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Dokumentenidentifikation DE102004061470B4 26.04.2007
Titel Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine und Druckeinheit einer Druckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Stroh, Rudolf, 73105 Dürnau, DE;
Hamilton, Stephan, 86156 Augsburg, DE;
Böck, Thomas, 86356 Neusäß, DE
DE-Anmeldedatum 18.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061470
Offenlegungstag 29.06.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.04.2007
IPC-Hauptklasse B41F 35/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine, insbesondere für einen Gegendruckzylinder einer Druckeinheit einer Druckmaschine, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Des weiteren betrifft die Erfindung eine Druckeinheit einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6.

Rollenrotationsdruckmaschinen verfügen üblicherweise über mehrere Druckeinheiten, wobei jede dieser Druckeinheiten mehrere Druckwerke umfasst. Jedes Druckwerk verfügt über einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder, ein Farbwerk sowie vorzugsweise ein Feuchtwerk, wobei die Übertragungszylinder aller Druckwerke einer Druckeinheit üblicherweise auf einem gemeinsamen Gegendruckzylinder abrollen. Dieser Gegendruckzylinder einer Druckeinheit, auf dem die Übertragungszylinder der Druckwerke dieser Druckeinheit abrollen, wird auch als Satellitenzylinder bezeichnet. Die Formzylinder werden auch als Druckplattenzylinder und die Übertragungszylinder als Gummituchzylinder bezeichnet.

Aus der DE 196 00844 A1 ist bereits bekannt, dass solche Druckeinheiten einer Rollenrotationsdruckmaschine über eine Waschvorrichtung verfügen, mithilfe derer der Druckformzylinder oder der Gegendruckzylinder bzw. Satellitenzylinder der Druckeinheit gereinigt werden kann. Aus dem Stand der Technik bekannte Waschvorrichtungen verfügen über eine an einem Waschbalken drehbar gelagerte Waschwalze, wobei die Waschwalze zusammen mit dem Waschbalken an den zu reinigenden Gegendruckzylinder der Druckeinheit anstellbar sowie von diesem abstellbar ist. Aus dem Stand der Technik bekannte Waschvorrichtungen ermöglichen die Reinigung des Gegendruckzylinders dadurch, dass in der an den zu reinigenden Gegendruckzylinder angestellten Position die Waschwalze sowie der zu reinigende Gegendruckzylinder rotatorisch bzw. drehend antreibbar sind. Durch diese rotatorische Relativbewegung zwischen der Waschwalze und dem zu reinigenden Gegendruckzylinder ist bereits eine gute Reinigung des Gegendruckzylinders realisierbar.

Aus den DE 198 60 190 A1 und DE 197 50 242 A1 sind Reinigungswalzen bekannt, die innerhalb ihrer Halterung axial verschiebbar gelagert sind.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, eine Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine sowie eine verbesserte Druckeinheit einer Druckmaschine zu schaffen, bei denen die Oberfläche des zu reinigenden Zylinders gründlicher gereinigt wird.

Dieses Problem wird durch eine Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine gemäß Anspruch 1 und eine Druckeinheit gemäß Anspruch 6 gelöst. Erfindungsgemäß ist zumindest die Waschwalze in einer an den zu reinigenden Zylinder angestellten Position relativ zu dem zu reinigenden Zylinder im Sinne einer Changierbewegung bewegbar bzw. verschiebbar.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass zumindest die Waschwalze in der an den zu reinigenden Zylinder angestellten Position im Sinne einer Changierbewegung translatorisch bzw. linear bewegbar ausgebildet ist.

Beim Waschen des zu reinigenden Zylinders erfolgt demnach einerseits eine rotatorische Relativbewegung und andererseits eine translatorische Relativbewegung zwischen der Waschwalze und dem zu reinigenden Zylinder. Die rotatorische Relativbewegung wird durch eine Drehung der Waschwalze und des zu reinigenden Zylinders etabliert. Die translatorische Relativbewegung wird durch ein lineares Hin- und Herbewegen der sich drehenden Waschwalze relativ zu dem sich ebenfalls drehenden, zu reinigenden Zylinder in Richtung der Drehachse der Waschwalze realisiert. Bedingt dadurch, dass der rotatorischen Relativbewegung zwischen der Waschwalze und dem zu reinigenden Zylinder eine translatorische Changierbewegung überlagert wird, kann der Waschvorgang optimiert werden.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist in der an den zu reinigenden Zylinder angestellten Position der gesamte Waschbalken relativ zu dem zu reinigenden Zylinder im Sinne einer Changierbewegung bewegbar bzw. verschiebbar.

Die erfindungsgemäße Druckeinheit einer Druckmaschine ist in Anspruch 7 definiert.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

1: eine schematisierte Darstellung einer erfindungsgemäßen Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine.

Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf 1 in größerem Detail beschrieben.

