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Dokumentenidentifikation DE202005017154U1 03.05.2007
Titel Transparentes Bauteil
Anmelder Braun, Dirk Henning, 70176 Stuttgart, DE
Vertreter Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker, 70188 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 202005017154
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.05.2007
Registration date 29.03.2007
Application date from patent application 03.11.2005
IPC-Hauptklasse E06B 9/24(2006.01)A, F, I, 20051103, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein transparentes Bauteil aus Glas und/oder Kunststoff mit Sonnenschutzfunktion bei niedrigem G-Wert und hohem Transmissionsgrad.

Derartige transparente Bauteile werden beispielsweise als vorgehängte Fassaden an Gebäuden oder unmittelbar als Verglasungen für Fenster, Türen und dergleichen verwendet. Um eine Sonnen- und Blendschutzfunktion zu erhalten, ist es beispielsweise bekannt, das transparente Bauteil an seiner Außen- und/oder Innenfläche mit einer Beschichtung zu versehen. Eine derartige vollflächige Beschichtung hat den Nachteil, dass zwar der G-Wert, der die Gesamtenergiemenge, die durch das Bauteil hindurchtritt, bezeichnet, herabgesetzt werden kann, jedoch der Transmissionsgrad, der angibt, wie viel Prozent des Tageslichtes durch ein Bauteil durchgelassen werden, im Allgemeinen verringert wird. In des Weiteren bekannter Weise werden derartige transparente Bauteile mit mechanischen Abschattungsvorrichtungen versehen, die den Nachteil haben, dass sie reparaturanfällig sind und dass sie immer wieder bewegt werden müssen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein transparentes Bauteil der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem ein Optimum zwischen niedrigem G-Wert und hohem Transmissionsgrad erreicht ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind bei einem transparenten Bauteil aus Glas und/oder Kunststoff der genannten Art die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale vorgesehen.

Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist ein Sonnenschutz sowie ein Blendschutz erreicht, der ohne mechanisch zu bewegende Bauteile auskommt und der gegenüber oberflächig beschichteten transparenten Bauteilen nach wie vor einen hohen Transmissionsgrad besitzt und dennoch zu einem niedrigen G-Wert führt. Außerdem ist ein räumliches Gestalten von vielfältigen Sonnenschutz- beziehungsweise Abschattungsmöglichkeiten gegeben.

Es ist zwar bekannt, Flachglas oberflächig mit einem Barcode oder einem Sicherheitszeichen dadurch zu versehen, dass dieses statt aufzuätzen eingelasert wird, jedoch ist dadurch lediglich eine Hinweisfunktion jedoch keine technische Funktion gegeben.

Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung sind die Merkmale nach Anspruch 2 vorgesehen, die einerseits zu einer optimalen Reflektion bei entsprechendem Sonnenstand und damit zu einer Verringerung des G-Wertes beitragen, die aber andererseits den Transmissionsgrad hochhalten. Dabei ist es zweckmäßig, die Merkmale gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 3 bis 5 vorzusehen. Im letzteren Falle ist die Möglichkeit gegeben, von innen durch das transparente Bauteil nach außen nicht nur in horizontaler, sondern auch in schräg nach unten geneigter Weise durchzusehen.

In weiterer Ausgestaltung sind die Merkmale des Anspruchs 6 vorgesehen, wonach die Innengravurbereiche in nahezu beliebiger Art und Weise, wie flach, gewölbt, gewunden und dergleichen ausgestaltet sein können.

Mit den Merkmalen nach Anspruch 7 ist eine maximale Reflektion der Sonneneinstrahlung bei geringstmöglicher Absorption und bei möglichst niedrigem G-Wert in den mit der Innengravur versehenen Bereichen erreicht.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der folgenden Beschreibung zu entnehmen, in der die Erfindung anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläutert ist. Es zeigen:

1 in schematischer Darstellung einen abgebrochenen Längsschnitt durch ein transparentes Bauteil mit Sonnenschutzstrukturen gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung und

2 einen Schnitt ähnlich dem der 1, jedoch gemäß einem zweiten und einem dritten Ausführungsbeispiel vorliegender Erfindung.

