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Dokumentenidentifikation DE69934060T2 03.05.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0000985386
Titel Femoraler Schaftbausatz für eine modulare Knieprothese
Anmelder DePuy Products, Inc., Warsaw, Ind., US
Erfinder O'Neil, Michael, West Barnstable, MA 02668, US;
Dye, Justin, Mansfield, MA 02048, US
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Aktenzeichen 69934060
Vertragsstaaten CH, DE, FR, GB, IE, IT, LI
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 08.09.1999
EP-Aktenzeichen 993071208
EP-Offenlegungsdatum 15.03.2000
EP date of grant 22.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.05.2007
IPC-Hauptklasse A61F 2/38(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]
GEBIET DER ERFINDUNG

Diese Erfindung bezieht sich auf medizinische Vorrichtungen und insbesondere auf Gelenkprothesenkomponenten.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Die Gelenkarthroplastik oder Gelenkplastik ist ein gut bekanntes chirurgisches Verfahren, bei dem ein erkranktes und/oder beschädigtes natürliches Gelenk durch eine Gelenkprothese ersetzt wird. Eine typische Knieprothese umfaßt eine Tibiakomponente, eine Femurkomponente, eine Femurschaftbaugruppe und eine Patellakomponente. Die Femurkomponente umfaßt im Allgemeinen ein Paar voneinander beabstandete Kondylarabschnitte, deren obere Flächen mit einem Abschnitt der Tibiakomponente ein Gelenk bilden. Die Femurschaftbaugruppe bietet laterale Stabilität und umfaßt in der Regel ein Element, das innerhalb des aufgebohrten Markraums am distalen Ende eines Femurs eingeführt wird. Die Kupplung zwischen Schaft und Femurkomponente erfolgt in der Regel durch einen Bolzen und einen Bund (Ring).

Modulare Systeme können zwar eine vorteilhafte Verringerung des Gelenkkomponenteninventars bieten, aber die bekannten Systeme sind nicht in der Lage, die mit Variationen in der Markraumgeometrie verbundenen Probleme vollständig zu lösen. Insbesondere entsprechen die Variationen in der Morphologie des Markraums oftmals nicht der Geometrie des Schafts, was unabdinglich dazu führt, daß die chirurgische Positionierung der mit dem Schaft in Eingriff gebrachten Femurkomponente durch andere Erwägungen bestimmt wird als die Form des Markraums.

Entspricht beispielsweise die Geometrie des Implantats nicht der des Markraums, kann der Schaft des Implantats mit der kortikalen Wand des Markraums in Berührung kommen, während der Schaft zusammengepreßt wird. Dieses Problem kann sich weiter komplizieren, wenn ein Femurschaft mit einer Hülse gepaart wird, die die Nutzlänge des Schafts erhöht, so daß er sich in einem gebogenen Abschnitt des Markraums befindet.

Aufgrund der oben beschriebenen Problematik wird ein Chirurg eventuell gezwungen sein, den Schaft (oder die gesamte Komponente) zu entfernen und durch einen Schaft mit kleinerem Durchmesser oder geringerer Länge zu ersetzen, selbst wenn der Ersatzschaft – abgesehen von der mangelnden Passung – für weniger angemessen gehalten wird als der ursprüngliche Schaft. Außerdem muß der Chirurg eventuell Kerben in das Femur schneiden, um eine verschobene Femurkomponente aufzunehmen.

Obwohl also Gelenkprothesen mit modularen Komponenten existieren, besteht nach wie vor Bedarf an einer modularen Gelenkprothese mit einer größeren Vielseitigkeit, die an unterschiedliche anatomische Gegebenheiten beim Patienten und an unterschiedliche Gelenkzustände angepaßt werden kann.

Die Merkmale der Präambel von Anspruch 1 sind aus dem Dokument EP-A-0820739 bekannt.

