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Dokumentenidentifikation DE69931621T2 03.05.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001069854
Titel ENDOSKOPISCHES INSTRUMENT MIT ARBEITSKANAL
Anmelder New England Medical Center Hospitals, Inc., Boston, Mass., US
Erfinder IAFRATI, Mark, Potomac, MD 20854, US;
MIHALCA, Gheoghe, North Chelmsford, MA 01863, US
Vertreter Strohschänk und Kollegen, 81667 München
DE-Aktenzeichen 69931621
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 09.04.1999
EP-Aktenzeichen 999153505
WO-Anmeldetag 09.04.1999
PCT-Aktenzeichen PCT/US99/07921
WO-Veröffentlichungsnummer 1999052418
WO-Veröffentlichungsdatum 21.10.1999
EP-Offenlegungsdatum 24.01.2001
EP date of grant 31.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse A61B 1/313(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
Hintergrund der Erfindung

Die Erfindung betrifft Endoskope.

Chirurgische Verfahren zur Behandlung von insuffizienten Perforansvenen und zur Entnahme von Saphena-Venen erfordern im Allgemeinen, dass lange Schnitte längs des Schenkels des Patienten ausgeführt werden.

Die Perforansvenen laufen im Wesentlichen senkrecht durch Schichten von subkutanem Fett und Muskelfasern (d.h. durch die faserige Schicht, die mit darunter liegendem weicheren Gewebe verbunden ist) in die Muskeln, um das tiefe und das oberflächliche Venensystem miteinander zu verbinden. Wenn die Perforansvenen erkranken (beispielsweise Krampfadern ausbilden), kann es erforderlich sein, sie zu ablatieren, um den durch sie hindurch fließenden Blutstrom zu unterbrechen.

Eine herkömmliche Vorgehensweise zum Ablatieren solcher Perforansvenen im Schenkel besteht darin, einen relativ langen Schnitt auszuführen, der sich vom Knie nach unten bis unter den Knöchel erstreckt. Patienten, welche insuffiziente Perforansvenen besitzen (insbesondere ältere Patienten) können an einer chronischen Veneninsuffizienz leiden, bei der es sich um einen Zustand handelt, bei dem sich die Haut entzündet bzw. einen Ulkus ausbildet und häufig infiziert ist. Schnitte, die durch einen Hautbereich ausgeführt werden, der sich in einem solchen Zustand befindet, haben eine relativ hohe Wund-Komplikationsrate. Im günstigsten Fall wird die Genesungszeit des Patienten erheblich verlängert, und in manchen Fällen wird eine neue, morbide Wunde erzeugt.

Die Entnahme von Saphena-Venen wird typischerweise in Verbindung mit konoraren Bypass-Herzoperationen durchgeführt. Unter endoskopischer Beobachtung wird eine Saphena-Vene aus dem Schenkel entnommen und auf das Herz transplantiert. Bei den herkömmlichen Vorgehensweisen zur Entnahme einer Saphena-Vene werden ein einzelner langer Schnitt oder mehrere getrennte und voneinander beabstandete Schnitte entlang des Schenkels ausgeführt.

Vor kurzem wurde eine neue Vorgehensweise entwickelt, die als subfasziale, endoskopische Perforans-Operation (SEPS) bekannt ist und die eine alternative Vorgehensweise zur Durchführung der Perforans-Ligation oder zur Entnahme von Saphena-Venen darstellt. Im Allgemeinen ermöglicht es das SEPS-Verfahren, ein Arbeitsinstrument durch einen kleinen Schnitt einzuführen und es mit Hilfe eines Endoskops unter die Faszie zum chirurgischen Arbeitsbereich zu führen. Dies ist besonders vorteilhaft für Patienten, die an einer chronischen Veneninsuffizienz leiden, da es das SEPS-Verfahren ermöglicht, Schnitte in gesundem Gewebe und im Abstand von krankem Gewebe auszuführen; im Allgemeinen wird ein Einschnitt für das Arbeitsinstrument und ein zweiter für das Endoskop benötigt, das zur Beobachtung des Vorgangs erforderlich ist. Somit vermindert das SEPS-Verfahren das Auftreten von Wundkomplikationen, die häufig bei Verfahren entstehen, welche lange Einschnitte erfordern.

