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Dokumentenidentifikation DE102005048214A1 05.04.2007
Titel Befestigungssystem sowie zugehöriges Verankerungsteil für einen Sitz
Anmelder Gottlieb Binder GmbH & Co. KG, 71088 Holzgerlingen, DE
Erfinder Poulakis, Konstantinos, 71157 Hildrizhausen, DE
Vertreter Bartels & Partner, Patentanwälte, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 29.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005048214
Offenlegungstag 05.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse B68G 7/12(2006.01)A, F, I, 20050929, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47C 31/02(2006.01)A, L, I, 20050929, B, H, DE   B60N 2/58(2006.01)A, L, I, 20050929, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Befestigungssystem für einen Sitz zum Festlegen eines Polsterbezuges an einem Polsterschaumteil des Sitzes mit einem Verankerungsteil (10), das in im Polsterteil eingeschäumten Verankerungselementen (16) festlegbar ist und das für einen sicheren Befestigungshalt zwei Stegkörper (24) aufweist, die zwischen sich einen Aufnahmeraum (24) begrenzen für die Aufnahme eines Verbindungsteils (12), in dem der Polsterbezug festlegbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Befestigungssystem sowie zugehöriges Verankerungsteil für einen Sitz, insbesondere Fahrzeug- oder Fluggastsitz, zum Festlegen eines Polsterbezuges an einem Polsterschaumteil des Sitzes, mit

  • – mindestens einem als Profilleiste ausgebildeten Verankerungsteil, das mit dem Polsterbezug verbindbar ist, der hierfür an mindestens einem Verbindungsteil angreift, das zum Herstellen einer festen Verbindung in das zuordenbare Verankerungsteil eingreift, und
  • – mindestens einem Verhakungsteil, das in das Polsterschaumteil zumindest teilweise einschäumbar ist und das mit zwei gegenüberliegenden Verhakungselementen einen Klemmkanal begrenzt, in den das Verankerungsteil eingreifend mit seinen Verankerungselementen in untergreifende Anlage mit den zuordenbaren Verhakungselementen kommt.

Durch die EP 0 403 815 B1 ist ein Befestigungssystem bekannt mit einem Einzugstab als Verankerungsteil zur Profilformung von außenseitig durch einen Bezugsstoff als Polsterbezug abgedeckten Polstermaterialien bei Polstermöbeln und dergleichen gepolsterten Sitzteilen, bestehend aus einem einstückig stranggepreßten Profilstab aus Kunststoff, mit dem eine gesondert hergestellte Annähfahne als Verbindungsteil für seine Verbindung mit dem Bezugsstoff zwischen flachen Profilteilen fest verschweißt ist. Bei der bekannten Lösung weist der Profilstab ein zweischenkliges Querschnittsprofil auf, dessen beide Profilschenkel an ihrer Basis durch einen schmalen Verbindungssteg miteinander verbunden sind, und einen von diesem ausgehenden Aufnahmespalt für die Annähfahne begrenzen, indem ihre feste Verschweißung mit den angrenzenden Innenflächen der beiden Profilschenkel vorgenommen ist. Die bekannte Lösung ist dazu vorgesehen, den Einzug- oder Profilstab mit der Annähfahne unmittelbar im Polsterschaumteil eines Sitzes festzulegen, was mit einem erhöhten Montageaufwand einhergehen kann und in Abhängigkeit der eingesetzten Schäume ist ein ungewolltes Lösen des Befestigungssystems nicht ausgeschlossen, insbesondere wenn ein im Querschnitt elliptischer Profilstab als Verankerungsteil in eine zuordenbare Kavität im Polsterschaumteil eingreift.

Durch das DE 298 21 697 U1 ist ein Befestigungssystem zum Befestigen eines Polsterbezuges, insbesondere des Sitzbezuges eines Fahrzeugsitzes, an einem Schaumpolsterelement bekannt, das ein eingeschäumtes Einlegeteil aufweist, das mit Bügelbereichen einen verdickten, zum Einlegeteil weisenden Stirnkantenbereich eines Haltebandes als Verankerungsteil übergreift, an dem der Rand des Polsterbezuges über ein Verbindungsteil befestigt ist. Ein als Verhakungsteil dienender Kunststoffhalter, der das eingeschäumte Einlegeteil mit einem unteren Schenkel untergreift, weist zwei davon in Richtung auf das Halteband aufsteigende Schenkel als Verhakungselemente auf, die an ihren oberen Enden einwärts gekrümmte Haltebereiche aufweisen, zwischen denen ein vom durchbruchsfrei ausgebildeten Halteband durchgesetzter Längsspalt als Klemmkanal gebildet ist, dessen Breite geringer ist als die Dicke des verdickten Stirnkantenbereichs, wobei die Schenkel quer zum Klemmkanal elastisch ausgebildet sind und die einwärts gekrümmten Haltebereiche dienen der untergreifenden Anlage mit den zuordenbaren Verhakungselementen des als Halteband ausgebildeten Verankerungsteils.