KURZE ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine modulare Kniegelenkprothese mit verbesserter Vielseitigkeit. Die Komponenten der modularen Prothese der Erfindung können sowohl mit rechts- als auch mit linksseitigen Prothesen verwendet werden.

Die vorliegende Erfindung stellt eine modulare Knieprothese gemäß den Merkmalen von Anspruch 1 bereit. Die Prothese umfaßt eine Femurkomponente mit einem Paar voneinander beabstandeten Kondylarabschnitten und eine Anschlußstruktur, die sich zwischen Kondylarabschnitten erstreckt. Die Anschlußstruktur weist eine obere Fläche auf, die sich allgemein horizontal in einer transversalen Ebene erstreckt, und eine gegenüberliegende untere Fläche mit einem darin ausgebildeten Hohlraum, der in einer im Wesentlichen kugelförmigen Stirnwand endet. Die Anschlußstruktur weist außerdem eine Öffnung auf, die sich zwischen den Befestigungs- und Sicherungsflächen der Anschlußstruktur erstreckt. Die Knieprothese umfaßt des Weiteren eine Schaftkomponente, die ein proximales und ein distales Ende aufweist und durch die Anschlußstruktur befestigt werden kann.

Eine Befestigungsfläche wird bereitgestellt, die entweder in die Schaftkomponente integriert sein kann oder als separate Ringkomponente zum Variieren des Winkels, in dem die Schaftkomponente zur Femurkomponente steht, bereitgestellt werden kann. Die Befestigungsfläche ist im Wesentlichen quer zu einer Längsachse des Schaftelements ausgerichtet, so daß die Befestigungsfläche und die obere Fläche der Anschlußstruktur einen ausgewählten Befestigungswinkel zwischen den beiden definieren. Schließlich umfaßt die Knieprothese eine Befestigungsmutter mit einer kugelförmigen oberen Fläche zum Eingriff der kugelförmigen Stirnwand der Anschlußstruktur, um das Schaftelement an der Femurkomponente zu sichern.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Ein vollständigeres Verständnis der vorliegenden Erfindung und der mit ihr verbundenen Vorteile und Eigenschaften wird sich unter Bezugnahme auf die folgende ausführliche Beschreibung bei gleichzeitiger Betrachtung der beiliegenden Zeichnungen ergeben, wobei:

1 eine auseinandergezogene Ansicht eines mehrteiligen Gelenkprothesenkomponentensystemsist;

2 eine zusammengesetzte Ansicht des Gelenkkomponentensystems aus 1 ist;

3A eine Seitenansicht des Gelenkkomponentensystems aus 1 ist;

3B ein Querschnitt des Gelenkkomponentensystems entlang Linie 3B-3B in 3A ist;

4A eine Vorderansicht des Gelenkkomponentensystems aus 1 ist;

4B ein Querschnitt des Gelenkkomponentensystems entlang Linie 4B-4B in 4A ist;

5A eine Seitenansicht des Ringelements aus 1 ist;

5B eine Draufsicht des Ringelements aus 5A ist;

6 eine auseinandergezogene Ansicht einer anderen Ausführungsform des mehrteiligen Gelenkprothesenkomponentensystemsist;

7 eine Unteransicht des Gelenkkomponentensystems aus 6 ist;

8A eine Seitenansicht des Gelenkkomponentensystems aus 6 ist;

8B ein Querschnitt des Gelenkkomponentensystems entlang Linie 8B-8B in 8A ist;

9 eine ausführliche Seitenansicht von Abschnitt A in 6 ist.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG

1 ist eine auseinandergezogene Ansicht einer modularen Gelenkprothese 10, die eine Reihe von modularen Komponenten umfaßt, u. a. einen länglichen Schaft 12, ein Ringelement 14, eine Femurkomponente 18 und eine Befestigungsmutter 20. Die Konstruktion der vorliegenden Erfindung bietet mehrere Befestigungsmöglichkeiten, die bei Befestigung innerhalb des distalen Femurabschnitts mit den verschiedenen möglichen Ausrichtungen des Femurschafts kompatibel sind.

