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Dokumentenidentifikation DE102005046414A1 05.04.2007
Titel Verfahren zur Aufnahme eines Röntgenbildes und Röntgendetektor
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Spahn, Martin, Dr., 91054 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 28.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005046414
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse G01T 1/29(2006.01)A, F, I, 20060721, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01N 23/04(2006.01)A, L, I, 20060721, B, H, DE   G03B 42/02(2006.01)A, L, I, 20060721, B, H, DE   H04N 5/321(2006.01)A, L, I, 20060721, B, H, DE   
Zusammenfassung Um die Verfügbarkeit von Abbildungsdaten nach der Aufnahme eines Röntgenbildes zu beschleunigen, ist ein Verfahren vorgesehen, bei dem eine für eine Röntgenpulsdauer (t1-t3) emittierte Röntgenstrahlung in einem Röntgen-Zeitfenster (4-6) von einem Röntgendetektor (20) erfasst und daraus ein Röntgenbild aufgenommen wird, wobei die Breite (t4-t6) des Röntgen-Zeitfensters (4-6) stufenlose in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer (t1-t3) eingestellt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufnahme eines Röntgenbildes gemäß dem Patentanspruch 1 und einen Röntgendetektor gemäß dem Patentanspruch 11.

In der digitalen Röntgenbildgebung sind zum Beispiel Bildverstärker-Kamerasysteme, die auf Fernseh- oder CCD-Kameras basieren, Speicherfoliensysteme mit integrierter oder externer Ausleseeinheit, Systeme mit optischer Ankopplung einer Konverterfolie an CCD-Kameras oder CMOS-Chips, Selen-basierte Detektoren mit elektrostatischer Auslesung und Festkörperdetektoren mit aktiven Auslesematrizen mit direkter oder indirekter Konversion der Röntgenstrahlung bekannt.

Insbesondere finden seit einigen Jahren Festkörperdetektoren für die digitale Röntgenbildgebung Anwendung. Sie basieren auf aktiven Auslesematrizen, z.B. aus amorphem Silizium, denen eine Szintillatorschicht vorgeschichtet ist. Die auftreffende Röntgenstrahlung wird in der Szintillatorschicht in sichtbares Licht gewandelt, in lichtempfindlichen Pixelelementen der Auslesematrix in elektrische Ladung umgewandelt und ortsaufgelöst gespeichert. Verwandte Technologien verwenden ebenfalls eine aktive Pixelmatrix aus amorphem Silizium, jedoch kombiniert mit einem Röntgenkonverter, der die auftreffende Röntgenstrahlung direkt in elektrische Ladung umwandelt. Diese wird dann auf einer Elektrode der Auslesematrix ortsaufgelöst gespeichert.

Das Zeitintervall, währenddessen die aktive Auslesematrix auf Empfang geschaltet ist, wird als Röntgen-Zeitfenster bezeichnet. Bei bekannten Festkörperdetektoren wird die Röntgen-Zeitfensterbreite vorab festgelegt. So sind einerseits Festkörperdetektoren bekannt, bei denen nur ein einziges Röntgen-Zeitfenster vorgesehen ist, welches für alle möglichen Applikationen ausreichend breit sein muss und damit so breit wie der maximale Röntgenpuls ist. Andererseits sind Festkörperdetektoren bekannt, für die wenige, zum Beispiel zwei oder drei verschieden breit vorgegebene Röntgen-Zeitfenster zur Verfügung stehen. Die Einstellung eines dieser Röntgen-Zeitfenster ist nur dadurch möglich, dass vor der jeweiligen Röntgenaufnahme der Aufnahmemodus des Röntgendetektors per Hand oder gesteuert umgeschaltet wird. Durch eine derartige Aufnahme-Modus-Umschaltung werden im Allgemeinen gleichzeitig Korrekturmaps verfügbar gemacht, zum Beispiel durch ein Heraufladen in einen Arbeitsspeicher.

Zur Korrektur des Rauschens bzw. des Offsets in einem Röntgen-Rohbild wird im Allgemeinen ein Offset-Bild aufgenommen und von dem Röntgenbild mittels elektronischer Subtraktion abgezogen. Bei einigen Anwendungen ist es sinnvoll, die Aufnahme des Offset-Bildes direkt nach der Aufnahme des Röntgen-Rohbildes durchzuführen. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn direkt nach der Aufnahme eines Röntgen-Rohbildes eine Umpositionierung des Untersuchungsobjektes erfolgt oder wenn nur ein einzelnes Röntgenbild angefertigt wird.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, mit dem von einem Röntgendetektor aufgenommene Abbildungsdaten auf einfache Weise möglichst schnell verfügbar sind.

