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Dokumentenidentifikation DE60304643T2 05.04.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001400398
Titel Vorrichtung und System zum Filtrieren der Schwingungen einer Passagierhalterung, und mit solchem System ausgestatteter Passagierhalterung.
Anmelder Airbus France, Toulouse, FR
Erfinder Chareyre, Philippe, 31270, CUGNAUX, FR
Vertreter Henkel, Feiler & Hänzel, 80333 München
DE-Aktenzeichen 60304643
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 17.09.2003
EP-Aktenzeichen 031034291
EP-Offenlegungsdatum 24.03.2004
EP date of grant 19.04.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.04.2007
IPC-Hauptklasse B60N 2/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B64D 11/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
GEBIET DER TECHNIK

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das technische Gebiet von Passagierhalterungen in einem Fahrzeug und insbesondere auf das Herausfiltern von Vibrationsbewegungen eines Fahrzeugsitzes.

Unter Fahrzeughalterung versteht man allgemein ein in einem Fahrzeug installierten Sitz, aber der Begriff Halterung erstreckt sich natürlich auch auf andere Möbelelemente für Passagiere wie z.B. ein Bett oder eine Bank.

Die Erfindung wird insbesondere für das Herausfiltern von Vibrationsbewegungen bei Luftfahrzeugsitzen angewandt, wobei die Vibrationsbewegungen durch die vom Rumpf des Luftfahrzeugs kommenden Vibrationen erzeugt werden und sich über den Boden auf die Sitze übertragen.

Es ist anzumerken, dass das Herausfiltern der von dem Boden kommenden Vibrationen darin besteht, die Vibrationsenergie auf die Ebene des Bodens zu beschränken, indem die Übertragung der Vibrationen auf die Passagierhalterungen begrenzt wird. Das Herausfiltern der Vibrationen unterscheidet sich also von der Dämpfung der Vibrationen.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Gelenkvorrichtung, die zwischen den Boden des Fahrzeugs und die Passagierhalterung eingefügt ist, und die die Bewegungen der Halterung, welche von dem Boden des Fahrzeugs übertragen werden, herausfiltert, indem der Halterung eine Bewegung längs einer vorbestimmten und gesteuerten Wegstrecke ermöglicht wird.

Sie bezieht sich auch auf ein System zum Herausfiltern von Bewegungen einer Passagierhalterung, die auf von dem Boden des Fahrzeugs herrührende Vibrationen zurückzuführen sind und auf die Passagierhalterung übertragen werden, das solche Gelenkvorrichtungen einsetzt.

Sie bezieht sich schließlich auf eine Passagierhalterung, die mit einem System gemäß der Erfindung ausgerüstet ist.

Es sei festgestellt, dass der Begriff "Passagier" hier eine "transportierte Person" bedeutet, und dass er sich nicht etwa implizit auf das Service-Personal des Fahrzeugs erstreckt.

STAND DER TECHNIK

Beim Transport von Passagieren in Fahrzeugen erzeugen die Änderungen der Wegstrecke des Fahrzeugs oder die von den Fahrzeugen überwundenen Hindernisse oder auch die Antriebsmittel Kräfte, die sich auf die Passagierhalterungen und in der Folge auf die Passagiere selbst übertragen.

Meistens versucht man, den Komfort der Passagiere zu verbessern, indem diese Kräfte oder ihre Auswirkungen verringert werden.

Beispielsweise erzeugt im Fall eines Transports durch einen Zug die rasche Durchfahrt durch Kurven insbesondere Zentrifugalkräfte und Lateralkräfte. Das Dokument DE 19 503 660 A1 beschreibt eine Vorrichtung, die zur Verbesserung des Komforts der Passagiere vorgesehen ist, indem sie die Auswirkungen der Zentrifugal- und Lateralkräfte reduziert und die induzierten lateralen Schwingungen dämpft. Diese Vorrichtung ist zwischen dem Boden des Fahrzeugs und die Sitzfläche des Sitzes eingefügt und ersetzt die Füße des Sitzes. Sie umfasst verschiedene Komponenten wie z.B. Lager, Kupplungsstangen, Positionierungs- und Dämpfungselemente, die eine oder mehrere kinematische Ketten mit vier in einer Transversalrichtung des Sitzes angeordneten Elementen bilden. Wenn sich diese Vorrichtung im Betrieb befindet, kann der Passagiersitz lateral um einen fiktiven, oberhalb seines Schwerkraftzentrums gelegenen Schwenkpunkt (D) schwenken/kippen.

