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Dokumentenidentifikation DE10004089B4 03.05.2007
Titel Gebäudefenster mit extrudierter Dichtung
Anmelder Centre Luxembourgeois de Recherches pour le Verre et la Céramique S.A., Dudelange, Luxemburg/Luxembourg, LU
Erfinder Bernar, David, Las Arenas, Vizcaya, ES
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Anmeldedatum 31.01.2000
DE-Aktenzeichen 10004089
Offenlegungstag 09.08.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse B29C 44/12(2006.01)A, F, I, 20061128, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E06B 7/22(2006.01)A, L, I, 20061128, B, H, DE   E06B 3/62(2006.01)A, L, I, 20061128, B, H, DE   B29C 44/18(2006.01)A, L, I, 20061128, B, H, DE   

Beschreibung[de]
1. Technisches Gebiet:

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befestigen einer Dichtung an einem Rahmen oder einer Zarge eines Gebäudefensters durch Extrusion. Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Gebäudefenster mit einer extrudierten Dichtung.

Im Stand der Technik ist es bekannt zwischen unterschiedlichen Arten von Fensterdichtungen zu unterscheiden, nämlich dynamischen Dichtungen und statischen Dichtungen. Dynamische Dichtungen sind Dichtungen, die wiederholt in zwei Zuständen verwendet werden: einem dichtenden Zustand und einem nicht-dichtenden Zustand. Ein typisches Beispiel einer dynamischen Dichtung für ein Gebäudefenster dient dazu, den Rahmen des Fensters gegenüber der Zarge des Fensters abzudichten. Wenn das Fenster geschlossen ist, ist die Dichtung im dichtenden Zustand; wenn das Fenster offen ist, ist die Dichtung im nicht-dichtenden Zustand. Eine statische Dichtung ist hingegen eine Dichtung, die immer im dichtenden Zustand ist. Ein Beispiel für eine statische Dichtung findet sich ebenfalls in einem Gebäudefenster, nämlich zur Dichtung zwischen der Glasscheibe und dem Fensterrahmen. Diese Art der Dichtung hat zwei Aufgaben. Zum einen dichtet sie natürlich den Übergang von der Glasscheibe zum Fensterrahmen. Zum anderen hält sie die Scheibe in ihrer Position innerhalb des Rahmens. Naturgemäß ist solch eine Dichtung nach ihrer Montage nicht zwei verschiedenen Betriebszuständen (dichtend und nicht-dichtend) unterworfen. Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere dynamische Dichtungen im obigen Sinne, auf die im folgenden als Dichtungen für Gebäudefenster Bezug genommen wird.

Bei der Herstellung von Fenstern für Gebäude o.ä. (beispielsweise Schiffe) werden entlang des Rahmens und der Zarge des Fensters Dichtungen angebracht, um die Dichtigkeit des Fensters gegenüber Luft und Feuchtigkeit zu gewährleisten und um eine möglichst gute Schall- und Wärmeisolation zu erreichen.

Wie oben erwähnt lassen sich die Dichtungen eines Gebäudefensters danach unterscheiden, ob sie beim Öffnen und Schließen des Fensters wiederholt komprimiert werden bzw. expandieren (dynamische Dichtungen) oder ob sie nach Abschluß der Herstellung und Montage des Fensters über ihre gesamte Lebensdauer hinweg in der gleichen Konfiguration verbleiben (statische Dichtungen). Typischerweise sind dynamische Dichtungen an korrespondierenden Bereichen des Rahmens und/oder der Zarge angebracht, während statische Dichtungen beispielsweise den Übergang von der Glasscheibe zum Rahmen abdichten.

Sowohl statische als auch dynamische Dichtungen für Gebäudefenster werden heutzutage üblicherweise separat aus einem Kunststoff, beispielsweise einem Polyurethan, gefertigt und in einem der letzten Schritte der Herstellung des Fensters am Rahmen oder der Zarge befestigt. 3 zeigt exemplarisch den Querschnitt durch einen solchen dynamischen Dichtungsstreifen 200. Die Befestigung des vorgefertigten Dichtungsstreifens 200 erfolgt dabei manuell, indem der untere Teil 210 zur mechanischen Verbindung in eine entsprechenden Aussparung des Rahmens oder der Zarge eingeführt wird. In manchen Fällen wird die Dichtung auch einfach mit dem Rahmen oder der Zarge manuell verklebt.

