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Dokumentenidentifikation DE10101843B4 26.04.2007
Titel Dreischneider insbesondere für Kleinauflagen
Anmelder Rathert, Horst, Dipl.-Ing., 32425 Minden, DE
Erfinder Rathert, Horst, Dipl.-Ing., 32425 Minden, DE
DE-Anmeldedatum 17.01.2001
DE-Aktenzeichen 10101843
Offenlegungstag 18.07.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.04.2007
IPC-Hauptklasse B26D 1/09(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B26D 7/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Dreischneider gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein wesentlicher Verfahrensschritt bei der Blockherstellung für hartgebundene Bücher und bei der Broschurenherstellung ist der Dreiseitenbeschnitt.

Der Dreiseitenbeschnitt erfolgt üblicherweise in einer Station, indem der zwischen einem Schneidtisch und einer Preßplatte gepreßte Block in einer Aufspannung zuerst an Kopf und Fuß und dann an der Front beschnitten wird. Ein solcher Dreischneider ist aus der DE 195 16 047 C2 bekannt. Die Reihenfolge kann auch umgekehrt sein. Die Messer schneiden dabei in einem Quetschschnitt gegen Plastikleisten. Beim Schnitt dringt dabei das Messer minimal in die Schneidleiste ein. Zur Reduzierung der Anschnittkräfte und der Schneidkräfte überhaupt erzeugt die Bewegung der Messer einen Schrägschwingschnitt, wobei die Bewegungskomponente seitlich entlang der Messerkante etwa gleich groß wie die Nonmalschnittbewegung ist. Beim Anschneiden des Blocks steht die Messerschneide zunächst unparallel zum Schneidtisch, wodurch der Schnitt an einer Blockecke beginnt und die Schnittkraft von einem geringen Wert bis auf den Maximalwert steigt.

Es sind auch Dreischneider oder auch Trimmer genannt im Einsatz, bei denen Kopf-Fußschnitt und Frontschnitt in getrennten Stationen erfolgen. Diese Type findet hauptsächlich bei großen Schnitttaktzahlen aber geringer Produktdicke Anwendung. Die Aufteilung in 2 Stationen ermöglicht dabei die hohen Schnittzahlen.

Der Schnitt erfolgt üblicherweise im Scherprinzip durch ein Messer gegen ein Gegenmesser. Die Blocks werden zur Fixierung beim Schnitt nur durch Preßleisten direkt neben der Schnittebene gehalten.

Die Dreischneider des erst genannten Typs, die in einer Station schneiden, ermöglichen bei solider schwerer Ausgestaltung der Bauteile einen qualitativ hochwertigen Schnitt.

Der Nachteil außer der schweren Bauweise ist jedoch, daß Preßplatte und Schneidtisch genau abgestimmte Formatteile sein müssen. Der Schneidtisch ist ein Wechselteil mit sehr geringen Formatsprüngen. Die Preßplatte muß gar für jedes Produkt genau auf das fertig beschnittene Format angepaßt werden. Bei Broschurenherstellung müssen oft noch Rundungen und Abschrägungen zur Vermeidung von Quetschfalten im Rücken und von Druckmarkierungen an der Preßplatte angebracht werden. Insbesondere für Kleinauflagen, wo die Rüstzeit eine besonders große Rolle spielt, ist das besonders unwirtschaftlich.

Die üblichen auf dem Markt befindlichen 2-Stationen Dreischneider sind für die Produktion hochwertiger Produkte nicht geeignet.

Abgesehen von der Beschränkung der Schneiddicke erzeugen die Preßleisten Markierungen insbesondere bei Broschuren am Rücken. Wegen der fehlenden ganzflächigen Pressung ergeben sich Schnittabweichungen. Vorteilhafterweise haben diese Schneider keine Formatteile.

Die vorliegende Erfindung soll die Vorteile beider Systeme vereinen und durch besondere Kennzeichen Nachteile eliminieren.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

Der Dreiseitenbeschnitt erfolgt erfindungsgemäß in zwei Stationen, um das Wechselteil-Problem für kleine Auflagen zu eliminieren. Der Schnitt von Kopf -Fuß und Front erfolgt in nahezu baugleichen Einheiten, wobei in der Kopf-Fuß-Station die Schneideinheiten für Kopf und Fuß gemäß Formathöhe zueinander verstellbar sind.

Die Messer schneiden im üblichen Schrägschwingschnitt gegen Schneidleisten, die austauschbar auf stabilen Tischleisten befestigt sind. Dadurch können große Produktdicken mit hoher Schnittqualität geschnitten werden.

