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Dokumentenidentifikation DE102004052549B4 19.04.2007
Titel Abstandhalter für den Betonbau sowie Vorrichtung zum Aufbringen mehrerer Abstandhalter auf einen Bewehrungsstab
Anmelder Rhein, Dominik, 56288 Kastellaun, DE
Erfinder Rhein, Dominik, 56288 Kastellaun, DE
Vertreter Hentschel, P., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 56068 Koblenz
DE-Anmeldedatum 29.10.2004
DE-Aktenzeichen 102004052549
Offenlegungstag 18.05.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2007
IPC-Hauptklasse E04C 5/16(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Abstandhalter für den Betonbau, in Form einer einem Quadrat einbeschreibbaren, im wesentlichen ebenen, sternsymmetrischen Platte mit vier Ecken und einem gegenüber der Platte verdickten Mittelstück, das eine zentrische, am Ein- und Auslauf ausgerundete oder durch eine Einfädelfase erweiterte Durchgangsbohrung aufweist. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Anbringen mehrerer, solcher Abstandhalter auf einem Bewehrungsstab, mit einer Aufgabestation zum vereinzelten Einführen der Bewehrungsstäbe, mit im Weg der Bewehrungsstäbe hintereinander angeordneten Magazinen für die Abstandhalter und mit einer Antriebseinrichtung zum Bewegen des jeweiligen Bewehrungsstabes durch die Durchgangsbohrungen der hintereinander liegenden Abstandhalter.

Solche Abstandhalter oder eine solche Vorrichtung sind aus der DE 42 06 871 A1, DE 16 09 713 A, FR 27 64 922 A1, DE 74 08 515 U, DE 85 35 866 U1 und DE 16 59 105 A mindestens zum Teil bekannt.

Bei der Herstellung von Decken o. dgl. aus Beton werden Bewehrungsstäbe zur Aufnahme der später auftretenden Zugkräfte in den Beton eingeformt. Hierbei ist es wichtig, dass diese Bewehrungsstäbe ihre Relativlage zu den abzuformenden Oberflächen genau einhalten. Es hat sich durchgesetzt, dass man auf den Bewehrungsstäben Abstandhalter aus Kunststoff aufschiebt, die den Bewehrungsstab mit genauem Abstand über der Oberfläche halten, auf der die Abstandhalter aufsitzen und auf den der zähflüssige Beton aufgegossen wird. Natürlich darf ein solcher Abstandhalter nur möglichst wenig Volumen einnehmen, und zwar nicht nur aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, sondern auch aus Festigkeitsgründen.

Besonders wichtig ist aber, dass der Abstandhalter seine Position strikt einhält, also weder seine Lage relativ zum benachbarten Bewehrungsstab eine Verschiebung erfährt, noch seine streng radiale Winkellage zum Bewehrungsstab sich verändert.

Man hat bereits kreisförmige Abstandhalter vorgeschlagen (DE 297 07 343 U1), die den Vorteil haben, unabhängig vom Drehwinkel, den sie relativ zum Bewehrungsstab einnehmen, immer den richtigen Abstand zur Fläche einzuhalten, auf der sie aufsitzen. Um den radialen Sitz des Abstandhalters zu gewährleisten, der sich dennoch auf den Bewehrungsstab aufschieben lassen soll, ist es bekannt, diesen durch einen Klemmkörper zu sichern, der auf den Abstandhalter aufgeschoben wird, wenn dieser endgültig positioniert ist (DE 297 07 343 U1, DE 103 05 193 A1). Diese Lösung ist teuer und hat außerdem den Nachteil, dass sie einen erheblichen Raum einnimmt.

