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Dokumentenidentifikation DE102005042264B3 03.05.2007
Titel Schneidvorrichtung
Anmelder Schwehm, Hans, 67659 Kaiserslautern, DE
Erfinder Schwehm, Hans, 67659 Kaiserslautern, DE
DE-Anmeldedatum 05.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005042264
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse A01G 3/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Gegenstand der Erfindung ist eine Schneidvorrichtung, die über verschiedene Konstruktionsmerkmale verfügt, die es u.a. ermöglichen, dass diese als Erntehilfe zum Ernten von Obst und als Schneidvorrichtung zur Gehölzpflege eingesetzt werden kann. Gegenüber bestehenden Schneidvorrichtungen verfügt diese bereits ohne extern zugeführte Kraftquellen (Druckluft, Strom, etc.) über eine hohe Schneidleistung, kann einfach geführt werden und ermöglicht exaktes Positionieren des Schneidgutes. Um diese Vorgaben erfüllen zu können, besteht die Schneidvorrichtung aus Baugruppen in Form von lösbaren Steckverbindungen, mit Schneidkopf, Hydraulik- und Pneumatikzylindern (kombiniert und einzeln), Adapterstücken zur Verlängerung und einer Betätigungseinheit.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung zum Ernten von Obst und zur Pflege von Bäumen und Gehölzen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Erfindung bezieht sich auf eine kombinierte hydraulisch/pneumatisch betätigte Schneidvorrichtung und Erntehilfe, die insbesondere zum Ernten von Obst und auch zum Schneiden von Ästen bestimmt ist.

Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl unterschiedlicher Schneidwerkzeuge bekannt, bei denen die Kraft zur Erzeugung der Schneidwirkung auf unterschiedliche Art erfolgt.

Die DE 102 28 160 A1 beschreibt Werkzeug, das wie eine Baumschere ausgebildet sein kann, bei welcher ein Arbeitsgerät an einem Ende einer Führungsstange angeordnet ist und das über eine Schneidvorrichtung verfügt, die mit einem Aktor, der von einer Druckluftquelle gespeist wird, über eine mechanische Verbindung verbunden ist und so betätigt werden kann.

Nachteilig an dieser bekannten Schneidvorrichtung ist es, dass hier in jedem Fall eine Druckluftquelle für den Betrieb erforderlich ist und dass die pneumatischen Bauteile im Außenbereich an der Führungsstange angeordnet sind, was bei der Handhabung als störend und sperrig empfunden wird. Die Nutzung dieser Vorrichtung als Erntehilfe ist nur bedingt und eingeschränkt möglich, auf Grund der sperrigen Ausbildung des Schneidkopfes.

Weiter beschreibt die DE 203 16 206 U1 eine pneumatische Baumschere mit einer teleskopischen Stange, die an eine Druckluftquelle angeschlossen wird. Im Innern der teleskopischen Stange befindet sich eine spiralförmige, dehnbare Leitung, welche die Druckluft zu der Schneidvorrichtung leitet und dort auf einen Kolben wirkt, um die Schneide der Schneidvorrichtung zu bewegen.

Nachteile dieser Anmeldung ergeben sich u.a. aus der in jedem Fall erforderlichen Druckluftquelle und der sperrigen Ausgestaltung des Schneidkopfes, was sich bei einem Einsatz in dicht stehendem Gehölz als hinderlich erweist und auch die Nutzung als Erntehilfe stark einschränkt.

Weiterhin wird in der DE 196 16 948 C1 ein Schneidwerkzeug, insbesondere eine Astschere, vorgestellt, bei welcher die Schneidklinge über ein Gestänge mit einer Gewindespindel verbunden ist, welche von einem Elektromotor angetrieben wird und in diesem Wirkzusammenhang, die Schneidwirkung entfaltet.

Auf Grund der spezifischen Ausgestaltung des Schneidkopfes, ergeben sich Nachteile was Größe und Gewicht dieser Vorrichtung anbelangt. Ein einfache Führung in dichterem Gehölz, was beim Schneidvorgang von Ästen notwendig ist, ist nicht gewährleistet und ein Einsatz als Erntehilfe nahezu unmöglich. Durch den Elektroantrieb ist es zudem erforderlich, eine Energiequelle vorzuhalten, was z.B. bei Einsatz von so genannten Akkus zu einer weiteren Erhöhung des Arbeitsgewichtes dieser Schneidvorrichtung führt.