Die Pressung erfolgt durch Preßleisten direkt neben dem Schnitt gegen die Tischleisten. Zur Vermeidung von Schnittabweichungen sind sowohl die Preßleisten von Kopf und Fuß wie auch die Tischleisten von Kopf und Fuß durch teleskopierbare Zwischenstücke miteinander verbunden, so daß eine ganzflächige Niederhaltung des Blocks beim Schnitt erfolgt.

Die oberen Zwischenstücke sorgen durch leichte Schrägstellung und Elastizität dafür, daß beim Pressen die Luft aus dem Block vom Rücken her herausgedrückt wird.

In der Frontschnittstation ist ein ganzflächiger Schneidtisch vorhanden. und die Preßleiste ist um einen Niederhalter erweitert, der ebenfalls durch Schrägstellung und elastische Oberfläche die Luft vom Rücken her wegdrückt.

Auf diese Weise werden unter Vermeidung von Wechselteilen alle Qualitätsansprüche erfüllt. Geringe Rüstzeit wird mit hoher Schnittqualität verbunden.

Die Schneideinheiten sind als in sich geschlossene Elemente gestaltet. Alle Preß – und Schneikräfte bleiben innerhalb der kompakten Einheiten.

Die Messer sind präzise großflächig geführt. Verformungen durch die Schnittkräfte werden vermieden und dadurch wiederum ein Optimum an Schnittqualität erreicht. Außerdem werden Messerausbrüche vermieden.

Das Traggestell für die 3 Schneideinheiten kann relativ leicht gestaltet werden, was zu einer beträchtlichen Gewichtsreduzierung gegenüber einem handelsüblichen Dreischneider führt.

Zur Optimierung der Handhabung beim Messerwechsel kann die Frontschneideinheit verfahren werden, um gute Zugänglichkeit zu dem Frontmesser zu haben.

1 zeigt eine perspektivische Gesamtansicht des Dreischneiders

2 zeigt einen Längsschnitt

3 zeigt die Ansicht in Blocktransportrichtung auf die Kopf und Fuß- Station

Die Schneideinheiten für Kopf 1 und Fuß 2 sind in den Führungen 3 auf dem Traggestell 4 mit den Füßen 4a um den Hub v auf Format einstellbar. Dazu dient eine Verstellspindel 5. Die Schneideinheit für Front 6 ist in den Schienen 7 auf dem Traggestell 4 zwecks Zugänglichkeit zum Frontmesser beim Messerwechsel um den Hub h verfahrbar.

Die Schneideinheiten 1, 2 und 6 sind gleichartig aufgebaut. In einem Rahmen 8 sind die Messerhalter 9 mit den Messern 10 geführt. Die Bewegung erfolgt über die Koppelstangenl 1 und die Kurbeln 12. Die schräg verlaufende Schwingschnittbewegung wird dabei durch die Führungsrolle 13, die in einer schrägen Nut im Messerhalter 9 geführt ist, erzeugt.

Die Messer schneiden gegen die Schneidleisten 14.

In der Kopf-Fußstation 1,2 sind die Schneidleisten 14 durch die Leisten 15 aufgenommen, welche direkt am Rahmen 8 befestigt sind. In der Front-Station sind die Schneidleisten 14 an einem vollformatigen Schneidtisch 16 angebracht, der ebenfalls direkt am Rahmen 8 befestigt ist.

In der Kopf-Fuß-Station 1,2 werden die Leisten 15 durch teleskopierbare Zwischenstücke 17 bis zum Durchfahrbereich des Transporteurs 18 verlängert, um ein flächiges Aufliegen des Schneidgutes unter Vermeidung von Formatteilen zu erreichen. In 3 ist eine mögliche jalousieartige Gestaltung der Zwischenstücke 17 dargestellt. Eine andere Möglichkeit ist die Ausführung ähnlich einer Ziehharmonika.

Beim Schnitt wird das Schneidgut in der Kopf-Fuß-Station 1, 2 durch die Preßleisten 19, die über Zahnstangentriebe 20 bewegt werden, gepreßt. Die Preßleisten 19 sind bis zur Maschinenmitte hin durch teleskopierbare Zwischenstücke 21 verlängert. Sie können z.B. in Form einer Jalousie gestaltet sein.

Sie sind leicht schräg angeordnet, so daß sie den Block am Rücken zuerst berühren, um die Luft zum Schnitt herauszudrücken, und passen sich dann leicht elastisch an. Beispielsweise werden dazu die Elemente der Jalousie mit Schaumstoff beschichtet.

In der Frontschnittstation 6 erfolgt das Pressen durch die Platte 22, die wiederum durch Zahnstangenantieb 20 bewegt wird. Die Platte 22 hat nahe dem Messer im eigentlichen Preßbereich eine feste Auflage 22a und dahinter eine elastische Auflage 22b, die so gestaltet ist, daß der Blockrücken zuerst Kontakt hat.

