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Dokumentenidentifikation DE202006017237U1 19.04.2007
Titel Medizinisches Instrument und System zu dessen Anwendung
Anmelder Johnki, Bernd J., Dr.med.dent., 46325 Borken, DE
Vertreter Weisbrodt, B., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 47051 Duisburg
DE-Aktenzeichen 202006017237
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.04.2007
Registration date 15.03.2007
Application date from patent application 09.11.2006
IPC-Hauptklasse A61C 13/38(2006.01)A, F, I, 20061109, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61C 3/00(2006.01)A, L, I, 20061109, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ganz allgemein ein medizinisches Instrument für zahnmedizinische Anwendungen, mit einem Schaft, an dessen proximalem Ende ein Griffstück und an dessen distalem Ende ein Kopfteil angeordnet ist, wobei das freiliegende Ende des Kopfteils ein Werkzeug bereitstellt.

Darüber hinaus betrifft die vorliegende ein medizinisches Instrument zum Lösen einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese, mit einem Schaft an dessen proximalem Ende ein Griffstück und an dessen distalem Ende ein hakenartig ausgebildetes Kopfteil angeordnet ist, wobei das Kopfteil einen gegenüber dem Schaft abgewinkelten Abschnitt aufweist, welcher ein freiliegendes Ende des Kopfteils bereitstellt.

Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein System bestehend aus einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers anordbaren Prothese und einem erfindungsgemäßen medizinisches Instrument.

Im Stand der Technik sind zahlreiche medizinische Instrumente mit einem Schaft, an dessen proximalem Ende ein Griffstück und an dessen distalem Ende ein ein für zahnmedizinische Behandlungen ausgebildetes Werkzeug aufweisendes Kopfteil angeordnet ist, bekannt. Die Handhabung derartiger medizinischer Instrumente ist insgesamt verbesserbar, insbesondere im Hinblick auf eine kontrollierte und/oder dosierbare Krafteinleitung als auch eine kontrollierte Führung des medizinischen Instruments.

Darüber hinaus ist mit den bisher bekannten medizinischen Instrumenten ein Lösen von einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese in der Regel nur von entsprechend ausgebildetem Fachkräften und/oder mit ausreichender Übung möglich. Aufgrund der konstruktiven Ausgestaltung der bisher bekannten medizinischen Instrumente sind dabei immer wieder, auch bei Anwendung durch Fachkräfte, Verletzungen des Zahnfleischs des Prothesenträgers gegeben. Ferner ist die Handhabung der bisher bekannten medizinischen Instrumente bei einer Anwendung bei hilfe- bzw. pflegebedürftigen, Prothesen tragenden Personen, beispielsweise bettlägerigen oder querschnittsgelähmten Personen, durch entsprechendes Hilfs- bzw. Pflegepersonal überaus unbequem und umständlich sowohl für die hilfe- bzw. pflegebedürftige, die Prothese tragende Person als auch die helfende bzw. pflegende Person. Darüber hinaus können die Prothesen, insbesondere Teil- und/oder Vollprothesen wie Brücken, Kronen oder dergleichen, beim insbesondere durch Abziehen von Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten gegebenen Lösen durch die bisher bekannten medizinischen Instrumente beschädigt und/oder zerstört werden.

Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein medizinisches Instrument, insbesondere ein medizinisches Instrument zum Lösen einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese, der eingangs genannten Art zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf eine kontrollierte und/oder dosierbare Krafteinleitung als auch eine kontrollierte Führung des medizinischen Instruments. Dabei soll es insbesondere einem Prothesenträger selbst als auch Fach-, Hilfs- und/oder Pflegepersonal auf einfache, bequeme und insbesondere zumindest weitestgehend verletzungsfreie Art und Weise ermöglicht werden, eine lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordnete Prothese beschädigungsfrei zu lösen.

