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Dokumentenidentifikation DE102005042351A1 03.05.2007
Titel Vorrichtung zur Bearbeitung bahnförmigen Materials
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder Theilacker, Klaus, 86316 Friedberg, DE
DE-Anmeldedatum 07.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005042351
Offenlegungstag 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse B41F 13/08(2006.01)A, F, I, 20060323, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 13/20(2006.01)A, L, I, 20060323, B, H, DE   B41F 13/58(2006.01)A, L, I, 20060323, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einer Vorrichtung zur Bearbeitung bahnförmigen Materials, insbesondere Falzwerkoberteil, mit einem Maschinengestell und mit wenigstens einer am Maschinengestell angebrachten, das bahnförmige Material transportierenden Zuggruppe (4), die mit aneinander anstellbaren, antreibbaren Walzen (5) versehen ist, die mit auf einer durchgehenden Welle (16) aufnehmbaren Zugringen (17) und/oder Stützringen (18) versehen sind, lässt sich dadurch eine einfache Austauschbarkeit der Ringe erreichen, dass das Maschinengestell nur eine Seitenwand (7) aufweist und dass die Walzen (5) der Zuggruppe (4) auf einem Traggestell (10) aufgenommen sind, das fliegend an einem Element der einen Seitenwand (7) angebracht ist und das zwei durch wenigstens eine Traverse (13) miteinander verbundene, die Walzen (5) aufnehmende Stirnplatten (11, 12) aufweist, von denen eine als am zugeordneten Element der Seitenwand (7) festlegbare, stationäre Stirnplatte (11) ausgebildet und die andere Stirnplatte (12) vom Traggestell (10) demontiert ist, wobei den Walzen (5) im Bereich der stationären Stirnplatte (11) mindestens zwei in axialer Richtung voneinander beabstandete Lager (21, 22; 21a, 22a) und im Bereich der demontierbaren Stirnplatte (12) wenigstens ein weiteres Lager (23, 23a) zugeordnet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bearbeitung bahnförmigen Materials, insbesondere ein Falzwerkoberteil, mit einem Maschinengestell und mit wenigstens einer am Maschinengestell angebrachten, das bahnförmige Material transportierenden Zuggruppe, die mit aneinander anstellbaren, antreibbaren Walzen versehen ist, die mit auf einer durchgehenden Welle aufnehmbaren Zug- und/oder Stützringen versehen sind.

Bei den bekannten Anordnungen dieser Art sind die Walzen der Zuggruppen mit ihren beiden Enden in jeweils einer Seitenwand eines Maschinengestells gelagert. Dies führt zu einer vergleichsweise schlechten Zugänglichkeit der Walzen, was den Wartungs- und Instandhaltungsaufwand erhöht. In diesem Zusammenhang ist nämlich davon auszugehen, dass die Zugringe der Walzen vergleichsweise kurze Standzeiten aufweisen und häufig ausgetauscht werden müssen, was bei den bekannten Anordnungen schwierig ist.

Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung eingangs erwähnter Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so zu verbessern, dass eine hohe Wartungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit erreicht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Maschinengestell nur eine Seitenwand aufweist und dass die Walzen der Zuggruppe auf einem Traggestell aufgenommen sind, das fliegend an einem Element der einen Seitenwand angebracht ist und das zwei durch wenigstens eine Traverse miteinander verbundene, die Walzen aufnehmende Stirnplatten aufweist, von denen eine als am benachbarten Element der einen Seitenwand festlegbare, stationäre Stirnplatte ausgebildet ist und die andere Stirnplatte vom Traggestell demontierbar ist, wobei den Walzen im Bereich der stationären Stirnplatte mindestens zwei in axialer Richtung voneinander beabstandete Lager und im Bereich der demontierbaren Stirnplatte wenigstens ein weiteres Lager zugeordnet sind.

