PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005052693A1 03.05.2007
Titel Antrieb einer Vorrichtung zur Herstellung von Maschenware
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Erfinder Schäffler, Gernot, 73116 Wäschenbeuren, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 28.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005052693
Offenlegungstag 03.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse D04B 15/94(2006.01)A, F, I, 20051028, B, H, DE
Zusammenfassung Es ist ein Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadel und wenigstens eine Strickstelle enthaltenden Strickeinrichtung beschrieben. Die Vorrichtung enthält wenigstens ein der Strickstelle vorgeordnetes Streckwerk zum Verziehen eines Faserverbandes. Dem Streckwerk ist wenigstens ein Reluktanzmotor zugeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadeln und wenigstens eine Strickstelle enthaltenden Strickeinrichtung, wobei die Vorrichtung wenigstens ein der Strickstelle vorgeordnetes Streckwerk zum Verziehen eines Faserverbandes enthält, dem wenigstens ein Antriebsmotor zugeordnet ist.

Eine Vorrichtung dieser Art ist durch die WO 2004/079068 A2 Stand der Technik. Dabei wird eine Maschenware nicht wie allgemein üblich aus einem Garn, das der Strickeinrichtung zugeführt wird, erzeugt, sondern direkt aus einem durch ein Streckwerk verzogenen Faserband gestrickt. Der Vorteil ist, dass durch das Verstricken eines im Wesentlichen ungedrehten Faserverbandes mit nahezu parallelen Fasern ein extrem weiches Gestrick mit sehr „weichem Griff" und einem entsprechend hohen Tragkomfort entsteht. Die Maschenware lässt sich außerdem sehr günstig herstellen, da die Zwischenstufen des klassischen Garnerzeugungsprozesses, nämlich die Garnbildung, das Aufspulen und gegebenenfalls das Umspulen umgangen werden.

Der Faserverband wird dabei entweder ungedreht sofort den in der Strickstelle arbeitenden Stricknadeln zugeführt oder aber, wenn das Streckwerk in gewisser räumlicher Distanz zu der Strickstelle angeordnet ist, durch eine Dralleinrichtung mit einer gewissen Festigkeit versehen, die ein Transportieren zur Strickstelle ermöglicht. Da der Faserverband für den Transport zur Strickstelle keine besonders hohe Festigkeit aufweisen muss, ist eine geringe Drehung des Faserverbandes ausreichend. Diese lässt sich sehr gut durch Luftdüsen in den Faserverband einbringen. Ist der Faserverband erst einmal in der Strickeinrichtung zu der Maschenware verstrickt, so wird die Festigkeit der Maschenware durch die Verschlingung des Faserverbandes in den einzelnen Maschen gewährleistet. Eine Drehung des Faserverbandes ist nicht mehr erforderlich, ganz im Gegenteil führt sogar die in üblichen Maschenwaren enthaltende Garndrehung zu einem eher „harten Griff" des fertigen Gestrickes. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer Falschdralleinrichtung, da sich die für die Transportfestigkeit des Faserverbandes eingebrachte Drehung beim Strickvorgang in der Strickstelle wieder auflöst. Es kann auch vorgesehen sein, dem Faserband im Streckwerk einen Hilfsfaden, beispielsweise einen Elastanfaden zuzuführen, der den Transport des Faserverbandes vom Streckwerk zur Strickstelle unterstützen und auch die Eigenschaften der hergestellten Maschenware weiter gezielt verbessern kann. Das beschriebene Verfahren wird auch als „Direktstricken" oder als „Spinnstricken" bezeichnet.

Es ist bekannt, derartige Vorrichtungen durch drehzahlgeregelte Antriebsmotoren anzutreiben. Dem Streckwerk ist dabei ein drehzahlgeregelter Antriebsmotor zugeordnet, dessen Drehzahl-Sollwert entsprechend der Geschwindigkeit der Strickeinrichtung vorgebbar ist. Durch einen Regler wird der Drehzahl-Istwert des Antriebsmotors des Streckwerks dem Drehzahl-Sollwert nachgeführt.

