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Dokumentenidentifikation DE202005016404U1 05.04.2007
Titel Fahrzeugkran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005016404
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.04.2007
Registration date 01.03.2007
Application date from patent application 19.10.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/36(2006.01)A, F, I, 20051019, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60K 17/356(2006.01)A, L, I, 20051019, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fahrzeugkran mit einem Unterwagen, der ein Fahrwerk mit mehreren Radachsen und daran gelagerten Rädern aufweist, mit einem Fahrantrieb zum Antreiben der Räder zumindest einer Radachse, wobei der Fahrantrieb einen Verbrennungsmotor aufweist, der über ein Getriebe und einen mechanischen Antriebsstrang mit den Rädern der zumindest einen Radachse koppelbar ist, sowie mit einer Hydraulikversorgung zur Druckversorgung von Hydraulikaggregaten des Fahrzeugkrans.

Derartige Fahrzeugkrane verfügen regelmäßig über eine Vielzahl von Achsen, um die für eine Straßenfahrt zulässigen Achslasten einzuhalten und das Krangewicht auf entsprechend viele Achsen zu verteilen. Beispielsweise umfassen große Teleskopkrane, bei denen der drehbar auf dem Unterwagen gelagerte Oberwagen einen Teleskopausleger trägt, acht Radachsen, die zwar hintereinander aufgereiht sind, bei entsprechender Länge des Unterwagens jedoch einen beträchtlichen Abstand von der vordersten Achse zur hintersten Achse aufweisen.

Als Fahrantrieb sind regelmäßig starke Dieselmotoren vorgesehen, die über ein Getriebe einen mechanischen Antriebsstrang in Form einer Kardanwelle antreiben, die von Achse zu Achse geführt ist und mehrere der Radachsen antreibt. Diese Dieselmotoren sind häufig am vorderen Ende des Unterwagens hinter der Fahrerkabine angeordnet, so dass sich für den mechanischen Antriebsstrang von dem Dieselmotor zu den angetriebenen Radachsen eine entsprechende Länge ergibt, was diverse Nachteile mit sich bringt.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Fahrzeugkran der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll ein Antreiben auch der entfernteren Radachsen erreicht werden, ohne dies mit einer übermäßigen Verlängerung des mechanischen Antriebsstrangs erkaufen zu müssen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Fahrzeugkran gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Erfindungsgemäß wird also vorgeschlagen, nur einen Teil der Räder direkt von dem Verbrennungsmotor her über einen entsprechenden mechanischen Antriebsstrang anzutreiben, während ein anderer Teil der Räder hydraulisch angetrieben wird. Erfindungsgemäß ist zumindest ein Rad zumindest einer weiteren Radachse, die nicht an den mechanischen Antriebsstrang gekoppelt ist, durch einen von der Hydraulikversorgung des Krans gespeisten Hydraulikmotor antreibbar. Die Erfindung schlägt also unterschiedliche Antriebstypen für verschiedene Radachsen vor. Durch die Kombination eines mechanischen Direktantriebs zumindest einer Radachse einerseits und einem Hydraulikantrieb für zumindest eine weitere Radachse andererseits können ohne übermäßige Verlängerung des mechanischen Antriebsstrangs auch entferntere Räder angetrieben werden. Insbesondere braucht eine Antriebswelle, über die der eine Teil der Räder direkt vom Verbrennungsmotor her angetrieben wird, nicht über die gesamte Unterwagenlänge gezogen werden, wobei dennoch auch an gegenüberliegenden Enden des Unterwagens angetriebene Räder vorgesehen werden können.

Insbesondere kann der zumindest eine Hydraulikmotor von einer Hydraulikpumpe gespeist werden, die von dem Verbrennungsmotor angetrieben wird. Der Fahrantrieb besitzt hierdurch weiterhin eine zentrale Energiequelle in Form eines Verbrennungsmotors, insbesondere Dieselmotors, der einerseits über den mechanischen Antriebsstrang direkt einen Teil der Räder antreibt und andererseits die Hydraulikpumpe der Hydraulikversorgung antreibt, über deren Hydraulikdruck der einem anderen Teil der Räder zugeordnete Hydraulikmotor antreibbar ist. Die Antriebsleistung des Verbrennungsmotors des Fahrantriebs wird also über verschiedene Wirkprinzipien auf die Räder des Fahrwerks übertragen.

Welche Räder direkt von dem Verbrennungsmotor und welche Räder hydraulisch angetrieben werden, kann grundsätzlich verschieden gewählt werden und von der Anordnung des Verbrennungsmotors auf dem Unterwangen abhängen. Zweckmäßigerweise wird die Aufteilung jedoch derart getroffen, dass die verbrennungsmotornahen Radachsen direkt vom Verbrennungsmotor her über den mechanischen Antriebsstrang angetrieben werden, während zumindest eine verbrennungsmotorferne Radachse über den zumindest einen Hydraulikmotor angetrieben wird.