Diese Maßnahmen ermöglichen in vorteilhafter Weise einen einfachen Austausch der Zug- und/oder Stützringe. Hierzu braucht lediglich die demontierbare Stirnplatte abgenommen zu werden. Aufgrund der doppelten Lagerung der Walzen im Bereich der stationären Stirnplatte bleiben dabei die Walzen in vorteilhafter Weise stehen, auch wenn die demontierbare Stirnplatte abgenommen ist. Aufgrund der doppelten Lagerung der Walzen im Bereich der stationären Stirnplatte wird zudem erreicht, dass die verstellbare Walze beim An- bzw. Abstellen zu sich parallel bleibt, auch wenn die den Walzenenden zugeordneten Stelleinrichtungen nicht synchronisiert sind. Auf eine aufwendige Synchronisierung kann daher verzichtet werden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben.

So kann die eine Seitenwand im Bereich ihres eine Zuggruppe tragenden Elements mit einem der Zuggruppe zugeordneten, durch deren stationäre Stirnplatte von innen abdeckbaren, nach außen offenen Fenster versehen sein. Hierdurch wird sichergestellt, dass die Außenseite der stationären Stirnplatte von außen zugänglich ist, was die Anbringung und Wartung von den Walzen zugeordneten Antriebs- und Stellorganen etc. erleichtert und zudem die Möglichkeit gibt, diese Organe zumindest teilweise innerhalb des genannten Fensters zu platzieren.

Zweckmäßig ist die verstellbare Walze auf Schwenkhebeln aufgenommen, wobei im Bereich der stationären Stirnplatte vorteilhaft ein Doppelschwenkhebel mit zwei jeweils ein Lager enthaltenden, die Stirnplatte flankierenden Schenkeln vorgesehen ist, die mittels eines Jochs miteinander verbunden sind, das eine zugeordnete Durchgangsausnehmung der Stirnplatte durchgreift. Für den Doppelschwenkhebel wird in vorteilhafter Weise nur eine Stelleinrichtung benötigt, mittels der die beiden jeweils ein Lager der zugeordneten Walze enthaltenden Schenkel gleichförmig bewegbar sind.

In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen kann die dem Doppelschwenkhebel zugeordnete Stelleinrichtung bei der Anstellbewegung mit geringem Vorlauf gegenüber der im Bereich des gegenüberliegenden Walzenendes vorgesehenen Stelleinrichtung angesteuert werden und umgekehrt. Hierdurch werden die Lager geschont.

Weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen sind in den restlichen Unteransprüchen gegeben und aus der nachstehenden Beispielsbeschreibung anhand der Zeichnung näher entnehmbar.

In der nachstehend beschriebenen Zeichnung zeigen:

1 eine schematische Ansicht eines Falzapparats mit zugeordnetem Falzwerkoberteil,

2 einen Schnitt durch die Seitenwand des Falzwerkoberteils mit einer Draufsicht auf die hieran angebrachte Zuggruppe,

3 eine Seitenansicht der Zuggruppe mit abgenommener, seitenwandferner Stirnplatte und

4 eine Stirnansicht der Zuggruppe mit einer der verschwenkbaren Walze zugeordneten Stelleinrichtung.

Der grundsätzliche Aufbau und die Wirkungsweise von Falzeinrichtungen sind an sich bekannt und bedürfen daher im vorliegenden Zusammenhang keiner näheren Erläuterung mehr.

Die der 1 zugrunde liegende, einer nicht näher dargestellten Druckmaschine nachgeordnete Falzeinrichtung enthält einen Falzapparat 1, auf den ein Falzwerkoberteil 2 aufgesetzt ist. Das Falzwerkoberteil 2 enthält mehrere, hier drei nebeneinander angeordnete Falztrichter 3 zur Erzeugung jeweils eines Längsfalzes, der darüber gezogenen Bedruckstoffbahn. Zum Ziehen der Bedruckstoffbahnen sind Zuggruppen 4 vorgesehen, die jeweils zwei aneinander anstellbare Walzen 5 enthalten. Jedem Falztrichter 3 ist eine Zuggruppe 4 nachgeordnet. An jedem Ausgang des Falzwerkoberteils 2 ist eine weitere Zuggruppe 4 vorgesehen. Im dargestellten Beispiel enthält der Falzapparat 1 nur ein Querschneid- und Falzwerk, dem alle längsgefalzten Bedruckstoffbahnen in Form eines Pakets zugeführt werden. Dementsprechend wird nur eine ausgangsseitige Zuggruppe 4 benötigt. Zum Umlenken der Bahnen können stationäre und/oder verstellbare Umlenkwalzen 6 vorgesehen sein.

