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Dokumentenidentifikation DE202006018632U1 19.04.2007
Titel Dachrinnen-Montage-System, und Vorrichtung zum Öffnen einer Dachrinnen-Wulst
Anmelder Willing, Hubertus, 48727 Billerbeck, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202006018632
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.04.2007
Registration date 15.03.2007
Application date from patent application 09.12.2006
IPC-Hauptklasse E04D 15/00(2006.01)A, F, I, 20061209, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04D 13/064(2006.01)A, L, I, 20061209, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft ein Dachrinnen-Montage-System sowie eine Vorrichtung zum Öffnen einer Dachrinnen-Wulst.

Als Dachrinnen-Montage-System ist ein System bezeichnet, welches zur Montage der Dachrinne selbst, also beispielsweise an so genannten Dachrinnenhaken bzw. Dachrinnenhaltern betrifft oder welches andererseits die Montage von Anbauelementen an der Dachrinne betrifft. Beispielsweise Hakenverkleidungselemente, Einhangstutzen, Rinnenverbinder zum abdichtenden Verbinden zweier Dachrinnenabschnitte oder dergleichen.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Dachrinnen-Montage-System anzugeben, welches die möglichst schnelle und möglichst beschädigungsarme Handhabung der Dachrinne während der Montage ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Weiterhin ermöglicht eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 9 diese schonende und schnelle Montage.

Die Neuerung schlägt mit anderen Worten vor, die Wulst der Dachrinne nicht etwa mittels eines Werkzeugs aufzuhebeln, welches zwischen die Wulst und den Rinnenabschnitt angesetzt wird, um so den Abstand zwischen dem nach innen eingerollten, aufwärts gerichteten Abschnitt der Wulst und dem Rinnenabschnitt Dachrinne zu vergrößern. Eine derartige Vergrößerung des Abstandes bzw. des Spaltes ist stets erforderlich, um den Dachrinnenhaken in die Wulst der Dachrinne einführen zu können bzw. um Befestigungsabschnitte von Anbauelementen in das hohle Innere der Wulst einführen zu können, wenn die Anbauelemente für eine derartige Befestigung im Wulstinneren ausgestaltet sind. Häufig werden speziell oberflächenbehandelte Dachrinnen verwendet, beispielsweise patinierte Dachrinnen aus Kupfer, so dass das Ansetzen von Werkzeugen zu Beschädigungen dieser patinierten Oberfläche führen kann. Vorschlagsgemäß wird die Wulst schonend geöffnet, indem sie entgegen ihrer spiralförmig eingerollten Ausrichtung regelrecht aufgerollt wird. Dabei findet keine nennenswerte Relativbewegung zwischen dem Werkzeugabschnitt der Vorrichtung zum Öffnen der Wulst und der Dachrinne bzw. der Wulst statt, so dass ein Verkratzen oder Abschaben der Dachrinnenoberfläche zuverlässig vermieden wird. Zudem wird die Dachrinne lediglich unter Ausnutzung ihrer elastischen Verformbarkeit verformt, die Wulst also geöffnet und die gewünschte Montage ermöglicht, ohne dass es zu Einkerbungen oder anderweitigen bleibenden Verformungen in der Oberfläche des Rinnenabschnitts oder der Wulst der Dachrinne kommt. Die Wulst nimmt daher nach der Montage wieder ihre ursprüngliche Stellung ein, so dass Befestigungselemente, die in die Wulst eingreifen, zuverlässig gehalten werden.

Die mechanische Einwirkung auf den Werkzeugabschnitt kann beispielsweise durch ein angesetztes Manipulationswerkzeug oder durch eine lose mit diesem Werkzeugabschnitt verbundene Kette oder dergleichen erfolgen, die den Griffabschnitt der Öffnungsvorrichtung darstellen kann. Vorteilhaft jedoch ist der Griffabschnitt fest mit dem Werkzeugabschnitt verbunden, so dass bei der Handhabung der Öffnungsvorrichtung und bei der Bewegung des Werkzeugabschnitts eine optimale Kontrolle über diese Bewegung ermöglicht ist.