Der für diesen Herstellungsschritt notwendige hohe Arbeitsaufwand, insbesondere für eine saubere Gestaltung an den Ecken des Rahmens bzw. der Zarge, bestimmt zu einem wesentlichen Teil die Herstellungskosten für das Fenster. Bei einer ungenauen Anbringung des Kunststoffstreifens 200, verschlechtert sich zudem erheblich die Dichtigkeit des Fensters. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens nach dem Stand der Technik liegt in der Tatsache begründet, daß beim Befestigen der vorgefertigten Kunststoffstreifen große Mengen an Kunststoffmaterial durch den jeweils notwendigen Zuschnitt verloren gehen.

Im Stand der Technik sind unterschiedliche Verfahren bekannt, Dichtungen direkt auf einen Körper aufzubringen. Die Druckschrift "Der Plastverarbeiter" offenbart in der Ausgabe 9/1997 auf den Seiten 32–34 ein Verfahren zum Auftragen einer aufgeschäumten Dichtung mittels eines Mischkopfes. Verwendung findet dieses Verfahren bei der Herstellung von Dichtungen in Schaltschränken, in Langfeldleuchten oder für Abdeckungen zwischen PKW-Innenraum und Motorbereich.

Die Druckschrift GAK (Gummi, Fasern, Kunststoffe) beschreibt in der Ausgabe 12/1997 auf den Seiten 969–973 unterschiedliche Arten aufschäumender Dichtungen und ihre Herstellungsmethoden. Als Anwendungsgebiete werden die Industriezweige Auto-/Wohnmobil, Elektro, Elektronik, Emballagen, Leuchten, Luftfahrt und Verpackungen genannt. Als spezielle Anwendungen für aufschäumende und geschäumte Silikon-Dichtungen werden in dieser Druckschrift Dichtungen im Motorraum oder in Filtern erwähnt.

Die DE 34 31 112 C2 beschreibt einen Mischkopf zur reaktiven Mischung von zwei oder mehr Kunststoffkomponenten in einer Mischkammer. Ein wesentliches Einsatzgebiet eines solchen Mischkopfes ist die Herstellung von in sich geschlossenen Dichtungen, wie sie z.B. bei Leuchten zwischen dem Leuchtenkörper und dem Leuchtenglas oder bei Türen von Apparategehäusen verwendet werden.

Aus der DE 44 34 882 A1 ist ein Verfahren zum Anbringen von Dichtungen an Druckgussteilen bekannt, das eine Corona-Elektrode zur Reinigung der Oberfläche verwendet. Die Dichtungen werden auf die vorgesehenen Flanschflächen des Druckgussteils appliziert, oder mittels einer Spritzgussform an das Druckgussteil angespritzt.

Schließlich beschreibt die DE 195 38 290 A1 ein Verfahren zum Herstellen einer Dichtung an ein Formteil mittels einer Gegenform. Eine Dichtungsnut des Formteils und eine Profilnut der Gegenform bilden beim Zusammenfügen einen Formhohlraum für die Dichtung. In die Dichtungsnut des Formteils und die Profilnut der Gegenform werden jeweils ein Strang eines Kunststoff-Materials extrudiert. Formteil und Gegenform werden dann zusammengefügt, so dass sich die beiden Stränge vereinigen und das Kunststoff-Material in den Formhohlraum ausreagiert.

