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Dokumentenidentifikation DE102005043111B3 19.04.2007
Titel Bohrwagen mit überlanger Lafette
Anmelder Klemm Bohrtechnik Zweigniederlassung der Bauer Maschinen GmbH, 57489 Drolshagen, DE
Erfinder Käthner, Ralph, 57462 Olpe, DE;
Clemens, Albert, 57482 Wenden, DE
Vertreter Schulte & Schulte, 45219 Essen
DE-Anmeldedatum 10.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005043111
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.04.2007
IPC-Hauptklasse E21B 19/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E21B 7/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Bohrwagen 1 mit einer Lafette 9 mit einer Länge von über 12 m ist einwandfrei auch im Gelände einsetzbar, weil die Lafette 9 über den Lafettenträger 7 so verschoben und verfahren werden kann, dass praktisch keine Schwerpunktverlagerung beim Einrichten der Lafette 9 erfolgt. Vielmehr wird die Lafette 9 am Lafettenträger 7 über die beiden gegeneinander arbeitenden Verschiebezylinder 15, 19 jeweils so verschoben, dass sich ein möglichst günstiger Schwerpunkt einstellt und damit das Aufrichten der Lafette 9 in die senkrechte Position ohne eine Gefährdung des gesamten Bohrwagens 1 möglich wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bohrwagen mit einem über einen Anstellzylinder schwenkbaren Lafettenträger, an dem eine Lafette mit Bohrantrieb und Bohrgestänge über einen Lafettenverschiebezylinder am Lafettenträger entlang in dessen Längsrichtung verschiebbar ist.

Derartige Bohrwagen sind aus der EP 1 291 488 A1 bekannt. Sie sind mit Lafetten ausgerüstet, die den Bohrwagen beidseitig bei der Transportstellung überragen. Um das häufige Wechseln der Bohrrohre zu vermeiden und mit einem möglichst langen Bohrstrang arbeiten zu können, hat man dabei einen Lafettenträger geschaffen, der mit dem Bohrwagen schwenkbar verbunden ist und an dem die Lafette über einen Lafettenverschiebezylinder in Längsrichtung verschiebbar ist. Solche Lafettenverschiebezylinder ermöglichen einen Hub von 1 m bis maximal 2 m. Bohrwagen mit Lafetten die überlang ausgebildet sind, also beispielsweise über 10 m, können mit dem bekannten Lafettenverschiebezylinder ohne Gefährdung des Bohrwagens nicht arbeiten, zumal dieser Zylinder nur einen maximalen Hub von rund 2 m hat. Andererseits werden von den Kunden Lafettenlängen von 10 m und mehr immer häufiger gewünscht, weil dann mit einem Bohrvorgang ein großer Teil der im Oberflächen nahen Bereich einzubringenden Bohrungen hergestellt werden können. Aus der DE 36 01 341 A1 ist eine nicht verschiebliche Lafette bekannt, die allerdings um einen Punkt geschwenkt werden kann. Der Bohrantrieb, der auf einem Bohrschlitten angeordnet ist, kann über Zylinderanordnungen auf der Lafette hin und her bewegt werden. Dementsprechend handelt es sich um Arbeitszylinder, die für den Bohrvortrieb notwendig sind und nicht um einen Stellzylinder für das Korrigieren der Lafette am Lafettenträger. In der DD 97 720 A1 ist ein in zwei Richtungen wirkender Zylinder dargestellt. Dem Stand der Technik gemeinsam ist der Nachteil, dass Lafettenlängen von 10 m und mehr mit den bekannten Einrichtungen nicht auf einem Bohrwagen oder zusammen mit einem Bohrwagen betätigt werden können.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen einwandfrei händelbaren und sicheren Bohrwagen mit überlanger, d. h. mindestens 12 m langer Lafette zu schaffen.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass ein Bohrwagen mit einem über einen Anstellzylinder schwenkbaren Lafettenträger, an dem eine Lafette mit Bohrantrieb und Bohrgestänge über einen Lafettenverschiebezylinder am Lafettenträger entlang in dessen Längsrichtung verschiebbar ist, einen Lafettenverschiebezylinder aufweist, der mit einem Zweitverschiebezylinder verbunden die Lafette verschiebend angeordnet ist, wozu der axial dazu angeordnete und an der Lafette geführte Zweitverschiebezylinder einseitig an der Lafette festgelegt ist und beide über einen an der Lafette geführten Koppelschlitten miteinander verbunden sind.