Dieses bekannte gattungsbildende Befestigungssystem stellt über die eingeschäumten Verhakungsteile ein hohes Maß an Befestigungssicherheit sicher; allein durch das einzuschäumende Einlegeteil innerhalb des Profilkörpers des Verhakungsteils baut das gesamte Befestigungssystem bezogen auf die Einbauhöhe groß auf, was insbesondere dann nachteilig ist, wenn, was im Trend der heutigen Sitzentwicklung liegt, die eingesetzten Polsterschaumdicken für die Polsterschaumteile immer dünner ausgestaltet werden, so dass die bekannte Lösung insbesondere dort ihre Grenzen findet, wenn bei den nachgiebigen Polsterschaumteilen mit dünnen Wandbereichen der jeweilige Sitzbenutzer dann auf starren Teilen des Befestigungssystems aufsitzt, was als unangenehm empfunden wird.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannten Lösungen unter Beibehalten ihrer Vorteile, nämlich eine sichere Befestigung von Polsterbezugmaterialien an Polsterschaumteilen sicherzustellen, dahingehend weiter zu verbessern, dass insbesondere die Einbauhöhe verringert ist bei gleichzeitig guter Montierbarkeit und niedrig anzusetzenden Herstellkosten. Eine dahingehende Aufgabe löst ein Sitzbefestigungssystem mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 sowie ein hierfür eingesetztes Verankerungsteil gemäß der Merkmalsausgestaltung des Anspruchs 9.

Dadurch, dass gemäß dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 das Verankerungsteil zwei Stegkörper aufweist, die einen Aufnahmeraum für die Aufnahme des Verbindungsteils begrenzen und die mit einem vorgebbaren Überstand über den eigentlichen Ankerkörper des Verankerungsteils vorstehen sowie im verhakten Festlegezustand aus dem Klemmkanal mit seinen Verhakungselementen in Richtung des festzulegenden Polsterbezuges überstehen, wird über die verlängerten Stegkörper das Verbindungsteil sicher in dem Aufnahmeraum des Verankerungsteils geführt und dort festgelegt. Aufgrund der dahingehenden Führung unter Bildung des Aufnahmeraumes läßt sich demgemäß das Verankerungsteil im Querschnitt gesehen geometrisch deutlich verkleinern, da es nicht mehr, wie im Stand der Technik aufgezeigt, gleichzeitig und ausschließlich das Verbindungsmittel – meist in Form der Annähfahne – aufzunehmen hat, sondern im wesentlichen seiner Verankerungsfunktion mittels der Verankerungselemente nachkommt. Dadurch, dass der freie Endbereich des Verbindungsteils zwischen den Stegkörpern geführt und gehalten ist, ist darüber hinaus sichergestellt, dass selbst bei einer seitlichen Krafteinleitung über das Verbindungsteil sich die Verankerungselemente nicht von den Verhakungselementen des zuordenbaren Verhakungsteils lösen können. Das klammerartige Verhakungsteil läßt sich sicher im Polsterschaumteil an den gewünschten Stellen befestigen, insbesondere teileinschäumen, so dass für das Verankerungsteil eine sichere Verhakungsmöglichkeit gegeben ist, die einer reinen Verhakung im Schaummaterial mit geringeren Haltekräften vorzuziehen ist.

