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Dokumentenidentifikation DE102005051174A1 10.05.2007
Titel Werkzeug und Verfahren zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes
Anmelder EMUGE-Werk Richard Glimpel GmbH & Co. KG Fabrik für Präzisionswerkzeuge, 91207 Lauf, DE
Erfinder Glimpel, Helmut, Dipl.-Ing., 91207 Lauf, DE;
Hechtle, Dietmar, Dipl.-Ing., 91257 Pegnitz, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner, 90402 Nürnberg
DE-Anmeldedatum 24.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005051174
Offenlegungstag 10.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.05.2007
IPC-Hauptklasse B23G 7/00(2006.01)A, F, I, 20051024, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Werkzeug, insbesondere mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich, zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes, wobei
a) das Werkzeug um seine Werkzeugachse drehbar ist,
b) wenigstens zwei von der Werkzeugachse radial nach außen vorstehende oder ragende Drückstollen umfasst,
c) wobei jeder Drückstollen
c1) jeweils in axialer, vom Schaft wegführender Richtung nacheinander einen ersten Fußbereich sowie einen zweiten Fußbereich aufweist, zwischen denen ein Scheitelbereich angeordnet ist,
c2) wobei der radiale Abstand von der Werkzeugachse jeweils von den Fußbereichen zum Scheitelbereich hin zunimmt,
d) ein zweiter Drückstollen in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung um die Werkzeugachse nach einem ersten Drückstollen angeordnet ist und
e) der erste Fußbereich des ersten Drückstollens zu dem ersten Fußbereich des zweiten Drückstollens in einer axialen Richtung versetzt ist und/oder der zweite Fußbereich des ersten Drückstollen zu dem zweiten Fußbereich des zweiten Drückstollens in derselben oder in der entgegengesetzten, bezüglich der Werkzeugachse axialen Richtung versetzt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Werkzeug sowie ein Verfahren zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes.

Zur Gewindeerzeugung oder Gewindenachbearbeitung sind neben spanabhebenden auch spanlose Verfahren und Gewindewerkzeuge bekannt. Spanlose Verfahren weisen gegenüber spanabhebenden Verfahren den Vorteil hoher statischer und dynamischer Festigkeit auch bei größeren Gewindetiefen auf, da die Werkstofffasern nicht zerschnitten werden. Zudem fallen keine Späne an, und die Standzeiten sind in der Regel höher als bei spanenden Gewindebohrern.

Einen Überblick über im Einsatz befindliche Gewindeerzeugungswerkzeuge und Arbeitsverfahren gibt das Handbuch der Gewindetechnik und Frärtechnik, Herausgeber: EMUGE-FRANKEN, Verlag: Publicis Corporate Publishing, Erscheinungsjahr: 2004 (ISBN 3-89578-232-7), im Folgenden nur als "EMUGE-Handbuch" bezeichnet.

Unter die spanlosen Gewindeerzeugungswerkzeuge fallen die sogenannten Gewindefurcher (vgl. EMUGE-Handbuch, Kapitel 9, Seiten 299 bis 324) und, nur für Außengewinde, die Gewindewalzwerkzeuge (vgl. EMUGE-Handbuch, Kapitel 11, Seiten 373 bis 404). Gewindefurcher sind axial zu ihrer Werkzeugachse arbeitende Gewindewerkzeuge mit einem an einem Werkzeugschaft ausgebildeten Arbeitsbereich, der eine schraubenförmige die Werkzeugachse umlaufende Wirkfläche aufweist, mit der das Gewinde bei Drehung des Werkzeugs um die Werkzeugachse und axialem Vorschub entlang der Werkzeugachse in das Werkstück eingedrückt wird.

Aus WO 02/094491 A1 sind ein spanlos arbeitendes Gewindeformwerkzeug und ein Verfahren zur spanlosen Gewindeerzeugung bekannt, die auf einem anderen, als Zirkulargewindeformen bezeichenbaren Arbeitsprinzip beruhen. Das in WO 02/094491 A1 offenbarte Gewindeformwerkzeug ist langgestreckt und umfasst einen Arbeitsbereich mit einem oder mehreren durch Ringnuten voneinander getrennten ringförmigen Umfangsprofilen(en). Jedes Umfangsprofil ist in seinem Zentrum nicht-kreisförmig ausgebildet und weist wenigstens drei Erhebungen nach Art eines Polygons als Drückstollen auf. Zusätzlich können auch axial verlaufende Nuten zwischen den einzelnen Drückstollen an der Außenfläche des Werkzeugs zum Zuführen von Kühlflüssigkeit vorgesehen sein. Als Material für das Werkzeug wird entweder ein Carbid oder Schnellstahl vorgeschlagen.

Dieses Werkzeug wird nun bei dem Verfahren gemäß WO 02/094491 A1 unter Drehung um seine eigene Achse in eine Bohrung mit größerem Durchmesser als das Werkzeug eingeführt und vollführt eine kreisförmige Bewegung entlang des Umfangs der Bohrung sowie zugleich eine Vorschubbewegung in die Bohrung und formt dadurch spanlos das Gewinde in der Bohrung.

Das Gewinde wird gemäß WO 02/094491 A1 also, im Gegensatz zum axialen Gewindefurchen, nicht mittels einer spiralförmigen, der Gewindesteigung angepassten Wirkfläche am Werkzeug und einer nur axialen oder linearen Vorschubbewegung des Werkzeugs kombiniert mit einer Drehung um die eigene Werkzeugachse geformt, sondern mittels ringförmiger und damit steigungsloser und zugleich im Querschnitt polygonaler Wirkflächen am Werkzeug einerseits und einer mit einer Drehung des Werkzeugs um die eigene Längsachse kombinierten schraubenförmigen Bewegung des Werkzeugs, die aus einer linearen Vorschubbewegung axial zur Längsachse des Werkzeugs und einer Zirkularbewegung der Längsachse des Werkzeugs um eine Mittelachse der Bohrung resultiert, andererseits.

Dieser Gewindeformer wird im Folgenden auch als Zirkulargewindeformer oder, unter Erweiterung der bislang üblichen Nomenklatur, als Zirkulargewindefurcher und das zugehörige Verfahren als Zirkulargewindeformen oder Zirkulargewindefurchen bezeichnet.