Der bekannte Antrieb hat dabei den Nachteil, dass sich prinzipiell eine Regelabweichung zwischen dem Drehzahl-Sollwert und dem Drehzahl-Istwert nicht vermeiden lässt. Durch sehr präzise Drehzahlgeber und extrem feinfühlige Regler lässt sich in vielen Fällen die Regelabweichung so gering halten, dass merkliche negative Auswirkungen auf die fertige Maschenware, insbesondere auf deren Gleichmäßigkeit, vermieden werden können. Die Realisierung derartiger Antriebe ist aber sehr aufwändig und teuer.

Außerdem hat der drehzahlgeregelte Antrieb den Nachteil, dass das System aus Antriebsmotor und Streckwerk durch Regelschwankungen in Schwingungen geraten kann, die eine Ungleichmäßigkeit im verzogenen Faserverband auslösen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, den Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware zu vereinfachen und verbessern.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Antriebsmotor ein Reluktanzmotor ist.

Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist unter einem Reluktanzmotor insbesondere ein ungeregelter Drehstrom-Synchronmotor zu verstehen. Die Verwendung von wenigstens einem Reluktanzmotor für den Antrieb des Streckwerkes hat dabei den Vorteil, dass ein gesteuertes Antriebssystem vorliegt, bei dem kein Regler und kein Drehzahlgeber vorgesehen ist. Dem Reluktanzmotor wird ein Drehzahl-Sollwert entsprechend der Geschwindigkeit der Strickeinrichtung vorgegeben, der dieser dann selbsttätig exakt folgt. Hierdurch werden Unregelmäßigkeiten durch eine Regelabweichung verhindert. Des Weiteren wird eine Anregung des Systems zu Schwingungen vermieden. Ein weiterer Vorteil der Verwendung eines Reluktanzmotors ist eine höhere Robustheit des Systems sowie geringere Kosten.

In Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, dass mehrere Reluktanzmotoren einem gemeinsamen Frequenzumrichter zugeordnet sind. Hierdurch lässt sich der Antrieb weiter vereinfachen und noch kostengünstiger ausführen. Da üblicherweise sämtliche Streckwerke an einer derartigen Vorrichtung mit derselben Geschwindigkeit betrieben werden, hat diese Ausführung zudem den Vorteil, dass hierdurch unmittelbar ein Gleichlauf aller den Streckwerken zugeordneten Reluktanzmotoren gewährleistet ist.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass mehrere Streckwerke zu einer Streckwerksgruppe zusammengefasst sind, wobei jeder Streckwerksgruppe wenigstens zwei Reluktanzmotoren zugeordnet sind. Diese Zuordnung hat den Vorteil, dass ohne Eingriff in die mechanischen Antriebsmittel die Verzugsverhältnisse in den Streckwerke variiert werden können. Es ist hierbei insbesondere vorteilhaft, der Ausgangsunterwalze der Streckwerksgruppe einen eigenen Reluktanzmotor zuzuordnen. Es ist außerdem vorteilhaft, den der Ausgangsunterwalze der Streckwerksgruppe vorangehenden Unterwalzen gemeinsam einen zweiten Reluktanzmotor zuzuordnen. Eine besonders platzsparende Ausführung einer Streckwerksgruppe lässt sich dadurch erreichen, dass die beiden Reluktanzmotoren wenigstens die Ausgangsunterwalze und eine vorgeordnete Unterwalze der Streckwerksgruppe von gegenüber liegenden Seiten antreiben. Bei dieser Ausführung treibt ein erster Reluktanzmotor die Ausgangsunterwalze von einem ersten Ende der Unterwalze aus an. Ein zweiter Reluktanzmotor ist wenigstens einer der Ausgangsunterwalze vorangehenden Unterwalze an dem gegenüberliegenden Ende der Ausgangsunterwalze zugeordnet. Durch diese Anordnung ist gewährleistet, dass sich die an dem jeweiligen Ende der Unterwalze notwendigen Antriebsmittel, wie beispielsweise Zahnräder oder Zahnscheiben, nicht gegenseitig behindern. Insbesondere an der Ausgangsunterwalze lässt sich durch diese Anordnung ein Zahnrad oder eine Zahnscheibe mit wesentlich größerem Durchmesser einsetzen, was zu einer Verringerung der Verlustleistung der Antriebsmittel zwischen Reluktanzmotor und der Ausgangsunterwalze führt. Bei Zahnrädern werden durch die Vergrößerung des Durchmessers die Abwälzverhältnisse verbessert, so dass der Wirkungsgrad der Zahnradstufe steigt. Bei einem Zahnriemenantrieb kann durch den größeren Durchmesser der Zahnscheibe an der Ausgangsunterwalze ein kleinerer bzw. dünnerer Riemen eingesetzt werden, der geringere innere Reibungsverlust durch die Biegewechselbelastung aufweist. Derartige Maßnahmen sind an der Ausgangsunterwalze besonders wichtig, da zum Antrieb der Ausgangsunterwalze der größte Teil der Antriebsleistung der gesamten Streckwerksgruppe benötigt wird.