Das für das Befestigungssystem eingesetzte Verankerungsteil läßt sich vorzugsweise in einer Bauhöhe < 10mm ausbilden, vorzugsweise mit einer Bauhöhe von ca. 5 bis 7 mm, insbesondere 6,5 mm, so dass sich das erfindungsgemäße Befestigungssystem ohne weiteres auch für noch so dünnwandige Polsterschaumteile einsetzen läßt, ohne dass dies den Sitzkomfort beeinträchtigt. Das erfindungsgemäße Befestigungssystem läßt sich schnell herstellen und kostengünstig montieren, so dass insoweit der Herstellaufwand und die Herstellkosten reduziert sind. Insbesondere ist das Verankerungsteil in der Art einer Pfeilspitze ausgebildet, was den Eingriff in das jeweils zuordenbare Verhakungsteil erleichtert und die sich am Außenumfang des jeweiligen Stegkörpers abstützenden Verhakungselemente des Verhakungsteils sind dergestalt definiert geführt, so dass ein ungewolltes Aufspreizen der Verhakungselemente und Öffnen des Klemmkanals ausgeschlossen ist.

Da die beiden Stegkörper sich vorzugsweise senkrecht aufstehend auf der Oberseite des Ankerkörpers mit den beiden Verankerungselementen erstrecken, ist das Verbindungsteil in Richtung des Polsters im Aufnahmeraum geführt, so dass für das Verbindungsteil schädigende Knickstellen, insbesondere im Einlaufbereich zum Aufnahmeraum, mit Sicherheit vermieden sind. Zur Anbindung des Verbindungsteils an das Verankerungsteil hat sich als besonders vorteilhaft ein sog. Intrusionsverfahren erwiesen, wie es für ein Kunststoff-Extrusionsprofil beispielhaft in der DE 103 03 358 A1 aufgezeigt ist. Bei dem angegebenen Intrusionsverfahren werden die Schmelztemperaturbereiche der eingesetzten Kunststoffmaterialien von Profilkörper als Verankerungsteil und Annähfahne als Verbindungsteil derart unterschiedlich gewählt, dass das eine Kunststoffmaterial beim Erzeugen der Verbindung unter thermischer Einwirkung im wesentlichen formstabil bleibt, wohingegen das andere Kunststoffmaterial in Ausnehmungen, gebildet von dem einen Kunststoffmaterial, eindringt und beim Erkalten in den Ausnehmungen verfestigt wird. Hierdurch lassen sich hochfeste Verbindungen erreichen im Gegensatz zu bekannten Schweiß- und/oder Klebeverbindungsverfahren.

Da das Befestigungssystem sehr stark miniaturisiert ist, sind für das Verankerungsteil sehr steife und hochstabile Kunststoffmaterialien einzusetzen, wobei vorzugsweise Acrylnitril-Polybutadien-Styrolpfropfpolymere (ABS) bevorzugt eingesetzt werden, wobei für die Ausgestaltung des Verbindungsteils ein üblicher Polyesterwerkstoff od. dgl. einsetzbar ist.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Befestigungssystems sowie des hierfür eingesetzten Verankerungsteils sind Gegenstand der sonstigen Unteransprüche.

Im folgenden wird das erfindungsgemäße Befestigungssystem anhand eines Ausführungsbeispiels nach der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen in prinzipieller und nicht maßstäblicher Darstellung die

1 eine perspektivische Ansicht des noch nicht zusammengesetzten Befestigungssystems;

2 eine stirnseitige Draufsicht auf das Befestigungssystem nach der 1 bei hergestellter Verbindung.

Das erfindungsgemäße Befestigungssystem ist für einen Sitz einsetzbar, insbesondere für einen Fahrzeug- oder Fluggastsitz, zum Festlegen eines nicht näher dargestellten Polsterbezuges an einem Polsterschaumteil des Sitzes. Hierfür weist das Befestigungssystem ein als Profilleiste ausgebildetes Verankerungsteil 10 auf, das mit einem nicht näher dargestellten Polsterbezug, beispielsweise über Annähen, verbindbar ist, wobei der dahingehende Polsterbezug am oberen Ende eines Verbindungsteils 12 angreift, das zum Herstellen einer festen Verbindung in das zuordenbare Verankerungsteil 10 eingreift. Ferner ist ein Verhakungsteil 14 vorgesehen, das in das nicht näher dargestellte Polsterschaumteil zumindest teilweise einschäumbar ist und das mit zwei gegenüberliegenden Verhakungselementen 16, die im wesentlichen gleich aufgebaut sind, einen nach oben hin offenen Klemmkanal 18 begrenzen, in den das Verankerungsteil 10 von oben her eingreifend mit seinen beiden gegenüberliegenden Verankerungselementen 20 in untergreifende Anlage mit den zuordenbaren Verhakungselementen 16 kommt (vgl. 2).