Das Falzwerkoberteil 2 besitzt nur eine Seitenwand 7, an der alle hierauf aufgenommenen Elemente fliegend, d.h. nur einseitig fest angebracht sind. Die Falztrichter 3 und die diesen zugeordneten Peripherieorgane in Form nachgeordneter Einlaufwalzen 8 samt zugehöriger Zuggruppe 4 können jeweils auf einem seitlich verschiebbaren, in die Seitenwand 7 integrierten Schlitten 9 aufgenommen, d.h. fliegend hieran angebracht sein.

Die Zuggruppen 4 enthalten jeweils, wie am besten aus 2 erkennbar ist, ein die Walzen 5 aufnehmendes, zweckmäßig rahmenförmiges Traggestell 10, das, wie 2 weiter erkennen lässt, mit einer Stirnseite an der einen Seitenwand 7 des Falzwerkoberteils 2 bzw. einem in die Seitenwand 7 integrierten Schlitten 9 anbringbar ist, so dass sich eine fliegende, von der Seitenwand 7 abstehende Anordnung ergibt. Das Traggestell 10 besitzt, wie aus 2 ersichtlich ist, zwei einander gegenüber liegende, quer zu den Achsen der Walzen 5 sich erstreckende Stirnplatten 11,12, die durch wenigstens eine walzenparallele Traverse 13, im dargestellten Beispiel durch zwei seitliche Traversen 13, miteinander verbunden sind. Die Walzen 5 sind mit ihren Endbereichen direkt oder indirekt auf den Stirnplatten 11,12 aufgenommen.

Die Traggestelle 10 sind mit einer Stirnplatte, im dargestellten Beispiel mit der linken Stirnplatte 11 an der Seitenwand 7 bzw. einem seitenwandseitigen Schlitten 9 befestigt. Die Stirnplatte 11 wird dementsprechend als stationäre Stirnplatte bezeichnet, an die die Traversen 13 unlösbar anschließen können. Im dargestellten Beispiel sind die Traversen 13 mit der stationären Stirnplatte 11 verschweißt. Die jeweils gegenüber liegende Stirnplatte 12 ist als demontierbare Stirnplatte ausgebildet, die von den Traversen 13 gelöst und abgenommen werden kann. Die 3 zeigt die Stirnplatte 12 in der demontierten Stellung. Die demontierbare Stirnplatte 12 ist dementsprechend lösbar mit den Traversen 13 verbunden, wie in 2 durch Schrauben 14 angedeutet ist. Zur Halterung des Traggestells 10 an der Seitenwand 7 bzw. einem Schlitten 9 der Seitenwand 7 können in 2 angedeutete Schrauben 15 vorgesehen sein. Dies ermöglicht eine lösbare Anbringung.

Die Walzen 5 enthalten jeweils eine Welle 16 und hierauf aufgenommene Ringe in Form von seitlichen Zugringen 17 und dazwischen angeordneten Stützringen 18. Die Wellen 16 können über die ganze Länge ungeteilt durchgehen. In einem derartigen Fall sind die Wellen 16 bzw. ihre Lager aus der demontierbaren Stirnplatte 12 ausbaubar. Es wäre aber auch denkbar, die Wellen 16 im der Innenseite der demontierbaren Stirnplatte 12 benachbarten Bereich zu unterteilen. Eine derartige Ausführung ist in 3 angedeutet. Hierbei ist ein Ausbau der Wellen 5 bzw. ihrer Lager aus der demontierbaren Stirnplatte 12 nicht erforderlich. Die durch die Unterteilung gebildeten Wellenabschnitte können durch eine einfache Wellenkupplung miteinander verbindbar sein. Bei dem der 3 zugrunde liegenden Beispiel ist im Bereich der Wellenteilung eine Konusanordnung mit einem in eine stirnseitige Konusausnehmung 19 des einen Wellenabschnitts hinein pressbaren Konuszapfen 20 des anderen Wellenabschnitts vorgesehen. Die Anpresskräfte werden durch die Festlegung der demontierbaren Stirnplatte 12 an den Traversen 13 erzeugt. Die Konusanordnung ergibt in vorteilhafter Weise auch eine exakte Zentrierung. Zu diesem Zweck kann die Konusanordnung auch in Verbindung mit einer Wellenkupplung vorgesehen sein.