Ein weiterer Zirkulargewindeformer ist auch aus der DE 103 18 203 A1 bekannt. Dieser bekannte Zirkulargewindeformer weist zumindest einen, vorzugsweise zumindest zwei Profilvorsprünge an seinem Formkopf auf, die über den Umfang durchgehend und mit sich über den Umfang verändernder radialer Erstreckung polygon ausgebildet sind. Die Profilvorsprünge bilden dadurch über den Umfang jeweils mehrere Drückstollen, die über den Umfang gleichmäßig oder auch ungleich verteilt sein können. Die Drückstollen benachbarter Profilvorsprünge können ferner in Umfangsrichtung zueinander, insbesondere entlang einer Wendel, versetzt sein.

Die Formkeile oder Drückstollen bei diesen bekannten Zirkulargewindeformern weisen jeweils zwei Seitenbereiche (oder: Flankenbereiche) und einen am weitesten nach außen ragenden Zentralbereich (oder: Scheitelbereich, Kopfbereich) auf. Die radialen Abstände der Seitenbereiche von der Werkzeugdrehachse nehmen in gleicher Weise zum Zentralbereich hin zu, die Drückstollen sind also bezüglich einer durch den Zentralbereich verlaufenden Symmetrieebene spiegelsymmetrisch aufgebaut.

Um Zeit bei der Herstellung des Gewindes zu sparen, wird der Formkopf des Zirkulargewindeformers, der Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich, mit möglichst vielen axial nacheinander angeordneten Drückstollen ausgeführt. Bei Zirkulargewindeformern mit vielen Drückstollen entsteht jedoch durch den großflächigen Kontaktbereich zum Werkstück eine relativ hohe Reibung. Die hohe Reibung führt dazu, dass die Standzeiten des Werkzeugs verkürzt werden.

Die Vielzahl von Drückstollen führt andererseits dazu, dass die auf das Werkstück über die Drückstollen einwirkenden Kräfte auf eine vergleichsweise große Fläche verteilt sind, so dass die auf die zu bearbeitende Fläche einwirkende Kraft pro Flächeneinheit relativ gering ist.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein neues Werkzeug und ein neues Verfahren zur Erzeugung eines Gewindes anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch ein Werkzeug mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 25 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Werkzeugs und des Verfahrens gemäß der Erfindung ergeben sich aus den von Anspruch 1 beziehungsweise Anspruch 25 jeweils abhängigen Ansprüchen.

Gemäß Anspruch 1 umfasst die Erfindung ein Werkzeug, insbesondere mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich, zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes, wobei

  • a) das Werkzeug um seine Werkzeugachse drehbar ist,
  • b) wenigstens zwei von der Werkzeugachse radial nach außen vorstehende oder ragende Drückstollen umfasst,
  • c) wobei jeder Drückstollen

    c1) jeweils in axialer, vom Schaft wegführender Richtung nacheinander einen ersten Fußbereich sowie einen zweiten Fußbereich aufweist, zwischen denen ein Scheitelbereich angeordnet ist,

    c2) wobei der radiale Abstand von der Werkzeugachse jeweils von den Fußbereichen zum Scheitelbereich hin zunimmt,
  • d) ein zweiter Drückstollen in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung um die Werkzeugachse nach einem ersten Drückstollen angeordnet ist und
  • e) der erste Fußbereich des ersten Drückstollens zu dem ersten Fußbereich des zweiten Drückstollens in einer axialen Richtung versetzt ist und/oder der zweite Fußbereich des ersten Drückstollens zu dem zweiten Fußbereich des zweiten Drückstollens in derselben oder in der entgegengesetzten, bezüglich der Werkzeugachse axialen Richtung versetzt ist.

Durch das Versetzen der Fußbereiche der Drückstollen verringert sich die gleichzeitig zu bearbeitende Fläche am Werkstück, so dass die auf die zu bearbeitende Fläche einwirkende Kraft pro Flächeneinheit ohne Erhöhung der Gesamtreibung erhöht werden kann, wodurch sich das Werkzeug besser bearbeiten lässt, ohne die Standzeiten des Werkzeugs zu verkürzen.

Vorzugsweise sind die Drückstollen steigungslos angeordnet. Das bedeutet insbesondere, dass Kurven, die auf der Außenfläche der Drückstollen durch Punkte gleichen Abstands von der Werkzeugachse verlaufen, keine Komponente in Richtung der Werkzeugachse aufweisen. Das Werkzeug kann bei dieser Ausführungsform bei der Bearbeitung oder Erzeugung eines Gewindes in günstiger Weise um seine Achse rotieren. Bei steigungsloser Anordnung der Drückstollen erhöht sich auch die Flexibilität, das Werkzeug für unterschiedliche Gewindedurchmesser einzusetzen.

Bevorzugt weist wenigstens ein erster Drückstollen und wenigstens ein dem wenigstens einen ersten Drückstollen in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung benachbarter zweiter Drückstollen den gleichen axialen Abstand zwischen den zugehörigen Fußbereichen auf. Bei dieser Ausführungsform sind die Fußbereiche der Drückstollen in einer axialen Richtung gegeneinander versetzt. Es kann dann eine alternierende flächige Bearbeitung des Gewindegangs durch die sich von sich den jeweiligen Fußbereichen in Richtung der Scheitelbereiche erstreckenden Flächen erfolgen.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Scheitelbereich des ersten Drückstollens zum Scheitelbereich eines in einer axialen Richtung benachbarten Drückstollens einen größeren Abstand auf als zum Scheitelbereich eines in der entgegengesetzten axialen Richtung benachbarten Drückstollens und/oder der Scheitelbereich des ersten Drückstollens ist zu dem Scheitelbereich des zweiten Drückstollens in axialer Richtung versetzt. Diese Ausführungsform ermöglicht, dass die Scheitelbereiche sich gegenseitig ergänzend die Gewindegänge bearbeiten.

Vorzugsweise ist der axiale Abstand vom ersten Fußbereich zum Scheitelbereich beim ersten Drückstollen kleiner als der Abstand vom zweiten Fußbereich zum Scheitelbereich und/oder der Abstand vom ersten Fußbereich zum Scheitelbereich beim zweiten Drückstollen größer als der Abstand vom zweiten Fußbereich zum Scheitelbereich. Diese Ausführungsform ermöglicht, dass sich die Fußbereiche sich gegenseitig ergänzend die Gewindegänge bearbeiten.

