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Dokumentenidentifikation DE102005045261B3 03.05.2007
Titel Verbindungselement
Anmelder Kronotec AG, Luzern, CH
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 22.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005045261
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse E04F 15/04(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04F 13/076(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Verbindungselement zum Verbinden von Bodenpaneelen (1, 2) mit einem Kern aus Holzwerkstoff, insbesondere MDF oder HDF, das an einer Seitenkante (Ia) mit einer Feder (3a) und an der gegenüberliegenden Seitenkante (IIa) mit einer Nut (4a) versehen ist, und die Feder (3a) zu der Nut (4) des Paneels (1, 2) und die Nut (4a) zu der Feder (3) des Paneels (1, 2) korrespondiert, wobei an der Oberseite zwei gegenüberliegende, über die Seitenkanten (Ia, IIa) hinausragende Lippen (9) ausgebildet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verbindungselement zum Verbinden von Bodenpaneelen mit einem Kern aus Holzwerkstoff, insbesondere MDF oder HDF, das an einer Seitenkante mit einer Feder und an der gegenüberliegenden Seitenkante mit einer Nut versehen ist, und die Feder zu der Nut des Paneels und die Nut zu der Feder des Paneels korrespondiert.

Eine solches Verbindungselement zur Verbindung von Bodenpaneelen ist beispielsweise aus der DE 101 62 275 C1 bekannt. Das Verbindungselement ist streifenförmig ausgeführt und wird über eine Feder mit der Nut des Paneels bzw. über eine Nut mit der Feder des Paneels verbunden.

Die Oberseite des Verbindungselements schließt mit der Oberseite des Paneels ab. Sie kann unterschiedlich geformt sein und im Querschnitt konvexe, konkave oder V-förmige Oberflächenkonturen aufweisen. Bei der Verbindung von Verbindungselement und Fußbodenpaneel ergibt sich ein Stoß zwischen der Paneelkante und der Kante des Verbindungselements. Durch diese Stöße bilden sich zwischen den Paneelkanten und den Kanten des Verbindungselements sehr schmale, mit bloßem Auge nicht sichtbare, vertikal gerichtete Fugen aus. Gerade beim feuchten Wischen eines Fussbodens wirkt sich diese Tatsache besonders nachteilig aus, da die Stoßfuge wie eine Kapillare wirkt, die die Feuchtigkeit zwischen Paneel und Verbindungselement hineinzieht.

Bodenpaneele bestehen vorrangig aus Holzwerkstoffen, wie beispielsweise HDF/MDF oder OSB. Da durch die Kapillarwirkung Feuchtigkeit in den Holzwerkstoffkern der Fußbodenpaneele eindringen kann, quellen die betroffenen Seitenkanten der Paneele auf und bilden einen in der Fläche sichtbaren Überstand, eine so genannte Aufstippung. Durch diese Aufstippung wird die Qualität des Fussbodens erheblich gemindert.

Von dieser Problemstellung ausgehend soll das eingangs beschriebene Verbindungselement dahingehend verbessert werden, dass das Aufquellen der Seitenkanten verbundener Fußbodenpaneele verhindert wird.

Zur Problemlösung zeichnet sich ein gattungsgemäßes Verbindungselement dadurch aus, dass an der Oberseite zwei gegenüberliegende über die Seitenkanten hinausragende Lippen ausgebildet sind.

Durch diese Ausgestaltung werden die bei der Verbindung von Verbindungselement und Fußbodenpaneel entstehenden Stöße überlappt, wodurch vorteilhafter Weise zwischen den angrenzenden Seitenkanten von Verbindungselement und Paneel eine dichte Abdeckung entsteht. Zur Sicherstellung der Wasserdichtheit besitzen die überlappenden Lippen eine genügend große Eigenelastizität, die das äußere Lippenende gegen die Paneeloberseite bzw. die Dekoroberseite zwingt. Die Oberseite des Fußbodenpaneels ist dabei mit einer Dekoroberfläche versehen, die einen natürlichen Werkstoff imitieren kann und den Kernwerkstoff vor Beschädigungen, z. B. durch Feuchte oder Abrieb, schützt.

Vorteilhafterweise kann auf der Unterseite der überlappenden Lippen eine Beflockung vorgesehen sein, um die abdichtende Wirkung der Lippen noch zu erhöhen. Vorteilhafterweise sind die Flockfasern senkrecht auf der Trägerfläche, hier der Unterseite der überlappenden Lippen, angeordnet, um über eine entsprechend dichte Anordnung von Fasern je Flächeninhalt einen verbesserten Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von oben in die Verbindung sicherzustellen.

