PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60125072T2 03.05.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001117179
Titel Digitaler graphischer/parametrischer Entzerrer
Anmelder Texas Instruments Inc., Dallas, Tex., US
Erfinder Allred, Rustin W., Plano, TX 75023, US
Vertreter Prinz und Partner GbR, 80335 München
DE-Aktenzeichen 60125072
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 15.01.2001
EP-Aktenzeichen 012001350
EP-Offenlegungsdatum 18.07.2001
EP date of grant 13.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse H03G 5/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Diese Erfindung bezieht sich allgemein auf Audioentzerrer und insbesondere auf einen kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer (engl. "graphametric equalizer"), der die Eigenschaften sowohl von graphischen Entzerrern als auch von parametrischen Entzerrern aufweist, die in einer einzigen Vorrichtung enthalten sind.

Beschreibung des Standes der Technik

Audioentzerrer sind im Gebiet wohl bekannt. Zwei gut bekannte Typen von Audioentzerrern umfassen graphische Entzerrer und parametrische Entzerrer. In der Vergangenheit sind graphische Entzerrer und parametrische Entzerrer als getrennte Einheiten betrachtet worden; wobei ein Systementwickler den Entzerrertyp auswählt, der am Besten zu den Systemanforderungen passt. Graphische Entzerrer weisen eine feste Anzahl von Filtern mit festen Mittenfrequenzen und Bandbreiten sowie einstellbaren Verstärkungen auf. Der Anwender kann diese Verstärkungen hinsichtlich des bevorzugten Hörempfindens einstellen. Parametrische Entzerrer dagegen weisen typisch eine feste Anzahl von Filtern auf, wobei jedes Filter eine feste Verstärkung, Bandbreite und Mittenfrequenz besitzt. Parametrische Entzerrer werden typischerweise verwendet, um ein bestimmtes Problem zu lösen wie etwa unerwünschte Veränderungen der Frequenzcharakteristiken, die bestimmten Lautsprechern zugeordnet sind. Parametrische Entzerrer erlauben z. B. eine Implementierung allein der Filter, die zur Beseitigung oder Korrektur derartiger Probleme notwendig sind.

Die Anwendung von Allpassfilterstrukturen, um Entzerrungsprozesse zu ermöglichen, ist im Gebiet ebenso gut bekannt. 1 z. B. stellt eine gut bekannte Filterstruktur dar, die verwendet werden kann, um Entzerrungsfilter zweiter Ordnung zu implementieren, wobei A(z) das Allpassfilter zweiter Ordnung ist und k die Spitzenverstärkung des Filters ist. Das in 1 dargestellte Allpassfilter A(z) zweiter Ordnung weist ferner die in 2 veranschaulichte Form auf. Nützliche Eigenschaften der in den 1 und 2 gezeigten Filterstrukturen wie etwa die Beziehungen, die zwischen bestimmten Parametern und Koeffizienten bestehen, sind außerdem gut bekannt. Verstärkungsfilter z. B. sind dafür bekannt, dass sie die unten in Gleichung 1 gezeigte Beziehung zwischen &bgr; und der Bandbreite &OHgr; und die unten in Gleichung 2 gezeigte Beziehung zwischen &agr; und der Mittenfrequenz &ohgr;0 aufweisen, wenn solche Filterstrukturen verwendet werden.

Ferner sind Kappungsfilter dafür bekannt, die unten in Gleichung 3 gezeigten Beziehungen zwischen &bgr;, der Bandbreite &OHgr; und der Verstärkung k aufzuweisen, wenn solche Filter verwendet werden. &bgr;= [tan(&OHgr;/2) – 1]/[tan(&OHgr;/2) + 1](1) &agr; = –cos(&ohgr;0)(3) &bgr; = [tan(&OHgr;/2) – k]/[tan(&OHgr;/2) + k](3)

Die in den 1 und 2 gezeigten Filterstrukturen sind von einigen Fachleuten auf dem Gebiet verwendet worden, um parametrische Entzerrer und graphische Entzerrer zu entwerfen. Das Kombinieren von Merkmalen sowohl eines parametrischen als auch eines graphischen Entzerrers in einem einzigen System, um eine parametrische Entzerrung, eine graphische Entzerrung und weitere Filterfunktionen, die in der Vergangenheit nicht verfügbar gewesen sind, schwer auszuführen waren oder ansonsten von schlechter Qualität waren, effizient und zuverlässig aufzunehmen, ist ein sinnvolles Konzept. D. S. McGrath, A New Approach to Digital Audio Equalization, 97. AES, November 1994, offenbart allerdings eine Kombinierung einer graphischen Anwenderschnittstelle mit einem Entzerrer mit einem Filter mit langer endlicher Impulsantwort (FIR), um einige der Vorteile eines parametrischen Entzerrers mit der Steuerbarkeit eines graphischen Entzerrers zu bieten. McGrath erklärt außerdem, dass sein Zugang durch Filter mit endlicher Impulsantwort (FIR-Filter) ausgeführt werden kann, wobei er jedoch keine Einzelheiten angibt, wie eine solche Struktur entworfen sein kann. Ferner geht McGrath weder auf Positionen ein, die mit echtzeitnahen Änderungen bei einer Entzerrung verbunden sind, noch auf eine vollständige Kombination einer graphischen und parametrischen Entzerrung, um Anwendungen zu ermöglichen, die nur mit solchen Strukturen ausgeführt werden können.

Im Hinblick auf das bisher Gesagte ist es wünschenswert, eine echte Kombination aus graphischen und parametrischen Entzerrern (kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer) in einem einzigen System ohne Redundanzmittel zu haben, um unter anderem eine echtzeitnahe, einstellbare parametrische Entzerrung zu ermöglichen.

Das US-Patent Nr. 5541866 beschreibt eine Übertragungsfrequenz-Kennlinien-Kompensationsvorrichtung, die eine Kombination aus Parameterwerten erhalten kann, die nicht zulassen, dass eine synthetische Kennlinie eine vorgegebene Höhe übersteigt. Die Vorrichtung weist mehrere Filter auf, deren Filterkoeffizienten und Kennlinie in Übereinstimmung mit Parameterwerten bestimmt werden.