Die Aufgabe wird für ein Verfahren erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren gemäß dem Patentanspruch 1 und für einen Röntgendetektor durch einen Röntgendetektor gemäß dem Patentanspruch 11; vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der jeweiligen zugehörigen Unteransprüche.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren und dem erfindungsgemäßen Röntgendetektor kann dadurch, dass die Breite des Röntgen-Zeitfensters stufenlos in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer, insbesondere gleich der Röntgenpulsdauer, eingestellt werden kann, auf einfache Weise eine für jede Röntgenpulsdauer maximal schnelle Verfügbarkeit von Röntgenbilddaten zum Beispiel für eine Weiterleitung oder für eine Anzeige an einem Monitor erzielt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren umgeht außerdem eine umständliche und aufwändige Aufnahmemodus-Umschaltung.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird der Beginn des Röntgen-Zeitfensters durch den Beginn des Röntgenpulses und das Ende des Röntgen-Zeitfensters durch das Ende des Röntgenpulses ausgelöst. Besonders einfach ist dies realisierbar, indem eine Steuerung einer die Röntgenstrahlung emittierenden Röntgenquelle Steuersignale bezüglich des Beginns und des Endes des Röntgenpulses an den Röntgendetektor übermittelt. So kann insgesamt sichergestellt werden, dass einerseits der gesamte Röntgenpuls bildgebend genutzt wird und dass andererseits das Röntgen-Zeitfenster nicht breiter ist als aufgrund des Röntgenpulses notwendig.

In vorteilhafter Weise wird direkt im Anschluss an die Aufnahme des Röntgenbildes ein Offsetbild zur Korrektur des Röntgenbildes aufgenommen. Dadurch ist es möglich, auch ein offsetkorrigiertes Röntgenbild schnell zur Verfügung zu stellen, sofern die Korrektur ebenfalls zeitnah durchgeführt wird. Zusätzlich können so im Gegensatz zu einem vor dem Röntgenbild aufgenommenen Offsetbild Lag-Effekte bzw. Geistbildartefakte reduziert werden. Außerdem kann die Menge der von dem Röntgendetektor an ein Bildsystem zu transferierenden Daten dadurch reduziert werden, dass die Subtraktion des Offsetbildes von dem Röntgenbild direkt im Röntgendetektor stattfinden kann. Dies kann insbesondere für langsame Datenübertragungsraten, zum Beispiel im Falle einer drahtlosen Datenübertragung, vorteilhaft sein.

Die Aufnahme eines Offsetbildes zur Korrektur des Röntgenbildes direkt im Anschluss an die Aufnahme des Röntgenbildes ist außerdem vorteilhaft, da der Arbeitsprozess auf diese Weise nicht nachteilig beeinflusst werden kann, wenn das Offsetbild bereits aufgenommen ist, bis die nächste Aufnahme (z.B. nach Repositionierung des Patienten) angefordert wird.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung entspricht die Aufnahmedauer des Offsetbildes der Breite des Röntgen-Zeitfensters. Für eine effektive und einfache Realisierung davon wird zweckmäßigerweise die jeweilige Röntgenpulsdauer – zumindest kurzzeitig – gemessen und gespeichert.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist einem für das Verfahren geeigneten Röntgendetektor eine Strahlungsquelle zur Aussendung der Röntgenstrahlung zugeordnet. Nach weiteren Ausgestaltungen der Erfindung sind dem Röntgendetektor außerdem eine Bildverarbeitungseinheit zur Speicherung eines Offsetbildes und zur Korrektur des Röntgenbildes mit Hilfe des Offsetbildes und eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Breite des Röntgen-Zeitfensters zugeordnet.

In vorteilhafter Weise wird für eine einfache Anpassung der Röntgen-Zeitfensterbreite an die Röntgenpulsdauer die Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Breite des Röntgen-Zeitfensters und zur Ansteuerung der Pulsdauer des Röntgenpulses verwendet.

Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen gemäß Merkmalen der Unteransprüche werden im Folgenden anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles in der Zeichnung näher erläutert, ohne dass dadurch eine Beschränkung der Erfindung auf dieses Ausführungsbeispiel erfolgt. Es zeigen:

1 einen zeitlichen Ablauf von drei Röntgenaufnahmen mit zugehörigen Offset-Aufnahmen nach dem Stand der Technik;

2 einen zeitlichen Ablauf von drei hintereinander erfolgenden Röntgenaufnahmen und zugehörigen Offset-Aufnahmen nach einem erfindungsgemäßen Verfahren;

3 einen erfindungsgemäßen Röntgendetektor;

4 ein Röntgenbildaufnahmesystem mit einem Röntgendetektor gemäß 3.

1 zeigt eine Abfolge von drei Röntgen-Zeitfenstern 46 entlang einer Zeitachse t, welche ein bekanntes Verfahren nach dem Stand der Technik bilden. Zu Beginn des jeweiligen Röntgen-Zeitfensters 46 befindet sich ein Röntgendetektor in einem vorher festgelegten Aufnahmemodus, welcher die Breite t4–t6 des jeweiligen Röntgen-Zeitfensters 46, weitere Aufnahmeparameter sowie verschiedene Korrekturmaps festlegt. In diesem Aufnahmemodus besitzt das jeweilige, fest zugehörige Röntgen-Zeitfenster 46 eine definierte zeitliche Breite, welche von ausreichender Größe ist um sicherzustellen, dass jeder in diesem Aufnahmemodus mögliche Röntgenpuls 1-3 in das Röntgen-Zeitfenster 46 passt. Die Röntgenpulsdauer t1 eines ersten Röntgenpulses 1 ist also maximal so groß wie die Röntgen-Zeitfensterbreite t4 eines ersten Röntgen-Zeitfensters 4.

Im Allgemeinen ist die Röntgenpulsdauer t1–t3 der Röntgenpulse 13 jedoch deutlich kleiner als die Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 des jeweiligen Röntgen-Zeitfensters 46. In 1 ist die Röntgenpulsdauer t1 des ersten Röntgenpulses 1 kleiner als die Röntgen-Zeitfensterbreite t4 des ersten Röntgen-Zeitfensters 4. Ebenso ist die Röntgenpulsdauer t2 des zweiten Röntgenpulses 2 kleiner als die Röntgen-Zeitfensterbreite t5 des zweiten Röntgen-Zeitfensters 5. Im Stand der Technik ist im Allgemeinen die Aufnahmedauer t8-t10 der Offset-Aufnahmen 810 entsprechend der Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 der Röntgen-Zeitfenster 46 festgelegt. Die Aufnahmedauer t8 der ersten Offset-Aufnahme 8 ist also ebenso groß wie die Röntgen-Zeitfensterbreite t4 des ersten Röntgen-Zeitfensters 4.

Entsprechend ist auch die Aufnahmedauer t9 der zweiten Offset-Aufnahme 9 genauso groß wie die Röntgen-Zeitfensterbreite t5 des zweiten Röntgen-Zeitfensters 5. Da sich der Röntgendetektor für die erste Röntgenaufnahme und die zweite Röntgenaufnahme im selben Aufnahme-Modus befinden, entspricht das erste Röntgen-Zeitfenster 4 dem zweiten Röntgen-Zeitfenster 5. Die entsprechenden Offset-Aufnahmen 8; 9 werden nach den Röntgenaufnahmen durchgeführt, um Lag-Effekte zu reduzieren und um Korrekturen des Röntgenbildes mittels des Offset-Bildes im Röntgendetektor direkt durchführen zu können. Zwischen einer ersten Röntgenaufnahme und einer zweiten Röntgenaufnahme kann das Untersuchungsobjekt z.B. umpositioniert werden. Nach den Offset-Aufnahmen 8; 9; 10 wird jeweils ein Offset-Korrekturverfahren 11 für eine Korrekturdauer t11 durchgeführt.

