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Dokumentenidentifikation DE102005021782B4 26.04.2007
Titel Vorrichtung zum Aufheizen und Kochen von Bierwürze mit einem Innenkocher, insbesondere Röhrenkocher
Anmelder Banke, Friedrich, Dipl.-Ing., 84416 Inning, DE
Erfinder Banke, Friedrich, Dipl.-Ing., 84416 Inning, DE
DE-Anmeldedatum 11.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005021782
Offenlegungstag 16.11.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.04.2007
IPC-Hauptklasse C12C 13/08(2006.01)A, F, I, 20051130, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufheizen und Kochen von Bierwürze und Bier-Würze-Sudbehälter mit einem Innenkocher, insbesondere Röhrenkocher. Bei einer vielfach nach dem Stand der Technik etablierten Wärmeübertragungsvorrichtung, dem sogenannten Innenkocher findet während der Aufheizung vielfach eine undefinierte Umwälzung der Würze im beheizten Wärmetauscherrohrbündel statt, so dass die Bierwürze in diesem Prozessschritt eine ungewünschte hohe thermische Belastung erfährt. Um diese für die Würzequalität nachteiligen Effekte zu vermeiden schlägt die Erfindung eine ausreichende Zirkulation der Würze 13 durch einen Innenkocher insbesondere während des Aufheizens folgendermaßen vor: Der über dem Rohrbündel 2a durch Würzeleitkonus 2b und Steigohr 2c geschlossene Inrenkocher verfügt über eine Zirkulationsleitung 3a, die über eine Absperrvorrichtung 4 geöffnet werden kann, so dass die Würze hier abfließen kann. Hierdurch entsteht eine gleichmäßige Nachströmung der Würze über den gesamten Rohrbündelquerschnitt 2a, so dass eine ungewollte Überhitzung der Würze hierdurch vermieden werden kann. Die abgeführte Würze wird über eine Pumpe 6 durch eine Rückführleitung 8a und 8b wieder in das Gefäß 1 rückgeführt. Zur Erzielung einer verbesserten Austreibung von unerwünschten Aromastoffen erfolgt dies vorteilhaft über dem Würzeniveau 20 derart, dass eine große Oberfläche erzeugt wird.

Im Prozess der Bierherstellung wird nach dem Abläutern die Würze von einer Abläutertemperatur von ca. 78°C auf Kochtemperatur erhitzt und anschließend gekocht, wobei wichtige technologische Prozesse stattfinden, wie zum Beispiel: Lösung und Umwandlung von Hopfenbestandteilen, Bildung und Ausfällung von Eiweiß-Gerbstoffverbindungen, Verdampfen von Wasser, Sterilisation der Würze, Zerstörung von Enzymen, Zufärbung der Würze, Säuerung der Würze, Bildung von reduzierenden Stoffen und Austreiben/Desorbieren von flüchtigen Aromastoffen (Dimethylsulfid).

In einem nachfolgenden Schritt wird die Bierwürze zur Abscheidung von ausgefälltem Heißtrub in einen sogenannten Whirlpool gepumpt.

Für diesen Aufheiz- und Kochprozess der Würze kommen nach dem Stand der Technik üblicherweise 3 verschiedene Kochsysteme oder Kombinationen dieser zum Einsatz:

  • 1. Sogenannte Außenkochersysteme, die durch einen Wärmetauscher außerhalb der Würzepfanne oder eines Kombigefäßes charakterisiert sind. Diese Systeme benötigen für die Würzeumwälzung große Pumpenleistungen und somit hohen Bedarf an elektrischer Hilfsenergie. Die externen Wärmetauscher erfordern zusätzlichen Aufwand an Verrohrungsinstallationen und Isoliermaßnahmen.
  • 2. Dünnschichtverdampfungssysteme, bei denen die Würze zum Aufheizen und Kochen mittels Umwälzpumpe in einer filmartigen Benetzung über eine beheizte Oberfläche gepumpt wird. Diese Systeme nach dem Stand der Technik erfordern großen Platzbedarf für die Installation und bedürfen einer Pumpenumwälzung während des gesamten Prozesses.
  • 3. Am verbreitetsten sind sogenannte Innenkochersysteme, bei denen das Aufheizen und Kochen der Würze durch einen im Gefäß installierter Wärmetauscher erfolgt, der in der Regel als Rohrbündelwärmetauscher mit Würzeumlenk- und -leitvorrichtung ausgestattet ist.

