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Dokumentenidentifikation DE102005009694B4 03.05.2007
Titel Ophthalmologisches Set
Anmelder Geuder AG, 69126 Heidelberg, DE
Erfinder Lanzl, Ines, Prof. Dr. med., 81675 München, DE;
Braun, Norbert, 74909 Meckesheim, DE
Vertreter Ullrich & Naumann, 69115 Heidelberg
DE-Anmeldedatum 28.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005009694
Offenlegungstag 07.09.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse A61F 9/007(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61M 5/31(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A61M 5/42(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein ophthalmologisches Set zur Behandlung von Augenerkrankungen, vorzugsweise in einem geschlossenen Behältnis.

Mit dem hier in Rede stehenden Set soll zumindest ein ophthalmologisches Instrument nebst Zubehör zur Verfügung gestellt werden, nämlich im Sinne eines Operationssets.

Ophthalmologische Instrumente sind in den unterschiedlichsten Ausführungsformen aus der Praxis bekannt. Neben Skalpellen und Pinzetten gibt es Instrumente unterschiedlichster Ausprägung, so beispielsweise Instrumente zum Zertrümmern von Linsen und zum Absaugen von Linsentrümmern oder Hohlnadeln für augenchirurgische Instrumente. Lediglich beispielhaft wird dazu auf die DE 4 008 594 A1 und DE 4 313 245 A1 verwiesen.

Ein Ophthalmologisches Set mit einer Grundausstattung zeigt die WO 03/000312 A2.

In zunehmendem Maße ist man bestrebt, chirurgische Eingriffe am Auge durch Injektionen zu ersetzen. So wird die Injektion von Triamcinolon Acetonid erfolgreich bei der Behandlung verschiedener ödematöser und neovaskulärer retinaler Erkrankungen angewandt, wodurch sich bislang üblich gewesene chirurgische Eingriffe (Vitrektomie) zumindest teilweise erübrigen. Die Behandlungstechnik durch die Injektion von Wirkstoffen wird sich immer stärker etablieren, vor allem, weil entsprechende Behandlungstechniken zunehmen von ansonsten nicht-chirurgisch tätigen Ophthalmologen angewandt werden. So besteht zunehmend die Notwendigkeit, im Rahmen der zuvor genannten Behandlungstechniken jedwede Wirkstoffe, so beispielsweise Triamcinolon Acetonid, in den Glaskörper des Auges zu injizieren.

Aus der Praxis ist es bislang bekannt, eine besonders ausgeformte Pinzette sowohl als Marker als auch als Halter zur Verabreichung einer intravitrealen Injektion zu verwenden. Letztendlich handelt es sich dabei um eine zweckentfremdete Verwendung, zumal eine Pinzette grundsätzlich nicht geeignet ist, die Injektionsstelle – wie auch immer – zu markieren und dabei die zur Injektion erforderliche Gerätschaft zu handhaben, halten oder dergleichen. Außerdem besteht bei solchen Eingriffen die Notwendigkeit, die Bindehaut zumindest geringfügig zu verschieben.

Im Konkreten werden intravitreale Injektionen durch die Pars Plana verabreicht. Dies geschieht beim phaken Auge 3,75 mm hinter dem Limbus. Beim pseudophaken Auge erfolgt die Injektion 3,5 mm hinter dem Limbus. Dies beruht auf Erfahrungswerten. Wird direkt durch die Bindehaut und die darunter liegende Lederhaut eingegangen, so besteht eine durchgreifende, wenn auch selbst schließende Verbindung zwischen der Umwelt und dem Augeninneren.

Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein ophthalmologisches Set bereitzustellen, mit dem insbesondere auch ansonsten nicht-chirurgisch tätige Ophthalmologen sicher in den Glaskörper des Auges injizieren können, wobei das Instrument dem Operateur sowohl eine genaue Bestimmung des Injektionsortes als auch die erforderliche Handhabung der Bindehaut ermöglichen soll.

Die voranstehende Aufgabe wird durch ein ophthalmologisches Set mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Danach wird ein ophthalmologisches Set bereitgestellt, mit dem insbesondere der nicht-chirurgisch tätige Ophthalmologe sicher Injektionen in das menschliche/tierische Auge vornehmen kann, nämlich unter Nutzung eines dazu geeigneten Instruments. Das Set soll dem Ophthalmologen eine optimale Ausstattung für die Injektion liefern, ohne dass er eine besondere Auswahl unter allgemein zur Verfügung stehenden Instrumenten und Mitteln vornehmen muss.

