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Dokumentenidentifikation DE102005047656A1 12.04.2007
Titel Verbundscheibe mit eiem integrierten Halteelement
Anmelder SAINT-GOBAIN SEKURIT Deutschland GmbH & Co. KG, 52066 Aachen, DE
Erfinder Mäuser, Helmut, 52134 Herzogenrath, DE;
Mercks, Horst, 52068 Aachen, DE
DE-Anmeldedatum 05.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047656
Offenlegungstag 12.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.04.2007
IPC-Hauptklasse C03C 27/12(2006.01)A, F, I, 20051005, B, H, DE
Zusammenfassung In einer Verbundscheibe (1) mit mindestens einer starren Scheibe (2) und einer mit dieser flächig-adhäsiv verbundenen Klebeschicht (3), mit der eine Schutz- und/oder Funktionsfolie (4) auf die starre Scheibe (2) aufkaschiert ist, wobei die Schutzfolie (4) gegenüber einem äußeren Rand der starren Scheibe wenigstens in bestimmten Abschnitten (E) zurückspringt, sowie mit mindestens einem am Rand der starren Scheibe (2) im Bereich des oder der Rücksprünge der Schutzfolie (4) angeordneten Halteelement (5), hat das Halteelement (5) erfindungsgemäß eine annähernd, vorzugsweise jedoch höchstens der Dicke der Klebeschicht (3) am Rand der Schutzfolie entsprechende Dicke und ist zumindest in definierten Abschnitten von der Schutzfolie (4) überdeckt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Verbundscheibe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.

Unter Verbundscheibe werden hier mehrschichtige Aufbauten aus mindestens einer starren Scheibe und einer mit dieser flächig-adhäsiv verbundenen Klebeschicht oder -folie verstanden. Die im Allgemeinen durchsichtige oder lichtdurchlässige starre Scheibe kann aus Glas oder aus Kunststoff bestehen. Es können auch noch weitere starre Scheiben mittels Klebeschichten oder -folien mit der starren Scheibe verbunden werden, wobei in ein und derselben Verbundscheibe auch starre Scheiben aus Glas und Kunststoff vereint sein können.

Es sind bereits viele Ausführungsformen solcher Verbundscheiben bekannt. Sie haben als grundsätzliches gemeinsames Ziel eine hohe Sicherheit ihrer Befestigung in der jeweiligen Fensteröffnung. Dies gilt nicht nur für normale Fensterscheiben in Fahrzeugen und Gebäuden, sondern auch für Panzerglasscheiben für Sonderschutzzwecke, die immer häufiger verwendet werden.

In der Regel sieht man Halteelemente vor, die am äußeren Rand der starren Scheiben vorgesehen sind und das freie Sichtfeld der Scheibe möglichst wenig beschränken. Die Halteelemente können als diskrete Bauteile, als Streifen oder auch als umlaufende Rahmen ausgeführt werden, wobei im letzteren Fall die höchste Sicherheit erreicht wird und zudem eine kontinuierliche Überdeckung eines zwischen der Außenkante der Verbundscheibe und dem Rahmen gebildeten Spaltes geschaffen wird.

Es gibt auch verschiedenste Bauformen von Verbundscheiben mit integrierten Halteelementen, die in die Ebene einer Klebeschicht zwischen zwei starren Scheiben eingebettet sind und über den äußeren Rand der starren Scheiben hervorstehen.

Oft sind diese Halteelemente als an die Verbundscheibe durch Extrudieren oder Anspritzen angeformte oder aufgeklebte Profilstränge oder -abschnitte ausgeführt. Sie können ihrerseits weitere Befestigungselemente für die Scheibe enthalten.

In manchen Anwendungsfällen werden auf Glasscheiben mechanisch wenig belastbare Funktionsschichten oder Funktionselemente (Wärmedämmschichten, Leuchtschichten, Solarzellen) aufgebracht, die gegen Berührung und gegen Kratzer geschützt werden müssen. Hierzu kann man beispielsweise mit hoch transparenten Klebeschichten eine ebenfalls transparente Schutzfolie auf die zu schützenden Oberflächen aufkaschieren.

