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Dokumentenidentifikation DE102004059785B4 16.05.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials
Anmelder EADS Deutschland GmbH, 85521 Ottobrunn, DE
Erfinder Meyer, Oliver, Dipl.-Ing., 85521 Ottobrunn, DE
DE-Anmeldedatum 10.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004059785
Offenlegungstag 06.07.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse G01N 3/28(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D06H 3/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G01N 33/36(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials.

Unter Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials, beispielsweise eines zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoffbauteilen verwendeten Geleges oder Gewebes, wird dessen Fähigkeit verstanden, sich an gewölbte Konturen von beispielsweise einer zur Herstellung des faserverstärkten Kunststoffbauteils verwendeten Form anzupassen. Diese Fähigkeit beruht in erster Linie auf Scherung und Biegung innerhalb des textilen Flächenmaterials, wogegen Dehnung auf Grund der hohen Faserfestigkeit typischerweise zu vernachlässigen ist.

Zur Messung der Drapierbarkeit von leicht drapierbaren Textilien sind seit langer Zeit verhältnismäßig einfach aufgebaute Gerätschaften bekannt. Eine davon ist der sogenannte Cusick-Tester, bei dem aus dem zu untersuchenden textilen Flächenmaterial ein kreisscheibenförmiges Stück ausgeschnitten und auf eine kreisscheibenförmige Auflagefläche mit einem kleineren Durchmesser zentrisch aufgelegt wird. In der Draufsicht oder in einem Schattenriss mit paralleler Beleuchtung erscheint der äußere Umfang des so drapierten Textilmaterials gegenüber dem ursprünglichen Kreisumfang wellenförmig nach innen versetzt, wobei eine unterschiedliche Anzahl von Knoten, d.h. Maxima und Minima über den Umfang, und unterschiedliche Amplituden, d.h. radiale Abstände der Maxima und Minima vom Zentrum erscheinen. Dieses Gerät ist beschrieben in Cusick, G.E., „The Measurement of Fabric Drape", Journal of the Textile Institute, Vol. 59, No. 1, 1968, pp. T253–T260. Eine moderne Weiterentwicklung dieses Messverfahrens mittels Computer unter Verwendung eines entsprechend aufgenommenen digitalisierten Bildes ist beschrieben in Chang Kyu Park, Sung Min Kim, and Woong Ryeol Yu, „Quantitative Fabric Drape Evaluation System Using Image Processing Technology" (Part 1: Measurement System and Geometric Model), Journal of Testing and Evaluation, Vol. 32, pp. 131–137, 2004.

Bei den bekannten Vorrichtungen erfolgt das Drapieren des Textilmaterials unter Wirkung der Schwerkraft durch das Eigengewicht des über die kreisscheibenförmige Auflagefläche hinaus stehenden kreisringförmigen Randbereichs des Textilmaterials. Zur Messung der Drapierbarkeit von textilen Halbzeugen relativ hoher Steifigkeit, z.B. von Multiaxialgelegen, Kohlefasergeweben o.ä. ist die bekannte Art der Messung jedoch weniger geeignet.

Aus der Offenlegungsschrift DE 103 18 724 A1 ist eine Mess-Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Qualitätssicherung von mehrschichtigen textilen Halbzeugen für die Herstellung von Kunststoffbauteilen bekannt, wobei entsprechende Druck-Sensoren zum Messen von Drücken oder Kräften vorgesehen sind.

Die DE 33 17 782 C2 betrifft ein Verfahren zur Prüfung von Blechen auf zweiachsigen Zug durch einen hydrostatischen Flüssigkeitsdruck bei verschiedenen Temperaturen sowie eine entsprechende Vorrichtung für dessen Durchführung.

Aus DE 42 16 458 A1 ist ein Verfahren zur Erfassung der Oberflächenform von Körpern, insbesondere menschlichen Körpern, bekannt. Dabei wird ein Messstempel mit einem Messaufnehmer, der eine mit Sensoren versehene Messfläche darstellt, verwendet, der gegen den Körper, dessen Oberflächenform bestimmt werden soll, gedrückt wird.

G.E. Cusick beschreibt in „The Measurement of Fabric Drape", Journal of the Textile Institute, Vol. 59, No. 6, 1968, S. 253–260 die Messung der Verformung auf optischem Weg.

In CH 436 778 ist ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Messen der Drapierungseigenschaften eines schmiegsamen Stoffes beschrieben, wobei ein Stoffmuster durch eine kleine Öffnung hindurchgezogen wird, die genügend klein ist, um dem Durchtritt des Stoffmusters durch die Öffnung einen Widerstand entgegenzusetzen.

In JP 57131003 A ist eine Messvorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit offenbart, bei der zwei zueinander senkrecht stehende Testsensoren Anwendung finden.