Bevorzugt weist das Werkzeug wenigstens drei in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander angeordnete Drückstollen auf, wobei der Scheitelbereich jedes dieser Drückstollen zu den Scheitelbereichen der in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen jeweils um den gleichen Abstand axial versetzt ist und/oder wobei dem oder wenigstens einem der ersten und dem oder wenigstens einem in einer axialen Richtung benachbarten dritten Drückstollen jeweils in beiden axialen Richtungen Drückstollen benachbart sind, wobei der erste Drückstollen einen Abstand zu dem in der axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen und einen vom Abstand verschiedenen Abstand zu dem in der entgegengesetzt axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen aufweist, und der dritte Drückstollen den Abstand zu dem in der axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen und den Abstand zu dem in entgegengesetzt axialer Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen aufweist. Bei dieser Ausführungsform können die zueinander versetzt angeordneten Drückstollen in Umfangsrichtung beziehungsweise Drehrichtung und/oder in axialer Richtung alternierend angeordnet sein. Bei dieser Anordnung erstrecken sich die versetzten Drückstollen über einen großen Teil des Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereichs oder über den gesamten Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich. Durch die somit größere Zahl von versetzten Drückstollen lässt sich das Werkstück noch besser bearbeiten, ohne die Standzeiten des Werkzeugs zu reduzieren.

Vorzugsweise weisen wenigstens ein erster Drückstollen und wenigstens ein zweiter Drückstollen jeweils einen unterschiedlichen axialen Abstand zwischen den zugehörigen Fußbereichen auf. Der axiale Abstand der Fußbereiche wenigstens eines ersten Drückstollens ist also größer als der Abstand der Fußbereiche des wenigstens einen zweiten Drückstollens. Diese Ausführungsform entlastet bei dem/den Drückstollen mit geringerem axialen Abstand die Fußbereiche und konzentriert somit dessen/deren Gewinde erzeugende oder bearbeitende Wirkung im Scheitelbereich.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Scheitelbereich des ersten Drückstollens zum Scheitelbereich eines in einer axialen Richtung benachbarten Drückstollens den gleichen Abstand auf wie zu dem Scheitelbereich des in der entgegengesetzten axialen Richtung benachbarten Drückstollens und/oder der Scheitelbereich des ersten Drückstollens zu dem Scheitelbereich des zweiten Drückstollens nicht in axialer Richtung versetzt. Diese Ausführungsform verringert die radiale Abdrängung des Werkzeugs beziehungsweise die auf das Werkzeug wirkenden Querkräfte.

Vorzugsweise ist der Abstand vom ersten Fußbereich zum Scheitelbereich gleich dem Abstand vom zweiten Fußbereich zum Scheitelbereich und der Abstand der Fußbereiche zum Scheitelbereich des ersten Drückstollens ist größer als der Abstand der Fußbereiche zum Scheitelbereich des zweiten Drückstollens. Bei dieser Ausführungsform sind sich bei der Ausbildung der Gewindegänge gegenseitig ergänzende Fußbereiche ausgebildet. Diese Ausführungsform ist insbesondere in der Schlussphase der Bearbeitung der Gewindegänge vorteilhaft, in der das Gewinde bereits weitgehend ausgebildet ist, und durch die ergänzende Ausbildung die für die Bearbeitung erforderlichen hohen Flächenkräfte einfacher aufgebracht werden können.

Bevorzugt weist das Werkzeug wenigstens drei in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung nacheinander angeordnete Drückstollen auf, wobei die Differenzen der Abstände der Fußbereiche wenigstens eines Drückstollens und der Abstände der Fußbereiche der in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen betragsmäßig jeweils gleich und größer als Null sind. Bei dieser Ausführungsform können die zueinander versetzt angeordneten Drückstollen in Umfangsrichtung beziehungsweise Drehrichtung alternierend angeordnet sein. Hierdurch ergänzen sich die Wirkungen des Versetzens während der Drehung des Werkzeugs, zudem verringert sich die radiale Abdrängung des Werkzeugs über einen größeren Bereich des Werkzeugumfangs oder über den gesamten Werkzeugumfang.

Vorzugsweise weist das Werkzeug wenigstens drei in axialer Richtung nacheinander angeordnete Drückstollen auf, wobei bei wenigstens einem Drückstollen die Differenzen des axialen Abstands der Fußbereiche und des axialen Abstands der Fußbereiche der in Axialrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen betragsmäßig jeweils gleich und von Null verschieden sind. Bei dieser Ausführungsform können die zueinander versetzt angeordneten Drückstollen in axialer Richtung alternierend angeordnet sein. Diese Ausführungsform verringert die radiale Abdrängung auch bei mehreren in Axialrichtung nacheinander angeordneten Drückstollen.

In einer vorteilhaften Ausführungsform sind ein erster, zweiter, dritter und vierter Drückstollen in Werkzeugumfangrichtung oder Drehrichtung nacheinander angeordnet, der Scheitelbereich des ersten Drückstollens ist zu dem Scheitelbereich des zweiten Drückstollens axial versetzt und der Scheitelbereich des dritten Drückstollens zu dem Scheitelbereich des vierten Drückstollens nicht axial versetzt, jedoch mit unterschiedlichen Abständen der den Drückstollen zugehörigen Fußbereiche angeordnet ist. Bei dieser Ausführungsform können in Umfangsrichtung nacheinander zwei zueinander in axialer Richtung versetzte Drückstollen und neben diesen zwei Drückstollen mit unterschiedlichen Abständen der zugehörigen Fußbereiche angeordnet sein. Diese Ausführungsform kombiniert die Vorzüge einer sich ergänzenden Bearbeitung der Flanken des zu erzeugenden Gewindegangs mit den Vorzügen einer geringeren radialen Abdrängung des Werkzeugs.

Bevorzugt weist

  • a) jeder Drückstollen

    a1) in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander wenigstens einen ersten Seitenbereich, einen Zentralbereich und einen zweiten Seitenbereich auf,

    a2) wobei der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche von der Werkzeugachse jeweils zum Zentralbereich hin zunimmt,
  • b) der Zentralbereich eines zweiten Drückstollens in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unter einem ersten Winkel in einem Drehsinn nach einem Zentralbereich eines ersten Drückstollens angeordnet ist,
  • c) der Zentralbereich des ersten Drückstollens in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unter einem zweiten Winkel in dem Drehsinn nach einem Zentralbereich eines weiteren Drückstollens angeordnet ist und
  • d) und der erste Winkel ungleich dem zweiten Winkel ist.