Die Verbindungselemente können aus einem Materialgemisch aus Holzfasern und Kunststoff hergestellt werden. Auf diese Weise lassen sich kostengünstige Verbindungselemente erstellen, die aufgrund des Holzfaseranteils holzähnliche Eigenschaften aufweisen. Die Verbindungselemente können im Durchlaufverfahren als Extrusionsprofil hergestellt werden, wobei das Beflocken der Unterseite der überlappenden Lippen zweckmäßigerweise gleichfalls im Durchlauf unter Ausnutzung der dem Verbindungselement am Ende der Extrusion innewohnenden Wärmeenergie erfolgt. Dadurch kann auf eine separate Kleberschicht zur innigen Verbindung von Verbindungselement und Flockfaser verzichtet werden. Vorzugsweise können die Verbindungselemente auch vollständig aus Kunststoff ausgebildet werden. Dem Material der Verbindungselemente sind Farbpigmente beigebbar, um das Verbindungselement einzufärben und so entsprechend an unterschiedliche Anforderungen bezüglich des Dekors der Paneele anzupassen.

Vorzugsweise sind die Lippen elastisch federnd ausgebildet, damit eine möglichst gute Abdichtung der Stöße zwischen Verbindungselement und Paneele erreicht werden kann. Dazu ist es erforderlich, dass die Lippen bei der Verbindung zweier Paneele auf der Oberseite der Paneele dichtend aufliegen. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass bei der feuchten Reinigung des Fußbodens Wasser in die Stoßfugen zwischen Verbindungselement und Paneele eindringen kann und zur Aufquellung des Fußbodens und zu Aufstippungen führt.

Im Bereich der Nut und der Feder des Verbindungselements sowie in den korrespondierenden Bereichen der Nut und der Federn der Paneele können mechanische Verriegelungsmittel vorgesehen sein, die verbundene Paneele in Querrichtung verriegeln, ohne dass eine Leimzugabe in die Nuten bzw. Federn erforderlich ist. Auf diese Weise kann eine besonders einfache und schnelle Verlegung der Fußbodenpaneele und der Verbindungselemente erreicht werden.

Zur Erhöhung der Federkraft kann in das Verbindungselement eine vorzugsweise aus Metall bestehende Klammer einextrudiert werden, die so gebogen sein kann, dass sie im Wesentlichen der Umfangskontur der Nut entspricht.

Mit Hilfe einer Zeichnung sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung nachfolgend näher erläutert werden. Es zeigen:

1 – zwei über ein Verbindungselement miteinander verbundene Fußbodenpaneele an der Verbindungsstelle in Teilansicht;

2 – eine Ausschnittsvergrößerung aus 1 mit einer hervorragenden Lippe;

3 – zwei über ein weiteres Verbindungselement miteinander verbundene Fußbodenpaneele an der Verbindungsstelle in Teilansicht.

Die Fußbodenpaneele 1, 2 bestehen aus einer mitteldichten oder hoch verdichteten Faserplatte, z.B. MDF bzw. HDF. An ihrer Oberseite 8 sind sie mit einer Dekorschicht 11 versehen, die beispielsweise durch eine eine Holzmaserung oder eine Natursteinoberfläche imitierende Papierlage oder einen entsprechenden Direktdruck gebildet sein kann, die mit einer als Verschleißschutz dienenden Kunstharzschicht überzogen ist. An den sich gegenüberliegenden Seitenkanten I, II ist jedes Paneel 1, 2 mit einer Feder 3 und einer Nut 4 versehen. Die Feder 3 korrespondiert zu der auf der gegenüberliegenden Seite eingefrästen Nut 4. Das Paneel 2 ist im Bereich der Nut 4 mit einem Verriegelungsmittel 6 versehen, das mit einem an der Unterseite der Feder 3 des Paneels 1 vorgesehenen Verriegelungsmittel 5 zusammenwirkt und die verbundenen Paneelen 1, 2 miteinander verrasten können, so dass die verbundenen Paneele 1, 2 quer zur Verbindungsrichtung verriegelt sind.