Im Fall eines Transports durch ein Luftfahrzeug ist die Situation wesentlich anders. Ein Luftfahrzeug ist beim Flug verschiedenen Störungen ausgesetzt, welche die tragenden Flächen (Tragwerk, Seitenleitwerk, ...) und/oder die Triebwerkinstallationen erregen. Die von diesen Störungen erzeugten Vibrationen setzen sich bis zum Boden der Kabine des Luftfahrzeugs über den Rumpf und anschließend bis zu den Passagierhalterungen fort. Diese Vibrationen erzeugen bei den Passagieren physiologische Störungen wie Unwohlsein, Übelkeit, Unbequemlichkeit etc. ..., die sie besonders stören können.

Die Verwendung der in DE 19 503 660 beschriebenen Vorrichtung hätte die Wirkung, dass die auf die Passagierhalterung über den Boden übertragenen lateralen Vibrationen an der Stelle des fiktiven Punktes (D) gefühlt würden, d.h. auf Höhe des Kopfs des Passagiers, was vom Standpunkt des Komforts her nicht zufriedenstellend ist. Dieser Nachteil macht die Verwendung der in DE 19 503 660 beschriebenen Vorrichtung für den Fall des Transports von Passagieren in einem Luftfahrzeug ungeeignet.

ABRISS DER ERFINDUNG

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die oben genannten Nachteile der Vorrichtung nach dem Stand der Technik abzuschaffen.

Diese Aufgabe wird mittels einer Vorrichtung und einem System erfüllt, die geeignet sind, die vom Boden des Luftfahrzeugs kommenden Vibrationen zu filtern.

Das Herausfiltern der auf eine Passagierhalterung übertragenen Vibrationen wird durchgeführt, indem die Passagierhalterung auf eine Weise angetrieben wird, dass sie kleine Bewegungen längs einer vorbestimmten und gesteuerten Wegstrecke ausführt, wobei die Wegstrecke in einer Ebene enthalten ist.

Das erfindungsgemäße Filtersystem der Erfindung besteht aus mindestens einer Vorrichtung, die aus einer Gelenkkette gebildet ist, welche diese kleine Bewegung der Halterung längs einer planen Wegstrecke ermöglicht.

Im Fall eines Luftfahrzeugs ist festgestellt worden, dass die Bewegungen der Passagierhalterung, die durch die Vibrationen des Rumpfs hervorgerufen werden, hauptsächlich in einer Transversalebene stattfinden, die senkrecht zur Rumpfachse ist. Die Vorrichtung und das System gemäß der Erfindung sind geeignet, die Vibrationsbewegungen, die auf Passagierhalterungen übertragen werden, in einer bevorzugten Ebene herauszufiltern, die insbesondere eine Transversalebene sein kann.

Gemäß der Erfindung ist die Gelenkvorrichtung, die dazu vorgesehen ist, einen Teil eines Systems zum Herausfiltern der von dem Boden eines Fahrzeugs kommenden, auf die Passagierhalterung übertragenen Vibrationsbewegungen zu bilden, zwischen dem Boden und der Halterung installiert und umfasst die folgenden fünf Elemente:

  • – zwei mit dem Boden des Fahrzeugs einstückige Sockel,
  • – ein mit der Halterung verbundenes zentrales bewegliches Teil,
  • – zwei Verbindungsstangen, die jeweils mit einem Sockel und mit dem zentralen Teil gelenkig verbunden sind.

Diese fünf Elemente sind untereinander und mit der Halterung durch Verbindungen gelenkig verbunden, die um fünf Drehachsen rotieren, wobei die Drehachsen zueinander parallel sind, und zwar derart, dass die Drehachse sich zwischen dem zentralen beweglichen Teil und der Halterung in einer Translatationsbewegung längs einer gekrümmten Wegstrecke bewegt, die in einer Ebene enthalten ist, welche senkrecht zur Ebene des Bodens ist.

Eine solche Vorrichtung weist den Vorteil auf, einfach anzuwenden zu sein und dabei zuverlässig zu sein.