Die Erfindung betrifft ein Innenkochersystem. Solche Innenkochersysteme leiten sich von den sogenannten Naturumlaufverdampfern, wie in der chemischen Industrie bekannt, ab.

Eine Würzepfanne mit einem zentral eingebauten Innenkocher ist z.B. durch die Patentschrift DE 43 04 383 C1 bekannt. Innenkocher bestehen aus einem Rohrbündel mit vertikalen Rohren, das zur Wärmeübertragung auf die Würze mit Heizdampf oder flüssigem Heizmedium, wie z.B. Hochdruck-Heißwasser beaufschlagt wird.

Die Würze kann von unten in das beheizte Rohrbündel eintreten und wird durch thermische Effekte senkrecht im Innenkocher nach oben gefördert. Zur Reduzierung von Schaumbildung und Erhöhung der Beschleunigung des Zweiphasigen Würze-Dampfgemisches sind verschiedene konusartige Leiteinrichtungen bekannt, die in der Regel über den Würzefüllstand bei gefüllter Würzepfanne herausragen. Neben den Leiteinrichtungen sind in der Regel so genannte Umlenkschirme installiert, die die heiße Würze wieder auf die Würzeoberfläche zurückführen und zudem unerwünschte leichtflüchtige Aromastoffe aus der Würze austreiben. Bekannt sind hierzu Ausführungen nach DE 195 39 509, DE 297 13 679 oder DE 100 26 573.

Während der Kochphase bildet sich kontinuierlich in den Verdampferrohren ein Zweiphasengemisch bestehend aus heißer flüssiger Würze und Dampfblasen. Dieses Zweiphasengemisch hat eine deutlich niedrigere Dichte als die im Gefäß umliegend anstehende flüssige Würze. Durch diesen großen Dichteunterschied resultiert eine treibende Kraft, die für eine starke Umwälzung durch die senkrechten Kocherrohre sorgt. Diese Umwälzung u.a. hat folgende positive Effekte auf den Würzekochvorgang:

  • 1. Die Würze wird im Gefäß homogen verteilt, da sich im Gefäß auch eine entsprechende Strömung einstellt.
  • 2. Durch die Umwälzung kann mit Hilfe von so genannten Würzeumlenkschirmen eine große freie Oberfläche zur Desorption von unerwünschten Aromastoffen erfolgen.
  • 3. Durch die hohe Geschwindigkeit in den Wärmetauscherrohren ergibt sich ein guter würzeseitiger Wärmeübergang bei niedrigen Verweilzeiten an der heißen Rohroberfläche. Die wirkt sich technologisch schonend auf die Inhaltsstoffe, insbesondere Eiweißstoffe aus.

Beim Aufheizen von Abläutertemperatur von ca. 75–78°C auf Kochtemperatur von ca. 100°C kann sich bei rein konvektivem, d.h. einphasigem Wärmeübergang in den Wärmeübertragerrohren des Innenkochers nur eine kleine Dichtedifferenz zwischen heißer leichterer Würze in den Rohren und kalter schwerer Würze umliegender Würze einstellen. So kann sich bei Aufheizung durch rein konvektiven Wärmeübergang keine ausreichende Umwälzung, wie dies bei der Kochung der Fall ist, ausbilden. In der Praxis kommt es zu instationären Überhitzungszuständen in den Wärmetauscherrohren verbunden mit Dampfblasenbildung und einem zyklischen pulsierenden Ausschieben des überhitzen Zweiphasengemisches. Mit Nachströmen von kalter Würze in die Heizrohre wird der Vorgang wieder unterbrochen. Mit zunehmender Temperatur werden die Zyklen kleiner und der Prozess geht in eine kontinuierliche Umwälzung über.