Wenn an der Oberseite 8 der Fußbodenpaneele zwischen zwei Paneelen 1, 2 eine sichtbare Verbindungsstelle, beispielsweise eine Sichtfuge erzeugt werden soll, ist das Verbindungselement 7 vorgesehen, das streifenförmig ausgebildet ist und an den Seitenkanten Ia, IIa eine Nut 4a bzw. eine Feder 3a aufweist. Die Feder 3a ist an ihrer Unterseite mit einem Verriegelungsmittel 5a versehen. Die Nut 4a weist im unteren Bereich ein Verriegelungsmittel 6a auf. Die Ausbildung der Feder 3a mit ihrem Verriegelungsmittel 5a und die Ausbildung der Nut 4a mit ihrem Verriegelungsmittel 6a des Verbindungselements 7 entspricht der Ausbildung der Feder 3 mit ihrem Verriegelungsmittel 5 bzw. der Nut 4 mit ihrem Verriegelungsmittel 6 der Paneele 1, 2. Das Verbindungselement 7 passt sich also nahtlos an die Verbindung zweier Paneele 1, 2 an. An der Oberseite 10 des Verbindungselements 7 ist im Bereich der Seitenkanten Ia, IIa je eine Lippe 9 ausgebildet, die auf der Oberseite 8 der Paneele 1, 2 aufliegen und den Stoß zwischen den Paneelen 1, 2 und dem Verbindungselement 7 überlappen, um so das Eindringen von Feuchtigkeit in den Stoß zwischen Fußbodenpaneel 2 und Verbindungselement 7 zu verhindern. Die Lippen 9 weisen auf ihrer Unterseite 9a eine Beflockung mit Flockfasern auf, die senkrecht auf der Unterseite 9a der überlappenden Lippen 9 angeordnet sind und eine dichte Anordnung von Fasern je Flächeneinheit ausbilden und so einen verbesserten Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit von oben in den Holzwerkstoffkern des Fußbodenpaneels 1 oder 2 bewirken.

3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Verbindungselementes 7, das mit einer integrierten Metallklammer 12 versehen ist. Diese Metallklammer 12 wird während des Extrudierens in den Kunststoff eingebettet und dient dazu, die Federkraft des Verbindungselementes 7 zu erhöhen. Die Klammer 12 ist so gebogen, dass sie im Wesentlichen der vergrößerten Umfangskontur der Nut 4a bzw. der Feder 3 entspricht.

1
Paneel
2
Paneel
3
Feder
3a
Feder
4
Nut
4a
Nut
5
Verriegelungsmittel
5a
Verriegelungsmittel
6
Verriegelungsmittel
6a
Verriegelungsmittel
7
Verbindungselement
8
Oberseite
9
Lippe
9a
Unterseite
10
Oberseite
11
Dekorschicht
12
Klammer
I
Seitenkante
Ia
Seitenkante
II
Seitenkante
IIa
Seitenkante


Anspruch[de]
Verbindungselement zum Verbinden von Bodenpaneelen (1, 2) mit einem Kern aus Holzwerkstoff, insbesondere MDF oder HDF, das an einer Seitenkante (Ia) mit einer Feder (3a) und an der gegenüberliegenden Seitenkante (IIa) mit einer Nut (4a) versehen ist, und die Feder (3a) zu der Nut (4) des Paneels (1, 2) und die Nut (4a) zu der Feder (3) des Paneels (1, 2) korrespondiert, dadurch gekennzeichnet, dass an der Oberseite (10) zwei gegenüberliegende, über die Seitenkanten (Ia, IIa) hinausragende Lippen (9) ausgebildet sind. Verbindungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippen (9) elastisch federnd sind. Verbindungselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippen (9) bei Verbindung zweier Paneele (1, 2) auf der Oberseite (8) der Paneele (1, 2) dichtend aufliegen. Verbindungselement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lippen (9) auf ihrer Unterseite (9a) eine Beflockung aufweisen. Verbindungselement nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer Mischung aus Holzfasern und Kunststoff besteht. Verbindungselement nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es aus Kunststoff besteht. Verbindungselement nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es im Bereich der Nut (4a) und der Feder (3a) Verriegelungsmittel (5a, 6a) aufweist, die zu Verriegelungsmitteln (5, 6) der Feder (3) und der Nut (4) des Paneels (1, 2) korrespondieren. Verbindungselement nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine eingelegte Klammer (12), Verbindungselement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer (12) gebogen ist und über die volle Länge reicht. Verbindungselement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer (12) im Wesentlichen der vergrößerten Umfangskontur der Nut (4a) entspricht, Verbindungselement nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer (12) aus Metall besteht.






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