Aus dem zum Stand der Technik gehörenden Dokument US 5,667,457 ist ein Instrument für eine subfasziale Unterbrechung von Perforansvenen bekannt, das aus einem chirurgischen Endoskop und einem Rohr besteht. Das chirurgische Endoskop umfasst ein optisches Bildaufzeichnungs- und -Übertragungssystem, ein faseroptisches Beleuchtungssystem und einen Arbeitskanal. Ein seitlicher Handgriff bildet einen stumpfen Winkel mit den chirurgischen Endoskop und umfasst wenigstens ein Reproduktions- und Beleuchtungssystem, das zu Kopplungs-Punkten geführt wird, die am proximalen Ende des Rohr-Instruments vorgesehen sind. Das distale Ende des Rohrs erstreckt sich bis unterhalb des distalen Endes des chirurgischen Endoskops und ist als eine dickere, a-traumatische Lippe ausgebildet.

Zusammenfassung der Erfindung

Die Erfindung schafft ein Endoskop gemäß Anspruch 1, das einen Arbeitskanal besitzt, durch den ein Arbeitsinstrument für einen Einsatz an einer Arbeitsstelle eingeführt wird, und eine abnehmbare Scheide zur Erzeugung und zum Aufrechterhalten eines Arbeitsraums für das Arbeitsinstrument an der Arbeitsstelle.

Gemäß einem allgemeinen Gesichtspunkt der Erfindung umfasst das Endoskop ein Gehäuse, welches das den sich durch es hindurch erstreckenden Arbeitskanal aufweist, und einen langgestreckten Einführabschnitt, der am Gehäuse montiert ist und ein distales Ende zum Einführen in ein Objekt besitzt, sowie eine Scheide, die so ausgebildet ist, dass sie in das Objekt eingeführt wird und die mechanisch vom Gehäuse lösbar und austauschbar ist, um sich über den langgestreckten Einführabschnitt zu erstrecken.

Somit ermöglicht das Endoskop eine optische Beobachtbarkeit eines Operationsortes und erleichtert gleichzeitig den Zugang für ein in der Hand gehaltenes chirurgisches Instrument zum Arbeitsort. Das Endoskop ist so ausgebildet, dass es eine oder mehrere ablösbare Mehrzweck-Scheiden aufnimmt. Die Scheiden erzeugen primär einen Arbeitsbereich an der chirurgischen Arbeitsstelle und erhalten ihn aufrecht, um die optische Beobachtung durch das Endoskop zu verbessern. Die Scheiden schützen auch den langgestreckten Einführabschnitt des Endoskops und das sich durch ihn hindurch erstreckende chirurgische Instrument. In bestimmten Anwendungsfällen können die Scheiden verwendet werden, um eine begrenzte Dissektion von Gewebe durchzuführen.

Weil alle Patienten und Vorgänge verschieden sind, besitzen die Scheiden, die mit dem Endoskop verwendet werden, unterschiedliche Größen und Formen. Somit wird eine Gruppe von wiederverwendbaren Instrumenten geschaffen, wobei jedes Instrument auf einfache Weise an dem Endoskop befestigt und von ihm getrennt werden kann und individuell für eine Verwendung in einer speziellen anatomischen Situation ausgebildet ist. Vorteilhafterweise wird nur ein einziger Einschnitt benötigt, um einen Zugang zur Operationsstelle sowohl für das Arbeitsinstrument als auch für die Beobachtung der Operationsstelle durch das Endoskop zu ermöglichen.

Ausführungsformen der Erfindung können eines oder mehrere der folgenden Merkmale umfassen.

Das Endoskop umfasst einen Handgriff, der mit dem Gehäuse verbunden ist und sich in eine Richtung erstreckt, die gegen die optische Achse versetzt ist, welche durch den langgestreckten Einführabschnitt definiert wird. Bei bestimmten Ausführungsformen erstreckt sich der Handgriff in einer im Wesentlichen quer zur optischen Achse verlaufenden Richtung. Die Versetzung des Handgriffs auf diese Weise führt zu einem unverstellten Freiraum in den Bereich, in welchem die chirurgischen Instrumente, die durch den Arbeitskanal des Endoskops eingeführt werden, betätigt werden.

Der langgestreckte Einführabschnitt und der Handgriff des Endoskops umfassen ein optisches System. Der Handgriff umfasst einen drehbaren Manipulator, der mit einem Mechanismus zum Fokussieren des optischen Systems verbunden ist. Durch diese Anordnung wird das Endoskop auf einfache Weise um die optische Achse des Endoskops gedreht, ohne das sich die Kabel und die mit dem Endoskop verwendeten Arbeitsinstrumente miteinander verwickeln. Darüber hinaus ermöglicht es diese Anordnung dem Chirurgen, das Endoskop mit einer Hand zu halten und zu manipulieren (beispielsweise zu positionieren und zu fokussieren), während die andere Hand für die Handhabung des Arbeitsinstruments frei bleibt.