In noch anderen Anwendungsfällen kann die (Schutz-) Folie selbst Träger funktioneller Schichten sein, oder jedenfalls einen Teil eines solchen ggf. mehrlagigen Trägers bilden. Einer solchen auflaminierten oder aufkaschierten Folie wird die Splitterbindungsfunktion zusätzlich zu ihrer optischen, elektrischen und/oder wärmedämmenden Funktion noch hinzugegeben. Beispiele für Folien mit funktionellen Schichten sind: Beleuchtung (LED, OLED, Elektrolumineszenz, ...), die Transmission ändernde Schichten auf einem Foliensubstrat (Elektrochrom, Thermochrom, Photochrom, ...) oder Schichten mit schaltbarer Lichttransmission (Flüssigkristall-Elemente-LCD, Produkte des Priva-Lite©-Typs (www.privalite.com), Suspended Particle Devices (SPD), ...) sowie Folien mit infrarote Strahlen reflektierenden Schichten.

Solche Schutzfolien sind auch in Ausführungen als sogenannte Splitterschutzfolien bekannt oder können als solche verwendet werden. Sie werden insbesondere in Fahrzeugen auf der Fläche einer Fensterscheibe angebracht, die dem Fahrgastraum zugewandt ist. Ziel dieser Folien ist es, bei einem eventuellen Bruch der Scheibe das Eindringen von Splittern in den Fahrgastraum, sowie auch den direkten Kontakt von Personen mit durch den Bruch entstandenen scharfen Kanten zu verhindern.

Kunststoff-Folien der vorstehend genannten Arten werden in aller Regel mit einer kratzfesten Beschichtung (z. B. aus Polysiloxan) versehen, um ihrer Oberfläche langzeitig eine hohe optische Qualität zu erhalten.

Für Fahrzeuge werden insbesondere an sich monolithische Dachglasscheiben mit solchen Schutzfolien ausgestattet, da Verbundscheiben mit zwei starren Scheiben und Klebeschicht im Dachbereich nicht immer verwendet werden können. Abgesehen davon sind die konventionellen Verbundscheiben dicker, schwerer und auch aufwändiger herzustellen.

Ein bekanntes Beispiel für Schutzfolien ist das kommerziell verfügbare Laminatsystem der Firma DUPONT mit dem Produktnamen „Spallshield". Es besteht z. B. aus einer thermoplastischen Klebefolie (Polyvinylbutyral – PVB) der Dicke 0.76mm und einer kratzfest beschichteten Folie aus PET (Polyethylenterephthalat). Die Klebefolie wird unmittelbar auf eine Fläche der starren Scheibe aufkaschiert und hält damit die PET-Folie als eigentlichen Splitterschutz flächig-adhäsiv an der Scheibenfläche.

Soll eine solche Scheibe mit einer Karosserie direkt verklebt werden oder mit einem anhaftenden Kunststoffprofil (Randdichtung, Montageprofil) ausgestattet werden, so kann allerdings die besagte Kratzfestbeschichtung zu Haftungsproblemen führen.

DE 103 55 896 A1 beschreibt eine Verbundscheibe mit einer auf Glas aufkaschierten und randseitig rückgeschnittenen Folie, bei der zur Verbesserung der Haftung eines Montageklebers auf der Glasoberfläche letztere im Randbereich nur teilweise mit der Folie beschichtet ist.

DE 102 06 717 A1 beschreibt ebenfalls eine einschlägige Verbundscheibe mit Schutzfolie, bei der die letztere selbst als mechanisches zusätzliches Halteelement ausgebildet ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Verbundscheibe mit erhöhter Montagesicherheit zu schaffen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die Merkmale der Unteransprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen dieser Erfindung an.

Mit einem Halteelement, das in inniger form- und stoffschlüssiger Verbindung unter dem Rand der Schutzfolie angeordnet ist und anderseitig frei liegt, wird eine Sicherungsfunktion für den Schadenfall geschaffen. Das Halteelement bildet selbst bei einer Zerstörung der (vorgespannten) Glasscheibe zusammen mit der Schutzfolie eine Randanbindung und Auffangebene, mit der jedenfalls die fest mit ihm verbundene Schutzfolie und damit die an ihr haftenden Glasscherben sicher an einer Rahmen- oder Unterkonstruktion gehalten werden. Zugleich bildet das Halteelement eine zusätzliche flächige Sicherung und Auffangebene gegen das Herabfallen von Glasscherben am Rand der Schutzfolie vorbei, vor allem wenn die Verbundscheibe in einem Dach- oder Deckenbereich eingebaut ist.