Mittlerweile haben sich Abstandhalter durchgesetzt, die die Form zweier rechtwinklig gekreuzter Stäbe haben, wobei die äußeren Enden bevorzugt abgerundet sind. Bei dessen ist es aber besonders wichtig, dass sie ihre Drehlage bezüglich des Bewehrungsstabes einhalten. Aus diesem Grund ist die Bohrung des Abstandshalters entweder unrund und auf einen komplementär unrunden Bewehrungsstab aufgeschoben (DE 42 24 776 C2), oder ist mit einer Einschnürung oder einer Membran versehen (DE 42 06 871 A1), die beim Einschieben des Bewehrungsstabes verformt oder eingedrückt wird, so dass der Bewehrungsstab mit Presssitz in der Bohrung des Abstandshalters sitzt. Dieser kann sich nun nicht mehr verdrehen, aber er kann durch etwa einseitiges Einreißen der Membran schief werden, also nicht mehr genau radial auf dem Bewehrungsstab sitzen. Der aus der letztgenannten Druckschrift DE 42 06 871 A1 bekannte Abstandhalter ist im Übrigen auch derart ausgebildet, dass er die Form einer einem Quadrat einbeschreibbaren, im wesentlichen ebenen, sternsymmetrischen Platte besitzt, mit vier Ecken und einem gegenüber der Platte verdickten Mittelstück, das eine zentrische, am Ein- und Auslauf ausgerundete Durchgangsbohrung aufweist.

Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Anbringen mehrerer solcher Abstandhalter auf einem Bewehrungsstab, mit einer Aufgabestation zum vereinzelten Einführen der Bewehrungsstäbe, mit im Weg der Bewehrungsstäbe hintereinander angeordneten Magazinen für die Abstandhalter und mit einer Antriebseinrichtung zum Bewegen des jeweiligen Bewehrungsstabes durch die Durchgangsbohrungen der hintereinanderliegenden Abstandhalter. Eine solche Vorrichtung ist durch die bereits vorweg angesprochene DE 42 06 871 A1 bekannt geworden, die am Eintritt in die Vorrichtung einen leistungsstarken Einzelantrieb vorsieht. Mittels am Vorrichtungseingang angeordneter Vorschubrollen wird der betreffende Bewehrungsstab durch die ganze Reihe der in den Magazinen nachgeführten Abstandhalter zugeführt. Da ein solcher Antrieb auch zentrierend und in gewissem Maße richtend wirksam ist, wird der Bewehrungsstab zwar vor dem Auffädeln des ersten Abstandhalters gegebenenfalls nachgerichtet, aber nicht mehr später, so dass bei vielen Abstandhaltern auf einem langen Bewehrungsstab es dazu kommen kann, dass dieser bei einem der letzten Abstandhalter nicht einmal mehr deren Loch trifft.

Diese Vorrichtung kann mithin den Bewehrungsstab, wenn er in einem der ersten Abstandhalter etwa eine Membran schief abschert, danach nicht mehr ausrichten, so dass der Stab dann letztlich auf jede Bohrung der nachfolgenden Abstandhalter außermittig auftrifft. Die entsprechenden Abstandhalter sitzen dann mit einseitiger Verspannung auf dem Bewehrungsstab, so dass, wenn etwa im Material des Abstandhalters eine Umkristallisation stattfindet, der entsprechende Abstandhalter nach einiger Zeit schiefsitzt.

Im bekannten Magazin wird der in erster Näherung quadratische Abstandshalter an seinen Außenkanten geführt und sitzt auf diesen wohl auch auf, wenn er seine Lage zum Auffädeln auf den Bewehrungsstab eingenommen hat. Lagert sich nun Schmutz o. dgl. auf den Auflagen an, dann gelangt der Abstandhalter zwangsläufig außer Zentrierung. Die Führung an den Außenkanten kann zu deren Beschädigung führen, und die Beschädigungen können im Beton Risse induzieren, da die Maximalspannung bei Belastung in der Außenzone der Betonplatte auftreten, die den beschädigten Abstandhalter aufnehmen. Außerdem muss der Abstandhalter ausgeprägte Ecken haben, denn abgerundete Ecken könnten in einem Magazinschacht klemmen. Mit abgerundeten Ecken, die günstiger für das Einformen in Beton sind, lassen sich übliche Magazine schlecht verwenden.

