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Dokumentenidentifikation DE202006019331U1 05.04.2007
Titel Gleitschiene für ein Dachliegefenster
Anmelder P + S plastic solutions GmbH, 97877 Wertheim, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Böck - Tappe - v.d. Steinen - Weigand, 97074 Würzburg
DE-Aktenzeichen 202006019331
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 05.04.2007
Registration date 01.03.2007
Application date from patent application 20.12.2006
IPC-Hauptklasse E05C 17/22(2006.01)A, F, I, 20061220, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gleitschiene für ein Dachliegefenster nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Gattungsgemäße Gleitschienen werden in Dachliegefenstern verbaut und haben insbesondere die Aufgabe, ein Führungselement, beispielsweise einen Führungsbolzen, in einer Führungsnut zu führen. Dadurch kann gewährleistet werden, dass das schwenkbar gelagerte Dachliegefenster sicher im Rahmen geführt ist. Weiter weisen die gattungsgemäßen Gleitschienen zumindest eine Verriegelungseinrichtung auf, mit der der Bewegungsbereich des Führungselements begrenzt werden kann. Derartige Verriegelungseinrichtungen dienen beispielsweise zur Fixierung des Dachliegefensters in einer aufgeschwenkten Putzstellung. Außerdem können derartige Verriegelungseinrichtungen dazu dienen, das Führungselement aus der Führungsnut ein- bzw. auszuhängen.

Aufgrund der Verwendung in Dachliegefenstern handelt es sich bei der Gleitschiene um sicherheitsrelevante Bauteile, da ein Ausfall der Gleitschiene zu gefährlichen Situationen, beispielsweise beim Ausstieg von Personen aus dem Dachliegefenster, führen kann. Aufgrund dieser Sicherheitsrelevanz wurden die bekannten Gleitschienen bisher als Verbundbauteile mit einem Kunststoffgrundkörper und daran befestigten Metallblechen gefertigt.

Diese Art der Fertigung hat den Nachteil, dass die nachträgliche Anbringung der Metallbauteile an dem Kunststoffgrundkörper erhebliche Produktionskosten verursacht. Außerdem erfordern die Verwitterungseigenschaften der Gleitschiene die Verwendung von Edelstahlteilen, was eine weitere Erhöhung der Produktionskosten bedeutet.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine neue Gleitschiene vorzuschlagen, die kostengünstig und einfach hergestellt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch eine Gleitschiene nach der Lehre des Anspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße Gleitschiene beruht auf dem Grundgedanken, dass der Grundkörper der Gleitschiene aus einem mit Fasermaterial gefüllten Kunststoff, insbesondere Polypropylen, hergestellt ist. Die Füllung des Kunststoffs mit Fasermaterial führt zu einer deutlich erhöhten Festigkeit des Kunststoffgrundkörpers, so dass die Festigkeitsanforderungen auch ohne zusätzliche Metallbauteile erfüllt werden können. Außerdem wird die Verbindungssteifigkeit der Gleitschiene soweit erhöht, dass eine automatische Montage der Gleitschienen ermöglicht wird.

Welche Art von Fasermaterial zur Füllung des Kunststoffs eingesetzt wird, ist grundsätzlich beliebig. Besonders kostengünstig und effektiv ist der Einsatz von Glasfasern.

Um die gewünschten Festigkeitseigenschaften zu erreichen, sollte das Fasermaterial in der Art von Langfasermaterial mit einer Faserlänge von 5 mm bis 15 mm, insbesondere mit einer Faserlänge von ungefähr 11 mm, Verwendung finden.

Der Fasergehalt der Verstärkungsfasern sollte in einem Bereich von 20 Gew.-% bis 40 Gew.-%, insbesondere bei ungefähr 30 Gew.-%, liegen.

Um die gattungemäß vorgesehene Verriegelungseinrichtung zu realisieren, kann ein Riegelelement vorgesehen sein, das in einem Gehäuse beweglich gelagert ist. Zur elastischen Abstützung des Riegelelements kann beispielsweise ein Federelement, insbesondere eine Schraubenfeder, in dem Gehäuse angeordnet werden. Das Gehäuse selbst wird einstückig an den Grundkörper der Gleitschiene angeformt. Um die im Inneren des Gehäuses vorgesehenen Bauteile zu sichern, kann das Gehäuse mit einem Deckel verschlossen werden.