Zugleich bildet das Halteelement eine feste und verlässliche Basis für Befestigungselemente, die an der Verbundscheibe selbst angebracht werden müssen. Durch seine geringe Dicke trägt es nicht stark oder nicht auf, so dass die Schutzfolie auch in ihrem Randbereich praktisch parallel zu der Scheibenfläche verläuft. Durch weitere Maßnahmen kann auch die optische Wahrnehmung des Halteelements durch die Folie und/oder die Glasscheibe hindurch reduziert werden. Insgesamt werden optische Beeinträchtigungen (im Reflexionsbild und in der Durchsicht) aufgrund des integrierten Halteelementes weitestgehend vermieden oder vermeidbar.

Selbstverständlich kann das Halteelement aus einer Mehrzahl von Elementen bestehen, die aneinander liegend oder auch mit definierten Abständen zueinander angeordnet sein können. Es ist in jedem Fall aus einem Material zu fertigen, das eine innige mechanische Verbindung mit dem Material der Klebeschicht und/oder weiteren Klebematerialien und insbesondere mit einem oder mehreren am Rand der Verbundscheibe vorzusehenden Befestigungselementen ermöglicht. Dies kann z. B. ein Gewebe oder ein Gestrick sein.

Zum Einbringen des Halteelements unter den Randbereich der Schutzfolie kann man die Klebeschicht mit entsprechenden Aussparungen versehen, die während des Herstellens des Verbundes zwischen der Schutzfolie und der Glasscheibe mit Klebstoff aufgefüllt werden. Ist das Halteelement jedoch flach genug und hat ein hinreichendes Aufnahmevermögen, so kann man auch ohne eine solche Aussparung der Klebeschicht arbeiten und so das Halteelement in der vorhandenen Klebeschicht praktisch einbetten.

Als Befestigungselemente werden vorzugsweise, jedoch nicht ausschließlich, Profilstränge aus Kunststoff vorgeschlagen, die an den Rand der Verbundscheibe direkt angeformt (durch Anspritzen oder Extrudieren) oder angeklebt (bei vorgefertigten Profilabschnitten) sein können. Selbstverständlich können aber an sich auch mechanisch durch Klemmen angebrachte Befestigungselemente von dem Halteelement profitieren.

Wenn die Schutzfolie zugleich als Funktionsträger für Beschichtungen oder Funktionselemente der vorstehend erwähnten Art dient, so ist die Verbundscheibe natürlich mit elektrischen Außenanschlüssen für elektrisch steuerbare oder schaltbare Funktionselemente auszustatten, damit diese an eine Stromquelle oder eine Schalt- oder Steuereinrichtung angeschlossen werden können.

Mit dieser Ausgestaltung wird eine Alternative zu den ebenfalls bekannten Verbundscheiben aus mindestens zwei starren Scheiben und Klebeschicht geschaffen, die deren Bruchsicherheit mindestens erreicht.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstands der Erfindung gehen aus der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels und deren sich im folgenden anschließender eingehender Beschreibung hervor.

Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstäblicher Darstellung

1 eine schematische perspektivische Teilansicht einer Verbundscheibe gemäß der Erfindung;

2 eine Draufsicht auf einen Randbereich der Verbundscheibe nach 1;

3 eine weitere Draufsicht entsprechend 2 nach einem weiteren Produktionsschritt;

4 eine Schnittansicht einer ersten Ausführungsvariante der Verbundscheibe;

5 eine Schnittansicht einer zweiten Ausführungsvariante;

6 eine Schnittansicht einer dritten Ausführungsvariante;

7 eine Schnittansicht einer vierten Ausführungsvariante.

Gemäß 1 umfasst eine hier perspektivisch im Ausschnitt gezeigte Verbundscheibe 1 eine starre Glasscheibe 2, auf der flächig eine Klebeschicht 3 haftet. Mit letzterer ist eine Schutzfolie 4 ebenfalls flächig haftend auf die Glasscheibe 2 aufkaschiert, so dass die Schutzfolie 4 eine außen liegende Fläche der Verbundscheibe 1 bildet.