Die abnehmbare Scheide umfasst ein sich nach außen verjüngendes distales Ende, um den Beobachtungsraum am Operationsort zu vergrößern. Die ablösbare Scheide hat einen offenen mittleren Teil, der eine bessere Manövrierbarkeit des chirurgischen Instruments ermöglicht und die Gewebeverletzungen während des Einführens durch das Gewebe vermindert.

Das endoskopische Instrumentensystem verwendet eine Bajonettmontierung für die mechanische Verbindung zwischen dem Gehäuse und der abnehmbaren Scheide. Die Bajonettmontierung ist mechanisch robust und stellt eine schnelle und zuverlässige Möglichkeit zum Befestigen und Abnehmen der Scheiden an bzw. vom Endoskop dar. Wenn das Einführen von Gas erforderlich ist, kann ein luftdichter Dichtring zwischen dem Gehäuse des Endoskops und der abnehmbaren Scheide vorgesehen werden.

Während der Handhabung des Endoskops und des sich durch es hindurch erstreckenden Arbeitsinstruments können beträchtliche Kräfte sowohl in Längsrichtung als auch radial auf das distale Ende der Scheide ausgeübt werden. Die robuste Konstruktion und Montierung der Scheiden hindert sie daran, sich zu verbiegen, um die Gefahr eines Aufpralls auf den langgestreckten Einführabschnitt mit seinen optischen Elementen und dem Arbeitsinstrument auszuschließen.

Der Arbeitskanal hat einen Ausgangsdurchgang, der eine halbkreisförmige (D-förmige) Öffnung aufweist, um die seitliche Bewegung des durch ihn hindurch verlaufenden Arbeitsinstruments zu vergrößern. Der langgestreckte Einführabschnitt umfasst Lichtübertragungselemente (beispielsweise ein Faseroptik-Bündel), um Licht von einer außen befindlichen Lichtquelle zum Objekt zu leiten. Das Gehäuse umfasst weiterhin einen Gaszuführ-Durchgang, der dann, wenn er mit einer geschlossenen Scheide verwendet wird, die Zufuhr von Gas oder von Fluid zum Arbeitsort ermöglicht.

Es wird ein Verfahren zum Beobachten eines chirurgischen Vorgangs an einem Körper unter Verwendung eines Endoskops der oben beschriebenen Art erläutert. Das Verfahren umfasst das Befestigen einer Scheide an dem Gehäuse so, dass sie sich parallel zur optischen Achse und über den langgestreckten Einführabschnitt erstreckt, das Positionieren des Einführabschnitts und der Scheide durch einen Einschnittsdurchgang im Körper und zu einem Operations-Arbeitsort, sowie das Einführen eines Arbeitsinstruments an den Operations-Arbeitsort durch den Arbeitskanal des Gehäuses.

Dieses Verfahren kann eines oder mehrere der folgenden Merkmale umfassen:

Das Positionieren des Einführabschnitts und der Scheide umfasst die Handhabung eines Handgriffs, der am Gehäuse befestigt ist und sich in einer zur optischen Achse des Endoskops im Wesentlichen quer verlaufenden Richtung erstreckt. Der Handgriff wird vom Verwender unter Benutzung einer Hand gehandhabt, während das Arbeitsinstrument unter Verwendung der anderen Hand eingeführt wird. Das Endoskop wird durch Betätigung eines Fokussiermechanismussees fokussiert, der am Handgriff angeordnet ist.

Das Verfahren umfasst weiterhin das Einführen von Gas zu dem Operations-Arbeitsort.

Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden detaillierten Beschreibung und den Patentansprüchen.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

In der Zeichnung zeigen:

1 ein Endoskop gemäß der Erfindung und ein Handinstrument, das für die Verwendung bei einem chirurgischen Vorgang positioniert ist,

2 eine perspektivische Rückansicht des Endoskops aus 1,

3 eine perspektivische Vorderansicht des Endoskops aus 1,

4 eine perspektivische Vorderansicht eines Gehäuses des Endoskops aus 1,

5 eine Querschnitts-Seitenansicht des Endoskops aus 1,

6 eine Querschnitts-Seitenansicht des Gehäuses des Endoskops aus 1,

7 eine Vorderansicht des Gehäuses des Endoskops, das einen Gaszuführ-Kanal aufweist,

8 eine perspektivische Darstellung der Bajonettmontierung, die verwendet wird, um die austauschbare Scheide am Endoskop zu befestigen,

9 eine perspektivische Darstellung einer Gruppe von austauschbaren Scheiden zur Verwendung mit dem Endoskop aus 1,

10A u. B Querschnitts-Seiten- bzw. Vorderansichten des distalen Endes einer der austauschbaren Scheiden aus 9,

11 eine Seitenansicht eines Teils des Endoskops aus 1, das eine geschlossene Scheide und eine Gasdichtungs-Anordnung aufweist, und

12 das Endoskop aus 1 bei der Verwendung.