Es kann außerdem vorteilhaft sein, dass der Reluktanzmotor der Ausgangsunterwalze und der Reluktanzmotor der vorangehenden Unterwalzen mit einem gemeinsamen Frequenzumrichter verbunden sind. Bei dieser Anordnung kann die für den Verzug des Faserverbandes notwendige höhere Geschwindigkeit der Ausgangsunterwalze besonders einfach dadurch erreicht werden, dass der Reluktanzmotor der Ausgangsunterwalze eine unterschiedliche, vorzugsweise geringere, Polzahl als der Reluktanzmotor der vorangehenden Unterwalzen aufweist.

Zusätzlich zu den genannten Varianten der Erfindung kann vorgesehen sein, auch als Antriebsmotor für die Strickeinrichtung einen oder mehrere Reluktanzmotoren einzusetzen. Hierdurch wird es möglich, in der gesamten Vorrichtung die Nachteile von geregelten Antriebsmotoren zu vermeiden. In einem solchen Falle ist es vorteilhaft, dass der dem Streckwerk zugeordneten Reluktanzmotor und der der Strickeinrichtung zugeordnete Reluktanzmotor mit einer gemeinsamen Steuerung verbunden sind.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Es zeigen:

1 eine sehr schematische Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Direktstricken mit Streckwerken und einem Nadelzylinder,

2 eine teilweise geschnittene Seitenansicht auf die Vorrichtung nach 1, in der der Lauf des in einem Streckwerk und einer Strickeinrichtung verarbeiteten Faserverbandes erkennbar ist,

3 eine Ansicht ähnlich 1 auf eine Variante einer Streckwerksgruppe.

In 1 ist sehr schematisch eine Vorrichtung zum Direktstricken oder auch Spinnstricken dargestellt, mit der ohne den „Umweg" der klassischen Garnherstellung eine Maschenware erzeugt wird. Die Vorrichtung enthält als wesentliche Bestandteile eine handelsübliche Flach- oder Rundstrickmaschine, wobei in 1 der Nadelzylinder 1 einer Rundstrickmaschine angedeutet ist. Im Gegensatz zum allgemeinen Strickvorgang wird die Maschenware nicht aus durch dem Nadelzylinder 1 zugeführten Garnen erzeugt, sondern aus weitgehend ungedrehten Faserverbänden 2, die in Streckwerken 3 in unmittelbarer Nähe des Nadelzylinders 1 erzeugt werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Streckwerke 3 für zwölf strichpunktiert dargestellte Faserverbände 2 in einer Streckwerksgruppe 4 zusammengefasst. Von den von der Streckwerksgruppe 4 zu dem Nadelzylinder 1 verlaufenden Faserverbänden 2 sind der Einfachheit halber nur die beiden äußeren Faserverbände 2 angedeutet.