Die Gelenkvorrichtung kann derart installiert sein, dass die fünf Drehachsen senkrecht zu der longitudinalen Symmetrieebene des Fahrzeugs sind. In diesem Fall sind die zulässigen Bewegungen der Passagierhalterung in einer Längsebene des Fahrzeugs enthalten.

Die Gelenkvorrichtung kann auch derart installiert sein, dass die fünf Drehachsen parallel zu der von vorne nach hinten verlaufenden Ebene des Fahrzeugs sind. In diesem Fall sind die zulässigen Bewegungen der Passagierhalterung in einer Transversalebene des Fahrzeugs enthalten.

Wenn das Fahrzeug ein Luftfahrzeug ist, ist die Gelenkvorrichtung vorzugsweise in bezug auf den Boden des Luftfahrzeugs mit den in einer Longitudinalrichtung des Fahrzeugs ausgerichteten Drehachsen installiert, und zwar so, dass die Bewegungen der Passagierhalterung in einer Transversalebene herausgefiltert werden.

Vorzugsweise ist die Gelenkvorrichtung zwischen dem Boden und einem unteren Teil der Halterung installiert, wobei der untere Teil mit der Sitzfläche der Halterung einstückig ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der untere Teil der Halterung ein Halterungsfuß, beispielsweise ein Fuß eines Sitzes. In diesem Fall ist das System zum Herausfiltern der Bewegungen einer Passagierhalterung, die auf vom Boden des Fahrzeugs herrührende Vibrationen zurückzuführen sind und die auf die Passagierhalterung übertragen werden, aus mindestens einer Gelenkvorrichtung wie der oben erwähnten gebildet, wobei jede Vorrichtung zwischen dem Boden des Fahrzeugs und einem der Füße bzw. Schenkel der Halterung eingefügt ist. So umfasst das System, wenn die Halterung nur mit einem Fuß ausgestattet ist, nur eine einzige Vorrichtung. Aus Stabilitätsgründen wird bevorzugt, dass die Halterung mit mindestens drei Füßen ausgestattet ist. In diesem Fall umfasst das System mindestens drei Vorrichtungen. Auf analoge Weise umfasst das System, wenn die Halterung mit vier Füßen ausgestattet ist, vier Vorrichtung, etc. ...

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der untere Teil der Halterung, der mit der Sitzfläche der Halterung verbunden ist, eine Platte, die so angeordnet ist, dass sie im wesentlichen parallel zum Boden ist und an den Füßen bzw. Schenkeln der Halterung befestigt ist. In diesem Fall ist jede das System bildende Filtervorrichtung zwischen dem Boden des Fahrzeugs und die Platte eingefügt. Diese Anordnung weist den Vorteil auf, ein übermäßiges Anheben der Halterung zu vermeiden, wenn sie mit einem erfindungsgemäßen System ausgestattet ist. Insbesondere ist es hierbei möglich, die Füße bzw. Schenkel der Halterung zu verkürzen oder sogar wegfallen zu lassen.

Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Filtervorrichtung und des Systems besteht in der Tatsache, dass die Wirksamkeit des Filtersystems unabhängig von der Masse ist, die es trägt, d.h. von der Masse des Sitzes, gegebenenfalls mit der Masse eines Passagiers.

Optional ist die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße System mit mindestens einem Blockier- oder Verriegelungsmittel oder -mechanismus ausgestattet. Wenn der Blockier- oder Verriegelungsmechanismus aktiviert wird, werden die Filtervorrichtung bzw. das Filtersystem außer Aktion gesetzt. Wenn hingegen das Blockier- oder Verriegelungsmittel bzw. der Mechanismus nicht aktiviert ist, filtert die Filtervorrichtung bzw. das Filtersystem die vom Boden des Fahrzeugs kommenden und auf die Passagierhalterung, das der Filtervorrichtung des Filtersystems zugeordnet ist, übertragenen Vibrationsbewegungen heraus.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Die Erfindung ist aus der folgenden detaillierten Beschreibung von bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung besser verständlich, die anhand von nicht-einschränkenden Beispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen gegeben werden, in denen zeigen:

1 eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung gemäß der Erfindung, die unter einem Halterungsfuß installiert ist,

2 ein Funktionsschema, welches den Bewegungsablauf der Vorrichtung der 1 in der Bewegungsebene darstellt,