Die Aufgabe ist bei einem ein medizinisches Instrument für zahnmedizinische Anwendungen, mit einem Schaft, an dessen proximalem Ende ein Griffstück und an dessen distalem Ende ein Kopfteil angeordnet ist, wobei das freiliegende Ende des Kopfteils ein Werkzeug bereitstellt, erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Griffstück einen in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt und einen ein freiliegendes Ende des Griffstücks ausbildenden Abschnitt aufweist, wobei der das freiliegende Ende des Griffstücks ausbildende Abschnitt des Griffstücks gegenüber dem in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt des Griffstücks in Richtung zumindest einer im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Schaftes verlaufenden Achse elastisch verformbar ist.

Bei einem ein medizinisches Instrument zum Lösen einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese, mit einem Schaft an dessen proximalem Ende ein Griffstück und an dessen distalem Ende ein hakenartig ausgebildetes Kopfteil angeordnet ist, wobei das Kopfteil einen gegenüber dem Schaft abgewinkelten Abschnitt aufweist, welcher ein freiliegendes Ende des Kopfteils bereitstellt, ist die eingangs genannte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Abschnitt des Kopfteils an dem freiliegenden Ende einen den Durchmesser des Abschnitts am freiliegenden Ende wulstartig vergrößernden Rand aufweist und das Griffstück einen in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt und einen ein freiliegendes Ende des Griffstücks ausbildenden Abschnitt aufweist, wobei der das freiliegende Ende des Griffstücks ausbildende Abschnitt des Griffstücks gegenüber dem in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt des Griffstücks in Richtung zumindest einer im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Schaftes verlaufenden Achse elastisch verformbar ist.

Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zu nutze, dass sich die Handhabung derartiger medizinischer Instrumente insbesondere im Hinblick auf eine kontrollierte und/oder dosierbare Krafteinleitung als auch eine kontrollierte Führung des medizinischen Instruments durch erfindungsgemäße gegeneinander elastisch verformbare Abschnitte seitens des Griffstücks verbessern lässt. Die erfindungsgemäße elastische Verformbarkeit ermöglicht dabei in den unterschiedlichen Abschnitten eine unterschiedlich stark dosierte und damit kontrollierbarere Krafteinleitung in der Handhabung des Werkzeugs des medizinischen Instruments. Vorteilhafterweise weist das Griffstück des erfindungsgemäßen medizinischen Instruments wenigstens zwei oder mehr gegeneinander erfindungsgemäß elastisch verformbare Abschnitte auf. Dadurch wird vorteilhafterweise eine weitere Anpassung des Griffstücks an die Handhabung des jeweiligen Nutzers ermöglicht.

Der Erfindung liegt ferner die Erkenntnis zugrunde, dass durch den den Durchmesser des Abschnitts am freiliegenden Ende wulstartig vergrößernden Rand eine lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordnete Prothese auf einfache, bequeme und weitestgehend verletzungsfreie Art und Weise beschädigungsfrei zu lösen ist. Durch den wulstartig vergrößerten Rand ist dabei insbesondere sichergestellt, dass das Zahnfleisch des Prothesenträgers beim Lösen der Prothese, insbesondere durch Abziehen der Prothese von den Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten, nicht verletzt wird.