Die Zeichnung zeigt ein transparentes Bauteil 11 aus Flachglas, das eine integrierte Sonnen- und Blendschutzfunktion aufweist. Das transparente Bauteil 11 kann statt aus Glas auch aus Kunststoff oder einem Sandwichbauteil aus Glas und Kunststoff bestehen. Das transparente Bauteil 11 besitzt hierzu integrierte Sonnenschutzstrukturen in Form von Innengravuren, die zweidimensional oder dreidimensional ausgestaltet sein können, um einerseits einen möglichst geringen G-Wert (in Prozent) und einen möglichst hohen Transmissionsgrad (in Prozent) im beziehungsweise beim transparenten Bauteil 11 zu erzielen.

Das transparente Bauteil 11, das gemäß der zeichnerischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels als flache Sicherheitsglasscheibe ausgebildet ist, ist in einem Abstand sowohl von seiner Außenfläche 12 als auch von seiner Innenfläche 13 mit innerhalb angeordneten, integrierten Innengravuren 14, 14' beziehungsweise 14'' versehen, die entweder als im Wesentlichen zweidimensionale, ebene Strukturen oder als dreidimensionale, gewunden oder geschwungen verlaufende, im Schnitt ebene oder kurvenartige Strukturen ausgebildet.

Gemäß 1 besteht die Innengravur 14 aus zwei Reihen 16 und 17 von Innengravurbereichen in Form von Bändern 18, die hier identisch ausgebildet sind und die im Wesentlichen über die gesamte Breite des betreffenden transparenten Bauteils 11 verlaufen. Die Innengravurbänder 18 sind jeweils unter einem Winkel &agr; zur Horizontalen angeordnet, der dem jeweils höchsten Sonnenstand in dem betreffenden Breitengrad entspricht. Beispielsweise liegt dieser Winkel &agr; bei den hiesigen Breitengraden bei 66°. Es versteht sich, dass der Winkel stattdessen beispielsweise zwischen 45° und 75° bei anderen Gegebenheiten oder abhängig vom durchschnittlichen Sonnenstrahleinfallswinkel gewählt werden kann. Die Innengravurbänder 18 der äußeren Reihe 16 und diejenigen der inneren Reihe 17 liegen in horizontaler Richtung hinsichtlich der Dicke des transparenten Bauteils 11 in einem Abstand hintereinander, und zwar derart, dass bei dem genannten Sonnenlichteinfallswinkel &agr; die obere Kante des Innengravurbandes 18 der äußeren Reihe 16 mit der unteren Kante des Innengravurbandes 18 der inneren Reihe 17 fluchtet. Zwischen den Unterkanten der Innengravurbänder 18 beider Reihen 16 und 17 und den Oberkanten der horizontal darunter liegenden Innengravurbändern 18 beider Reihen 16 und 17 ist ein Zwischenraum 19 vorgesehen, der gemäß Pfeil S1 eine störungsfreie horizontale Sicht durch das transparente Bauteil 11 von innen nach außen ermöglicht. Des Weiteren ist bei diesem Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass eine störungsfreie Sicht gemäß Pfeil S2 senkrecht zu der Richtung des Sonnenstrahleinfalls durch das transparente Bauteil 11 möglich ist, und zwar durch den Zwischenraum 21 zwischen den jeweiligen Innengravurbändern 18 der äußeren Reihe 16 und denjenigen der inneren Reihe 17.

2 zeigt eine Anordnung der Innengravur 14' sowie der Innengravur 14'' gemäß zweier in derselben Figur dargestellter Strukturen. Die Innengravurstruktur 14' beispielsweise ist aus mehreren aneinandergereihten im Schnitt schräg gestellten, gegebenenfalls unterschiedlichen, aneinandergereihten Innengravurbändern 18' gebildet, während die Innengravurstruktur 14'' ein im Schnitt kurvenartiges Innengravurband 18'' darstellt, das in nicht im Einzelnen dargestellter Weise über die Breite des transparenten Bauteils 11 geschwungen beziehungsweise gewunden verlaufend angeordnet ist. Bei diesen Ausführungsbeispielen ist eine horizontale Sicht gemäß Pfeil S1 sowie eine schräg nach unten gerichtete Sicht gemäß Pfeil S2 auf Grund des Abstandes Innengravurbänder 18' beziehungsweise 18'' gegeben. Bei diesen Ausführungsbeispielen ist über die Dicke des transparenten Bauteils 11 jeweils nur eine einzige Reihe solcher Innengravurbänder 18', 18'' vorgesehen.