Weiterhin ist aus dem Automobilbereich bekannt, Dichtlippen, beispielsweise für Windschutzscheiben, aus Polyurethan o.ä. mit einem Roboter direkt auf die Glasscheibe zu extrudieren. Vorrichtungen dazu sind beispielsweise aus der EP 0 271 640 A2 und der EP 0 271 662 A2 bekannt. Dieses Verfahren lässt sich jedoch nicht auf die Dichtungen von Gebäudefenstern übertragen, da die genannten Dichtlippen im Automobilbereich vergleichsweise starr sind und nur statische Funktionen im obigen Sinne haben. Sie weisen somit keine ausreichende Elastizität für eine dynamische Dichtung auf, die im Laufe ihrer Lebensdauer viele tausend Male komprimiert und expandiert wird. Der vorliegenden Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, ein Verfahren zum Befestigen einer Dichtung an einem Rahmen oder einer Zarge eines Gebäudefensters zu schaffen, das zur Kostensenkung und zur Qualitätssicherung sowie zur Verringerung des bei der Herstellung anfallenden Abfalls einen hohen Grad an Automation ermöglicht.

Gemäß eines weiteren Aspekts liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, ein Fenster mit einer verbesserten Dichtigkeit gegenüber Umwelteinflüssen zu schaffen.

3. Zusammenfassung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befestigen einer dynamischen Dichtung an einem Rahmen oder einer Zarge eines Gebäudefensters, bei dem eine Mischung aus einer Dichtungsmasse und einem Gas hergestellt wird, die Mischung auf den Rahmen oder die Zarge des Fensters extrudiert wird und die Mischung beim Extrudieren aufschäumt und eine mit dem Rahmen oder der Zarge verbundene dynamische Dichtung erzeugt.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden mehrere Vorteile erreicht. Zum einen läßt sich die Extrusion der Mischung aus der Dichtungsmasse und dem Gas einfach automatisieren, so daß der arbeits- und damit kostenintensive Schritt der manuellen Befestigung der Dichtung entfällt. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Mischung beim Extrudieren aufschäumt und dadurch eine feste Verankerung am Rahmen oder der Zarge des Fensters ermöglicht. Zum anderen weist die aus der aufgeschäumten Mischung geformte dynamische Dichtung über viele Belastungszyklen hinweg eine hohe Flexibilität auf. Gleichzeitig wird durch die Automatisierung eine gleichbleibende Qualität der erzeugten Fenster gewährleistet und der anfallende Kunststoffabfall erheblich reduziert, da nur die jeweils benötigten Mengen an Dichtung durch das Aufschäumen bei der Extrusion hergestellt und mit dem Rahmen oder der Zarge verbunden werden.

Vorzugsweise wird die Mischung in einen Hohlraum des Rahmens oder der Zarge extrudiert. Dadurch wird beim Aufschäumen und der damit verbundenen Expansion der Mischung in den Hohlraum hinein eine stabile Verankerung der Dichtung am Rahmen oder der Zarge des Fensters erreicht.

Das Gas und die Dichtungsmasse werden vorzugsweise in einem Verhältnis 5, und besonders bevorzugt ≥ 9 gemischt. Die beschriebenen Verhältnisse beziehen sich auf die Volumenanteile von Gas und Dichtungsmasse.

Bei diesen Bedingungen entwickelt der die Dichtung bildende Schaum die insbesondere für eine dynamische Dichtung notwendige Flexibilität.

Bevorzugt wird die Mischung aus Dichtungsmasse und Gas während des Mischens und/oder des Extrudierens erwärmt, vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen 50° C und 100° C, besonders bevorzugt auf 75° C. Zur Extrusion der Mischung wird bevorzugt eine Extrusionsdüse verwendet die sich in unmittelbarer Nähe des Rahmens oder der Zarge befindet und vorzugsweise von einem Roboter mit einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 10 mm/sec und 200 mm/sec, besonders bevorzugt 120 mm/sec entlang des Rahmens oder der Zarge bewegt wird. Durch die Temperatur und die Depositionsgeschwindigkeit kann zusätzlich zu der gewählten Mischung die Elastizität der resultierenden aufgeschäumten Dichtung beeinflußt werden.

