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Dokumentenidentifikation DE102004030932B4 16.05.2007
Titel Reifenschonvorrichtung für abgestellte Kraftfahrzeuge
Anmelder Kaulitz, Thomas, 44575 Castrop-Rauxel, DE
Erfinder Kaulitz, Thomas, 44575 Castrop-Rauxel, DE
Vertreter Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte, 44787 Bochum
DE-Anmeldedatum 25.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004030932
Offenlegungstag 19.01.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse B60S 5/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65D 19/44(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Reifenschonvorrichtung für abgestellte Kraftfahrzeuge, mit einem verformbaren Aufstandselement.

Bei Kraftfahrzeugen, die über einen längeren Zeitraum abgestellt werden, wie beispielsweise bei historischen Fahrzeugen oder bei Motorrädern, die während der Winterzeit nicht benutzt werden, besteht das Problem, dass die Reifen aufgrund der dauerhaften einseitigen Belastung geschädigt werden. Die Reifen werden dadurch geschädigt, dass diese in dem Bereich, der mit dem Boden im Kontakt steht, abgeplattet werden. Am Rand der so entstehenden Kontaktfläche ist der Reifenmantel geknickt, so dass hier die Stahlarmierung der Reifen leidet. Dies kann zumindest einen unrunden Lauf der Reifen zur Folge haben, auf jeden Fall bewirkt das dauerhafte Abstellen eines Fahrzeugs vorzeitigen Verschleiß der Reifen, wenn nicht entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, um der Schädigung vorzubeugen.

Aus der DE 296 14 054 U1 ist beispielsweise eine Reifenschonvorrichtung bekannt, bei welcher als Aufstandselement ein Polster aus elastischem Schaumgummi zum Einsatz kommt.

Zwar wird durch die vorbekannte Reifenschonvorrichtung die Schädigung von Reifen von Kraftfahrzeugen, die über einen längeren Zeitraum abgestellt werden, in gewissem Maße reduziert, weil durch den Einsatz des Aufstandselementes aus Schaumgummi die für die Schädigung der Reifen verantwortliche Abplattung nicht ganz so stark ausgeprägt ist, wie dies bei einem gänzlichen Verzicht auf den Einsatz einer Reifenschonvorrichtung der Fall wäre. Die Verwendung des Schaumgummimaterials bei der vorbekannten Reifenschonvorrichtung hat allerdings den Nachteil, dass aufgrund der elastischen Eigenschaften des Schaumgummis die Druckverteilung im Bereich der Kontaktfläche des jeweiligen Reifens mit dem Schaumgummipolster sehr inhomogen ist. Aufgrund des Eigengewichtes des Fahrzeuges wird das Polster bei der vorbekannten Vorrichtung in der Mitte der Kontaktfläche stark verformt, entsprechend ist hier der auf den Reifen einwirkende Druck maximal. Zu den Rändern der Kontaktfläche hin ist die Verformung des Schaumgummipolsters geringer, so dass entsprechend der auf den Reifen einwirkende Druck zum Rand der Kontaktfläche hin abnimmt. Diese ungleichmäßige Druckverteilung führt zwangsläufig dazu, dass der Reifen ungleichmäßig verformt und im Bereich der Kontaktfläche mit dem Aufstandselement abgeplattet wird. Auch durch die vorbekannte Reifenschonvorrichtung kann somit nicht zuverlässig verhindert werden, dass nach einem längeren Zeitraum des Abstellens eines Kraftfahrzeuges die Reifen unrund laufen und vorzeitig verschleißen.

Aus der DE 93 07 917 U1 ist eine Vorrichtung zur Verhinderung der Deformation der Reifen von über einen längeren Zeitraum geparkten Fahrzeugen bekannt. Die vorbekannte Vorrichtung besteht aus einem keilähnlichen Element mit einer kreisbogenförmig ausgebildeten Gabelstütze zur Aufnahme des Reifens. Zwar ist der Stützbereich bei der vorbekannten Vorrichtung gegenüber einem ohne besondere Vorkehrungen geparkten Fahrzeug vergrößert. Die kreisbogenförmige Stütze ist allerdings starr ausgebildet, so dass es aufgrund des Gewichts des Fahrzeugs wiederum zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung im Bereich der Kontaktfläche des Reifens an der Stützvorrichtung kommt. Hieraus resultiert langfristig eine ungleichmäßige Verformung des Reifens.

Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, die zuvor beschriebenen Nachteile zu vermeiden. Insbesondere soll eine Reifenschonvorrichtung bereitgestellt werden, durch welche eine ungleichmäßige Verformung der Reifen beim Abstellen eines Fahrzeuges über eine längere Zeit soweit wie möglich vermieden wird.

Diese Aufgabe löst die Erfindung ausgehend von einer Reifenschonvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch, dass das Aufstandselement durch eine mit einem fluiden oder gasförmigen Material gefüllte Hülle gebildet wird.

Bei dem fluiden Material, mit dem die Hülle der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung gefüllt sein kann, handelt es sich um ein weitgehend inkompressibles Medium, so dass das Aufstandselement zwar verformbar ist und sich an die Form des auf dem Aufstandselements ruhenden Reifens anpassen kann. Die Verformung erfolgt dabei allerdings nicht – wie dies bei der aus dem Stand der Technik vorbekannten Reifenschonvorrichtung der Fall ist – elastisch, was dazu führt, dass die Druckverteilung im Bereich der Kontaktfläche des Reifens mit der Oberfläche des Aufstandselementes wesentlich homogener ist als dies bei der vorbekannten Vorrichtung der Fall ist. Dies gilt im Ergebnis auch bei Verwendung eines gasförmigen Materials als Füllung des Aufstandselementes, und zwar aufgrund des sich ergebenden gleichmäßigen Gasdruckes im Inneren der Hülle, der gleichfalls für eine homogene Druckverteilung im Bereich der Kontaktfläche des Reifens mit der Oberfläche des Aufstandselemtes sorgt.

Durch den Einsatz eines imkompressiblen fluiden Materials oder eines gasförmigen Materials für das Aufstandselement wird erreicht, dass nur noch eine minimale Abplattung des Reifens eines abgestellten Fahrzeugs auftritt. Durch diese nur geringfügige Abplattung ist vorteilhafterweise sichergestellt, dass keine dauerhafte Schädigung des Reifens beim Abstellen des Fahrzeugs über einen längeren Zeitraum zu befürchten ist. Die Hülle der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung stellt sicher, dass das fluide oder gasförmige Material beim Abstellen des Fahrzeuges nicht aufgrund des durch den Reifen ausgeübten Drucks entweichen kann. Die Hülle hält das fluide oder gasförmige Material vielmehr zusammen, so dass die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung unabhängig vom Eigengewicht des abgestellten Kraftfahrzeuges gewährleistet ist. Auch hierin unterscheidet sich die erfindungsgemäße Reifenschonvorrichtung vom Stand der Technik, da bei der vorbekannten Vorrichtung insbesondere die Dicke und die Elastizität des Gummipolsters an das Gewicht des abzustellenden Fahrzeuges optimal angepasst sein muss, damit die beabsichtigte Schonfunktion überhaupt erfüllt wird.

Die Hülle der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung kann zweckmäßigerweise die Form eines flachen rechteckigen oder quadratischen Beutels haben. Ein derartiger Beutel ist, beispielsweise aus genügend fester Kunststofffolie, zu geringen Kosten herstellbar. Die flache rechteckige oder quadratische Form ist außerdem einfach handhabbar. Da in der Regel zwei oder vier Aufstandselemente benötigt werden, ist die durch die flache rechteckige oder quadratische Form gegebene Stapelbarkeit von Vorteil.