Ferner ist aus EP 1 061 354 A2 ein Verfahren zur Ermittlung der Haptik von weichen Materialien sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens bekannt, wobei die Eindrücktiefe in Abhängigkeit der Materialstärke gewählt wird und die von einem Prüfkörper beim Eindrücken des Materials bis zur vorgegebenen Eindrücktiefe auf das Material ausgeübte Kraft gemessen wird.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials zu schaffen, das bzw. die auch für textile Halbzeuge relativ hoher Steifigkeit geeignet sind.

Verfahrensmäßig wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Vorrichtungsmäßig wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 6.

Jeweils vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials geschaffen, bei dem das Textilmaterial auf eine Auflagefläche aufgelegt und unter einer vorgegebenen Kraft drapiert und ein Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials erfasst wird. Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass das Textilmaterial auf eine mit einer vorgegebenen Oberflächenkontur versehene Auflagefläche aufgelegt und mit einer vorgegebenen Druckkraft in Richtung auf die Auflagefläche beaufschlagt wird, und dass das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials bei vorgegebener Druckkraft durch die Verformung und/oder die zur Verformung erforderliche Kraft repräsentierenden Messwerten ermittelt wird.

Vorzugsweise wird die vorgegebene Druckkraft mittels einer unterdruckbeaufschlagten gasundurchlässigen, flexiblen Membran erzeugt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Auflagefläche in eine Anzahl von mit jeweiligen Kraft- und/oder Wegsensoren versehenen Messfeldern unterteilt, und die Verformung und/oder die zur Verformung erforderliche Kraft repräsentierenden Messwerte werden aus von den einzelnen Sensoren erfassten Messwerten ermittelt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials durch Vergleich der bei gleicher Druckkraft von den Sensoren erfassten Messwerte für Kraft und/oder Weg an den Messfeldern mit und ohne auf die Auflagefläche aufgelegtes Textilmaterial ermittelt. Dabei dient zweckmäßigerweise die Messung ohne Textil auf der Auflagefläche in einem ersten Schritt zur Kalibrierung des Messsystems. In einem zweiten Schritt wird bei gleicher Druckkraft wie bei der Kalibrierung die Kraft- und/oder Wegverteilung mit aufgelegtem Textilmaterial gemessen.

Dadurch ergibt sich zweckmäßigerweise eine zum kalibrierten Zustand abweichende Kraft- bzw. Wegverteilung, deren Differenz berechnet wird. Vorzugsweise wird das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials aus den Differenzen der erfassten Kräfte der einzelnen Messfelder ermittelt.

Ein vorteilhaftes Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials ergibt sich aus dem Kehrwert der Summe der Betragswerte der Differenzen (&Dgr;Fij) der einzelnen Messfelder: Drapierbarkeit = 1/&Sgr; |&Dgr;Fij|.

Die Druckkraft für jedes Messfeld wird bevorzugt mittels dreier, beispielsweise im Sinne einer Dreipunktlagerung von die Messfelder bildenden Elementen angeordneter Sensoren erfasst.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials aus auf optischem Wege erhaltenen Messwerten für die Verformung des Textilmaterials ermittelt werden. Auch hier werden vorzugsweise Messungen, die mit und ohne auf die Auflagefläche aufgelegtem Textilmaterial bei gleicher Druckkraft durchgeführt werden, miteinander verglichen.

Insbesondere kann die Verformung des Textilmaterials mittels eines optischen 3D-Scanners erfasst werden.

Weiterhin wird durch die Erfindung eine Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials geschaffen, die eine Auflagefläche für das Textilmaterial und eine Einrichtung zur Erfassung eines Maßes für die Drapierbarkeit des Textilmaterials umfasst. Erfindungsgemäß ist die Auflagefläche mit einer vorgegebenen Oberflächenkontur versehen, und es ist eine Vorrichtung zur Beaufschlagung des Textilmaterials mit einer vorgegebenen Druckkraft in Richtung auf die Auflagefläche vorgesehen, wobei das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials bei vorgegebener Druckkraft durch die Verformung und/oder die zur Verformung erforderliche Kraft repräsentierenden Messwerten ermittelbar ist.

Vorzugsweise ist eine unterdruckbeaufschlagbare gasundurchlässige, flexible Membran zur Erzeugung der vorgegebenen Druckkraft vorgesehen.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Auflagefläche in eine Anzahl von mit jeweiligen Kraft- und/oder Wegsensoren versehenen Messfeldern unterteilt, wobei das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials bei vorgegebener Druckkraft durch die von den einzelnen Sensoren erfassten Messwerte ermittelbar ist.

Weiterhin ist es gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorgesehen, dass die Messfelder in einer matrixartigen Anordnung vorgesehen und von einem die vorgegebene Oberflächenkontur fortsetzenden Randbereich umgeben sind, an welchem die flexible Membran gasundurchlässig festgelegt ist.