3 eine Seitenansicht einer Anwendung des Systems der Erfindung, mit dem eine Passagierhalterung ausgestattet ist, und

4 eine zur 3 analoge Ansicht für eine weitere Anwendung des Systems der Erfindung, mit der eine Passagierhalterung ausgestattet ist.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

Gemäß 1 ist die Vorrichtung 10 zwischen dem Boden 12 des Fahrzeugs und einem unteren, mit einer Halterung (in 1 nicht dargestellt) des Fahrzeugs einstückigen bzw. fest verbundenen Teil 14 installiert. Die Vorrichtung 10 umfaßt:

  • – zwei am Boden 12 des Fahrzeugs befestigte Sockel 20,
  • – ein zentrales Teil 22 in umgekehrter "T"-Form, das am unteren Teil 14 angelenkt ist,
  • – zwei Verbindungsstangen 24, die jeweils mit einem der Sockel 20 einerseits und mit dem zentralen Teil 22 andererseits gelenkig verbunden sind.

Bevorzugterweise sind die Verbindungsstangen 24 Doppel-Kurbelstangen.

In dem in 1 dargestellten Beispiel ist der untere Teil 14 der Halterung des Fahrzeugs ein Halterungsfuß bzw. -schenkel, der in unterbrochenen Linien dargestellt ist. An der Unterseite des Fußes 14 ist ein Gabelgelenk 141 befestigt, das ein Zwischen-Anpassungsstück bildet, welches eine Drehachse 32 für dessen Anlenkung an dem freien Ende des Teils aufnimmt, der den Longitudinalbarren 221 des "T" des zentralen Teils 22 bildet.

Jede Doppelkurbelstange 24 ist über eines ihrer Enden an einem der feststehenden Sockel 20 angelenkt. Die Gelenkverbindung wird durch eine Drehung um eine Drehachse 34, die ebenfalls feststehend ist, realisiert.

Jede Doppel-Kurbelstange 24 ist auch an dem anderen Ende mit einem der Enden des den Transversalbarren "T" des zentralen Teils 22 bildenden Abschnitts 223 gelenkig verbunden. Jede dieser zwei Gelenkverbindungen wird durch eine Drehung um eine Drehachse 36, die beweglich ist, realisiert.

Die Vorrichtung 10 ist so konfiguriert, dass die Drehachsen 32, 34, 36 untereinander parallel sind und zur Ebene des Bodens 2 parallel sind.

Die Doppelkurbelstangen 24, der Longitudinalbarren 221 des "T" und der Transversalbarren 223 des "T" weisen eine geeignete Dicke auf, um die Drehachsen 32, 36 über ein Mittel zu tragen bzw. zu lagern, welches eine Drehbewegung ermöglicht, wie z.B. ein Kugellager, ein Wälzlager oder ein elastischer Drehzapfen. Gemäß einer Variante ist das Mittel, welches eine Drehbewegung gestattet, mit einem externen Dämpfungsmittel ausgestattet. Die Drehachsen 34 sind ebenfalls in den Sockeln 20 über Mittel gelagert, welche eine Drehbewegung gestatten, und können mit einem externen Dämpfungsmittel ausgestattet sein.

Die Doppelkurbelstangen 24, der Longitudinalbarren 221 des "T" und der Transversalbarren 223 des "T" bilden so Segmente einer Bewegungskette, deren Gesamtbewegung in einer Ebene (Y, Z) enthalten ist, die gleichzeitig zu der Ebene (X, Y) des Bodens 12 und zu den Drehachsen 32, 34, 36 der Vorrichtung 10 senkrecht ist.

Die Kinematik der Vorrichtung 10 ist auf schematische Weise in 2 dargestellt.

In 2 sowie in den folgenden 3 und 4 sind die Achsen eines Bezugskoordinatensystems (X, Y, Z) dargestellt, das auf folgende Weise definiert ist:

  • – die Ebene (X, Y) ist die Ebene des Bodens 12,
  • – die Richtung (Z) ist senkrecht zur Ebene des Bodens 12,
  • – die Richtung (X) ist die den Achsen 32, 34, 36 der Vorrichtung 10 gemeinsame Richtung.