Vorzugsweise weist die Dichtungsmasse eine oder mehrere der Komponenten Silikon, Polyurethane, Plastisole und Thermoplaste auf. Aus diesen Materialien lassen sich Schäume gemäß der vorliegenden Erfindung extrudieren, die einerseits eine für dynamische Dichtungen ausreichende Elastizität aufweisen, andererseits die für eine statische Dichtung benötigten Eigenschaften haben. Als Gas wird bevorzugt ein inertes Gas, vorzugsweise Stickstoff verwendet.

Gemäß eines weiteren Aspekts betrifft die vorliegende Erfindung ein Gebäudefenster mit einem an einem Rahmen oder einer Zarge des Fensters vorgesehenen Aufnahmebereich für eine Dichtung, einer Dichtung aus einer aufgeschäumten Mischung eines Gases und einer Dichtungsmasse; wobei die Dichtung durch Extrusion mit dem Aufnahmebereich des Rahmens oder der Zarge verbunden ist. Die stabile Verankerung des extrudierten Schaums gewährleistet auch in den Ecken des Rahmen bzw. der Zarge eine zuverlässige Befestigung der Dichtung, so daß eine gute Dichtigkeit des Fensters über seine gesamte Lebensdauer hinweg erreicht wird.

Vorzugsweise weist der Aufnahmebereich einen Hohlraum auf, der vorzugsweise im wesentlichen vollständig von der aufgeschäumten Mischung der Dichtung ausgefüllt wird. Im Ergebnis ist dadurch die aufgeschäumte Dichtung ebenso mit dem Rahmen oder der Zarge mechanisch verbunden wie ein manuell aufgeclipstes oder in den Spalt eingeschobenes Dichtungsprofil.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist der Aufnahmebereich für die Dichtung so angeordnet, daß die Dichtung beim Schließen des Fensters komprimiert wird und beim Öffnen des Fensters expandiert. In diesem Fall bildet die erfindungsgemäße Dichtung eine dynamische Dichtung.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Aufnahmebereich so angeordnet, daß die Dichtung den Übergang zwischen einer im Rahmen angeordneten Glasscheibe und dem Rahmen abdichtet. In diesem Fall bildet die erfindungsgemäße Dichtung eine statische Dichtung.

Weitere Verbesserungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und des erfindungsgemäßen Fensters sind Gegenstand weiterer abhängiger Ansprüche.

4. Kurze Beschreibung der Zeichnung

In der folgenden detaillierten Beschreibung werden derzeit bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben, in der zeigt:

1: Ein Schnitt durch den Rahmen eines erfindungsgemäßen Fensters mit zwei Flügeln;

2: Eine schematische Darstellung eines Aufbaus zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens; und

3: Ein Querschnitt durch eine dynamische Dichtung nach dem Stand der Technik.

5. Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele

Unter Bezugnahme auf 1 wird im folgenden erläutert, wie mit dem erfindungsgemäßen Verfahren an einem Rahmen 10 eines Fensters sowohl mehrere statische 20 als auch mehrere dynamische Dichtungen 60 angebracht werden. Obwohl in 1 lediglich ein Ausschnitt eines zweiflügeligen Fensters dargestellt ist, kann das im folgenden dargelegte Verfahren nicht nur zur Befestigen einer Dichtung zwischen den zwei Rahmen 10, 10' sowie den Doppelglasscheiben 30 und den Rahmen 10, 10' verwendet werden sondern auch zur Dichtung zwischen den Rahmen 10 und einer Zarge (nicht dargestellt) des Fensters.

Fensterrahmen (und Zargen) können aus den verschiedensten Materialien gefertigt werden. So wird in älteren Gebäuden häufig Holz eingesetzt, während bei moderner Architektur Kunststoffe oder Aluminium vorherrschen. Das erfindungsgemäße Verfahren kann unabhängig vom Material des Rahmens oder der Zarge durchgeführt werden. 1 zeigt daher nur beispielhaft einen oberen 10 und einen unteren Rahmen 10' aus Aluminium. Zur besseren thermischen Isolation weisen die Rahmen 10, 10' mehrere Isolatoren 80 aus Kunststoff auf, die jedoch auf das erfindungsgemäße Verfahren keine Auswirkung haben.