Es sei angemerkt, dass die Verbundscheibe 1 hier zwar als ebenes Produkt gezeigt und beschrieben wird, dass aber auch zylindrisch oder leicht sphärisch gebogene Scheiben in gleicher Weise ausgestattet und ausgeführt werden können. In allen Figuren sind nur Ausschnitte aus der Verbundscheibe 1 gezeigt, da im Rahmen der vorliegenden Erfindung nur deren Randbereich von erfindungsgemäßen Maßnahmen betroffen ist.

Die gezeigten Randabschnitte sind zwar repräsentativ für den gesamten Außenumfang der Verbundscheibe. Dies schließt aber nicht aus, dass es anders als gezeigt ausgestaltete Abschnitte des Randbereichs geben kann, ohne den erfindungsgemäßen Rahmen zu verlassen.

Die Schutzfolie 4 und die Klebeschicht 3 können als Vorlaminat, beispielsweise in Form des bereits erwähnten DuPont-Produkts, konfektioniert werden. Es kann sich dabei um eine PET- oder PVC-Folie (TEDLAR) von wenigen Zehntel Millimetern Dicke und eine PVB-Folie mit den für die üblichen Dicken von 0,38 oder 0,76 mm Dicke handeln. Selbstverständlich können auch andere hinreichend lichtdurchlässige Klebeschichten (z. B. aus Polyurethan oder Ethylenvinylacetat EVA) und andere reißfeste Schutz- und/oder Funktionsfolien verwendet werden.

Wenn die Glasscheibe 2 aus vorgespanntem Glas besteht, das bei einer Verletzung der Druckspannungszone in eine Vielzahl von stumpfkantigen Bruchstücken zerspringt, hält im Bruchfall die Schutzfolie nebst Klebeschicht diese Bruchstücke noch weiterhin zusammen. Es kommt aber für die flächige Integrität einer solchen als Fensterscheibe oder Dachscheibe verwendbaren Scheibe entscheidend darauf an, dass mindestens die Schutz- und/oder Funktionsfolie selbst mit hoher Festigkeit an einer Rahmenkonstruktion, einem Montageflansch oder dgl. gehalten wird. Hierauf zielt die Erfindung insbesondere ab.

Am in 1 rechts sichtbaren Außenrand der Verbundscheibe 1 lässt die Schutzfolie 4 einen Randstreifen E frei. Sie kann zu diesem Zweck beim Zuschnitt kleiner als die Fläche der Glasscheibe 2 ausgeschnitten, nach dem Aufkaschieren gegenüber deren Außenrand zurückgeschnitten oder anderweitig entfernt werden. In der Regel wird der Randstreifen E sich über den gesamten Außenumfang der Verbundscheibe 1 erstrecken. Es ist aber auch möglich, nur auf bestimmten Abschnitten, z. B. in Scheibenecken und/oder an bestimmten Stellen der Seitenkanten, solche Randstreifen freizulassen.

Fahrzeugscheiben sind im Bereich des Randstreifens E in der Regel mit einer opaken (meist gedruckten und eingebrannten, auch Schwarzdruck genannten) Farbschicht bedeckt, die hier nicht gezeigt ist (vgl. jedoch 2 ff.). Die Breite dieses Farbauftrags kann je nach späterer Einbauumgebung sehr stark variieren; dasselbe gilt grundsätzlich auch für die Breite des Randstreifens E selbst bzw. des entsprechenden Rückschnittes oder Rücksprungs der Kante der Schutzfolie 4 gegenüber der Glasscheiben-Außenkante.

Den Randstreifen E überdeckt ein als Halteelement dienendes Band 5 aus einem Gewebematerial, beispielsweise aus Glasfasermatte, Hochleistungsfasern, usw. Dasselbe Band 5 erstreckt sich auch um einen gewissen Betrag (einige Millimeter bis Zentimeter) sandwichartig unter die Schutzfolie 4, so dass parallel zum Randstreifen ein Überdeckungsbereich zwischen der Schutzfolie 4 und dem Band 5 gebildet ist. Obwohl die Schutzfolie 4 an sich optisch transparent ist, erkennt man das Halteelement oder Band 5 in dem Überdeckungsbereich nicht oder nur schwach.