Auch der Antrieb der bekannten Vorrichtung zeigt Unvollkommenheiten, denn er muss in jedem Fall stark genug sein, um den Bewehrungsstab durch viele Abstandhalter hindurchzudrücken, ohne den Bewehrungsstab jedoch zum Ausknicken zu bringen. Daher ist die Anzahl der Abstandhalter stark begrenzt, die auf einen Bewehrungsstab von der bekannten Vorrichtung aufgebracht werden können. Außerdem bohrt sich der Bewehrungsstab in die ersten Abstandhalter mit viel zu großer Kraft ein, so dass er bei ungenauer Zentrierung nicht einen zentrischen Weg sucht, sondern außerzentrisch vorangetrieben wird. Die bekannte Vorrichtung dürfte daher nicht ihrer Aufgabe gerecht werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen Abstandhalter und eine Vorrichtung zum Auffädeln dieser Abstandhalter auf einen Bewehrungsstab zu finden, die die oben beschriebenen Nachteile mindestens zum Teil ausräumen und insbesondere ein Schiefsitzen der Abstandhalter auf den Bewehrungsstab vermeiden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 bzw. 4 angegebenen Merkmale gelöst. Bei dem eingangs genannten Abstandhalter wird demnach als erstes Merkmal die Durchgangsbohrung als Presssitzbohrung ausgebildet und so weit verlängert ist, dass die Ausrundung oder Einfädelfase des Ein- und Auslaufes die axialen Enden des Mittelstücks erreicht.

Dadurch wird zwar das Einführen des Bewehrungsstabes erschwert, aber es wird dafür unmöglich gemacht, dass sich der Abstandhalter verdreht, wenn er auf dem Bewehrungsstab sitzt. Gleichzeitig wird die Durchgangsbohrung verlängert, so dass ein Kippen oder Schrägstellen des Abstandhalters bezüglich des Bewehrungsstabes verhindert wird. So ist es möglich, dass die Abstandhalter in korrekter Positionierung auf dem Bewehrungsstab aufgebracht werden, ohne dass jedem Abstandhalter ein eigener Klemmkörper zugeordnet werden müsste. Das in Grenzen elastische Material der Abstandhalter (Kunststoff) sorgt zudem dafür, dass die grob gerippten Außenflächen des üblichen Bewehrungsstabes so weit hintergriffen werden, dass ein Lockerwerden der bereits angebrachten Abstandhalter unmöglich ist.

Ein weiteres Merkmal besteht darin, dass der Querschnitt des Mittelstücks im wesentlichen rund ist, im Gegensatz zu einem quadratischen Querschnitt bei dem bekannten Abstandhalter. Der Vorteil dieser Ausbildung ist nicht nur, dass das Material rund um die Durchgangsbohrung allseits gleich beständig ist, sondern auch, dass sich das Mittelstück, falls es zu Zwecken der Führung verwendet werden soll, keine Ecken aufweist, die in einer Führung klemmen könnten. Hierbei ist auf jeder Seite der Platte eine vorspringende Führung angeordnet ist, deren Außenkontur von den Ecken eines zum Quadrat koaxialen, kleineren Quadrates begrenzt wird. Diese Führungen können beim Gebrauch durchaus beschädigt werden. Da sie nicht in den Ecken des großen Quadrats liegen, üben sie auf den umgebenden Beton eine allenfalls geringe Wirkung aus.

Ferner ist die Führung so ausgebildet, dass sie auf jeder Seite der Platte von jeweils vier Noppen oder Vorsprüngen gebildet ist, die an den Ecken des kleineren Quadrates sitzen. Sollte Schmutz in das Magazin gelangen, dann wird er von den Noppen vorangeschoben, aber kann sich nicht anreichern, bis der Abstandhalter in seinem Magazin klemmt, sondern wird in den Freiraum hinter den Noppen abgedrängt. Dabei tangieren die Noppen und der Umriss des Mittelstücks die Kanten des kleineren Quadrats, so dass Noppen und Mittelstück gemeinsam eine kräftige Führung im Magazin bilden, die aber jeweils nicht durchgehend ist, sondern unterbrochen, so dass Schmutz ohne Störung beiseite geräumt werden kann.

Da die Bohrung gegenüber der des eingangs genannten, bekannten Abstandhalters verlängert ist, ist eine wirksame Maßnahme gegen das Kippen der Abstandhalter getroffen. Dazu ist es nicht notwendig, dass irgendwelche Rippen o. dgl. über die Innenkontur der Bohrung nach innen vorspringen, denn die Ausbildung als Presssitzbohrung ist durchaus ausreichend. Es ist vielmehr erforderlich, dass keine einseitige oder eine mittige Ausbildung eines Vorsprungs vorliegt, denn die könnte das Schrägstellen des Abstandhalters auf dem Bewehrungsstab begünstigen. Zweckmäßigerweise kann dazu die Durchgangsbohrung nahe jeder Ausrundung einen Ringsteg aufweisen.