Es ergibt sich also eine variable Aufteilung der Drückstollen bzw. der Zentralbereiche entlang des Werkzeugumfangs. Die variable Aufteilung kann beispielsweise durch unterschiedliche Abmessungen der Drückstollen in Werkzeugumfangsrichtung oder auch durch unterschiedliche Abmessungen der zwischen den Drückstollen angeordneten Zwischenräume erzielt werden.

Besonders bevorzugt sind bei dieser Ausführungsform mehrere Drückstollen axial nacheinander in Reihen angeordnet, wodurch sich eine variable Teilung der Reihen ergibt. Durch die variable Teilung ergeben sich verbesserte Eingriffsbedingungen, beispielsweise weniger Vibrationen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist

  • a) jeder Drückstollen

    a1) in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander wenigstens einen ersten Seitenbereich, einen Zentralbereich und einen zweiten Seitenbereich auf,

    a2) wobei der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche von der Werkzeugachse jeweils zum Zentralbereich hin zunimmt,
  • b) dem Zentralbereich eines ersten Drückstollens unter einem ersten Neigungswinkel zur Richtung der Werkzeugachse mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse ein Zentralbereich eines dritten Drückstollens benachbart ist,
  • c) dem Zentralbereich eines zweiten Drückstollens unter einem zweiten Neigungswinkel zur Richtung der Werkzeugachse mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse ein Zentralbereich eines vierten Drückstollens benachbart ist,
  • d) und der erste Neigungswinkel gleich oder ungleich dem zweiten Neigungswinkel ist.

Die Zentralbereiche können bei dieser Ausführungsform also schraubenförmig versetzt angeordnet sein. Dadurch ergibt sich im Einsatz ein variierender Zahnvorschub, bei konstantem Mittelpunktsvorschub und so ein ruhigerer Lauf durch reduzierte Schwingungen.

Bevorzugt sind die Drückstollen axial nacheinander in Reihen angeordnet und zwischen den Reihen Nuten und/oder Kanäle zur Führung eines fluiden Mediums, insbesondere eines Kühl- und/oder Schmiermittels, angeordnet. Eine effiziente Zufuhr von Kühlmittel ist sehr vorteilhaft für die Standzeit des Werkzeugs, da so ein Überhitzen des Werkzeugs wie auch des Werkstücks verhindert oder zumindest reduziert wird.

Vorzugsweise ist ein Trägerkörper, insbesondere einem Werkzeugschaft, bei dem wenigstens ein Drückstollen an einem vorgefertigten Teil ausgebildet ist oder aus einem vorgefertigten Teil gebildet und das oder jedes vorgefertigte Teil an dem Trägerkörper mittels Befestigungsmitteln befestigt.

Eine Vorfertigung senkt die Kosten für die Herstellung des Werkzeugs, zudem lassen sich Trägerkörper einerseits und Drückstollen andererseits aus unterschiedlichen und somit für die jeweilige Aufgabe besonders gut geeigneten Materialien fertigen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Werkzeugschaft aus einem Werkzeugstahl, insbesondere einem Schnellarbeitsstahl gefertigt ist. Das kann beispielsweise ein Hochleistungsschnellstahl (HSS-Stahl) oder ein cobaltlegierter Hochleistungsschnellstahl (HSS-E-Stahl) sein. Die Gewindeerzeugungsbereiche sind im Allgemeinen aus einem Material, das härter ist als das Material des Werkstücks und ausreichende Zähigkeit aufweist, vorzugsweise aus Hartmetall oder aus einer Hartmetalllegierung, insbesondere P-Stahl oder K-Stahl oder Cermet, oder aus Sinterhartmetall, insbesondere aus Wolframkarbid oder Titannitrid oder Titankarbid oder Titankarbonitrid oder Aluminiumoxid oder aus polykristallinem Diamant (PKD) gefertigt.

Bevorzugt umfasst das Werkzeug einen Trägerkörper, insbesondere einen Werkzeugschaft, bei dem wenigstens ein Drückstollen an dem Trägerkörper ausgebildet ist, insbesondere durch Materialabtrag wie Schleifen am Trägerkörper oder Urformen zusammen mit dem Trägerkörper erzeugt. Dies ermöglicht eine besonders stabile, insbesondere einteilige Ausführungsform, da keine Teile aneinander fixiert sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Werkzeug wenigstens einem zusätzlichen spanabhebenden Bereich zusätzlich zu dem wenigstens einen Drückstollen auf. Bei dieser Ausführungsform kann in einem Arbeitsgang sowohl die spanabhebende als auch die spanlose Bearbeitung des Werkstücks erfolgen und somit das Gewinde sehr effizient gefertigt werden.

Vorzugsweise ist bei dem Werkzeug

  • a) wenigstens ein zusätzlicher spanabhebender Bereich zum spanenden Erzeugen eines Vorgewindes in einer Werkstückoberfläche ausgebildet und vorgesehen und
  • b) der wenigstens eine Drückstollen zum Fertigstellen des Gewindes durch Nachbearbeiten des Vorgewindes in der Werkstückoberfläche ausgebildet und vorgesehen.

Diese Kombination ermöglicht eine besonders schnelle und/oder effiziente Fertigung eines Vorgewindes und die Fertigstellung des Gewindes in einem Arbeitsgang.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist der wenigstens eine zusätzliche spanabhebende Bereich ein Bohrbereich und/oder ein Fräsbereich. Bei dieser Ausführungsform kann in einem Arbeitsgang sowohl das Anfertigen der Bohrung oder des Fräsbereichs als auch die Ausführung des Gewindes erfolgen.

Vorzugsweise ist wenigstens ein Drückstollen zum Nachbearbeiten und/oder Egalisieren der Gewindegänge oder Gewindeflanken des Gewindes vorgesehen. Mit Hilfe dieser Ausführungsform können in vorteilhafter Weise Unregelmäßigkeiten des Gewindes beseitigt werden.