Um sicher zu stellen, dass die Walzen 5 im Falle einer Entfernung der demontierbaren Stirnplatte 12 nicht abkippen, sondern stehen bleiben, ist jede Welle 16 im Bereich der gegenüber liegenden, stationären Stirnplatte 11 durch zwei in axialer Richtung voneinander distanzierte Lager 21, 22 bzw. 21a, 22a, doppelt gelagert.

Im Bereich der demontierbaren Stirnplatte 12 ist eine einfache Lagerung mit einem Lager 23 bzw. 23a vorgesehen.

Auf den Wellen 16 sind, wie oben schon erwähnt wurde, die Zugringe 17 und Stützringe 18 aufnehmbar. Der Durchmesser der Stützringe 18 ist geringfügig kleiner als der Durchmesser der Zugringe 17, die in gegenseitige Berührung gebracht werden können. Hierzu ist eine Walze, in 2 die obere Walze 5 schwenkbar angeordnet. Dementsprechend sind die dieser Walze zugeordneten Lager 21, 22, 23 auf zugeordneten Schwenkhebeln aufgenommen. Den eine Doppellagerung bildenden Lagern 21, 22 ist dabei ein Doppelschwenkhebel 24 zugeordnet, der am besten aus 3 ersichtlich ist. Der Doppelschwenkhebel 24 enthält zwei jeweils ein Lager 21 bzw. 22 aufnehmende, die stationäre Stirnplatte 11 flankierende, schwenkbar hieran gelagerte Schenkel 25, die im Bereich ihrer, der Schwenklagerung gegenüber liegenden Enden durch ein Joch 26 mit einander verbunden sind, das eine zugeordnete Durchgangsausnehmung 27 der stationären Stirnplatte 11 durchgreift. Die Durchgangsausnehmung 27 ist zweckmäßig als Bogenschlitz ausgebildet, so dass das Joch 26 ausreichend Schwenkfreiheitsgrad hat. Das im Bereich der demontierbaren Stirnplatte 12 vorgesehene Lager 23 ist auf einem zugeordneten, der Stirnplatte 12 benachbarten Schwenkhebel 28 aufgenommen, der an der Außenseite der Stirnplatte 12 schwenkbar gelagert ist. Der Doppelschwenkhebel 24 und der einfache Schwenkhebel 28 sind jeweils mittels einer zugeordneten, am besten aus 4 ersichtlichen Stelleinrichtung, hier in Form eines mit einem Druckmittel beaufschlagbaren Stellzylinders 29 verschwenkbar, der an der jeweils benachbarten Stirnplatte 11 bzw. 12 abgestützt ist. Die feste Verbindung der jeweils ein Lager 21 bzw. 22 aufnehmenden Schenkel 25 des Doppelschwenkhebels 24 stellt sicher, dass ein Stellzylinder zum Verschwenken beider Lager 21 bzw. 22 genügt.

Die der stationären Walze zugeordneten Lager 21a, 22a, 23a können in die Stirnplatten 11 bzw. 12 eingebaut sein. Bei dem der 2 zugrunde liegenden Beispiel sind die Lager 21a und 23a in die Stirnplatten 11 bzw. 12 eingebaut. Das Lager 22a ist in einem an die Außenseite der stationären Stirnplatte 11 angesetzten Lagergehäuse 30 angeordnet. Selbstverständlich könnten auch den Lagern 21a und/oder 23a entsprechende Lagergehäuse zugeordnet sein.

Das eine Zuggruppe 4 tragende Element der Seitenwand 7 des Falzwerkoberteils 2 ist, wie 2 weiter zeigt, im Bereich jeder aufgenommenen Zuggruppe 4 mit einem dieser zugeordneten Fenster 31 versehen, das von der stationären Stirnplatte 11 von innen abgedeckt wird und nach außen offen ist. Über das Fenster 31 sind daher die Außenseite der stationären Stirnplatte 11 bzw. die hieran angebrachten Aggregate von außen zugänglich. So sind im dargestellten Beispiel der äußere Schenkel 25 des Doppelschwenkhebels 24 somit hierauf aufgenommenem Lager 22 sowie der dem Doppelschwenkhebel 24 zugeordnete Stellzylinder 29 als auch das Lagergehäuse 30 mit dem Lager 22 innerhalb des Fensters 31 angeordnet, was nicht nur eine gute Zugänglichkeit, sondern auch eine kompakte Bauweise ergibt.

