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Dokumentenidentifikation DE102004009614B4 19.04.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Ansteuern eines kapazitiven Stellglieds
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Augesky, Christian Georg, Dr., 93055 Regensburg, DE
DE-Anmeldedatum 27.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004009614
Offenlegungstag 22.09.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2007
IPC-Hauptklasse H02N 2/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F02D 41/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ansteuern eines piezoelektrischen Stellglieds, insbesondere eines piezoelektrischen Aktors für ein Einspritzventil einer Brennkraftmaschine.

Beim Ansteuern kapazitiver Stellglieder, d. h. beim Auf- und/oder Entladen kapazitiver Stellglieder, werden an die Ansteuerelektronik des Stellglieds erhebliche Anforderungen gestellt. So müssen dabei Spannungen im Bereich von mehreren 100 V und kurzzeitige Ströme zum Laden und Entladen von mehr als 10 A bereitgestellt werden. Die Ansteuerung erfolgt meist in Bruchteilen von Millisekunden. Gleichzeitig sollte während dieser Ansteuerphasen der Strom und die Spannung dem Stellglied kontrolliert zugeführt werden.

Eine Ausführungsform eines kapazitiven Stellglieds stellt ein piezoelektrischer Aktor dar, wie er zur Betätigung eines Einspritzventils Verwendung findet. Ein solches Einspritzventil wird in Brennkraftmaschinen zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum eingesetzt. Hier werden sehr hohe Anforderungen an ein exaktes und reproduzierbares Öffnen und Schließen der Ventile und damit auch an die Ansteuerung des Aktors gestellt. Um zukünftige Abgasemissionsgrenzwerte einhalten zu können, erhöht sich die Anzahl der Kraftstoffeinspritzung pro Verbrennungstakt. Dadurch werden die Einspritzzeiten und somit auch die Ansteuerzeiten für den piezoelektrischen Aktor immer kürzer, was zusätzliche Anforderungen an die Ansteuerelektronik des Aktors stellt.

Bei einer bekannten Schaltungsanordnung (DE 199 44 733 A1) wird ein piezoelektrischer Aktor von einem Ladekondensator über einen Transformator geladen. Hierzu wird ein auf der Primärseite des Transformators angeordneter Ladeschalter mit einem pulsweitenmodulierten Steuersignal angesteuert. Der Lade- und auch der Entladeschalter sind dort als steuerbare Halbleiterschalter ausgeführt. Dem piezoelektrischen Aktor werden zum Laden oder Entladen vorgegebene Energiepakete zugeführt bzw. entnommen.

Werden Energiepakete benötigt, die kleiner als die vorgegebenen Energiepakete sind, so benötigt die bekannte Schaltungsanordnung zur zeitlichen Mittelung der dem piezoelektrischen Aktor zugeführten und wieder entnommenen Energie ein stark wirksames Ausgangsfilter. Weiter werden hier identische Lade- und Entladeströme vorausgesetzt, sofern die Steuerkennlinie des Aktors keine Unstetigkeitsstellen aufweisen soll.

Weiter ist eine Ansteuereinheit für ein kapazitives Stellglied bekannt (DE 199 52 950 A1), bei der ein kapazitives Stellglied von einer als Fly-Back-Konverter mit einem Transformator ausgebildeten Endstufe angesteuert wird. Dort ist eine Lade- und Entladevorrichtung vorgesehen, die einen Schalttransistor aufweist, der mit einem pulsweiten modulierten Signal in einen leitenden Zustand geschaltet wird. Das Tastverhältnis des pulsweiten modellierten Signals wird so bestimmt, dass der Transistor so lange leitend bleibt, bis ein am Transistor gemessener Stromwert einem variablen Referenzstromwert entspricht.

Bei einer weiteren bekannten Schaltungsanordnung (DE 101 51 421 A1) wird eine Schaltvorrichtung ausgeschaltet, sobald der Aufladestrom des piezoelektrischen Stellglieds einen festen Wert einer Strombegrenzung erreicht hat.