Da die Kanten des Abstandhalters oder der Platte nicht führen, sondern bevorzugt im Magazin frei beweglich sind und nirgends anliegen, ist es bevorzugt, dass die Ecken der Platte abgerundet sind. So wird das Entstehen von Rissen verhindert, das eine spitze Kante fördern könnte.

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird, um eine gleichmäßige Führung des Bewehrungsstabes während seiner gesamten Bearbeitung sicherzustellen, vorgeschlagen, dass die Antriebseinrichtung aus Einzelantrieben besteht, von denen jeder je einem Magazin zugeordnet ist. Da jeder Einzelantrieb zentrierend wirkt, ist somit eine Zentrierung vor jedem Abstandhalter sichergestellt, so dass dieser mit entsprechend engerem Passmaß auf dem Bewehrungsstab sitzen kann, als ein Abstandhalter, bei dem damit zu rechnen ist, dass der Bewehrungsstab außermittig auftrifft.

Der Einzelantrieb hat davon unabhängig aber auch noch den Vorteil, dass er auf nur einen Abstandhalter ausgelegt sein kann, gleichgültig, wie viele Abstandhalter nun auf den Bewehrungsstab aufgebracht werden. Dies hat nicht nur den Vorteil des einfachen, modulartigen Aufbaus solcher Vorrichtungen, sondern den besonderen Vorteil, dass der Bewehrungsstab nur mit der Kraft in die Bohrung des Abstandhalters eingeführt wird, die zu dessen Auffädeln erforderlich ist. Tritt ein Widerstand durch unmittiges Auftreffen auf, dann wird der Bewehrungsstab nicht brutal weiterbewegt, sondern verlangsamt einen Augenblick, bis er sich zur Mitte hin verbogen hat. Diese „Verbiegungen" betragen allerdings nur hundertstel Millimeter, aber sorgen nichtsdestoweniger dafür, dass der Abstandhalter letztlich mit bester Zentrierung auf dem Bewehrungsstab sitzt und sich nicht im Laufe der Zeit schrägstellt.

Die Vorrichtung kann zusätzlich das Merkmal aufweisen, dass die Magazine jeweils Führungskanten aufweisen, an denen das Mittelstück und/oder die Führungen der Abstandhalter entlanglaufen. Die äußersten Ecken der Platte des Abstandhalters dienen dabei nicht zur Führung und bleiben bevorzugt sogar ohne Berührung mit dem Magazin. Dies hat den Vorteil, dass die Eckkanten nicht beschädigt werden können und sich auch infolge einer Beschädigung oder zum Vermeiden dieser nicht schrägstellen können. Alle diese Schadenserscheinungen haben nämlich einen Mangel der Zentrierung zur Folge. Stattdessen können die Eckkanten ihrer Aufgabe entsprechend ausgebildet werden, während die Mittelstücke und/oder Führungen der Abstandhalter robust genug ausgebildet werden können, um für eine saubere Führung zu sorgen. So wird ein besonders enger Passsitz gewährleistet, der sonst bei ungenügender Führung und entsprechend außermittigen Bohrungen der Abstandhalter nicht eingehalten werden könnte.

Die Magazine können fast beliebig geformt sein und die Abstandhalter horizontal, von unten her oder aus Trommeln zuführen. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Magazine zur Zuführung im wesentlichen geradlinig vertikal übereinanderliegender Abstandhalter eingerichtet sind. So ist keine Feder o. dgl. zum Nachführen erforderlich, sondern es reicht das Eigengewicht der Abstandhalter aus. Außerdem können alle Führungskanten aus einfachen Leisten zusammengefügt werden, während z.B. Trommelmagazine teuer und schwierig zu fertigende, spiralige Führungen aufweisen müssen.

Bei einem Magazin dieser Art reicht es prinzipiell aus, einen gegebenenfalls höheneinstellbaren Boden zu haben, der als Auflage für den untersten Abstandhalter dient. Der Bewehrungsstab kann horizontal quer zu seiner Längserstreckung entnommen werden, während die folgenden Abstandhalter aufgrund ihres Eigengewichts die Position auf dem Boden einnehmen. Es ist aber bevorzugt, dass eine bevorzugt druckluftbetriebene Kolbenstange quer zum Bewehrungsstab und quer zu jedem Magazin zum Vereinzeln des jeweils untersten Abstandhalters angeordnet ist. So bleibt der unterste Abstandhalter unbelastet und kann sich gegebenenfalls beim Auffädeln ein wenig bewegen, um eine genau zentrische Position einzunehmen.

