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Fahrzeugkran mit Ballastierung - Dokument DE202005016815U1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005016815U1 05.04.2007
Titel Fahrzeugkran mit Ballastierung
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005016815
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.04.2007
Registration date 01.03.2007
Application date from patent application 26.10.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/36(2006.01)A, F, I, 20051026, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B66C 23/62(2006.01)A, L, I, 20051026, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugkran mit einem Unterwagen und einem drehbar auf diesem angeordneten Oberwagen mit einer Einrichtung zur Aufnahme von Ballast.

Während der Ballast während des Kraneinsatzes am hinteren Teil des Oberwagens angeordnet ist, wird er bei der Transportfahrt des Fahrzeugkrans von dem Oberwagen abgenommen und auf dem Unterwagen bzw. auf einem eigenen Transportfahrzeug abgelegt, um den Achslasten des Unterwagens gerecht zu werden. Es sind bereits eine Reihe von Einrichtungen zur Aufnahme des Ballastes bekannt. Diese weisen in der Regel rechtwinklig zu dem Oberwagen angeordnete Hydraulikzylinderanordnungen auf, die mit den jeweiligen Ballastpaketen bzw. Ballastpaletten verbindbar sind, um diese an den Oberwagen anzuheben.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fahrzeugkran zu schaffen, bei dem die Einrichtung zur Aufnahme des Ballasts möglich platzsparend im Oberwagen des Fahrzeugkrans integriert werden kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach besteht die Einrichtung zur Aufnahme von Ballast aus mindestens drei vertikalen auf- und abbewegbaren Zugmitteln, die mit einer den Ballast tragenden Palette oder Grundplatte unterhalb des Gesamtschwerpunkts des Ballasts verbindbar sind, um die Palette bzw. Grundplatte an den Oberwagen heranzuziehen und mit ihm zu verbinden bzw. von diesem abzulassen. Mittels dieser Zugmittel kann der auf einer Palette bzw. Grundplatte abgelegte Ballast auch bei hohem Schwerpunkt sicher aufgenommen und auf- und abbewegt werden, wobei es hier von besonderem Vorteil ist, dass der Ballast auch vom Boden aufgenommen werden kann.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen. So können am Oberwagen Laschen angeordnet sein, mit denen die Palette zur Befestigung am Oberwagen verbolzbar ist. Ist also der Ballast über die Ausgleichsschwingen an den Oberwagen hochgezogen, so liegen die Laschen in entsprechenden Ausnehmungen der Palette, die den Ballast trägt, und kann dort über geeignete Bolzen verbolzt werden.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung können die Zugmittel waagerecht in der Drehbühne des Oberwagens verlaufen und mehrfach geschert sein. Durch die mehrfache Scherung, beispielsweise eine zweifach Scherung, kann bei entsprechender Bewegung des Zugmittels in Längsrichtung des Oberwagens die doppelte Hubbewegung des Ballastes ausgeführt werden.

Als Zugmittel lassen sich erfindungsgemäß Ketten oder Seile einsetzen.

Bei Verwendung von Seilen können diese beispielsweise in acht Bandseile aufgegliedert sein, die wiederum aus fünf Einzelseilen bestehen. Dies hat den Vorteil, dass die Seilrollen sehr klein hinsichtlich ihres Durchmesserverhältnisses (D:d-Verhältnis) ausgeführt werden können, so dass die Umlenkrollen in der relativ niedrigen zur Verfügung stehenden Bauhöhe der Drehbühne des Oberwagens angeordnet sein können.

In der Drehbühne des Oberwagens kann mindestens ein Hydraulikzylinder waagerecht oder leicht geneigt angeordnet sein, um durch Verlängerung bzw. Verkürzung die Zugmittel auf und ab zu bewegen. Durch diesen waagerechten oder leicht geneigten Einbau in der Drehbühne des Oberwagens wird sichergestellt, dass die Drehbühne nicht hoch baut.

Vorzugsweise bilden jeweils ein Hydraulikzylinder mit den zugehörigen Seilen, die Umlenkrollen und die Ausgleichsschwingen eine Baueinheit, die zur Montage in die Drehbühne einschiebbar und mit dieser verbolzbar sind. Bei einer Ausführung mit vier Ausgleichsschwingen sind üblicherweise zwei Baueinheiten vorgesehen, die jeweils seitlich zwischen zwei Seitenwänden in der Drehbühne einbaubar sind.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

1: einen Teil einer Drehbühne eines erfindungsgemäßen Fahrzeugkrans mit einer Einrichtung zur Aufnahme eines hier teilweise dargestellten Ballastes,

2: eine Drehbühne wie in 1, jedoch in einer anderen Arbeitsposition,

3: eine teilweise Schnittdarstellung der Einrichtung zur Aufnahme des Ballastes gemäß 1 und

4: ein Schnitt entlang der Schnittlinie IV-IV gemäß 3.

In 2 ist eine Drehbühne 10 eines Fahrzeugkrans dargestellt, bei der ein Drehkranz 12, ein Wippzylinder 14 für den hier nicht näher dargestellten Ausleger und eine Hubseilwinde 16 in üblicher Art und Weise ausgebildet ist. In der Drehbühne 10 ist eine Einrichtung 18 zur Aufnahme von Ballast integriert. Diese besteht aus zwei gleich aufgebauten Einheiten, von denen in der 1 nur eine Einheit gezeigt ist. Diese Einheit 18 ist als Baueinheit ausgebildet und kann als Ganzes zwischen zwei Seitenwänden 20 (nur eine ist hier gezeigt) der Drehbühne 10 eingebaut sein. Eine Baueinheit 18 besteht aus einem Hydraulikzylinder 22, der in der hier dargestellten Ausführungsvariante waagerecht in die Drehbühne eingebaut ist. Weiterhin sind hier waagerecht verlaufende Seile 24 zweifach zwischen Rollen 32 eingeschert.