Die europäische Patentanmeldung mit der Veröffentlichungs-Nr. 0932253 beschreibt eine Technik zum Aktualisieren (oder Ändern) der Lautstärke (oder Verstärkung) in einer gedämpften Weise für eine Stimme/Sprache und 10 % Audioanwendungen. Es wurde ermittelt, dass von stumm zu einer Aktualisierung der Verstärkung über den gesamten Bereich ein Verfahren mit einer gefilterten Verstärkungsaktualisierung (in einer Zeile oder einem Bereich) subjektiv eine bessere Leistung gegenüber einer verzögerungsfreien oder Nulldurchgangs-Verstärkungsaktualisierung oder einer schrittorientierten Aktualisierung im Dezibel-Bereich erzielt.

P. Montuschi u. a.: "Division unit with Newton-Raphson Approximation and Digit-by-digit Refinement of the Quotient", IEE Proceedings: Computers and Digital Techniques, IEE, GB, Bd. 141, Nr. 6, 1. November 1994, Seite 317–24, beschreibt die Möglichkeit der Konstruktion von Architekturen, die das Newton-Raphson-Approximationsverfahren mit einem Stelle-zu-Stelle-Algorithmus kombinieren.

Zusammenfassung der Erfindung

Die oben genannte Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 5.

Die vorliegende Erfindung ist auf einen kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer gerichtet, der Merkmale der graphischen Entzerrung und der parametrischen Entzerrung in einer einzigen Struktur ohne Redundanzmittel kombiniert. Eine Ausführungsform des kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrers umfasst eine Eingabefunktion, die Anwendereingaben übernehmen kann, die der Mittenfrequenz, der Bandbreite und der Verstärkung zugeordnet werden. Die Anwendereingaben durchlaufen eine Übersetzungsfunktion, die die Mittenfrequenz, die Bandbreite und die Verstärkung mittels der oben vorgestellten Gleichungen 1–3 in Filterparameter (&agr;, &bgr;, k) umsetzt. Ein Universalprozessor wie etwa ein DSP, ein Mikroprozessor oder ein Mikrocontroller kann mit Schaltern, Drehgebern oder einer Tastatur verbunden sein, um die vorhergehende Eingabefunktion und die vorhergehende Übersetzungsfunktionen auszuführen. Der vorliegende, erfindungsgemäße, kombinierte graphische und parametrische Entzerrer erzielt eine Entzerrung ohne unerwünschte Fehler durch zeitliche Abstimmung der Anwendereingaben und Inkrementierung der Filterparameter über eine Abschwächungsfunktion, so dass die Parameter in der Filterstruktur ohne hörbare Fehler wie etwa Knackgeräusche, Klicks oder andere unerwünschte Geräusche angewendet werden können. Die Abschwächungsfunktion gewährleistet kleine lineare (im Gegensatz zu logarithmischen) inkrementelle Änderungen der Verstärkung (k) im (linearen) Verstärkungsraum in der Größenordnung von etwa 0,05 bis etwa 0,06 oder weniger, am bevorzugtesten nicht öfter als einmal für jeweils 64 Abtastwerte, um Fehler zu verhindern, wenn eine Abtastrate von 44,1 kHz verwendet wird. Die Filterfunktion enthält mehrere Filter auf Basis eines Allpasses, wie etwa in den 1 und 2 veranschaulicht ist, die in einer zur Verarbeitung des Eingangssignals bzw. der Eingangssignale geeigneten Struktur kombiniert sind. Auch wenn ein Universalprozessor wie etwa ein DSP, ein Mikroprozessor oder ein Mikrocontroller mit Schaltern, Drehgebern oder einer Tastatur verbunden werden kann, um alle oben genannten Funktionen auszuführen, können die Abschwächungsfunktion und die Filterfunktion ebenso gut durch einen Audioprozessor bereitgestellt werden wie etwa ein Mitglied der Vorrichtungen der TAS3xxx-Familie, die von Texas Instruments Incorporated mit Geschäftssitz in Dallas, Texas, kommerziell verfügbar sind.

Wie sie hier verwendet werden, besitzen die folgenden Wörter die folgenden Bedeutungen. Das Wort "Algorithmussoftware" meint ein Algorithmusprogramm, das zur Steuerung der Datenverarbeitung durch einen Computer oder eine Datenverarbeitungsvorrichtung verwendet wird. Das Wort "Datenverarbeitungsvorrichtung", wie es hier verwendet wird, bezieht sich auf eine CPU, einen DSP, einen Mikroprozessor, einen Mikrocontroller oder eine andere gleichartige Vorrichtung und ein Schnittstellensystem. Das Schnittstellensystem schafft einen Zugriff auf die Datenverarbeitungsvorrichtung, so dass Daten eingegeben und durch die Datenverarbeitungsvorrichtung verarbeitet werden können. Die Wörter "diskrete Daten", wie sie hier verwendet werden, sind austauschbar mit den Wörtern "digitalisierte Daten", wobei die Wörter "digitalisierte Daten", wie sie hier verwendet werden, Daten meinen, die in Form einzeln isolierter, diskreter Daten oder Stellen gespeichert sind.

Folglich umfasst eine Struktur für einen kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer gemäß einer bevorzugten Ausführungsform:

mehrere Entzerrungsfilter, die eine vorgegebene Audiobandbreite überspannen; einen Datenprozessor; eine Dateneingabevorrichtung, die mit dem Datenprozessor kommuniziert; eine Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software, die den Datenprozessor steuert; eine Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software, die den Datenprozessor steuert; und eine Datenspeichereinheit, in der diskrete Mittenfrequenzdaten, diskrete Bandbreitendaten und diskrete Verstärkungsdaten für den Datenprozessor gespeichert und bereitgestellt werden, damit der Datenprozessor, der durch die Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software gesteuert wird, automatisch Filterparameter unter Verwendung algorithmisch definierter Beziehungen zwischen den diskreten Mittenfrequenzdaten, diskreten Bandbreitendaten und diskreten Verstärkungsdaten bestimmen kann, derart, dass die mehreren Entzerrungsfilter durch die Filterparameter umcharakterisiert werden können, und in der ferner diskrete Zeitverlaufsdaten und diskrete Inkrementierungsdaten für den Datenprozessor gespeichert und bereitgestellt werden, damit der Datenprozessor, der durch die Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software gesteuert wird, automatisch Verstärkungsinkrementierungsparameter und Zeitverlaufsparameter bestimmen kann, derart, dass die mehreren Entzerrungsfilter im Wesentlichen ohne hörbare Fehler umcharakterisiert werden können.