In vorteilhafter, besonders preisgünstiger und einfach herzustellender Ausgestaltung der Neuerung kann der Griffabschnitt der Öffnungsvorrichtung mit dem Werkzeugabschnitt gemeinsam einteilig aus ein und demselben Materialstück gefertigt sein.

Vorteilhaft kann der Werkzeugabschnitt als flaches Blech ausgestaltet sein. Auf diese Weise ergibt sich eine großflächige Anlage des Werkzeugabschnitts an der Wulst, so dass eine optimale Schonung der Dachrinnenoberfläche ermöglicht wird und der Werkzeugabschnitt kann dementsprechend preisgünstig ausgestaltet sein. Die für die Dachrinnen verwendeten Materialien sind üblicherweise vergleichsweise weich, beispielsweise Zink, Blech oder Kupfer, so dass ein als flaches Blech ausgestalteter Werkzeugabschnitt bei entsprechender Materialwahl, beispielsweise aus Edelstahl, problemlos derart ausgestaltet werden kann, dass die für die Verformung der Wulst aufzubringenden Kräfte mit einem derartigen Werkzeugabschnitt übertragen werden können.

Vorteilhaft kann der Werkzeugabschnitt mittels einer profilierten Oberflächengestaltung ausgesteift sein, so dass eine wirtschaftliche Fertigung der Öffnungsvorrichtung und eine vergleichsweise dünnwandige Ausgestaltung des Werkzeugabschnitts ermöglicht ist, wobei dieser abgesehen von der Materialwahl seine erforderliche Steifigkeit durch die profilierte Oberflächengestaltung erhält. In an sich bekannter Weise können hierfür Sicken, Rippen oder Vorsprünge einzeln oder in Kombination vorgesehen sein, um die gewünschte Formbeständigkeit des Werkzeugabschnitts sicherzustellen.

Vorteilhaft kann die Öffnungsvorrichtung von oben auf die Wulst aufsetzbar sein. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Zugänglichkeit zur Wulst und insbesondere zu dem Spalt zwischen der Wulst und dem Rinnenabschnitt von unten ungehindert ist, so dass entsprechende Befestigungselemente problemlos in den hohlen Innenraum der Wulst eingeführt werden können.

Vorteilhaft kann der Griffabschnitt der Öffnungsvorrichtung schräg nach vorn ragen, wenn die Öffnungsvorrichtung an die Wulst angesetzt ist. Der Griffabschnitt wird dann in einer Bewegungsrichtung um die Mittelachse der Wulst geführt, die den Griffabschnitt nach hinten führt, also zur Hinterkante der Dachrinne hin. Um eine Kollision mit hier eventuell befindlichen Elementen der Dachdeckung zu vermeiden und einen genügend großen Bewegungsspielraum für den Griffabschnitt sicherzustellen, so dass die Wulst zuverlässig ausreichend weit für die gewünschte Montage geöffnet werden kann, ist diese Ausrichtung des Griffabschnittes vorteilhaft.

Unabhängig von dem gesamten Montagesystem kann auch die vorbeschriebene Öffnungsvorrichtung für sich genommen genutzt werden, beispielsweise hergestellt, gehandelt und vertrieben werden, um bei bestehenden, schon vorhandenen Dachrinnen die Montage zu ermöglichen, beispielsweise die Montage von Anbauelementen.

Ausführungsbeispiele der Neuerung werden anhand der rein schematischen Darstellungen nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zum Öffnen einer Dachrinnenwulst, wobei diese Vorrichtung an eine Dachrinne angesetzt dargestellt ist, bei noch nicht geöffneter Wulst, und die

2 u. 3 weitere Ausführungsbeispiele von Öffnungsvorrichtungen.

In 1 ist mit 1 insgesamt ein Dachrinnen-Montage-System bezeichnet, wobei eine Dachrinne 2 vorgesehen ist, die einen Rinnenabschnitt 3 aufweist mit einer Hinterkante 4 und einer als Wulst 5 ausgestalteten Vorderkante.

Das Dachrinnen-Montage-System 1 umfasst weiterhin eine Vorrichtung 6 zum Öffnen der Wulst 5, wobei diese Vorrichtung 6 einen Werkzeugabschnitt 7 aufweist, welcher der Wulst 5 anliegt und einen Griffabschnitt 8, welcher mit dem Werkzeugabschnitt 7 fest verbunden ist.