Diese Figur zeigt in der Ebene (Y, Z) der Verschiebungen die erlaubten Drehbewegungen der verschiedenen Segmente 221, 223, 24 um die verschiedenen Drehachsen 32, 34, 36. Sie zeigt auch die sich ergebende Wegstrecke 160 von einem Punkt A der gemeinsamen Drehachse 32 des zentralen Teils 22 und des Fußes 14.

Die Verschiebungen bzw. Bewegungen der Segmente 221, 223, 24 erfolgen zwischen einer Ruheposition oder Gleichgewichtsposition, in unterbrochenen Linien dargestellt, und einer verschobenen bzw. versetzten Position, die in durchgezogenen Linien dargestellt ist.

Zum leichteren Verständnis sind die Sockel 20 strichpunktiert dargestellt, und die Bezugsziffern sind nur für die Verschiebeposition (durchgezogenen Linien) der Vorrichtung 10 angegeben.

Jede der Drehachsen 34 eines Endes jeder Doppel-Kurbelstange 24 ist in bezug auf einen Sockel 20 feststehend, da sie einstückig mit dem entsprechenden, selbst feststehenden Sockel 20 ist. Infolgedessen verschiebt sich die Drehachse 36 des anderen Endes der Doppelkurbelstange 24 in einer Kreisbahn 150.

Das zentrale Teil 22 in "T"-Form ist beweglich. Seine Bewegung wird von den Kreisbahnen 150 der Drehachsen 36 vorgeschrieben, die jeweils an den Enden des Transversalbarrens 223 des "T" gelegen sind.

Bei der Verschiebung des zentralen Teils 22 durchläuft jeder Punkt A der Drehachse 32 des Endes des Longitudinalbarrens 121 des "T" eine gekrümmte Wegstrecke 160, die in einer Ebene (Y, Z) enthalten ist, welche senkrecht zur Ebene (X, Z) des Bodens 12 ist.

Es ist möglich, diese gekrümmte Wegstrecke der Drehachse 32 zu steuern und sie zu modifizieren, indem der Abstand zwischen den beiden feststehenden Drehachsen 34 der feststehenden Sockel 22 modifiziert wird, und/oder der Abstand zwischen jeder dieser feststehenden Drehachsen 34 und der Ebene des Bodens 12, und/oder indem die Länge der Segmente 24, 221, 223 modifiziert wird.

Gemäß der Ausführungsform der Vorrichtung 10, wie sie in den 1 und 2 dargestellt ist, befinden sich die feststehenden Drehachsen 34 jeweils in gleichem Abstand von der Ebene des Bodens 12, und die Doppel-Kurbelstangen 24 weisen den gleichen Abstand zwischen ihren beiden Drehachsen 34, 36 auf, so dass in der Ruhe- oder Gleichgewichtsstellung der Vorrichtung 10 der Transversalbarren 223 des "T" des zentralen Teils 22 parallel zu der Ebene des Bodens 2 ist.

Wiederum gemäß der Ausführungsform der Vorrichtung 10, wie sie in den 1 und 2 dargestellt ist, ist der Abstand zwischen den feststehenden Drehachsen 34 kleiner als die Summe der Längen der beiden Doppelkurbelstangen 24 und des Transversalbarrens 223 des "T" des zentralen Teils 22. Auf diese Weise bleibt im Verlauf der Verschiebung bzw. Bewegung des zentralen Teils 22 der Transversalbarren 223 des "T" zwischen der Ebene des Bodens und einer Ebene gelegen, die durch die beiden feststehenden Achsen 34 verläuft. Bei dieser bevorzugten Konfiguration sind die Konvexitäten der Wegstrecken 150 und 160 zur Seite des Bodens 2 hin gerichtet, und der untere Teil 14 der Halterung kehrt zu der stabilen Ruhe- bzw. Gleichgewichtsstellung unter der Wirkung der Schwerkraft zurück, wenn keine andere Kraft auf ihn ausgeübt wird.

Die Sitzfläche der Halterung und infolgedessen die Halterung selbst werden in einer Gesamtbewegung mit dem unteren Teil 14 mitgeführt.

Im folgenden wird das erfindungsgemäße Filterungssystem und zwei Varianten der Konfiguration dieses Systems zwischen dem Boden 2 des Fahrzeugs und der Sitzfläche der Halterung unter Bezugnahme auf die 3 und 4 beschrieben.