Mit entsprechend gleich ausgebildeten Lafettenverschiebezylindern bzw. Zweitverschiebezylindern kann nun eine Verschiebemöglichkeit der Lafette bis zu 4 m problemlos erreicht werden, sodass eine Lafettenlänge von über 12 m verwirklicht werden kann. Der erste Lafettenverschiebezylinder ist am Lafettenträger festgelegt, der zweite an der Lafette, sodass mit dem Hub des Lafettenverschiebezylinders und dann mit dem Hub des Zweitverschiebezylinders die Lafette problemlos rund 4 m zu verschieben ist. Die beiden auszufahrenden und wieder einzuziehenden Verschiebezylinder sind axial hintereinander angeordnet und an der Lafette geführt, sodass sie bei ihrer Arbeit, d. h. beim Verschieben der Lafette nicht überlastet werden können. Bei den zu erwartenden Kräften in den Verschiebezylindern ist eine Überlastung bei dieser Verschiebung der Lafette eindeutig nicht zu befürchten.

Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Kolbenstange des Lafettenverschiebezylinders und die Kolbenstange des Zweitverschiebezylinders über einen Koppelschlitten miteinander verbunden sind, der an der Lafette geführt verschiebbar angeordnet ist. Bei einer solchen Ausbildung werden die Enden der beiden Verschiebezylinder indirekt über den Koppelschlitten verbunden, der seinerseits an der Lafette geführt zu verschieben ist, sodass ein Durchbiegen oder eine sonstige Gefährdung der beiden Verschiebezylinder bei ihrer Betätigung nicht eintreten kann. Der Koppelschlitten dient einmal zum Verbinden der beiden Verschiebezylinder bzw. deren Kolbenstangen und zum anderen zur Führung der beiden Verschiebezylinder an der Lafette selbst. Dieser Schlitten ermöglicht es so, ohne die zulässige Knicklänge der Kolbenstange zu überschreiten, beide Zylinderhübe zu addieren und auf den gewünschten Verschiebeweg von rund 4 m zu kommen.

Eine weitere zweckmäßige Ausbildung ist die, nach der der Lafettenverschiebezylinder und der Zweitverschiebezylinder jeweils an dem Lafettenträger, dem Koppelschlitten und der Lafette gelenkig angebracht sind. Dadurch ist eine gewisse Beweglichkeit zwischen den Verschiebezylindern und der Lafette möglich bzw. dem Lafettenträger. Die gelenkige Verbindung verhindert Überbeanspruchungen der Verbindungsbereiche und vor allem der ausgefahrenen Verschiebezylinder.

Um beide Verschiebezylinder sicher am Koppelschlitten anbringen und mit diesem verbinden zu können, sieht die Erfindung vor, dass der Koppelschlitten einen das Profil der Lafette umfassenden Flachschlitten und darauf aufstehende, im Abstand angeordnete Flacheisen mit endseitigen Querbohrungen aufweist. Die Querbohrungen sind im gleichen Abstand vom Ende der aufrecht stehenden Flacheisen in diese eingebracht, sodass die beiden hier festzulegenden Kolbenstangen gleichmäßig ihre Kraft über den Koppelschlitten aufeinander übertragen können, wenn ein entsprechend langes Ausfahren der Verschiebezylinder notwendig ist. Durch diese Ausbildung ist auch die Montage erleichtert, da mit üblichen Bolzen die beiden Zylinderaugen der Kolbenstangen an dem Koppelschlitten festgelegt werden können. Die Lasche ist durch Schrauben an verschiedenen Stellen der Lafette zu befestigen, sodass mehrere Stellungen möglich sind.