Die Verhakungsteile 14 können gemäß der Darstellung nach der 1 für eine linienförmig ausgebildete Profilleiste als Verankerungsteil 10 mehrfach vorhanden sein und insbesondere in vorgebbaren Abständen zueinander in Linie die gewünschte Verhakung mit dem Verankerungsteil 10 vornehmen. Zur Anpassung an spezielle Konturen oder Rundungen am Sitz sind dann die dahingehenden Profilkörper aus einem biegbaren Kunststoffmaterial ausgebildet, um sich insoweit an geänderte Konturverläufe anpassen zu können. Die beiden Verhakungselemente 16 sind in Blickrichtung auf die Figuren bodenseitig mit einer verbreiterten Einschäumplatte 22 versehen, um dergestalt die Schaumanbindung zu erleichtern. Von der dahingehenden Einschäumplatte 22 aus erstrecken sich die beiden Verhakungselemente 16 stegartig nach oben und sind zu ihrem freien Ende hin abgeknickt, um dergestalt eine Unterhakung für die Verhakungselemente 16 des Verankerungsteils 10 sicherstellen zu können. Die Querschnitte für die Verhakungselemente 16 sind jedenfalls derart gewählt, dass beim Eindringen des pfeilartigen Verankerungsteils 10 diese entsprechend nachgeben können, insbesondere sich voneinander abspreizen, wobei nach Eindringen des Verankerungsteils 10 über den Klemmkanal 18 in das Verhakungsteil 14sich die beiden Verhakungselemente 16 elastisch rückstellen, um dergestalt eine verläßliche Verhakung garantieren zu können.

Das Verankerungsteil 10 weist an seiner Oberseite zwei parallel zueinander verlaufende flächige Stegkörper 24 auf, die einen Aufnahmeraum 26 (vgl. 2) für die Aufnahme des Verbindungsteils 14 begrenzen und die mit einem vorgebbaren Überstand über den eigentlichen Ankerkörper 28 des Verankerungsteils 10 vorstehen sowie im verhakten Festlegezustand aus dem Klemmkanal 18 in Richtung des festzulegenden Polsterbezuges überstehen. Die in den Figuren dargestellten Größenordnungen gehen auf eine mehrfache Vergrößerung des Befestigungssystems zurück, das dem Grunde nach als Miniaturbefestigungssystem ausgebildet ist, wobei die Höhe des gesamten Verankerungsteils 10 einschließlich der beiden Stegkörper 24 kleiner als 10 mm ist, insbesondere nur 6,5 mm beträgt. Ferner ist vorgesehen, dass die Höhe der vorstehenden Stegkörper 24 größer oder gleich ist dem horizontalen Abstand zwischen einem der Stegkörper 24 und dem äußersten Ende des benachbart angeordneten Verankerungselementes 20. Die Höhe des Aufnahmeraumes 26 zwischen Paaren an Stegkörpern 24 ist im wesentlichen gleich dem senkrechten Abstand zwischen den beiden äußersten Enden eines Paares an Verankerungselementen 20. Vorzugsweise beträgt der Abstand zwischen den beiden Enden eines Paares an Verankerungselementen 20 etwa 5 mm und die Breite der beiden Stegkörper 24 mit Aufnahmeraum 26 beläuft sich auf ca. 1,4 mm. Die Höhe des Verbindungsteils 12 läßt sich entsprechend an die Dicke des eingesetzten Schaumkörpermaterials für den Sitz entsprechend vorgeben und die Größenordnungen für das Verhakungsteil 14 sind derart gewählt, dass jedenfalls ein sicherer Ein- und Untergriff für das Verankerungsteil 10 mit seinem Ankerkörper 28 gewährleistet ist.