An den Seilen sind, wie in 2 dargestellt, Ausgleichsschwingen 26 angeordnet, wobei hier zwei Ausgleichsschwingen gezeigt sind. Ingesamt ergeben sich also bei Verdoppelung der entsprechenden Ballastaufnahmeeinrichtungen 18 vier Ausgleichsschwingen 26.

Die Ausgleichsschwingen 26 können über Verkürzung bzw. Verlängerung der Seile auf und ab bewegt werden. In der herabgelassenen Stellung sind sie in 1 gezeigt, während sie in der 2 in der hochgezogenen Stellung gezeigt sind. Die Verkürzung bzw. Verlängerung der Seile erfolgt über den Hydraulikzylinder 22. In 1 ist der Hydraulikzylinder 22 vollständig eingefahren, so dass die Seile 24 und damit die an diesen angeordneten Ausgleichsschwingen vollständig herabgelassen sind. In dieser Stellung können sie mit einer Palette 27 verbolzt werden, die jeweils auf ihren Seiten Ballastplatten 27 aufnimmt. Durch Ausfahren des Hydraulikzylinders 22 werden die Seile 24 hochgezogen, so dass die Ausgleichsschwingen 26 in die Position gemäß 2 hochgezogen werden. Hierdurch gelangt die Palette 27 in eine Position unmittelbar unterhalb der Drehbühne, in der Befestigungslaschen 30 in entsprechende Ausnehmungen der Palette eintauchen und dort mit der Palette verbolzt werden können. In dieser Position ist der Ballast betriebsfertig mit dem Oberwagen verbunden. Das Ablassen des Ballastes erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

In den 3 und 4 ist der Aufbau der Ballastaufnahmeeinrichtungen 18 in weiterem Detail dargestellt. Insbesondere erkennt man aus der Schnittzeichnung gemäß der 3 zunächst eine Seilführungswanne 40 für die unteren Seile 24 sowie aus der 4 eine Seilführungswanne 42 zur Führung der oberen Seile. In den 3 und 4 ist der Hydraulikzylinder 22 eingefahren, so dass die Seile 24 in dieser Position ausgezogen sind und die Ballastplatte 27 nach unten bewegt ist. Durch entsprechendes Ausfahren des Hydraulikzylinders 22 werden die Seile 24 um die Rollen 32 umgelenkt und entlang der Bahnen 40 und 42 bewegt. Um die vollständige Bewegung des Hydraulikzylinders 22 mitmachen zu können, ist die Seilführungswanne 42 für die oberen Seile 24 ausziehbar.

Aufgrund der vorhandenen vier Anschlagpunkte kann der Ballast auch bei hoch liegendem Schwerpunkt des Ballastes sicher aufgenommen werden.

Vorteilhaft kann bei der hier vorgeschlagenen Ballastierung der Ballast direkt vom Boden aufgenommen werden, so dass das Aufsetzen der Ballastklötze 28 in einer niedrigen Höhe erfolgen kann.

Ist ein entsprechend tragfähiges Transportfahrzeug vorhanden, kann der Ballast ohne weiteren Hilfskran direkt auf das Transportfahrzeug abgesetzt werden. An einer neuen Einsatzstelle kann der Ballast dann wieder direkt vom Transportfahrzeug aufgenommen werden. Dies ist insbesondere bei der Montage von Windkraftanlagen von Vorteil.

Die Seile 24 sind insgesamt in acht Bandseile aufgegliedert, die jeweils wiederum aus fünf Einzelseilen bestehen. Dies hat den Vorteil, dass die Seilrollen 32 sehr klein hinsichtlich ihres Durchmesserverhältnisses ausgeführt werden können, so dass diese Seilrollen bzw. Umlenkrollen 32 in der relativ geringen zur Verfügung stehenden Bauhöhe untergebracht werden können.

Beim Hochziehen des Ballastes 27 an die Drehbühne 10 zentriert sich der Ballast selbsttätig, indem der Ballast unter den vier Anhängepunkten auspendelt.


Anspruch[de]
Fahrzeugkran mit einem Unterwagen und einem drehbar auf diesem angeordneten Oberwagen mit einer Einrichtung zur Aufnahme von Ballast, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Aufnahme von Ballast aus mindestens drei vertikalen auf- und abbewegbaren Zugmitteln besteht, die mit einer den Ballast tragenden Palette oder Grundplatte unterhalb der Gesamtschwerpunkte des Ballastes verbinbar sind, um die Palette oder Grundplatte an den Oberwagen heranzuziehen und mit ihm zu verbinden bzw. von diesem abzulassen. Fahrzeugkran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Oberwagen Laschen angeordnet sind, mit denen die Palette zur Festlegung am Oberwagen verbolzbar ist. Fahrzeugkran nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugmittel nahezu waagerecht in der Drehbühne des Oberwagens verlaufen und mehrfach geschert sind. Fahrzeugkran nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Zugmittel Ketten eingesetzt sind. Fahrzeugkran nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Zugmittel Seile eingesetzt sind. Fahrzeugkran nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Seile in 8 Bandseile aufgegliedert sind, die wiederum aus 5 Einzelseilen besteht. Fahrzeugkran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Drehbühne des Oberwagens mindestens ein Hydraulikzylinder waagerecht oder leicht geneigt angeordnet ist, um durch Verlängerung bzw. Verkürzung Zugmittel auf und ab zu bewegen. Fahrzeugkran nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydraulikzylinder, die Seile, die Umlenkrollen und die Ausgleichsschwingen als Baueinheit ausgebildet ist, die zur Montage in die Drehbühne einschiebbar und mit dieser verbolzbar ist.






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