Das Band 5 bildet also ein von der Schutzfolie 4 teilweise überdecktes Verstärkungs- und Halteelement, das durch einen geeigneten Behandlungsprozess adhäsiv und innig mit der Glasscheibe 2, der Klebeschicht 3 und der Schutzfolie 4 verbunden ist. Insgesamt wird eine hochfeste mechanische Verbindung zwischen dem Band 5 einerseits und der Scheibe 1 sowie der Schutzfolie 4 erreicht. Bevorzugt wird das Band 5 eine netzartige Struktur haben, mit Freiräumen, die hinreichend groß sind, um eine innige Durchdringung des Bandes mit flüssigen oder viskosen Klebstoffen sicherzustellen.

Die Bezeichnung „Band" schließt aber andere Möglichkeiten nicht aus, solche erfindungsgemäß gestaltete und in die Verbundscheibe integrierte flache Halteelemente zu bilden. Es könnten beispielsweise auch diskrete Abschnitte vorgesehen werden, die unmittelbar nebeneinander oder auch mit vorgegebenen gegenseitigen Abständen entlang dem Rand der Verbundscheibe 1 angeordnet werden. Wenn im Weiteren nur von Band die Rede ist, werden solche austauschbaren Optionen damit in keiner Weise ausgeschlossen. Wesentlich ist dabei, dass das Material des Bandes oder sonstigen Halteelements mit der Klebeschicht 3 und mit der Oberfläche der Glasscheibe bzw. mit der Unterseite der Schutzfolie 4 eine hochfeste Klebeverbindung eingehen kann bzw. durch Klebstoffe sicher daran festlegbar ist. Es wäre beispielweise auch möglich, gelochte Streifen aus einem festen Material hier einzubringen bzw. teilweise unter die Schutzfolie zu verlegen.

Die Befestigung des Bandes 5 selbst kann auf mehrere unterschiedliche Arten erfolgen. Man kann z. B. das Band mit einem zusätzlichen Kleber beschichten und es vor dem Auflegen der Klebeschicht 3 nebst Splitterschutzfolie 4 auf die Scheibe 2 vorläufig fixieren. Eine solche Lösung bietet sich insbesondere dann an, wenn das Band selbst nicht sehr dick ist oder sich flach drücken lässt.

Alternativ ist eine thermische Fixierung des Gewebes auf einer PVB-Basis oder auch eine lösemittelbasierte Fixierung möglich. Man kann ferner während des Aufschmelzens der thermoplastischen Klebeschicht 3 mit geeigneten Mitteln (z. B. gezielte Vakuumeinwirkung) erreichen, dass diese das Band gleichermaßen flutet und sich nach dem Verfestigen mit diesem kraft- und formschlüssig hochfest verbindet.

Der Randstreifen E wird jedenfalls genutzt, um unabhängig von der Schutzfolie 4 und deren – in der Zeichnung nicht sichtbarer – Kratzschutzbeschichtung Befestigungsmittel zuverlässig mit der Glasscheibenfläche verbinden zu können. Durch den Rückschnitt der Splitterschutzfolie 4 in diesem Randbereich wird vermieden, dass die Kratzfest-Beschichtung der Splitterschutzfolie 4 die Haftung von Montageklebern, Randprofilen oder dgl. beeinträchtigt.

Mithilfe der Befestigungsmittel wird die Verbundscheibe 1 mit dem Rahmen einer Fensteröffnung verbunden. Das Band 5 dient dabei als Basis für die adhäsive Befestigung solcher Befestigungsmittel (Profilstränge oder -abschnitte, Beschläge, Laschen etc.).

2 und 3 zeigen eine Gegenüberstellung zweier Stadien der Herstellung von Verbundscheiben gemäß der Erfindung. Man erkennt in diesen Draufsichten deutlich den Rücksprung E der Schutzfolie 4 gegenüber der (hier unten gezeichneten) Außenkante der Glasscheibe 2.