Jedem Streckwerk 3 wird Fasermaterial in Form einer Lunte oder eines Faserbandes 5 zugeführt, welches jeweils einer nicht dargestellten Vorgarnspule oder einer Kanne 6 entnommen wird. Der Einfachheit halber sind wiederum nur die Verläufe der beiden äußeren Faserbänder 5 dargestellt. Es ist vorteilhaft, wenn in nicht dargestellter Weise am Umfang des Nadelzylinders 1 mehrere, beispielsweise vier Streckwerksgruppen 4 angeordnet sind, damit der Nadelzylinder möglichst rundherum mit Faserverbänden 2 versorgt wird.

2 zeigt den Lauf eines Faserbandes 5 aus einer Kanne 6 durch ein Streckwerk 3 bis zur dem Nadelzylinder 1. Das Faserband 5 wird dabei über eine oder mehrere Umlenkrollen 7 abgezogen und in Fasertransportrichtung A dem Streckwerk zugeführt und von diesem auf die gewünschte Feinheit verzogen.

Das Streckwerk 3 besteht in an sich bekannter Weise aus mehreren Walzenpaaren, wobei jedes Walzenpaar aus einer angetriebenen Unterwalze 8, 10, 12 sowie einer elastisch dagegen angedrückten Oberwalzen 9, 11, 13, besteht. Dabei können ein oder mehrere Walzenpaare als Riemchenwalzenpaar 10, 11 ausgebildet sein, dem in ebenfalls an sich bekannter Weise Riemchen 14 und 15 als Unterriemchen 14 und Oberriemchen 15 zugeordnet sind. Alternativ zu der dargestellten Ausführung des Streckwerks 3 als Drei-Zylinder-Streckwerk kann genauso gut ein Vier- oder Fünf-Zylinder-Streckwerk eingesetzt werden, bei dem dem Walzenpaar 8, 9 noch ein oder mehrere Walzenpaare vorgeordnet sind. Die Unterwalzen 8, 10, 12 werden dabei in noch zu erläuternder Weise durch Antriebsmittel 16 angetrieben. Es kann außerdem vorteilhaft sein, die Unterwalzen 8, 10, 12 einer Streckwerksgruppe 4 wie in 1 angedeutet als durchgehende und gemeinsam antreibbare Unterzylinder auszuführen. Hierbei ist es vorteilhaft, die Antriebsmittel 16 auf einander gegenüberliegenden Seiten und an unterschiedlichen Enden der Unterwalzen 8, 10, 12 anzuordnen. Das Streckwerk 3 erzeugt durch die mit in Fasertransportrichtung A mit ansteigender Umfangsgeschwindigkeit angetriebenen Unterwalzen 8, 10, 12 an dem Ausgangswalzenpaar 12, 13 einen Faserverband 2 der gewünschten Feinheit, der einer Strickstelle 17 am Nadelzylinder 1 der Strickeinrichtung 18 zugeführt wird. Die Strickeinrichtung weist dabei Antriebsmittel 19 auf, die den die Stricknadeln 20 enthaltenden Nadelzylinder 1 in Rotationsrichtung B antreiben.

Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 12, 13 des Streckwerks 3 und der Strickstelle 7 können dabei je nach Abstand ein oder mehrere Dralleinrichtungen 21 angeordnet sein, die dem im Wesentlichen aus parallelen Fasern bestehenden Faserverband 2 eine für den Transport zur Strickstelle 17 ausreichende Festigkeit verleihen. Es ist dabei vorteilhaft, dem Faserverband 2 einen Falschdrall zu erteilen, der sich in der Strickstelle 17 wieder auflöst, so dass die Fasern in im Wesentlichen paralleler Lage zueinander in die von den Stricknadeln 20 erzeugte Maschenware eingebunden werden. Hierdurch lässt sich eine Maschenware mit „sehr weichem Griff" und mit sehr hohem Tragekomfort erzeugen. Als Dralleinrichtung 21 können dabei mechanisch wirkende Drehröhrchen oder pneumatisch wirkende Dralldüsen 22 vorgesehen sein. In der dargestellten Ausführung sind zwei Spinnrohre 23 mit jeweils einer Dralldüse 22 am Anfang des Spinnrohres 23 vorgesehen.

Zusätzlich kann es auch vorgesehen sein, vor oder nach dem Ausgangswalzenpaar 12, 13 des Streckwerks 3 einen Hilfsfaden 24 zuzuführen, der den Transport des Faserverbandes 2 vom Streckwerk 3 zu der Strickstelle 17 unterstützt. Dieser Hilfsfaden 24 kann beispielsweise ein Elastan-Filament, das die Eigenschaften der erzeugten Maschenware weiter verbessern kann. Zwischen dem Ausgangswalzenpaar 12, 13 und der Dralleinrichtung 21 kann ein Absaugrohr 25 angeordnet sein, welches in nicht dargestellter Weise mit einer Unterdruckquelle verbunden ist. Das Absaugrohr 25 saugt im Falle, dass der Faserverband 2 nicht mehr ordnungsgemäß zur Strickstelle 17 transportiert wird, das aus dem Ausgangswalzenpaar 12, 13 austretende Fasermaterial ab.

Die Antriebsmittel 16 des Streckwerks 3 weisen nun erfindungsgemäß wenigstens einen Reluktanzmotor 26 auf. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Reluktanzmotor 26 mit der Ausgangsunterwalze 12 der Streckwerksgruppe 4 über eine gestrichelt dargestellte Wirkverbindung 28 verbunden. Ein zweiter Reluktanzmotor 27 ist über die Wirkverbindung 29 mit den Unterwalzen 8 und 10 verbunden. Die Wirkverbindungen 28 und 29 können an sich beliebig mit Zahnrädern oder Zahnriemen ausgeführt sein, wobei vorteilhafterweise zwischen den Unterwalzen 8 und 10 ein Übersetzungsverhältnis vorgesehen wird, so dass die Unterwalze 10 mit leicht höherer Drehzahl als die Unterwalze 8 rotiert.

Die Antriebsmittel 19 der Strickeinrichtung 18 enthalten einen weiteren Reluktanzmotor 32 für den Nadelzylinder 1. In dem dargestellten Fall ist jedem der Reluktanzmotoren 26, 27 und 32 ein Frequenzumrichter 30, 31 und 33 zugeordnet. Die Frequenzumrichter 30, 31, 33 sind in an sich bekannter und nicht dargestellter Weise an das Drehstromnetz angeschlossen. Es ist eine Steuerung 34 vorgesehen, die mit den Frequenzumrichtern 30, 31, 33 verbunden ist und diese steuert.

Gemäß 1 können mehrere Streckwerke 3 zu einer Streckwerksgruppe 4 zusammengefasst sein, wobei am Umfang des Nadelzylinders 1 mehrere Streckwerksgruppen 4 angeordnet sein können. In einem solchen Fall ist es vorteilhaft, für jede Streckwerksgruppe 4 einen Reluktanzmotor 26 an der Ausgangsunterwalze 12 und einen Reluktanzmotor 27 für die anderen Unterwalzen 8, 10 vorzusehen. Da die Unterwalzen 8, 10, 12 in jeder Streckwerksgruppe 4 jeweils mit gleicher Geschwindigkeit laufen sollen, ist es vorteilhaft sämtliche Reluktanzmotoren 26 an einem einzigen Frequenzumrichter 30 anzuschließen. Hierdurch wird jeder Reluktanzmotor 26 mit derselben Frequenz versorgt, wodurch ohne weiteren Geräteaufwand sichergestellt ist, dass alle Ausgangsunterwalzen 12 mit derselben Drehzahl rotieren. Analog lassen sich mehrere Reluktanzmotoren 27 ebenfalls an einem gemeinsamen Frequenzumrichter 31 anschließen.