Das in 1 dargestellte Dachrinnen-Montage-System 1 soll dazu dienen, die Wulst 5 zu öffnen, so dass die Dachrinne 2 an einem Rinnenhaken 9 befestigt werden kann. Der Rinnenhaken 9, auch als Dachrinnenhalter bezeichnet, ist mit einem senkrechten Abschnitt an einem Gebäude befestigt, beispielsweise an einem Span eines Dachstuhls und weist eine angenietete Feder 10 auf, an welcher die Dachrinne 2 mittels ihrer Hinterkante 4 festgelegt und gegen abhebende Kräfte gesichert ist. An ihrer Vorderkante, vom Gebäude, dem Dachstuhl und dementsprechend dem hinteren vertikalen Abschnitt des Rinnenhakens 9 entfernt, wird die Dachrinne 2 dadurch am Rinnenhaken 9 festgelegt, dass der vordere abgewinkelte Abschnitt des Rinnenhakens 9 in die Wulst 5 eingeführt wird. Hierzu muss der Spalt vergrößert werden, der sich zwischen dem nach oben gerichteten freien Ende der Wulst 5 und dem Rinnenabschnitt 3 der Dachrinne 2 ergibt. Hierzu wird der Griffabschnitt 8 im Uhrzeigersinn verschwenkt, also nach hinten, gegen den hinteren vertikalen Abschnitt des Rinnenhakens 9 geführt, so dass auf diese Weise die Wulst 5 entgegen ihrem spiralförmig eingerollten Verlauf regelrecht aufgerollt wird. Nicht nur die großflächige Anlage der Vorrichtung 6 an der Wulst 5, sondern auch die großflächige Verformung der Wulst 5 bewirken eine schonende Behandlung der Dachrinne 2 und insbesondere der Wulst 5, so dass keine Oberflächenschäden an dem Dachrinnenmaterial auftreten.

Die Vorrichtung 6 gemäß 1 besteht aus einem einzigen Edelstahlstreifen, der abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch Sicken oder seitlich abgekantete Rippen oder dergleichen formstabil ausgesteift werden kann, insbesondere in seinem Werkzeugabschnitt 7. In der Praxis ist eine derartige Aussteifung allerdings nicht unbedingt erforderlich, insbesondere bei entsprechender Materialstärke der Vorrichtung 6 und angesichts der demgegenüber vergleichsweise weicheren Materialien, aus denen die Dachrinnen üblicherweise bestehen.

2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 6, ebenfalls aus einem einzigen Materialstreifen hergestellt, wobei diese Vorrichtung 6 einen mittleren Griffabschnitt 8 aufweist und zwei endseitige Werkzeugabschnitte 7. Diese sind durch unterschiedliche Biegeradien an unterschiedliche Wulstgeometrien angepasst, so dass Dachrinnen mit unterschiedlichen Nennweiten, die dementsprechend auch unterschiedlich große Wulstdurchmesser aufweisen, mit dieser Vorrichtung 6 der 2 problemlos für die Montage gehandhabt werden können. Aufgrund des spiralförmigen, also sich verändernden Biegeradius der Wülste von Dachrinnen einerseits und der Öffnungsvorrichtung andererseits kann jedoch auch eine einzige, universell verwendbare Vorrichtung 6 vorgesehen sein, wobei ebenfalls eine schonende Behandlung der jeweiligen Wulst sichergestellt ist und lediglich diese universelle Vorrichtung 6 den einzelnen Wülsten, abhängig von dem jeweiligen Wulstdurchmesser, unterschiedlich weit entlang dem Wulstumfang anliegt.

Die erwähnte Abroll- bzw. Aufrollbewegung, mit welcher die Wulst bei der Öffnungsbewegung verformt wird, findet um eine idealisierte, gedachte Mittelachse der Wulst 5 statt. Aufgrund ihres sich verändernden Biegeradius weist die Wulst 5 tatsächlich nicht notwendigerweise eine geometrisch präzise definierbare Mittelachse auf, wie dies bei einem kreisförmigen Querschnitt der Wulst der Fall wäre. Dennoch wird im Rahmen der vorliegenden Vorschlags von einer derartigen Mittelachse gesprochen, um die Bewegungsabläufe bei der Handhabung der Vorrichtung 6 zu erläutern.