Beschreibung

In 1 ist ein elektronisches Endoskop 10 dargestellt, bevor es in einen Einführdurchgang 12 in einem Körper, hier im Schenkel 14 eines Patienten eingeführt wird. Das Endoskop umfasst ein optisches System (, das im Folgenden noch im Einzelnen erläutert wird), um ein optisches Bild vom distalen Ende des Endoskops zu einer Videokamera 28 zu leiten, die an dem Endoskop befestigt ist.

Gemäß den 2 und 3 umfasst das Endoskop 10 ein Gehäuse 16, das einen Arbeitskanal 18 aufweist, der es ermöglicht, dass sich ein in der Hand zu haltendes Instrument 20 (beispielsweise ein Ligator, ein Dissektor, eine Schneidvorrichtung oder eine Abtragvorrichtung) durch das Gehäuse hindurch zur Verwendung bei einem chirurgischen Verfahren erstreckt, das mit Hilfe des Endoskops 10 beobachtet wird. Ein langgestreckter Einführabschnitt 22 (der eine optische Achse 25 des Endoskops definiert) und eine abnehmbare Scheide 24 erstrecken sich ausgehend vom Gehäuse 16.

Ein Handgriff 26 zur Handhabung des Endoskops 10 erstreckt sich in einer zur optischen Achse 25 im Wesentlichen senkrechten Richtung, so dass der Bereich am Eingang des Arbeitskanals 18 unverstellt und frei von anderen Komponenten ist. Darüber hinaus besitzt ein abgerundeter Fersenbereich 27 des Handgriffs 26 ein flaches Profil, um das Einführen und Handhaben von Arbeitsinstrumenten durch den Arbeitskanal 18 zu erleichtern. Eine Videokamera 28, die einen (nicht dargestellten) elektrooptischen Sensor besitzt, ist am oberen Ende des Handgriffs 26 montiert. Der elektrooptische Sensor kann beispielsweise eine CCD-Vorrichtung (Charge Coupled Device) sein, um vom Endoskop empfangene optische Bilder in elektrische Bildsignale umzusetzen.

Wie man weiterhin der 1 entnimmt, werden elektrische Bildsignale von der Videokamera 28 einer Kamera-Steuereinheit 30 über ein Kabel 32 für eine Darstellung an einem Anzeigemonitor wie z. B. einem Farbbildschirm 34 zugeführt. Das obere Ende des Handgriffs 26 umfasst auch ein Anschlussstück 36 (2), das ein faseroptisches Kabel 38 aufnimmt, das mit einer Lichtquelle 40 verbunden ist. Ein zweites Anschlussstück 42 (2), das dem Anschlussstück 36 benachbart ist, nimmt ein Rohr 44 auf, das mit einer Gas- oder Fluid-Zuführquelle 46 (beispielsweise zum Zuführen von CO2) verbunden ist. Ein Fokussierring 48 ist am oberen Ende des Handgriffs 26 angeordnet, um es dem Verwender zu ermöglichen, das Endoskop 10 scharf zu stellen. Diese Anordnung besitzt mehrere Vorteile. Die Anordnung des Handgriffs 26 versetzt zur optischen Achse 25 führt zu einem unbehinderten Raum für die Handhabung des in der Hand gehaltenen Instrumentes 20. Am Endoskop 10 befestigte Zusatzelemente befinden sich ebenfalls entfernt von der optischen Achse 25, so dass der Chirurg das Endoskop und das sich durch es hindurch erstreckende Arbeitsinstrument handhaben kann, ohne durch die Kabel 32, 38, 44 gestört zu werden. Weiterhin kann das Endoskop 10 deswegen, weil die optischen, zur Beleuchtung und zur Zuführung von Gas dienenden Systeme alle längs der gleichen Ebene des Handgriffs 26 angeordnet sind, auf einfache Weise um die optische Achse 25 gedreht werden, ohne dass sich die Kabel miteinander oder mit irgendwelchen Arbeitsinstrumenten, die im Endoskop verwendet werden, verwickeln können. Darüber hinaus ermöglicht die Kontur des Handgriffs 26 seine Verwendung durch einen Chirurgen mit jeder Hand (d. h. von links nach rechts oder umgekehrt).