In einem Aspekt der Erfindung ist eine Kombination eines graphischen und eines parametrischen Entzerrers in einem einzigen System ohne Redundanzmittel enthalten.

In einem weiteren Aspekt der Erfindung entwickelt ein kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer den den digitalen Entzerrern zugeordneten Stand der Technik unter Verwendung eines einfachen Verfahrens zum Approximieren von [tan(x) – y]/[tan(x) + y] weiter, um eine kombinierte graphische und parametrische Entzerrung zu verwirklichen.

In noch einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine gut bekannte Filterstruktur erweitert, um eine kombinierte graphische und parametrische Entzerrung zu implementieren.

In einem nochmals weiteren Aspekt der Erfindung wird ein kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer eingesetzt, um einen graphischen Entzerrer mit einstellbaren Mittenfrequenzen und Bandbreiten zu entwerfen.

In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer eingesetzt, um einen parametrischen Entzerrer zu entwerfen, der für eine echtzeitnahe, einstellbare parametrische Entzerrung geeignet ist.

In noch einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer entworfen, der ein Entzerrungsmorphing ermöglicht (kontrollierte Änderung der Entzerrungsfilter während des Betriebs).

In einem nochmals weiteren Aspekt der Erfindung wird ein kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer so entworfen, dass seine Anwendung auf einfache Tiefen- und Höhensteuerungen mit verschiebbarer Eckfrequenz ermöglicht wird.

Kurzbeschreibung der Zeichnung

Weitere Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung sowie viele der verbundenen Vorteile der vorliegenden Erfindung werden leicht klar, da sie anhand der folgenden ausführlichen Beschreibung verständlicher werden, wenn sie in Zusammenhang mit der beigefügten Zeichnung betrachtet werden, in der gleiche Bezugszeichen gleiche Teile in allen ihren Figuren kennzeichnen und in der:

1 ein vereinfachtes Prinzipschaltbild ist, das eine gut bekannte Entzerrungsfilterstruktur auf der Basis eines Allpassfilters veranschaulicht;

2 ein vereinfachtes Prinzipschaltbild ist, das einen gut bekanntes Allpassfilter zweiter Ordnung veranschaulicht;

3 ein Blockdiagramm ist, das eine allgemeine, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur gemäß einer Ausbildungsform der vorliegenden Erfindung veranschaulicht;

4 ein Ablaufplan ist, der die Methodik zur echtzeitnahen Berechnung des Parameters &bgr; für das in der Figur dargestellte Allpassfilter zweiter Ordnung gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, derart, dass ein vollständig flexibler, kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer verwirklicht werden kann, veranschaulicht; und

5 eine gut bekannte Struktur veranschaulicht, die für eine Implementierung von Shelving-Filtern erster Ordnung geeignet ist.

Während die oben angegebenen Figuren der Zeichnung alternative Ausführungsformen darstellen, werden außerdem weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung betrachtet, wie sie in der Erläuterung angemerkt werden. In allen Fällen zeigt diese Offenbarung veranschaulichte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zur Illustration und nicht als Einschränkung. Der Fachmann auf dem Gebiet kann sich zahlreiche weitere Abwandlungen und Ausführungsformen ausdenken, die in den Umfang und Erfindungsgedanken der Prinzipien dieser Erfindung fallen.

Ausführliche Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen

1 ist ein vereinfachtes Prinzipschaltbild, das eine gut bekannte Entzerrungsfilterstruktur 100 auf der Basis eines Allpassfilters veranschaulicht. U. Zolzer, und T. Boltze, Parametic Digital Filter Structures, 99. AES Convention, Oktober 1995, offenbaren eine Implementierung von Entzerrungsfiltern zweiter Ordnung über die Filterstruktur 100, bei der A(z) ein Allpassfilter 102 zweiter Ordnung ist und k die Spitzenverstärkung der Filterstruktur 100 ist. Allpassfilter zweiter Ordnung sind außerdem gut bekannt und können z. B. unter Verwendung der in 2 veranschaulichten Form entworfen werden. Bestimmte Beziehungen zwischen den Parametern und den Koeffizienten, die der Entzerrungsfilterstruktur 100 auf der Basis eines Allpassfilters, die das in 2 gezeigte Allpassfilter zweiter Ordnung integriert, zugeordnet sind, weisen nützliche Eigenschaften auf. Einige dieser nützlichen Eigenschaften werden durch die Gleichungen (1)–(3) veranschaulicht, die hier oben dargestellt sind und unten mit zusätzlichen unterstützenden Informationen wiederholt werden, um die Beiträge der vorliegenden Erfindung weiter zu verdeutlichen. Die folgenden Gleichungen stellen die Beziehungen zwischen den oben erwähnten Parametern und den Koeffizienten, die außerdem in den 1 und 2 gezeigt sind, dar, wenn die Struktur von 1 als ein Verstärkungsfilter (ein Filter mit einer Verstärkung größer als Eins) konfiguriert ist. Im Fall von Verstärkungsfiltern beeinflusst die Bandbreite &OHgr; nur &bgr;, während die Mittenfrequenz &ohgr;0 nur &agr; beeinflusst. &bgr; = [tan(&OHgr;/2) – 1]/[tan(&OHgr;/2) + 1](1) &agr; = –cos(&ohgr;0)(2)

Ferner wird die Verstärkung k lediglich mit einem kleinen Rechenaufwand, (k – 1)/2, direkt auf die Filterstruktur 100 angewendet, wie in 1 gezeigt ist.