Bevorzugt weist das Werkzeug keinen spanabhebenden Bereich und/oder keine Schneide auf. In diesem Fall fallen keine Späne bei der Bearbeitung des Gewindes an, so dass die Handhabung des Werkzeugs deutlich vereinfacht ist.

Vorzugsweise ist der erste Drückstollen vom zweiten Drückstollen in axialer Richtung um 1 bis 50% der Gewindesteigung beabstandet.

In Versuchen hat sich gezeigt, dass dieser relative Abstand des ersten Drückstollens vom zweiten Drückstollen besonders vorteilhafte Eigenschaften bei der Bearbeitung oder Erzeugung des Gewindes aufweist.

In einer konkreten Ausführungsform hat sich gezeigt, dass eine Beabstandung des ersten Drückstollen vom zweiten Drückstollen in axialer Richtung um 3 bis 20%, insbesondere 10%, besonders vorteilhafte Eigenschaften aufweist.

Außerdem wird gemäß Anspruch 25 ein Verfahren zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes, insbesondere durch Zirkulargewindeformen vorgeschlagen,

  • a1) bei dem sich ein Werkzeug gemäß Anspruch 1 um seine Werkzeugachse dreht, und
  • a2) sich mit einer linearen Vorschubbewegung entlang einer Vorschubrichtung parallel zur Werkzeugachse relativ zu einem Werkstück bewegt,
  • a3) wobei das Werkzeug zusätzlich zu der linearen Vorschubbewegung eine Zirkularbewegung relativ zum Werkstück ausführt, bei der sich die Werkzeugachse um eine Mittelachse parallel zur Werkzeugachse bewegt,
  • b) wobei das Werkzeug zur Erzeugung des Gewindes nacheinander den ersten Drückstollen in die Werkstückoberfläche und den zweiten Drückstollen eindrückt.

Bevorzugt weist der erste Drückstollen ein erstes Wirkprofil und der zweite Drückstollen ein vom ersten Drückstollen verschiedenes zweites Wirkprofil auf. Besonders bevorzugt, jedoch unabhängig beansprucht, ergänzen sich die Wirkprofile der das Gewinde bearbeitenden Drückstollen zum Endprofil.

In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Wirkprofil des ersten Drückstollens zum Wirkprofil des zweiten Drückstollens in axialer Richtung verschoben. Dies ermöglicht eine besonders effektive Aufspaltung der Wirkprofile zum Endprofil.

Vorzugsweise weist das Wirkprofil des ersten Drückstollens im Vergleich zum Wirkprofil des zweiten Drückstollens schmälere Abstände der Fußbereiche auf. Dies verringert die radiale Abdrängung.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen weiter erläutert. Dabei wird auch auf die Zeichnung Bezug genommen, deren

1 die Mantelfläche eines Werkzeugs mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich in ebener Projektion,

2 das Werkzeug gemäß 1 im Querschnitt,

3 das Werkzeug gemäß 1 im Querschnitt,

4 das Werkzeug gemäß 1 im Querschnitt,

5 ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich im Querschnitt,

6 ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich in perspektivischer Darstellung und

7 ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich im Querschnitt,

jeweils in erfindungsgemäßer Ausführungsform zeigt.

1 zeigt die Mantelfläche eines Werkzeugs mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich mit vier Reihen 50 bis 53, zwischen denen jeweils Nuten 54 bis 57 angeordnet sind. Jede Reihe 50 bis 53 umfasst jeweils sechs in Richtung der Werkzeugachse nacheinander angeordnete Drückstollen 11 bis 16, 21 bis 26, 31 bis 36 beziehungsweise 41 bis 46 mit Scheitelbereichen 11D bis 16D, 21D bis 26D, 31D bis 36D beziehungsweise 41D bis 46D. Einander in Umfangsrichtung benachbarte Drückstollen sind jeweils um den Abstand K in einer axialen Richtung versetzt. Zu den einem Drückstollen in axialer Richtung benachbarten Drückstollen beträgt die betragsmäßige Differenz der Abstände ebenfalls jeweils K.

Die Drückstollen in 1 weisen jeweils gleichen Abstand zwischen ihren ersten Fußbereichen 11E bis 16E, 21E bis 26E, 31E bis 36E beziehungsweise 41E bis 46E einerseits und ihren zweiten Fußbereichen 11F bis 16F, 21F bis 26F, 31F bis 36F beziehungsweise 41F bis 46F andererseits auf.

Die Drückstollen weisen bei der in 1 gezeigten Projektion der Mantelfläche im Querschnitt im wesentlichen eine quadratische beziehungsweise annähernd quadratische Form auf. Die jeweils übernächsten Drückstollen 31 bis 36 beziehungsweise 41 bis 46 entlang des Umfangs sind gegenüber den Drückstollen 11 bis 16 beziehungsweise 21 bis 26 nicht in einer axialen Richtung versetzt, wodurch sich insgesamt eine steigungslose Anordnung der Drückstollen entlang des Werkzeugumfangs ergibt.

Greift bei Drehung des Werkzeugs zunächst der Scheitelbereich 11G in das zu erzeugende Gewinde ein, greift anschließend der Scheitelbereich 21G, dann der Scheitelbereich 31G und schließlich der Scheitelbereich 41G formend in das zu erzeugende Gewinde ein. Dabei bilden die in axialer Richtung gegeneinander versetzten Scheitelbereiche 11G und 31G einerseits und die Scheitelbereiche 21G und 41G andererseits sich zum Endprofil ergänzende Wirkprofile.

Bei weiterer Drehung des Werkzeugs greifen vornehmlich einerseits die sich von den Scheitelbereichen 11G bzw. 31G in Richtung zu den zweiten Fußbereichen 11F bzw. 31F erstreckende Bereiche, andererseits die sich von den Scheitelbereichen 21G bzw. 41G in Richtung zu den ersten Fußbereichen 21E bzw. 41E erstreckende Bereiche formend in das zu erzeugende Gewinde ein und bilden auch so sich zum Endprofil ergänzende Wirkprofile.

Die Drückstollen 13, 23, 33 und 43 sowie 15, 25, 35 und 45 verhalten sich entsprechend. Auch die Drückstollen 22, 32, 42 und 12 sowie 24, 34, 44 und 14 sowie 26, 36, 46 und 16 verhalten sich analog.