Beim Lösen kann der Prothesenträger selbst oder eine Fach-, Hilfs- und/oder Pflegeperson den den Durchmesser des Abschnitts am freiliegenden Ende des Kopfteils wulstartig vergrößernden Rand des erfindungsgemäßen medizinischen Instruments auf die vestibuläre und/oder buccale Wand einer Ober- oder Unterkieferprothese aufsetzen und das medizinische Instrument unter Kontakt zur Prothesenoberfläche zum Rand der Prothese in Richtung Zahnfleisch bzw. Ober- oder Unterkiefer gleiten. Wird der Rand der Prothese erreicht, rutscht der wulstartig vergrößerte Rand des erfindungsgemäßen medizinischen Instruments über den Rand der Prothese. In diesem Zustand kann die so gefasste Prothese durch entsprechende Abziehbewegung des medizinischen Instruments in Richtung weg vom Zahnfleisch bzw. Ober- oder Unterkiefer von den Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers, auf denen die Prothese lösbar angeordnet ist gelöst und entfernt werden.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die beiden Abschnitte des Griffstücks aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind. Erfindungsgemäß ist so durch Auswahl von Materialien unterschiedlicher elastischer Verformbarkeit eine Einstellung der Verformbarkeit durch Materialauswahl bewerkstelligbar. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die beiden Abschnitte des Griffstücks unterschiedliche Materialstärken auf. Dadurch wird erfindungsgemäß eine weitere Einstellmöglichkeit der elastischen Verformbarkeit erzielbar.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich der Schaft in den in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt des Griffstücks erstreckt, vorzugsweise bis zu dem ein freiliegendes Ende des Griffstücks ausbildenden Abschnitt des Griffstücks. Erfindungsgemäß weist der in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegende Abschnitt des Griffstücks eine den Schaft form- und/oder kraftschlüssig aufnehmende Aufnahme auf. Der Schaft bildet so eine Art Bewehrung für den in Längserstreckungsrichtung des Schaftes liegenden Abschnitt des Griffstücks und verleiht diesem so eine gegenüber dem das freiliegende Ende des Griffstücks ausbildenden Abschnitt des Griffstücks andere elastische Verformbarkeit. Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße medizinische Instrument so besonders einfach und kostengünstig herstellbar, da ein entsprechendes vorzugsweise einteilig gefertigtes Griffstück mit einer Aufnahme für den Schaft in dem einen Abschnitt einfach auf den Schaft aufgesteckt und mit diesem verbunden wird. Die Verbindung erfolgt dabei vorteilhafterweise durch Form- und/oder Kraftschluss, mitunter durch zusätzliches Verkleben und/oder Verrasten des Griffstücks mit dem Schaft.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der wulstartige Rand des medizinischen Instruments einen im wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitt auf. Gemäß einem vorteilhaften Vorschlag der Erfindung weist der halbkreisförmige Querschnitt einen Radius von etwa 0,25 mm bis etwa 1,00 mm auf.

In eine weiteren Ausgestaltung der Erfindung vergrößert sich der Durchmesser des Abschnitts des Kopfteils zum freien Ende des Abschnitts hin konisch. Dadurch ist insbesondere die Stabilität des Abschnitts vergrößerbar und der wulstartige Rand besser an dem Abschnitt ausbildbar.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung liegt der wulstartige Rand zumindest teilweise außerhalb der von dem Durchmesser des Griffstücks definierten Hüllebene. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch diese räumliche Anordnung des wulstartigen Randes des hakenartigen Kopfteils außerhalb der von dem Griffstück definierten Hüll- bzw. Greifebene die das erfindungsgemäße medizinische Instrument am Griffstück greifende Hand einer helfenden bzw. pflegenden Person beim Lösen bzw. Abziehen der einer Prothese aus dem unmittelbaren Gesichtsbereich der hilfe- bzw. pflegebedürftigen Person bringbar ist, so dass das Lösen bzw. Abziehen der Prothese sowohl für die hilfe- bzw. pflegebedürftige Person als auch die helfende bzw. pflegende Person insgesamt noch bequemer und einfacher erfolgen kann.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Abschnitt ein Schenkel von zwei im wesentlichen V-förmig zueinander angeordneten Schenkeln ist, wobei der den Abschnitt bildende Schenkel das frei liegende Ende des Kopfteils bereitstellt und der andere Schenkel am Schaft angeordnet ist. Die V-förmig zueinander angeordneten Schenkel ermöglichen insbesondere eine Zahnreihen des Ober- oder Unterkiefers übergreifende Anordnung des medizinischen Instruments zum Lösen bzw. Abziehen von Prothesen von der palatinalen oder lingualen Seite der Zahnreihen her. Vorteilhafterweise verläuft die zwischen der Spitze und der Öffnung des von den Schenkeln gebildeten V verlaufende, den zwischen den Schenkeln liegenden Winkel im wesentlichen halbierende Mittellinie im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung des Schaftes.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist gekennzeichnet durch ein über das Kopfteil steckbares Deckelelement. Das vorzugsweise als Verschlusskappe ausgebildete Deckelelement ermöglicht vorteilhafterweise einen Schutz des hakenartigen Kopfteils des erfindungsgemäßen Instruments vor Beschädigungen und/oder Verschmutzungen im aufgebrachten Zustand. Vorteilhafterweise ist das Deckelelement auf und/oder an dem Griffstück befestigbar, vorzugsweise durch Aufstecken oder Aufschrauben.