Der Parameter &bgr; nimmt außerdem eine Abhängigkeit von der Verstärkung k an, wie sie durch Gleichung (3) unten ausgedrückt wird, wenn die Filterstruktur 100 als ein Kappungsfilter (Verstärkung kleiner als Eins) entworfen ist. &bgr; = [tan(&OHgr;/2) – k]/[tan(&OHgr;/2) + k](3)

3 ist ein Blockdiagramm, das eine allgemeine, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur 300 eines gemäß einer Ausbildungsform der vorliegenden Erfindung veranschaulicht. Die vorausgehende Arbeit hat die Filterstruktur 100 genutzt, um sie zur Ausführung entweder einer parametrischen Entzerrung oder einer graphischen Entzerrung zu verwenden, wie hier oben erklärt ist. Die vorliegende Erfindung, die unten ausführlich beschrieben wird, verwendet die Entzerrungsfilterstruktur 100 auf Basis eines Allpassfilters jedoch, um einen unitären, kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer 300 zu gestalten, der wahlweise sowohl eine parametrische Entzerrung als auch eine graphische Entzerrung ohne die Notwendigkeit für Redundanzmittel ausführen kann. Eine gewisse Anwendereingabefunktionalität, wie sie in Block 302 dargestellt ist, wird erwartet, um die Fähigkeiten des kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrers 300 vollständig zu nutzen. Die Anwendereingaben 302, die z. B. Mittenfrequenz-, Bandbreiten- und Verstärkungsdaten umfassen, können durch einen Universalprozessor wie etwa ein DSP, ein Mikroprozessor oder ein Mikrocontroller, der unter anderem mit Schaltern, Drehgebern oder einer Tastatur verbunden ist, bereitgestellt werden. Wie in Block 304 gezeigt ist, werden die Anwendereingaben 302 unter Verwendung der Gleichungen (1)–(3) und weiterer Beziehungen, die oben gegeben sind, übersetzt, um die erforderlichen Filterparameter (&agr;, &bgr;, k) zu erzeugen.

Die kombinierte graphische und parametrische Entzerrung schafft am stärksten bevorzugt eine Entzerrungsfunktionalität ohne unerwünschte Fehler wie etwa hörbare Knackgeräusche, Klicks oder andere unerwünschte Geräusche. Die Beseitigung und/oder Reduzierung von Fehlern wird mittels einer Abschwächungsfunktion ausgeführt, wie in Block 306 dargestellt ist. Die Abschwächungsfunktion 306 wird verwendet, um die Filterparameter (&agr;, &bgr;, k) in einer solchen Weise zeitlich abzustimmen und zu inkrementieren, dass Fehler für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Am stärksten bevorzugt wird die Verstärkung k in kleinen linearen Inkrementen von etwa 0,05–0,06 oder sogar weniger im Verstärkungsraum im Gegensatz zu linearen Inkrementen im dB-Raum geändert. Die vorhergehend beschriebene Inkrementierung erfolgt vorzugsweise nicht öfter als einmal für jeweils 64 Abtastwerte bei einer Abtastrate von 44,1 kHz. Eine ausführlichere Erläuterung der oben genannten Abschwächungsfunktion 306 ist in dem US-Patent 6661900 mit dem Titel "Digital Graphic Equalizer Control System and Method" zu finden.

Die eigentliche Filterfunktion, wie sie in Block 308 gezeigt ist, empfängt die Eingabeparameter und wendet die erforderlichen Filter auf das Eingangssignal bzw. die Eingangssignale an. Die Filterfunktion 308 kann unter Verwendung mehrerer Filter auf der Basis eines Allpasses ausgeführt werden, wie sie etwa unter anderem in 1 veranschaulicht sind, wobei sie zu einer Struktur kombiniert werden, in der sie auf das Eingangssignal bzw. die Eingangssignale angewendet werden.

Wie oben erklärt ist, gibt es viele mögliche Realisierungen für die in 3 dargestellte, allgemeine, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur 300. Ein Universalprozessor wie etwa ein DSP, ein Mikroprozessor oder ein Mikrocontroller kann mit Schaltern, Drehgebern oder einer Tastatur verbunden sein, um alle Funktionen 302, 304, 306, 308 auszuführen. Ferner können die Eingabefunktionen 302 und die Übersetzungsfunktion 304 durch einen Prozessor mit angeschlossenen Eingabemöglichkeiten bereitgestellt werden, während die Abschwächungsfunktion 306 und die Filterfunktion 308 durch einen Audioprozessor wie etwa ein Mitglied der Vorrichtungen aus der TAS3xxx-Familie, die von Texas Instruments Incorporated kommerziell verfügbar sind, bereitgestellt werden können.

Die erforderliche Fähigkeit zur Veränderung der Verstärkung k in kleinen Inkrementen, die notwendig ist, um eine kombinierte graphische und parametrische Entzerrung zu ermöglichen, ist jedoch problematisch, da Kappungsfilter zwangsläufig einen Abschnitt des kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrers 300 bilden. Eine veränderliche Verstärkung k ist problematisch für eine kombinierte graphische und parametrische Entzerrung, da, wie in Gleichung (3) ersichtlich ist, &bgr; eine Abhängigkeit von der Verstärkung k aufweist. Während diese Abhängigkeit in Systemen, die sowohl trigonometrische Funktionen als auch eine Möglichkeit zur Division aufweisen, kein Problem aufwirft, kann es kompliziert sein, anderweitig mit ihr fertig zu werden. Dort, wo lediglich die Division verfügbar ist, kann der Wert der Tangensfunktion als ein vorgegebener Filterparameter heruntergeladen und berechnet werden, während die Verstärkung k sich ändert. Der Parameter &bgr; kann daraufhin unter Verwendung von Gleichung (4) unten bestimmt werden. &bgr; = [&PHgr; – k]/[&PHgr; + k](4) wobei &PHgr; der Tangens der halben Bandbreite, eine vorgegebene Konstante für jeden Wert der Bandbreite, ist. Wenn die Möglichkeit zur Division durch die Architektur nicht unterstützt wird, können Verfahren mit stückweiser Linearisierung verwendet werden, um den Parameter &bgr; zu bestimmen, wobei die Bandbreite und die Verstärkungen im Voraus bekannt sind oder aus einer kleinen Gruppe möglicher Werte ausgewählt werden. Eine vollständig flexible, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur benötigt jedoch die Fähigkeit, die Parameter &agr; und &bgr; herunterzuladen, die Mittenfrequenz bzw. die Bandbreite einzustellen und wenn nötig die Verstärkung zu ändern. Daher ist es notwendig, dass der Parameter &bgr; unter Verwendung von Gleichung (4) echtzeitnah berechnet werden kann (vorausgesetzt, dass &PHgr; heruntergeladen werden kann). Ein hier unten erläutertes Verfahren gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erzeugt die erforderlichen Parameter &bgr;, um eine vollständig flexible, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur 300 zu gestalten, auch wenn die Möglichkeit zur Division durch die verfügbare Architektur nicht unterstützt wird.