2 zeigt das Werkzeug gemäß 1 im Querschnitt mit vier Reihen 50 bis 53, zwischen denen jeweils Nuten 54 bis 57 angeordnet sind. Die gezeigten Drückstollen 11, 21, 31 sowie 41 weisen jeweils Seitenbereiche 11A, 21A, 31A, 41A sowie 11C, 21C, 31C, 41C und Zentralbereiche 11B, 21B, 31B, 41B auf. Der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche von der Werkzeugachse B nimmt jeweils zum jeweiligen Zentralbereich hin zu.

3 zeigt das Werkzeug gemäß 1 in einem weiteren, orthogonal zum Querschnitt in 2 angeordneten Querschnitt. 3 zeigt Drückstollen 21 bis 26 mit Scheitelbereichen 21D bis 26D sowie ersten Fußbereichen 21E bis 26E und zweiten Fußbereichen 21F bis 26F.

Die Drückstollen 22, 24 und 26 sind gegenüber den in Umfangsrichtung benachbarten Drückstollen 12, 14 und 16 axial versetzt. Die Drückstollen 21 bis 26 weisen gegenüber den jeweils in axialer Richtung benachbarten Drückstollen Abstände auf, die sich betragsmäßig um den Wert K unterscheiden.

Die Scheitelbereiche sind jeweils orthogonal zu den Zentralbereichen angeordnet.

Die zweiten Fußbereiche 21F, 23F sowie 25F der Drückstollen 21, 23 und 25 weisen jeweils einen größeren Abstand vom jeweiligen Scheitelbereich 21G, 23G bzw. 25G auf als die ersten Fußbereiche 21E, 23E bzw. 25E der Drückstollen 21, 23 und 25 gegenüber den jeweiligen Scheitelbereichen 21G, 23G und 25.

Die zweiten Fußbereiche 22F, 24F sowie 26F der Drückstollen 22, 24 und 26 weisen jeweils einen kleineren Abstand vom jeweiligen Scheitelbereich 22G, 24G bzw. 26G auf als die ersten Fußbereiche 22E, 24E bzw. 26E der Drückstollen 22, 24 und 26 gegenüber den jeweiligen Scheitelbereichen 22G, 24G und 26.

4 zeigt das Werkzeug gemäß 1 in einem weiteren, orthogonal zum Querschnitt in 2 angeordneten Querschnitt. 4 zeigt Drückstollen 31 bis 36.

Die Drückstollen 32, 34 und 36 sind gegenüber den in Umfangsrichtung benachbarten Drückstollen 22, 24 und 26 axial versetzt. Die Drückstollen 31 bis 36 weisen gegenüber den jeweils in axialer Richtung benachbarten Drückstollen Abstände auf, die sich betragsmäßig um den Wert K unterscheiden.

5 zeigt ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich im Querschnitt. Die Drückstollen 21' bis 26' weisen jeweils erste Fußbereiche 21E' bis 26E' sowie zweite Fußbereiche 21F' bis 26F' mit Abständen 21G' bis 26G' zwischen diesen auf, die Drückstollen 31' bis 36' weisen jeweils erste Fußbereiche 31E' bis 36E' sowie zweite Fußbereiche 31F' bis 36F' mit Abständen 31G' bis 36G' zwischen diesen auf.

Die Abstände 21G' bis 26G' der Drückstollen 21' bis 26' sind jeweils um den gleichen Betrag geringer als die Abstände 31G' bis 36G' der in Umfangsrichtung benachbarten, im Hintergrund erkennbaren Drückstollen 31' bis 36'.

Die Drückstollen weisen bei den in den 3 bis 5 gezeigten, durch die Werkzeugachse verlaufenden Querschnitten im wesentlichen die Form gleichschenkliger Dreiecke auf, wobei die nach außen gerichtete Spitze jeweils abgerundet ist.

6 zeigt ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich in perspektivischer Darstellung. 6 zeigt Drückstollen 61 bis 70 mit Zentralbereichen 61B bis 70B sowie Seitenbereichen 61A bis 70A bzw. 61C bis 70C.

Der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche 61A bis 70A bzw. 61C bis 70C von der Werkzeugachse B nimmt jeweils zum jeweiligen Zentralbereich 61Bbis 70B hin zu. Die durch die Zentralbereiche 61B bis 65B verlaufende erste gerade 80 bildet einen Winkel &lgr;1 zur Richtung der Werkzeugachse mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse, die durch die Zentralbereiche 66B bis 70B verlaufende zweite Gerade 81 bildet einen Winkel &lgr;2 zur Richtung der Werkzeugachse mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse. Der Winkel &lgr;2 ist größer als der Winkel &lgr;1.

7 zeigt ein weiteres Werkzeug mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich im Querschnitt. Die Reihen 51 und 53 sind gegenüber den Reihen 50 und 52 um den Winkel &Dgr; versetzt gegenüber einer 90°-Teilung. Die Reihen 52 und 50 beziehungsweise 51 und 53 bilden einen 180°-Winkel zueinander. Zwischen den Reihen sind jeweils Nuten 54 bis 57 angeordnet. Die Nuten 55 und 57 weisen eine größere Breite als die Nuten 54 und 56 auf.

1
Zirkulargewindeformer
2
Schaft
11 bis 16,
Drückstollen
21 bis 26,
Drückstollen
31 bis 36,
Drückstollen
41 bis 46,
Drückstollen
21 bis 26',
Drückstollen
30' bis 36',
Drückstollen
61 bis 70
Drückstollen
13E, 23E, 33E, 43E,
erste Fußbereiche
21E' bis 26E'
erste Fußbereiche
13F, 23F, 33F, 43F,
zweite Fußbereiche
21F' bis 26F'
zweite Fußbereiche
13D, 23D, 33D, 43D
Scheitelbereiche
13G, 23G, 33G, 43G,
Scheitelbereiche
21G' bis 26G'
Abstände Fußbereiche
50 bis 53
Reihen
54 bis 57
Nuten
61A bis 70A,
Seitenbereiche
61C bis 70C
Seitenbereiche
61B bis 70B
Zentralbereiche
80
erste Gerade
81
zweite Gerade
B
Werkzeugachse
K bis M
Abstände Scheitelbereiche
P bis S
Abstände Fußbereiche – Scheitelbereiche
V bis Z
Abstände Drückstollen


