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Dokumentenidentifikation DE202007000524U1 19.04.2007
Titel Schuh
Anmelder X-Technology Swiss GmbH, Wollerau, CH
Vertreter Patentanwälte Dörner, Kötter & Kollegen, 58095 Hagen
DE-Aktenzeichen 202007000524
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.04.2007
Registration date 15.03.2007
Application date from patent application 09.01.2007
IPC-Hauptklasse A43B 7/06(2006.01)A, F, I, 20070109, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schuh, bestehend aus einer Sohle und einem Oberteil.

Schuhe unterliegen den verschiedensten Bedingungen. Sie sollen angenehm zu tragen sein, ein geringes Gewicht aufweisen und gleichzeitig den Fuß schützen. Je nach Anwendung stehen verschiedene Bedingungen im Vordergrund; so sind beispielsweise bei Arbeitsschutzschuhen die Anforderungen besonders hoch, da hier die Sicherheit im Vordergrund steht, gleichzeitig jedoch ein hoher Tragekomfort gefordert ist, da die Schuhe überwiegend über einen sehr langen Zeitraum getragen werden. Gleiches gilt beispielsweise für Wanderschuhe, bei denen insbesondere die Bequemlichkeit und das Gewicht im Vordergrund stehen.

Der Tragekomfort von Schuhen wird neben der Wahl der Materialien für Oberteil und Sohle im Wesentlichen durch das Klima innerhalb des Schuhs bestimmt. Gerade bei festem Schuhwerk, also beispielsweise Arbeitsschutzschuhen, Wanderschuhen, Skischuhen usw., findet aufgrund der hohen Anforderungen an die Stabilität in der Regel ein festes Material Anwendung. Dieses Material bietet üblicherweise lediglich die Möglichkeit einer begrenzten Klimatisierung des Schuhs. Zur Vermeidung dieser Nachteile ist es bekannt, Schuhe mit Oberteilen aus atmungsaktiven Materialien herzustellen. Diese Materialien zeichnen sich dadurch aus, dass sie wind- und wasserdicht sind; gleichzeitig jedoch ein gewisses Maß an Atmungsaktivität bereitstellen, sodass Feuchtigkeit aus dem Schuhinneren nach außen abführbar ist.

Die bekannten Schuhe erfüllen die an sie gestellten Bedingungen nur bedingt. Die bekannten Schuhe weisen insbesondere den Nachteil auf, dass lediglich der Austritt von Luft aus dem Schuh durch das Oberteil gewährleistet ist. Hierdurch ist nur ein außerordentlich begrenztes Maß an Luftaustritt möglich. Insbesondere bei hoher Belastung, langer Tragedauer oder bei sehr warmen Wetter reicht diese Luftbewegung nicht aus, um ein angenehmes Tragegefühl hervorzurufen.

Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schuh zu schaffen, der eine verbesserte Klimatisierung des Fußes im Schuh ermöglicht. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das Oberteil innen mindestens einen Luftkanal aufweist.

Mit der Erfindung ist ein Schuh geschaffen, bei dem die Klimatisierung im Schuh wesentlich verbessert ist. Durch die Anordnung mindestens eines Luftkanals besteht die Möglichkeit, Luft gezielt in den Schuh einzuführen und auch aus dem Schuh abzuführen. Durch den Klimakanal ist die Möglichkeit geschaffen, in bestimmten Bereichen des Schuhs gezielt auf den Luftaustausch Einfluss zu nehmen.

In Weiterbildung der Erfindung erstreckt sich der Luftkanal von der Sohle im Wesentlichen senkrecht. Hierdurch besteht die Möglichkeit, die Luft aus den wärmsten bzw. feuchtesten Bereichen des Schuhs, nämlich dem Bereich der Sohle, nach außen abzuführen bzw. diesen Bereichen frische Luft zuzuführen.