Das System 100 gemäß der Erfindung umfasst mindestens eine Gelenkvorrichtung 10 der vorher beschriebenen Art, die zwischen dem Boden 12 des Fahrzeugs und einem unteren Teil 14, 40, 18 der Halterung 19 installiert ist. Der untere Teil kann vorteilhafterweise ein Fuß bzw. Schenkel 14 der Halterung oder eine gemeinsame Zwischenplatte 40 (die später beschrieben wird) sein, oder auch die Sitzfläche 18 der Halterung 19.

Wenn das System 100 nur eine einzige Vorrichtung 10 umfaßt, ist es notwendig, dieses System durch zusätzliche Anschlagmittel zu vervollständigen, um die Bewegungen des unteren Teils der Halterung zu begrenzen.

Deshalb wird bevorzugt, dass erfindungsgemäß das System mindestens drei Vorrichtungen 10 umfaßt, wie sie vorher beschrieben wurden. Eine solche Konfiguration stimmt mit den üblichen Stabilitätsanforderungen der Halterung überein, die zu diesem Zweck mit mindestens drei Füßen und meistens mit vier Füßen ausgestattet ist.

In 3 ist ein System 100 zum Herausfiltern von Bewegungen einer Halterung 19 eines Fahrzeugs dargestellt, die auf vom Boden 12 des Fahrzeugs kommende und auf die Halterung übertragene Vibrationen zurückzuführen sind, wobei das System mit einer Halterung 19 eines Fahrzeugs mit einer Sitzfläche 18 und vier starr mit der Sitzfläche 18 verbundenen Füßen ausgestattet ist. Die Halterung 19 ist in Seitenansicht dargestellt, so dass nur zwei Füße 14 und zwei Vorrichtungen 10 dargestellt sind.

Jede Vorrichtung 10 des Systems 100 ist unter dem entsprechenden Fuß 14 der Halterung 19 derart installiert, dass die Drehachsen der Vorrichtungen 10 so ausgerichtet sind, dass sie alle untereinander parallel und senkrecht zu der Richtung sind, in der sich die Bewegung, die von dem Filtersystem herausgefiltert werden muß, ausbreitet, sind.

Wenn das Fahrzeug ein Luftfahrzeug ist, wird also bevorzugt, dass die Drehachsen der Vorrichtungen 10 parallel zu der Vorwärtsbewegungsrichtung des Fahrzeugs ausgerichtet sind. Gemäß der gültigen Übereinkunft bei Achsen auf dem Gebiet von Luftfahrzeugen ist die Richtung X die Vorwärtsbewegungsrichtung des Fahrzeugs, und die Richtung Y ist eine Transversalrichtung. Infolgedessen bewegt sich die Halterung 19 in einer Gesamt-Translationsbewegung längs einer gekrümmten Wegstrecke, die in einer Transversalebene des Fahrzeugs enthalten ist.

Jede Vorrichtung 10 ist also in Seitenansicht in 3 auf vereinfachte Weise durch einen Sockel 20 und eine Einheit 80, welche die beweglichen Segmente 24, 221, 223 sowie ein Gabelgelenk 141 für die Anpassung der Vorrichtung 10 an den Fuß 14 aufweist, dargestellt. Das Gabelgelenk 141 kann vorteilhafterweise dasjenige Gabelgelenk sein, das eine gewöhnliche Befestigung des Fußes der Halterung 19 am Boden ermöglicht, wenn die Halterung 19 ein Sitz ist und nicht mit der Vorrichtung oder dem System gemäß der Erfindung ausgestattet ist.

Diese Konfiguration des Systems 100 weist den Vorteil auf, dass die bereits bestehenden Fahrzeugsitze nicht modifiziert werden müssen, um sie mit der Vorrichtung oder dem System gemäß der Erfindung auszurüsten.

Diese Konfiguration des Systems 100 weist jedoch den Nachteil auf, dass die Halterung 19 zu sehr angehoben wird. Um diesen Nachteil zu beseitigen, wird eine Variante der Konfiguration des Systems vorgeschlagen. Sie ist in 4 dargestellt, die nur hinsichtlich ihrer Unterschiede zu 3 beschrieben wird.