Der Erfinder hat gezeigt, dass ein Prozess, der einen verbesserten reziproken Schätzwert bildet, auf eine einzige Formel reduziert werden kann, die gegeben ist durch: 1/x ≈ (1/s)·2–n–2 – r·2–2n–1 + 2–n–1(5) wobei s ein Skalierungsparameter ist, der gewöhnlich einen Wert zwischen 0,5 und 0,6 aufweist und für jede Anwendung eine Konstante ist. Daher kann die Umkehrung von s tabellarisiert und angewendet werden, so dass die Berechnung seines Kehrwerts vermieden wird. Der Wert von n wird durch das MSD (höchstwertige Stelle) der Zahl x repräsentiert, wobei r = x – 2n ist. Als Beispiel wird ein durch x = 01011001 repräsentiertes Binärwort betrachtet. Das MSD von x wird nun bestimmt, indem von null aus (von dem niedrigstwertigen Bit auf der rechten Seite) gezählt wird, bis das MSD (der Ort der ersten Ziffer '1' von x von der linken Seite aus gezählt) erreicht ist. Der Wert von n, der durch das MSD der Zahl 01011001 repräsentiert wird, ist folglich 6. Das am 16. November 1998 durch Allred eingereichte US-Patent 6289367 mit dem Titel "Digital Signal Processing Circuits, Systems, And Methods Implementing Approximations For Logarithm And Inverse Logarithm" legt Einzelheiten der spezifischen Methodik dar, die zur Bestimmung des MSD verwendet wird. Das '981 er Patent ist an Texas Instruments Incorporated, den Anmelder der vorliegenden Erfindung übertragen. Es wurde ermittelt, dass ein fester Wert für s im Bereich von 0,54 bis 0,585 die Genauigkeit von Gleichung (4) über jene hinaus verbessert, die unter Verwendung von Verfahren mit stückweiser Linearisierung erreichbar ist. Die Gleichung (4) kann somit berechnet werden, indem ihr Dividend mit dem reziproken Schätzwert ihres über Gleichung (5) bestimmten Divisors multipliziert wird.

Obgleich das vorhergehende Verfahren hinsichtlich Genauigkeit und Rechengeschwindigkeit vorteilhaft ist, ist ermittelt worden, dass die Genauigkeit von Gleichung (5) in zwei Bereichen unzureichend ist. Der erste Bereich ist der Verstärkungsbereich, in dem k > 1 ist und Gleichung (1) angewendet wird. Es ist allerdings nicht notwendig, Gleichung (5) in diesem Bereich zu verwenden, da Gleichung (1) ungeachtet der Verstärkung für jede Bandbreite konstant ist. Der Wert von &bgr; für den Verstärkungsbereich kann daher einfach heruntergeladen werden. Der zweite Bereich ist der Bereich, in dem das Argument des Tangens sehr klein ist. Eine Analyse zeigt, dass dann, wenn tan(&OHgr;/2) = tan(&pgr;BW/Fs) << 1 ist, die Gleichung (3) approximiert werden kann durch: &bgr; ≈ tan(&pgr;BW/Fs)/log2(3)·k(6) wobei die Umkehrung von log2(3) eine Konstante ist, die tabellarisiert oder unter Verwendung einer Schreibweise mit kanonischer Vorzeichenziffer (CSD) approximiert werden kann. Im Hinblick auf das oben Genannte ist die einzige benötigte Umkehrung die der Verstärkung k, die unter Verwendung der Technik von Gleichung (5) approximiert werden kann. Es ist ermittelt worden, dass die Gleichung (6) eine ausreichende Genauigkeit hinsichtlich der Berechnung von &bgr; in dem Bereich aufweist, in dem tan(&OHgr;/2) ≤ 0,0625 ist, was ausreicht, um den Bereich abzudecken, in dem die Approximation auf Basis der Gleichung (4) zu ungenau ist.

4 veranschaulicht einen Ablaufplan 400, der die Methodik zusammenfasst, um den Parameter &bgr; gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung echtzeitnah zu berechnen, so dass ein vollständig flexibler, kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer 300 in Übereinstimmung mit den Strukturen und Techniken, die hier oben erläutert sind, verwirklicht werden kann. Zusammenfassend kann der richtige Parameter &bgr; bestimmt werden, indem zunächst sowohl tan(&pgr;BW/Fs) als auch der Parameter &bgr; aus Gleichung (1) von der Host-Vorrichtung heruntergeladen werden, wie in Block 402 gezeigt ist. tan(&pgr;BW/Fs) wird heruntergeladen, da er in den Approximationen für &bgr; im Kappungsbereich, die oben anhand der Gleichung (3) erläutert sind, verwendet wird. Der Parameter &bgr; aus Gleichung (1) kann außerdem einfach approximiert werden, so dass ein genauerer Wert erzeugt wird, wobei dies jedoch hinsichtlich der geringen Kosten des zusätzlichen Herunterladens eine Abwägung zwischen Genauigkeit und Kosten ist. Als nächstes wird Gleichung (3) im Kappungsbereich approximiert, indem zunächst Gleichung (5) verwendet wird, um den Umkehrwert des Divisors zu approximieren, und danach diese Approximation mit dem Dividenden multipliziert wird, wie in Block 404 gezeigt ist. Schließlich wird bestimmt, ob tan(&pgr;BW/Fs) < 0,0625 ist, und falls ja, wird die Gleichung (6) verwendet, um &bgr; zu approximieren, indem zunächst Gleichung (5) verwendet wird, um den Umkehrwert von k zu approximieren, der danach mit dem Dividenden von Gleichung (6) zusammen mit dem tabellierten oder codierten Wert des Umkehrwerts von log2(3) multipliziert wird, wie in Block 406 gezeigt ist. Es wird angenommen, dass die vorherwähnte Methodik ein deutlicher Fortschritt in Bezug auf den Stand der Technik ist, da sie eine Möglichkeit schafft, eine vollständig flexible, kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur 300 zu verwirklichen.