Hieraus resultieren u.a. für die Aufheizphase folgende Probleme:

  • 1. Durch die zyklische lokale Überhitzung der Würze in den Wärmtauscherrohren kommt es zu einer starken thermischen Schädigung der Würze, verbunden zum Beispiel mit unerwünschten Eiweißschädigungen oder Zufärbungen der Würze.
  • 2. Die Eiweißausfällungen verursachen an den Wärmetauscherrohren starke Belagbildung, was wiederum den Wärmeübergang verschlechtert und den Reinigungsaufwand erhöht.
  • 3. Die Aufheizung des Würzeinhaltes in der Pfanne ist durch die geringe Strömung inhomogen, so dass thermisch beeinflusste technologische Prozesse wie z.B. DMS-Precursor Spaltung ebenfalls inhomogen ablaufen.
  • 4. Der Wärmeübergang ist durch diese undefinierte Strömung in den Rohren deutlich niedriger als in der Kochphase. Dies verlängert die Aufheizzeit bzw. erfordert eine entsprechende Vergrößerung der Heizflächen.

Diese negativen Effekte ergeben sich aus der oben beschriebenen üblichen geometrischen Anordnung für Innenkochersysteme. Insbesondere bei einer zum umliegenden Würzeraum geschlossenen Leiteinrichtung, ergibt sich eine Beeinträchtigung der Strömung der Würze beim Aufheizen bei rein konvektiver Umlaufströmung im Vergleich zu einem Rohrbündel ohne diese Leiteinrichtungen. Um diesen Effekt der Strömungsbeeinträchtigung und somit auch die damit verbundenen thermischen Schädigungen der Würze zu reduzieren sind für diese konusartigen Leiteinrichtungen verschiedene Ausführungen bekannt.

Bei einer bekannten Ausführung (DE 3442516 C1) sind über der oberen Rohrplatte des Heizbündels Öffnungen angebracht die zwar beim Aufheizen eine Konvektionsströmung erlauben. Beim Kochen tritt jedoch ebenfalls ein Teil der Würze durch diese Öffnungen aus, wodurch keine optimale Austreibung der unerwünschten Aromastoffe über den darüber liegenden Umlenkschirm erreicht wird.

Zur Lösung dieser Problematik des Aufheizens wird in der Patentschrift DE 43 04 383 C1 eine Zwangsumwälzung für den Innenkocher mit einer zusätzlichen Pumpe vorgeschlagen. Der Innenkocher ist hierbei unten geschlossen ausgeführt und wird über einen Pumpenkreislauf, der Würze aus Pfanne ansaugt versorgt. Bei der Kochung sind hohe Strömungsgeschwindigkeiten im Zulauf erforderlich um ein partielles Austrocknen der Kocherrohre zu vermeiden. Aus diesem Grunde sind bei dieser Ausführung sehr große Pumpenleistungen erforderlich, um beim Kochen ein stabiles Betriebsverhalten sicherzustellen. Die erforderliche Umwälzmenge beträgt ein Vielfaches der üblicherweise zum Entleeren (Ausschlagen) der Würzepfanne installierten Pumpe. Somit sind für den Betrieb hohe elektrische Antriebsleistungen erforderlich. Zudem entsteht ein hoher Verrohrungsaufwand mit großen Nennweiten für Rohrleitungen und Armaturen.