Wie in 14B gezeigt, weist der Schaft 12 ein proximales Ende 22 und ein distales Ende 24 mit einem zwischen dem proximalen Ende 22 und dem distalen Ende 24 liegenden bauchigen Abschnitt 23 auf. Der bauchige Abschnitt 23 umfaßt einen nach distal zeigenden, passenden Schulterabschnitt 25, der so angepaßt ist, daß er mit einer oberen Auflagefläche 31 des Ringelements 14 zusammenpaßt. Das distale Ende 24 des Schafts 12 umfaßt einen Verbindungsabschnitt 27, der sich von der Ausbauchung 23 ausgehend nach distal erstreckt. Der Verbindungsabschnitt 27 kann ein Gewinde aufweisen, das zum Schraubeingriff mit der Befestigungsmutter 20 dient, wie im weiteren Verlauf ausführlicher erläutert wird. In einem Ausführungsbeispiel weist der Verbindungsabschnitt 27 des Schafts 12 einen Außendurchmesser auf, der wesentlich geringer ist als der am bauchigen Abschnitt 23 meßbare Außendurchmesser. Vorzugsweise ist der Durchmesser des proximalen Endes 22 des Rings 14 ebenfalls geringer als der Außendurchmesser des bauchigen Abschnitts 23.

In einem in 4B gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Schaft 12 um einen bestimmten Grad zwischen einer ersten Längsachse 82, die sich durch das proximale Ende 22 hindurch erstreckt, und einer zweiten Längsachse 84, die sich durch das distale Ende 24 des Schafts 12 erstreckt, seitlich versetzt. Die seitliche Versetzung zwischen der ersten Achse 82 und der zweiten Achse 84 kann in Abhängigkeit von den anatomischen Anforderungen eines Patienten variieren, liegt aber in der Regel im Bereich zwischen 2 und 8 mm. Während die gezeigte und oben beschriebene Ausführungsform eine Versetzung in jeder Richtung der medial-lateralen Ebene zuläßt, läßt die in 1 bis 4B gezeigte Ausführungsform eine Versetzung in der medial-lateralen Richtung, in der anterior-posterioren Richtung und praktisch an jeder Position zwischen medial-lateral und anterior-posterior zu.

Wie in 1, 2 und 5A5B gezeigt, weist das Ringelement 14 einen zentralen Körperabschnitt 28 auf, der eine periphere Außenfläche 29, eine untere Anschlußstruktureingrifffläche 30 und eine obere Schaftauflagefläche 31 aufweist. Der Schulterabschnitt 25 des Schafts 12, wenn dieser mit dem Ring 14 montiert ist, paßt vorzugsweise mit der Schaftauflagefläche 31 zusammen und ist in Eingriff mit dieser, die in der Größe so ausgelegt ist, daß sie Femurschäfte mit verschiedenen Durchmessern aufnehmen kann, u. a. Durchmessern von etwa 6 bis 30 mm.