Anwendungen der kombinierten graphischen und parametrischen EQ-Struktur Parametrischer EQ

Die in 3 veranschaulichte allgemeine Struktur 300 eines kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrers (EQ) kann ausschließlich verwendet werden, um ausschließlich eine parametrische Entzerrung auszuführen. Wenn sie wie ein parametrischer Entzerrer verwendet wird, werden die erforderlichen Filterparameter (&agr;, &bgr;, k) durch die Filterfunktion 308 empfangen und in einer im Gebiet gut bekannten unkomplizierte Weise implementiert.

Graphischer EQ

Unter Verwendung der kombinierten graphischen und parametrischen EQ-Struktur 300 kann außerdem ausschließlich eine graphische Entzerrung ausgeführt werden. Wird sie als ein graphischer Entzerrer verwendet, sind die Werte von &agr; gemäß der gewählten vorgegebenen Mittenfrequenzen fest. Wie oben erläutert ist, müssen sich im üblichen Fall, in dem der graphische EQ Kappungsfilter umfasst, die Werte von &bgr; zusammen mit der Verstärkung k ändern. Es wird angenommen, dass die hier oben vorgestellten Approximationsverfahren den Stand der EQ-Technik deutlich weiterentwickeln, indem sie einen effizienteren Weg bereitstellen, um die erforderlichen Änderungen in &bgr; für die Ausführung einer graphischen Entzerrung zu ermöglichen.

Kombinierter graphischer und parametrischer EQ

Wie oben erläutert ist, stellt die kombinierte graphische und parametrische Entzerrerstruktur 300 einen flexibleren Entzerrertyp dar als die derzeit im Gebiet bekannten graphischen oder parametrischen Entzerrer. Eine kombinierte graphische und parametrische Entzerrung erlaubt dem Anwender, die Mittenfrequenzen und Bandbreiten auszuwählen, während sie in Funktion ist, oder sie echtzeitnah auszuwählen, wobei sie ermöglicht, dass Verstärkungen wie in einem gewöhnlichen graphischen Entzerrer eingestellt werden. Somit kann ein kombinierter graphischer und parametrischer EQ auch als ein in der Verstärkung verstellbarer parametrischer EQ betrachtet werden. Der kombinierte graphische und parametrische EQ kann daher Funktionen ausführen, die unter Verwendung eines graphischen oder eines parametrischen Entzerrers allein oder zusammen nicht erreichbar sind oder nicht effizient erreichbar sind. Es soll z. B. angenommen werden, dass ein Lautsprecher eine Korrektur für eine spezifische Signalamplitude bei bestimmten Frequenzen benötigt. Es wird ein parametrischer EQ konstruiert, der eine solche Aufgabe ausführt. Jedoch muss gewöhnlich eine zusätzliche Gruppe von EQ-Filtern gespeichert und gegebenenfalls heruntergeladen werden, um die Tiefen- und Höhenwiedergabe ein wenig "heißer" auszuführen. Eine Dämpfung wird wahrscheinlich auch benötigt, um Fehler zu vermeiden. Eine kombinierte graphische und parametrische EQ-Struktur allerdings kann eine solche Aufgabe durch eine bloße Einstellung der Verstärkungen der passenden Filter, während die anderen Parameter unverändert gelassen werden, ermöglichen.

Andererseits kann ein graphischer EQ genau das sein, was für einige Systeme benötigt wird. Beispielsweise kann ein Stereosystem einen gewöhnlichen graphischen 10-Band-Entzerrer enthalten. Die Mittenfrequenzen können z. B. fest auf den Frequenzen der C-Tasten eines Pianos (32,7, 65,4, 130,8, 261,6, 523,3, 1046,5, 2093,0, 4186,0 Hertz) mit 2 zusätzlichen Oktaven darüber (8372,0, 16744,0 Hertz) liegen, so dass das ganze Audioband abgedeckt wird. Die Qs (Q = Mittenfrequenz/Bandbreite) dieser Filter liegen alle im Bereich von 2. Viele kleine Lautsprecher weisen allerdings einen sehr kleinen Frequenzbereich unter 50 Hertz auf. In diesem Fall ist das unterste Band des oben beschriebenen graphischen Entzerrers entweder unwirksam oder schlecht, wobei es dazu neigt, eine Verzerrung zu erzeugen.

Alternativ kann das oben beschriebene Stereosystem einen kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer verwenden, um eine einfache Einstellung der Mittenfrequenzen zu ermöglichen. Die 10 Bänder können z. B. im Bereich zwischen 50 Hz und 20 kHz gleichmäßig umverteilt werden, wobei die Qs leicht eingeschränkt werden können, um die oben genannten kleineren Lautsprecher effizient zu verwenden. Der vorliegende kombinierte graphische und parametrische Entzerrer stellt eine Struktur bereit, die derartige vorerwähnte Modifikationen verwirklichen kann, ohne dass ein Konstruktionsaufwand, hoch entwickelte Software zur Berechnung von Koeffizienten oder eine lange Zeitdauer für die Ausführung erforderlich ist. Stattdessen können die Modifikationen durch einen Anwender ausgeführt werden, der einfach unter den gewählten Parametern auswählt, die dann einfach auf Werte von &agr; und &bgr; abgebildet werden, wie hier oben erläutert ist.