In 4 ist der Einfuhrabschnitt 22 dargestellt, wobei die Scheide 24 entfernt ist, um ein optisches Tragrohr 50 sichtbar zu machen, das zwischen zwei Beleuchtungs-Tragrohren 52, 54 angeordnet ist. Jedes Rohr hat eine Länge von ungefähr 230 mm. Faseroptik-Bündel 55 (7) sind im Inneren der Tragrohre 52, 54 angeordnet und erstrecken sich durch es und durch das Gehäuse 16 hindurch zu dem Anschlussstück 36 am Handgriff 26.

Gemäß 5 ist eine Objektivlinsen-Baueinheit 56 im distalen Ende 58 eines optischen Tragrohres 50 angeordnet, um das Bild des zu beobachtenden Objekts zu empfangen und es zu einer Reihe von Relais-Linsen-Systemen 60 im Tragrohr weiterzuleiten. Die Objektivlinsen-Baueinheit 56 ist im distalen Ende 58 positioniert, um eine Blickrichtung zu liefern, die nach unten zum offenen Teil der Scheide unter einem Winkel von ungefähr 12° gegen die optische Achse 25 weist. Diese Anordnung liefert ein Gesichtsfeld von ungefähr 85°.

Somit ist der Bewegungsbereich, der für ein Arbeitsinstrument zugelassen wird, das durch das Endoskop 10 hindurch verläuft, beträchtlich (, d. h. er beträgt bis zu 5 cm). Da jedoch die Ansicht, die von der Objektivlinsen-Baueinheit 56 geliefert wird, leicht nach unten gekippt ist, wird das Endoskop 10 dann, wenn es überhaupt bewegt werden muss, mit größter Wahrscheinlichkeit in einer Richtung nach oben gekippt, was mit der Richtung konsistent ist, in die sich das Endoskop 10 aufgrund des Gewichts der Kabel 32, 38 und 44 verkippt.

Das Relais-Linsensystem 60 leitet Bilder zu einem Prisma 62 weiter, das im Gehäuse 16 positioniert ist und das Bild in eine Achse 64 umsetzt, die durch den Handgriff 26 definiert ist. Insbesondere wird das Bild von einer Reihe von Relais-Linsen 66 empfangen, die in einem vertikalen Rohr 68 angeordnet sind. Eine Okularlinse 70 ist am proximalen Ende des vertikalen Rohrs 68 angeordnet, um das Bild zu empfangen und zu einer Fokussierungslinse 72 weiterzuleiten. Die Fokussierungslinse 72 ist in einer Hülse 74 gelagert, die mechanisch mit dem Fokussierungsring 48 gekoppelt ist, der dann, wenn er gedreht wird, die Fokussierungslinse 72 längs der Achse 64 des Handgriffs 26 bewegt. Der Handgriff 26 umfasst an seinem proximalen Ende einen Zentrierungs-Montagering 76 zur Aufnahme der Videokamera 28.

Gemäß 4, 6 und 7 ist der Arbeitskanal 18 benachbart unterhalb des optischen Tragrohrs 50 und der Beleuchtungs-Tragrohre 52 angeordnet. Der Arbeitskanal 18 besitzt eine Arbeitslänge zwischen ungefähr 200 mm und 230 mm und einen Durchmesser in einem Bereich zwischen ungefähr 5,5 mm und 7 mm für ein Endoskop 10, das einen Einfuhrabschnitt mit einem Durchmesser zwischen 10 mm und 11 mm besitzt. Ein Arbeitskanal mit diesen Abmessungen hat eine ausreichende Größe, um ein von Hand zu betätigendes Arbeitsinstrument aufzunehmen, das einen Schaft mit einem Durchmesser von 4 mm bis 5 mm besitzt. Der Arbeitskanal 18 umfasst einen kreisförmigen Eingangsdurchgang 80, der seitlich nach außen abgeschrägt ist, um einen größeren, im Wesentlichen halbkreisförmigen Ausgangsdurchgang 82 zu bilden, um eine bessere Manövrierbarkeit von Instrumenten zu ermöglichen, die durch den Arbeitskanal hindurch verwendet werden. Aufgrund des größeren, halbkreisförmigen Ausgangsdurchgang 82 und der Länge des Einführabschnittes 22 übersetzt sich eine relativ kleine Bewegung des Arbeitsinstruments 20 am proximalen Ende des Endoskops in eine wesentlich größere Bewegung am Arbeitsort, wobei die Scheide 24 eine bessere Beobachtbarkeit dadurch ermöglicht, dass sie Gewebe zur Seite bewegt.