Die Anschlußstruktureingrifffläche 30 ist vorzugsweise abgekantet und bildet einen Winkel mit einer transversalen Ebene 32. Die Anschlußstruktureingrifffläche 30 und eine obere Fläche 40B der Anschlußstruktur 40, die in der transversalen Ebene liegt, bilden einen Befestigungswinkel (&agr;), wenn der Ring mit der Femurkomponente montiert ist und in Eingriff mit der oberen Fläche der Anschlußstruktur 40B ist. Der Winkel (&agr;) liegt vorzugsweise zwischen etwa 1° und etwa 15°. Gemäß einer Praxis der Erfindung kann die Anschlußstruktureingrifffläche 30 in der anterior-posterioren Richtung entweder zur anterioren oder zur posterioren Seite hin (gemessen in der sagittalen Ebene) abgekantet sein. In entsprechender Weise kann die Fläche 30 auch in der medial-lateralen Richtung entweder zur medialen Seite oder zur posterioren Seite hin (gemessen in der koronalen Ebene) abgekantet sein. Vorzugsweise kann der Winkel (&agr;) zwischen etwa 1° und etwa 15° in jeder Richtung liegen. Diese verschiedenartige Ringwinkellage bietet eine Vielzahl von Schaftbefestigungswinkeln, die mit den verschiedenen möglichen Ausrichtungen des Femurschafts bei Befestigung innerhalb des distalen Femurabschnitts kompatibel sind. Für den Fachmann ist leicht zu erkennen, daß die Anschlußstrukturbefestigungsfläche 30 so konfiguriert werden kann, daß jede beliebige Kombination von Winkellagen in der koronalen und sagittalen Ebene bereitgestellt wird, welche durch die zuvor genannten Winkelbereiche erzwungen werden.

Der Ring 14 kann entweder mit rechts- oder mit linksseitigen Knieprothesen verwendet werden. Im Allgemeinen wird der Ring so positioniert, daß der Winkel (&agr;) sich auf der lateralen Seite der Prothese befindet (gemessen in der koronalen Ebene). Der gleiche Ring kann entweder in einer rechts- oder linksseitigen Prothese verwendet werden, indem einfach die Ausrichtung des Rings auf der Prothese umgekehrt wird, um einen lateralen Winkel für den Femurschaft 12 sicherzustellen.

Die periphere Ringfläche 29 weist ebenfalls mindestens ein Paar von gegenüberliegenden flachen Seiten 29A auf. Die flachen Seiten sind angepaßt für den Eingriff mit den auf der oberen Fläche 40B der Anschlußstruktur 40 ausgebildeten erhabenen Leisten 44. Der Eingriff zwischen den erhabenen Leisten 44 und den flachen Seiten 29A der peripheren Ringfläche 29 verhindert ein unerwünschtes Drehen des Rings 14 beim Montieren auf der oberen Fläche 40B der Anschlußstruktur. Der Ring 14 weist außerdem eine zentrale Öffnung 34 auf, die das distale Ende des Verbindungsabschnitts 24 des Femurschafts 12 aufnimmt.

Wie in 14B gezeigt, weist die Femurkomponente 18 ein Paar Kondylarabschnitte 36, 38 auf, die über eine Interkondylaranschluß- oder Kastenstruktur 40 verbunden sind. Die Femurkomponente 18 weist außerdem eine Gelenkfläche 42 und eine dieser gegenüberliegende Fläche 44 auf. Des Weiteren weist die Femurkomponente 18 eine anteriore Seite 52 und eine posteriore Seite 54 auf. Die anteriore Seite 52 der Femurkomponente 18 umfaßt eine Patellaeinbuchtung 50 zur Aufnahme einer (nicht gezeigten) Patellaprothesenkomponente. Die Flächen 42 der kurvenförmigen Kondylarabschnitte 36, 38 bilden ein Gelenk mit einer (nicht gezeigten) Tibiaprothesenkomponente, die auf eine dem Fachmann gut bekannte Weise auf dem Tibiakopf montiert wird.

Die Anschlußstruktur 40 weist ein Paar von im Wesentlichen senkrechten Seitenwänden 40A auf, die durch eine obere Fläche 40B verbunden sind. Die Anschlußstruktur 40 weist außerdem einen Hohlraum 46 auf, der in einer unteren Fläche 40C ausgebildet ist. Der Hohlraum 46 ist an einem Ende des Weiteren durch kugelförmige Seitenwände 51 definiert, die eine ergänzende Form zur Einpassung in und zum Eingriff mit der Befestigungsmutter 20 aufweisen. Sobald die Prothese zusammengebaut ist, sind die Seitenwände 51 in Eingriff mit der Befestigungsmutter 20, so daß der Femurschaft in einem gewünschten Winkel gesichert ist, wie weiter unten ausführlicher beschrieben wird.