Nach einer Ausführung der Erfindung können eine Vorderachse oder mehrere am vorderen Teil des Unterwagens angeordnete Vorderachsen direkt über den mechanischen Antriebsstrang vom Verbrennungsmotor her antreibbar ausgebildet sein, während eine Hinterachse oder mehrere im hinteren Teil des Unterwagens angeordnete Hinterachsen hydromotorisch angetrieben werden. Insbesondere ist diese Aufteilung von Vorteil, wenn der Verbrennungsmotor des Fahrantriebs im vorderen Teil des Unterwagens angeordnet ist.

Der hydraulische Antrieb der einzelnen Räder kann grundsätzlich verschieden ausgebildet sein. Nach einer ersten Ausführung der Erfindung kann ein Hydraulikmotor einer Radachse zugeordnet sein und beide Räder oder alle Räder dieser Radachse antreiben. Dabei können mehrere Radachsen hydraulisch angetrieben werden, wobei hierzu vorteilhafterweise jeder hydraulisch angetriebenen Radachse ein eigener Hydraulikmotor zugeordnet ist. Alternativ könnte auch vorgesehen sein, mehreren Radachsen einen gemeinsamen Hydraulikmotor zuzuordnen, dessen Antriebsbewegung über einen mechanischen Antriebsstrang, beispielsweise in Form einer Antriebswelle, auf die hydraulisch angetriebenen Radachsen bzw. die daran befestigten angetriebenen Räder übertragen wird.

Alternativ zu einem solchen zusammengefassten hydraulischen Antrieb mehrerer Räder durch einen Hydraulikmotor kann auch ein hydraulischer Einzelradantrieb vorgesehen werden. Hierzu ist jedem der angetriebenen Räder einer Radachse separat jeweils ein eigener Hydraulikmotor zugeordnet, der von der Hydraulikpumpe her mit Hydraulikfluid gespeist wird. Hierdurch kann mit kleineren Hydraulikmotoren insgesamt betrachtet ein größeres hydraulisches Antriebsmoment auf die Räder gebracht werden.

In Weiterbildung der Erfindung können die hydraulisch angetriebenen Räder von den jeweiligen Hydraulikmotoren nicht nur angetrieben, sondern auch gebremst werden. Hierzu kann dem zumindest einen Hydraulikmotor eine Bremssteuervorrichtung zugeordnet sein, die den jeweiligen Hydraulikmotor derart ansteuert, dass er die damit gekoppelten Räder abbremst.

Die Hydraulikpumpe der Hydraulikversorgung kann grundsätzlich an verschiedener Stelle platziert sein. In Weiterbildung der Erfindung ist die Hydraulikpumpe der Hydraulikversorgung zusammen mit dem Verbrennungsmotor auf dem Unterwagen, vorzugsweise in dessen vorderer Hälfte, angeordnet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1: eine schematische Seitenansicht eines Fahrzeugkrans nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung, und

2: eine schematische Darstellung der Radachsen und des diesen zugeordneten Fahrantriebs, der einerseits einen mechanischen Antriebsstrang und andererseits einen hydraulischen Antriebsstrang umfasst.

Der in 1 exemplarisch dargestellte Fahrzeugkran 1 umfasst einen Unterwagen 2, auf dem um eine aufrechte Drehachse 3 ein Oberwagen 4 drehbar gelagert ist. An dem Oberwagen 4 ist ein Teleskopausleger 5 um eine liegende Wippachse 6 wippbar angelenkt. Auf dem Oberwagen 4 ist dabei vorteilhafterweise ein Kranantrieb 7 angeordnet, der einen Dieselmotor umfassen kann, der über ein Pumpenverteilergetriebe mehrere Verstellpumpen für den Kranbetrieb antreibt. Über die genannten Verstellpumpen können insbesondere die hydraulischen Aggregate zum Auf- und Niederwippen des Auslegers 5, zum Ein- und Austeleskopieren des genannten Auslegers 5 sowie eine Hubwerkswinde angetrieben werden.

Auf dem Unterwagen 2 umfasst der Fahrzeugkran 1 weiterhin einen Fahrantrieb 8, der, wie 1 zeigt, am vorderen Ende des Unterwagens 2 unmittelbar hinter der Fahrerkabine 9 angeordnet ist. Der Fahrantrieb 8 umfasst dabei einen Verbrennungsmotor 10, der vorteilhafterweise als Dieselmotor ausgebildet sein kann. Der Verbrennungsmotor 10 treibt dabei einerseits über ein Getriebe 11 einen mechanischen Antriebsstrang 12 an, der mehrere der Radachsen bzw. die Räder der entsprechenden Radachsen direkt antreibt. Es versteht sich dabei, dass das Getriebe 11 mehrere Getriebebausteine aufweisen kann. In der konkret gezeichneten Ausführung ist an den Verbrennungsmotor 10 zunächst ein Automatikgetriebe 13 angeschlossen, dessen Getriebeausgang über eine weitere Getriebestufe 14 auf ein Verteilergetriebe 15 gegeben wird, von dem der Antriebsstrang 12 weggeführt ist.

