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Dokumentenidentifikation DE102005015596B4 19.04.2007
Titel Schutzkontaktsteckdose mit Überspannungsschutzeinrichtung
Anmelder Dehn + Söhne GmbH + Co. KG, 92318 Neumarkt, DE
Erfinder Ehrler, Jens, Dipl.-Ing., 92318 Neumarkt, DE;
Zäuner, Edmund, Dipl.-Ing. (FH), 92334 Berching, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 05.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005015596
Offenlegungstag 24.08.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2007
IPC-Hauptklasse H01R 13/66(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H01R 25/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schutzkontaktsteckdose mit Überspannungsschutzeinrichtung, welche in die Dose integriert oder mit dieser baulich verbunden ist, wobei zwischen dem Erdkontakt oder Null-Leiter der Dose und dem Ableitanschluss der Überspannungsschutzeinrichtung eine elektrische Verbindung besteht, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Schutzkontaktsteckdosen mit einer in dieser angeordneten Überspannungsschutzeinrichtung einschließlich Kontrolleinrichtung zur optischen Anzeige der Betriebsbereitschaft der Steckdose und der Funktionsfähigkeit des Überspannungsschutzes gehören seit längerer Zeit zum Stand der Technik.

Verwiesen sei bezüglich dieses Standes der Technik auf die DE 37 28 749 A1, die US-PS 3,924,914 oder die AT 402 585 B.

Bei den vorbekannten Schutzkontaktsteckdosen sollen angeschlossene elektrische Geräte, z.B. des 230 V-Netzes, vor Überspannungen aus dem Netz geschützt werden.

Neben Ausführungsformen mit in der Schutzkontaktsteckdose integrierter Überspannungsschutzeinrichtung gehören auch steckbare Dosen zum bekannten Stand der Technik, wobei diese steckbaren Einheiten in eine herkömmliche Aufputz- oder Unterputz-Schutzkontaktsteckdose eingesetzt werden und ausgangsseitig wiederum eine oder mehrere Steckdosen aufweisen, wobei sich in dem Steckteil die Überspannungsschutzeinrichtung befindet. Derartige Anordnungen verfügen teilweise auch über einen durchgeschleiften Koaxialbuchsenanschluss oder aber einen Anschluss für TAE- oder sogenannte Western-Dosen, wie sie im Telekommunikationsbereich Anwendung finden. Bei solchen Einrichtungen ist es möglich, neben dem Netzanschluss eines Gerätes, z.B. eines Telefaxgeräts, auch gleichzeitig die Telefonnetz-Anschlussleitung gegen Überspannung zu sichern. Nachteilig bei derartigen Zusatzeinrichtungen ist die Tatsache, dass diese relativ großbauend sind und die Gefahr besteht, dass sich die Steckeinheiten aus dem Doseneinsatz lösen mit der Folge unerwünschter Betriebsunterbrechungen.

Weiterhin ist beispielsweise aus der EP 0 806 815 A2 eine Rangierleitung vorbekannt, wobei diese Rangierleitung in einem Steckeranschlussteil eine integrierte Überspannungsschutzeinrichtung besitzt. Wenn eine derartig ausgebildete Leitung zum Verbinden eines Endgeräts mit einer Telekommunikations-Anschlussdose Verwendung findet, dann ist ein gewisser Feinschutz gegeben, wobei allerdings ein Problem darin liegt, dass im Regelfall eine ausreichende Masseverbindung nicht vorliegt, da diese Masseverbindung nur über z.B. einen Schirm der Rangierleitung vorgenommen wird.

Kombi-Überspannungsableiter, z.B. für Kabelfernsehen oder SAT-Anlagen, die als Zwischenstecker realisiert werden, sind beispielsweise aus „TRABTECH 2005 Überspannungsschutz; Produktkatalog" der Firma Phoenix Contact GmbH & Co. KG, 32823 Blomberg, 2005, Seite 36 bis 37 vorbekannt. Hier befinden sich die Anschlüsse für die Adapter, z.B. für den Anschluss von Computern oder Telekommunikations-Endgeräten auf einer oder mehreren Seitenflächen, und zwar in starrer Anordnung.

Die DE 37 42 795 A1 zeigt ein Überspannungsschutzgerät an einer elektrischen Netzsteckdose, wobei dort eine Signalvorrichtung zugeordnet ist, welche die vollzogene Abschaltung signalisiert. Überspannungsschutzgerät samt Abschalt- und Signalvorrichtung sind zu einer Montageeinheit zusammengefasst.

Bei der Steckdoseneinheit nach US 5,384,428 A sind in der Dose selbst Überspannungs-Ableitelemente in Form von Varistoren vorhanden und es sind Signalanschlussbuchsen vorgesehen.

Aus der DE 38 06 478 A1 ist eine Steckdose zur Installation in Gebäuden vorbekannt, die im Sockel angeordnete Überspannungsschutzelemente umfasst, wobei elektrische Verbindungen zwischen dem Überspannungsschutz und den Leitern oder Anschlusskontakten des Steckdosensockels bestehen.