Das erfindungsgemäße ophthalmologische Set umfasst eine Grundausstattung, nämlich ein besonderes ophthalmologisches Instrument, welches sich zur optischen Markierung eines Injektionsortes am menschlichen/tierischen Auge eignet. Des Weiteren umfasst das Set eine Spritze mit zumindest einer Nadel/Kanüle zur Injektion in das Auge und ein in das Auge zu spritzendes Mittel, wobei das Mittel bereits in die Spritze aufgezogen oder separat in einem Behältnis bereitgestellt sein kann. Dieses Set wird dem Ophthalmologen für die Injektion bereitgestellt, so dass insoweit keine weiteren Vorbereitungen zu treffen sind.

Wie bereits zuvor erwähnt, handelt es sich bei dem bereitzustellenden ophthalmologischen Instrument um ein ganz besonderes Instrument zur optischen Markierung eines Injektionsortes am menschlichen/tierischen Auge. Das Instrument umfasst jedoch eine weitere Funktion, nämlich eine Funktion zur Verschiebung der Bindehaut. Dazu umfasst das Instrument einen Handgriff und eine sich an den Handgriff anschließende Peileinrichtung zur optischen Vorgabe der Einstichstelle, wobei die Peileinrichtung einen Eingriffsbereich zum mechanischen Eingriff auf bzw. in die Bindehaut umfasst.

Dabei ist erkannt worden, dass sich insbesondere intravitreale Injektionen dann jedenfalls erleichtern lassen, wenn man dazu ein geeignetes Hilfsmittel bzw. ein ophthalmologisches Instrument als Bestandteil eines Set zur Verfügung stellt. Da die Injektion stets an gleicher Stelle in Bezug auf den Limbus erfolgt, lässt sich die Injektionsstelle mit einer entsprechenden Peileinrichtung optisch markieren bzw. vorgeben. So kann vom Operateur eine genaue Bestimmung des Injektionsortes mit Hilfe des Instruments erfolgen. Gleichzeitig lässt sich mit dem Instrument, nämlich mit Hilfe des dort vorgesehenen Eingriffsbereichs, eine Seitenverschiebung der Bindehaut und eine Fixierung des Bulbus in einer Bewegung durchführen, so dass sich ein doppellagiger Wundverschluss realisieren lässt. Diese Funktionen lassen sich mit einer herkömmlichen Pinzette nicht oder nur bedingt realisieren, jedenfalls nicht mit der durch das erfindungsgemäße Instrument gegebenen Sicherheit und Einfachheit in der Handhabung.

Bei dem hier in Rede stehenden Instrument handelt es sich um ein augenchirurgisches Instrument, welches sich einfacher als eine Pinzette handhaben lässt. So umfasst das Instrument einen Handgriff und eine sich an den Handgriff anschließende Peileinrichtung zur optischen Vorgabe der zur Injektion dienenden Einstichstelle. Die Peileinrichtung umfasst einen Eingriffsbereich zum mechanischen Eingriff auf bzw. in die Bindehaut, so dass sich mit Hilfe des Eingriffsbereichs die Bindehaut in erforderlicher Weise verschieben lässt.

Das Set umfasst – entsprechend der konkreten Zielsetzung – ein in das Auge zu spritzendes Mittel, wobei es sich hier um ein Mittel zur intravitrealen Injektion handeln kann. Im Konkreten kann das zu spritzende Mittel in Pulverform dem Set beiliegen, wobei dann ein separates Lösungsmittel bereitgestellt wird, nämlich ebenfalls als Bestandteil des Set.

Das Mittel enthält insbesondere zur Behandlung verschiedener ödematöser und neovaskulärer retinaler Erkrankungen kristalline Steroide, wobei es sich bei dem Mittel im Konkreten um Triamacinalon Acetonid handeln kann. Beliebige andere Mittel sind dem Set beifügbar, nämlich entsprechend der konkreten Indikation.

In besonders vorteilhafter Weise umfasst die Spritze zwei Kanülen, nämlich eine erste – dickere Kanüle zum Aufziehen des Mittels und eine zweite – wesentlich dünnere Kanüle zum Injizieren in das Auge bzw. in den Glaskörper des Auges im Rahmen der vitrealen Injektion. Weiteres die Spritze betreffendes Zubehör kann dem Set ebenfalls beigefügt sein.

Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn das Set eine Lidsperre enthält, um nämlich das Auge im geöffneten Zustand zu halten.

Des Weiteren kann das Set ein Desinfektionsmittel enthalten, so beispielsweise Braunol, um nämlich eine Desinfektion der umliegenden Haupt vornehmen zu können.