3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 6, wobei diese Öffnungsvorrichtung nicht wie die Vorrichtung 6 von 1 von oben auf die Wulst 5 angesetzt wird, sondern von unten, so dass der spitze winklige Übergangsbereich zwischen einem Stil und der C-förmig gebogenen Kontur des Werkzeugabschnitts 7 von unten in den Spalt eingesetzt wird, der sich zwischen der Wulst 5 und dem Rinnenabschnitt 3 der Dachrinne 2 ergibt. Wie weit sich der Werkzeugabschnitt 7 um die Wulst 5 herum erstreckt, kann dabei in Anpassung an die unterschiedlichen Wulstdurchmesser oder daran, ob ein universell verwendbares Öffnungswerkzeug geschaffen werden soll, variieren, so dass die Kontur des Werkzeugabschnitts 7 von dem in 3 dargestellten Verlauf abweichen kann. Zur Durchführung der gewünschten Montage wird die Vorrichtung 6 der 3 von unten an die Wulst 5 angesetzt und anschließend wird der Griffabschnitt 8 nach vorn bewegt, also von der Dachrinne 2 weg, also gemäß der in den 1 und 3 dargestellten Ausrichtung im Uhrzeigersinn bewegt.


Anspruch[de]
System (1) zur Montage einer Dachrinne (2) an Dachrinnen-Haken oder zur Montage von Anbau-Elementen an einer Dachrinne (2),

mit einer Dachrinne (2),

• wobei die Dachrinne (2) einen zur Aufnahme von Niederschlagswasser vorgesehenen Rinnenabschnitt (3) aufweist, mit einer zu einem Gebäude ausrichtbaren, so genannten Hinterkante (4), und mit einer gebäudefernen, so genannten Vorderkante,

• und wobei die Vorderkante des Rinnenabschnitts (3) eine Wulst (5) ausbildet,

• und wobei die Wulst (5) von dem Rinnenabschnitt (3) aus um eine gedachte Längsachse spiralförmig eingerollt nach vorn, nach unten, zum Rinnenabschnitt (3) zurück sowie anschließend aufwärts gerichtet verläuft,

und mit einer Vorrichtung (6) zum Öffnen der Wulst (5),

• mit einem Werkzeugabschnitt (7), welcher die Wulst (5) wenigstens teilweise umgreift, sie untergreift und sich zwischen den aufwärts gerichteten Abschnitt der Wulst (5) und den Rinnenabschnitt (3) erstreckt,

• und mit einem Griffabschnitt (8),

• wobei der Griffabschnitt (8) mit dem Werkzeugabschnitt (7) wirksam verbunden ist, derart, dass der an die Wulst (5) angesetzte Werkzeugabschnitt (7) mittels des Griffabschnitts (8) verschwenkt werden kann, unter Verformung der Wulst (5), welche um ihre Mittelachse in eine die Wulst (5) öffnende Stellung aufgerollt wird.
System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (8) mit dem Werkzeugabschnitt (7) fest verbunden ist. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (8) und der Werkzeugabschnitt (7) einteilig aus einem Materialstück gefertigt sind. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugabschnitt (7) als flaches Blech ausgestaltet ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugabschnitt (7) mittels einer profilierten Oberflächengestaltung – wie Sicken, Rippen, und/oder Vorsprünge – ausgesteift ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (6) von oben auf die Wulst (5) aufsetzbar ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffabschnitt (8) zwei Werkzeugabschnitte (7) aufweist, welche an die Geometrien zweier unterschiedlicher Wülste (5) mit unterschiedlichen Wulstdurchmessern angepasst sind. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeugabschnitt (7) die Wulst (5) bis zu deren Oberseite umgreift, und dass der Griffabschnitt (8) oben, nach vorn weisend und flacher als senkrecht ausgerichtet an den Werkzeugabschnitt (7) anschließt. Vorrichtung (6) zum Öffnen einer Dachrinnen-Wulst (5), wobei die Vorrichtung (6) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgestaltet ist.






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