Bei einer weiteren bekannten Schaltungsanordnung zum Steuern eines kapazitiven Stellglieds (DE 101 14 421 A1) wird das kapazitive Stellglied mit einem auf einen konstanten mittleren Wert geregelten Steuerstrom so lange geladen beziehungsweise entladen, bis am Stellglied eine vorgegebene Spannung anliegt.

Darüber hinaus ist eine Vorrichtung zum Laden und Entladen eines kapazitiven Stellglieds bekannt (DE 198 14 594 A1), bei der der Lade- beziehungsweise Entladevorgang bereits eine gewisse Zeit vor dem Erreichen einer gewünschten Spannung am kapazitiven Stellglied beendet wird.

Ferner ist eine Vorrichtung zum Ansteuern eines kapazitiven Stellglieds bekannt (DE 199 21 456 A1), bei der Überschwingen und Prellen eines Hochdruckeinspritzventils, das ein kapazitiven Stellglied aufweist, vermieden wird. Dort wird das Stellglied zunächst nur über einen Teilhub mit einer maximalen ersten Steigung umgeladen und nach einer Pause mit einer anderen Steigung bis zum Erreichen des endgültigen Hubs geladen.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ansteuern eines kapazitiven Stellglieds zu schaffen, die sich durch eine hohe Auflösung und Reproduzierbarkeit auszeichnen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Stellglied in zumindest drei Schritten mit jeweils einer vorgegebenen Zeitdauer aufgeladen. Während jeder dieser zumindest drei Zeitdauern fließt beim Aufladen des Stellglieds ein Strom in das Stellglied.

Während der ersten Zeitdauer wird eine Amplitude des Stroms von einem vorgegebenen Minimum auf ein vorgegebenes Maximum erhöht. Während der zweiten Zeitdauer wird die Amplitude des Stroms in etwa konstant gehalten. Schließlich wird während der dritten Zeitdauer die Amplitude des Stroms von einem vorgegebenen maximalen Strom auf einen ebenfalls vorgegebenen Endwert reduziert.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist eine Steuervorrichtung und eine Endstufe auf, wobei die Endstufe über ein Steuersignal der Steuervorrichtung angesteuert wird. Die Steuervorrichtung stellt für eine erste vorgegebene Zeitdauer ein Steuersignal zur Verfügung, das während dieser ersten Zeitdauer von einem vorgegebenen Minimum auf ein vorgegebenes Maximum ansteigt. Für eine zweite vorgegebene Zeitdauer, die auf die erste Zeitdauer folgt, stellt die Steuervorrichtung ein weitestgehend konstantes Steuersignal zur Verfügung. Für eine dritte vorgegebene Zeitdauer stellt die Steuervorrichtung ein Steuersignal zur Verfügung, das sich über die dritte vorgegebene Zeitdauer von dem vorgegebenen Maximum auf einen vorgegebenen Endwert verringert.

Entsprechende Annahmen gelten auch für das Entladen eines Stellglieds. Hierbei wird während der ersten Zeitdauer ebenfalls die maximale Amplitude des Stroms von einem Minimum auf ein Maximum erhöht. Während der zweiten Zeitdauer wird die Amplitude konstant gehalten und während der dritten Zeitdauer wird die Amplitude des Stroms von einem Maximum auf einen ebenfalls vorgegebenen Endwert erniedrigt. Hierbei ist der Entladestrom so gerichtet, dass sich die im Aktor gespeicherte Energie verringert.

Durch die erfindungsgemäße Ansteuerung des Stellglieds wird ein weicher Anfangs- und Endverlauf der dem Stellglied zugeführten elektrischen Ladung erreicht. Da beispielsweise bei einem piezoelektrischen Stellglied die diesem zugeführte Ladung proportional zu dessen Wegänderung und Kraftänderung ist, wird durch eine langsame Änderung der Ladung über der Zeit im Anfangs- und Endverlaufs des Aufladens oder Entladens ein Überschwingen des Stellglieds verhindert. Hierdurch werden störende mechanische oder akustische Effekte reduziert.

