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Dokumentenidentifikation DE102005016172B4 26.04.2007
Titel Behälter mit einer Füllung von flüssigkeitsabsorbierendem Granulat und Verfahren zur Verbesserung der Hygiene bei der Abfall-Entsorgung
Anmelder Theis Recycling GmbH & Co. KG, 56626 Andernach, DE
Erfinder Theis, Ulrich, 56626 Andernach, DE
Vertreter Richardt, M., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 65343 Eltville
DE-Anmeldedatum 07.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005016172
Offenlegungstag 19.10.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.04.2007
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 102005063383.8
IPC-Hauptklasse B65D 81/26(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65D 25/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Behälter mit einer Füllung von flüssigkeitsabsorbierendem Granulat sowie ein Verfahren zur Verbesserung der Hygiene bei der Abfall-Entsorgung.

Die Entsorgung von Siedlungsabfällen, insbesondere von Restmüll und Biomüll, ist mit hygienischen Risiken verbunden. Solche Abfälle enthalten biologisch abbaubare organische Stoffe und Wasser, so dass die Vorraussetzung für die Vermehrung verschiedener Mikroorganismen gegeben sind. Je nach der Standzeit der Abfallbehälter und der Temperatur ist der Abfall unterschiedlich stark verpilzt, so dass bei Öffnung des Abfallbehälters zur Einfüllung von weiterem Abfall, bei der Entleerung des Abfallbehälters sowie bei nachgeordneten Schritten der Abfallbearbeitung bzw. -behandlung Pilzpartikel, Bakterien oder bakterielle Partikel freigesetzt werden können.

Darüber hinaus können verschiedene Bestandteile von Restmüll, wie Fleischreste, Hygieneartikel, Windel, Kot von Heimtieren, Eierschalen etc. Träger für Infektionserreger für Tier und Mensch sein. Der Anteil von Fleischabfällen und Knochen im Hausmüll wird in der Größenordnung auf bis zu ca. 3% geschätzt. Eine Vermehrung einschlägiger bakterieller Krankheitserreger in diesen Fleischabfällen ist möglich und daher hygienisch bedenklich.

Als Infektionserreger kommen beispielsweise Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, zum Beispiel Endoparasiten wie Wurmeier in Betracht.

Besonders groß sind die hygienischen Probleme bei sogenannten Biomülltonnen, die üblicherweise auch im Sommer nur in größeren Abständen geleert werden, was gleichermaßen gesundheitsgefährdend und ekelerregend sein kann.

Aus der WO 91/17088 A1 ist ein Behälter zur Aufnahme einer Granulatfüllung bekannt.

Der Behälter hat eine Hand- Tragegriff.

Aus der DE 29814679 U1 ist die Verwendung von Lavagranulat zur Verhinderung des Inkontaktkommens des inneren Bodenbereiches von Abfalltonnen mit Abfallbestandteilen bekannt.

Weitere Transport- und Abfallbehälter sind aus US 3,794,239 A; US 4,986,420 A und EP 0173194 B1 bekannt geworden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Abfallentsorgung mit einem kostengünstigen und besonders wirkungsvollen Absorptionsmittel an verbessern.

Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe wird jeweils mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß wird ein Behälter mit einer Füllung von flüssigkeitsabsorbierendem Granulat vorgeschlagen. Der Behälter hat einen Hand-Tragegriff und ist zur Ausschüttung des Granulats aus dem Behälter in einen Abfallbehälter ausgebildet.