Wenigstens eine der Walzen 5, im dargestellten Beispiel beide Walzen 5 jeder Zuggruppe 4 sind antreibbar. Hierzu ist im dargestellten Beispiel ein an der Außenseite des die Zuggruppe 4 tragenden Elements der Seitenwand 7 angebrachter Motor 32 vorgesehen, der mit der Welle 16 einer Walze 5 gekuppelt ist. Diese ist durch ein Vorgelege, hier in Form eines Riementriebs 33, mit der Welle 16 der gegenüber liegenden Walze 5 antriebsmäßig verbunden. Der Motor 32 kann auf einer an der Seitenwand 7 angebrachten Konsole 34 aufgenommen sein.

Die Walzen 5 werden, wie schon erwähnt wurde, zur Bewerkstelligung eines auf eine durchgeführte Materialbahn bzw. ein durchgeführtes Bahnpaket auszuübenden Zugs mit ihren Zugringen 17 aneinander angestellt. Um einen direkten Kontakt der Zugringe 17 zu vermeiden und damit eine Schonung der empfindlichen Zugringe 17 zu gewährleisten, erfolgt eine derartige Anstellung zweckmäßig nur dann, wenn eine zugeordnete Bahnanwesenheitskontrolleinrichtung die Anwesenheit einer Bahn meldet. Den Zuggruppen 4 ist dementsprechend jeweils eine Bahnanwesenheitskontrolleinrichtung zugeordnet, die in vorteilhafter Weise auch als Bahnrissanzeige Verwendung finden kann.

Die zum Bewegen der schwenkbar angeordneten Walze 5 vorgesehenen Stellzylinder 29 sind so ausgebildet, dass eine An- und Abstellbewegung erzeugt werden kann. Zur Erzeugung der Anstellbewegung werden die Stellzylinder 29 in der Anstellrichtung mit einem Druckmittel beaufschlagt, wie in 4 durch eine an eine nicht näher dargestellte Druckmittelquelle angeschlossene Versorgungsleitung 35 angedeutet ist. Die Rückstellbewegung kann durch eine Rückstellfeder und/oder durch eine Druckbeaufschlagung der Stellzylinder 29 in der Abstellrichtung bewerkstelligt werden. Die Druckbeaufschlagung ist mittels eines in der Versorgungsleitung 35 angeordneten Schieberventils 36 steuerbar. Im dargestellten Beispiel ist das Schieberventil als 5/2 – Wegeventil ausgebildet. Zweckmäßig findet als Druckmittel Druckluft Verwendung.

Der Anstellvorgang erfolgt zweckmäßig in zwei Stufen. In der ersten Stufe werden die im Bereich des vorderen und hinteren Endes der schwenkbaren Walze 5, vorgesehenen d.h. die den Schwenkhebeln 24 und 28 zugeordneten Stellzylinder 29 mit einem langsam ansteigenden, niederen Druck beaufschlagt. Die auf diese Weise entstehende, geringe Anstellkraft erübrigt eine Synchronisation der beiden Zylinder. Zudem erfolgt die gegenseitige Berührung der beiden Walzen langsam und ohne hohe Anstell- bzw. Anpresskraft, was die Oberfläche der Zugringe 17 schont, vor allem wenn noch kein Papier zwischen den Zugringen liegt. Die geringe Anstellkraft ist dabei so gewählt, dass sie eine Bahn beim Einziehen mit geringer Kraft führen kann. Hierzu ist in der Versorgungsleitung 35 ein dem Schieber 36 vorgeordnetes Proportionalventil 37 vorgesehen, das einen langsamen Druckaufbau auf jedes vorgewählte Druckniveau ermöglicht.