Auch der Zweitverschiebezylinder soll mit der Lafette über ein Gelenk verbunden sein, was besonders dadurch möglich wird, dass der Zweitverschiebezylinder zylindergehäuseseitig an einem der Lafette zugeordneten Festpunkt gelenkig angeordnet ist. Dieser Festpunkt ist eine an der Lafette angebrachte Lasche, an der dementsprechend der Zweitverschiebezylinder zylindergehäuseseitig festgelegt werden kann und zwar auch wieder über einfaches Verschrauben bzw. über einen Bolzen.

Zur zweckmäßigen Führung, insbesondere des Zweitverschiebezylinders, ist vorgesehen, dass am kolbenstangenseitigen Ende des Zweitverschiebezylinders an der Lafette festgelegte Haltebügel vorgesehen sind. Diese Haltebügel können geöffnet werden, um den Zweitverschiebezylinder einzulegen, wobei er sich dann in diesem Haltebügel bewegen kann, soweit dies notwendig ist. Es versteht sich, dass nur das Zylindergehäuse endseitig entsprechend abgestützt wird, rein theoretisch besteht aber auch die Möglichkeit, entsprechende Führungen für die Kolbenstange, insbesondere des Zweitverschiebezylinders vorzusehen.

Auch das Zylindergehäuse des Lafettenverschiebezylinders wird zweckmäßigerweise mit dem Lafettenträger verbunden, bzw. an diesem geführt, indem nämlich das Zylindergehäuse des Lafettenverschiebezylinders in den hohl ausgebildeten Lafettenträger hineinreichend angeordnet ist. Der Lafettenträger selbst wird somit als eine Art Haltebügel verwendet, ohne dass dadurch zusätzliche Anbauten notwendig werden.

Mit den weiter vorn beschriebenen Ausführungsformen sind Verschiebungslängen von rund 4 m möglich. Gemäß einer Weiterbildung ist es aber auch möglich, noch größere Verschiebungslängen zu erreichen, sodass noch längere Lafetten zum Einsatz gelangen können. Hierzu sieht die Erfindung vor, dass zwischen dem Lafettenverschiebezylinder und dem Zweitverschiebezylinder ein Mittenzylinder an der Lafette geführt angeordnet ist. Ist dieser Mittenzylinder genauso ausgebildet wie der Lafettenverschiebezylinder und der Zweitverschiebezylinder, so ist eine weitere Ausfahrlänge von 2 m möglich, also insgesamt 6 m Verschiebelänge.

Eine besonders zweckmäßige Anbringung dieses Mittenzylinders ist erfindungsgemäß dadurch möglich, dass der Mittenzylinder mit seiner Kolbenstange an dem ersten Koppelschlitten gegenüber der Kolbenstange des Lafettenverschiebezylinders und mit seinem Zylindergehäuse an einem zweiten Koppelschlitten gelenkig angeordnet ist, an dem gegenüberliegend der Zweitverschiebezylinder angebracht ist. Es versteht sich, dass die Anschläge am zweiten Koppelschlitten und auch an dem ersten Koppelschlitten über Bolzen oder entsprechende Verbindungselemente erreicht werden, sodass damit eine gelenkige Verbindung erreicht ist.

Nicht nur aufgrund der jetzt möglichen Länge des Lafettenträgers, sondern insbesondere der Lafette, muss das Verschwenken des Lafettenträgers und damit der Lafette immer sicher möglich sein, wobei dies gemäß der Erfindung dadurch erreicht wird, dass zum Verschwenken des Lafettenträgers mit Lafette zwei Anstellzylinder in Form von Nackenzylindern vorgesehen und gelenkig mit dem Bohrwagen und mit dem Lafettenträger verbunden sind. Dies sichert ein einwandfreies Verschwenken des Lafettenträgers mit Lafette, insbesondere auch ein entsprechendes Korrigieren der Lafette beim Einrichten einer neuen Bohrung bzw. beim Ablegen des Lafettenträgers mit Lafette für den weiteren Transport.

Um die beiden als Nackenzylinder ausgebildeten Anstellzylinder sicher am Lafettenträger festlegen zu können, sieht die Erfindung vor, dass die Kolbenstangen der Anstellzylinder beidseitig des Kopfendes des Lafettenträgers angeordneten Laschen mit Bohrungen zugeordnet sind. Auf diese Weise ist eine gelenkige Verbindung beider Anstellzylinder sicher möglich.