Durch das flüssigkeitsabsorbierende Granulat wird dem Abfall Wasser entzogen, so dass der Vermehrung von Mikroorganismen entgegen gewirkt wird. Da der Behälter einen Hand-Tragegriff aufweist, kann das Granulat bequem in den Abfallbehälter geschüttet werden, indem man beispielsweise mit einer Hand den Behälter an seinem Hand-Tragegriff festhält und mit der anderen Hand den Behälter leicht kippt, so dass das Granulat aus einer Ausschüttöffnung des Behälters austritt.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird eine Wandung des Behälters aus einer Kunststofffolie, aus Karton oder Pappe gebildet. Der Hand-Tragegriff des Behälters kann ebenfalls aus Kunststoff, insbesondere aus einer Kunststofffolie, bestehen, die zum Beispiel an einer Oberseite des Behälters angeklebt, angeschweißt oder durch andere Mittel befestigt ist.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung hat eine Wandung des Behälters eine Perforation zur Bildung einer Ausschüttöffnung. Vorzugsweise ist die Perforation im oberen Bereich des Behälters angeordnet.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung hat der Behälter mit seiner Granulatfüllung ein Gewicht von höchsten 8 kg, vorzugsweise ca. 4 kg, und beinhaltet höchstens 20 l, vorzugsweise ca. 10 l Granulat. Dies hat den Vorteil, dass auch ältere oder gebrechliche Menschen den Behälter leicht transportieren und handhaben können.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung besteht das Granulat aus organischen und/oder mineralischen Stoffen. Vorzugsweise beinhaltet das Granulat Silikate, wie zum Beispiel Calciumhydrosilikat, Calciumsilikat, Aluminiumsilikat, Calciumcarbonat, Natriumaluminiumsilikat, Aluminiummagnesiumsilikat und/oder Calcium-Aluminiumsilikat.

Zusätzlich kann das Granulat auch Kunststoffe beinhalten, wie zum Beispiel Polypropylen und/oder Polyurethan.

Beispielsweise wird das Granulat aus Porenbetonabfällen, die bei der Herstellung von Porenbetonsteinen entstehen, verwendet.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung ist das Granulat getrocknet und hat eine Restfeuchte von maximal 5%, vorzugsweise 2% bis 3% Restfeuchte.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung hat das Granulat eine Körnung zwischen 0,1 mm und 6 mm, vorzugsweise zwischen 0,25 mm und 4 mm.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Verbesserung der Hygiene bei der Abfall-Entsorgung. Erfindungsgemäß wird das flüssigkeitsabsorbierende Granulat in den Abfallbehälter eingestreut.

Dies kann dann erfolgen, wenn der Abfallbehälter noch leer ist. Beispielsweise wird eine den Boden des Abfallbehälters bedeckende Schicht des Granulats eingebracht.

Nach einer Ausführungsform der Erfindung wird, nachdem eine Charge Abfall in den Abfallbehälter eingefüllt worden ist, auf den Abfall eine möglichst den Abfall vollständig überdeckende Schicht des Granulats aufgebracht. Dadurch wird besonders effektiv die Bildung von Pilzen und die Vermehrung von Mikroorganismen, Würmern und dergleichen unterdrückt.

Im weiteren werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung mit Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Behälters,

2 eine Seitenansicht des Behälters der 1

3 die schichtweise Einfüllung von Granulat in einen Abfallbehälter.

Die 1 zeigt einen nach allen Seiten geschlossenen Beutel 100. Der Beutel 100 kann zum Beispiel aus einer Kunststofffolie, wie zum Beispiel Polyethylen, bestehen. Der Beutel 100 ist mit einem flüssigkeitsabsorbierenden Granulat 102 befüllt, wie es in der 1 durch die Schraffur dargestellt ist. In dem hier betrachteten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem Granulat 102 um Porenbeton-Granulat, welches aus Ausschuss bei der Herstellung von Porenbetonsteinen gewonnen wird.

Der Beutel 100 beinhaltet zum Beispiel ca. 10 l des Granulats 102, was in etwa einem Gewicht von 4 kg entspricht.

An seiner Oberseite hat der Beutel 100 einen Hand-Tragegriff 104. Mittels des Hand-Tragegriffs kann der Beutel 100 bequem von einer Person transportiert werden.

Die 2 zeigt eine Seitenansicht des Beutels 100. Wie in der 2 dargestellt, hat der Beutel 100 in einem oberen Bereich oberhalb des Füllstands des Granulats 102 eine Perforation 106. Durch Auftrennen der Perforation 106 erhält man eine Ausschüttöffnung zum Ausschütten des Granulats 102 aus dem Beutel 100. Statt einer Perforation kann auch eine Schnittlinie aufgedruckt sein, zum Beispiel mit dem Hinweise "Hier einschneiden" oder dergleichen.

Die 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel für die Verwendung des Granulats 102.