Das Gehäuse 16 umfasst ein distales Ende 84, das eine sich verjüngende äußere Oberfläche 86 aufweist, um zu einer entsprechenden sich verjüngenden inneren Oberfläche 88 eines Verriegelungsringes 90 zu passen. Der Verriegelungsring 90 rotiert frei um das proximale Ende der abnehmbaren Scheide 24. Bei einer Ausführungsform ist die äußere Oberfläche 86 relativ zur optischen Achse 85 unter einem Winkel von 16° und 35' verjüngt.

Bei Anwendungsfällen, bei denen das Einführen von Gas erforderlich ist, umfasst das Gehäuse 16 auch einen Gasdurchgang 59 (7), der mit einer Leitung verbunden ist, die sich durch den Handgriff 86 zu einem Anschlussstück 36 erstreckt. In solchen Anwendungsfällen ist ein wahlweise mit einem Gewinde versehenes Anschlussstück 85 dargestellt, das an dem Eingangsdurchgang 80 befestigt ist, um ein Gas-Dichtungselement 81 (11) aufzunehmen, um eine gasdichte Dichtung mit einem Arbeitsinstrument zu erzielen, das sich durch den Arbeitskanal 18 hindurch erstreckt.

Gemäß 8 wird die Verbindung zwischen der abnehmbaren Scheide 24 und dem Gehäuse 16 unter Verwendung einer Bajonettmontierung bewerkstelligt. Insbesondere steht ein Stift 92 von der äußeren Oberfläche 86 des Gehäuses 16 nach oben vor und wird in einem L-förmigen Schlitz 94 des Verriegelungsrings 90 aufgenommen. Der L-förmige Schlitz 94 umfasst eine Längsrille 96, die an einer spiralförmigen Rille 98 endet. Um die abnehmbare Scheide 24 am Gehäuse 16 festzulegen, wird der Stift 92 in der Längsrille 96 so lange verschoben, bis er die spiralförmige Rille 98 erreicht. Ein vorstehender Schaft 100, der am Verriegelungsring 90 ausgebildet ist, wird dann entgegen dem Uhrzeigersinn verdreht, um die Oberflächen 86, 88 des Gehäuses 16 bzw. des Verriegelungsringes 90 in einer sich selbst verriegelnden Weise zusammenzuziehen. Die Bajonettmontierung umfasst auch einen O-Ring 102 (6), um die Zwischenfläche zwischen dem Gehäuse 16 und der Scheide 24 für den Fall abzudichten, dass das Einblasen von Gas erforderlich ist.

In 9 ist ein Satz von abnehmbaren Scheiden 24a bis 24e dargestellt, die alle eine Länge von ungefähr 230 mm besitzen und den gleichen Verriegelungsring 90 für eine Befestigung am Gehäuse 16 des Endoskops 10 aufweisen. Die Scheiden 24a bis 24e weisen jedoch distale Endelemente 110a bis 110e auf, die unterschiedlich dimensioniert und konfiguriert sind, um eine Anpassung an anatomische Unterschiede verschiedener Patienten sowie an den speziellen Arbeitsort innerhalb eines Patienten zu ermöglichen. Allgemein gesprochen sind die Scheiden 24a bis 24d im Wesentlichen über ihre gesamte Länge hinweg offen, um einen größeren Bewegungsbereich (insbesondere für eine seitliche Bewegung) von in der Hand gehaltenen Instrumenten zu ermöglichen, die durch den Arbeitskanal 18 eingeführt werden und von den Scheiden bedeckt sind. Zusätzlich minimiert das Fehlen der Seitenwand den Druck und die an der umgebenden Anatomie verursachten Verletzungen, wenn das Endoskop 10 und die Scheide 24 durch Gewebe gedrückt wird. Jede der offenen Scheiden 24a bis 24d umfasst ein distales Endelement 110a bis 110d, das so geformt ist, dass es am Operationsort einen Arbeitsbereich erzeugt und aufrechterhält. Die distalen Endelemente 110a bis 110d können am Ende der Scheiden befestig werden (beispielsweise durch Löten), wie dies bei den Scheiden 24a bis 24c der Fall ist. Alternativ kann, wie dies bei der Scheide 24d der Fall ist, das distale Endelement 110d mit der Scheide einstückig ausgebildet sein.