Im Hinblick auf eine einfache und kostengünstige Herstellung ist es besonders vorteilhaft, wenn auch der Deckel einstückig an dem mit Fasermaterial gefüllten Grundkörper angeformt ist. Durch die einstückige Anformung des Deckels kann insbesondere auch erreicht werden, dass zumindest die eine Seite des Deckels durch das Verbindungselement zwischen Deckel und Grundkörper fixiert wird.

Zur weiteren Fixierung des Deckels in seiner Schließstellung kann dieser mit einem Rastelement ausgestattet sein. Dieses Rastelement verrastet in der das Gehäuse verschließenden Stellung des Deckels am Grundkörper und sichert auf diese Weise zusammen mit dem Verbindungselement, zwischen Deckel und Grundkörper, die Schließstellung des Deckels. In welcher Weise der Deckel und der Grundkörper einstückig miteinander verbunden sind, ist grundsätzlich beliebig. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Filmscharnier zwischen Deckel und Grundkörper vorgesehen, um auf diese Weise eine gelenkige Anlenkung des Deckels am Grundkörper zu realisieren.

Um zugleich eine ausreichende elastische Verformbarkeit des Filmscharniers bei hinreichender Festigkeit zu realisieren, sollte das Filmscharnier eine Querschnittsdicke im Bereich von 0,3 mm bis 0,6 mm, insbesondere ungefähr 0,45 mm, aufweisen. Bei dieser Querschnittsdicke erreicht das fasergefüllte Kunststoffmaterial eine ausreichende Festigkeit bei gleichzeitig ausreichender elastischer Verformbarkeit.

Um die elastische Verformbarkeit weiter zu erhöhen, ist es besonders vorteilhaft, wenn das Filmscharnier einen doppelbogenförmigen Querschnitt, insbesondere einen S-förmigen Querschnitt, aufweist. Dieser doppelbogenförmige Querschnitt erlaubt eine sehr gleichmäßige Verteilung der elastischen Verformung beim Umklappen des Filmscharniers, so dass die dabei auftretenden Spannungen gleichmäßig im fasergefüllten Kunststoffmaterial des Filmscharniers verteilt werden.

Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, wenn der Querschnitt des Filmscharniers am Übergang zwischen Filmscharnier und Grundkörper und/oder am Übergang zwischen Filmscharnier und Decke eine Materialschwächung aufweist. Insbesondere kann das Filmscharnier im Bereich der Materialschwächung eine um 0,1 mm geringere Querschnittsdicke aufweisen. Durch die Materialschwächung an den Übergängen zum Filmscharnier wird ein Düseneffekt während des Formgebungsprozesses realisiert, so dass sich die im Kunststoffmaterial anisotrop verteilten Fasern längs des Filmscharniers ausrichten. Durch diese Ausrichtung des Fasermaterials in Richtung des Filmscharniers wird die Biegefestigkeit des Filmscharniers signifikant erhöht.

Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Filmscharnier im Bereich seiner Seitenkanten jeweils ein Stützelement aufweist, wobei diese Stützelemente sich nur über einen Teil der Seitenkanten erstrecken. Die dadurch gebildeten freien Enden der Stützelemente, die auf den Seitenkanten des Filmscharniers liegen, definieren im Ergebnis eine Vorzugsbiegelinie des Filmscharniers, da sich das Filmscharnier zunächst nur in dem vom Stützelement nicht abgestützten Bereich verformt. Erst wenn das Filmscharnier entlang dieser Vorzugsbiegelinie soweit verformt ist, dass die Spannung im Material eine bestimmte Grenze überschreitet, wird das Filmscharnier auch in dem von den beiden Stützelementen abgestützten Bereich verformt. Durch geeignete Anordnung der beiden Stützelemente kann somit die Verformungsgeometrie des Filmscharniers beeinflusst werden.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist es dabei vorgesehen, dass die Vorzugsbiegelinie in unmittelbarer Nähe des Übergangs zwischen dem Filmscharnier und dem Grundkörper verläuft. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass das Filmscharnier nach dem Umlegen des Deckels im Wesentlichen keinen Überstand über den Grundkörper aufweist und damit die Montage der Gleitschiene auch bei sehr geringem Bauraum ermöglicht wird.