Um eine gute Stabilität sicherzustellen, ist darüber hinaus vorgesehen, dass die Breite des jeweiligen Stegkörpers 24 im wesentlichen doppelt so groß ist wie die in 2 gezeigte Breite des Aufnahmeraumes 26. Ferner zeigen die Figuren auf, dass der Ankerkörper 28 in der Art einer Pfeilspitze ausgebildet ist mit beidseits nach hinten weisenden Verankerungselementen 20, die zwischen sich und dem jeweils zuordenbaren Stegkörper 24 einen Eingriffsraum 30 begrenzen für den Eingriff der zuordenbaren Verhakungselemente 16. Insbesondere sind die beiden Verankerungselemente 20 gegenüber der Horizontalen um einen Winkel von etwa 45° geneigt und insoweit rückgestellt. Ferner kommt es der Stabilität zugute, wenn die Gesamtbreite zweier Stegkörper 24 mit Aufnahmeraum 28 im wesentlichen der Breite des Verankerungselementes 20 entspricht gemessen längs einer 45°-Linie X, die an der tiefsten Stelle des Eingriffsraums 30 ausmündet (vgl. 2). Dergestalt entsteht im Querschnitt gesehen ein robust aufbauendes Kastensystem mit günstig angeordneten Krafteinleitungsräumen, beispielsweise in Form der Eingriffsräume 30. Hierzu trägt auch der quadratische Aufbau der Platte 22 mit bei und dass die Länge eines jeden Verhakungsteils 14 seiner Höhe in senkrechter Richtung (vgl. 1) entspricht. Um einen ungestörten Eingriff des Verankerungsteils 10 in das Verhakungsteil 14 zu gewährleisten, ist vorgesehen, dass die Höhe des Klemmkanals 18 zwischen den Paaren an Verhakungselementen 16 bis zur Oberseite der Einschäumungsplatte 22 jedenfalls geringfügig höher gewählt ist als die mögliche Eingreifhöhe des Ankerkörpers 28 im Klemmkanal 18.

Um eine gute Anbindung des Verbindungsteils 12 im Aufnahmeraum 26 zwischen den beiden Stegkörpern 24 des Verankerungsteils 10 zu erreichen, wird ein sog. Intrusionsverfahren eingesetzt, wie es detailliert in der DE 103 03 358 A1 aufgezeigt ist. Das dort aufgezeigte Verfahren ist insbesondere dadurch charakterisiert, dass die Schmelztemperaturbereiche der eingesetzten Kunststoffmaterialien von Verankerungsteil 10 und Verbindungsteil 12 derart unterschiedlich gewählt werden, dass das eine Kunststoffmaterial beim Erzeugen der Verbindung unter thermischer Einwirkung im wesentlichen formstabil bleibt, wohingegen das andere Kunststoffmaterial in Ausnehmungen, gebildet von dem einen Kunststoffmaterial, eindringt und bei Erkalten in den Ausnehmungen verfestigt wird. Derart dringt ein Teil des aufgeschmolzenen bzw. plastifizierbaren Kunststoffmaterials in Hohlräume (Ausnehmungen) des anderen Kunststoffmaterials ein, um sich dort unter Herstellen einer formschlüssigen Verbindung zu verfestigen, wobei vorzugsweise das Kunststoffmaterial mit den Ausnehmungen aufgrund des anders liegenden Schmelztemperaturbereichs in seiner Gefügeanordnung unberührt bleibt. Es kommt mithin bei der realisierten Intrusionslösung nicht zu Schweiß- oder Klebstoffverbindungen, wie sie im Stand der Technik aufgezeigt sind, sondern vielmehr wird in der Art eines Eingieß- oder Intrusionsverfahrens der Kunststoffwerkstoffe ein Teil der Verbindung in den Kunststoffwerkstoff des anderen Verbindungsteils formschlüssig eingebettet und dergestalt festgehalten.

Die angesprochenen Ausnehmungen sind insoweit durch den Aufnahmeraum 26 des Verankerungsteils 10 gebildet als auch durch Ausnehmungen 32 im Verbindungsteil 12 selbst, soweit diese in den Aufnahmeraum 26 eingreifen, wobei die dahingehenden Ausnehmungen 32 des Verbindungsteils 12 vorzugsweise durch die Gewebeöffnungsstrukturen eines Gewebes oder eines Gestrickes gebildet sind, das insoweit das Verbindungsteil 12 bildet, wobei die dahingehenden Ausnehmungen 32 auch eine günstige Anbindungsstelle für den nicht näher dargestellten Polsterbezug bilden, der insoweit mit dem oberen Ende des Verbindungsteils 12 zu vernähen, verkleben, verclippen oder zu verschweißen ist. Das erfindungsgemäße Befestigungssystem läßt sich bezogen auf das Verankerungsteil 10 sehr rasch herstellen, indem gleichzeitig ein Extrusionswerkzeug das Verankerungsteil 10 ausbildet, und in das freie Ende des Aufnahmeraumes 26 das Verbindungsteil 12 einläuft, das dann dergestalt unmittelbar im Rahmen der beschriebenen Intrusion eine feste Verbindung mit dem Verankerungsteil 10 eingeht.