Eine andere Lösung wird im Gebrauchsmuster DE 296 09 642 U1 vorgeschlagen. Hierbei soll die Aufheizung und Gleichverteilung der Temperaturen im Gefäß durch eine Umwälzung der Würze mit zentraler Anströmung des Innenkochers von unten und Absaugung der Würze an anderer Stelle im Gefäß verbessert werden. Die Gleichverteilung der Temperaturen der Würze im Gefäß kann durch Ausbildung einer Strömung zwar deutlich verbessert werden, eine gleichmäßige Durchströmung durch alle Rohre kann nicht erreicht werden. Mit wirtschaftlich sinnvoll dimensionierten Pumpenleistungen lässt sich in der Aufheizphase bei oben geschlossenem Innenkocher der erforderliche Staudruck durch eine freie Anströmung von unten nicht erreichen, der zur kontinuierlichen Durchströmung des Innenkochers erforderlich wäre, so dass die Würze bis nach oben über den Würzespiegel hinaus gefördert wird. Selbst bei Ausführung mit oberen Öffnungen oder eines Ringspaltes zwischen Würzeleitblech und Rohrbündel ist durch einzelne Anströmrohre keine gleichmäßige Anströmung zu erreichen. In der Praxis stellt sich bei dieser technischen Lösung eine Rückströmung im Rohrbündel an den weniger angeströmten Rohren ein. Dies bedeutet jedoch, dass in Bereichen der Innenkocherrohre wieder undefinierte Verweilzeiten resultieren mit den bereits oben beschriebenen Nachteilen. Insbesondere bei größeren Rohrbündeldurchmessern gestaltet sich die Gleichverteilung der Anströmung als schwierig.

In der Patentschrift (WO2004/092321 A1) wird vorgeschlagen in den Raum über dem Rohrbündel des Innenkochers und dem konische Würzeleitblech eine Absaugvorrichtung zu installieren, die die Würze in diesem Raum durch eine Konstruktion nach dem Wasserstrahlpumpenprinzip (Injektorprinzip) absaugt und nach oben über einen zusätzlichen Zwangsangeströmten Würzeverteilschirm fördert. Die Förderenergie für diese Wasserstrahlpumpe liefert ebenfalls ein Würzevolumenstrom der über ein Zentralrohr geführt ist, das von unten durch das Innenkocherrohrbündel verläuft. Dieses Zentralrohr ist Bestandteil eines Umwälzkreislaufes, der die Würze aus dem Gefäß abzieht und über eine externe Pumpe fördert. Durch diese Anordnung kann insbesondere beim Aufheizen die Würze über dem Rohrbündel absaugt werden, so dass eine gleichmäßige Nachströmung der Würze über den gesamten Rohrbündelquerschnitt gegeben ist. Nachteilig an dieser Ausführung ist, dass zur Erzielung einer thermodynamisch und technologisch wirksamen Durchströmung des Rohrbündels eine große externe Umwälzleistung erforderlich ist, da der Absaugeffekt durch Impulsübertragung der Würze aus dem Umwälzkreislauf an die ruhende Würze erfolgt. Das heißt, dass zur Absaugung eines wirksamen Würzevolumenstromes aus dem Innenkocherinnenraum ein Vielfaches dieses Volumenstromes durch eine externe Pumpe umgewälzt werden muss. Mit zunehmender Steighöhe, das heißt bei zunehmender Gefäßgröße wird das Verhältnis von umgepumpter und angesaugter Würze immer ungünstiger bzw. kann nur durch gesteigerte Strömungsgeschwindigkeit in der Strahlpumpenkonstruktion kompensiert werden.

Ein weiterer Nachteil technologischer Art ergibt sich durch den Effekt, dass die bereits im Rohrbündel aufgeheizte Würze sich im Injektor mit kalter Würze vermischt, wieder abkühlt und so die Effizienz des Austreibens von unerwünschten Aromastoffen während des Aufheizphase nachteilig beeinflusst. Nachteilig auf die Reinigungsfähigkeit des Systems wirken sich die zusätzlichen Einbauten im Innenkocher aus.