In Abweichung zu der in 2 dargestellten Variante kann es vorteilhaft sein, die Reluktanzmotoren 26 und 27 zusammen an dem Frequenzumrichter 30 anzuschließen und den Frequenzumrichter 31 wegzulassen. In diesem Fall kann die unterschiedliche Drehzahl der Reluktanzmotoren 26 und 27 durch eine unterschiedliche Polzahl erreicht werden. Es kann vorteilhaft sein für den Reluktanzmotor 16 einen zweipoligen Motor und für den Reluktanzmotor 27 einen sechs- oder achtpoligen Motor einzusetzen. Das Verzugsverhältnis für den Faserverband 2 lässt sich so schon einmal grob vorwählen. Die Feineinstellung des Verzugsverhältnisses zwischen den einzelnen Unterwalzen 8, 10 und 12 lässt sich dann durch einen Einsatz von Wechselrädern mit unterschiedlichen Zähnezahlen in den Wirkverbindungen 28 und 29 realisieren. Da das Verzugsverhältnis durch die unterschiedliche Polzahl schon grob vorgewählt ist, brauchen in den Wirkverbindungen 28 und 29 keine sehr großen Änderungen der Übersetzungsverhältnisse vorgesehen werden.

In 3 ist eine Variante einer Streckwerksgruppe 4 aus der 1 dargestellt. Die Streckwerksgruppe 4 weist wiederum Streckwerke 3 zum Verziehen von zwölf Faserbändern 5 auf, die als verzogene Faserverbände 2 der Strickeinrichtung 18 zugeführt werden. Die hier dargestellten Streckwerke 3 sind als Vier-Zylinder-Streckwerk ausgeführt, bei denen neben den Unterwalzen 8, 10, 12 noch eine weitere Unterwalze 35 vorgesehen ist, die in Transportrichtung A der Unterwalze 8 vorgeordnet ist. Der Unterwalze 35 ist in nicht dargestellter Weise jeweils eine Oberwalze analog den Oberwalzen 9, 11, 13 zugeordnet. Die den Unterwalzen 35, 8, 10, 12 zugeordneten Antriebsmittel 16 haben den Vorteil, dass sie eine kompakte Bauweise der Streckwerksgruppe 4 ermöglichen, die eine dichte Anordnung von mehreren Streckwerksgruppen 4 nebeneinander am Umfang eines Nadelzylinders 1 ermöglicht, ohne eine benachbarte Streckwerksgruppe 4 zu behindern.

Für den Antrieb der Streckwerksgruppe 4 sind zwei Reluktanzmotoren 26 und 27 vorgesehen, wobei der Reluktanzmotor 26 über eine Wirkverbindung 28 wiederum allein die Ausgangsunterwalze 12 antreibt. Die Unterwalzen 8, 10 werden von einem zweiten Reluktanzmotor 27 über eine Wirkverbindung 29 angetrieben, wobei der Reluktanzmotor 27 und die Wirkverbindung 29 am gegenüberliegenden Ende der Streckwerksgruppe 4 angeordnet sind. Die Wirkverbindungen 28 und 29 sind als Zahnriemenstufen ausgebildet. Durch die Anordnung an gegenüberliegenden Enden der Unterwalzen 12 bzw. 10, können sich die Zahnscheibe 36 an der Ausgangsunterwalze 12 und die Zahnscheibe 37 an der Unterwalze 10 gegenseitig nicht behindern. An der Ausgangsunterwalze 12 wird eine relativ große Zahnscheibe 36 einsetzbar, die es ermöglicht, die an der Ausgangsunterwalze benötigte, relativ hohe Antriebsleistung mit einem relativ dünnen und schmalen Zahnriemen 38 zu übertragen. Ein schmaler und dünner Zahnriemen 38 verringert die Reibungsverluste in der Wirkverbindung 28.