Der vorliegende kombinierte graphische und parametrische Entzerrer stellt daher einem Anwender die Flexibilität bereit, die erforderlich ist, um seinen graphischen Entzerrer leicht in einer gewünschten Weise abzubilden und neu abzubilden. Zum Beispiel kann ein bestimmter Lautsprecher einen unregelmäßigen Frequenzgang in einem Frequenzband und anderweitig wenige oder keine Probleme aufweisen. Die Fähigkeiten eines kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrers ermöglichen, dass der Anwender mehrere graphische EQ-Filter im wichtigsten Bereich bündelt und in anderen Gebieten weniger Filter verwendet.

Der vorliegende kombinierte graphische und parametrische Entzerrer stellt einem Anwender außerdem die Hilfsmittel bereit, die notwendig sind, um eine Änderung des Entzerrers auszuführen (Ersetzen einer bestimmten Gruppe von EQ-Filtern durch eine andere Gruppe). Gewöhnlich wird dann, wenn z. B. ein parametrischer EQ verwendet wird, ein EQ-Morphing ausgeführt, indem zunächst der Ton stumm geschaltet wird, danach die gewünschten Koeffizienten geändert werden und schließlich der Ton frei geschaltet wird. Außerdem können andere aufwendigere Verfahren, die dem Fachmann auf dem Gebiet vertraut sind, verwendet werden, um ein EQ-Morphing auszuführen. Ein EQ-Morphing wird mit dem vorliegenden kombinierten graphischen und parametrischen Entzerrer jedoch leicht und einfach ausgeführt, indem zunächst einfach die Verstärkung des zu morphenden Filters unter Verwendung der hier oben erläuterten fehlerfreien Techniken auf null eingestellt wird. Die neuen Parameter &agr; und &bgr; werden eingegeben, woraufhin die Filterverstärkung wieder "weich" auf den passenden Pegel eingestellt wird.

Diese Erfindung ist sehr ausführlich beschrieben worden, um dem Fachmann auf dem Gebiet der Entzerrer die Informationen bereitzustellen, die er zur Anwendung der neuartigen Prinzipien und falls erforderlich zur Konstruktion und Verwendung solcher spezialisierten Komponenten benötigt. Im Hinblick auf die vorhergehende Beschreibung wird klar, dass die vorliegende Erfindung eine deutliche Abweichung vom Stand der Technik in Bezug auf Konstruktion und Arbeitsweise darstellt. Während hier bestimmte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung ausführlich beschrieben worden sind, ist es jedoch selbstverständlich, dass verschiedene Änderungen, Abwandlungen und Ersetzungen an ihr vorgenommen werden können, ohne in irgendeiner Weise von dem Erfindungsgedanken und dem Umfang der vorliegenden Erfindung, wie sie in den Ansprüchen, die folgen, definiert wird. 5 z. B. veranschaulicht eine Struktur 500, die geeignet ist, um Shelving-Filter erster Ordnung, die dem Fachmann auf dem Gebiet gut bekannt sind, zu implementieren. In vielen Anwendungen konvergieren Shelving-Filter gegen 0 dB in der Mitte des Audiobands und gegen einen gewissen endlichen Wert an der Bandkante. Der A(z)-Block 502 in 5 weist die Form auf, die durch die Gleichung (7) unten gegeben ist. A(z) = [&bgr; + z–1]/[1 + &bgr;z–1](7) wobei &bgr; wie in den hier zuvor dargestellten Gleichungen (1) oder (3) definiert ist. Das Vorzeichen des Zweigs 504, der in dem Summenknoten 506 mündet, muss für Niederfrequenz-Shelving-Filter (typisch 20 Hz bis wenige hundert Hz) positiv und für Hochfrequenz-Shelving-Filter (typisch über 5 kHz) negativ sein. Die Struktur 500 kann in der allgemeinen, kombinierten graphischen und parametrischen EQ-Struktur 300 von 3 implementiert werden, um Tiefen- und Höhensteuerungen mit verschiebbarer Eckfrequenz zu ermöglichen. Das Vorzeichen kann durch Herunterladen eines Steuerbits oder einen multiplikativen Faktor von 1 oder –1 angepasst werden, während der Parameter &bgr; konfiguriert werden kann, um die Eckfrequenzen der Shelving-Filter erster Ordnung einzustellen. Ferner können die Werte von &bgr; im Kappungsbereich unter Verwendung der hier oben beschriebenen Verfahren approximiert werden. Der Fachmann auf dem Gebiet versteht, dass die vorliegende Erfindung außerdem für eine Verwendung mit gewöhnlichen glockenförmigen EQ-Filtern konfiguriert werden kann, um eine graphische Entzerrung in den Höhen- und Tiefenbereichen zu ermöglichen. Ein solcher Zugang kann sich als nützlich erweisen, um ein Ansteuern eines Basses mit zu hoher Energie in kleinen Lautsprechern zu vermeiden, da im Gegensatz zu einem Shelving-Filter der untere Grenzfrequenzbereich herunterrollt wie bei einem klassischen glockenförmigen Filter.


Anspruch[de]
Kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer, mit:

mehreren Entzerrungsfiltern, die eine vorgegebene Audiobandbreite überspannen;

einem Datenprozessor;

einer Dateneingabevorrichtung, die mit dem Datenprozessor kommuniziert;

einer Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software, die den Datenprozessor steuert;

einer Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software, die den Datenprozessor steuert; und

einer Datenspeichereinheit zum Speichern und Liefern diskreter Mittenfrequenzdaten, diskreter Bandbreitendaten und diskreter Verstärkungsdaten zu dem Datenprozessor, damit der Datenprozessor, der durch die Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software gesteuert wird, automatisch Filterparameter unter Verwendung algorithmisch definierter Beziehungen zwischen den diskreten Mittenfrequenzdaten, diskreten Bandbreitendaten und diskreten Verstärkungsdaten bestimmen kann, derart, dass die mehreren Entzerrungsfilter durch die Filterparameter umcharakterisiert werden können, und ferner zum Speichern und Liefern diskreter Zeitverlaufsdaten und diskreter Inkrementierungsdaten zu dem Datenprozessor, damit der Datenprozessor, der durch die Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software gesteuert wird, automatisch Verstärkungsinkrementierungsparameter und Zeitverlaufsparameter bestimmen kann, derart, dass die mehreren Entzerrungsfilter im Wesentlichen ohne hörbare Fehler umcharakterisiert werden können, wobei die Datenspeichereinheit mit der Dateneingabevorrichtung kommuniziert;