Wenn es etwa aus Raumgründen bevorzugt ist, die Bewehrungsstäbe nach unten aus der Vorrichtung zu entnehmen, dann ist es zweckmäßig, wenn unter den untersten Abstandhaltern eines jeden Magazins eine zurückfahrbare Ausfallsperre angebracht ist, um das Herausfallen eines Abstandhalters zu verhindern bzw. das Auswerfen des mit Abstandhaltern versehenen Bewehrungsstabes zu ermöglichen. Die Ausfallsperre funktioniert in diesem Fall als Boden. Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass parallel zu und unter der Kolbenstange eine weitere Kolbenstange angebracht ist, und dass alle weiteren Kolbenstangen aller Magazine gemeinsam antreibbar sind, um die Ausfallsperre zu bilden. Es ist also kein durchgehender Boden für alle Magazine oder eine schwenkbare Bodenplatte für jedes Magazin vorgesehen, sondern die Kolbenstange kann genauso ausgebildet sein wie die zum Vereinzeln herangezogene Kolbenstange, so dass die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Vielzahl gleicher Elemente aufweist.

In der beigefügten Zeichnung ist ein bevorzugtes Beispiel eines erfindungsgemäßen Abstandhalters und eine bevorzugte Vorrichtung zu dessen Aufbringen auf einen Bewehrungsstab gezeigt, ohne jedoch eine Einschränkung zu beinhalten.

1 zeigt einen erfindungsgemäßen Abstandhalter in der Ansicht.

2 zeigt einen erfindungsgemäßen Abstandhalter von seiner Schmalseite her gesehen.

3 zeigt eine Vorrichtung zum Anbringen solcher Abstandhalter an einem Bewehrungsstab im Schrägbild.

4 zeigt eine schematische Seitenansicht der Vorrichtung der 3.

5 zeigt ein einzelnes Magazin mit Antriebseinrichtung und Kolbenstangen.

6 zeigt eine vergrößerte Ansicht des oberen Abstandhalter-Eintritts des Magazins der 5, im Schrägbild.

7 zeigt im Schrägbild einen Abstandhalter, der gerade auf einen Bewehrungsstab aufgefädelt wird, mit Kolbenstangen und Antriebseinrichtung eines Magazins.

Der in 1 und 2 gezeigte Abstandhalter 1 besteht aus einer Platte mit insgesamt etwa quadratischem Querschnitt, die an den Seiten derart ausgenommen ist, dass vier einander in der Mitte treffende Arme gebildet werden, die längs der Diagonalen des Quadrats verlaufen. Die Ecken 5 des Quadrats bzw. die Enden der Arme sind abgerundet. Sie bilden die Nasen, mit denen ein Bewehrungsstab 7 (am besten in 3 und 7 zu sehen) auf einer Oberfläche aufsitzt, um gegenüber dieser einen gleichmäßigen Abstand zu haben. Die Kontur der Platte ist auf deren beiden Seiten von einem Verstärkungswulst umgeben.

In der Mitte befindet sich eine zentrische, glatte Durchgangsbohrung 2, deren Durchmesser so gewählt ist, dass sie gegenüber einem Bewehrungsstab 7 einen kräftigen Presssitz ermöglicht. Die Bohrung ist von einem runden Mittelstück 3 umgeben, das auf beiden Seiten über die Platte jeweils um dasselbe Maß übersteht. Die Länge des Mittelstückes 3, quer zur Platte gemessen, beträgt etwa das dreifache der Dicke des Verstärkungswulstes. Die Durchgangsbohrung ist auf jeder Seite nur mit einer Einfädelfase erweitert, so dass das Mittelstück 3 einen längeren Stutzen bildet, der auf dem Bewehrungsstab 7 fest und völlig konzentrisch im Presssitz angebracht ist.