Das die Klemmeinrichtungen tragende Endstück der Lafette schleift beim Einrichten häufig über den Boden, sodass hier eine Beanspruchung insbesondere der Ecke auftreten kann. Um hier Beschädigungen zu vermeiden und andererseits das Aufrichten der Lafette zu begünstigen, sieht die Erfindung vor, dass das Klemmeinrichtungen für das Bohrgestänge tragende Endstück der Lafette eine vom Außenrand der Lafette zu deren zurückspringendem Innenrand bogenförmig verlaufende Stützflanke aufweist. Diese bogenförmige Ausbildung begünstigt das Aufrichten der Lafette und verhindert gleichzeitig einen Verschleiß in diesem Bereich. Da diese Stützflanke gleichzeitig auch beim Bohren gegen Abrutschen gesichert sein soll, kann diese Stützflanke zweckmäßigerweise aufgerauht ausgebildet oder auch mit Spitzen oder Noppen versehen sein, sodass ein immer sicheres Aufrichten und Aufstellen der Bohrlafette gesichert ist.

Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass ein Bohrwagen geschaffen ist, bei der mit Hilfe geschickt angeordneter Verschiebezylinder eine Verschiebemöglichkeit der Lafette von rund 4 m oder gar 6 m möglich wird, sodass Lafettenlängen von über 12 m möglich sind. Damit kann ein Großteil der im übertägigen Bereich herzustellenden Bohrung, beispielsweise zur Sicherung von Baugruben, ohne Verlängern oder Verkürzen des Bohrgestänges abgebohrt werden. Die Arbeiten können damit schneller und sicherer durchgeführt werden, wobei durch die geschickte Verschiebemöglichkeit der Lafette eine Schwerpunktverlagerung über die hintere Kippkante sicher ausgeschlossen werden kann. Durch die axiale Anordnung zweier gleich ausgebildeter Verschiebezylinder und deren Verbindung über einen gleichzeitig sichernden und führenden Koppelschlitten ist es ausgeschlossen, dass die zulässige Knicklänge der Kolbenstangen überschritten wird. Dies gilt auch für die Ausbildung mit drei Verschiebezylindern. Alle Zylinderhübe können somit addiert und die gewünschten Verschiebemöglichkeiten erreicht werden.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel mit den dazu notwendigen Einzelheiten und Einzelteilen dargestellt ist. Es zeigen:

1 einen Bohrwagen mit überlanger Lafette in Transportstellung,

2 der Bohrwagen mit überlanger Lafette beim Aufrichten der Lafette,

3 den Bohrwagen mit überlanger Lafette in der Bohrstellung,

4 ein Schnitt durch die Lafette im Bereich des Koppelschlittens,

5 ein Ausschnitt der Bohrlafette mit eingefahrenen Verschiebezylindern,

6 die Darstellung nach 5 mit ausgefahrenem Zweitverschiebezylinder,

7 die Darstellung nach 5 mit beiden ausgefahrenen Verschiebezylindern und

8 eine Ausführung der Lafette und des Lafettenträgers mit drei Verschiebezylindern.

1 zeigt einen Bohrwagen 1 mit Fahrwerk 2 und dem Aufbau 3, an dem über ein Schwenklager 4 gesichert ein Lafettenträger 7 angebracht ist. Außerdem ist dieser Lafettenträger 7 über einen bzw. zwei Anstellzylindern mit Kolbenstange 6 mit dem anderen Ende des Lafettenträgers 7 verbunden. Über die Anstellzylinder 5 wird mit dem Ausfahren der Kolbenstange 6 der Lafettenträger 7 aus der annähernd horizontalen Position in eine schräge und schließlich in die senkrechte Position nach 3 verbracht.

An dem Lafettenträger 7 ist die Lafette 9 verschiebbar angebracht, wozu die Führungen 8, 8' dienen. Der Verschiebevorgang selbst erfolgt über den Lafettenverschiebezylinder 15, dessen Zylindergehäuse 16 am Lafettenträger 7 schwenkbar festgelegt ist, während die Kolbenstange 17 an der Lafette 9 bzw. wie weiter hinten noch erklärt an einem zweiten Verschiebezylinder befestigt ist.