Die Unterwalze 8 und die Unterwalze 10 werden mit einem Zahnriemen 39 direkt vom Reluktanzmotor 27 angetrieben. Für den Antrieb der Unterwalze 35 sind zwei mit einer Zwischenwelle 40 zusammenwirkende Zahnriemen 41, 42 vorgesehen, wobei der Antrieb des Zahnriemens 41 von der Unterwalze 8 abgenommen wird. Die Zwischenwelle 40 dient dabei der Erreichung des gewünschten Übersetzungsverhältnisses zwischen der Unterwalze 8 und der Unterwalze 35, wobei die Unterwalze 35 ja mit geringerer Umfangsgeschwindigkeit laufen muss.

Abweichend zu der aus zeichnerischen Gründen gewählten Darstellung in 3 sind die Reluktanzmotoren 26 und 27 sowie die Zwischenwelle 40 vorteilhafterweise unterhalb der Unterwalzen 35, 8, 10, 12, also auf der den Oberwalzen 9, 11, 13 abgewandten Seite, angeordnet, damit die gesamte Streckwerksgruppe 4 möglichst wenig Bauraum einnimmt.


Anspruch[de]
Antrieb für eine Vorrichtung zur Herstellung einer Maschenware mit einer Stricknadeln (20) und wenigstens eine Strickstelle (17) enthaltenden Strickeinrichtung (18), wobei die Vorrichtung wenigstens ein der Strickstelle (17) vorgeordnetes Streckwerk (3) zum Verziehen eines Faserverbandes (2) enthält, dem wenigstens ein Antriebsmotor zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor ein Reluktanzmotor (26, 27) ist. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Reluktanzmotoren (26, 27) einem gemeinsamen Frequenzumrichter (30, 31) zugeordnet sind. Antrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Streckwerke (3) zu einer Streckwerksgruppe (4) zusammengefasst sind, wobei jeder Streckwerksgruppe (4) wenigstens zwei Reluktanzmotoren (26, 27) zugeordnet sind. Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reluktanzmotoren (26, 27) wenigstens die Ausgangsunterwalze (12) und eine vorgeordnete Unterwalze (10) der Streckwerksgruppe (4) von gegenüberliegenden Seiten antreiben. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgangsunterwalze (12) des Streckwerks (3) oder der Streckwerksgruppe (4) ein eigener Reluktanzmotor (26) zugeordnet ist. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehreren der Ausgangsunterwalze (12) des Streckwerks (3) vorangehenden Unterwalzen (8, 10) ein gemeinsamer Reluktanzmotor (27) zugeordnet ist. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Reluktanzmotor (26) der Ausgangsunterwalze (12) und der Reluktanzmotor (27) der vorangehenden Unterwalzen (8, 10) mit einem gemeinsamen Frequenzumrichter (30) verbunden ist. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Reluktanzmotor (26) der Ausgangsunterwalze (12) und der Reluktanzmotor (27) der vorangehenden Unterwalzen (8, 10, 35) eine unterschiedliche Polzahl aufweisen. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Reluktanzmotor (26) der Ausgangsunterwalze (12) und der Reluktanzmotor (27) der vorangehenden Unterwalzen (8, 10, 35) eine unterschiedliche Polzahl aufweisen. Antrieb nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Streckwerk (3) zugeordnete Reluktanzmotor (26, 27) und wenigstens ein der Strickeinrichtung (18) zugeordneter Reluktanzmotor (32) mit einer gemeinsamen Steuerung (34) verbunden sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com