Die drei Schneideinheiten 1, 2 und 6 haben getrennte Antriebe für jeweils Messerbewegung und Pressen.

Der Transport des Schneidgutes erfolgt durch die hin und hergehenden und auf- und abtauchenden Transporteure 18 und 18a mit den Hüben h1 und h2. Beim Transport in die Kopf-Fuß-Station 1, 2 erreicht dabei der Blockrücken unabhängig vom Format immer die gleiche Position. Die Preßleisten 19 erhalten an dieser Stelle Ausnehmungen, damit beim Beschnitt von Broschuren keine Quetschfalten am Rücken entstehen. In der Einfuhr werden die Blocks durch den Transporteur 18 und die Anschlagplatten 23 vorausgerichtet und in der ersten Schneidposition nochmals durch die Anschläge 24 ausgerichtet. Beim Transport durch den Transporteur 18a in die Frontschnittstation wird der Block über die Brücke 25 bis gegen den Rückenanschlag 26 gebracht. Nach erfolgtem Schnitt wird dann der Block in nicht dargestellter Weise z.B. durch einen um den Schneidtisch 16 umlaufenden Kettentransporteur auf ein Ausfuhrband 27 gebracht.

Die Schneidabfälle fallen in einen Absaugkanal 28. Dabei ist es auch möglich, die Abfälle der beiden Stationen wegen der Leimanteile in der Kopf-Fuß-Station 1, 2 getrennt abzusaugen.


Anspruch[de]
Dreischneider mit Schrägschwingschnitt der Messer für Kopf-, Fuß- und Frontschnitt gegen Schneidleisten in zwei Stationen dadurch gekennzeichnet, dass die Messer (10) und Presselemente (19, 22) für Kopf, Fuß und Front des Blocks als drei kompakte geschlossene Schneideeinheiten (1, 2, 6) mit eigenen Antrieben (20, 11, 12) auf einem gemeinsamen Traggestell (4) mit gemeinsamen Schneidguttransport gestaltet sind und dass in der ersten Station die Kopfschneideinheit (1) und die Fußschneideinheit (2) zueinander entsprechend dem Format des zu beschneidenden Blocks rechtwinklig zur Schneidrichtung der Kopf- und Fußmesser verstellbar auf dem Traggestell (4) angeordnet sind, dass die Flächen zwischen den Schneidleisten (14) und den Pressleisten (19) durch teleskopierbare Zwischenstücke (17, 21) bis auf einen Spalt für den Transporteur (18, 18a) zwecks ganzflächiger Pressung geschlossen gehalten werden und dass in der zweiten Station die Frontschneideinheit (6) in Richtung des Materialtransports verschiebbar auf dem Traggestell (4) angebracht ist. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinheiten (1, 2, 6) einen in sich geschlossenen Kraftfluß aufweisen und das Traggestell (4) nur durch die Eigengewichte und dynamischen Kräfte belastet wird und somit leichtgewichtig gestaltet werden kann. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Frontschnittstation (6) ein dem Größtformat entsprechender ganzflächiger Schneidtisch (16) und eine Preßplatte (22) mit einem starren vorderen Teil (22a) nahe dem Messer (10) und einem leicht schräg gestellten elastischen hinteren Teil (22b) vorhanden ist. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstücke (21) zwischen den Preßleisten (19) zum Blockrücken hin leicht abfallen und sich elastisch anpassen, um beim Pressen die Luft im Block vom Rücken her auszustreichen. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstücke (17, 21) zwischen den Preßleisten (19) und den Schneidleisten (14) jalousieförmig ausgebildet sind. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstücke (17, 21) zwischen den Preßleisten (19) und den Schneidleisten (14) ähnlich einer Ziehharmonika ausgebildet sind. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Messer (10) in Flachführungen geführt sind. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das der Transport so gestaltet ist, daß in der Kopf-Fuß-Station (1, 2) der Blockrücken sich immer beim Schnitt an der gleichen Position befindet und die Pressleisten (19) zwecks Vermeidung von Quetschfalten am Rücken von Broschuren an dieser Stelle geeignete Ausnehmungen mit elastischen Auffüllungen aufweisen. Dreischneider nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Transport durch zwei miteinander gekoppelte hin- und her fahrbare und ein-und ausfahrbare Transporteure (18, 18a) erfolgt. Dreischneider nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Transporteure (18, 18a) als Zangen ausgebildet sind. Dreischneider nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidabfälle von Kopf-Fuß und von Frontschnitt getrennt entsorgbar sind.






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