Das in 1 dargestellte Fenster umfasst zwei Arten von Dichtungen. Die statischen Dichtungen 20 dichten jeweils die Spalte zwischen den Rahmen 10 bzw. 10' und einer der zwei Glasscheiben 31, 32 der entsprechenden Doppelglasscheibe 30 ab. Dadurch wird zum einen verhindert, daß sich in dem hinter der Dichtung 20 befindlichen Hohlraum 40 Feuchtigkeit und Verschmutzung ansammelt, zum anderen tragen die statischen Dichtungen 20 zu einer stabilen und vibrationsfreien Befestigung der Scheiben 31, 32 in den Rahmen 10, 10' bei.

Je nach Größe und Form des Spalts können die statischen Dichtungen 20 durch den im folgenden beschriebenen Vorgang vor oder nach der Montage der Doppelglasscheiben 30 in den Rahmen 10, 10' angeordnet werden:

Zunächst wird, wie in 2 schematisch dargestellt, in einem Mischungsbehälter 100 eine Mischung aus einer Dichtungsmasse und einem Gas hergestellt, indem die Dichtungsmasse aus einem Vorratsbehälter 110 und das Gas aus einer Druckgasflasche 120 zugeführt werden. Sowohl das Gas – vorzugsweise inerter Stickstoff (denkbar sind jedoch auch Edelgase) – als auch die Dichtungsmasse stehen dabei unter einem Druck von vorzugsweise zwischen 60 und 80 Bar. In dem Mischbehälter 100 werden die Dichtungsmasse und das Gas miteinander vermengt und vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen 50°C und 100°C, besonders bevorzugt 75°C, erwärmt, bevor sie über einen Schlauch (nicht dargestellt) o.ä. an eine Extrusionsdüse 130 geliefert werden. Beim Austritt der Mischung aus der Düse bilden sich Gasbläschen, die zu einem Aufschäumen der Mischung führen.

Zur Herstellung der Dichtungen 20 wird die Düse 130 bevorzugt mit einer konstanten Geschwindigkeit und mit einer konstanten Flußrate entlang des Spalts geführt, der gedichtet werden soll. Vorzugsweise wird die Extrusionsdüse 130 dazu an einen Roboterarm (nicht dargestellt) montiert. Die Geschwindigkeit der Bewegung der Extrusionsdüse 130 beträgt vorzugsweise zwischen 10 und 200 mm/sec und besonders bevorzugt 120 mm/sec. Bei der Extrusion tritt die Dichtungsmasse in den kleinen Hohlraum 50 des Rahmens 10, 10' ein und füllt ihn durch die Volumenexpansion im Zuge des Aufschäumens im wesentlichen vollständig aus. Zu diesem Zweck wird die Extrusionsdüse in unmittelbarer Nähe der Öffnung des Hohlraums 50, vorzugsweise geneigt geführt. Vor der Befestigung des Dichtungsschaums wird die Doppelglasscheibe 30durch geeignete Mittel, die im Stand der Technik für die Herstellung von Fenstern bekannt sind, in Position gehalten.

Je nach verwendeter Dichtungsmasse benötigt der entstandene Schaum mehrere Minuten oder einige Stunden zum Aushärten. Nach dem Aushärten ist die entstandene Dichtung 20 durch ihren sich in dem Hohlraum 50 erstreckenden Bereich ebenso fest mit den Rahmen 10, 10' verankert wie ein nach dem Stand der Technik hergestelltes Dichtungsprofil (vergl. 3), das manuell in den Hohlraum 50 eingeführt wird.

Neben dem bevorzugten Auffüllen eines Hohlraums ist es auch möglich, der Dichtungsmasse Klebstoffanteile hinzuzufügen, die für eine zuverlässige Haftung am Rahmen 10, 10' sorgen. In diesem Fall kann auf den Hohlraum 50 verzichtet werden. Denkbar ist jedoch auch eine Kombination von Verkleben und mechanischer Verbindung, um eine besonders stabile Dichtung zu erzeugen.