Eine Steuerung des Lade- oder Entladestroms ist ausschließlich für die Zeitdauer des Ladens oder Entladens erforderlich.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

In einer ersten bevorzugten Ausführungsform ist ein Einstellen der dem Stellglied zugeführten Ladung ohne eine Änderung der gesamten Ladezeitdauer möglich. Hier werden lediglich die Steigungen in der ersten und in der dritten Zeitdauer des Ladens bzw. Entladens verändert. Durch eine Anpassung der Steigung lässt sich die Linearität der Ansteuerung beeinflussen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die dem Stellglied zugeführte Ladungsmenge durch eine Änderung der zweiten Zeitdauer variiert. Auf diese Weise kann trotz einer Quantisierung, wie sie beispielsweise durch eine getaktete Endstufe hervorgerufen wird, das Stellglied linear gesteuert werden. Die erste und/oder dritte Zeitdauer bleibt hierbei unverändert, wodurch die Abschaltrampe nur zeitlich verschoben wird und das Abschaltverhalten gleich bleibt.

So lässt sich ein weiter linearer Steuerbereich erzielen. Hierbei sind Änderungen von 10 bis 100 % in Bezug auf die Energie oder 20 bis 100 % in Bezug auf die Zeit möglich. Ein Linearitätsfehler kleiner 0,5 % ist so realisierbar. Unterschiedliche Lade- und Entladeströme haben keinen Einfluss auf die Linearität des Steuerverfahrens.

In einer bevorzugten Ausführungsform hat das der Endstufe zugeführte Steuersignal einen vorbestimmten Ausgangsstrom zur Folge. Das Steuersignal lässt sich durch eine analoge oder eine digitale Schaltung erzeugen. Unabhängig von der Ansteuerung der Endstufe selbst ist so die Form des dem Stellglied zugeführten Stroms einstellbar.

Vorteilhafterweise entspricht die maximale Amplitude des Stroms während der zweiten Zeitdauer und das Maximum der dritten Zeitdauer in etwa dem vorgegebenen Maximum der ersten Zeitdauer.

In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel entspricht die Einhüllende der maximalen Amplituden über die drei vorgegebenen Zeitdauern in etwa der Form eines Trapezes.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Lade- und/oder Entladestrom um einen intermittierenden Strom, der beispielsweise durch eine getaktete Strom- oder Spannungsquelle zur Verfügung gestellt wird.

Weiter kann der Strom aus einer Folge von Pulsen zusammengesetzt werden, deren maximale Amplitude jeweils auf einem für diese Zeitdauer vorgegebenen Punkt der Hüllkurve liegt.

In bevorzugter Weise eignen sich für diese Pulse Dreieckspulse.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das Stellglied nicht lückend angesteuert, d. h. die Amplitude des Stroms steigt nach Erreichen eines vorgegebenen Minimums wieder ohne Pause an.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die schematischen Zeichnungen weiter beschrieben. Es zeigen:

1 ein Ausführungsbeispiel eines Verlaufs des einem Stellglied zugeführten Stroms und der daraus resultierenden Ladung des Stellglieds über der Zeit,

2 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines dem Stellglied zugeführten Stromverlaufs,

3 ein Blockschaltbild einer Vorrichtung zum Ansteuern eines kapazitiven Stellglieds,

4a ein erstes Ausführungsbeispiel einer Steuereinheit, und

4b ein zweites Ausführungsbeispiel einer Steuereinheit.

Die 1 und 2 zeigen den Verlauf eines einem Stellglied zugeführten Stroms I. In 1 ist zusätzlich die durch den Strom I in das Stellglied eingespeicherte Ladungsmenge Q als Funktion der Zeit t aufgetragen.

Bei dem Stellglied handelt es sich hier um ein kapazitives, insbesondere ein piezoelektrisches Stellglied P, wie es zum Betätigen eines Einspritzventils verwendet wird. Solche Einspritzventile finden beispielsweise bei Brennkraftmaschinen Anwendung.

Der obere Teil der 1 zeigt den Verlauf des dem Stellglied zugeführten Stroms I. Hierbei schließen sich dreieckförmige Strompulse PU mit einer Pulsdauer Tp einander an. Die maximalen Amplituden Î1 bis În folgen hierbei einer Steuerkurve k.