Anspruch[de]
Werkzeug (1), insbesondere mit Zirkulargewindeformer-Arbeitsbereich, zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes, wobei

a) das Werkzeug um seine Werkzeugachse (B) drehbar ist,

b) wenigstens zwei von der Werkzeugachse radial nach außen vorstehende oder ragende Drückstollen (23, 33) umfasst,

c) wobei jeder Drückstollen

c1) jeweils in axialer, vom Schaft (2) wegführender Richtung nacheinander einen ersten Fußbereich (23E) sowie einen zweiten Fußbereich (23F) aufweist, zwischen denen ein Scheitelbereich (23D) angeordnet ist,

c2) wobei der radiale Abstand von der Werkzeugachse (B) jeweils von den Fußbereichen (23E, 23F) zum Scheitelbereich (23D) hin zunimmt,

d) ein zweiter Drückstollen (33) in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung um die Werkzeugachse nach einem ersten Drückstollen (23) angeordnet ist und

e) der erste Fußbereich (23E) des ersten Drückstollens (23) zu dem ersten Fußbereich (33E) des zweiten Drückstollens (33) in einer axialen Richtung versetzt ist und/oder der zweite Fußbereich (23E) des ersten Drückstollens (23) zu dem zweiten Fußbereich (33E) des zweiten Drückstollens (33) in derselben oder in der entgegengesetzten, bezüglich der Werkzeugachse axialen Richtung versetzt ist.
Werkzeug nach Anspruch 1, wobei die Drückstollen steigungslos angeordnet sind. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, wobei wenigstens ein erster Drückstollen (23) und wenigstens ein dem wenigstens einen ersten Drückstollen in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung benachbarter zweiter Drückstollen (33) den gleichen axialen Abstand (23G, 33G) zwischen den zugehörigen Fußbereichen (23E, 23F; 33E, 33F) aufweisen. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Scheitelbereich (23D) des ersten Drückstollens (23) zum Scheitelbereich (22D) eines in einer axialen Richtung benachbarten Drückstollens (22) einen größeren Abstand aufweist als zum Scheitelbereich (24D) eines in der entgegengesetzten axialen Richtung benachbarten Drückstollens (24)

und/oder wobei der Scheitelbereich (23D) des ersten Drückstollens (23) zu dem Scheitelbereich (33D) des zweiten Drückstollens (33) in axialer Richtung versetzt ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der axiale Abstand (P) vom ersten Fußbereich (23E) zum Scheitelbereich (23D) beim ersten Drückstollen (23) kleiner als der Abstand (Q vom zweiten Fußbereich (23F) zum Scheitelbereich (23D) ist und/oder

wobei der Abstand (R) vom ersten Fußbereich (33E) zum Scheitelbereich (33D) beim zweiten Drückstollen größer als der Abstand (S) vom zweiten Fußbereich (33F) zum Scheitelbereich (33D) ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

das wenigstens drei in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander angeordnete Drückstollen (23, 33, 43) aufweist,

wobei der Scheitelbereich (33D) jedes dieser Drückstollen (33) zu den Scheitelbereichen (23D, 43D) der in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (23, 43) jeweils um den gleichen Abstand (K) axial versetzt ist

und/oder wobei dem oder wenigstens einem der ersten (23) und dem oder wenigstens einem in einer axialen Richtung benachbarten dritten Drückstollen (24) jeweils in beiden axialen Richtungen Drückstollen (22, 24; 23, 25) benachbart sind,

wobei der erste Drückstollen (23) einen Abstand (V) zu dem in der axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (24) und einen vom Abstand (V) verschiedenen Abstand (W) zu dem in der entgegengesetzt axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (22) aufweist,

und der dritte Drückstollen (24) den Abstand (W) zu dem in der axialen Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (25) und den Abstand (V) zu dem in entgegengesetzt axialer Richtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (23) aufweist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein erster Drückstollen (23') und wenigstens ein zweiter Drückstollen (33') jeweils einen unterschiedlichen axialen Abstand zwischen den zugehörigen Fußbereichen aufweisen. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Scheitelbereich (23D') des ersten Drückstollens (23') zum Scheitelbereich (24D') eines in einer axialen Richtung benachbarten Drückstollens (24') den gleichen Abstand aufweist wie zu dem Scheitelbereich (22D') des in der entgegengesetzten axialen Richtung benachbarten Drückstollens (22')

und/oder wobei der Scheitelbereich (23D') des ersten Drückstollens (23') zu dem Scheitelbereich (33D') des zweiten Drückstollens (33') nicht in axialer Richtung versetzt ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei der Abstand (P') vom ersten Fußbereich (23E') zum Scheitelbereich (23D') gleich dem Abstand (Q') vom zweiten Fußbereich (23F') zum Scheitelbereich (23D') ist

und wobei der Abstand (P', Q') der Fußbereiche (23E', 23F') zum Scheitelbereich (23D') des ersten Drückstollens (23') größer als der Abstand (R', S') der Fußbereiche (33E', 33F') zum Scheitelbereich (33D') des zweiten Drückstollens (33') ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei das Werkzeug (1) wenigstens drei in Werkzeugumfangsrichtung oder in Drehrichtung nacheinander angeordnete Drückstollen (23', 33', 43') aufweist,

wobei die Differenzen der Abstände der Fußbereiche (33E', 33F') wenigstens eines Drückstollens (33') und der Abstände der Fußbereiche (23E', 23F'; 43E', 43F') der in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (23', 43') betragsmäßig jeweils gleich und größer als Null sind.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei das Werkzeug (1) wenigstens drei in axialer Richtung nacheinander angeordnete Drückstollen (22', 23', 24') aufweist,

wobei bei wenigstens einem Drückstollen (23') die Differenzen des axialen Abstands (23G') der Fußbereiche (23E', 23F') und des axialen Abstands (22G', 24G') der Fußbereiche (22E', 22F', 24E', 24F') der in Axialrichtung unmittelbar benachbarten Drückstollen (22', 24') betragsmäßig jeweils gleich und von Null verschieden sind.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei ein erster (13''), zweiter (23''), dritter (33'') und vierter (43'') Drückstollen in Werkzeugumfangrichtung oder Drehrichtung nacheinander angeordnet sind,

der Scheitelbereich (13D'') des ersten Drückstollens (13'') zu dem Scheitelbereich (23D'') des zweiten Drückstollens (23'') axial versetzt ist