Zur weiteren Verbesserung der Handhabung, insbesondere hinsichtlich ergonomischer Gesichtspunkte, ist das Griffstück des erfindungsgemäßen medizinischen Instruments im Querschnitt vorteilhafterweise ovalförmig ausgebildet ist. Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Griffstück des erfindungsgemäßen medizinischen Instruments Erhöhungen und/oder Vertiefungen aufweist. Vorteilhafterweise sind die Erhöhungen und/oder Vertiefungen durch Einsätze oder Auflagen aus einem rutschfesten Material, vorzugsweise Gummi, Silikon und/oder Kautschuk, ausgebildet. Durch diese Maßnahmen – einzeln und/oder in Kombination miteinander – ist das erfindungsgemäße medizinische Instrument ermüdungsfreier und insgesamt sicherer handhabbar.

Weiter wird mit der vorliegenden Erfindung zur technischen Lösung der Aufgabe ein System bestehend aus einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers anordbaren Prothese und einem erfindungsgemäßen medizinisches Instrument vorgeschlagen, wobei die Prothese wenigstens einen mit dem den Durchmesser des Abschnitts am freiliegenden Ende des Kopfteils des medizinischen Instruments wulstartig vergrößernden Rand zusammenwirkenden kragenartigen Rand aufweist. Durch den mit dem wulstartigen Rand des medizinischen Instruments zusammenwirkenden kragenartigen Rand der Prothese ist ein optimal aufeinander abgestimmtes System von Prothese und medizinischem Instrument bereitgestellt, welches in optimaler Art und Weise ein noch einfacheres, bequemeres, verletzungs- und beschädigungsfreies Lösen der Prothese von den Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers ermöglicht.

In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Systems ist der kragenartige Rand durch die vestibuläre und/oder buccale Wand einer Ober- oder Unterkieferprothese gebildet.

Vorteilhafterweise weist der kragenartige Rand der Prothese wenigstens eine mit dem wulstartigen Rand des medizinischen Instruments zusammenwirkende kerbenartige Aufnahme auf. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der wulstartige Rand des medizinischen Instruments in die kerbenartige Aufnahme der Prothese wenigstens teilweise eingreifen. Durch diese erfindungsgemäßen Ausgestaltungen ist die Handhabbarkeit des Systems weiter verbesserbar.

Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand des in den Figuren der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigen:

1a in einer schematisch perspektivischen Ansicht ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen medizinischen Instruments zum Lösen einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese;

1b in einer schematisch perspektivischen Ansicht das medizinische Instrument gemäß 1a mit elastisch verformbarem Griffstück in einer ersten verformten Position;

1c in einer schematisch perspektivischen Ansicht das medizinische Instrument gemäß 1a mit elastisch verformbaren Griffstück in einer zweiten verformten Position;

2 eine schematische Längsseitenansicht des medizinischen Instruments 1a, 1b beziehungsweise 1c;

3 eine schematische Draufsicht auf das medizinische Instrument gemäß 1a;

4 eine geschnittene Ansicht des medizinischen Instruments gemäß der Schnittlinie A-A nach 3;

5 eine Frontansicht des distalen Endes des medizinischen Instruments gemäß 1 und

6 im Detail eine schematische Längsseitenansicht des distalen Endes des medizinischen Instruments nach 1.