1 zeigt eine schematisierte Darstellung einer erfindungsgemäßen Waschvorrichtung 10 für einen Zylinder einer Druckmaschine, nämlich für einen Gegendruckzylinder einer Druckeinheit einer Druckmaschine. Die Waschvorrichtung 10 umfasst einen Waschbalken 11, wobei der Waschbalken 11 eine Waschwalze 12 umfasst, die in seitlichen Aufnahmen 13 und 14 des Waschbalkens 11 drehbar gelagert ist. Die Waschwalze 12 ist dabei im Sinne des Pfeils 15 um eine Drehachse 16 drehbar, wobei der Waschbalken 11 einen Antrieb 17 zur Bereitstellung der Drehbewegung der Waschwalze 12 um die Drehachse 16 umfasst. Wie 1 entnommen werden kann, ist die Waschwalze 12 über seitliche Zapfen 18 und 19 in den seitlichen Aufnahmen 13 und 14 des Waschbalkens 11 drehbar gelagert.

Wie 1 entnommen werden kann, ist der Waschbalken 11 über die seitlichen Aufnahmen 13 und 14 an Führungen 20 bzw. 21 gelagert, wobei die Führungen 20 und 21 ihrerseits an Führungsschienen 22 und 23 gelagert sind. Durch eine Relativbewegung der Führungen 20 und 21 entlang der Führungsschienen 22 und 23 ist der gesamte Waschbalken 11 im Sinne des Doppelpfeils 24 translatorisch bzw. linear verschiebbar, um so den Waschbalken 11 und damit die Waschwalze 12 an einen nicht-dargestellten, zu reinigenden Gegendruckzylinder einer Druckeinheit einer Druckmaschine anzustellen bzw. abzustellen. Zur Realisierung dieser translatorischen bzw. linearen Relativbewegung des Waschbalkens 11 quer zur Drehachse 16 der Waschwalze 12 sind den Führungen 20 und 21 Zylinder 25 und 26 zugeordnet, mithilfe derer die Führungen 20 und 21 entlang der Führungsschienen 22 und 23 verfahrbar sind.

Wie bereits oben erwähnt, ist demnach der Waschbalken 11 zusammen mit der Waschwalze 12 in Richtung des Doppelpfeils 24 quer zur Drehachse 16 der Waschwalze 12 translatorisch bzw. linear verfahrbar, um so den Waschbalken 11 und damit die Waschwalze 12 an den zu reinigenden Gegendruckzylinder anzustellen bzw. von demselben abzustellen. In der angestellten Position des Waschbalkens 11 ist die Waschwalze 12 im Sinne des Pfeils 15 um ihre Drehachse 16 rotatorisch bzw. drehend antreibbar. Zum Waschen des zu reinigenden Gegendruckzylinders wird dabei auch der zu reinigende Gegendruckzylinder um seine Drehachse rotatorisch bzw. drehend angetrieben, wobei die Drehachse des zu reinigenden Gegendruckzylinders in etwa parallel zur Drehachse 16 der Waschwalze 12 verläuft.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird nun vorgeschlagen, dass die Waschwalze 16 in der an den zu reinigenden Gegendruckzylinder angestellten Position relativ zu dem zu reinigenden Gegendruckzylinder im Sinne einer Changierbewegung bewegbar bzw. verschiebbar ist. Die Changierbewegung ist in

1 durch einen Doppelpfeil 27 visualisiert. Bei der Changierbewegung handelt es sich um eine translatorische bzw. lineare Relativbewegung zwischen der sich drehenden Waschwalze 12 und dem sich ebenfalls drehenden, zu reinigenden Gegendruckzylinder in Richtung der Drehachse 16 der Waschwalze 12.

Im einfachsten Fall wird lediglich die Waschwalze 12 im Sinne der Changierbewegung relativ zu dem zu reinigenden Gegendruckzylinder translatorisch in Richtung der Drehachse 16 der Waschwalze 12 hin- und herbewegt. Bevorzugt ist eine Ausführungsform, in welcher der gesamte Waschbalken 11 in der an den zu reinigenden Gegendruckzylinder angestellten Position relativ zu dem zu reinigenden Zylinder im Sinne einer Changierbewegung hin- und herbewegt wird.

Zur Realisierung der Changierbewegung des gesamten Waschbalkens 11 und damit der Waschwalze 12 relativ zu dem zu reinigenden Gegendruckzylinder in der an den Gegendruckzylinder angestellten Position umfasst die Waschvorrichtung 10 Zylinder 28 und 29, die im Ausführungsbeispiel der 1 auf die Zapfen 18 und 19 der Waschwalze 12 einwirken. Da die Zapfen 18 und 19 der Waschwalze 12 in den seitlichen Aufnahmen 13 und 14 des Waschbalkens 11 lediglich drehbar jedoch linear unverschiebbar gelagert sind, wird durch die auf die Zapfen 18 und 19 einwirkenden Zylinder 28 und 29 eine Changierbewegung des gesamten Waschbalkens 11 realisiert, wobei der Waschbalken 11 hierzu linear verschiebbar in den Führungen 20 und 21 gelagert ist. Wie 1 entnommen werden kann, sind den seitlichen Aufnahmen 13 und 14 des Waschbalkens 11 Führungsstifte 30 und 31 zugeordnet, die in Ausnehmungen 32 und 33 translatorisch verschiebbar gelagert sind.