Die 3 zeigt eine Bio-Mülltonne 108, deren Mülltonnendeckel 110 geöffnet ist. Auf dem Boden der Bio-Mülltonne 108 befindet sich eine Granulatschicht 112, die durch Ausschütten aus dem Beutel 100 aufgebracht worden ist. In die Bio-Mülltonne 108 ist sodann eine Charge 114 von Biomüll, beispielsweise durch Entleerung eines üblichen Hausmülleimers, eingefüllt worden.

Unmittelbar nach Einfüllung der Charge 114 des Biomülls in die Bio-Mülltonne 108 ist eine weitere Granulatschicht 116 des Granulats 102 aufgebracht worden. Hierauf folgt eine weitere Charge 118 von Biomüll, die wiederum mit einer Granulatschicht 120 des Granulats 102 überdeckt wird. Hierzu wird das Granulat 102 aus der Ausschüttöffnung des Beutels 100 durch Schräghalten des Beutels 100 auf die Charge 118 des Biomülls gestreut. Dies kann bequem so erfolgen, dass eine Person mit einer Hand den Beutel 100 an dem Hand-Tragegriff 104 festhält, während sie den Beutel 100 mit ihrer anderen Hand in die in der 3 gezeigte schräge Position kippt. Nachdem die Granulatschicht 120 einer Dicke von ca. 1 cm aufgebracht worden ist, wird der Mülltonnendeckel 110 wieder geschlossen.

Die Einbringung der Granulatschichten 112, 116, 120, ... zwischen den Biomüll hat den Vorteil, dass dem Biomüll besonders effizient Flüssigkeit entzogen wird, so dass die Vermehrung von Mikroorganismen, Pilzen und dergleichen besonders wirksam gehemmt wird.

100
Beutel
102
Granulat
104
Hand-Tragegriff
106
Perforation
108
Bio-Mülltonne
110
Mülltonnendeckel
112
Granulatschicht
114
Charge
116
Granulatschicht
118
Charge
120
Granulatschicht


Anspruch[de]
Behälter mit einer Füllung von flüssigkeitsabsorbierendem Porenbeton-Granulat (102), wobei der Behälter einen Hand-Tragegriff (104) aufweist und zur Ausschüttung des Granulats aus dem Behälter in einen Abfallbehälter (108) ausgebildet ist. Behälter nach Anspruch 1, wobei eine Wandung des Behälters durch, eine Kunststofffolie gebildet wird. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine Wandung des Behälters aus Karton oder Pappe gebildet wird. Behälter nach Anspruch 1 oder 3, wobei der Hand-Tragegriff aus einer Kunststofffolie besteht, und an einer Oberseite des Behälters befestigt ist. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einer Perforation (106) in einer Wandung des Behälters zur Bildung einer Ausschüttöffnung für das Granulat. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Behälter ein Gewicht von höchsten 8 kg, vorzugsweise ca. 4 kg aufweist. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Behälter höchstens 20 l, vorzugsweise ca. 10 l des Granulats beinhaltet. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Porenbeton-Granulat Silicat beinhaltet, insbesondere Calciumhydrosilikat, Calciumsilikat, Aluminiumsilikat, Calciumcarbonat, Natriumaluminiumsilikat, Aluminiummagnesiumsilikat und/oder Calcium-Aluminiumsilikat. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Granulat eine Restfeuchte von maximal 5%, vorzugsweise zwischen 2% und 3% aufweist. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Granulat eine Körnung von 0,1 mm bis 6 mm, vorzugsweise zwischen 0,25 mm und 4 mm aufweist. Verfahren zur Verbesserung der Hygiene bei der Abfall-Entsorgung durch Einstreuen von flüssigkeitsabsorbierendem Porenbeton-Granulat (102) in einen Abfallbehälter (108). Verfahren nach Anspruch 11, wobei eine im wesentlichen geschlossene Schicht (112, 116, 120, ...) des Granulats in den Abfallbehälter eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Granulat vor dem Befüllen des Abfallbehälters mit Abfall eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12 oder 13, wobei das Granulat nach jeder Befüllung des Abfallbehälters mit einer Abfall-Charge (114, 118) eingebracht wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 11 bis 14, wobei es sich bei dem Abfall um Restmüll oder Biomüll handelt.






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