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Dokumentenidentifikation DE202006005449U1 03.05.2007
Titel Druck- oder Lackierfolie
Anmelder folex coating GmbH, 50767 Köln, DE
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 202006005449
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 03.05.2007
Registration date 29.03.2007
Application date from patent application 04.04.2006
IPC-Hauptklasse B41N 1/00(2006.01)A, F, I, 20060404, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Druck- oder Lackierfolie für Druckverfahren.

Im Verpackungs- und Akzidenzdruck gewinnen Inline-Veredelungsverfahren in der Offset-Druckmaschine an Bedeutung.

Eine Druckfolie (Lackierfolie) im Sinne dieser Anmeldung ist ein flächiges, flexibles Werkzeug mit Farbübertragungseigenschaften, das auf harte Untergründe, z.B. Druckformzylinder, aufgespannt werden kann. Mittels Unterlegung von Körpern, z.B. Kartonbogen, wird die Darstellung erhöhter Stellen ermöglicht. Lediglich die erhöhten Stellen ermöglichen die Annahme und Abgabe von Farben; im Falle der Übertragung farbloser Druckfarben wird von Lackieren gesprochen.

Die Bildstellen lassen sich mittels Veränderung der unterlegten Körper nach Wunsch variieren.

Für die partielle Lackierung (Spot-Lackierungen) und ausgesparte Lackierungen gibt es inzwischen zahlreiche Lösungen mit maßstabilen Hochdruckformen, die fotochemisch oder mechanisch hergestellt werden. Bei einer Vollflächenlackierung muss zur Randbegrenzung eine Höhenstufe durch Auswaschen, Lasergravur oder Schneiden und Strippen zu gleich hohen Kosten, wie bei den komplizierteren Spot-Lackierungen hergestellt werden.

Zur Vermeidung dieser Kosten werden deshalb oftmals Gummidrucktücher eingesetzt, die mit Kartonbogen unterlegt werden. Dieser Bogen zeichnet sich durch das Gummituch hindurch ab und bildet so das Höhenrelief zur Formatbegrenzung.

Bei Gummitüchern wirkt sich die nicht zum Lackieren optimierte Deckplatte negativ aus.

Ein Nachteil liegt in der gummituchspezifischen Neigung, Druckfarbe anzunehmen, die zum Farbaufbau führt und die Lackübertragung stört. Um den Farbaufbau zu beseitigen, muss die Druckmaschine angehalten und die Druckfarbe abgewaschen werden.

Gummitücher mit den relativ dicken Gewebeschichten sind nicht optimal. Gummitücher sind so aufgebaut, dass durch Gewebeschichten eine möglichst hohe Maßstabilität zu erreichen, da sich mit einer Dimensionsänderung das Druckbild verändern würde.

Der Einsatz von Lackierformen mit starrem Träger scheidet aus. Diese lassen sich aufgrund des starren Trägers nicht so hinterlegen, dass eine randscharfe Kontur entsteht. Speziell maßstabile Polyester- oder Alu-Trägerfolien sind hier von Nachteil.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine für die oben genannte Anwendung optimierte Druckfolie bereit zu stellen.

Gelöst wird die Aufgabe durch eine Druckfolie mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Erfindungsgemäß wird eine für die Lackübertragung geeignete Schicht mit einer verformbaren Schicht verbunden. Im Gegensatz beispielsweise zu den in der DE 198 04 672 A1 beschriebenen Druckformen handelt es sich nicht um eine starre Trägerschicht aus beispielsweise Polyester oder Aluminium, sondern das Material ist so verformbar, dass sich die gesamte Druckform durch hinterlegte Materialien verformen lässt, um randscharfe Konturen zu ermöglichen.

Geeignet sind beispielsweise verformbare Kunststofffolien aus Polymeren wie Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid und Polystyrol.

In einer bevorzugten Ausführungsform wird dieser mehrlagige Aufbau in den relevanten Dicken von 0,65 bis 1,95 mm hergestellt und erlaubt genau wie ein Gummidrucktuch die Format-Begrenzung durch einfaches Unterlegen eines Kartonbogens, ohne den Nachteil des Farbaufbaus beim inline Print-Finishing.

Der erfindungsgemäße Aufbau weist bevorzugt eine Shore-Härte von 30 bis 90 Shore (A) auf, vorzugsweise 45 bis 85 Shore(A) auf.

Die Schichten erfüllen separate Funktionen und sind aus zweckmäßigen Materialien aufgebaut. Die Dicken der Schichten sind funktionsabhängig und können zwecks Produktoptimierung in den angegeben Bereichen variieren:

Lackübertragende Schicht:

Die lackübertragende Schicht ist zum Übertragen von UV- und Dispersionslacken bestimmt (Flexo-Verfahren). Es können beide Lacktypen verdruckt werden.

Die lackübertragende Schicht besteht bevorzugt aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyurethan (PU), Polyvinylchlorid (PVC), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM), Polychloropren (CR), Styrol-Butyl-Kautschuk (SBR), Nitril-Butyl-Kautschuk (NBR) oder Polyisopren (NR) oder deren Mischungen. Hauptsächlich sind PU, PVC und PE von Bedeutung. Ein hydrophiler Oberflächencharakter ist für die Anwendung bei Dispersionslacken gewünscht.