Nach der zweiten Röntgenaufnahme erfolgt eine Aufnahmemodus-Umschaltung 7. Durch diese Aufnahmemodus-Umschaltung 7 wird die Röntgen-Zeitfensterlänge t6 des folgenden, also zum Beispiel des dritten Röntgen-Zeitfensters 6 festgelegt. Der dritte Röntgenpuls 3 wird innerhalb des dritten Röntgen-Zeitfensters 6 angeordnet, die Röntgen-Zeitfensterbreite t6 des dritten Röntgen-Zeitfensters 6 ist im Allgemeinen ebenfalls länger als die Röntgenpulsdauer t3 des dritten Röntgenpulses 3. Eine Aufnahmedauer t10 einer dritten Offset-Aufnahme 10 ist wiederum von der Röntgen-Zeitfensterbreite t6 des dritten Röntgen-Zeitfensters 6 festgelegt. Die Röntgen-Zeitfensterbreiten der Röntgen-Zeitfenster sind nicht flexibel.

Bei der Erfindung wird im Gegensatz zum Stand der Technik die Breite des Röntgen-Zeitfensters stufenlos in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer eingestellt.

2 zeigt den zeitlichen Ablauf von drei hintereinander erfolgenden Röntgenaufnahmen bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und bei Nutzung eines erfindungsgemäßen Röntgendetektors. Die Röntgenpulsdauer t1 des ersten Röntgenpulses 1 ist dabei genauso lang wie die Röntgen-Zeitfensterbreite t4 des ersten Röntgen-Zeitfensters 4. Das erste, zweite und dritte Röntgen-Zeitfenster 4, 5 und 6 sind variabel und unabhängig vom Aufnahmemodus einstellbar. Die zugehörigen Röntgen-Zeitfensterbreiten t4, t5 und t6 werden durch die Röntgenpulsdauern t1, t2 und t3 des ersten, zweiten und dritten Röntgenpulses 1, 2 und 3 definiert.

In vorteilhafter Weise fallen der Beginn und das Ende des jeweiligen Röntgen-Zeitfensters 46 mit dem Beginn und dem Ende des jeweiligen Röntgenpulses 13 zusammen. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist hierzu vorgesehen, dass eine Steuerungseinrichtung einer Röntgenquelle, welche eine Röntgenstrahlung emittiert, Steuersignale oder Informationen bezüglich des Beginns und des Endes des Röntgenpulses an den Röntgendetektor übermittelt. Dies wird insbesondere automatisch durchgeführt.

Der Röntgendetektor nutzt die Steuersignale zur Ansteuerung des Röntgen-Zeitfensters 46, so dass die Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 gleich der Pulsdauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 ist. Es kann auch eine Systemsteuerungseinrichtung 28 eines Röntgenaufnahmesystems 31, dem die Röntgenquelle 27 und der Röntgendetektor zugeordnet sind und mit dem sie in Kommunikationsverbindung stehen, für die Übermittlung der Steuersignale vorgesehen sein. Die Systemsteuerungseinrichtung 28 des Röntgenbildaufnahmesystems 31 kann auch gleichzeitig Steuersignale wie „X-ray on" oder „X-ray off" an die Röntgenquelle 27 und den Röntgendetektor senden, so dass ein gleichzeitiger Beginn und ein gleichzeitiges Ende des Röntgen-Zeitfensters 46 und des Röntgenpulses 13 gewährleistet sind. Die Übertragung der Steuersignale erfolgt bevorzugt kabellos zum Beispiel mittels Funkverbindungen zwischen dem Röntgenbildaufnahmesystem 31 und dem Röntgendetektor sowie zwischen dem Röntgenbildaufnahmesystem 31 und der Röntgenquelle 27.

In vorteilhafter Weise wird direkt im Anschluss an die Aufnahme des Röntgenbildes ein Offsetbild zur Korrektur des Röntgenbildes aufgenommen. Für eine schnelle Verfügbarkeit der Abbildungsdaten entspricht in vorteilhafter Weise insbesondere die Aufnahmedauer t8–t10 des Offsetbildes der Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46. Um dies zu gewährleisten, misst der Röntgendetektor nach einer Ausgestaltung der Erfindung die Pulsdauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 oder die Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 und speichert diese zumindest so lange, bis die Aufnahmedauer t8–t10 des Offsetbildes festgelegt oder die Aufnahme des Offsetbildes ausgelöst ist. Die Informationen über die Pulsdauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 oder die Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 verwendet der Röntgendetektor zur Festlegung der Aufnahmedauer t8–t10 der Offsetbilder.