Das Mittelstück 3 hat, wie bereits angedeutet, einen runden Außenquerschnitt mit einem Durchmesser, der mindestens das dreifache des Bohrungsdurchmessers beträgt und eine kraftaufnehmende Führung bildet. Wenn man diesen Durchmesser einem Quadrat einbeschreibt, dessen Seiten parallel zu denen des Quadrats verlaufen und das konzentrisch zu diesem ist, dem die Platte einbeschrieben ist, dann befinden sich innerhalb der Ecken und die Seiten tangierend vier Noppen 6, und zwar auf jeder Oberfläche der Platte. Die Höhe der Noppen 6 gegenüber der Platte ist größer als die Höhe des Verstärkungswulstes, aber kleiner als die des Mittelstücks 3. Bevorzugt ist jede Noppe 6 als kleine Warze ausgebildet, da sie nur die Kippkräfte innerhalb des Magazins aufzunehmen hat, während die Seitenkräfte, die beim Eindrücken des Bewehrungsstabes 7 entstehen, vom Mittelstück 3 aufgenommen werden.

Der Abstandhalter 1 ist einstückig aus schlagfestem Kunststoff gegossen.

Die Vorrichtung zum Aufschieben solcher Abstandhalter 1 auf einen Bewehrungsstab 7 ist in 3 und 4 in ihrer Gesamtheit gezeigt.

Die Vorrichtung 8 weist einen langes, tischartiges Gestell auf, auf dessen einer Seite nebeneinanderliegend eine Reihe von Magazinen 9 angebracht sind, die jeweils einen Druckzylinder 17 zum Andrücken einer Andruckrolle 16 und einen Motor 14 aufweisen, um zwischen Andruckrolle 16 und einer mit dem Motor 14 verbundenen Antriebsrolle 15 (4 und 5) einen Bewehrungsstab 7 zu ergreifen und kraftvoll vorwärts zu bewegen. Auf der anderen Seite des Tisches, mit den Magazinen 9 in einer Linie, ist ein Aufgabetisch 18 vorgesehen, auf dem mehrere Bewehrungsstäbe 7 liegen, die noch mit Abstandhaltern 1 versehen werden müssen. Die mit Abstandhalter 1 versehenen, fertigen Bewehrungsstäbe 7 werden nach unten aus der Vorrichtung 8 ausgeworfen (nicht gezeigt).

Ein einzelnes Magazin 9 ist in 5 in größerer Einzelheit gezeigt. Dieses Magazin 9 kann justierbar an der Vorrichtung 8 so angebracht werden, dass die untersten Abstandhalter 1 genau in einer Linie liegen. Das Magazin weist, von oben nach unten, zwei jeweils auswechselbare, an die Abstandhalter 1 angepasste Profilstück-Hälften 11 auf, die sich senkrecht zum horizontalen Bewehrungsstab 7 vertikal erstrecken und am unteren Ende für diesen eine Führung bilden. Zwischen den Profilstück-Hälften 11 gleiten die Noppen 6 und das Mittelstück der Abstandhalter spielarm übereinander nach unten.

Horizontal und quer zum Bewehrungsstab erstrecken sich zwei Kolbenstangen 12, 13, die in ausgefahrenem Zustand zwischen den Profilstück-Hälften hindurchtauchen. Die untere Kolbenstange 13 bildet in ausgefahrenem Zustand eine Unterlage für die untersten Abstandhalter 1, während die obere Kolbenstange 12 zwischen diesem und dem nächsthöheren hineinfährt und so den untersten Abstandhalter vereinzelt. Werden die unteren Kolbenstangen 13 aller Magazine 9 eingefahren, dann fällt der Bewehrungsstab, auf den in der Vorrichtung 8 die Abstandhalter 1 aufgefädelt wurden, nach unten. Wenn diese Kolbenstangen 13 wieder ausgefahren werden, werden die oberen Kolbenstangen 12 eingefahren, die vorher die weiteren Abstandhalter 1 zurückgehalten hatten, und diese rutschen dann nach unten nach. Beide Kolbenstangen 12, 13 sind an einem Träger höhenjustierbar angebracht. Den beiden Kolbenstangen 12, 13 gegenüber, aber ein wenig höhenversetzt, befindet sich der Antriebsmotor 14, der fest mit einer Antriebsrolle 15 verbunden ist, gegen die der Bewehrungsstab 7 anliegt. Unter der Antriebsrolle 15 und in Verlängerung der Profilstück-Hälften 11 befindet sich ein Andruckrollenbock 16a, der mittels des Druckzylinders 17 soweit anhebbar ist, dass eine im Andruckrollenbock 16a gelagerte Andruckrolle 16 nach oben gegen den Bewehrungsstab 7 andrückbar ist. Die Achsen der beiden Rollen 15, 16 verlaufen genau übereinanderliegend und zueinander parallel. Sie zentrieren den Bewehrungsstab 7, bevor er in die Durchgangsbohrung 2 des Abstandhalters 1 einläuft, und befinden sich, in Förderrichtung des Bewehrungsstabes 7 betrachtet, vor dem jeweiligen Abstandhalter 1. Diese Mechanik ist im Schrägbild der 7 noch genauer gezeigt.