Die Dichtungsmasse und die Extrusionsparameter (Verhältnis Gas zu Dichtungsmasse im Mischungsbehälter, Temperatur der Mischung, Druck der einzelnen Komponenten, Extrusionsgeschwindigkeit etc.) werden für die Dichtung 20 so gewählt, daß ein vergleichsweise starrer Schaum entsteht, der zur Stabilität der Verankerung der Doppelglasscheiben 30 an den Rahmen 10, 10' beitragen kann.

Für die Herstellung der dynamischen Dichtungen 60, die in dem zweiflügeligen Fenster aus 1 dargestellt ist, wird das gleiche erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt. Allerdings können hier geringfügig andere Dichtungsmassen und Extrusionsparameter verwendet werden, um einen möglichst elastischen Schaum zu gewährleisten. Die dynamischen Dichtungen 60 dichten die beiden Spalte zwischen dem oberen 10 und dem unteren Rahmen 10' in 1 ab. Beim Öffnen des Fenster (Bewegung des oberen Rahmen 10 in Pfeilrichtung) expandieren die Dichtungen 60, während sie beim Schließen des Fensters, d.h. bei einer Bewegung des oberen Rahmens 10 entgegen der Pfeilrichtung, zwischen den beiden Rahmen 10, 10' zusammengedrückt werden. Auch hier sind zur Verankerung der Dichtungen 60 vorzugsweise entsprechende Hohlräume 70 vorgesehen, in die der Schaum hinein extrudiert worden ist.

Eine wichtige Größe, die die Elastizität des ausgehärteten Schaums beeinflußt, ist das Mischungsverhältnis zwischen dem Gas und der Dichtungsmasse im Mischungsbehälter 100. Dabei hat sich herausgestellt, daß Mischungsverhältnisse ≥ 5 und insbesondere ≥ 9 dauerhaft zu einer guten Elastizität des erzeugten Schaums führen. Gleichzeitig reduzieren große Mischungsverhältnisse den Verbrauch an Dichtungsmasse und senken dadurch die Herstellungskosten der Dichtung.

Als Materialien kommen für das erfindungsgemäße Verfahren mehrere Stoffgruppen in Betracht, die sich gut extrudieren lassen. Als besonders bevorzugt haben sich dabei Silikon, Polyurethane, Plastisole und Thermoplaste, sowie Mischungen dieser Materialien herausgestellt.


Anspruch[de]
Verfahren zum Befestigen einer Dichtung (20, 60) an einem Rahmen (10, 10') oder einer Zarge eines Gebäudefensters, mit den folgenden Schritten:

a. Herstellen einer Mischung aus einer Dichtungsmasse und einem Gas;

b. Extrudieren der Mischung auf den Rahmen (10, 10') oder die Zarge; des Gebäudefensters, wobei

c. die Mischung beim Extrudieren aufschäumt und eine mit dem Rahmen (10, 10') oder der Zarge verbundene dynamische Dichtung (20, 60) erzeugt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Mischung zur Verankerung in einen Hohlraum (50, 70) des Rahmens (10, 10') oder der Zarge extrudiert wird. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Gas und die Dichtungsmasse in einem Verhältnis ≥ 5 gemischt werden. Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Gas und die Dichtungsmasse in einem Verhältnis ≥ 9 gemischt werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Mischung aus Dichtungsmasse und Gas während des Mischens und/oder des Extrudierens erwärmt wird. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem die Mischung aus Dichtungsmasse und Gas während des Mischens und/oder des Extrudierens auf eine Temperatur zwischen 50° C und 100° C erwärmt wird. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem die Mischung aus Dichtungsmasse und Gas während des Mischens und/oder des Extrudierens auf eine Temperatur von 75° C erwärmt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zur Extrusion eine Extrusionsdüse (130) verwendet wird, die sich in unmittelbarer Nähe des Rahmens (10, 10') oder der Zarge befindet. Verfahren nach Anspruch 8 wobei die Extrusionsdüse (130) mit einem Roboter mit einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 10 mm/sec und 200 mm/sec entlang des Rahmens (10, 10') oder der Zarge bewegt wird. Verfahren nach Anspruch 9 wobei die Extrusionsdüse (130) mit einem Roboter mit einer konstanten Geschwindigkeit von 120 mm/sec entlang des Rahmens (10, 10') oder der Zarge bewegt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8–10, wobei die Extrusionsdüse (130) geneigt in Bezug auf den Rahmen (10, 10') oder die Zarge ausgerichtet ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Dichtungsmasse eine oder mehrere der folgenden Komponenten aufweisen kann:

a. Silikone,

b. Polyurethane,

c. Plastisole, und/oder

d. Thermoplaste.
Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als Gas ein inertes Gas, insbesondere Stickstoff, verwendet wird. Verfahren zum Befestigen einer Dichtung (20, 60) an einem Rahmen (10, 10') oder einer Zarge eines Gebäudefensters, mit den folgenden Schritten:

d. Bereitstellen einer Mischung aus einer Dichtungsmasse und einem Gas;

e. Extrudieren der Mischung auf den Rahmen (10, 10') oder die Zarge; des Gebäudefensters, wobei

f. die Mischung in den Bereich zwischen der Glasscheibe (31, 32) und dem Rahmen (10, 10') extrudiert wird und beim Extrudieren aufschäumt, um eine statische Dichtung (20, 60) zu erzeugen.
Gebäudefenster, aufweisend:

a. einen an einem Rahmen (10, 10') oder einer Zarge des Gebäudefensters vorgesehenen Aufnahmebereich (50, 70) für eine dynamische Dichtung (20, 60);

b. eine mit dem Aufnahmebereich (50, 70) verbundene dynamische Dichtung (20, 60) aus einer aufgeschäumten Mischung eines Gases und einer Dichtungsmasse; wobei

c. zum Herstellen der dynamischen Dichtung (20, 60)

c1) eine Mischung aus einer Dichtungsmasse und einem Gas hergestellt wird;

c2) diese Mischung auf den Aufnahmebereich (50, 70) des Rahmens oder der Zarge des Gebäudefensters extrudiert wird; und

c3) die Mischung beim Extrudieren aufschäumt und sich mit dem Rahmen oder der Zarge des Gebäudefensters in den vorgesehnen Aufnahmebereich verbindet.
Gebäudefenster nach Anspruch 15, wobei der Aufnahmebereich (50, 70) einen Hohlraum (50, 70) aufweist, um eine stabile Verbindung zwischen der dynamischen Dichtung (20, 60) und dem Rahmen (10, 10') oder der Zarge zu gewährleisten. Gebäudefenster nach Anspruch 16, wobei die aufgeschäumte Mischung der dynamischen Dichtung (20, 60) den Hohlraum (50, 70) des Aufnahmebereichs im wesentlichen vollständig ausfüllt. Gebäudefenster nach einem der Ansprüche 15–17, wobei die Mischung vor der Extrusion in einem Verhältnis von ≥ 5 aus einem Gas und einer Dichtungsmasse besteht. Gebäudefenster nach Anspruch 18, wobei die Mischung vor der Extrusion in einem Verhältnis von ≥ 9 aus einem Gas und einer Dichtungsmasse besteht. Gebäudefenster nach einem der Ansprüche 15–19, wobei die Dichtungsmasse eine oder mehrere der folgenden Komponenten aufweisen kann:

a. Silikone,

b. Polyurethane,

c. Plastisole, und/oder

d. Thermoplaste.
Gebäudefenster nach einem der Ansprüche 15–20, wobei der Aufnahmebereich (70) so angeordnet ist, dass die Dichtung (60) beim Schließen des Gebäudefensters komprimiert wird und beim Öffnen des Gebäudefensters expandiert. Gebäudefenster nach einem der Ansprüche 15–20, wobei der Aufnahmebereich 50 so angeordnet ist, dass die Dichtung (20) den Übergang zwischen einer im Rahmen (10, 10') angeordneten Glasscheibe (31, 32) und dem Rahmen (10, 10') abdichtet.






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