Es sei darauf hingewiesen, dass auch mit lediglich einem Zylinder 28 bzw. 29 die Changierbewegung realisierbar ist. Die Zylinder 28 und 29 sind vorzugsweise als Pneumatikzylinder ausgeführt.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist die Waschvorrichtung 10 demnach durch drei Hauptbewegungskomponenten gekennzeichnet.

Eine erste Hauptbewegungskomponente in Richtung des Doppelpfeils 24 dient dem Anstellen bzw. Abstellen des gesamten Waschbalkens 11 und damit der Waschwalze 12 an den zu reinigenden Gegendruckzylinder, wobei diese erste translatorische bzw. lineare Bewegungskomponente quer zu einer Drehachse 16 der Waschwalze 12 verläuft. Eine zweite Hauptbewegungskomponente der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung 10 wird durch eine rotatorische Drehung der Waschwalze 12 um ihre Drehachse 16 bereitgestellt. Zum Waschen des zu reinigenden Gegendruckzylinders wird die Waschwalze 12 um ihre Drehachse 16 in der an den zu reinigenden Gegendruckzylinder angestellten Position drehend angetrieben. Bei der dritten Hauptbewegungskomponente der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung 10 handelt es sich um die Changierbewegung im Sinne des Doppelpfeils 27, wobei bei der Changierbewegung zumindest die Waschwalze 12, vorzugsweise der gesamte Waschbalken 11, in Richtung der Drehachse 16 der Waschwalze 12 relativ zu dem zu reinigenden Gegendruckzylinder hin- und herbewegt wird. In der an den zu reinigenden Gegendruckzylinder angestellten Position wird demnach der Drehbewegung der Waschwalze 12 im Sinne des Pfeils 15 eine Linearbewegung im Sinne des Doppelpfeils 27 überlagert. Durch diese Changierbewegung kann die Reinigungswirkung der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung 10 optimiert werden.

10
Waschvorrichtung
11
Waschbalken
12
Waschwalze
13
Aufnahme
14
Aufnahme
15
Pfeil
16
Drehachse
17
Antrieb
18
Zapfen
19
Zapfen
20
Führung
21
Führung
22
Führungsschiene
23
Führungsschiene
24
Doppelpfeil
25
Zylinder
26
Zylinder
27
Doppelpfeil
28
Zylinder
29
Zylinder
30
Führungsstift
31
Führungsstift
32
Ausnehmung
33
Ausnehmung


Anspruch[de]
Waschvorrichtung für einen Zylinder einer Druckmaschine, insbesondere für einen Gegendruckzylinder einer Druckeinheit einer Druckmaschine, mit einem eine Waschwalze umfassenden Waschbalken, wobei die Waschwalze zusammen mit dem Waschbalken an den zu reinigenden Zylinder der Druckmaschine anstellbar und von demselben abstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der an den zu reinigenden Zylinder angestellten Position der gesamte Waschbalken (11) relativ zu dem zu reinigenden Zylinder im Sinne einer Changierbewegung bewegbar ist. Waschvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Changierbewegung in Richtung einer Drehachse (16) der Waschwalze (12) erfolgt, wobei die Drehachse (16) der Waschwalze (12) zumindest in der an den zu reinigenden Zylinder angestellten Position in etwa parallel zu einer Drehachse des zu reinigenden Zylinders verläuft. Waschvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Waschen des zu reinigenden Zylinders die Waschwalze (12) einerseits rotatorisch und andererseits im Sinne einer Changierbewegung translatorisch antreibbar ist. Waschvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Waschen des zu reinigenden Zylinders die Waschwalze (12) rotatorisch und der Waschbalken (11) zusammen mit der Waschwalze (12) im Sinne einer Changierbewegung translatorisch antreibbar ist. Waschvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der zu reinigende Zylinder ein Gegendruckzylinder einer Druckeinheit ist, wobei auf dem Gegendruckzylinder mehrere Übertragungszylinder der Druckeinheit abrollen. Druckeinheit einer Druckmaschine, mit mehreren Druckwerken, wobei jedes Druckwerk einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder sowie ein Farbwerk umfasst, wobei die Übertragungszylinder aller Druckwerke der Druckeinheit auf einem gemeinsamen Gegendruckzylinder abrollen, und mit einer Waschvorrichtung für den Gegendruckzylinder der Druckeinheit, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildet ist. Druckeinheit einer Druckmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein Feuchtwerk vorgesehen ist.






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