In der 6 ist das obere Ende der Profilstück-Hälften 11 noch näher gezeigt: Sie sind durch eine obere Magazin-Abdeckplatte 10 miteinander befestigt, die beiderseits eine Aussparung aufweist, damit die Platte der Abstandhalter berührungsfrei oder im wesentlichen Berührungsfrei eingeführt werden können. In dem von den beiden Profilstück-Hälften 11 gebildeten Raum läuft spielarm das Mittelstück 3, während die Noppen, die ebenfalls in diesem Raum gleiten, nur dazu da sind, um das Kippen der Abstandhalter zu vermeiden.

Die obere Magazin-Abdeckplatte 10 erleichtert das Einführen der Abstandhalter 1 ins Magazin 9 und verhindert, dass sie verkantet werden und so die Führung aus Mittelstück 3 und Noppen 6 beschädigt wird.

Die Funktion der Vorrichtung ist wie folgt:

  • 1. Magazine 9 und Aufgabetisch werden mit Abstandhaltern 1 und Bewehrungsstäben 7 gefüllt. Die Kolbenstangen 12, 13 sind ausgefahren.
  • 2. Per Starttaste wird der Bewehrungsstab 7 mittels eines Einschub-Zylinders durch ein Führungsrohr (nicht gezeigt) zwischen die Antriebsrolle 15 und die davon getrennte, nach unten gefahrene Andruckrolle 16 des ersten Magazins 9 geschoben.
  • 3. Der Druckzylinder 17 drückt die Andruckrolle 16 nach oben, so dass der Bewehrungsstab 7 fest zwischen Antriebsrolle 15 und Andruckrolle 16 eingeklemmt ist.
  • 4. Nun läuft der Motor 14 an, und zwischen den Rollen 15, 16 wird der Bewehrungsstab 7 genau zentrisch durch die Bohrung 2 des ersten Abstandhalters 1 gedrückt.
  • 6. Beim folgenden Magazin laufen nun die Schritte 2 bis 4 gleich ab, wobei alle Magazine 9, die bereits von dem Bewehrungsstab 7 passiert wurden, im Zustand 4 verharren.
  • 7. Nach dem letzten Magazin wird durch einen Sensor das Eintreffen des Bewehrungsstabes 7 festgestellt, alle Motoren 14 werden abgeschaltet und die Andruckrollen 16 werden dann mittels der Druckzylinder 17 abgesenkt.
  • 8. Nun werden alle Kolbenstangen 13 gemeinsam eingefahren, und die Bewehrungsstabge 7, die soeben mit Abstandhaltern 1 versehen wurde, fällt nach unten aus der Vorrichtung.
  • 9. Nun werden die Kolbenstangen 12 ein- und wieder ausgefahren, wobei jeweils wieder ein Abstandhalter 1 in jedem Magazin in die Arbeitsstation nachrückt, in der alle Bohrungen 2 auf den neuen Bewehrungsstab 7 ausgerichtet sind. Es folgt selbsttätig der vorherige Verfahrensablauf, beginnend mit Schritt 2, solange die Magazine ausreichend gefüllt sind.

In vorteilhafter Weise sind die einzelnen Magazine 9 zusammen mit den einzelnen Antrieben usw. auf nicht gezeigten Schienen und Lagerzylindern stufenlos parallel zur Vorschubrichtung eines Bewehrungsstabes 7 verstellbar und fixierbar in der erfindungsgemäßen Vorrichtung angeordnet, derart, dass die Zwischenräume der Abstandshalter 1 untereinander auf den einzelnen Bewehrungsstäben 7 je nach Bedarf verändert werden kann.