Die DE 295 07 448 U1 offenbart die Unterbringung von Überspannungsschutzelementen in einem Dosenunterteil, insbesondere bei einer Ausführung als Unterputzsteckdose.

Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine weiterentwickelte Schutzkontaktsteckdose mit Überspannungsschutzeinrichtung, welche in die Dose integriert ist oder mit dieser baulich verbunden wird, anzugeben, wobei über die Schutzkontaktsteckdose auch die Möglichkeit des Schutzes für Endgeräte mit Datenschnittstelle gegen Überspannungen möglich sein soll, und zwar ohne daß zusätzlicher Bauraum im Bereich der Steckdose benötigt wird.

Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch eine Schutzkontaktsteckdose mit Überspannungsschutzeinrichtung gemäß der Merkmalskombination nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen darstellen.

Erfindungsgemäß sind im oder am Steckdosenkörper untereinander verbundene und verdrahtete Norm-Steckverbinderanschlüsse für mindestens eine Datenleitung vorgesehen, wobei die Überspannungsschutzeinrichtung so verschaltet ist, daß diese auftretende Überspannungen einer angeschlossenen Daten- oder Telekommunikationsleitung wirksam ableitet. Erfindungsgemäß sind die Norm-Steckverbinderanschlüsse aus dem Gehäusekörper herausschwenk- oder herausklappbar angeordnet.

Bevorzugt sind die Norm-Steckverbinderanschlüsse ausgehend von einer üblicherweise vertikal montierten Dose an deren Gehäuseseiten befindlich.

In einer Ausgestaltung weist die Gehäuseunterseite Ausnehmungen für die Norm-Steckverbinderanschlüsse auf.

Die Schutzkontaktsteckdose kann eine optische Funktionsanzeige für die Überspannungsschutzeinrichtung aufweisen.

Das Modul zur Aufnahme der Überspannungsschutzeinrichtung, welches z.B. eine Leiterplatte mit Varistoren, Suppressordioden oder entsprechenden Ableitelementen aufweist, kann bevorzugt im Boden des Dosenkörpers oder in einem am Boden befestigten weiteren Gehäuseteil befindlich sein.

Bezüglich der Verdrahtung und Verbindung der Norm-Steckverbinderanschlüsse ist diese so ausgebildet, dass allen Anforderungen der Schirmung und des Verdrillens der Einzelleiter Genüge getan wird. Weiterhin sind nach Möglichkeit die Norm-Steckverbinderanschlüsse am oder im Dosenkörper eng benachbart ausgeführt, so daß die elektrischen Verbindungen untereinander auf kurzem Wege realisierbar sind.

In einer Ausführungsform der Erfindung können mehr als zwei Norm-Steckverbinderanschlüsse im Steckdosenkörper vorgesehen sein, so dass sich ergänzend die Möglichkeit des Anschlusses mehrerer, insbesondere Telekommunikations-Endgeräte ergibt, ohne dass ein separater Verteiler vorzusehen ist.

Auch kann der jeweilige Norm-Steckverbinderanschluss mit einem in die Dose integrierten sogenannten Power-Line-Transmitter in Verbindung stehen, so dass ohne ein separates Netzwerk- oder Datenkabel, allein über die Netzverdrahtung eine Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten erfolgen kann.

Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme von Figuren näher erläutert werden.

Hierbei zeigen:

1 eine informative Draufsicht sowie seitliche Darstellung einer Schutzkontaktsteckdose mit Überspannungsschutzeinrichtung;

2 eine Darstellung der erfindungsgemäßen Schutzkontaktsteckdose mit ausklappbarem Datenanschluss und

3 eine informative Prinzipdarstellung in Seitenansicht und Draufsicht einer Schutzkontaktsteckdose, die keine erfindungsgemäße Ausführungsform darstellt, mit Aufsatzteil, dieses umfassend die Norm-Steckverbinderanschlüsse und eine Überspannungsschutzeinrichtung.

Gemäß den Darstellungen nach den 1 bis 3 wird zunächst von einer an sich bekannten, z.B. Unterputz-Schutzkontaktsteckdose 1 ausgegangen, welche mit Hilfe eines Rahmens 2 in einer Aussparung einer Wand 3, z.B. eines Gebäudes fixiert ist.

An der Unterseite der Steckdose 1 befinden sich im gezeigten Beispiel zwei Norm-Steckverbinderanschlüsse 4 zur Aufnahme komplementärer Stecker 5 z.B. einer Daten- oder Telekommunikationsleitung.

Die Norm-Steckverbinderanschlüsse 4 können sogenannt RJ-Stecker (registered jack) aufnehmen, wie sie im Bereich der Telekommunikation und für Computernetzwerke Anwendung finden.