In der DE 81 22 827 U1 wird eine hydro-pneumatisch wirkende Schneidvorrichtung beschrieben, bei welcher die pneumatische Wirkeinheit vorzugsweise über eine externe, tragbare Druckluftquelle betrieben wird.

Nachteilig an dieser Anmeldung ist, dass diese Vorrichtung über keine interne Einrichtung verfügt, die einen unabhängigen Druckaufbau für die pneumatische Wirkeinheit ermöglicht und somit autark betrieben werden kann.

Diese Ausführungen gestatten es somit nicht, dem Nutzer eine universelle Schneidvorrichtung an Hand zu geben, die den Einsatz als Schneidvorrichtung und Erntehilfe ermöglicht, wobei diese einfach geführt werden kann, keinen sperrigen Schneidkopf aufweist und über eine kombinierte Druckerzeugung für den Schneidvorgang verfügt, je nach Stärke des Schneidgutes.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine nach dem Stand der Technik bekannte Schneidvorrichtung derart weiterzuentwickeln, dass dem Anwender eine einfach zu handhabende Schneidvorrichtung zur Verfügung gestellt wird, welche sowohl als Erntehilfe als auch als Astschere genutzt werden und auch entsprechende Schneidkräfte zur Verfügung stellen kann.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Schneidvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, wobei die Schneidvorrichtung einen Schneidkopf mit geringen Ausmaßen und geringem Gewicht aufweist und die Schneidkraft im Zusammenwirken von hydraulischen und pneumatischen Bauteilen über eine Betätigungseinrichtung erzeugt wird.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass eine universelle Schneidvorrichtung für das Ernten von Obst und Schneiden von Gehölz geschaffen wird, die ein sicheres Arbeiten mit festem Stand von ebenem Boden aus erlaubt, ohne auf zusätzliche Steighilfen wie z.B. Leitern angewiesen zu sein, wobei dadurch die Arbeiten schneller ausgeführt werden können und es durch den Einsatz von hydraulischen und pneumatischen Wirkkomponenten bedarfsweise zu einer großen Umsetzung von Kräften beim Schneidvorgang kommt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Patentansprüchen 2 und folgende angegeben. Danach besteht die Schneidvorrichtung aus dem Schneidkopf, Hydraulik- und Pneumatikzylindern, einer Betätigungseinrichtung und voneinander lösbaren Verbindungsteilen, durch die bei Bedarf die Arbeitslänge der universellen Schneidvorrichtung verändert werden kann. Der Schneidkopf, der lösbar mit den weiteren Baugruppen der Schneidvorrichtung verbunden werden kann, nimmt mindestens ein um eine Drehachse beweglich gelagertes Schneidmesser auf, das gegen den Druck z.B. eines Blattfederelements in einer Ruheposition gehalten wird. Im Schneidkopf ist des weiteren ein beweglicher, konisch geformter Bolzen integriert, der nach Betätigung eines Handhebels der Betätigungseinrichtung in Wirkzusammenhang mit den hydraulischen und pneumatischen Baugruppen ausgelöst wird und in seiner Vorwärtsbewegung das Schneidmesser aus seiner Ruheposition drückt und so den Schneidvorgang einleitet. Durch das weitere Vorwärtsgleiten des Bolzen führt das Schneidmesser eine definierte Drehbewegung um seine Drehachse aus, wobei das durch den Schneidkopf positionierte Schnittgut durchtrennt wird. Eine, am Schneidkopf oder an einer daran anschließenden Baugruppe befestigte, Sammel- und Auffangvorrichtung, nimmt das nach dem Schneidvorgang herabfallende Schneidgut kontrolliert auf und verhindert damit den freien Fall des Schneidgutes, z.B. Obst, auf die Erde, wobei dieses durch die in Folge des Fallens verursachten Druckstellen Verwertungseinbußen erleiden würde. Nach Freigabe des Handhebels der Betätigungseinrichtung werden die in ihrer Arbeitsposition befindlichen, beweglichen Bauteile durch Gegendruck, z.B. von Federelementen, wieder in ihre Ruheposition zurückgeführt.