In der zweiten Stufe der Anstellbewegung werden die beiden Stellzylinder 29 mit einem wesentlich höheren, am Proportionalventil 37 variabel vorwählbaren Druck beaufschlagt, so dass das zwischen den Walzen 5 durchgeführte Material mit hoher Pressung erfasst und gezogen werden kann, was die Erzielung einer zuverlässigen Materialspannung in Transportrichtung ermöglicht. Diese zweite Stufe der Anstellbewegung wird zweckmäßig automatisch durch die oben erwähnte Bahnanwesenheitskontrolleinrichtung ausgelöst, sobald diese die Anwesenheit einer Bahn erkennt. Die zweistufige Ausgestaltung der Anstellbewegung erlaubt eine gegenseitige Anstellung der Walzen mit hoher Anpressung und gewährleistet dennoch eine Schonung und damit hohe Lebensdauer der Zugringe 17. Außerdem wird hierdurch der Verzicht auf eine Synchronisation der beiden Stellzylinder 29 begünstigt, was zu einer einfachen Bauweise führt.

Die Abstellbewegung kann automatisch oder manuell ausgelöst werden. Die automatische Auslösung erfolgt im Falle eines Bahnrisses durch die Bahnanwesenheitskontrolleinrichtung. Die Abstellbewegung erfolgt zweckmäßig ebenfalls in zwei Stufen. Zunächst werden hierzu beide Stellzylinder so entlastet, dass der Druck schnell auf Null absinkt. Anschließend wird ein Druck in Abstellrichtung aufgebaut. Der Aufbau dieses Drucks erfolgt wiederum langsam und auf ein vergleichsweise niedriges Niveau. Hierdurch ist sichergestellt, dass auch für die Abstellbewegung keine Synchronisation der beiden Stellzylinder 29 notwendig ist.

Die Anstellbewegung wird beendet, wenn die beiden Walzen 5 in gegenseitige Berührung kommen. Dies ist, wie schon erwähnt, aufgrund der zweistufigen Ausgestaltung der Anstellbewegung möglich, ohne einen schnellen Verschleiß der Zugringe 17 befürchten zu müssen. Auf einen, die Anstellbewegung begrenzenden Anschlag kann daher in vorteilhafter Weise verzichtet werden. Auf diese Weise ist es daher möglich, auch sehr dünnes Material zuverlässig zu pressen und zu ziehen. Zur Schonung der Zugringe 17 tragen zudem die zarte Anstellung und das sofortige Abstellen im Falle eines Bahnrisses bei. Die zweistufige Gestaltung des An- und/oder Abstellvorgangs ist zwar im Zusammenhang mit der oben geschilderten Ausgestaltung der fliegend angeordneten Zuggruppen besonders zweckmäßig, kann aber auch unabhängig hiervon zur Anwendung kommen und Vorteile bieten.

Zur Schonung der Lager 21, 22, 23 der schwenkbaren Walze 5 können die An- und Abstellbewegung zweckmäßig so erfolgen, dass jeweils die Anstellbewegung im Bereich der Doppellagerung, d.h. im Bereich der stationären Stirnplatte 11 mit geringem Vorlauf gegenüber der Anstellbewegung im Bereich des gegenüber liegenden Walzenendes, d.h. im Bereich der demontierbaren Stirnplatte 12 erfolgt und dass die Abstellbewegung im Bereich der einfachen Lagerung, d.h. im Bereich der demontierbaren Stirnplatte 12 mit geringem Vorlauf gegenüber der Abstellbewegung im Bereich der Doppellagerung, d.h. im Bereich der stationären Stirnplatte 11 erfolgt.