Insgesamt wird durch die Erfindung die Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 auf genau die für die entsprechende Applikation durch den Röntgenpuls 13 definierte, notwendige Breite t4–t6 beschränkt und damit minimiert. Gleiches gilt für das jeweilige Offsetbild, dessen Aufnahmedauer t8–t10 nach einer Ausgestaltung der Erfindung der Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 entspricht und damit ebenfalls minimal wird. Nach der jeweiligen Offsetaufnahme 810 wird das Offsetbild im Röntgenbildaufnahmesystem 31, z.B. direkt im Röntgendetektor, mittels eines Offset-Korrekturverfahrens 11 für eine Korrekturdauer t11 korrigiert. Bei dem Offset-Korrekturverfahren 11 handelt es sich im Allgemeinen um eine Subtraktion des Offsetbildes von dem Röntgenbild. Durch das erfindungsgemäße Verfahren stehen die Bilddaten also nach der minimal möglichen Zeit für eine weitere Bildverarbeitung oder zum Beispiel für eine Anzeige an einem Monitor zur Verfügung, im Allgemeinen deutlich schneller als im Stand der Technik.

Die im Röntgendetektor gespeicherte Information über die Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 kann neben der Aufnahme des Offsetbildes auch für Gain-Korrekturen und Defekt-Korrekturen verwendet werden. Da im Allgemeinen Gainbilder und Defektbilder vor der Aufnahme des Röntgenbildes in einem Kalibrierverfahren bestimmt werden, stimmen die Aufnahmedauern von Gainbildern und Defektbildern mit der Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 des jeweiligen Röntgenbildes nicht genau überein. Die Informationen über die Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 oder die Pulsdauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 können dafür verwendet werden, das Gainbild oder das Defektbild auszuwählen, dessen Aufnahmedauer am besten mit der Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 oder der Pulsdauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 des jeweiligen Röntgenbildes übereinstimmt. Dies kann wiederum automatisch über eine Steuerungseinrichtung oder über eine Bildverarbeitungseinheit durchgeführt werden.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der Röntgendetektor als Flachbilddetektor 20, insbesondere als mobiler und kabelloser Flachbilddetektor, ausgebildet. 3 zeigt einen derartigen Flachbilddetektor 20 mit einer Szintillatorschicht 21, einer aktiven Matrix 22, einem Elektronikboard 23, einer Energieversorgungseinheit 24 und einer Datenübertragungs- und Kommunikationseinheit 25 zur kabellosen Übertragung von Abbildungsdaten und Steuerbefehlen.

Zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens ist der Flachbilddetektor 20 einem Röntgenbildaufnahmesystem 31 zugeordnet – wie 4 zeigt – und steht mit einer Ladestation 26 in Kommunikations- und Datenübertragungsverbindung. Das Röntgenbildaufnahmesystem 31 umfasst neben der Ladestation eine Systemsteuerungseinrichtung 28 und eine Röntgenquelle 27 zur Aussendung von Röntgenstrahlung. Die Systemsteuerungseinrichtung 28 weist eine Bildverarbeitungseinheit, eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung von Röntgenquelle 27 und Flachbilddetektor 20 und eine Anzeigevorrichtung, wie zum Beispiel einen Monitor, auf.

Die Röntgenquelle 27 ist zum Beispiel mit einem schwenkbaren Arm an einer Zimmerdecke montiert und der Flachbilddetektor befindet sich in einer Buckylade 29 eines Buckytisches 30. Zusätzlich kann der Flachbilddetektor 20 ebenfalls eine – nicht gezeigte – Bildverarbeitungseinheit aufweisen, durch die eine Offset-Korrektur durchgeführt werden kann. Bei einem derartigen Flachbilddetektor 20 stehen offsetkorrigierte Röntgenbilder besonders schnell zur Verfügung. Außerdem wird durch eine bereits im Flachbilddetektor 20 stattfindende Offset-Korrektur die zu übertragende Datenmenge reduziert.

Neben dem beschriebenen Verfahren, bei dem die Dauer t1–t3 des Röntgenpulses 13 der Breite t4–t6 des Röntgen-Zeitfensters 46 entspricht und die der Beginn und das Ende von Röntgenpuls 13 und Röntgen-Zeitfenster 46 übereinstimmen, kann auch vorgesehen sein, die Röntgen-Zeitfensterbreite t4–t6 derart anzusteuern, dass sie geringfügig größer als die Röntgenpulsdauer t1–t3 ist.