Um den spezifischen Anforderungen gerecht zu werden, weist der Schneidkopf eine besondere Form dergestalt auf, dass die Schneidzone aus zwei Armen, einem „V" ähnlich und damit die Positionierung des Schneidgutes für den Schneidvorgang vereinfachend, gebildet wird, wobei mindestens ein Arm ein Schneidmesser aufnimmt. An der Basis des so gebildeten „V's" gehen die Arme in einen Hohlkörper über, der den beweglichen Bolzen aufnimmt und am unteren Ende über eine Kupplung zur Befestigung an den hieran anschließenden Baugruppen verfügt. Zur einfacheren Handhabung stehen die V-förmigen Arme in einem Winkel zu dem anschließenden Hohlkörper, der idealer Weise zwischen 0° und 45° betragen sollte.

Der auswechselbare Schneidkopf wird auf eine röhrenförmige Baugruppe aufgesteckt, die Hydraulik- und Pneumatikzylinder aufnimmt, welche in einem direkten Wirkzusammenhang stehen, wobei der Pneumatikzylinder größer dimensioniert ist als der Hydraulikzylinder. Der Kolbendurchmesser des Pneumatikzylinders besitzt somit eine größere Wirkfläche als die des kleineren Hydraulikzylinders und auf Grund der Anordnung in Reihenbauweise – der Pneumatikzylinder ist dem Hydraulikzylinder vorgeschaltet – kann beim Schneideinsatz eine große Kraft bei Bedarf übertragen werden. Der beweglich gelagerte Kolben des Pneumatikzylinders wird durch die auf ihn wirkende Druckluft aus seiner Ruhelage vorangetrieben und überträgt dabei die auf seine größere Kolbenfläche wirkende Kraft auf die kleinere Kolbenfläche des Hydraulikzylinders, der nun seinerseits diese verstärkte Kraft über eine Ölsäule innerhalb des Hydraulikzylinders auf eine Druckplatte überträgt, die ihrerseits wiederum in einem Wirkzusammenhang mit dem Bolzen im Schneidkopf zum Antrieb des Schneidmessers steht. Durch entsprechend angeordnete Federelemente, die bei der Vorwärtsbewegung der Kolben zusammengedrückt werden, wird erreicht, dass bei nachlassender Druckausübung auf den Handhebel der Betätigungseinrichtung die Drucksäule abgebaut wird und dabei die Kolben, die sich in ihrer Arbeitsposition befinden, in Folge der aufgebauten Zug- und/oder Druckkraft der Federelemente wieder in ihre Ausgangsposition zurückgeführt werden.

Durch den modularen Aufbau dieser universellen Schneidvorrichtung ist es nun möglich, wahlweise ein röhrenförmiges Adapterstück an die vorher beschriebene Baugruppe anzustecken, um damit die Reichweite der Vorrichtung zu erhöhen oder die bereits mehrfach erwähnte Betätigungseinrichtung direkt anzuschließen. Die Adapterstücke stellen eine röhrenförmige, längliche Verlängerungseinheit dar, welche einen gekapselten, in sich geschlossenen Innenraum aufweisen, zur Aufnahme von gasförmigen Medien, mit zwei jeweils endseitig an dieser Verlängerungseinheit angeordneten Ventilen, mit der Aufgabe, einerseits Kupplungsstecker und Kupplungsbuchse, über welche die Verbindung zwischen den einzelnen Baugruppen hergestellt werden kann, nach außen hin abzuschließen, und andererseits bei Bedarf den Gasaustausch zwischen den einzelnen Baugruppen untereinander zu gewährleisten.

Zur eigentlichen Führung der universellen Schneidvorrichtung und zur Auslösung des Schneidvorgangs ist eine Betätigungseinrichtung erforderlich, die einen Pneumatikzylinder, der über einen Handhebel betrieben werden kann und dem eine Funktion ähnlich einer Luftpumpe zukommt, aufnimmt und über einen zusätzlichen Anschluss verfügt, über den die Schneidvorrichtung über eine externe Druckluftquelle versorgt werden kann. Auf Grund der Gewichtsaufteilung der Baugruppen der Schneidvorrichtung ist gewährleistet, dass die schweren Baugruppen körpernah angeordnet sind und somit die Führung der Vorrichtung vereinfachen, wobei am Außenkörper der Betätigungseinrichtung eine Halteöse angeordnet ist, die sowohl zur Befestigung an einem Tragegestell als auch an einer Hilfseinrichtung, z.B. einem Dreibein, geeignet ist, um so die Führung und Handhabung der Schneidvorrichtung bei einem Dauereinsatz zusätzlich zu erleichtern.