Es versteht sich, dass auch andere räumliche Ausgestaltungen derartiger Sonnenschutzstrukturen in jeweils einzeln gleicher oder auch gemischt geformter Ausgestaltung vorgesehen sein können.

Die Herstellung der Innengravurstrukturen 14, 14' sowie 14'' innerhalb des transparenten Bauteils 11 erfolgt mittels eines Laserstrahls hoher Energiedichte derart, dass die einzelnen Innengravurbänder 18, 18', 18'' pixelartig aufgebaut sind. Eine bevorzugte Pixelgröße der unmittelbar aneinandergereihten Pixel ist bei kleiner als 1 µm, vorzugsweise von 0,5 µm gewählt. Diese Pixelgröße ergibt eine maximale Reflektion der Sonnenstrahlen an den Innengravurbändern 18, 18', 18'', ohne dass eine wesentliche Absorption festzustellen ist. Dies wiederum bedeutet einen gegenüber bisher geringeren G-Wert. Der hohe Transmissionsgrad wird dadurch erreicht, dass, wie erwähnt, zwischen den Innengravurbändern 18, 18' beziehungsweise 18'' entsprechende volltransparente Sichtflächenbereiche 19, 21 verbleiben.

Das transparente Bauteil 11 kann statt durch eine einzige Flachglasscheibe durch eine Isolierglasscheibe mit zwei oder mehr Flachgläsern beziehungsweise -scheiben gebildet sein. Bei einer derartigen Isolierglasscheibe ist bevorzugt eine der Scheiben mit einer derartigen Innengravur versehen; es können aber auch mehr als eine Scheibe mit derartigen Innengravuren versehen sein.

Ein derartiges transparentes Bauteil 11 ist beispielsweise als vorhängendes Fassadenelement an einem Gebäude einsetzbar beziehungsweise anwendbar. Ein derartiges transparentes Bauteil 11 kann aber auch als Raumfenster, als Raumtür oder dergleichen verwendet werden.


Anspruch[de]
Transparentes Bauteil (11) aus Glas und/oder Kunststoff mit Sonnenschutzfunktion bei niedrigem G-Wert und hohem Transmissionsgrad, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (11) bereichsweise mit einer zwei- oder dreidimensionalen, im Abstand zu seinen Oberflächen (12, 13) verlaufenden und mittels Laserstrahl hoher Energiedichte eingebrachten Innengravur (14) versehen ist. Transparentes Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Innengravur (14) in der Höhe des Bauteils (11) übereinander angeordnete und im Wesentlichen über die gesamte Breite des Bauteils (11) verlaufende flächige und geneigte Innengravurbereiche (18) aufweist, zwischen denen transparente Sichtbereiche (19, 21) verbleiben. Transparentes Bauteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Innengravurbereiche (18) in der Dicke des Bauteils (11) im Abstand hintereinander angeordnet sind. Transparentes Bauteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innengravurbereiche (18) oder Teilbereiche davon eine Neigung gegenüber der Horizontalen von 45° bis 75°, vorzugsweise von 66° besitzen. Transparentes Bauteil nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Innengravurbereichen (18) horizontale und/oder geneigte transparente Sichtbereiche (19, 21) verbleiben. Transparentes Bauteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Innengravurbereiche (18) einen gedrehten beziehungsweise gewundenen Verlauf über die Breite des transparenten Bauteils (11) aufweisen. Transparentes Bauteil nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innengravur (14) pixelartig aufgebaut beziehungsweise zusammengesetzt ist, wobei eine Pixelgröße von weniger als 1 µm, vorzugsweise von 0,5 µm gewählt ist.






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