Die Schutzfolie 4 ist in ihrem äußeren Randbereich halbtransparent dargestellt, um so die Anordnung des relativ grobmaschigen Bandes 5 und des hier deutlich erkennbaren opaken Farbstreifens 6 unterhalb der Folie 4 zu verdeutlichen. Der Farbstreifen 6 überdeckt den Randstreifen E. Seine Breite entspricht vorzugsweise der Breite des Bandes 5, so dass dieses von außen (von der Rückseite durch die Glasscheibe 2 hindurch) nicht sichtbar ist. Der hauptsächlich optischen Zwecken (Kaschierung, Abdeckung gegen Licht- und insbesondere UV-Strahlen) dienende Farbstreifen kann grundsätzlich auf einer der beiden Flächenseiten der Glasscheibe 2, also innen oder außen, oder auf beiden Flächenseiten angeordnet sein.

Im Einbauzustand in einem Fahrzeug liegt die Schutzfolie zum Fahrgastraum hin, die Glasfläche ist nach außen exponiert.

Man erkennt deutlich die Teilüberdeckung des Bandes 5 durch den Rand der Schutzfolie 4. Das Band 5 erstreckt sich entlang der Außenkante der Glasscheibe 2. Es kann grundsätzlich bündig mit der besagten Kante verlaufen, oder ebenfalls gegenüber ihr zurückspringen (jedoch weniger weit als die Schutzfolie 4), oder – je nach Befestigungsumgebung – auch über die Außenkante herausragen.

In dem Stadium gemäß 3 ist ein Abschnitt eines Befestigungsmittels 7 (hier in Gestalt eines auf der Scheibenoberfläche im Randstreifen 3 haftenden Profilstrangs) hinzugefügt worden. Erkennbar überdeckt dieses Befestigungsmittel 7 das Band 5 in dem von der Schutzfolie 4 freigelassenen Randstreifen E. Es stößt unmittelbar an die Kante der Schutzfolie 4. Es ist innig adhäsiv sowohl mit dem Band 5 selbst als auch unter Durchdringung des Bandes mit der Oberfläche der Glasscheibe 2 bzw. mit dem darauf befindlichen Schwarzdruck 6 verbunden.

Während man in 3 und 4 zur Verdeutlichung der Überdeckung von Schutzfolie 4 und Halteelement oder Band 5 das letztere durch die Schutzfolie 4 hindurch sehen kann, ist es auch möglich, die Schutzfolie selbst in diesem Randbereich undurchsichtig oder jedenfalls weniger durchsichtig zu machen. Dies kann beispielsweise durch bereichsweises Eintönen oder Färben des Folienmaterials selbst, oder auch Aufbringen eines opaken Farbstreifens geschehen.

4 zeigt einen Querschnitt durch den Randbereich der Verbundscheibe 1 entlang der Linie IV-IV in 3. Man erkennt hier noch besser, dass das Befestigungsmittel 7 mit dem Band 5 im Bereich des Randstreifens E innig verbunden ist und ebenso breit ist wie der Randstreifen E selbst. Ebenso erkennt man deutlich, dass die Schutzfolie 4 in ihrem Randbereich das Band 5 überdeckt, wobei letzteres im Wesentlichen direkt auf der Oberseite der Glasscheibe 2 bzw. des (hier auf der Innen- oder Folienseite der Verbundscheibe aufgedruckten) Farbstreifens 6 aufliegt.

Der Farbstreifen 6 verdeckt diesen Bereich gegen Einsicht durch die Glasscheibe 2 hindurch. Er ist geringfügig breiter als das Band 5. Er schützt ferner den Bereich der Adhäsion des Befestigungsmittels 7 vor UV-Strahlung, welche erfahrungsgemäß zur Versprödung und Ablösung des Kunststoffmaterials führen kann.

In einer in 5 gezeigten Variante überdeckt das Befestigungsmittel 7 bei ansonsten gegenüber 4 unveränderter Konfiguration hauptsächlich aus optischen Gründen auch die Kante der Schutzfolie 4 in geringem Maß (Millimeterbereich). Es ist also in dieser Variante etwas breiter als der eigentliche Randbereich E, bzw. als der Rücksprung des Außenrandes der Schutzfolie 4 gegenüber der Außenkante der Glasscheibe 2.