1
Abstandhalter
2
Durchgangsbohrung
3
Mittelstück
4
Einfädelphase
5
abgerundete Ecken
6
Noppen
7
Bewehrungsstab
8
Vorrichtung zum Auffädeln der Abstandhalter
9
Magazin
10
obere Magazin-Abdeckplatte
11
Profilstück-Hälften
12
Kolbenstange zum Vereinzeln
13
Kolbenstange zum Halten
14
Motor
15
Antriebsrolle
16
Andruckrolle
16a
Andruckrollenbock
17
Druckzylinder
18
Aufgabetisch


Anspruch[de]
Abstandhalter (1) in Form einer einem Quadrat einbeschreibbaren, im wesentlichen ebenen, sternsymmetrischen Platte mit vier Ecken (5) und einem gegenüber der Platte verdickten Mittelstück (3), das eine zentrische, am Ein- und Auslauf ausgerundete oder durch eine Einfädelfase (4) erweiterte Durchgangsbohrung (2) aufweist, wobei die Durchgangsbohrung (2) als Presssitzbohrung ausgebildet und so weit verlängert ist, dass die Ausrundung oder Einfädelfase (4) des Ein- und Auslaufes die axialen Enden des Mittelstücks (3) erreicht, der Querschnitt des Mittelstückes (3) im wesentlichen rund ist, auf jeder Seite der Platte eine vorspringende Führung (6) angeordnet ist, deren Außenkontur von den Ecken eines zum Quadrat koaxialen, kleineren Quadrates begrenzt wird, die Führung auf jeder Seite der Platte von jeweils vier Noppen (6) oder Vorsprüngen gebildet ist, die an den Ecken des kleineren Quadrates sitzen, und die Noppen (6) und der Umriss des Mittelstückes (3) die Kanten des kleineren Quadrates tangieren. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsbohrung (2) nahe jeder Ausrundung (4) einen Ringsteg aufweist. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ecken (5) der Platte abgerundet sind. Vorrichtung (8) zum Anbringen mehrerer Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 auf einem Bewehrungsstab (7), mit einer Aufgabestation (18) zum vereinzelten Einführen der Bewehrungsstäbe (7), mit im Weg der Bewehrungsstäbe (7) hintereinander angeordneten Magazinen (9) für die Abstandhalter (1) und mit einer Antriebseinrichtung (14, 15, 16) zum Bewegen des jeweiligen Bewehrungsstabes (7) durch die Durchgangsbohrungen (2) der hintereinander liegenden Abstandhalter (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung aus Einzelantrieben (14, 15, 16) besteht, von denen jeder je einem Magazin (9) zugeordnet ist. Vorrichtung (8) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Magazine (9) jeweils Führungskanten (Profilstück-Hälften 11) aufweisen, an denen das Mittelstück (3) und/oder die Führungen (Noppen 6) der Abstandhalter (1) entlanglaufen. Vorrichtung (8) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckkanten (5) der Platten der Abstandhalter (1) ohne Berührung mit dem Magazin (9) bleiben. Vorrichtung (8) nach Anspruch 5 und/oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Magazine (9) zur Zuführung im wesentlichen geradlinig vertikal übereinanderliegender Abstandhalter (1) eingerichtet sind. Vorrichtung (8) nach Anspruch 7, dass eine bevorzugt druckluftbetriebene Kolbenstange (12) quer zum Bewehrungsstab (7) und quer zu jedem Magazin (9) zum Vereinzeln des jeweils untersten Abstandhalters (1) angeordnet ist. Vorrichtung (8) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass unter den untersten Abstandhaltern (1) eines jeden Magazins (9) eine zurückfahrbare Ausfallsperre (13) angebracht ist, um das Herausfallen eines Abstandhalters (1) zu verhindern bzw. das Auswerfen des mit Abstandhaltern (1) versehenen Bewehrungsstabes (7) zu ermöglichen. Vorrichtung (8) nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zu und unter der Kolbenstange (12) eine weitere Kolbenstange (13) angebracht ist, und dass alle weiteren Kolbenstangen (13) aller Magazine (9) gemeinsam antreibbar sind, um die Ausfallsperre zu bilden.






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