Vorteilhaft reicht der Luftkanal bis zum Rand. Auf diese Weise ist das der Sohle abgewandte Ende des Luftkanals begrenzungsfrei, sodass problemlos Frischluft angesaugt bzw. Luft, die aus dem Schuh abgeführt wird, an die Umgebung abgegeben werden kann.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung reicht der Luftkanal in den Bereich der Fußhöhle. Diese Anordnung ist besonders vorteilhaft, da im Bereich der Fußhöhle das höchste Maß an Luftzirkulation vorhanden ist. Dies ergibt sich daraus, dass der Fuß beim Gehen im Bereich der Fußsohle federt. Hierdurch ist im Schuh ein Pumpeffekt im Bereich der Fußhöhle hervorgerufen, der im Zusammenspiel mit dem im Bereich der Fußhöhle endenden Luftkanal ein An- und Absaugen der Luft ermöglicht. Im Einzelnen bewirkt ein Auftreten mit dem Fuß eine Kompression der im Bereich der Fußhöhle befindlichen Luft, die dann über den erfindungsgemäßen Luftkanal nach außen abgeführt wird; ein Abheben des Schuhs bewirkt demgegenüber ein Abheben der Fußhöhle von der Sohle, wodurch im Bereich der Fußhöhle ein Unterdruck erzeugt wird, der ein Ansaugen von Luft durch den Luftkanal hervorruft.

In anderer Weiterbildung der Erfindung ist das Oberteil mit einem Futter versehen, in das der Luftkanal eingelassen ist. Diese Weiterbildung bietet sich insbesondere bei Schuhen an, die vorzugsweise im Winter getragen werden. Durch das Einlassen des Luftkanals in das Futter ist der Tragekomfort des Schuhs in keiner Weise beeinträchtigt.

In zusätzlicher Weiterbildung der Erfindung ist der Luftkanal seitlich durch Wülste begrenzt. Die Wülste übernehmen die Funktion einer Luftführung. Hierdurch ist insbesondere bei Schuhen, die keine Isolierung aufweisen, eine Begrenzung des Luftkanals geschaffen, der eine zielgenaue Luftführung ermöglicht.

Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:

1 die perspektivische schematische Darstellung eines Schuhs mit in das Futter eingelassenem Luftkanal und

2 die perspektivische schematische Darstellung eines Schuhs mit durch Wulste begrenztem Luftkanal.

Der als Ausführungsbeispiel gewählte Schuh besteht aus einer Sohle 1 und einem Oberteil 2. Die Sohle 1 kann von einer Brandsohle und einer Laufsohle gebildet sein. Die Laufsohle ist in der Regel aus Kunststoff hergestellt. Vorteilhaft weist sie Dämpfungseigenschaften auf. Innen kann in dem Schuh eine Einlegesohle zur Verbesserung des Tragekomforts vorgesehen sein. Soweit es sich um Arbeitsschuhe handelt, kann zusätzlich eine Stahlsohle vorgesehen sein.

Das Oberteil 2 besteht aus einem Schaft 21, der sich im Bereich des Vorderfußes bis zu einer Kappe 22 erstreckt. Von der Kappe 22 geht eine Lasche 23 aus, die sich mindestens bis zum Rand 24 des Oberteils 2 erstreckt. Über die Lasche 23 erfolgt die – nicht dargestellte – Schnürung des Schuhs. Hierzu sind in dem der Lasche 23 benachbarten Bereich am Schuh Ösen 25 vorgesehen. Die Lasche 23 ist mit einer Wattierung versehen, um bei einer festen Schnürung des Schuhs bzw. bei einer starken Belastung Schmerzen am Fuß des Benutzers zu verhindern. Im Bereich 26 des Schuhs, in dem die Ferse vorgesehen ist, ist in der Regel ebenfalls eine Schutzkappe vorgesehen. Die Kappe 22sowie die im Fersenbereich 26 vorgesehene Kappe können aus festem Kunststoff, Leder oder verstärkt gewirkten Kunststofffasern hergestellt sein. Bei Arbeitsschutzschuhen sind diese Kappen in der Regel aus Stahl gebildet. Die im Fersenbereich 26 vorgesehene Kappe erstreckt sich dabei in der Regel in die seitlichen Bereiche des Schuhs, um der Ferse seitliche Führung zu bieten.

Das Oberteil 2 weist innen mindestens einen Luftkanal 3, 4 auf. Der Luftkanal 3 erstreckt sich von der Sohle 1 im Wesentlichen senkrecht und reicht bis zum Rand 24 des Oberteils 2. An seinem der Sohle 1 zugewandten Ende reicht der Luftkanal 3 in den Bereich 27, in dem sich die Fußhöhle befindet. In diesem Bereich ist der Luftkanal 3 breiter ausgeführt, als entlang des Schaftes 21, um ein möglichst hohes Maß an Luftzirkulation erzeugen zu können.