Es versteht sich, dass das Befestigungsmittel seinerseits nicht bündig mit der Außenkante der Glasscheibe 2 abschließen muss, sondern über diese hinausragen und ggf. auch an der Stirnkante der Glasscheibe anliegen kann (Kantenschutz- und/oder Spaltabdeckungsfunktion). Je nach konstruktiver Auslegung kann ein solches Befestigungsmittel auch noch die Außenfläche der Glasscheibe 2 um ein kurzes Stück überdecken, so dass der gesamte Rand der Glasscheibe 2 in dem Befestigungsmittel 7 eingebettet ist.

In der in 6 gezeigten Variante wurde das Band 5 zumindest in dem Bereich der Überdeckung mit der Schutzfolie 4 mit einer dünnen Klebeschicht 3' unterlegt, die also zwischen dem Farbstreifen 6 und dem Band 5 angeordnet ist. Die beiden Klebeschichten 3 und 3' fassen das Halteelement 5 im Bereich dessen Überdeckung mit der Schutzfolie 4 zwischen sich ein. Damit kann eine noch bessere Anhaftung und Verbindung zwischen dem Band 5 und der Schutzfolie 4 geschaffen werden. Auch die Haftung des Befestigungselements 7 kann damit noch weiter verbessert werden. Es ist allerdings ein geringfügig höherer Fertigungsaufwand zu betreiben.

Nicht dargestellt sind Optionen zur Festlegung des Bandes 5 auf der Oberfläche des Farbstreifens 6 bzw. der Glasscheibe 2 in dem Bereich E. Auch hier kann man eine vorläufige oder endgültige Klebefixierung des Bandes 5 oder analoger Halteelemente vorsehen, wenn man sich nicht allein auf die Fähigkeit des Materials des Befestigungselements 7 verlassen will, das Bandmaterial zu durchdringen und seinerseits direkt auf dem Farbstreifen 6 oder dem Glasmaterial zu haften. Generell kann man in allen Ausführungen den Farbstreifen 6 bzw. – sollte dieser nicht vorgesehen sein – den Randbereich E der Glasscheibe 2 mit einem Haftvermittler/Primer versehen, der die Haftung zwischen einem Kleber und dem Untergrund langzeitig sicherstellt.

Während in den bislang erörterten Figuren das Band 5 als flächig aufliegende Komponente gezeigt und ausgeführt ist, ist es in der in 7 gezeigten Variante mit einer zusätzlichen Schlaufe oder Falte 5P ausgeführt. Diese befindet sich außerhalb der von der Schutzfolie 4 überdeckten Fläche, also im Randstreifen E.

Im Falle einer Schädigung der vorgespannten Glasscheibe 2 werden bekanntlich vorübergehend Ausdehnungskräfte in der Ebene der Scheibe frei. Die Scheibe „wächst" geringfügig über ihre ursprüngliche Außenkontur hinaus. Der damit einhergehenden relativen Ausdehnung kann konstruktiv mit der Falte 5P begegnet werden, da diese ein Nachgeben oder Dehnen des Bandes 5 in sich ermöglicht und eine Art Fangzone bildet, welche in geringem Maß eine Nachgiebigkeit des Bandes auch senkrecht zur Scheibenebene ermöglicht. Das Band 5 bzw. seine schon vorstehend erwähnten funktionalen Äquivalente bilden damit eine Art Sicherheitsnetz oder Fangebene für die beschädigte Glasscheibe. Vorteilhaft erscheint eine Anordnung der Falte 5P in dem Fugenbereich zwischen dem Rand der Schutzfolie 4 und dem zugewandten Rand des Befestigungselements 7, so dass die Falte 5P sich im Bruchfall entfalten kann, ohne durch Klebemasse bzw. durch das Befestigungselement 7 daran gehindert zu sein.

Abweichend von der Darstellung in 7 kann die Falte 5P auch flachgedrückt sein. Hierzu können die zwei Faltungslagen unterhalb des Befestigungselements 7 auf der Grundlage des auf der Scheibe 2 aufliegenden Teils Bandes 5 aufliegen. In diesem Fall ist darauf zu achten, dass für das Befestigungselement 7 noch eine hinreichend breite Haftungsbasis auf dem nicht gefalteten Teil des Bandes 5 verbleibt. Auch in diesem Fall wird sich die Falte 5P bei einer hohen Belastung (Bruch der Glasscheibe 2) partiell strecken und damit ihre aufgabengemäße Dehn- und Haltefunktion wahrnehmen.