Im praktischen Einsatz wird die Schneidvorrichtung im allgemeinen dergestalt eingesetzt, dass die Schneidvorrichtung vom Bediener frei gehalten wird, so dass eine Hand an einem der röhrenförmigen Adapterstücke anliegt, die andere am Handgriff der Betätigungseinrichtung. Über den Handhebel der Pumpvorrichtung wird der nachgeordnete Pneumatikzylinder zur Vorfüllung der Baugruppen mit Druckluft betrieben, bis zu dem Punkt, dass die Schneide im Schneidkopf mit jedem weiteren Hub des Handhebels ausgelöst wird. Zum Durchtrennen von Schneidgut wird dann die Schneidzone des Schneidkopfes an das ausgewählte Schneidgut geführt und sodann mit Betätigung des Handhebels der Betätigungseinrichtung der Schneidvorgang ausgelöst. Bedarfsweise kann das herabfallende Schneidgut mit der Auffangvorrichtung aufgefangen und gesammelt werden.

Soll die Schneidvorrichtung z.B. ausschließlich für die Gehölzpflege zum Schneiden von dickeren Ästen eingesetzt werden, so ist es bei einem Dauereinsatz möglich, die Schneidvorrichtung über eine Halteöse an einer Hilfseinrichtung, z.B. einem Dreibein, zu befestigen und auch eine externe Druckluftquelle zu nutzen, die mittels eines Druckluftschlauches mit der Schneidvorrichtung verbunden werden kann, wobei es auch möglich ist, durch Austausch des Schneidkopfes die Schneidleistung zu erhöhen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend näher beschrieben.

Es zeigt:

1 schematische Gesamtdarstellung der Schneidvorrichtung in einer seitlichen Ansicht

2 schematische Teildarstellung der Schneidvorrichtung, Bereich Schneidkopf, Draufsicht

2a schematische Teildarstellung der Schneidvorrichtung, Bereich Schneidkopf – Teilschnitt in Draufsicht

3 schematische Teildarstellung der Schneidvorrichtung, Bereich Betätigungseinrichtung

4 schematische Teildarstellung der Schneidvorrichtung, Bereich Zusammenwirken Hydraulik-/Pneumatikzylinder

5 schematische Teildarstellung der Verbindung der Adapterstücke

6 schematische Darstellung der Schneidvorrichtung im Einsatz mit Dreibein

Es folgt die Erläuterung der Erfindung anhand der Zeichnungen nach Aufbau und ggf. auch nach Wirkungsweise der dargestellten Erfindung.

1 zeigt die schematische, seitliche Darstellung einer Schneidvorrichtung 1 bestehend aus dem Schneidkopf 2 mit Ausschwenkfenster 6, Hydraulikzylinder 9, Pneumatikzylinder 15, einem Adapterstück 23 mit Schiebekupplung 29, der Betätigungseinrichtung 17 mit Handgriff 18, Handhebel 19, Pneumatikanschluss 22 und einer Auffangvorrichtung 31.