Die Anschlußstruktur 40 umfaßt des Weiteren eine auf diese ausgebildete Öffnung 47, die sich zwischen den Flächen 40B bzw. 40C der Anschlußstruktur 40 erstreckt. Die Öffnung 47 in der Anschlußstruktur 40 kann eine ellipsenförmige, ovale, kugelförmige oder beliebige andere Form aufweisen, die einen ausreichenden Grad von Übertragung des Sicherungsbolzenschafts beim Montieren des Bolzens in der Öffnung erlaubt.

1 zeigt die mit der vorliegenden Erfindung brauchbare Befestigungsmutter 20. Die Mutter 20 umfaßt einen allgemein kugelförmigen oberen Abschnitt 60 und einen unteren Abschnitt 62. Eine zentrale Öffnung 64 erstreckt sich zwischen dem oberen Abschnitt 60 und dem unteren Abschnitt 62. Vorzugsweise ist ein Gewinde innerhalb einer Innenfläche 66 der Mutter 20 ausgebildet, das einen wirksamen Schraubeingriff mit dem entsprechenden Gewinde am distalen Ende des Schafts 12 bereitstellt. Der kugelförmige obere Abschnitt 60 paßt zu der und ist in Eingriff mit der ähnlich konfigurierten Stirnwand des Hohlraums der Femuranschlußstruktur.

Wie in 15B gezeigt, kann ein Ausführungsbeispiel der modularen Knieprothese unter Verwendung der oben beschriebenen Komponente in der folgenden Weise montiert werden. Der Ring 14 wird auf der oberen Fläche 40B der Anschlußstruktur 40 befestigt, indem die Leisten 44 mit den flachen Seiten 29A des Rings ausgerichtet und in Eingriff mit diesen sind, so daß die Öffnung 34 des Rings mit der Anschlußstrukturöffnung 47 ausgerichtet ist. Der Schaft 12 wird in Eingriff mit dem Ring 14 gebracht, indem der distale Verbindungsabschnitt 27 solcherart durch die Ringöffnung 34 positioniert wird, daß die Paßfläche oder Schulter 25 auf der Schaftauflagefläche 31 des Rings 14 ruht. Das distale Ende 24 des Schafts 12 ist weiter verlängert und verläuft so durch die Anschlußstrukturöffnung 47, daß mindestens ein Abschnitt des Verbindungsendes 27 übersteht und sich in den Hohlraum 46 der Anschlußstruktur erstreckt. Die Befestigungsmutter 20 wird von der unteren Seite der Anschlußstruktur in den Hohlraum 46 der Anschlußstruktur eingeführt, um einen Schraubeingriff mit dem distalen Verbindungsabschnitt 27 des Schafts 12 zu erlauben.

In einer solchen Konfiguration paßt die kugelförmige Eingrifffläche 60 der Befestigungsmutter 20 zu der und steht in Eingriff mit der ähnlich konfigurierten Stirnwand 51 des Hohlraums 46 der Anschlußstruktur. Die gewählte Form der Stirnwand 51 des Hohlraums erlaubt es, daß die Befestigungsmutter 20 in einem durch den Ring 14 bestimmten Winkel in dem Hohlraum 46 sitzt. In einer solchen Konfiguration bestimmt die Anschlußstrukturbefestigungsfläche 30 des Rings 14 nach dem Montieren der Komponenten den Schaftwinkel. Der mit einem Gewinde versehene Verbindungsabschnitt 27 des distalen Endes des Schafts 12 ist in Schraubeingriff mit der mit einem Gewinde versehenen Befestigungsmutter 20 und sichert den Schaft 12 fest an der Femurkomponente 18. Bei dieser axial aufeinanderfolgenden Montage wird der Ring durch den Schraubeingriff von Schaft und Mutter mittels Druck zwischen Schaft und Anschlußstruktur eingepaßt.