Wird die Gleitschiene durch Spritzguss des fasergefüllten Kunststoffs hergestellt, so sollten die Anspritzpunkte bevorzugt in der Nähe des Filmscharniers angeordnet sein, um die vollständige Formfüllung im Bereich des Filmscharniers mit seinem sehr geringen Querschnitt zu gewährleisten.

Eine Ausführungsform der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt und wird nachfolgend beispielhaft erläutert.

Es zeigen:

1 das Ende einer Gleitschiene mit Verriegelungseinrichtung in seitlicher Ansicht von vorne;

2 die Gleitschiene gemäß 1 in seitlicher Ansicht von hinten;

3 die Gleitschiene gemäß 2 bei geöffnetem Deckel der Verriegelungseinrichtung;

4 die Gleitschiene gemäß 3 mit geöffnetem Deckel in vergrößerter perspektivischer Ansicht;

5 die Gleitschiene gemäß 4 im Querschnitt entlang der Schnittlinie I-I.

In 1 ist eine Gleitschiene 01 zur Verwendung in einem Dachliegefenster in seitlicher Ansicht von vorne dargestellt, wobei nur das eine Ende der Gleitschiene 01 gezeigt ist. Die Gleitschiene 01 weist eine Führungsnut 02 auf, in der ein nicht dargestellter Führungsbolzen des Dachliegefensters geführt werden kann. Die Gleitschiene 01 ist aus mit Glasfasern gefülltem Kunststoff, nämlich Polypropylen, hergestellt. Bei dem Fasermaterial handelt es sich um Langfasermaterial mit einer Faserlänge von 11 mm. Der Fasergehalt liegt im Bereich von ungefähr 30 Gew.-%.

Um den Führungsbolzen im Zusammenwirken mit am Rahmen des Dachliegefensters vorgesehenen Bauteilen in einer Putzstellung fixieren zu können, ist die Gleitschiene 01 mit einer Verriegelungseinrichtung 03 ausgestattet. Die Verriegelungseinrichtung 03 umfasst ein in Richtung des Bewegungspfeils 04 elastisch verschiebbar gelagertes Riegelelement 05, das in einem an der Gleitschiene 01 einstückig angeformten Gehäuse 06 führend aufgenommen ist.

2 zeigt die Gleitschiene 01 mit dem Gehäuse 06 der Verriegelungseinrichtung 03 in seitlicher Ansicht von hinten. Zu der in 2 dargestellten Seite ist das Gehäuse 06 offen und kann mit einem Deckel 07 verschlossen werden. Der Deckel 07 ist mit einem Filmscharnier 08 einstückig an den Grundkörper der Gleitschiene 01 angeformt und kann mit zwei Rastelementen 09 in seiner die Öffnung des Gehäuses 06 verschließenden Stellung fixiert werden.

3 zeigt die Gleitschiene 01 mit der Verriegelungseinrichtung 03 bei geöffnetem Deckel 07. Man erkennt, dass das Riegelelement 05 im Inneren des Gehäuses 06 axial verschiebbar gelagert ist, wobei das Riegelelement 05 mit einem Federelement 10 elastisch vorgespannt wird.

4 zeigt die geöffnete Verriegelungseinrichtung 03 in vergrößerter Ansicht. An den Seitenkanten des Filmscharniers 08 sind Stützelemente 11 vorgesehen, die durch eine leichte Materialverdickung des Filmscharniers in diesem Bereich realisiert sind. Durch die freien Enden 12 dieser Stützelemente 11 wird eine Vorzugsbiegelinie 13 definiert, um die sich das Filmscharnier 08 beim Umlegen des Deckels 07 als erstes verformt.