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Bearbeitung bahnförmigen Materials, insbesondere Falzwerkoberteil, mit einem Maschinengestell und mit wenigstens einer am Maschinengestell angebrachten, das bahnförmige Material transportierenden Zuggruppe (4), die mit aneinander anstellbaren, antreibbaren Walzen (5) versehen ist, die mit auf einer durchgehenden Welle (16) aufnehmbaren Zugringen (17) und/oder Stützringen (18) versehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Maschinengestell nur eine Seitenwand (7) aufweist und dass die Walzen (5) der Zuggruppe (4) auf einem Traggestell (10) aufgenommen sind, das fliegend an einem Element der einen Seitenwand (7) angebracht ist und das zwei durch wenigstens eine Traverse (13) miteinander verbundene, die Walzen (5) aufnehmende Stirnplatten (11, 12) aufweist, von denen eine als am zugeordneten Element der Seitenwand (7) festlegbare, stationäre Stirnplatte (11) ausgebildet und die andere Stirnplatte (12) vom Traggestell (10) demontierbar ist, wobei den Walzen (5) im Bereich der stationären Stirnplatte (11) mindestens zwei in axialer Richtung voneinander beabstandete Lager (21, 22; 21a, 22a) und im Bereich der demontierbaren Stirnplatte (12) wenigstens ein weiteres Lager (23, 23a) zugeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Seitenwand (7) im Bereich ihres eine Zuggruppe (4) tragenden Elements mit einem der Zuggruppe (4) zugeordneten, durch dessen stationäre Stirnplatte (11) von innen abdeckbaren, nach außen offenen Fenster (31) versehen ist. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der beiden, der stationären Stirnplatte (11) zugeordneten Lager (21, 22; 21a, 22a) der Walzen (5) im Bereich der Außenseite der stationären Stirnplatte (11) angeordnet ist. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Walze (5) mit ihren Enden auf an den Stirnplatten (11, 12) schwenkbar angebrachten Schwenkhebeln (24, 28) gelagert ist, die jeweils mit einem vorzugsweise als Stellzylinder (29) ausgebildeten Stelleinrichtung zusammenwirken. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der stationären Stirnplatte (11) ein Doppelschwenkhebel (24) vorgesehen ist, dessen die Stirnplatte (11) flankierende, jeweils ein Lager (21 bzw. 22) tragende Schenkel (25) mittels eines Jochs (26) miteinander verbunden sind, das eine zugeordnete Durchgangsausnehmung (27) der stationären Stirnplatte (11) durchgreift. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtungen im Bereich der voneinander abgewandten Außenseiten der Stirnplatten (11 bzw. 12) angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Walze (5) als stationäre Walze ausgebildet ist, wobei wenigstens ein Lager (22a) der stationären Walze (5) in einem an die jeweils benachbarte Stirnplatte (11) angesetzten Lagergehäuse (30) angeordnet ist. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beide Walzen (5) antreibbar sind, wobei ein an der Außenseite eines der Zuggruppe (4) zugeordneten Elements der Seitenwand (7) angebrachter, mit einer Walze (5) gekuppelter Motor (32) und ein die beiden Walzen (5) verbindendes Vorgelege (33) vorgesehen sind. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellen (16) der Walzen (5) in einem der Innenseite der demontierbaren Stirnplatte (12) benachbarten Bereich unterteilt sind, wobei die Teile lösbar aneinander festlegbar sind. Vorrichtung insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der vorzugsweise als Stellzylinder (29) ausgebildeten Stelleinrichtungen ein zweistufiger Anstellvorgang der Walzen (5) durchführbar ist, wobei in der ersten Stufe eine Beaufschlagung der Stelleinrichtungen mit einem langsam ansteigenden, niederen Druck erfolgt und in der zweiten Stufe eine schnelle Erhöhung auf einen höheren, einstellbaren Enddruck vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der vorzugsweise als Stellzylinder (29) ausgebildeten Stelleinrichtungen auch ein zweistufiger Abstellvorgang der Walzen (5) durchführbar ist, wobei in einer ersten Stufe die Stelleinrichtungen entlastbar und in einer zweiten Stufe in Abstellrichtung mit Druck beaufschlagbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass in einer den Stelleinrichtungen zugeordneten Druckmittel-Versorgungsleitung (35) ein einstellbares Proportionalventil (37) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (5) anschlaglos bis auf gegenseitige Berührung aneinander anstellbar sind. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuggruppe (4) eine Bahnanwesenheitskontrolleinrichtung zugeordnet ist, mittels welcher die Stelleinrichtungen bei fehlender Bahn in Abstellrichtung ansteuerbar sind. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktivierung der im Bereich der stationären Stirnplatte (11) vorgesehenen Stelleinrichtung beim Anstellvorgang der Walzen (5) mit geringem Vorlauf und beim Abstellvorgang mit geringem Verzug gegenüber der im Bereich der demontierbaren Stirnplatte (12) vorgesehenen Stelleinrichtung erfolgt. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer den Stelleinrichtungen zugeordneten Druckmittel-Versorgungsleitung (35) ein 5/2 Wegeventil (36) angeordnet ist.






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