69 zeigen ein Prothesensystem 100, das eine Variation des in 15B beschriebenen Systems darstellt. Das System 100 umfaßt die verschiedenen in 1 vorhandenen Komponenten, u. a. einen länglichen Schaft 112, eine Femurkomponente 118 und eine Befestigungsmutter 120.

Der Schaft 112 und die Femurkomponente 118 unterscheiden sich geringfügig von den oben unter Bezugnahme auf 14B beschriebenen Komponenten. In dieser Ausführungsform erlaubt der Schaft 112 einen Austausch von Schaftkomponenten mit verschiedenen Winkeln, wodurch eine Vielzahl verschiedener Befestigungsmöglichkeiten für die Prothese bereitgestellt werden. Der Schaft 112 umfaßt ein proximales Ende 122 und ein distales Ende 124 mit einer Anschlußstruktureingrifffläche 130, die proximal vom distalen Schaftende angeordnet ist.

Wie in 9 gezeigt, ist die Anschlußstruktureingrifffläche 130 vorzugsweise abgekantet und bildet einen Winkel mit der transversalen Ebene 132. Die Anschlußstruktureingrifffläche 130 und die obere Fläche 140B der Anschlußstruktur 140, die in der transversalen Ebene liegt, bilden einen Befestigungswinkel (&thgr;), wenn der Schaft mit der Femurkomponente zusammengesetzt wird und in Eingriff mit der oberen Fläche der Anschlußstruktur ist. Der Winkel (&thgr;) liegt vorzugsweise zwischen etwa 1° und etwa 15°. Gemäß einer Praxis der Erfindung kann die Anschlußstruktureingrifffläche 130 in der anterior-posterioren Richtung entweder zur anterioren oder zur posterioren Seite hin (gemessen in der sagittalen Ebene) abgekantet sein. In entsprechender Weise kann die Anschlußstruktureingrifffläche 130 auch in der medial-lateralen Richtung entweder zur medialen Seite oder zur posterioren Seite hin (gemessen in der koronalen Ebene) abgekantet sein. Vorzugsweise kann der Winkel (&thgr;) zwischen etwa 1° und etwa 15° in jeder Richtung liegen. Diese verschiedenartige Ringwinkellage bietet eine Vielzahl von Schaftbefestigungswinkeln, die mit den verschiedenen möglichen Ausrichtungen des Femurschafts bei Befestigung innerhalb des distalen Femurabschnitts kompatibel sind. Für den Fachmann ist leicht zu erkennen, daß die Anschlußstrukturbefestigungsfläche 130 so konfiguriert werden kann, daß jede beliebige Kombination von Winkellagen in der koronalen und sagittalen Ebene bereitgestellt wird, welche durch die zuvor genannten Winkelbereiche erzwungen werden.

Des Weiteren umfaßt der Schaft 112 einen Verbindungsendabschnitt 127, der sich von der Anschlußstruktureingrifffläche 130 ausgehend nach distal erstreckt. Vorzugsweise umfaßt das Verbindungsende 127 ein Gewinde mit dem Zweck, einen Schraubeingriff mit dem entsprechenden Gewindeabschnitt der Befestigungsmutter 120 zu bilden. Das Verbindungsende 127 kann außerdem lateral von einer (nicht gezeigten) Längsachse versetzt sein, die sich durch das proximale Ende 122 des Schafts 112 erstreckt. Die Versetzung kann in der medial-lateralen Richtung, in der anterior-posterioren Richtung und praktisch an jeder Position zwischen medial-lateral und anterior-posterior liegen.

Wie in 68B gezeigt, weist die Femurkomponente 118 ein Paar Kondylarabschnitte 136, 138 auf, die über eine Interkondylarregion oder Anschlußstruktur 140 verbunden sind. Die Femurkomponente 118 weist eine Gelenkfläche 142 sowie eine gegenüberliegende Fläche 144 auf. Die Femurkomponente 118 weist außerdem eine anteriore Seite 152 und eine posteriore Seite 154 auf.