Die Lafette 9 trägt den Bohrantrieb 10 und die Klemmeinrichtung 12 am gegenüberliegenden Ende der Lafette 9, wobei das Bohrgestänge 11 in der Klemmeinrichtung 12 beim Bohrvorgang gleichzeitig auch geführt wird. Einzelheiten hierzu sind in 1, 2 und 3 nur angedeutet.

In 1 ist verdeutlicht, dass mit dem Aufrichten der Lafette 9 gerade begonnen worden ist, um den Bohrvorgang einzuleiten. Die Lafette 9 wird zunächst einmal mit ihrem Ende bis etwas 24° aufgerichtet, wobei sowohl der Lafettenverschiebezylinder 15 wie auch der zweite Verschiebezylinder, nämlich der Zweitverschiebezylinder 19 mit eingefahrenen Kolbenstangen wiedergegeben sind. Nach Erreichen dieser Position wird zunächst einmal dieser Zweitverschiebezylinder 19 auf 2 m ausgefahren, d. h. die Kolbenstange 21 wird aus dem Zylindergehäuse 20 völlig herausgedrückt. Dieser Zweitverschiebezylinder 19 ist mit seinem Zylindergehäuse 20 am Festpunkt 22 mit Gelenkpunkt 23 mit der Lafette 9 verbunden, während die Kolbenstange 21 über den Koppelschlitten 25 mit der Kolbenstange 17 des Lafettenverschiebezylinders 15 in Verbindung steht. Alle Verbindungen sind gelenkig ausgebildet, wie in den 1 bis 3 angedeutet, vor allem über Bolzen.

Durch das Ausschieben der Kolbenstange 21 aus dem Zylindergehäuse 20 des Zweitverschiebezylinders 19 und das weitere Ausfahren der Anstellzylinder 5 erreicht die Lafette 9 gemäß 2 eine Position von ca. 40°. Weiter kann sie über die Anstellzylinder 5 nicht aufgerichtet werden, weil nun das Endstück 37 der Lafette 9 auf dem Boden 36 aufsteht. Die Stützflanke 40 ist schräg bzw. leicht bogenförmig ausgebildet und zwar vom Innenrand 39 zum Außenrand 38 hin. 2 verdeutlicht, dass in diesem Bereich auch die Klemmeinrichtung 12 angeordnet ist. Sie ist Teil des Endestückes 37.

Gleichzeitig mit dem Betätigen des Lafettenverschiebezylinders 15 werden nun auch wieder die Anstellzylinder 5 beansprucht, sodass der Lafettenträger 7 und damit die Lafette 9 in die senkrechte Position gelangt. 3 zeigt den Abschluss dieses Bewegungsvorganges, wobei nun die Lafette 9 etwas oberhalb des Bodens angeordnet ist. Durch Betätigen eines der beiden Verschiebezylinder 15, 19 kann die Lafette 9 wenn notwendig auf dem Boden 36 abgesetzt werden.

4 zeigt das Lafettenprofil 26 im Schnitt, wobei erkennbar ist, dass dieses Lafettenprofil 26 an allen vier Ecken Schienen 32, 32' aufweist, an denen der Koppelschlitten 25 geführt werden kann. Dieser Koppelschlitten 25 besteht aus einem Flacheisen 27, das entsprechen beidseitig um die Schienen 32, 32' herumgebogen ausgebildet ist, sowie über aufgesetzte Flacheisen 28 mit Querbohrungen 29. Diese Flacheisen 28 mit den Querbohrungen 29 ermöglichen das Festlegen der Kolbenstange 17 bzw. 21, wobei diese gelenkig angeschlagen sind.

Die 5, 6 und 7 zeigen die Position der beiden Verschiebezylinder 15, 19 während des Aufrichtens der Lafette 9. In 5 sind beide Verschiebezylinder 15, 19 mit eingezogener Kolbenstange 17, 21 wiedergegeben. Diese Position entspricht der nach 1.