Aufgabe der im Patentanspruch 1 angegebenen Erfindung ist durch Verbesserung der Strömungsführung der Würze einen Innenkocher zum Einbau in ein Gefäß zur Würzekochung zu schaffen, der durch entsprechende Beeinflussung der Aufheiz- und Kochphase den Würzekochungsprozess technologisch, thermodynamisch und energetisch optimal führt. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Anordnung einer Zirkulationsleitung 3a, die über dem Rohrbündel 2a und unterhalb der Würzeleiteinrichtung bestehend aus einem Würzeleitkonus 2b, einem Steigohr 2c und einem Umlenkschirm 2d und mit dem Abstand h unterhalb des Würzespiegels angeordnet ist. Insbesondere während der Aufheizphase kann bei Betrieb der Pumpe 6 die erwärmte Würze aus dem Raum über dem Rohrbündel 2e abgeführt werden, wodurch unter Ausnutzung des geodätischen Höhenunterschieds h wiederum kalte Würze unterhalb des Innenkocherrohrbündels 2a gleichmäßig über alle Rohre nachströmt und wiederum aufgeheizt wird. Die nach Durchströmen des Rohrbündels erwärmte Würze wird nach Abfließen durch die Zirkulationsleitung 3a über eine Pumpe 6 und eine Rückführleitung 8a und Verteilvorrichtung 8b in das Würzegefäß 1 zurückgeführt. Die Rückführung der Würze erfolgt Idealerweise über dem Würzespiegel derart, dass eine möglichst große Oberfläche erzeugt wird. Dies kann über eine tangentiale Einleitung 8b gemäß 1 an die Gefäßwandung erfolgen.

1 zeigt eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung bei der die Zirkulationsleitung 3a mit einer Absperrvorrichtung 4 versehen ist und weitere Absperrorgane 7 und 11 sowie zusätzliche Leitungen 10 und 12 so angeordnet sind, dass mit der Zirkulationspumpe 6 das Würzegefäß nach dem Kochprozess auch entleert werden kann. In der Aufheizphase sind die Absperrorgane 9 am Gefäßauslauf und 11, das zum Transfer der Würze für den nachfolgenden Prozessschritt (in der Regel die Heißtrubabscheidung) dient, hierbei geschlossen.

Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung ergeben sich durch die mittels des Zirkulationskreislaufes 3a, 4, 3b, 6, 7, 8a, 8b entstandene Strömung im Rohrbündel des Innenkochers folgende Vorteile:

  • 1. Eine Vermeidung der technologisch unerwünschten Überhitzung der Würze insbesondere während der Aufheizphase kann für den gesamten Rohrbündelquerschnitt sichergestellt werden.
  • 2. Durch die Zwangsströmung ergibt sich für die kritische Aufheizphase ein deutlich besserer konvektiver Wärmeübergang für die Würze.
  • 3. Durch die Vermeidung von Überhitzungen insbesondere während der Aufheizphase kann auf wirksame Weise die Ausfällung von anorganischen und organischen Stoffen auf der Heizfläche, das so genannte Fouling auf einen Bruchteil von konventionellen Systemen reduziert werden.
  • 4. Durch das Rückführen der bereits aufgewärmten Würze in das Würzegefäß mit einer entsprechender Vorrichtung zur Oberflächenvergrößerung kann ein deutlich wirksamerer Austreibungseffekt der leichtflüchtigen Komponenten wie zum Beispiel Dimethylsulfid erzeugt werden, als bei anderen Ausführung wo die bereits aufgewärmte Würze durch Vermischung mit kalter Würze vor dem Desorbieren wieder rückgekühlt wird. Für die Austreibung von Dimethylsulfid ist die thermische Spaltung eines Vorproduktes, dem so genannten DMS-Precursor erforderlich. Bei der erfindungsgemäßen Ausführung der Zirkulation ohne Rückkühlung durch Vermischung mit kalter Würze wird die erforderliche Reaktionstemperatur zur Spaltung des DMS-Precursors früher im Prozessverlauf erreicht als bei anderen Systemen ohne dass eine thermische Schädigung der Würze hierbei auftritt.
  • 5. Im Vergleich zu den bisherigen Systemen, die mit externer Pumpenunterstützung arbeitenden Lösungen nach den Stand der Technik wird die Strömung im Innenkocher mit dem niedrigsten sekundärseitigen Energieaufwand für das Umpumpen realisiert, da der geschlossene Umwälzkreislauf in der erfindungsgemäßen Ausführung auch den Innenkocher inklusive dem Wärmetauscherrohrbündel beinhaltet. Das heißt, dass der gleiche Volumenstrom, der durch die externe Pumpe gefördert wird auch durch die Innenkocherohre fließt. Bei den anderen technischen Lösungen ist der Volumenstrom, der durch das Wärmetauscherrohrbündel fließt jeweils nur ein Bruchteil dessen der durch die Externpumpe gefördert wird. Hieraus resultiert, dass die erfindungsgemäße Ausführung zur Unterstützung der Aufheizphase mit einer Externpumpe den besten Strömungstechnischen Wirkungsgrad aufweist beziehungsweise den niedrigsten Bedarf an elektrischer Zusatzenergie hat.