Im Zuge der Ausbildung des erfindungsgemäßen Befestigungssystems hat es sich von der Stabilität her als günstig erwiesen, das Verankerungsteil 10 aus einem extrudierbaren Kunststoff, insbesondere in Form von Polyester, Polysterol, Polycarbonat sowie Acrylnitril-Polybutadien-Styrolpfropfpolymer (ABS) auszubilden, die sich für das beschriebene Anwendungsgebiet einschließlich ihrer Mischung miteinander gut eignen. Das in Form eines Gestricke ausgebildete Verbindungsteil 12 wird bevorzugt aus einem Polyesterfasermaterial aufgebaut.


Anspruch[de]
Befestigungssystem für einen Sitz, insbesondere Fahrzeug- oder Fluggastsitz, zum Festlegen eines Polsterbezuges an einem Polsterschaumteil des Sitzes, mit

– mindestens einem als Profilleiste ausgebildeten Verankerungsteil (10), das mit dem Polsterbezug verbindbar ist, der hierfür an mindestens einem Verbindungsteil (12) angreift, das zum Herstellen einer festen Verbindung in das zuordenbare Verankerungsteil (10) eingreift, und

– mindestens ein Verhakungsteil (14), das in das Polsterschaumteil zumindest teilweise einschäumbar ist und das mit zwei gegenüberliegenden Verhakungselementen (16) einen Klemmkanal (18) begrenzt, in den das Verankerungsteil (10) eingreifend mit seinen Verankerungselementen (20) in untergreifende Anlage mit den zuordenbaren Verhakungselementen (16) kommt,

dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsteil (10) zwei Stegkörper (24) aufweist, die einen Aufnahmeraum (26) für die Aufnahme des Verbindungsteils (14) begrenzen und die mit einem vorgebbaren Überstand über den eigentlichen Ankerkörper (28) des Verankerungsteils (10) vorstehen sowie im verhakten Festlegezustand aus dem Klemmkanal (18) mit seinen Verhakungselementen (16) in Richtung des festzulegenden Polsterbezuges überstehen.
Befestigungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der vorstehenden Stegkörper (24) größer oder gleich ist dem senkrechten Abstand zwischen einem der Stegkörper (24) und dem äußersten Ende des benachbart angeordneten Verankerungselementes (20). Befestigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Aufnahmeraumes (20) zwischen Paaren an Stegkörpern (24) im wesentlichen gleich ist dem senkrechten Abstand zwischen den beiden äußersten Enden eines Paares an Verankerungselementen (20). Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des jeweiligen Stegkörpers (24) im wesentlichen doppelt so groß ist wie die Breite des Aufnahmeraumes (26). Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ankerkörper (28) in der Art einer Pfeilspitze ausgebildet ist mit beidseits nach hinten weisenden Verankerungselementen (20), die zwischen sich und dem jeweils zuordenbaren Stegkörper (24) einen Eingriffsraum (30) begrenzen für den Eingriff der Verhakungselemente (16). Befestigungssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gesamtbreite zweier Stegkörper (24) mit Aufnahmeraum (28) im wesentlichen der Breite des Verankerungselementes (20) entspricht gemessen längs einer 45°-Linie X, die an der tiefsten Stelle des Eingriffsraumes (30) ausmündet. Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Klemmkanals (18) zwischen den Paaren an Verhakungselementen (16) geringfügig höher gewählt ist als die Eingriffshöhe des Ankerkörpers (28) im Klemmkanal (18). Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verankerungsteil (10) aus einem extrudierbaren Kunststoff, insbesondere in Form von Polyester, Polysterol, Polycarbonat, Acrylnitril-Polybutadien-Styrolpfropfpolymere (ABS) oder Mischungen hiervon besteht. Verankerungsteil für ein Befestigungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei Stegkörper (24) aufweist, die senkrecht auf einem Ankerkörper (28) des Verankerungsteils vorstehen und die einen Aufnahmeraum (26) für die Aufnahme eines Verbindungsteils (12) begrenzen, und die mit einem vorgebbaren Überstand über den Ankerkörper (28) vorstehen und dass das Verbindungsteil (12) in der Art einer flexiblen Festlegeplatte, eines flächigen Gewirkes oder Gestrickes aus dem Aufnahmeraum (26) vorsteht. Verankerungsteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsteil (12) aus einem Kunststoffmaterial, insbesondere Polyester, besteht, dessen Schmelzpunkt höher ist als der Schmelzpunkt des Ankerkörpers (28).






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