Bei der vorgestellten Ausführungsvariante sind die einzelnen Baugruppen der Schneidvorrichtung 1 ineinander gesteckt, wobei sich die Arbeitsweite durch hinzufügen weiterer Adapterstücke – dargestellt ist ein Adapterstück 23 – vergrößern lässt. Der Schneidkopf 2 weist ein seitliches Ausschwenkfenster 6 für das Schneidmesser auf, das dazu dient, einen ausreichenden Schwenkbereich für das Schneidmesser zu ermöglichen. Unterhalb vom Schneidkopf 2 ist eine abnehmbare und schwenkbare Auffangvorrichtung 31 angeordnet, die zum Auffangen von dem Schnittgut, z.B. Obst, dient. Unterhalb vom Schneidkopf 2 befindet sich die Baugruppe mit Hydraulik- und Pneumatikzylinder 9/15, an welche sich in dieser Ausführungsvariante ein Adapterstück 23 anschließt, das mittels einer Kupplung an die vorgenannte Baugruppe angeschlossen werden kann und zur Verlängerung der Schneidvorrichtung 1 dient. Den unteren Abschluss der Schneidvorrichtung 1 bildet die Betätigungseinrichtung 17, über welche beim Arbeitseinsatz die Schneidfunktion ausgelöst wird. Die Betätigungseinrichtung 17 weist hierzu einen Handgriff 18 zum Halten der Schneidvorrichtung und einen Handhebel 19 auf, der zum Befüllen eines Pneumatikzylinders 21 dient. Schließlich verfügt die Schneidvorrichtung 1 noch über einen Pneumatikanschluss 22, über den bei Bedarf eine externe Druckluftquelle an diese Vorrichtung angeschlossen und die Schneidleistung gesteigert werden kann.

2 zeigt die schematische Darstellung einer Schneidvorrichtung 1 in einem seitlichen Teilschnitt mit Schneidkopf 2, aufnehmend das Schneidmesser 3 und den Bolzen 7, hieran anschließend die Baugruppe Hydraulikzylinder 9, mit Verriegelung 10, Hydraulikkolben 11, Federelement 12, Hydrauliköl 13.

Der Schneidkopf 2 der Schneidvorrichtung 1 ist in Bezug der nachfolgenden Baugruppe leicht abgewinkelt ausgeführt – denkbar sind günstige Winkel zwischen 0° und 45° – um so die Handhabung der Schneidvorrichtung 1 zu erleichtern. Der Schneidkopf 2 nimmt ein um eine Drehachse 5 schwenkbar gelagertes Schneidmesser 3 auf, das gegen den Druck einer Rückholfeder 4 in einer definierten Ruheposition gelagert wird. Mit Betätigung des Handhebels 19 der Betätigungseinrichtung 17 wird in Funktionsfolge der in 2 dargestellte Hydraulikzylinder 9 derart aktiviert, dass er den Hydraulikkolben 11 in Richtung Schneidkopf 2 bewegt, wobei dieser während seiner Vorwärtsbewegung die auf ihn wirkende Kraft auf den konischen Bolzen 7 überträgt und diesen vorantreibt. Durch die vorgegebene Führung wird der Bolzen zum Schneidmesser 3 geleitet und drängt dieses aus seiner Ruheposition. Durch entsprechende Anordnung von Federelementen 4/8/12, die bei der Vorwärtsbewegung von Hydraulikkolben 11, Bolzen 7 und Schneidmesser 3 zusammengedrückt werden, wird erreicht, dass die in Arbeitsposition befindlichen Bauteile 3/7/11 nach Abschluss einer Schneidphase wieder in ihre Ruheposition zurückgeführt werden, durch Entspannung der vorgenannten Federelemente.

2a zeigt schematisch einen Schneidkopf 2 im Teilschnitt in der Draufsicht mit Schneidmesser 3, Rückholfeder 4, Drehachse 5 und Bolzen 7.

Die Draufsicht auf den Schneidkopf 2 verdeutlicht die V-förmige Anordnung der beiden Schneidarme 2a/2b und zeigt den Bereich der Schneidzone 2c, die durch die Schneidarme gebildet wird, die auch eine einfache Positionierung des Schneidgutes innerhalb der Schneidzone gestatten. In dieser Ausführungsvariante ist der Schneidkopf 2 mit nur einem Schneidmesser 3 bestückt, das um die Drehachse 5 verschwenkbar gelagert ist und gegen den Druck einer Rückholfeder 4 in einer definierten Ruheposition gehalten wird. Unterhalb des Schneidmessers 3 ist der konische Bolzen 7 sichtbar, durch dessen Vorwärtsbewegung der Schneidvorgang des Schneidmessers 3 eingeleitet wird. Hierbei trifft der konische Bolzen 7 auf die halbkreisförmige Aussparung am unteren Teil des Schneidmessers 3, wobei dieses zunächst um seine Drehachse 5 eingeschwenkt und mit zunehmender Breite des Konus des Bolzens 7 immer weiter in Richtung des gegenüberliegenden Armes des Schneidkopfes 2 verschwenkt wird, so dass letztlich das in der Schneidzone befindliche Schneidgut durchtrennt wird. Nach Abschluss des Schneidvorganges wird das Schneidmesser 3 durch die Druckkraft der Rückholfeder 4 wieder in seine Ruheposition zurückgeschenkt.