Der Verlauf der Steuerkurve k entspricht hier einem Trapez. Während einer ersten Zeitdauer T1 steigen die maximalen Amplituden În des Stroms I von einem vorgegebenen Minimum ÎminT1, hier 0, auf ein vorgegebenes Maximum ÎmaxT1 an. Dieses Maximum ÎmaxT1 wird aufgrund einer gewünschten Ladung Q des Stellglieds P am Ende der Ladephase (T1+T2+T3) aus einem vorgegebenen Kennlinienfeld gewählt. Das Kennlinienfeld kann beispielsweise die Zuordnung verschiedener Parameter der Brennkraftmaschine, wie z.B. Drehzahl und/oder Last zur benötigten Kraftstoffmenge und somit zur gewünschten Ladung Q enthalten. Dieses Kennlinienfeld kann beispielsweise experimentell oder auch rechnerisch ermittelt werden. Die Wegänderung &Dgr;d am Stellglied P entspricht hierbei der dem Stellglied P zugeführten Ladung Q. Für die Ladung Q gilt Q = ∫I(dt).

Im unteren Teil der 1 ist der zeitliche Verlauf der im Stellglied P eingespeicherten Ladung Q über der Zeit t aufgetragen. Während der ersten Zeitdauer T1 steigt die im Stellglied P gespeicherte Ladungsmenge Q proportional zu t2 an.

Während einer zweiten Zeitdauer T2 bleibt die maximale Amplitude der Strompulse PU konstant. Es folgen hier Strompulse PU mit einer maximalen Amplitude ÎT2 und einer Pulsbreite Tp direkt aufeinander. Hier entspricht ÎT2 in etwa dem maximalen Strom ÎmaxT1 der Zeitdauer T1. Während dieser Zeitdauer T2 steigt die dem Stellglied P zugeführte Ladungsmenge Q proportional mit Zeit t an.

Im letzten Abschnitt T3 reduziert sich die Amplitude În der Strompulse PU von einem vorgegebenen Maximum ÎmaxT3 bis auf einen ebenfalls vorgegebenen Endwert ÎminT3, hier 0. Hier entspricht ÎmaxT3 in etwa der maximalen Amplitude ÎmaxT1, die in der Zeitdauer T1 auftritt. Die dem Stellglied P zugeführte Ladungsmenge Q verhält sich während dieser Zeitdauer T3 proportional zu (t3 – t)2.

Die Zeitdauern T1 und T3 werden hier so gewählt, dass hinreichend viele Pulse PU in T1 oder T3 vorhanden sind. Dementsprechend wird eine Schaltfrequenz gewählt.

Vorzugsweise sollten etwa 5 bis 10 Pulse innerhalb der ansteigenden bzw. abfallenden Flanke der Kurve verlaufen. Dementsprechend muss die Schaltfrequenz ft einer das Stellglied ansteuernden Endstufe E ausgewählt werden. Durch die geeignete Wahl der Pulsbreite Tp wird eine ausreichende Mittelung der durch die Pulsbreite Tp hervorgerufenen Quantisierung ermöglicht und die Ladungsmenge über der gesamten Ladezeit T1+T2+T3 linear gesteuert.

Die Pulsbreite Tp kann während der Zeitdauer T1, T2 und T3 des Ansteuerns konstant bleiben.

Um eine lineare Steuerung der Wegänderung &Dgr;d am Stellglied P zu Erreichen, wird die dem Stellglied zugeführte Ladungsmenge hauptsächlich durch eine Änderung der zweiten Zeitdauer T2 erreicht. Hierbei wird die abfallende Rampe, die die Hüllkurve der Amplituden Î während der dritten Zeitdauer T3 bildet, zeitlich verschoben, die dritte Zeitdauer T3 bleibt unverändert.

Eine alternative Ausführungsform des das Stellglied P ansteuernden Stroms I ist in 2 dargestellt. Hier wird die Pulsbreite Tp während der Zeitdauer T3 reduziert und somit die Schaltfrequenz ft erhöht.