Bei dem fluiden Material, mit dem die Hülle des Aufstandselements der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung gefüllt sein kann, kann es sich um eine Flüssigkeit oder ein Gel handeln. Flüssigkeiten oder Gele sind inkompressible Medien, so dass die oben beschriebenen vorteilhaften Eigenschaften des Aufstandselementes erreicht werden. Die Verwendung eines Geles oder einer Flüssigkeit mit entsprechend hoher Viskosität ist vorteilhaft, da dadurch verhindert wird, dass es beim Abstellen eines Fahrzeuges auf dem Aufstandselement der Reifenschonvorrichtung zu unerwünschten schwankenden oder schaukelnden Bewegungen aufgrund des Hin- und Herschwappens der in der Hülle befindlichen Flüssigkeit kommt. Vergleichbar vorteilhafte Eigenschaften ergeben sich, wenn als fluides Material ein fließfähiger Feststoff, wie Sand oder dergleichen, verwendet wird.

Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung besteht darin, dass die Hülle aus einer dichten, die Füllung aufnehmenden Innenhülle und einer die Innenhülle umgebenden Außenhülle besteht. Die Innenhülle, die beispielsweise aus Kunststofffolie bestehen kann, gewährleistet die erforderliche Dichtigkeit, damit die fluide oder gasförmige Füllung nicht austritt. Die Außenhülle, die beispielsweise aus einem gewebten Material bestehen kann, braucht dann nicht notwendigerweise dicht abzuschließen, durch die Außenhülle werden aber die notwendigen Kräfte aufgebracht, um die Füllung zusammenzuhalten. Beim Abstellen des Fahrzeuges auf der Reifenschonvorrichtung entsteht nämlich im Inneren des Aufstandselements aufgrund des Eigengewichtes des Fahrzeuges ein erheblicher Druck, so dass die Hülle ausreichend stabil sein muß, damit diese nicht aufplatzen kann.

Des Weiteren kann die erfindungsgemäße Reifenschonvorrichtung ein nach oben offenes Basisteil mit seitlichen Wandungen aufweisen, wobei das Basisteil das Aufstandselement aufnimmt und wobei die Wandungen die Hülle des Aufstandselementes seitlich abstützen. Durch das Basisteil soll vor allem das Aufstandselement gegen seitliches Wegrutschen gesichert werden, damit ein Fahrzeug problemlos auf das Aufstandselement zum Abstellen aufgefahren werden kann. Zweckmäßigerweise weist das Basisteil zu diesem Zweck wenigstens an seiner Vorder- und/oder Hinterseite Auffahrschrägen auf. Die Reifenschonvorrichtung kann dann einfach an der Stelle auf den Boden gelegt werden, wo das Fahrzeug abgestellt werden soll. Alternativ kann das Basisteil wannenförmig ausgebildet sein und an seinen seitlichen Wandungen einen nach außen gerichteten umlaufenden Kragenabschnitt aufweisen, der an seiner Oberseite mit der Oberseite des in dem Basisteil befindlichen Aufstandselements im Wesentlichen fluchtet. Die so ausgestaltete Reifenschonvorrichtung kann in den Boden, beispielsweise einer Garage, eingelassen werden. Die fest installierte Vorrichtung kann dann besonders komfortabel jederzeit zum Abstellen des Fahrzeuges genutzt werden. Besonders zweckmäßig ist es, einen zusätzlichen Halterahmen vorzusehen, welcher an dem Basisteil anbringbar ist und durch welchen das Aufstandselement in dem Basisteil formschlüssig festlegbar ist. Dadurch wird das Aufstandselement sicher in dem Basisteil fixiert, so dass es nicht wegrutschen kann, selbst wenn ein Fahrzeug zügig auf die Reifenschonvorrichtung aufgefahren und dort abgebremst wird.

Damit die erfindungsgemäße Reifenschonvorrichtung insgesamt beim Auffahren sicher fixiert ist, kann an der Unterseite des Basisteils eine Rutschsicherung angebracht sein.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 geschnittene Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Reifenschonvorrichtung;