Gemäß den 10A und 10B hat bei einer Ausführungsform einer offenen Scheide 24 ein distales Endelement 110 ein abgeschrägtes Ende 114, um den Arbeitsraum an der Operationsstelle zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Das Ende 114 hat eine Länge von ungefähr 1,9 cm und erstreckt sich relativ zur optischen Achse unter einem Winkel von 25° nach außen. Im Querschnitt erstreckt sich das Ende 114 um ungefähr 58° auf beiden Seiten einer imaginären vertikalen Ebene 116, die durch die optische Achse 25 verläuft. Bei dieser Ausgestaltung kann ein Arbeitsinstrument, das durch den Arbeitskanal 18 hindurch verläuft und durch die Scheide 24 bedeckt ist, am distalen Ende der Scheide um bis zu 2,5 cm auf jeder Seite der Ebene 116 manövriert werden.

Wie in 9 dargestellt, sorgt bei Anwendungsfällen (z. B. bei SEPS), in denen das Einführen von Gas an die Operationsstelle erforderlich ist, eine geschlossene Scheide 24e einen Zuführkanal für Gas, das von einer Einblasquelle 64 (1) durch den Handgriff 26, das Gehäuse 16 und durch die geschlossene Scheide zugeführt wird. Da man sich darauf verlassen kann, dass das eingeblasene Gas an der Operationsstelle einen Arbeitsraum freihält, muss die Scheide 24e am distalen Ende nicht aufgeweitet sein, wie dies für die offenen Scheiden 24a bis 24d typisch ist. Im Wesentlichen erzeugt die Scheide 24e ein übliches Arbeitskanal-Endoskop und erlaubt gleichzeitig die Beobachtung des Operations-Arbeitsfeldes am Ende der Scheide. Die innere Oberfläche der geschlossenen Scheide 24e dient auch dazu, das chirurgische Instrument zum Arbeitsort zu führen.

Gemäß 11 ist eine mit einem Gewinde versehene Dichtung 120 über das proximale Ende der geschlossenen Scheide 24e geschoben und an ihrem Ort unter Verwendung des Verriegelungsringes 122 befestigt. Die Dichtung 120 wird dann in den Einschnittsdurchgang 12 eingeschraubt, um das Austreten von Gas aus dem Einschnittsdurchgang zu verhindern. Das Gasdichtungselement 81 wird dann über dem mit einem Gewinde versehenen Anschlusselement 85 des Gehäuses 16 angeordnet, um eine luftdichte Dichtung mit einem Arbeitsinstrument zu erzielen, das durch den Arbeitskanal 18 hindurch verläuft.

In 1 ist ein Endoskop 10 dargestellt, das eine offene Scheide 24 besitzt und in einem Verfahren zur Entnahme einer Saphena-Vene verwendet wird. Bevor das Endoskop 10 im Einschnitts-Durchgang 12 angebracht wird, wird ein Dissektor 20 am Einschnitts-Durchgang 12 verwendet, um die Fasziefasern vom Gewebe zu trennen. Eine Dissektion unter direkter Beobachtung ist im Allgemeinen auf einen Bereich von nur ungefähr 5 cm vom Einschnitts-Durchgang 12 begrenzt.

Wie in 12 gezeigt, wird die Scheide 24 des Endoskops 10 nach diesem anfänglichen Dissektions-Vorgang durch den Durchgang 12 so eingeführt, dass die Scheide im Wesentlichen parallel zum Schenkel 14 gehalten wird. Der Dissektor 20 wird dann durch den Arbeitskanal 18 des Endoskops 10 eingeführt und die Trennung der Faszie und des Gewebes wird fortgesetzt, wobei das Endoskop 10 verwendet wird, um die Dissektion zu beobachten. Die Dissektion wird auf diese Weise fortgesetzt, wobei die Scheide 24 einen Arbeitsraum für den Dissektor 20 offen hält, bis der Operationsort erreicht ist. Während des gesamten Dissektions-Vorgangs muss das Endoskop 10 nicht zurückbewegt werden, außer dass der Chirurg eine andere Scheide benötigt. Wenn der Operationsort erreicht worden ist, kann das Endoskop 10 zurückbewegt werden, wenn eine andere Scheide 24 am Endoskop 10 befestigt werden muss. Beispielsweise kann eine größere Scheide benötigt werden, um eine Anpassung an ein anderes Arbeitsinstrument (beispielsweise einen Ligator) zu erzielen. Alternativ kann eine geschlossene Scheide erforderlich sein.

Andere Ausführungsformen und Anwendungsmöglichkeiten liegen im Rahmen der Patentansprüche. Obwohl das Endoskop 10 als nützlich für die Entnahme einer Saphena-Vene beschrieben wurde, kann es in einem weiten Bereich von chirurgischen Anwendungen verwendet werden, einschließlich der Behandlung von Patienten, die insuffiziente Perforansvenen in einem Bein aufweisen und unter einer chronischen Venen-Insuffizienz leiden.