wobei jedes Entzerrungsfilter ein Allpassfilter umfasst, das einen Vervielfacher besitzt, der für einen Kappungsbereich unterhalb von 0 dB von einer vorgegebenen Bandbreite und einer vorgegebenen Spitzenverstärkung abhängt und ferner für einen Verstärkungsbereich oberhalb von 0 dB nur von einer vorgegebenen Bandbreite abhängt,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software so konfiguriert ist, dass sie den Allpassfilter-Vervielfacher in dem Kappungsbereich unterhalb von 0 dB approximiert und die Vervielfacher-Approximationsfunktion enthält: Q der Allpassfilter-Vervielfacher ist, BW eine vom Anwender gewählte Allpassfilter-Bandbreite ist, Fs eine vom Anwender gewählte Abtastfrequenz ist und k eine vom Anwender gewählte Spitzenverstärkung des Entzerrungsfilters ist.
Kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer nach Anspruch 1, bei dem die Übersetzungsfunktionsalgorithmus-Software ferner so konfiguriert ist, dass sie einen reziproken Schätzwert für eine Konstante x bildet und die folgende reziproke Schätzwertfunktion umfasst: s ein Skalierungsparameter ist, der gewöhnlich einen Wert im Bereich von etwa 0,5 bis etwa 0,6 hat und für jede Anwendung konstant ist, und wobei der Wert von n durch die höchstwertige Stelle der Konstante x repräsentiert wird und wobei ferner r = x – 2n. Kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software so konfiguriert ist, dass sie Entzerrerverstärkungsveränderungen auf einen Bereich von etwa 0,05 bis etwa 0,06 in einem linearen Raum nicht öfter als einmal für jeweils 64 Abtastwerte bei einer Abtastrate von etwa 44,1 kHz begrenzt. Kombinierter graphischer und parametrischer Entzerrer nach Anspruch 3, bei dem die Abschwächungsfunktionsalgorithmus-Software ferner so konfiguriert ist, dass sie Entzerrerparameterveränderungen auf nicht mehr als eine einzige Modifikation für jeweils 64 Eingangsabtastwerte bei einer Abtastrate von etwa 44,1 kHz begrenzt. Verfahren zur Steuerung eines digitalen Entzerrers, das die folgenden Schritte umfasst:

Vorsehen eines Entzerrungsfilters auf der Basis eines Allpassfilters, das einen Vervielfacher mit veränderlichem Parameter besitzt;

Empfangen einer vom Anwender gewählten Verstärkung und einer vom Anwender gewählten Bandbreite für ein Allpassfilter, das dem Entzerrungsfilter zugeordnet ist;

Erzeugen eines reziproken Schätzwerts für die vom Anwender gewählte Verstärkung unter Verwendung der folgenden Beziehung: s ein Skalierungsparameter ist, der gewöhnlich einen Wert im Bereich von 0,5 bis etwa 0,6 hat und für jede Anwendung konstant ist, und wobei der Wert von n durch die höchstwertige Stelle der gewünschten Spitzenverstärkung k repräsentiert wird und wobei ferner r = k – 2n;

Übersetzen der vom Anwender gewählten Verstärkung und der vom Anwender gewählten Bandbreite in einen gewünschten ersten Vervielfacher-Parameter &bgr; für das Allpassfilter durch eine Vervielfacher-Approximationsfunktion, die gegeben ist durch: Q der Allpassfilter-Vervielfacher ist, BW eine vorgegebene Allpassfilter-Bandbreite ist, Fs eine vorgegebene Abtastfrequenz ist und k die Spitzenverstärkung des Entzerrungsfilters ist; und

Verarbeiten eines gewünschten Eingangssignals über das Allpassfilter, derart, dass das Entzerrungsfilter eine negative Verstärkung in einem vorgegebenen Kappungsbereich unterhalb von 0 dB erzielen kann.
Verfahren nach Anspruch 5, das ferner den Schritt des Übersetzens der vom Anwender gewählten Verstärkung und der vom Anwender gewählten Bandbreite in einen gewünschten zweiten Allpassfilter-Vervielfacher-Parameter &bgr; für das Allpassfilter durch die Vervielfacher-Approximationsfunktion umfasst, die gegeben ist durch: &OHgr; die vom Anwender gewählte Bandbreite ist, derart, dass das Entzerrungsfilter eine negative Verstärkung für ein gewünschtes Eingangssignals in einem vorgegebenen Kappungsbereich unterhalb von 0 dB erzielen kann, wenn tan(nBW/Fs) > etwa 0,0625 ist. Verfahren nach Anspruch 5, das ferner den Schritt umfasst, bei dem eine vom Anwender gewählte Mittenfrequenz für das Entzerrungsfilter, dem das Allpassfilter zugeordnet ist, empfangen wird und die vom Anwender gewählte Mittenfrequenz in einen zweiten variablen Allpassfilter-Vervielfacher-Parameter übersetzt wird, derart, dass das Entzerrungsfilter über ein Allpassfilter zweiter Ordnung verwirklicht werden kann. Verfahren nach Anspruch 5, das ferner den Schritt umfasst, bei dem die vom Anwender gewählte Bandbreite in einen gewünschten zweiten Allpassfilter-Vervielfacherparameter &bgr; für das Allpassfilter über eine Vervielfacher-Approximationsfunktion übersetzt wird, die gegeben ist durch: &OHgr; die vom Anwender gewählte Bandbreite ist, derart, dass das Entzerrungsfilter eine positive Verstärkung für ein gewünschtes Eingangssignal erzielen kann, wenn das Eingangssignal in einem vorgegebenen Verstärkungsbereich oberhalb von 0 dB liegt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com