3 zeigt die schematische, seitliche Darstellung des unteren Bereichs der Schneidvorrichtung 1 bestehend aus der Betätigungseinrichtung 17, dem Handgriff 18, dem Handhebel 19, dem Gestänge 20, einem Pneumatikzylinder 21 und einem Pneumatikanschluss 22.

Die Schneidvorrichtung 1 kann am Handgriff 18 gehalten und über den Handhebel 19 der Betätigungseinrichtung 17 Luft in das System gepresst werden, wobei der Handhebel 19 mittels eines Gestänges 20 in einem Wirkzusammenhang mit einem Pneumatikzylinder 21 steht. Hierbei kommt der Betätigungseinrichtung 17 die Funktion einer Art Luftpumpe zu, bei der mit jedem Hub des Handhebels 19 über den Pneumatikzylinder 21 Luft in die Baugruppen der Schneidvorrichtung 1 gepresst wird, die über eine entsprechende Verbindung miteinander gekoppelt und durch Ventileinrichtungen abgesichert sind. So kann mittels der Betätigungseinrichtung 17 zunächst einmal Luft in die Baugruppen gepresst werden, die mit einer gewissen Vorspannung auf Grund der Ventilsteuerung innerhalb der Baugruppen ansteht, wobei diese vorgespannte Luftsäule dann bei Erreichen eines definierten Drucks mit jedem weiteren Hub des Handhebels 19 den Schneidvorgang im Schneidkopf 2 auslöst. Über einen Pneumatikanschluss 22 kann im Bedarfsfall Druckluft aus einer externen Druckluftquelle in das System geleitet werden, wodurch die Schneidleistung gesteigert werden kann, was bei einem Dauereinsatz von Vorteil ist.

4 zeigt die schematische Darstellung der Schneidvorrichtung 1 bestehend aus Hydraulikzylinder 9 mit Hydraulikkolben 11, Federelement 12, Hydrauliköl 13 und Pneumatikzylinder 15 mit Pneumatikkolben 16 im Schnitt.

Die beiden Zylinder 9 und 15 stehen in einem direkten Wirkzusammenhang zueinander, wobei die übertragene Kraft von der unterschiedlichen Größe der Kolbenoberfläche des Pneumatikzylinders 15 im Verhältnis zu der des Hydraulikzylinders 9 bestimmt wird. Die in dem System der Schneidvorrichtung 1 anstehende Luftsäule wird bei Erreichen eines definierten Druckwertes über ein Auslassventil einer vorgeschalteten Baugruppe in den Pneumatikzylinder 15 geleitet und wirkt dort unmittelbar auf den Pneumatikkolben 16, der dadurch in eine Vorwärtsbewegung versetzt wird und damit auch auf die nachfolgenden Baugruppen wie z.B. den Hydraulikzylinder 9 einwirkt. Während dieses Vorgangs wird der auf die große Kolbenoberfläche des Pneumatikkolbens 16 wirkende Druck auf die kleinere Kolbenoberfläche des Hydraulikkolbens 11 übertragen, wodurch unmittelbar eine Erhöhung der Druckausbeute und damit letztlich der Schneidkraft erfolgt.