Darüber hinaus ist die Verwendung des Endoskops 10 nicht auf vaskuläre Verfahren beschränkt, sondern kann auch bei anderen chirurgischen Verfahren eingesetzt werden, bei denen ein Arbeitsbereich aufrechterhalten werden muss und eine gleichzeitige Beobachtung erforderlich ist. Beispielsweise kann das Endoskop 10 verwendet werden, um den Thorax-Raum zu untersuchen oder um bestimmte plastische, chirurgische Verfahren durchzuführen.


Anspruch[de]
Endoskop (10) zur internen Untersuchung eines Objekts (14), umfassend:

ein Gehäuse (16) mit einem distalen Ende und einem Arbeitskanal (18), der sich durch dieses hindurch zum distalen Ende erstreckt, wobei der Arbeitskanal (18) so ausgelegt ist, dass ein chirurgisches Instrument (20) hindurchgeführt werden kann,

einen verlängerten Einführabschnitt (22) mit einem proximalen Ende, das an den Arbeitskanal (18) angrenzend am Gehäuse (16) montiert ist, und einem distalen Ende, das in das Objekt (14) eingeführt wird, wobei der verlängerte Einführabschnitt (22) eine optische Achse (25) des Endoskops definiert; und

eine Schleuse (24) mit einem distalen Ende zum Einführen in das Objekt (14), einem proximalen Ende, das so ausgelegt ist, dass es lösbar mit dem distalen Ende des Gehäuses (16) verbunden werden kann, und einer Öffnung, die sich im wesentlichen über die Länge der Schleuse (24) erstreckt, wobei sich die Schleuse (24) entlang der optischen Achse (25) erstreckt und einen Bereich des verlängerten Einführabschnitts (22) abdeckt, wobei die Schleuse (24) einen Arbeitsraum für das chirurgische Instrument (20) definiert, der sich im wesentlichen vom proximalen Ende der Schleuse (24) zum distalen Ende der Schleuse (24) erstreckt und mit dem Arbeitskanal (18) des Gehäuses (16) in Verbindung steht,

wobei ein erster Bereich des Arbeitsraumes, der vom verlängerten Einführabschnitt (22) belegt wird, und ein zweiter Bereich des Arbeitsraumes, der vom chirurgischen Instrument (20) belegt wird, aneinander angrenzen, wobei das Endoskop so ausgelegt ist, dass eine Visualisierung des chirurgischen Instruments (20), das durch den Arbeitskanal (18) in den Arbeitsraum eingeführt wurde, über den verlängerten Einführabschnitt (22) möglich ist.
Endoskop nach Anspruch 1, ferner umfassend einen mit dem Gehäuse (16) verbundenen Handgriff (26), wobei sich der Handgriff (26) in einer gegenüber der optischen Achse (25) des Endoskops (10) versetzten Richtung erstreckt. Endoskop nach Anspruch 2, wobei sich der Handgriff (26) in einer im Wesentlichen quer zur optischen Achse (25) des Endoskops (10) verlaufenden Richtung erstreckt. Endoskop nach Anspruch 2, ferner umfassend ein optisches System (48, 56, 60, 62, 66, 70, 72), das innerhalb des verlängerten Einführabschnittes (22) angeordnet ist und sich durch den Handgriff (26) erstreckt, wobei das optische System einen Fokussiermechanismus (72) und einen drehbaren Manipulator (48) umfasst, der mit dem Fokussiermechanismus verbunden ist. Endoskop nach Anspruch 1, wobei das distale Ende der Schleuse (24) so dimensioniert und geformt ist, dass es vorübergehend Bereiche des Objekts (14) wegdrücken kann. Endoskop nach Anspruch 1, ferner umfassend einen Einblaskanal, der sich durch das Gehäuse (16) hindurch erstreckt. Endoskop nach Anspruch 1, ferner umfassend eine Bajonett-Befestigung (90-98, 100) zum mechanischen Verbinden der Schleuse (24) mit dem Gehäuse (16). Endoskop nach Anspruch 7, wobei die Bajonett-Befestigung (90-98, 100) einen Dichtring (102) zum Herstellen einer luftdichten Dichtung zwischen dem Gehäuse (16) und der Schleuse (24) umfasst. Endoskop nach Anspruch 1, wobei der Arbeitskanal (18) eine halbkreisförmige Ausgangsöffnung (82) aufweist. Endoskop nach Anspruch 2, wobei der verlängerte Einführabschnitt (22) ein lichtdurchlässiges Element (55) zum Befördern von Licht von einer externen Quelle zum Objekt (14) umfasst.






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