Im Körper der Steckdose 1 sind weiterhin Mittel zur optischen Signalisierung 6 des Funktionszustands der z.B. im Boden der Steckdose vorgesehenen Überspannungsschutzeinrichtung 7 vorhanden.

Die Norm-Steckverbinderanschlüsse 4 können als integrale Fortsätze des Steckdosenkörpers 1 ausgebildet sein oder aber auch gemäß der Darstellung nach 2 erfindungsgemäß ausklappbar oder schwenkbar ausgeführt werden. In diesem Falle werden die Norm-Steckverbinderanschlüsse 4 aus einer versenkten Position im Steckdosenkörper dann herausbewegt, wenn ein Anschluss einer Telekommunikationsleitung mit entsprechenden Steckern 5 gewünscht wird.

Gemäß 3, die eine alternative Ausführungsform zeigt, die nicht unter den Wortlaut des Patentanspruches 1 fällt, kann ein Aufsatzteil 8 vorgesehen sein, welches auf die Steckdose 1 aufsetz- und dort mechanisch fixierbar ist.

Das Aufsatzteil 8 weist wiederum Norm-Steckverbinderanschlüsse 4 zur Aufnahme entsprechender Stecker 5 z.B. einer Rangierleitung auf.

Das Aufsatzteil 8 besitzt einen Erdungsstift oder Erdungskontakt 9, welcher mit einem in der Steckdose 1 befindlichen Gegenkontakt in Verbindung steht.

Wie der 3 entnommen werden kann, ist das Aufsatzteil 8 unter Freilassen des eigentlichen Steckdosen-Anschlußraums 10 auf der Steckdose 1 befestigt.

Die Lösung gemäß 3 ist insbesondere zum Nachrüsten vorhandener Steckdosen geeignet, wobei die erfindungsgemäße Variante nach 2 primär der Erstausrüstung oder dem Austausch vorhandener Steckdosen dienen.

Die Verdrahtung der Datenleitung ist im üblichen Anwendungsfall so ausgeführt, dass die in die Schutzkontaktsteckdose integrierte Überspannungsschutzeinrichtung durch die eingangs- und ausgangsseitige Steckvorrichtung im Telekommunikationsleitungszug eingefügt wird.

Bezüglich des inneren Aufbaus werden verdrillte Leitungsadern mit paarweise ausgeführter Schirmung sowie zusätzlicher Gesamtschirmung bevorzugt. Die Schutzbeschaltung der Datenleitung kann in teilgeschirmten Gehäuseabschnitten angeordnet werden.

Bevorzugt ist eine wirksame Schirmung durch Einlage metallischer Schirmbleche erreichbar, wobei die metallischen Schirmbleche mit dem zentralen Masse-Erdungspunkt der Überspannungsschutzeinrichtung, z.B. mit PE verbunden werden. Ergänzend besteht die Möglichkeit, vorhandene Kunststoffteile der Schutzkontaktsteckdose mit leitfähigen Lacken bzw. einer leitfähigen Beschichtung zu versehen, um die gewünschten Schirmwirkungen zu gewährleisten.

1
Steckdose
2
Rahmen
3
Wand
4
Norm-Steckverbinderanschlüsse
5
Stecker
6
Mittel zur optischen Signalisierung
7
Überspannungsschutzeinrichtung
8
Aufsatzteil
9
Erdungsstift
10
Steckdosen-Anschlußraum


Anspruch[de]
Schutzkontaktsteckdose (1) mit Überspannungsschutzeinrichtung (7), welche in die Dose (1) integriert oder mit dieser baulich verbunden ist, wobei zwischen dem Erdkontakt (9) oder Null-Leiter der Dose (1) und dem Ableitanschluß der Überspannungsschutzeinrichtung (7) eine elektrische Verbindung besteht, dadurch gekennzeichnet, daß im oder am Steckdosenkörper untereinander verbundene und verdrahtete Norm-Steckverbinderanschlüsse (4) für mindestens eine Daten- oder Telekommunikationsleitung vorgesehen sind, wobei die Überspannungsschutzeinrichtung (7) so verschaltet ist, daß diese auftretende Überspannungen einer angeschlossenen Daten- oder Telekommunikationsleitung wirksam ableitet und die Norm-Steckverbinderanschlüsse (4) aus dem Dosenkörper (1) herausschwenk- oder herausklappbar angeordnet sind. Dose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Norm-Steckverbinderanschlüsse (4) ausgehend von einer vertikal montierten Dose an deren Gehäuseseiten befindlich sind. Dose nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Norm-Steckverbinderanschlüsse (4) an der Gehäuseunterseite angeordnet sind. Dose nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine optische Funktionsanzeige (6) für die Überspannungsschutzeinrichtung vorgesehen ist. Dose nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Überspannungsschutzeinrichtung (7) im Boden des Dosenkörpers (1) oder in einem am Boden befestigten weiteren Gehäuseteil befindlich ist.






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