Des Weiteren sollte das Set ein Betäubungsmittel, vorzugsweise in Form von Tropfen enthalten, um nämlich auch insoweit ein komplett ausgestattetes Set anzubieten. Beliebige Betäubungsmittel in unterschiedlichen Dosen werden entsprechend dem Bedarf beigefügt.

In weiter vorteilhafter Weise umfasst das Set Tupfer, Abdeckungen, eine Augenklappe bzw. einen Augenklappenverband oder dergleichen. Auch hier sollte das Set allumfassend ausgestattet sein.

Weiterhin sei angemerkt, dass sämtliche verwendeten Teile steril bereitgestellt werden, und zwar vorzugsweise einzeln steril verpackt, so dass nach dem Öffnen der einzelnen Verpackungen eine sichere Handhabung der Teile bzw. Bestandteile möglich ist.

Grundsätzlich ist es denkbar, dass es sich bei einzelnen Teilen des Set, so insbesondere bei dem ophthalmologischen Instrument, um ein wiederverwendbares Teil handelt. Gerade im Rahmen einer einfachen Handhabung ist es jedoch von Vorteil, wenn es sich bei sämtlichen Teilen des Set um Einmalprodukte handelt, so dass diese nach der Behandlung entsorgt werden können. Für einen weiteren Eingriff steht dann ein weiteres Set mit sterilen Teilen zur Verfügung.

Bei dem Behältnis, in dem das Set zur Verfügung gestellt wird, handelt es sich in vorteilhafter Weise um eine Schachtel, vorzugsweise mit einem Frischesiegel, der den sterilen Zustand des Inhalts garantiert. Die Schachtel kann aus Kunststoff oder Karton bestehen, sofern die darin befindlichen Teile – für sich gesehen – steril verpackt sind.

Bei der Erfindung geht es um die Bereitstellung eines Set, welches sich insbesondere zur Injektion in den Glaskörper des menschlichen Auges eignet. Dieses Set bietet insbesondere dem ansonsten nicht chirurgisch tätigen Ophthalmologen die Möglichkeit, mit optimaler Ausstattung eine Behandlung verschiedener ödematöser und neovaskulärer retinaler Erkrankungen im Wege der Injektion von Wirkstoffen in den Glaskörper vornehmen zu können. Das im Set enthaltene besondere ophthalmologische Instrument hilft ihm bei der optischen Markierung des Injektionsortes und stellt gleichzeitig ein wirksames Mittel zur Verschiebung der Bindehaut dar, um nämlich die Einstichstelle freilegen zu können.


Anspruch[de]
Ophthalmologisches Set zur Behandlung von Augenerkrankungen, vorzugsweise in einem geschlossenen Behältnis, umfassend

– ein ophthalmologisches Instrument, insbesondere zur optischen Markierung eines Injektionsortes menschlichen oder tierischen Auge,

– eine Spritze mit einer Nadel oder Kanüle zur Injektion in das Auge und

– ein in das Auge zu spritzendes Mittel, wobei das Mittel in die Spritze aufgezogen oder separat in einem Behältnis bereitgestellt sein kann, wobei

das Instrument zur optischen Markierung eines Injektionsortes am menschlichen oder tierischen Auge zur gleichzeitigen Verschiebung der Bindehaut dient und einen Handgriff sowie eine sich an den Handgriff anschließende Peileinrichtung zur optischen Vorgabe der Einstichstelle aufweist und wobei die Peileinrichtung einen Eingriffsbereich zum mechanischen Eingriff auf bzw. in die Bindehaut umfasst.
Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zur intravitrealen Injektion bestimmt ist. Set nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zu spritzende Mittel in Pulverform mit separatem Lösungsmittel vorliegt. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel kristalline Steroide enthält. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Mittel um Triamacinalon Acetonid handelt. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Spritze zwei Kanülen beigefügt sind, nämlich eine erste Kanüle zum Aufziehen des Mittels und eine zweite Kanüle zum Injizieren. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lidsperre beigefügt ist. Sei nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Desinfektionsmittel beigefügt ist. Set nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Desinfektionsmittel um Braunol handelt. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betäubungsmittel, vorzugsweise in Form von Tropfen, beigefügt ist. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Tupfer beigefügt sind. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass Abdeckungen beigefügt sind. Set nach einem einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Augenklappe oder ein Augenklappenverband beigefügt ist. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Teile steril, vorzugsweise einzeln verpackt, sind. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Teilen um Einmalprodukte handelt. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Behältnis als Schachtel, vorzugsweise mit einem Öffnungssiegel, ausgebildet ist.






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