Gemäß dieser Variante umfasst das System 100 außer den Vorrichtungen 10 eine gemeinsame Zwischenplatte 40, die fest an den Füßen 14 der Halterung 19 über Befestigungsmittel 143 befestigt ist. Sie ist auf einer Zwischenhöhe zwischen der Sitzfläche 18 der Halterung 19 und der Ebene des Bodens 12 installiert und befindet sich vorzugsweise parallel zu der Ebene des Bodens 12 angeordnet.

Gemäß dieser Variante sind die Vorrichtung 10 zwischen dem Boden 12 und die Zwischenplatte 40, welche den unteren, mit der Sitzfläche 18 der Halterung 19 einstückigen Teil bildet, eingefügt. Die Verbindung zwischen der gemeinsamen Zwischenplatte 40 und jeder Vorrichtung 10 ist eine Drehgelenkverbindung. Diese Drehgelenkverbindung wird mittels einer der dem Longitudinalbarren 221 des "T" und des zentralen Teils 22 und einem Gabelgelenkstück 141 gemeinsamen Drehachse realisiert. Gemäß einer in 4 nicht dargestellten Variante ist die Drehachse 32 direkt in die Platte 40 eingearbeitet, beispielsweise auf analoge Weise zu den Achsen 34 in den Sockeln 20.

Weitere mögliche Varianten der Konfiguration des Systems sind in den Figuren nicht dargestellt.

Es kann eine Variante in Betracht kommen, bei der die gemeinsame Zwischenplatte 40 nicht an den Füßen 14 der Halterung befestigt ist, sondern direkt an der Sitzfläche 18 der Halterung 19. In diesem Fall ist es sogar möglich, die Füße der Halterung zu verkürzen oder wegfallen zu lassen, indem Mittel vorgesehen werden, damit sich die Sitzfläche 18 der Halterung 19 auf einer Normhöhe des Bodens 12 befindet.

Es kann eine weitere Variante in Betracht kommen, bei der der untere Teil der Halterung die Sitzfläche 18 der Halterung selbst ist. In diesem Fall ist das Vorhandensein einer Zwischenplatte 40 nicht mehr nötig. Das Vorhandensein der Füße 14 ist ebenfalls nicht mehr nötig. Auch hier müssen Mittel vorgesehen werden, um eine ausreichende Höhe zwischen der Sitzfläche 18 der Halterung 19 und dem Boden 12 sicherzustellen.

Die Vorrichtung und das System der Erfindung wurden soeben in einer Anwendung beschrieben, die sich auf Passagierhalterungen eines Fahrzeugs bezieht. Sie sind besonders geeignet für das Herausfiltern von Vibrationen, welche die Sitze eines Luftfahrzeugs betreffen.

Sie können auch auf andere Anwendungen ausgeweitet werden, die sich auf andere Mobiliar-Elemente für den Passagier erstrecken, wie z.B. ein Bett oder eine Bank oder eine Plattform, oder auf irgendeine Halterung, die zur Aufnahme eines oder mehrerer Passagiers/Passagiere bestimmt ist, und dessen Komfort unter den Vibrationszuständen verbessert werden soll, die von diesen Passagieren erfahren werden, ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten.


Anspruch[de]
Gelenkvorrichtung (10), die Teil eines Systems (100) zum Herausfiltern der von dem Boden (12) eines Fahrzeugs kommenden und auf eine Passagierhalterung (19) übertragenen Vibrationsbewegungen bildet, und zwischen dem Boden (12) und der Halterung (19) installiert ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie die folgenden fünf Elemente umfasst:

– zwei mit dem Boden (12) des Fahrzeugs einstückige Sockel (20),

– ein mit der Halterung (19) verbundenes zentrales bewegliches Teil (22),

– zwei Verbindungsstangen (24), die jeweils mit einem der Sockel (20) und mit dem zentralen Teil (22) gelenkig verbunden sind,

und dadurch, dass diese fünf Elemente (20, 22, 24) untereinander und mit der Halterung (19) über Drehverbindungen um fünf zueinander parallele Drehachsen (34, 36, 32) derart gelenkig verbunden sind, dass sich die Drehachse (32) zwischen dem zentralen beweglichen Teil (22) und der Halterung (19) in Translationsbewegung längs einer gekrümmten Wegstrecke (160) bewegt, die in einer Ebene (YZ) enthalten ist, welche zur Ebene des Bodens (12) senkrecht ist.
Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (22) eine umgekehrte "T"-Form aufweist und die fünf Elemente (20, 22, 24) untereinander und mit der Halterung (19) auf folgende Weise verbunden sind:

– jede Verbindungsstange (24) ist über eines der Enden mit einem der beiden Sockel (20) verbunden und kann sich um eine Achse (34) des Sockels (20) drehen,

– jede Verbindungsstange (24) ist über das andere ihrer Enden mit einem der Enden des Querholms (223) des "T" des zentralen Teils (22) verbunden, wobei die Verbindungsstange (24) und das zentrale Teil (22) sich in Bezug aufeinander um eine gemeinsame Achse (36) drehen können,

– das freie Ende des Longitudinalholms (221) des "T" des zentralen Teils (22) mit der Halterung (19) verbunden ist, wobei sich das zentrale Teil (22) und die Halterung (19) in Bezug aufeinander um eine gemeinsame Achse (32) drehen können.
Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Drehachsen (32, 34, 26) rotationsmäßig mittels Wälzlagern gelagert ist. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Drehachsen (32, 34, 36) rotationsmäßig mittels Achslagern gelagert ist. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Drehachsen (32, 34, 36) rotationsmäßig mittels elastischer Drehzapfen gelagert ist. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie unter der Halterung (19) derart angeordnet ist, dass die Drehachsen (32, 34, 36) zur Vorwärtsbewegungsrichtung des Fahrzeugs parallel sind. System (100) zum Filtern von Bewegungen einer Passagierhalterung (19) eines Fahrzeugs infolge von Vibrationen, die vom Boden (12) des Fahrzeugs herrühren und auf die Halterung (19) übertragen werden, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens drei Vorrichtungen (10) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 umfasst. System (100) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtungen (10) in einer Konfiguration installiert sind, in der alle Drehachsen (32, 34, 36) der Vorrichtungen (10) parallel zueinander sind. System (100) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtungen (10) in einer Konfiguration installiert sind, in der alle Drehachsen (32, 34, 36) der Vorrichtungen (10) zu der Ebene (XY) des Bodens (12) des Fahrzeugs parallel sind. System (100) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass jede Vorrichtung (10) zwischen dem Boden (12) und einem unteren Abschnitt (14, 40) der Halterung (19), die mit dem Auflager (18) der Halterung (19) einstückig ist, gelenkig verbunden ist. System (100) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jede Vorrichtung (10) zwischen dem Boden (12) und einem der Füße bzw. Schenkel (14) der Halterung (19) gelenkig verbunden ist, und dass die Anzahl von Vorrichtungen (10), die es umfasst, gleich der Anzahl von Füßen (14) der Halterung (19), auf der sie installiert ist, gewählt ist. System (100) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (22) jeder Vorrichtung (19) mit einem Gabelgelenk (141) gelenkig verbunden ist, das mit dem entsprechenden Fuß bzw. Schenkel (14) der Halterung (19) einstückig ist. System (100) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass jede Vorrichtung (10) zwischen dem Boden (12) und einer gemeinsamen Zwischenplatte (40), die mit dem Auflager (18) der Halterung (19) einstückig und zwischen dem Boden (12) des Fahrzeugs und dem Auflager (18) der Halterung (19) angeordnet ist, gelenkig verbunden ist, wobei die Platte (40) rotationsmäßig mit dem zentralen Teil 22 jeder Vorrichtung (10) gelenkig verbunden ist. System (100) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Zwischenplatte (40) an den Füßen (14) der Halterung (19) befestigt ist. System (100) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Zwischenplatte (40) an dem Auflager (18) der Halterung (19) befestigt ist. System (100) nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das zentrale Teil (22) jeder Vorrichtung (10) mit einem mit der Platte (40) einstückigen Gabelgelenk (141) gelenkig verbunden ist. System (100) nach einem der Ansprüche 7 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass es an einem Sitz (19) eines Luftfahrzeugs angebracht ist. Fahrzeugsitz (19), dadurch gekennzeichnet, dass er mit einem Filtersystem gemäß einem der Ansprüche 7 bis 16 ausgestattet ist. Fahrzeugsitz (19) nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass er ein Luftfahrzeugsitz ist.






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