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Dokumentenidentifikation DE102005053314A1 10.05.2007
Titel Brandschutzsystem für die Überwachung und die Brandbekämpfung an Reet-Dächern
Anmelder Krämer, Manfred, Dr., 06132 Halle, DE
Erfinder Fischer, Jörg, 06128 Halle, DE;
Krämer, Manfred, Dr., 06132 Halle, DE
DE-Anmeldedatum 09.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005053314
Offenlegungstag 10.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.05.2007
IPC-Hauptklasse A62C 35/62(2006.01)A, F, I, 20051109, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A62C 2/00(2006.01)A, L, I, 20051109, B, H, DE   G08B 17/00(2006.01)A, L, I, 20051109, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung ist vorteilhaft anwendbar für den Schutz von Dächern von Gebäuden, die auf Grund ihrer Beschaffenheit einer besonderen Gefährdung durch Entzündung unterliegen. Dazu zählen insbesondere Reet-Dächer.
Das System besteht aus einer Anzahl von, der Größe der zu schützenden Dachhaut angepassten, Sektionen, in denen eine zuverlässige Überwachung der vorhandenen zulässigen Temperaturen erfolgt. Bei Überschreitung dieser Temperaturen werden geeignete Maßnahmen eingeleitet, die Temperatur im betroffenen Segment abzusenken.
Insbesondere bei Brand durch Brandstiftung, Blitzschlag und andere äußere Auslöser wird in der betroffenen Sektion eine wirksame Brandbekämpfung eingeleitet.
Die Innovation der Erfindung basiert auf der Tatsache, dass für die Brandbekämpfung kein Löschwasser zum Einsatz kommt, wodurch eine Vielzahl von Problemen bei anderen Lösungen für diese Aufgabe von vorn herein vermieden wird (Erzeugung Wasserdruck, Stromversorgung, Frostgefahr, Folgeschäden durch Löschwasser).
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass im Brandfall eine Schutzgasatmosphäre in der gefährdeten Sektion erzeugt wird und die Brandbekämpfung über Sauerstoffentzug erfolgt.
Die Wirksamkeit dieser Maßnahme kann durch den Einsätz einer nichtbrennbaren Abdeckfolie spürbar erhöht werden. Diese kann bei Alarmauslösung auf die betroffenen Dachsegmente mittels entsprechender Abschuss- oder Abrollvorrichtung aufgebracht werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein System zur Überwachung und dem Schutz von brandgefährdeten Dächern von Gebäuden insbesondere von Reet-Dächern.

Für die Lösung dieser Aufgabe sind gegenwärtig zwei verschiedene Vorgehensweisen bekannt.

Zum einen wird das Material der Dachhaut mit geeigneten chemischen Substanzen so behandelt, dass die Entzündungstemperatur spürbar angehoben wird oder sogar eine Nichtbrennbarkeit erzeugt werden kann (DE 197 27 998 A1). Der Nachteil besteht einerseits in optischen Veränderungen an der Dachhaut (farbliche Änderungen) und andererseits in gewissen Alterungseffekten (auswaschen durch die Witterung), die regelmäßige Wiederholungen der Schutzbehandlung erfordern.

Ein anderer Weg ist der Einsatz eines modifizierten Sprinklersystems, wie es aus dem Brandschutz in Gebäuden bekannt ist (DE 200 14 651 U1, DE 197 21 154 B4). Die Nachteile liegen hier unter anderem dann, dass ein frostsicheres Wasserreservoire vorhanden sein muss, eine Hochdruckpumpe im Einsatzfall das sonst trockene Rohrsystem (Frostgefahr) kurzfristig füllen muss, für diese Hochdruckpumpe eine entsprechend große Stromversorgung vorhanden sein muss, die im Freien angeordneten Sprinklerdüsen eine regelmäßige Wartung erfordern, die eingesetzten Metallrohre besondere Anforderungen an den Blitzschutz stellen und nicht zuletzt, im Einsatzfall nicht unerhebliche Folgeschäden durch Löschwasser an den Gebäuden entstehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neuartiges Schutzsystem anzugeben, welches die genannten Nachteile vermeidet und einen zuverlässigen Schutz der Gebäudebedachung garantiert.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Brandbekämpfung anstelle mit Löschwasser durch den Einsatz von Schutzgas (bspw. Stickstoff) und damit dem Entzug von Sauerstoff am Brandherd erfolgt.

Die zu überwachende Dachhaut wird in eine geeignete Anzahl von Segmenten eingeteilt. In jedem Segment sind ein System der Temperaturüberwachung (Linienmelder) und ein Verteilersystem für den Eintrag von Schutzgas in der Dachhaut vorhanden.

Wird in einem Segment die vorgegebene zulässige Höchsttemperatur überschritten (durch äußere Erhitzung) und/oder spricht ein installierter Rauchmelder an, erfolgt die Auslösung einer optischen und akustischen Alarmmeldung. Gleichzeitig öffnet ein Magnetventil die Zufuhr von Schutzgas zum entsprechenden Dachsegment. Eine zentrale Gasversorgung liefert über eine Druckminderstation Gas aus einem Druckspeicher für die Kühlung bzw. die Brandbekämpfung im Segment.