Zu erkennen ist in 3, dass die beiden Anstellzylinder 5 am Kopfende 33 des Lafettenträgers 7 angelenkt sind. Hier sind Laschen 34 mit einer Bohrung 35 vorgesehen, an denen jeweils einer der beiden Anstellzylinder 5 angeschlagen werden können. Über die Bolzen oder Bohrungen ist eine gelenkige Verbindung erreicht, die somit ein Verschwenken des Lafettenträgers 7 relativ zu den Anstellzylindern 5 zulässt.

In 6 ist die Kolbenstange 21 des Zweitverschiebezylinders 19 ausgefahren, wobei wie aus dem Vergleich von 5 und 6 erkennbar ist, der Koppelschlitten 25 seine Position beibehalten hat. Die Kolbenstange 21 bzw. das Endstück 21' des Zweitverschiebezylinders 19 ist ebenso gelenkig mit dem Koppelschlitten 25 verbunden wie die Kolbenstange 17 des Lafettenverschiebezylinders 15. Dieses Zylindergehäuse 16 des Lafettenverschiebezylinders 15 ist in den hohl ausgebildeten Lafettenträger 7 eingeschoben, wobei in diesem Bereich auch die Führung 8 der Lafette 9 auf dem Lafettenträger 7 erkennbar ist.

Das Zylindergehäuse 20 des Zweitverschiebezylinders 19 ist einmal am Festpunkt 22 an der Lafette 9 festgelegt und zum anderen gesichert durch den Haltebügel 31 am kolbenstangenseitigen Ende 30 des Zylindergehäuses 20. Da auch der Koppelschlitten 25 an der Lafette 9 geführt ist, ist so ein ungefährdetes Arbeiten beider Lafettenverschiebezylinder 15 und Zweitverschiebezylinder 19 möglich, wobei 7 die Endposition zeigt, d. h. hier sind beide Kolbenstangen 17, 21 im ausgefahrenen Zustand wiedergegeben. Da während des Ausschiebens der Kolbenstange 17 das Ende dieser Kolbenstange 17 über den Koppelschlitten 25 geführt ist, ist eine einwandfreie Übertragung der Kräfte auf den ausgefahrenen Zweitverschiebezylinder 19 gesichert. Hier nicht dargestellt ist, dass der Koppelschlitten 25 langsam aber sicher geführt den Zweitverschiebezylinder 19 im ausgefahrenen Zustand mit der Lafette zusammen nach oben verschiebt, um so die Lafette 9 in die richtige Endposition zu bringen.

In 8 ist eine Ausbildung wiedergegeben, bei der eine noch größere Verschiebungslänge erreicht werden kann. Zwischen dem Lafettenverschiebezylinder 15 und dem Zweitverschiebezylinder 19 ist ein Mittenzylinder 42 angeordnet, der mit beiden Verschiebezylindern verbunden die Möglichkeit gibt, alle Ausfahrlängen zu addieren und so auf eine Ausfahr- bzw. Verschiebelänge von rund 6 m zu kommen. Nach der Ausbildung der 8 ist dieser Mittenzylinder 42 mit seiner Kolbenstange 43 gelenkig mit dem Koppelschlitten 25 verbunden und mit seinem Zylindergehäuse 44 mit einem zweiten Koppelschlitten 45 an dem andererseits auch der Zweitverschiebezylinder 19 gelenkig festgelegt ist. Da der Mittenzylinder 42 wie ein Vergleich der Darstellung nach 8 verdeutlicht, in seiner gesamten Länge seine Position relativ zur Lafette 9 verändert, ist eine Führung an der Lafette direkt nicht vorgesehen. Denkbar ist es aber auch, ähnlich der Führung über den Haltebügel 31 hier auch eine Führung vorzusehen, wobei dann der Mittenzylinder 42 und natürlich auch seine Kolbenstange 43 so gehalten werden, dass sie sich in diesem hier nicht dargestellten Haltebügel verschieben können.

In 8 ist verdeutlicht, dass bei einem Ausfahren der Lafette 9 entlang dem Lafettenträger 7 zunächst einmal der Zweitverschiebezylinder 19 ausgefahren wird. Die erste Darstellung zeigt alle drei Verschiebezylinder 15, 19, 42 im eingefahrenen Zustand, während die zweite Darstellung von links nach rechts gesehen bereits die ausgefahrene Kolbenstange 21 wiedergibt. Die beiden anderen Verschiebezylinder 15 und 42 sind im eingefahrenen Zustand wiedergegeben.