5 zeigt die Verriegelungseinrichtung 03 bei geöffnetem Deckel im Querschnitt entlang der Schnittlinie I-I. Das Filmscharnier 08 ist dabei stark vergrößert dargestellt, um die entsprechenden technischen Merkmale besser darstellen zu können. Das Filmscharnier 08 ist S-förmig gestaltet und weist an den Übergängen 14 und 15 zum Deckel 07 beziehungsweise zum Gehäuse 06 jeweils Materialschwächungen 16 auf. Durch diese Materialschwächungen 16 wird das im Kunststoff verteilte Fasermaterial beim Durchtritt während des Spritzgießvorgangs in Richtung des S-Bogens ausgerichtet, was zu einer verbesserten Stabilität des Filmscharniers 08 führt.

01
Gleitschiene
02
Führungsnut
03
Verriegelungseinrichtung
04
Bewegungspfeil
05
Riegelelement
06
Gehäuse
07
Deckel
08
Filmscharnier
09
Rastelement
10
Federelement
11
Stützelement
12
Freies Ende (Stützelement)
13
Vorzugsbiegelinie
14
Übergang
15
Übergang
16
Materialschwächung


Anspruch[de]
Gleitschiene (01) für ein Dachliegefenster mit zumindest einer Führungsnut (02), in der ein Führungselement, insbesondere ein Führungsbolzen, geführt werden kann, und mit zumindest einer Verriegelungseinrichtung (03), mit der der Bewegungsbereich des Führungselements begrenzt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitschiene (01) aus einem mit Fasermaterial gefüllten Kunststoff, insbesondere Polypropylen, hergestellt ist. Gleitschiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Fasermaterial Glasfasern vorgesehen sind. Gleitschiene nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Fasermaterial Langfasermaterial mit einer Faserlänge von 5 mm bis 15 mm, insbesondere mit einer Faserlänge von 11 mm, vorgesehen ist. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fasergehalt im Bereich von 20 Gew.-% bis 40 Gew.-%, insbesondere bei 30 Gew.-%, liegt. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (03) ein Riegelelement (05) aufweist, wobei das Riegelelement (05) in einem am Grundkörper der Gleitschiene (01) einstückig angeformten Gehäuse (06) beweglich gelagert ist, und wobei das Gehäuse (06) mit einem Deckel (07) verschlossen werden kann. Gleitschiene nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (07) einstückig an den Grundkörper der Gleitschiene (01) angeformt ist. Gleitschiene nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (07) mit zumindest einem Rastelement (09) in seiner das Gehäuse (07) verschließenden Stellung am Grundkörper der Gleitschiene (01) festlegbar ist. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (07) mit einem Filmscharnier (08) beweglich am Grundkörper der Gleitschiene (01) angelenkt ist. Gleitschiene nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Filmscharnier (08) eine Querschnittsdicke im Bereich von 0,3 mm bis 0,6 mm, insbesondere 0,45 mm, aufweist. Gleitschiene nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Filmscharnier (08) einen doppelbogenförmigen Querschnitt, insbesondere einen S-förmigen Querschnitt, aufweist. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Filmscharniers (08) am Übergang (15) zwischen Filmscharnier (08) und dem Grundkörper der Gleitschiene (01) und/oder am Übergang (14) zwischen Filmscharnier (08) und Deckel (07) jeweils eine Materialschwächung (16) aufweist. Gleitschiene nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Filmscharnier (08) im Bereich der Materialschwächung (16) eine um 0,1 mm geringere Querschnittsdicke aufweist. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Filmscharnier (08) im Bereich seiner Seitenkanten jeweils ein Stützelement (11) aufweist, wobei die Stützelemente (11) sich nur über einen Teil der Seitenkanten erstrecken und wobei durch die freien Enden (12) der Stützelemente (11) eine Vorzugsbiegelinie (13) des Filmscharniers (08) definiert wird. Gleitschiene nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorzugsbiegelinie (13) sich in unmittelbarer Nähe des Übergangs (15) zwischen Filmscharnier (08) und dem Grundkörper der Gleitschiene (01) erstreckt. Gleitschiene nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Anspritzpunkt der Gleitschiene (01) in der Nähe des Filmscharniers (08) angeordnet ist.






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