Da die Oberflächeneigenschaften zur Übertragung von Offset- und Flexolacken von Bedeutung ist, sind auch Coatings/Beschichtungen auf der Oberfläche der lackübertragenden Schicht Gegenstand der Erfindung. Diese Coatings können Schichten mit der Dicke von mehr als 25 &mgr;m sein, die wiederum aus den Polymerklassen PE, PP, PU, CR, SBR PVC, PVdC, EPDM, NBR, NR oder Acrylaten bestehen können. Die Coatings können durch Beschichtung (Wire Bar, Reverse Roll), Lackierung, Tauchung, Bedampfung oder durch flächige Bedruckung aufgebracht werden und liegen daher als dünne Schicht bzw. als getrockneter oder ausreagierter Lack vor.

Verformbare Stabilisierungsschicht:

Die verformbare Stabilisierungsschicht soll so gestaltet werden, dass sich ein Relief durch Hinterlegen des Gesamtaufbaus möglich ist. Gleichzeitig soll eine Verbesserung der Dimensionsstabilität erreicht werden. Es soll lediglich die gummielastische Verformung des Gesamtaufbaus verringert werden. Da das zu übertragende Druckbild von der hinterlegten Schablone abhängig ist, ist eine Dehnung der erfindungsgemäßen Lackierform akzeptabel. Im Fall der erfindungsgemäßen Lackierfolie dient die Stabilisierungsschicht dazu, die Längenausdehnung beim Einspannen in die Druck-/Lackier-/Gummituchwalze soweit zu erschweren, dass ein nötiger Anpressdruck an den Form- oder Plattenzylinder im Lack- oder Druckwerk möglich ist, damit auch hohe Rotationsgeschwindigkeiten erreicht werden können.

Diese Schicht ist fest und dauerhaft mit der lackübertragenden Schicht verbunden.

Unabhängig vom Aufbau (ein- oder mehrlagig), ist der Gesamtaufbau bevorzugt zwischen 0,65 und 1,95 mm dick.

Gegenstand der Erfindung ist auch die Verwendung einer lackübertragenden Schicht in einem Druckverfahren, bei dem durch Hinterlegung der Druckfolie auf dem Formzylinder ein Relief erzeugt wird. Dabei kann die lackübertragende Schicht allein oder in Form der oben beschriebenen Druckfolie eingesetzt werden.

1 zeigt einen einschichtigen Aufbau einer lackübertragenden Schicht 2 mit einem optionalen Coating 2a.

2 zeigt einen zweischichtigen Aufbau mit einer lackübertragenden Schicht 2, einer Stabilisierungsschicht 1 und optional einem Coating 2a.

3 zeigt einen Aufbau mit einer kompressiblen Schicht 3.

4 zeigt einen Aufbau mit zwei kompressiblen Schichten 3, 4.

5 zeigt das Funktionsprinzip: eine Walze, bei der eine erfindungsgemäße Druckfolie, die in Zugrichtung 10 und 14 aufgespannt ist, wird mit einem Material 15 hinterlegt. Auf das dadurch entstehende Relief 11 wird ein Lack aufgetragen, um damit einen Druckstoff 12 zu bedrucken.

Die Erfindung wird durch das nachfolgende Beispiel weiter erläutert.

Beispiel: Schichten:

  • – Lackführende Schicht: PUR: Epurex PT 9300 – 650 &mgr;m
  • – Stabilisierungsfolie: DuPont Tyvek L-1057D – 80 &mgr;m
  • – Kompressible Schicht: Mayser Inducon S 230 – 500 &mgr;m
  • – Klebstoff: Henkel Liofol UR 3649/UR 6255

Trocknung:

  • Jeweils 3 min. 100°C trocknen (konvektiver Wärmestrom)

Lamination:

Die Schichten werden mit 3-6 bar in üblichen Walzenstühlen laminiert.

Eigenschaften:

  • Dicke 1150 &mgr;m
  • Shore (A) 55 bis 65

Mögliches Coating:

  • Bayer Impranil UD85, Wire Bar-Auftrag
  • Trocknung 105°C, 10 min.


Anspruch[de]
Druckfolie für Druckverfahren mit einer lackübertragenden Schicht und einer verformbaren Stabilisierungsschicht. Druckfolie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lackübertragende Schicht aus Polyethylen, Polypropylen, Polyurethan, Polyvinylchlorid, Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk, Polychloropren, Styrol-Butyl-Kautschuk, Nitril-Butyl-Kautschuk, Polyisopren oder Mischungen davon besteht. Druckfolie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die verformbare Stabilisierungsschicht eine Schaumfolie oder eine verformbare Kunststofffolie eingesetzt werden. Druckfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine oder mehrere kompressible Schichten vorhanden ist. Druckfolie nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich auf der lackübertragenden Schicht ein Coating befindet. Druckfolie bestehend nur aus einer lackübertragenden Schicht.






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