2 Reifenschonvorrichtung gemäß 1 mit darauf befindlichem Reifen;

3 Reifenschonvorrichtung mit wannenförmigem Basisteil.

Die in den 1 und 2 dargestellte erfindungsgemäße Reifenschonvorrichtung weist ein verformbares Aufstandselement auf, das als Ganzes mit der Bezugsziffer 1 bezeichnet ist. Das Aufstandselement wird durch eine Hülle 2 gebildet, die mit einem fluiden oder gasförmigen Material 3, bei dem es sich beispielsweise um ein Gel handeln kann, gefüllt ist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel hat die Hülle die Form eines flachen Beutels. In der 2 ist ein Reifen 4 eines nicht näher dargestellten Fahrzeugs abgebildet, das auf der Reifenschonvorrichtung abgestellt ist. Aufgrund des Eigengewichtes des Fahrzeuges wird das Aufstandselement 1 in der dargestellten Weise verformt. Die mit Gel 3 gefüllte Hülle 2 passt sich an die Form des Reifens an, wobei eine große Kontaktfläche entsteht. Aufgrund des Eigengewichtes des Fahrzeuges entsteht im Inneren des Beutels 2 ein gleichmäßiger hydrostatischer Druck, was dazu führt, dass die Druckverteilung im Bereich der Kontaktfläche des Reifens 4 mit dem Aufstandselement 1 mehr oder weniger homogen ist. Dementsprechend gering ist die Verformung des Reifens, so dass eine Schädigung des Reifens durch Abstellen des Fahrzeugs über einen längeren Zeitraum wirksam vermieden wird. Bei der in den 1 und 2 dargestellten Vorrichtung ist ein nach oben offenes Basisteil 5 vorgesehen, welches das Aufstandselement 1 aufnimmt, wobei die Wandungen des Basisteils die Hülle 2 des Aufstandselementes 1 seitlich abstützen. Das Basisteil 5 weist außerdem sowohl an seiner Vorder- als auch an seiner Hinterseite Auffahrschrägen 6 auf.

Bei dem in der 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Basisteil 5 wannenförmig ausgebildet und weist an seinen seitlichen Wandungen, die die Hülle des Aufstandselements abstützen, einen nach außen gerichteten umlaufenden Kragenabschnitt 7 auf. An seiner Oberseite fluchtet der Kragenabschnitt 7 mit der Oberseite des Aufstandselements 1, wenn sich dieses in dem wannenförmigen Basisteil befindet. Außerdem ist ein Halterahmen 8 vorgesehen, der von oben an dem Basisteil 5 befestigt wird. Durch den Halterahmen wird das Aufstandselement 1 in dem Basisteil 5 formschlüssig festgelegt.


Anspruch[de]
Reifenschonvorrichtung für abgestelle Kraftfahrzeuge, mit einem verformbaren Aufstandselement (1), dadurch gekennzeichnet, dass das Aufstandselement (1) durch eine mit einem fluiden oder gasförmigen Material (3) gefüllte Hülle (2) gebildet wird. Reifenschonvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle (2) die Form eines flachen rechteckigen oder quadratischen Beutels hat. Reifenschonvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem fluiden Material (3) um eine Flüssigkeit oder ein Gel handelt. Reifenschonvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem fluiden Material (3) um einen fließfähigen Feststoff handelt. Reifenschonvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülle (2) aus einer dichten, die Füllung aufnehmenden Innenhülle und einer die Innenhülle umgebenden Außenhülle besteht. Reifenschonvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch ein nach oben offenes Basisteil (5) mit seitlichen Wandungen, wobei das Basisteil (5) das Aufstandselement (1) aufnimmt und wobei die Wandungen die Hülle (2) des Aufstandslementes seitlich abstützen. Reifenschonvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (5) wenigstens an seiner Vorder- und/oder Hinterseite Auffahrschrägen (6) aufweist. Reifenschonvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (5) wannenförmig ausgebildet ist und an seinen seitlichen Wandungen einen nach außen gerichteten umlaufenden Kragenabschnitt (7) aufweist, der an seiner Oberseite mit der Oberseite des in dem Basisteil (5) befindlichen Aufstandselementes (1) im Wesentlichen fluchtet. Reifenschonvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch einen an dem Basisteil (5) anbringbaren Halterahmen (8), durch welchen das Aufstandelement (1) in dem Basisteil (5) formschlüssig festlegbar ist. Reifenschonvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, gekennzeichnet durch eine an der Unterseite des Basisteils (5) angebrachte Rutschsicherung.






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