5 zeigt schematisch ein Verbindungsmöglichkeit zwischen zwei Baugruppen der Schneidvorrichtung 1 bestehend aus Adapterstück 23 mit Kupplungsstecker 24 Ventil 25 und Adapterstück 26 mit Kupplungsbuchse 27, Ventil 28, Schiebekupplung 29 mit dazugehöriger Kupplungsfeder 30 im Schnitt. Werden zwei Baugruppen – z.B. Adapterstück 23 mit Adapterstück 26 – der Schneidvorrichtung 1 miteinander verbunden, hierdurch kann eine Steigerung der Reichweite der Schneidvorrichtung 1 erreicht werden, so wird der Kupplungsstecker 24 in die Kupplungsbuchse 27 eingeführt, bis die Steckernut 24a in der Arretierung 27a einrastet. Die in den Adapterstücken 23/26 befindliche Druckluft bleibt dabei im System erhalten, auf Grund der verwendeten Ventile 25/28, wobei das Ventil 28 bei einem definierten Druck öffnet und die Druckluft in die nächste Baugruppe weiterleitet. Zum Lösen der Baugruppen voneinander wird die Schiebekupplung 29 gegen den Druck der Kupplungsfeder 30 zurückgezogen, so dass sich die Arretierung 27a beim Zurückziehen der Steckerbuchse entspannen kann und die Steckernut 24a freigibt.

6 zeigt die schematische Darstellung der Schneidvorrichtung 1 von der Seite mit Halteöse 32 und Dreibein 33.

Bei einem längeren Arbeitseinsatz ist es möglich, dass die Schneidvorrichtung zur Arbeitserleichterung mit einer Hilfseinrichtung über eine Halteöse 32 gekoppelt wird. Diese Hilfseinrichtung kann z.B. ein Tragegestell sein oder, wie in 6 dargestellt, ein Dreibein 33, bei welchem mittels der Halteöse 32 eine Verbindung hergestellt werden kann.

1.
Schneidvorrichtung
2.
Schneidkopf
2a.
Schneidarm
2b.
Schneidarm
2c.
Schneidzone
3.
Schneidmesser
4.
Rückholfeder
5.
Drehachse
6.
Ausschwenkfenster
7.
Bolzen
8.
Rückholfeder
9.
Hydraulikzylinder
10.
Verriegelung
11.
Hydraulikkolben
12.
Federelement
13.
Hydrauliköl
14.
Entlüftung
15.
Pneumatikzylinder
16.
Pneumatikkolben
17.
Betätigungseinrichtung
18.
Handgriff
19.
Handhebel
20.
Gestänge
21.
Pneumatikzylinder
22.
Pneumatikanschluss
23.
Adapterstück
24.
Kupplungsstecker
24a.
Steckernut
25.
Ventil
26.
Adapterstück
27.
Kupplungsbuchse
27a.
Arretierung
28.
Ventil
29.
Schiebekupplung
30.
Kupplungsfeder
31.
Auffangvorrichtung
32.
Halteöse
33.
Dreibein


Anspruch[de]
Schneidvorrichtung (1) zum Ernten von Obst und zur Pflege von Bäumen und Gehölzen, bestehend aus einem Schneidkopf (2) mit Schneide, hieran angeordnet ein Hydraulikzylinder (9), der im direkten Wirkzusammenhang mit einem Pneumatikzylinder (15) steht, wobei der Pneumatikzylinder (15) größer dimensioniert ist als der Hydraulikzylinder (9) und eine Betätigungseinrichtung (17) vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (17) eine Pumpvorrichtung zur Erzeugung von Druckluft aufweist und an die Schneidvorrichtung (1) Adapterstücke (23) ansteckbar sind, um ihre Reichweite zu erhöhen. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (2) eine V-förmige Form aufweist. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die V-förmige Form des Schneidkopfes (2) die Positionierung des Schneidgutes für den Schneidvorgang vereinfacht. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (2) ausgewechselt werden kann. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (2) drehbar gelagert ist. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidkopf (2) in einem Winkel zwischen 0° und 45° zu den weiteren Aufsteckelementen stehen kann. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpvorrichtung über einen Handhebel (19) betätigt werden kann. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese über ein Anschlusselement verfügt und so von einer externen Druckluftquelle gespeist werden kann. Schneidvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Betätigungseinrichtung (17) eine Halteöse (32) angeordnet ist. Schneidvorrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteöse (32) in eine entsprechende Vorrichtung eingesetzt werden kann, um so die einfache Führung der Schneidvorrichtung (1) zu unterstützen. Schneidvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidvorrichtung (1) zur Arbeitserleichterung auf einer Abstützvorrichtung, z.B. einem Dreibein (33), befestigt werden kann. Schneidvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese über eine Auffangvorrichtung (31) für das Schnittgut verfügt.






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