Vorteilhaft können folgende erfindungsgemäße Ausführungen sein:

  • 1. Gemäß 2 entsprechend den Patentansprüchen 6 mit einem zusätzlichen Ausdampfgefäß 5 mit Abdampfleitung 5a in die Atmosphäre zur Verstärkung der Austreibeffekte während der Pumpenumwälzung. Hierdurch kann der Austreibeffekt von unerwünschten Aromastoffen nochmals verbessert werden.
  • 2. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in Patentanspruch 7 gemäß 3 dargelegt wobei die Austreibung von unerwünschten Aromastoffen mit einer zentralen Würzeverteileinrichtung 20 während der Pumpenumwälzung erfolgt.
  • 3. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in Patentanspruch 10 gemäß 4 dargelegt, wobei ein zusätzlicher externer Wärmetauscher 30 in der Zirkulationsleitung 8a zur Erhöhung der Aufheizleistung bzw. für besonders schonenden Wärmeübergang während des Aufheizens installiert ist. Besonders vorteilhaft ist dies bei Nachrüstung von bestehenden Innenkochersystemen mit kleinen Innenkocherheizflächen.
  • 4. 3. zeigt gemäß Patentanspruch 8 einen zusätzlichen Würzeeinlauf unterhalb des Würzespiegels zur Vermischung des Gefäßhaltes. Dies kann vorteilhaft zur Eliminierung von Strömungstotzonen bei bestehenden Gefäßen mit strömungsungünstigen Gefäßformen sein, da durch eine kontrollierte Vermischung des Gefäßinhaltes eine gleiche Prozessqualität für den gesamten Gefäßinhalt realisiert werden kann.
  • 5. 3 zeigt gemäß Patentanspruch 9 eine erfindungsgemäße Ausführung mit einem Gefäß mit flachem Boden 1a und zusätzlichen Würzeanstichen 17a + 17b, zusätzlichen Absperrvorrichtungen 16a + 16b und einer Sammelleitung 17c, so dass das Gefäß mittels geeigneter tangentialer Einlaufverrohrung 15 als Whirlpool benutzt werden kann.
  • 6. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in Patentanspruch 11 gemäß 5 dargelegt, wobei die Zirkulationspumpe 6 in das Innenkocherrohrbündel 2a integriert und vorteilhaft als Axialpumpe ausgeführt ist und der Zulauf 3a im Rohrbündel verläuft, die Auslaufverrohrung 8c unter Umgehung der Ausschlagpumpe 6a direkt in die Rückführleitung 8a angeschlossen ist.
  • 7. 6 zeigt gemäß Patentanspruch 12 eine erfindungsgemäße Ausführung mit zusätzlicher Verrohrung 3c und zusätzlichen Absperrorganen 4a und 4b, so dass bei Betrieb der Pumpe 6, geöffneten Absperrorganen 4, 4a und 9, geschlossenen Absperrorganen 7 und 11 bei Vorlage einer Reinigungsflüssigkeit im Würzebehälter 1 eine Reinigung der Zirkulationsleitung 3a mit Absperrorgan 4 möglich ist.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Aufheizen und Kochen von Bierwürze mit einem Innenkocher als mit senkrechten Rohren ausgebildeter Rohrbündelwärmetauscher, gekennzeichnet durch mindestens eine um den Höhenunterschied (h) unter dem Würzespiegel liegende Zirkulationsleitung (3a und 3b), die mit dem über dem Rohrbündel (2a) angeordnetem Würzeraum (2e) verbunden ist und die aus dem Würzeraum abgezogene Würze nacheinander in die Zirkulationsleitung (3a und 3b), die Pumpe (6), die Rückführleitung (8a; 8c) und die Einlauf- und Verteilvorrichtung (8b) derart durchströmt, dass bei Betrieb der Pumpe (6) die aufgeheizte Würze aus dem Würzeraum abgeführt wird, wodurch kalte Würze gleichmäßig in das Rohrbündel (2a) nachströmt und die im Rohrbündel aufgeheizte Würze (13) wieder in das Gefäß (1) rückgeführt wird. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zirkulationsleitung (3a) mit einer Absperrvorrichtung (4), die Rückführleitung (8a) mit einer Absperrvorrichtung (7) und die zum Entleeren des Gefäßes (1) vorhandene Transferleitung (12) mit einer Absperrvorrichtung (11) versehen ist, so dass die Pumpe (6) auch zum Entleeren des Gefäßes und Transfer der Würze in Nachgeschaltete Gefäße benutzt werden kann. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungen des geschlossenen Würzeraumes (2e) durch einen Würzeleitkonus (2b) und ein Würzesteigrohr (2c) ausgebildet werden. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauf- und Verteilvorrichtung (8b) durch mindestens einen zur Gefäßwand tangentialen Einlauf besteht. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (6) mittels einer Absperrvorrichtung (9) und einer Auslaufleitung (10) zum Entleeren des Gefäßes benutzbar ist. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in die Zirkulationsleitung (3b oder 8a) ein zusätzliches Ausdampfgefäß (5) mit einem Schwadenabzug (5a) ins Freie geschaltet ist, das über geeignete Oberflächenvergrößerungsvorrichtungen, wie zum Beispiel einer tangentialen Würzeeinleitung verfügt, so dass eine weitere Verbesserung der Austreibung von unerwünschten Aromastoffen in einem Nebenprozess erfolgen kann. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlauf- und Verteilvorrichtung (86) über eine im Gefäß zentral sitzende Radialverteileinrichtung (20) führt. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die Rückführleitung (8a) mindestens je ein zusätzlicher Rohrstutzen (15) mit je einer Absperrvorrichtung (14) so ausgestattet ist, dass bei ungünstigen bestehenden Gefäßformen auftretende Strömungstotzonen, die zu einer Qualitätsverschlechterung des Würzekochprozesse führen durch Sekundärströmungen beseitigt werden können und eine annähernd ideale Durchmischung der Würze (13) im Gefäß (1) erzielt werden kann. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefäß (1) mit einem geeigneten Boden (1a) und mindestens einen zusätzlichen tangentialen Rohrreinlauf (15) und mindestens je einem zusätzlichen Ablauf (17b) und einer Absperrvorrichtung (16b) und einer zusätzlichen Ablaufleitung (17c), die in die Auslaufleitung (10) mündet ausgestattet ist, so dass die Heißtrubabscheidung durch Whirlpooleffekt im gleichen Gefäß (1) möglich ist. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zirkulationsleitung (8a, 3a oder 3b) ein zusätzlicher Wärmetauscher (30) installiert ist, der insbesondere für eine beschleunigte Aufheizung sorgt, durch die zusätzlichen Heizflächen aber einen Betrieb bei Würzeschonenden niedrigen Heizmediumstemperaturen erlaubt. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe (6) zum Zirkulieren der Würze (13) in das Innenkocherrohrbündel (2a) integriert ist, vorteilhaft als Axialpumpe ausgebildet ist und der Zulauf (3a) durch das Innenkocherrohrbündel (2a) verläuft, die Auslaufverrohrung (8c) unter Umgehung der Ausschlagpumpe (6a) direkt in die Rückführleitung (8a) angeschlossen ist. Vorrichtung zum Erhitzen der Würze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Pumpe (6) eine zusätzliche Leitung (3c) mit zusätzlichen Absperrorganen (4a) und (4b) geschaltet ist, so dass eine Reinigung der Zirkulationsleitung (3a, 3b) über Vorlage einer geeigneten Reinigungsflüssigkeit im Würzegefäß (1) bei Betrieb der Pumpe (6) über die Entleerleitung (10) bei geöffneten Absperrvorrichtungen (9), (4) und (4a) und geschlossenen Absperrvorrichtungen (4b), (7) und (11) erfolgen kann.






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