Im Ausführungsbeispiel nach 1 ist der Schuh mit einem Futter 28 bzw. einer Isolierung versehen. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Luftkanal 3 in das Futter 28 des Oberteils 2 eingelassen. Im Ausführungsbeispiel nach 2, in dem der Schuh kein Futter aufweist, ist der Luftkanal 3 seitlich durch Wülste 31 begrenzt. Die Wülste 31 dienen einerseits dem zusätzlichen Aufsaugen von übermäßig anfallendem Schweiß, weil sie mit dem Fuß bzw. der Strumpfware in direktem Kontakt stehen; sie dienen aber insbesondere auch der seitlichen Begrenzung des Luftkanals 3 und zur Wahrung eines bestimmten Abstands des Kanals 3 zum Fuß. Dadurch ist gewährleistet, dass der Kanal bei jeder Bewegung einen genügend großen Querschnitt hat, um eine permanente Luftzirkulation zu gewährleisten, wodurch eine kontinuierliche Klimaregulierung im Schuh ermöglicht ist. Im Ausführungsbeispiel nach 1 ist dieser Abstand durch die Einarbeitung des Luftkanals 3 in das Futter 28 gewährleistet.

Der Luftkanal 4 ist im Bereich der Lasche 23 vorgesehen. Er ist seitlich von Wülsten 41 und 42 begrenzt. Die Wülste 41 erstrecken sich im Wesentlichen entlang der Ösen 25. Sie reichen von der Sohle 1 bis zum Rand 24 des Oberteils 2. Die Wulst 42 ist auf der Innenseite der Lasche 23 vorgesehen. Sie erstreckt sich vom Bereich der Kappe 22 bis zum freien Ende der Lasche 23. Aufgrund der wattierten Ausführung der Lasche 23 ist die Wulst 41 durch einen Freischnitt in der Lasche 23 gebildet. In Abwandlung besteht auch die Möglichkeit, die Wulst 42 in vergleichbarer Weise zu den Wülsten 31 und 41 herzustellen.

Der erfindungsgemäße Schuh bewirkt auch bei langem Tragen oder bei hohen Temperaturen ein wesentlich verbessertes Klima. Durch die Anordnung mindestens eines Luftkanals 3, 4 ist eine gezielte Zu- und Abfuhr von Luft aus bzw. in den Schuh möglich. Durch die natürlichen Auftritt- und Abrollbewegungen des Fußes beim Gehen wird die Funktion der Luftkanäle 3, 4 unterstützt. Der beim Gehen im Schuh hervorgerufene Pump-Effekt durch die natürliche Federung des Fußes im Bereich der Fußhöhle sowie die Kompression der Luft im Bereich 27 der Fußhöhle bzw. im Bereich der Kappe 22 beim Abrollen, bewirkt ein Herausdrücken der Luft entlang der Kanäle 3, 4 bewirkt; beim Abheben des Fußes findet dagegen ein Ansaugen der Luft durch die Kanäle 3, 4 statt. Hierdurch ist bei Schuhen, die ein Oberteil aus nicht atmungsaktivem Material aufweisen, eine Klimatisierung des Schuhinneren bewirkt. Bei Schuhen, die aus einem atmungsaktivem Material hergestellt sind, ist durch die Verwendung der Klimakanäle 3, 4 die Klimatisierung im Schuh verbessert.

Soweit die Erfindung im Ausführungsbeispiel anhand eines knöchelhohen Schuhs erläutert ist, beschränkt dies nicht den Schutzbereich der Erfindung auf diese Ausbildung; vielmehr sind auch Stiefel, Halbschuhe, Skischuhe, Sportschuhe oder dergleichen vom Schutzbereich der Erfindung umfasst.


Anspruch[de]
Schuh bestehend aus einer Sohle und einem Oberteil, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (2) innen mindestens einen Luftkanal (3, 4) aufweist. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Luftkanal (3, 4) von der Sohle (1) im Wesentlichen senkrecht erstreckt. Schuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftkanal (3, 4) bis zum Rand (24) reicht. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftkanal (3) in den Bereich (27) der Fußhöhle reicht. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (2) mit einem Futter (28) versehen ist, in das der Luftkanal (3, 4) eingelassen ist. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftkanal (3, 4) seitlich durch Wulste (31, 41) begrenzt ist.






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