Ladungspulsen und/oder den Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zeitliche Information zugeordnet wurde, wird zum Beispiel nur ein Röntgenbild aufgenommen, aus dem auf einfache Weise Teil-Röntgenbilder extrahiert oder zeitliche Veränderungen des Untersuchungsobjektes rekonstruiert werden können.

Ein erfindungsgemäßer Röntgendetektor oder ein erfindungsgemäßes Verfahren kann in weiteren Röntgensystemen wie zum Beispiel in einem Computer-Tomographie-Röntgensystem verwendet werden.

Die Erfindung kann in folgender Weise kurz zusammengefasst werden: Zur Erweiterung des Anwendungsbereiches von zählenden Röntgendetektoren ist ein verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes bzw. ein zählender Röntgendetektor 20vorgesehen, wobei mittels des zählenden Röntgendetektors 20 mit in einer Matrix angeordneten Pixel-Ausleseeinheiten 1 Röntgenquanten und/oder durch Röntgenquanten erzeugte Ladungspulse detektiert und gezählt werden, und den Ladungspulsen und/oder der Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zeitliche Information zugeordnet wird.


Anspruch[de]
Verfahren zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes, wobei mittels eines zählenden Röntgendetektors mit in einer Matrix angeordneten Pixel-Ausleseeinheiten (1) Röntgenquanten einer Röntgenstrahlung und/oder durch Röntgenquanten erzeugte Ladungspulse detektiert und gezählt werden, wobei den Ladungspulsen und/oder den Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zeitliche Information zugeordnet wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die zeitliche Information den Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder des jeweiligen Röntgenquants beinhaltet. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die zeitliche Information durch ein Zeitintervall gebildet wird, in welches der Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder des jeweiligen Röntgenquants einordbar ist. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei mit dem Beginn der Aufnahme des Röntgenbildes ein erster Zählungszeitpunkt definiert wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei aus den Pixel-Ausleseeinheiten (1) die zeitlichen Informationen gemeinsam mit den Ortsinformationen ausgelesen werden. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Ladungspulse und/oder die Röntgenquanten bei ihrer Zählung hinsichtlich ihrer Energie erfasst werden. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Ladungspulse und/oder die Röntgenquanten bei ihrer Zählung hinsichtlich ihrer Energie erfasst und in vorgegebene Energieintervalle eingeordnet werden. Zählender Röntgendetektor zur Aufnahme eines digitalen Röntgenbildes aus einer Röntgenstrahlung mit in einer Matrix angeordneten Pixel-Ausleseeinheiten (1) zur Detektierung und Zählung von Röntgenquanten der Röntgenstrahlung und/oder von durch Röntgenquanten erzeugten Ladungspulsen, wobei für die Ladungspulse und/oder die Röntgenquanten bei ihrer Zählung eine zeitliche Information zuordbar ist. Röntgendetektor nach Anspruch 8, wobei die zeitliche Information den Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder des jeweiligen Röntgenquants beinhaltet. Röntgendetektor nach Anspruch 8, wobei die zeitliche Information durch ein Zeitintervall gebildet wird, in welches der Zählungszeitpunkt des jeweiligen Ladungspulses und/oder des jeweiligen Röntgenquants einordbar ist. Röntgendetektor nach Anspruch 8, wobei mit dem Beginn der Aufnahme des Röntgenbildes ein erster Zählungszeitpunkt definierbar ist. Röntgendetektor nach Anspruch 8, wobei die Pixel-Ausleseeinheiten (1) Zählspeicherelemente (5) zur Zählung der Ladungspulse und/oder der Röntgenquanten und zur Speicherung der zeitlichen Information aufweisen. Röntgendetektor nach Anspruch 8, wobei die Pixel-Ausleseeinheiten (1) jeweils mindestens einen Diskriminator (3), insbesondere einen Energie-Diskriminator, (3) mit einem Schwellenwert aufweisen. Röntgendetektor nach Anspruch 12 und 13, wobei jedem Diskriminator (3) jeweils ein Zählerspeicherelement (5) zugeordnet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 14, wobei die Diskriminatoren (3) dazu ausgebildet sind, das zugehörige Zählspeicherelement (5) um eine Einheit zu erhöhen, wenn die Quantenenergie des jeweiligen Ladungspulses und/oder Röntgenquants den Schwellenwert des jeweiligen Diskriminators (3) überschreitet. Röntgendetektor nach Anspruch 14, wobei der Röntgendetektor (20) als Flachbilddetektor ausgebildet ist. Röntgensystem mit einem Röntgendetektor (20) nach einem der Ansprüche 8 bis 16. Röntgensystem nach Anspruch 17 mit einer Röntgenquelle (22), wobei der Röntgendetektor (20) und die Röntgenquelle (22) an einem kippbaren C-Bogen (21) befestigt sind.






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