3 zeigt ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung zum Ansteuern eines Stellglieds. Das Stellglied, hier ein piezoelektrisches Stellglied P, ist über eine Induktivität L mit einer Endstufe E verbunden. Die Endstufe E liefert einen das piezoelektrische Stellglied über die Induktivität L aufladenden Strom I. Die Endstufe E kann als herkömmlicher Schaltwandler, beispielsweise als Buck-Boost-, als Flyback-, oder als SEPIC-Konverter ausgeführt sein. Die Endstufe E liefert abhängig von einer Steuerspannung UST, die von einer Steuereinheit ST bereitgestellt wird, den das piezoelektrische Stellglied P auf- oder entladenden Strom I. Die in 3 eingezeichnete Richtung des Stroms I zeigt die Stromrichtung bei einem Ladevorgang.

4a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Steuereinheit ST. Diese weist einen Digital-Analog-Wandler, vorzugsweise einen schnellen multiplizierenden Digital-Analog-Wandler D/A1 mit einem nachgeschalteten Tiefpassfilter R1', C1' auf. Dem Digital-Analog-Wandler D/A1 wird an einem Digitaleingang Din einen Vorgabewert X zugeführt und an einem weiteren Eingang Ref eine die maximale Amplitude Îmax des Stroms I vorgebende Steuerspannung UÎmax. Die angelegte Steuerpannung UÎmax wird dann mit dem eingestellten Digitalwert X multipliziert und am Ausgang als Steuerspannung UST ausgegeben, so dass der Digital-Analog-Wandler wie ein genaues digitales Potentiometer arbeitet. Sowohl der Vorgabewert X, als auch die maximale Amplitude werden von einem Mikrocontroller &mgr;C bereitgestellt. Hierbei wird die Steuerspannung UÎmax aus der digitalen Information des Mikrocontrollers &mgr;C durch einen zweiten Digital-Analog-Wandler D/A2 erzeugt. Über das aus dem Widerstand R1' und dem Kondensator C1' gebildete Tiefpassfilter wird das so erzeugte Steuersignal UST der Endstufe E zugeführt. So kann die Hüllkurve k vorgegeben werden, ohne dass die zeitliche Ansteuerung des Aktors P durch die Endstufe verändert wird.

4b zeigt ein Ausführungsbeispiel einer aus analogen Bauelementen aufgebauten Schaltungsanordnung zum Erzeugen des Steuersignals UST. Die dort gezeigte Schaltungsanordnung weist einen einerseits mit Masse GND verbundenen Ladekondensator C1 auf, der andererseits über einen Spannungsbegrenzer B mit dem Ausgang UST der Schaltungsanordnung verbunden ist.

Der Spannungsbegrenzer B ist am nicht invertierenden Eingang + mit einer der zu begrenzenden Spannung entsprechenden Spannung U/2 verbunden. Der invertierende Eingang – ist mit der Masse abgewandten Seite des Kondensators C1 verbunden. Der Ausgang UST des Spannungsbegrenzers B ist ebenfalls mit diesem Anschluss des Kondensators C1 elektrisch verbunden. Der Kondensator C1 ist weiter über einen Widerstand R5 und einen Auswahlschalter S1 (bei Schalterstellung Entladen "E") mit der Versorgungsspannung U elektrisch verbunden. In einer zweiten Schalterstellung Laden "L" des Schalters S1 ist der Kondensator C1 über den Widerstand R5 mit dem Ausgang eines als invertierenden Spannungsverstärkers geschalteten Operationsverstärkers OP verbunden. Der Operationsverstärker OP ist mit seinem nicht invertierenden Eingang + mit Masse GND und mit seinem invertierenden Eingang – über einen Widerstand R3 mit der hier durch einen Spannungsteiler R1, R2 (R1=R2) halbierten Versorgungsspannung U verbunden. Der Ausgang des Operationsverstärkers OP ist über einen weiteren Widerstand R4 auf seinen invertierenden Eingang rückgekoppelt.

Hier wird die Rampe des Steuersignals UST dadurch erzeugt, dass der Kondensator C1 in der Schalterstellung L geladen und anschließend in Schalterstellung E entladen wird. Durch den Strombegrenzer B wird erreicht, dass die Entladespannung des Kondensators C1 so begrenzt wird, dass die Steuersignal UST sich im linearen Bereich der Entladespannung des Kondensators C1 befindet. Anstelle des RC-Glieds R5, C1 kann jedoch auch ein idealer Integrator verwendet werden.