Die Erfindung lässt sich in folgender Weise kurz zusammenfassen: Um die Verfügbarkeit von Abbildungsdaten nach der Aufnahme eines Röntgenbildes zu beschleunigen ist ein Verfahren vorgesehen, bei dem eine für eine Röntgenpulsdauer emittierte Röntgenstrahlung in einem Röntgen-Zeitfenster von einem Röntgendetektor erfasst und daraus ein Röntgenbild aufgenommen wird, wobei die Breite des Röntgen-Zeitfensters stufenlos in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer eingestellt wird.


Anspruch[de]
Verfahren zur Aufnahme eines Röntgenbildes, wobei eine für eine Röntgenpulsdauer (t1–t3) emittierte Röntgenstrahlung in einem Röntgen-Zeitfenster (46) von einem Röntgendetektor (20) erfasst und daraus ein Röntgenbild aufgenommen wird, und wobei die Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) stufenlos in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer (t1-t3) eingestellt wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) gleich der Röntgenpulsdauer (t1–t3) ist. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Beginn und das Ende des Röntgen-Zeitfensters (46) mit dem Beginn und dem Ende des Röntgenpulses (13) zusammenfallen. Verfahren nach Anspruch 3, wobei der Beginn des Röntgen-Zeitfensters (46) durch den Beginn des Röntgenpulses (13) und das Ende des Röntgen-Zeitfensters (46) durch das Ende des Röntgenpulses (13) ausgelöst werden. Verfahren nach Anspruch 4, wobei eine Steuerungseinrichtung einer die Röntgenstrahlung emittierenden Röntgenquelle (27) Steuersignale bezüglich des Beginns und des Endes des Röntgenpulses (13) an den Röntgendetektor (20) übermittelt. Verfahren nach Anspruch 4, wobei eine Steuerungseinrichtung (28) eines Röntgenaufnahmesystems (31), welches die eine Röntgenstrahlung emittierenden Röntgenquelle (27) und den Röntgendetektor umfasst, den Beginns und das Ende des Röntgenpulses (13) und des Röntgen-Zeitfensters (46) steuert. Verfahren nach Anspruch 1, wobei direkt im Anschluss an die Aufnahme des Röntgenbildes ein Offsetbild zur Korrektur des Röntgenbildes aufgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Aufnahmedauer (t8–t10) des Offsetbildes der Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) entspricht. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Röntgenbild mittels des Offsetbildes korrigiert wird. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die jeweilige Röntgenpulsdauer (t1–t3) gemessen und gespeichert wird. Röntgendetektor zur Erfassung einer durch eine Röntgenquelle (27) für eine Röntgenpulsdauer (t1–t3) emittierten Röntgenstrahlung in einem Röntgen-Zeitfenster (46) und zur Aufnahme eines Röntgenbildes, wobei die Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) stufenlos in Abhängigkeit von der Röntgenpulsdauer (t1–t3) einstellbar ist. Röntgendetektor nach Anspruch 11, wobei dem Röntgendetektor eine Röntgenquelle (27) zur Aussendung der Röntgenstrahlung zugeordnet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 11, wobei dem Röntgendetektor eine Bildverarbeitungseinheit zur Speicherung eines Offsetbildes und zur Korrektur des Röntgenbildes mit Hilfe des Offsetbildes zugeordnet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 11, bei dem die Aufnahmedauer (t8–t10) des für die Korrektur des jeweiligen Röntgenbildes vorgesehenen Offsetbildes der Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) des Röntgenbildes entspricht. Röntgendetektor nach Anspruch 11, wobei dem Röntgendetektor (20) eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) zugeordnet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 15, wobei dem Röntgendetektor eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) und zur Ansteuerung der Pulsdauer (t1–t3) des Röntgenpulses (13) zugeordnet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 11, wobei der Röntgendetektor für ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 11, wobei der Röntgendetektor als Flachbilddetektor (20) ausgebildet ist. Röntgendetektor nach Anspruch 18, wobei der Flachbilddetektor mobil und kabellos ausgebildet ist. Röntgenbildaufnahmesystem enthaltend einen Röntgendetektor nach einem der Ansprüche 11 bis 19, eine Röntgenquelle (27) zur Aussendung einer Röntgenstrahlung für eine Röntgenpulsdauer (t1–t3) und eine Steuerungseinrichtung zur Ansteuerung der Breite (t4–t6) des Röntgen-Zeitfensters (46) und zur Ansteuerung der Pulsdauer (t1–t3) des Röntgenpulses (13).






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