Das in den Figuren dargestellte medizinische Instrument 1 ist vorliegend aus Metall und/oder Kunststoff mit einem Schaft 2, an dessen proximalem Ende ein Griffstück 3 und an dessen distalem Ende ein hakenartiges Kopfteil 4 ausgebildet ist, gefertigt.

Das Griffstück 3 weist einen in Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 liegenden Abschnitt 15 und einen ein freiliegendes Ende 17 des Griffstücks 3 ausbildenden Abschnitt 16 auf. Der das freiliegende Ende 17 des Griffstücks 3 ausbildende Abschnitt 16 des Griffstücks 3 ist gegenüber dem in Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 liegenden Abschnitt 15 des Griffstücks 3 in Richtung zumindest einer im wesentlichen horizontal senkrecht zur Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 verlaufenden Achse elastisch verformbar, wie in 1b, 1c und 2 dargestellt.

Der Schaft 2 erstreckt sich vorliegend in den in Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 liegenden Abschnitt 15 des Griffstücks bis zu dem ein freiliegendes Ende 17 des Griffstücks 3 ausbildenden Abschnitt 16 des Griffstücks 3. Der Schaft 2 wird dabei von dem in Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 liegenden Abschnitt 15 des Griffstücks 3 im wesentlichen form- und/oder kraftschlüssig aufgenommen. Dazu weist der Abschnitt 16 des Griffstücks 3 eine entsprechend korrespondierend ausgebildete Aufnahme für den Schaft 2 auf. Der Schaft bildet so eine Art Bewehrung für den in Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2 liegenden Abschnitt 15 des Griffstücks 3 und verleiht dem Abschnitt 15 so eine gegenüber dem das freiliegende Ende 17 des Griffstücks 3 ausbildenden Abschnitt 16 des Griffstücks 3 andere elastische Verformbarkeit. Im Rahmen der Fertigung des medizinischen Instruments 1 wird das vorzugsweise einteilig gefertigte Griffstück 3 mit der Aufnahme für den Schaft 2 in dem Abschnitt 15 einfach auf den Schaft aufgesteckt und mit diesem verbunden. Die Verbindung erfolgt dabei durch Form- und/oder Kraftschluss, mitunter durch zusätzliches Verkleben und/oder Verrasten des Griffstücks 3 in dem Abschnitt 15 mit dem aufgenommenen Schaft 2.

Die Handhabung des medizinischen Instruments 1 ist im Hinblick auf eine kontrollierte und/oder dosierbare Krafteinleitung als auch eine kontrollierte Führung des medizinischen Instruments 1 durch die gegeneinander elastisch verformbaren Abschnitte 15 und 16 seitens des Griffstücks 3 gegenüber ansonsten bekannten medizinischen Instrumenten mit einem starren Griffstück verbessert. Die erfindungsgemäße elastische Verformbarkeit ermöglicht dabei in den unterschiedlichen Abschnitten 15 und 16 eine unterschiedlich stark dosierte und damit kontrollierbarere Krafteinleitung in der Handhabung des Werkzeugs des medizinischen Instruments 1.

Das Kopfteil 4 des medizinischen Instruments 1 ist vorliegend von zwei V-förmig zueinander angeordneten Schenkeln 5 und 6 ausgebildet. Der Schenkel 5 ist am Schaft 2 angeordnet. Der sich an den Schenkel 5 anschließende Schenkel 6 stellt ein freiliegendes Ende 7 des Kopfteils 4 bereit. Dabei verläuft vorliegend die zwischen der Spitze und der Öffnung des von den Schenkeln 5 und 6 gebildeten V verlaufende, den zwischen den Schenkeln 5 und 6 des V liegenden Winkel a halbierende Mittellinie 8 senkrecht zur Längserstreckungsrichtung 14 des Schaftes 2.