Anspruch[de]
Verbundscheibe (1) mit mindestens einer starren Scheibe (2) und einer mit dieser flächig-adhäsiv verbundenen Klebeschicht (3), mit der eine Schutzfolie (4) auf die starre Scheibe (2) aufkaschiert ist, wobei die Schutzfolie (4) gegenüber einem äußeren Rand der starren Scheibe wenigstens in bestimmten Abschnitten (E) zurückspringt, sowie mit mindestens einem am Rand der starren Scheibe (2) im Bereich des oder der Rücksprünge der Schutzfolie (4) angeordneten Halteelement (5), dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (5) eine annähernd, vorzugsweise jedoch höchstens der Dicke der Klebeschicht (3) am Rand der Schutzfolie entsprechende Dicke hat und zumindest in definierten Abschnitten von der Schutzfolie (4) teilweise überdeckt ist. Verbundscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Halteelement (5) bandartig um den gesamten Umfang der Verbundscheibe (1) erstreckt und überall auf einem Teil seiner Breite von der Schutzfolie (4) überdeckt ist. Verbundscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement aus mehreren ursprünglich losen Abschnitten zusammengesetzt ist, die eng aneinander liegend oder mit definierten Abständen im Randbereich der Verbundscheibe (1) angeordnet und befestigt sind. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement aus einem eine Durchdringung mit einem fließfähigen oder viskosen Klebermaterial ermöglichenden Material besteht. Verbundscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (5) aus einem mit Ausnehmungen oder Durchbrüchen oder mit einer Oberflächenrauhigkeit versehenen Material oder aus einem Gewebe- oder Gestrickmaterial besteht. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeschicht (3) wenigstens lokal gegenüber dem Außenrand der Schutzfolie (4) unter Bildung eines Überstandes zurückspringt, und dass das Halteelement (5) wenigstens im Bereich dieses freigelegten Überstandes mit der Verbundscheibe (1) fest verbunden ist. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (5) in dem Bereich der Überdeckung mit der Schutzfolie (4) zwischen zwei Klebeschichten (3, 3') eingefasst ist. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Basis eines von der Schutzfolie nicht überdeckten Flächenbereichs des Halteelementes (5) ein Befestigungselement (7) angeordnet und unter Verbindung mit dem Halteelement (5) an der Verbundscheibe (1) befestigt ist. Verbundscheibe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (7) ein Profilstrang aus Kunststoff ist, der an den Rand der Verbundscheibe (1) direkt angeformt oder angeklebt ist. Verbundscheibe nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (7) den rückspringenden Rand der Schutzfolie (4) überdeckt. Verbundscheibe nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungselement (7) sich über den von der Schutzfolie freigelassenen Randstreifen (E) und über die Außenkante der Scheibe (2) nach außen hinaus erstreckt. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (5) mindestens eine Schlaufe oder Falte (5P) als Dehnoption aufweist. Verbundscheibe nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Falte (5P) in dem Bereich zwischen dem Rand der Schutzfolie und einem auf dem Randstreifen angebrachten Befestigungselement (7) angeordnet ist. Verbundscheibe nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Falte (5P) unter einem Abschnitt des auf dem Randstreifen angebrachten Befestigungselement (7) angeordnet ist. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (5) und ein auf dessen Basis mit der Scheibe fest verbundenes Befestigungselement die Scheibe als geschlossener Rahmen umfassen. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Glasscheibe im Bereich der Auflage des Halteelements (5) zur optischen Kaschierung eine verringerte Durchsichtigkeit aufweist, insbesondere mit einem opaken Farbstreifen bedeckt ist. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzfolie (4) im Bereich der Überdeckung mit dem Halteelement (5) zur optischen Kaschierung eine verringerte Durchsichtigkeit aufweist, insbesondere mit einem opaken Farbstreifen bedeckt ist. Verbundscheibe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzfolie (4) zugleich einen Träger oder einen Teil eines mehrlagigen Trägers für Funktionsschichten bildet. Verbundscheibe nach Anspruch 18 mit Außenanschlüssen zum Verbinden von elektrischen Funktionselementen mit einer Stromquelle und/oder Steuereinrichtung.






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