Das dritte Teilbild zeigt dann, dass nach dem Ausfahren des Zweitverschiebezylinders 19 nun der Mittenzylinder 42 ausgefahren wird, sodass man bereits auf eine Verschiebelänge von rund 4 m kommt. Erst dann wird der eigentliche Lafettenverschiebezylinder 15 wie dies die rechte Darstellung von 8 wiedergibt, ausgefahren, sodass die Gesamtausfahrlänge von rund 6 m erreicht ist. Während dieses Verschiebens werden die jeweiligen Verschiebezylinder 15, 19 und 42 über die Koppelschlitten 25 und 45 an der Lafette 9 geführt, sodass auch die entsprechend zugeordneten Verschiebezylinder insgesamt gesichert sind.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entnehmenden, werden allein und in Kombination als erfindungswesentlich angesehen.


Anspruch[de]
Bohrwagen mit einem über einen Anstellzylinder (5) schwenkbaren Lafettenträger (7), an dem eine Lafette (9) mit Bohrantrieb (10) und Bohrgestänge (11) über einen Lafettenverschiebezylinder (15) am Lafettenträger (7) entlang in dessen Längsrichtung verschiebbar ist, wobei der Lafettenverschiebezylinder (15) mit einem Zweitverschiebezylinder (19) verbunden und die Lafette (9) verschiebbar angeordnet ist, wozu der axial dazu angeordnete und an der Lafette (9) geführte Zweitverschiebezylinder (19) einseitig an der Lafette (9) festgelegt ist und beide über einen an der Lafette (9) geführten Koppelschlitten (25) miteinander verbunden sind. Bohrwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (17) des Lafettenverschiebezylinders (15) und die Kolbenstange (21) des Zweitverschiebezylinders (19) über den Koppelschlitten (25) miteinander verbunden sind. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Lafettenverschiebezylinder (15) und der Zweitverschiebezylinder (19) jeweils an dem Lafettenträger (7), dem Koppelschlitten (25) und der Lafette (9) gelenkig angebracht sind. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Koppelschlitten (25) einen das Profil (26) der Lafette (9) umfassenden Flachschlitten (27) und darauf aufstehende, im Abstand angeordnete Flacheisen (28) mit endseitigen Querbohrungen (29) aufweist. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zweitverschiebezylinder (19) zylindergehäuseseitig an einem der Lafette (9) zugeordneten Festpunkt (22) gelenkig angeordnet ist. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am kolbenstangenseitigen Ende (30) des Zweitverschiebezylinders (19) an der Lafette (9) festgelegte Haltebügel (31) vorgesehen sind. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zylindergehäuse (16) des Lafettenverschiebezylinders (15) in den hohl ausgebildeten Lafettenträger (7) hineinreichend angeordnet ist. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Lafettenverschiebezylinder (15) und dem Zweitverschiebezylinder (19) ein Mittenzylinder (42) an der Lafette (9) geführt angeordnet ist. Bohrwagen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Mittenzylinder (42) mit seiner Kolbenstange (43) an dem ersten Koppelschlitten (25) gegenüber der Kolbenstange (17) des Lafettenverschiebezylinders (15) und mit seinem Zylindergehäuse (44) an einem zweiten Koppelschlitten (45) gelenkig angeordnet ist, an dem gegenüberliegend der Zweitverschiebezylinder (19) angebracht ist. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verschwenken des Lafettenträgers (7) mit Lafette (9) zwei Anstellzylinder (5) in Form von Nackenzylindern vorgesehen und gelenkig mit dem Bohrwagen (1) und mit dem Lafettenträger (7) verbunden sind. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstangen (6) der Anstellzylinder (5) beidseitig des Kopfendes (33) des Lafettenträgers (7) angeordneten Laschen (33) mit Bohrungen (35) zugeordnet sind. Bohrwagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmeinrichtungen (12) für das Bohrgestänge (11) tragende Endstück (37) der Lafette (9) eine vom Außenrand (38) der Lafette (9) zu deren zurückspringendem Innenrand (39) bogenförmig verlaufende Stützflanke (40) aufweist.






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