Das freiliegende Ende 7 weist vorliegend einen gegenüber dem sich zum freien Ende 7 hin konisch vergrößernden Durchmesser des Schenkels 6 einen wulstartig vergrößerten Rand 9 mit einem halbkreisförmigen Querschnitt mit einem Radius von etwa 0,3 mm auf. Der wulstartige Rand 9 liegt – wie anhand von 4 ersichtlich – vorliegend innerhalb der von dem Durchmesser des Griffstücks 3 definierten Hüll- bzw. Greifebene 11.

Weiter weist das medizinisches Instrument 1 ein über das Kopfteil 4 steckbares Deckelelement 12 auf, welches vorliegend auf durch Aufstecken auf einen sich konisch verjüngenden Befestigungsabschnitt 13 des Griffstücks 3 an dem Griffstück 3 befestigbar ist. Das Griffstück 3 des medizinischen Instruments 1 ist vorliegend im Querschnitt im ovalförmig ausgebildet, wie insbesondere anhand von 5 erkennbar ist. Weiter weist das Griffstück 3 Erhöhungen und/oder Vertiefungen zur besseren Greifbarkeit desselben auf.

Das in den Figuren der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel der Erfindung dient lediglich der Erläuterung der Erfindung und ist für diese nicht beschränkend.

1
medizinisches Instrument
2
Schaft
3
Griffstück
4
Kopfteil
5
Schenkel
6
Abschnitt/Schenkel
7
freies Ende (Abschnitt/Schenkel (6)
8
Mittellinie
9
wulstartiger Rand (freies Ende (7))
10
Abrundung
11
Hüllebene
12
Deckelelement/Verschlusskappe
13
Befestigungsabschnitt (Griffstück (3))
14
Längserstreckungsrichtung
15
Abschnitt (Griffstück (3))
16
Abschnitt (Griffstück (3))
17
freies Ende (Abschnitt (16) (Griffstück (3)))
a
Winkel


Anspruch[de]
Medizinisches Instrument (1) für zahnmedizinische Anwendungen,

mit

einem Schaft (2),

an dessen proximalem Ende ein Griffstück (3) und

an dessen distalem Ende ein Kopfteil (4) angeordnet ist,

wobei das freiliegende Ende (7) des Kopfteils (4) ein Werkzeug (9) bereitstellt,

dadurch gekennzeichnet,

dass

das Griffstück (3)

einen in Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) liegenden Abschnitt (15) und

einen ein freiliegendes Ende (16) des Griffstücks (3) ausbildenden Abschnitt (17) aufweist,

wobei

der das freiliegende Ende (16) des Griffstücks (3) ausbildende Abschnitt (17) des Griffstücks (3)

gegenüber dem in Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) liegenden Abschnitt (15) des Griffstücks (3)

in Richtung zumindest einer im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) verlaufenden Achse (18) elastisch verformbar ist.
Medizinisches Instrument (1) zum Lösen einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers angeordneten Prothese,

mit

einem Schaft (2),

an dessen proximalem Ende ein Griffstück (3) und

an dessen distalem Ende ein hakenartig ausgebildetes Kopfteil (4) angeordnet ist,

wobei

das Kopfteil (4)

einen gegenüber dem Schaft (2) abgewinkelten Abschnitt (6) aufweist,

welcher ein freiliegendes Ende (7) des Kopfteils (4) bereitstellt,

dadurch gekennzeichnet,

dass

der Abschnitt (6) des Kopfteils (4)

an dem freiliegenden Ende (7)

einen den Durchmesser des Abschnitts (6) am freiliegenden Ende (7) wulstartig vergrößernden Rand (9) aufweist

und

das Griffstück (3)

einen in Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) liegenden Abschnitt (15) und