Die Anschlußstruktur 140 weist ein Paar von im Wesentlichen senkrechten Seitenwänden 140A auf, die allgemein orthogonal zu einer oberen Fläche 140B sind. Die obere Fläche 140B ist im Wesentlichen horizontal ausgerichtet und erstreckt sich in der transversalen Ebene. Die transversale Ebene ist definiert als die horizonale Ebene, die sich durch das Knie eines aufrecht stehenden Patienten erstreckt, die orthogonal sowohl zur koronalen als auch zur sagittalen Ebene ist, wie dem Fachmann leicht verständlich sein wird.

Die obere Fläche 140B umfaßt eine auf dieser ausgebildete Befestigungsöffnung 147, die zum Eingriff mit dem Schaftelement 112 dient, wie im weiteren Verlauf ausführlicher beschrieben wird. Die Anschlußstruktur 140 weist des Weiteren einen Hohlraum 146 auf, der in einer unteren Fläche 140C ausgebildet ist. Eine durch den Hohlraum 146 definierte Öffnung 147 erstreckt sich zwischen den Flächen 140B bzw. 140C der Anschlußstruktur 140. Wie gezeigt, ist die obere Fläche 140B zum Einpassen in den und Eingriff mit dem Femurschaft 112 konfiguriert.

6 und 7 zeigen eine für diese Ausführungsform brauchbare Befestigungsmutter 120. Die Mutter 120 umfaßt gegenüberliegende allgemein horizontale obere und untere Flächen 161, 162 mit einer allgemein kugelförmigen Seitenwand 160, die sich zwischen diesen erstreckt. Die untere Fläche 162 weist eine Reihe von Eindrücken oder Einbuchtungen 121 auf, die zum Eingriff mit einem nicht gezeigten Montagewerkzeug auf diesen ausgebildet sind, das zum Anziehen oder Lösen der Mutter 120 dient. Eine zentrale Öffnung 164 erstreckt sich zwischen der oberen Fläche 161 und der unteren Fläche 162. Ein Gewinde ist innerhalb einer Innenfläche der Befestigungsmutter 120 für den Schraubeingriff mit dem distalen Verbindungsende 127 des Schafts 112 ausgebildet.

Die oben beschriebene Ausführungsform kann in der folgenden Weise montiert werden. Das distale Ende 124 des Schafts 112 verläuft so durch die Anschlußstrukturöffnung 147, daß ein Abschnitt des distalen Endes des Schafts 112 sich in den Hohlraum 146 der Femuranschlußstruktur erstreckt. Die Befestigungsmutter 120 wird von der unteren Seite der Anschlußstruktur her in den Hohlraum 146 der Anschlußstruktur eingeführt, um einen Schraubeingriff mit dem distalen Verbindungsabschnitt 127 des Schafts 112 zu erlauben. Das mit einem Gewinde versehene Verbindungsende 127 des Schafts 112 steht in Schraubeingriff mit der mit einem Gewinde versehenen Befestigungsmutter 120 und sichert den Schaft 112 fest an der Femurkomponente 118. In einem solchen Eingriff wirken die sich ergänzenden Formen der Hohlraumstirnwand 151 und der kugelförmigen Seitenwand 160 der Befestigungsmutter 120 zusammen und positionieren den Schaft an einem von der Anschlußstrukturbefestigungsfläche 130 bestimmten ausgewählten Winkel. Sobald die Komponenten montiert sind, bestimmt die Anschlußstrukturbefestigungsfläche 130 des Schafts die Schaftwinkellage. Außerdem sind verschiedene Versetzungskonfigurationen unter Verwendung eines distalen Verbindungsabschnitts 127 möglich, der gegen die Längsachse versetzt ist, die, wie bereits besprochen, durch das proximale Schaftende verläuft.

Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen sind eine Vielzahl von Modifikationen und Variationen der vorliegenden Erfindung möglich. Es versteht sich ebenfalls, daß die grundlegende Femurkomponentenkonstruktion in dem vorliegenden System sowohl für das rechte als auch das linke Knie verwendet werden kann.


Anspruch[de]
Modulare Knieprothese (10, 100), umfassend:

eine erste Komponente mit einem Paar voneinander beabstandeten Kondylarabschnitten (36, 38, 136, 138) und einer Anschlußstruktur (40, 140), die sich zwischen den Kondylarabschnitten erstreckt, wobei die Anschlußstruktur eine obere Befestigungsfläche (40B, 140B), die sich allgemein horizontal in einer transversalen Ebene erstreckt, und eine gegenüberliegende untere Fläche (40C, 140C) mit einem darin ausgebildeten Hohlraum (46, 146) aufweist, der in einer im wesentlichen kugelförmigen Stirnwand (51, 151) endet, wobei sich eine Öffnung (47, 147) zwischen den oberen und unteren Befestigungsflächen der Anschlußstruktur erstreckt;

eine zweite Komponente (12, 112) mit einer distalen Befestigungsfläche (25, 125), die an der oberen Befestigungsfläche der Anschlußstruktur befestigbar ist, wobei die distale Befestigungsfläche der zweiten Komponenten und obere Befestigungsfläche der Anschlußstruktur dazwischen einen ausgewählten Befestigungswinkel definieren;

dadurch gekennzeichnet, daß

die zweite Komponente auch einen Verbindungsabschnitt (27, 127) aufweist, der sich distal von der distalen Befestigungsfläche erstreckt und so konfiguriert ist, daß er sich durch die Öffnung (47, 147) in der Anschlußstruktur erstreckt, und

daß die Knieprothese außerdem enthält:

eine Befestigungsmutter (20, 120), die zur Sicherung der zweiten Komponente an der ersten Komponente mit dem Verbindungsabschnitt der zweiten Komponente in Eingriff bringbar ist, wobei die Befestigungsmutter ein proximales Ende und ein distales Ende (62, 162) und eine kugelförmige Außenfläche (60, 160) aufweist, die sich vom proximalen Ende zum distalen Ende erstreckt, wobei die Außenfläche zum Eingreifen der im wesentlichen kugelförmigen Stirnwand der Anschlußstruktur gestaltet ist.
Knieprothese (10, 100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Komponente ein länglicher Schaft (12, 112) ist. Knieprothese (10, 100) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil des Schaftes (12, 112) mit einem Gewinde für Schraubeneingriff mit der Befestigungsmutter (20, 120) versehen ist. Knieprothese (10, 100) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das distale Ende (24, 124) der Schaftkomponente in der transversalen Ebene relativ zum proximalen Ende (22, 122) des Schaftes um eine ausgewählte Strecke versetzt ist. Knieprothese (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Knieprothese ferner einen Ring (14) mit einem Körperabschnitt (28) mit einer sich dort hindurch erstreckenden Öffnung (34) umfaßt und daß die zweite Komponente eine längliche Schaftkomponente (12) ist, wobei der Verbindungsabschnitt (27) der Schaftkomponente durch die Ringöffnung (34) und in und durch die Öffnung der Anschlußstruktur befestigbar ist. Knieprothese (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ring (14) zwischen der Schaftkomponente (12) und der femoralen Anschlußstruktur (40) positionierbar ist. Knieprothese (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußstruktur (40) ein Drehschutzmittel (44) zur Verhinderung einer Drehung des an der Anschlußstruktur (40) befestigten Ringes (14) enthält. Knieprothese (10, 110) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Befestigungswinkel der Befestigungsfläche (30, 130) der zweiten Komponente (12, 112) im Bereich von 1° bis ungefähr 15° in der medial-lateralen Richtung in der transversalen Ebene zur medialen oder lateralen Seite liegt.






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