In der konkret gezeichneten Ausführung werden über den mechanischen Antriebsstrang 12 die ersten, d.h. vorderen fünf Radachsen 16, 17, 18, 19 und 20 angetrieben, wobei der Antriebsstrang 12 eine Antriebswelle 24, beispielsweise in Form einer an sich üblichen Kardangelenkwelle, aufweisen kann, deren Abschnitte von Radachse zu Radachse geführt sind, wie dies 2 zeigt.

Weiterhin treibt der Verbrennungsmotor 10 eine Hydraulikpumpe 25 an, die über Hydraulikleitungen 26 mehrere Hydraulikmotoren 27, 28 speist, die zum Antrieb der beiden hintersten Radachsen 22 und 23 vorgesehen sind. In der gezeichneten Ausführung sind hierbei zwei Hydraulikmotoren 27 und 28 vorgesehen, die jeweils einer der Radachsen 22 und 23 zugeordnet sind und jeweils alle angetriebenen Räder 29 der jeweiligen Radachse antreiben. Alternativ könnte auch jedem angetriebenen Rad ein Einzelantrieb zugeordnet und ein entsprechender Hydraulikmotor vorgesehen sein.

Vorteilhafterweise sind die Hydraulikmotoren 27 und 28 steuerbar, beispielsweise können Axialkolbenmotoren mit veränderbarem Schluckvolumen Verwendung finden, so dass durch die Hydraulikmotoren 27 und 28 sowohl ein Antriebsmoment als auch ein Bremsmoment erzeugt werden kann.

In der gezeichneten Ausführung ist die sechste Radachse 21 nicht angetrieben. Es versteht sich jedoch, dass auch sämtliche Radachsen angetrieben sein können.


Anspruch[de]
Fahrzeugkran mit einem Unterwagen (2), der ein Fahrwerk (30) mit mehreren Radachsen (16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23) und daran gelagerten Rädern (29) aufweist, mit einem Fahrantrieb (8) zum Antreiben der Räder (29) zumindest einer Radachse, wobei der Fahrantrieb (8) einen Verbrennungsmotor (10) aufweist, der über ein Getriebe (11) und einen mechanischen Antriebsstrang (12) mit den Rädern der zumindest einen Radachse (16, 17, 18, 19, 20) koppelbar ist, sowie mit einer Hydraulikversorgung (25) zur Druckversorgung von Hydraulikaggregaten des Fahrzeugkrans, dadurch gekennzeichnet, dass die Räder (29) zumindest einer weiteren Radachse (22, 23) durch zumindest einen von der Hydraulikversorgung (25) gespeisten Hydraulikmotor (27, 28) antreibbar sind. Fahrzeugkran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Hydraulikversorgung eine von dem Verbrennungsmotor (10) des Fahrantriebs (8) antreibbare Hydraulikpumpe (25) umfasst, die über eine Hydraulikleitung (26) mit dem zumindest einen Hydraulikmotor (27, 28) verbindbar ist. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest eine verbrennungsmotornahe Radachse (16, 17, 18, 19, 20) direkt über den mechanischen Antriebsstrang (12) von dem Verbrennungsmotor (10) antreibbar ist und zumindest eine verbrennungsmotorferne Radachse (22, 23) von dem zumindest einen Hydraulikmotor (27, 28) antreibbar ist. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zumindest eine Vorderachse (16) direkt von dem Verbrennungsmotor (10) und dem damit verbundenen mechanischen Antriebsstrang (12) antreibbar ist und zumindest eine Hinterachse (22, 23) von dem zumindest einen Hydraulikmotor (27, 28) antreibbar ist. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mehrere Radachsen (16, 17, 18, 19, 20) direkt über den mechanischen Antriebsstrang (12) von dem Verbrennungsmotor (10) antreibbar sind und/oder mehrere Radachsen (22, 23) von dem zumindest einen Hydraulikmotor (27, 28) antreibbar sind. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zumindest eine Hydraulikmotor (27, 28) mit allen angetriebenen Rädern einer Radachse (22, 23) gekoppelt ist. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei den angetriebenen Rädern einer Radachse (22, 23) separat jeweils ein eigener Hydraulikmotor (27, 28) zugeordnet ist. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Verbrennungsmotor (10) zusammen mit der Hydraulikversorgung (25) auf dem Unterwagen (2), vorzugsweise im vorderen Teil des Unterwagens (2), angeordnet ist. Fahrzeugkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zumindest eine Hydraulikmotor (27, 28) auch als Hydraulikbremse zum Abbremsen des entsprechenden Rades (29) betreibbar ist und/oder dem zumindest einen Hydraulikmotor (27, 28) eine Bremssteuervorrichtung zum Betreiben des Hydraulikmotors im Bremsbetrieb zugeordnet ist.






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