einen ein freiliegendes Ende (16) des Griffstücks (3) ausbildenden Abschnitt (17) aufweist,

wobei

der das freiliegende Ende (16) des Griffstücks (3) ausbildende Abschnitt (17) des Griffstücks (3)

gegenüber dem in Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) liegenden Abschnitt (15) des Griffstücks (3)

in Richtung zumindest einer im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) verlaufenden Achse (18) elastisch verformbar ist.
Medizinisches Instrument (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Abschnitte (15, 17) des Griffstücks (3) aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Abschnitte (15, 17) des Griffstücks (3) unterschiedliche Materialstärken aufweisen. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Schaft (2) in den in Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) liegenden Abschnitt (15) des Griffstücks (3) erstreckt, vorzugsweise bis zu dem ein freiliegendes Ende (16) des Griffstücks (3) ausbildenden Abschnitt (17) des Griffstücks (3). Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der wulstartige Rand (9) einen im wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitt aufweist. Medizinisches Instrument (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der halbkreisförmige Querschnitt einen Radius von etwa 0,25 mm bis etwa 1,00 mm aufweist. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Durchmesser des Abschnitts (6) des Kopfteils (4) zum freien Ende (7) des Abschnitts (6) hin konisch vergrößert. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der wulstartige Rand (9) zumindest teilweise außerhalb der von dem Durchmesser des Griffstücks (3) definierten Hüllebene (11) liegt. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (6) ein Schenkel (6) von zwei im wesentlichen V-förmig zueinander angeordneten Schenkeln (5, 6) ist, wobei der den Abschnitt (6) bildende Schenkel (6) das freiliegende Ende (7) des Kopfteils (4) bereitstellt und der andere Schenkel (5) am Schaft (2) angeordnet ist. Medizinisches Instrument (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen der Spitze und der Öffnung des von den Schenkeln (5, 6) gebildeten V verlaufende, den zwischen den Schenkeln (5, 6) liegenden Winkel (a) im wesentlichen halbierende Mittellinie (8) im wesentlichen senkrecht zur Längserstreckungsrichtung (14) des Schaftes (2) verläuft. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekennzeichnet durch ein über das Kopfteil (4) steckbares Deckelelement (12). Medizinisches Instrument (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckelelement (12) auf und/oder an dem Griffstück (3) befestigbar ist, vorzugsweise durch Aufstecken und/oder Aufschrauben. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (3) im Querschnitt im wesentlichen ovalförmig ausgebildet ist. Medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Griffstück (3) über in Längserstreckungsrichtung verteilt Erhöhungen und/oder Vertiefungen aufweist. Medizinisches Instrument (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhungen und/oder Vertiefungen durch Einsätze oder Auflagen aus einem rutschfesten Material, vorzugsweise Gummi, Silikon und/oder Kautschuk, ausgebildet sind. System bestehend aus einer lösbar auf Zähnen, Zahnstümpfen und/oder Kieferimplantaten eines Ober- oder Unterkiefers anordbaren Prothese und einem medizinisches Instrument (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Prothese wenigstens einen mit dem den Durchmesser des Abschnitts (6) am frei liegenden Ende (7) des Kopfteils (4) des medizinischen Instruments (1) wulstartig vergrößernden Rand (9) zusammenwirkenden kragenartigen Rand aufweist. System nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der kragenartige Rand durch die vestibuläre und/oder buccale Wand einer Ober- oder Unterkieferprothese gebildet ist. System nach Anspruch 17 oder Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der kragenartige Rand der Prothese wenigstens eine mit dem wulstartigen Rand (9) des medizinischen Instruments (1) zusammenwirkende kerbenartige Aufnahme aufweist. System nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der wulstartige Rand (9) des medizinischen Instruments (1) in die kerbenartige Aufnahme der Prothese wenigstens teilweise eingreifen und/oder die kerbenartige Aufnahme der Prothese wenigstens teilweise hintergreifen kann.






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