Bei möglicher Brandausbreitung werden die Löschaktivitäten automatisch auf benachbarte Segmente erweitert und damit der weiteren Ausbreitung entgegen gewirkt.

Durch die Verwendung einer nichtbrennbaren Abdeckfolie, die mittels einer geeigneten Vorrichtung (Abschuss- oder Abrollvorrichtung) partiell auf die Dachhaut aufgebracht wird, kann die Wirksamkeit des Sauerstoffentzugs noch deutlich gesteigert und die Brandbekämpfung beschleunigt werden.

Die Erfindung soll nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel erläutert werden.

Dabei zeigt

1 Prinzipskizze mit Systemkomponenten

Die Dachfläche eines Gebäudes mit brandgefährdeten Dach ist in Segmente 1 gleicher oder ungleichmäßiger Form und Größe unterteilt. Für die Überwachung der Temperatur im Segment sind Linientemperaturmelder 2 in die Bedachung eingelegt. Das Auftreten von Rauch in der Bedachung wird durch geeignete Rauchmelder 3 erfasst. Signalisiert die Überwachung eine Überschreitung der zugelassenen Höchsttemperatur oder eine Rauchentwicklung, so wird ein optisch/akustischer Alarm durch eine Brandmeldeeinrichtung 4 ausgelöst. Gleichzeitig öffnet ein Magnetventil 5 die Zuführung zum betroffenen Segment und gibt den Weg zu einem Verteilersystem für Schutzgas 6 frei. Aus einer Gasversorgungseinheit 7 strömt das Gas über eine Druckmindereinheit 8 durch nicht brennbare Kunststoffrohre oder Schläuche 9 in den Verteiler des betroffenen Segmentes. Mittels einer Abschuss- oder Abrollvorrichtung 10 wird eine nichtbrennbare Folie 11 auf den betroffenen Dachabschnitt aufgebracht und die Sauerstoffzufuhr weiter reduziert.

Die Stromversorgung der Magnetventile erfolgt wartungsfrei über eine gepufferte Batterieanlage 12.

1
Dachsegment
2
Linientemperaturmelder
3
Rauchmelder
4
Brandmeldeeinrichtung
5
Magnetventil
6
Verteiler für Schutzgas
7
Gasversorgungseinheit
8
Druckmindereinheit
9
Nichtbrennbare Kunststoffrohre
10
Abschuss- oder Abrollvorrichtung
11
Nichtbrennbare Folie
12
Gepufferte Batterieanlage


Anspruch[de]
Brandschutzsystem für die Überwachung und die Brandbekämpfung an Reet-Dächern bestehend aus:

• Linientemperaturmelder und Rauchmelder

• Brandmeldeeinrichtung mit optischem und akustischem Signal

• Gasversorgungseinheit mit Druckminderer

• Schutzgasverteiler mit Rohrleitungen und Magnetventilen

• Abdeckfolie mit Abschuss- und Abrolleinrichtung

Rohrleitungen/Schläuche bestehen aus witterungsbeständigem, unbrennbarem Kunststoff. Verteilerdüsen sind gegen Verschmutzung mit Abdeckungen versehen. Alle Magnetventile sind stromlos geschlossen.
Das Brandschutzsystem nach Anspruch 1 wird dadurch gekennzeichnet, dass eine permanente Kontrolle der Temperatur in der Dachhaut über Linientemperaturmelder 2 und Rauchmelder 3 erfolgt, wobei die gesamte Dachfläche in einzelne Segmente aufgeteilt ist, für die jeweils die Brandüberwachung durchgeführt wird. Das Brandschutzsystem nach den Ansprüchen 1 und 2 wird dadurch gekennzeichnet, dass als Löschmittel Schutzgas, z. B. Stickstoff oder ein anderes geeignetes Gas, zum Einsatz kommt, wodurch Brandfolgeschäden durch Lösehwasser vermieden werden. Das Brandschutzsystem nach den Ansprüchen 1 bis 3 wird dadurch gekennzeichnet, dass nach Ansprechen des Linientemperaturmelders 2 oder des Rauchmelders 3 ein optisches und akustisches Warnsignal gegeben wird. Gleichzeitig öffnet das Magnetventil 5 für den Gasverteiler 6 im betroffenen Segment und erlaubt den Zustrom von Schutzgas aus der Gasversorgung 7 in den zugehörigen Verteiler. Das Brandschutzsystem nach den Ansprüchen 1 bis 4 wird dadurch gekennzeichnet, dass durch die Aufbringung einer nichtbrennbaren Abdeckfolie 11 mittels Abschuss- oder Abrollvorrichtung 10 auf die Dachhaut die Sauerstoffzufuhr vermindert und die Löschwirkung beschleunigt wird. Das Brandschutzsystem nach den Ansprüchen 1 bis 5 wird dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroenergieversorgung über eine gepufferte Batterieanlage 12 geeigneter Größe erfolgt






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