und der Scheitelbereich (33D'') des dritten Drückstollens (33'') zu dem Scheitelbereich (43D'') des vierten Drückstollens (43'') nicht axial versetzt, jedoch mit unterschiedlichen Abständen (33G'', 43G'') der den Drückstollen zugehörigen Fußbereiche (33E'', 33F'', 43E'', 43F'') angeordnet ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

a) wobei jeder Drückstollen

a1) in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander wenigstens einen ersten Seitenbereich (60), einen Zentralbereich (62) und einen zweiten Seitenbereich (61) aufweist,

a2) wobei der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche von der Werkzeugachse (B) jeweils zum Zentralbereich (63) hin zunimmt,

b) der Zentralbereich (64) eines zweiten Drückstollens in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unter einem ersten Winkel in einem Drehsinn nach einem Zentralbereich (63) eines ersten Drückstollens angeordnet ist,

c) der Zentralbereich (63) des ersten Drückstollens in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung unter einem zweiten Winkel in dem Drehsinn nach einem Zentralbereich (62) eines weiteren Drückstollens angeordnet ist und

d) und der erste Winkel ungleich dem zweiten Winkel ist.
Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12,

a) wobei jeder Drückstollen

a1) in Werkzeugumfangsrichtung oder Drehrichtung nacheinander wenigstens einen ersten Seitenbereich (60), einen Zentralbereich (62) und einen zweiten Seitenbereich (61) aufweist,

a2) wobei der radiale Abstand jedes der Seitenbereiche von der Werkzeugachse (B) jeweils zum Zentralbereich (63) hin zunimmt,

b) dem Zentralbereich (63) eines ersten Drückstollens unter einem ersten Neigungswinkel zur Richtung der Werkzeugachse (B) mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse ein Zentralbereich (65) eines dritten Drückstollens benachbart ist,

c) dem Zentralbereich (64) eines zweiten Drückstollens unter einem zweiten Neigungswinkel zur Richtung der Werkzeugachse (B) mit einer Komponente in Richtung der Werkzeugachse ein Zentralbereich (66) eines vierten Drückstollens benachbart ist,

d) und der erste Neigungswinkel gleich oder ungleich dem zweiten Neigungswinkel ist.
Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Drückstollen axial nacheinander in Reihen (50, 51, 52, 53) angeordnet sind und zwischen den Reihen Nuten und/oder Kanäle (54, 55, 56, 57) zur Führung eines fluiden Mediums, insbesondere eines Kühl- und/oder Schmiermittels, angeordnet sind. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Trägerkörper, insbesondere einem Werkzeugschaft (3), bei dem wenigstens ein Drückstollen (13, 23, 33, 43, ...) an einem vorgefertigten Teil ausgebildet ist oder aus einem vorgefertigten Teil gebildet ist und das oder jedes vorgefertigte Teil an dem Trägerkörper mittels Befestigungsmitteln befestigt ist. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Trägerkörper, insbesondere einem Werkzeugschaft (3), bei dem wenigstens ein Drückstollen (13, 23, 33, 43, ...) an dem Trägerkörper ausgebildet ist, insbesondere durch Materialabtrag wie Schleifen am Trägerkörper oder Urformen zusammen mit dem Trägerkörper erzeugt ist. Werkzeug nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche mit wenigstens einem zusätzlichen spanabhebenden Bereich zusätzlich zu dem wenigstens einen Drückstollen (13, 23, 33, 43, ...). Werkzeug nach Anspruch 18, bei dem

a) wenigstens ein zusätzlicher spanabhebender Bereich zum spanenden Erzeugen eines Vorgewindes in einer Werkstückoberfläche ausgebildet und vorgesehen ist und bei dem

b) der wenigstens eine Drückstollen (13, 23, 33, 43, ...) zum Fertigstellen des Gewindes durch Nachbearbeiten des Vorgewindes in der Werkstückoberfläche ausgebildet und vorgesehen ist.
Werkzeug nach Anspruch 18 oder 19, bei dem der wenigstens eine zusätzliche spanabhebende Bereich ein Bohrbereich und/oder ein Fräsbereich ist. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem wenigstens ein Drückstollen (13, 23, 33, 43, ...) zum Nachbearbeiten und/oder Egalisieren der Gewindegänge oder Gewindeflanken des Gewindes vorgesehen ist. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 17, das keinen spanabhebenden Bereich und/oder keine Schneide aufweist. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Drückstollen vom zweiten Drückstollen in axialer Richtung um 1 bis 50% der Gewindesteigung beabstandet ist. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Drückstollen vom zweiten Drückstollen in axialer Richtung um 3 bis 20%, insbesondere 10%, beabstandet ist. Verfahren zur Erzeugung oder Nachbearbeitung eines Gewindes, insbesondere durch Zirkulargewindeformen,

a1) bei dem sich ein Werkzeug gemäß Anspruch 1 um seine Werkzeugachse (B) dreht, und

a2) sich mit einer linearen Vorschubbewegung entlang einer Vorschubrichtung parallel zur Werkzeugachse relativ zu einem Werkstück bewegt,

a3) wobei das Werkzeug zusätzlich zu der linearen Vorschubbewegung eine Zirkularbewegung relativ zum Werkstück ausführt, bei der sich die Werkzeugachse um eine Mittelachse parallel zur Werkzeugachse bewegt,

b) wobei das Werkzeug zur Erzeugung des Gewindes nacheinander den ersten Drückstollen in die Werkstückoberfläche und den zweiten Drückstollen eindrückt.
Verfahren nach Anspruch 25, wobei der erste Drückstollen ein erstes Wirkprofil und der zweite Drückstollen ein vom ersten Drückstollen verschiedenes zweites Wirkprofil aufweist. Verfahren nach Anspruch 25 oder 26, wobei sich die Wirkprofile der das Gewinde bearbeitenden Drückstollen zum Endprofil ergänzen. Verfahren nach Anspruch 25, 26 oder 27, wobei das Wirkprofil des ersten Drückstollens zum Wirkprofil des zweiten Drückstollens in axialer Richtung verschoben ist. Verfahren nach Anspruch 25, 26, 27 oder 28, wobei das Wirkprofil des ersten Drückstollens im Vergleich zum Wirkprofil des zweiten Drückstollens schmälere Abstände der Fußbereiche aufweist.






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