Anspruch[de]
Verfahren zum Ansteuern eines Stellglieds, insbesondere eines piezoelektrischen Stellglieds, das die folgenden Schritte aufweist:

– das Stellglied wird in zumindest drei Schritten mit jeweils einer vorgegebenen Zeitdauer (T1, T2, T3) durch einen Strom (I) auf- oder entladen,

– während der ersten Zeitdauer (T1) wird die maximale Amplitude (În) des Stroms (I) von einem vorgegebenen Minimum (ÎminT1) auf ein vorgegebenes erstes Maximum (ÎmaxT1) erhöht,

– während der zweiten Zeitdauer (T2) wird die maximale Amplitude (În) des Stroms (I) in etwa konstant gehalten, und

– während der dritten Zeitdauer (T3) wird die maximale Amplitude (În) des Stroms (I) von einem weiteren vorgegebenen Maximum (ÎmaxT3) auf ein weiteres vorgegebenes Minimum (ÎminT3) erniedrigt, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom (I) von einer Endstufe (E) in Abhängigkeit von einem Steuersignale (UST) bereitgestellt wird, wobei das Steuersignal (UST) von einem Digital-Analog-Wandler (D/A1) in Abhängigkeit von einem Vorgabewert (X) bereitgestellt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Maximum (ÎmaxT1) entsprechend einer dem Stellglied (p) zuzuführenden Ladungsmenge (Q) gewählt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Zeitdauer (T2) entsprechend einer dem Stellglied (p) zuzuführenden Ladungsmenge (Q) gewählt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Maximum (ÎmaxT1) und/oder die zweite Zeitdauer (T2) in Abhängigkeit von von einer vorgegebenen Längenänderung (&Dgr;d) aus einem Kennlinienfeld ausgelesen werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die maximalen Amplituden (În) auf einer Hüllkurve (k) liegen, die über die drei vorgegebenen Zeitdauern (T1, T2, T3) in etwa die Form eines Trapezes aufweist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom (I) intermittierend ist. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Strom (I) aus einer Folge von Pulsen (PU) zusammengesetzt wird, wobei die maximale Amplitude (Î) jeweils dem maximalen Strom des jeweiligen Pulses (PU) entspricht. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pulse (PU) die Form eines Dreiecks aufweisen. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Amplituden (În) des Stroms (I) nach Erreichen eines vorgegebenen Minimums ohne Pause ansteigen. Vorrichtung zum Ansteuern eines Stellglieds, insbesondere eines piezoelektrischen Stellglieds, die aufweist:

– eine Endstufe (E), die einen Steuereingang (UST) aufweist, und

– eine Steuervorrichtung (ST), die ein Steuersignal (UST) zum Betreiben der Endstufe (E) bereitstellt, wobei das Steuersignal (UST) während einer ersten vorgegebenen Zeitdauer (T1) von einem vorgegebenen Minimum (ÎminT1) auf ein vorgegebenes Maximum (ÎmaxT1) ansteigt, während einer zweiten vorgegebenen Zeitdauer (T2) konstant bleibt und während einer dritten vorgegebenen Zeitdauer (T3) von einem vorgegebenen Maximum (ÎmaxT3) auf einen vorgegebenen Endwert (ÎminT3) abfällt, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung einen Digital-Analog-Wandler (D/A1) aufweist, der an seinem Ausgang in Abhängigkeit von einem Vorgabewert (X) das Steuersignale (UST) bereitstellt.
Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Digital-Analog-Wandler (D/A1) eingangsseitig mit einem Mikrocontroller (&mgr;C) verbunden ist, wobei der Mikrocontroller (&mgr;C) dem Digital-Analog-Wandler (D/A1) an einem Digital-Eingang (DÎn) den Vorgabewert (X) zuführt und an einem weiteren Eingang (REF) eine Steuerspannung (UÎmax) zuführt, die der maximalen Amplitude (Îmax) des Stroms (I) entspricht.






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