Vorzugsweise hat der Randbereich eine Breite, die der Abmessung von mindestens einem Messfeld entspricht.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in dem Randbereich eine Dichtfuge ausgebildet, an welcher die flexible Membran luftundurchlässig versiegelbar ist.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Messfelder quadratisch.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist auch die matrixartige Anordnung der Messfelder quadratisch.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind die Messfelder jeweils durch ein blockförmiges Element gebildet, die an einer Bodenplatte in Normalrichtung zu dieser beweglich gelagert sind und an ihrer Oberfläche einen Teil der vorgegebenen Oberflächenkontur aufweisen.

Vorzugsweise sind diese Sensoren jeweils zwischen die Messfelder und die Bodenplatte gekoppelt.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bildet die Bodenplatte zusammen mit dem Randbereich ein luftdichtes Gehäuse, das zur Unterdruckbeaufschlagung der flexiblen Membran evakuierbar ist.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die vorgegebene Oberflächenkontur eine standardisierte Kontur.

Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die vorgegebene Oberflächenkontur eine Kontur eines realen Bauteils.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind für jedes Messfeld drei im Sinne einer Dreipunktlagerung an den die Messfelder bildenden blockförmigen Elementen angeordnete Sensoren vorgesehen.

Gemäß einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Erfassung der Verformung des Textilmaterials auf optischem Wege vorgesehen.

Dabei kann es insbesondere vorgesehen sein, dass die Vorrichtung zur Erfassung der Verformung des Textilmaterials auf optischem Wege einen 3D-Scanner enthält.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann insbesondere zur Durchführung des vorher genannten Verfahrens vorgesehen sein.

Ein wesentlicher Vorteil von Verfahren und Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist es, dass die Drapierbarkeit von Textilmaterialien relativ hoher Steifigkeit gemessen werden kann. Ein weiterer Vorteil ist es, dass die Drapierbarkeit des Textilmaterials in Hinblick auf beliebige Oberflächenkonturen gemessen werden kann. Ein besonderer Vorteil ist es, dass die Drapierbarkeit in Hinblick auf die Oberflächenkontur eines konkreten realen Bauteils gemessen werden kann.

Geht es nur um eine geringe Anzahl von Messungen und eine hohe Genauigkeit, ist die Variante der optischen Wegmessung vorteilhaft. Allerdings ist die optische Messapparatur teuer und eine Schulung des Bedienpersonals ist erforderlich.

Sollen häufige Messungen an einer standardisierten Oberfläche von niedriger qualifiziertem Bedienpersonal durchgeführt werden, so ist die Sensorvariante besser und kostengünstiger.

Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.

Es zeigt:

1 eine schematisierte perspektivische, teilweise aufgebrochene Darstellung einer Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;

2 eine schematisierte seitliche Schnittansicht durch ein Messfeld der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel von 1;

3 eine Draufsicht auf die Messfelder des in 1 gezeigten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung; und

4 eine schematisierte perspektivische Darstellung einer Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.

In 1 ist eine Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials 1 (z.B. ein Multiaxialgelege, ein Kohlefasergewebe o.ä.) gezeigt. Die Vorrichtung enthält eine Auflagefläche 2 für das Textilmaterial 1, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit einer vorgegebenen gewölbten Oberflächenkontur 8 versehen ist. Die Auflagefläche 2 ist in eine Anzahl von Messfeldern ij unterteilt, die matrixartig angeordnet sind. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind vier mal vier Messfelder dargestellt, nämlich die Messfelder 11 bis 14, 21 bis 24, 31 bis 34 und 41 bis 44. Tatsächlich kann die Anzahl der Messfelder jedoch größer sein.

Die Messfelder ij sind von einem die vorgegebene Oberflächenkontur 8 fortsetzenden Randbereich 5 umgeben. Über dem Textilmaterial 1 ist eine gasundurchlässige, flexible Membran 4 vorgesehen, welche unterdruckbeaufschlagbar ist, um an dem Textilmaterial 1 eine vorgegebene Druckkraft zu erzeugen, mit welcher dieses in Richtung der Auflagefläche 2gedrückt wird. Die gasundurchlässige flexible Membran 4 ist an dem Randbereich 5 in gasundurchlässiger Weise festgelegt. Dazu ist der Randbereich 5 mit einer Dichtfuge 6 versehen, an der die flexible Membran 4 luftundurchlässig versiegelbar ist. Der Randbereich 5 hat bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Breite, die mindestens der Abmessung von einem Messfeld ij entspricht.

Die Messfelder ij sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel quadratisch und damit ist auch die Anordnung der Messfelder ij in Form einer 4 × 4-Matrix quadratisch. Die Messfelder ij sind jeweils durch ein blockförmiges Element gebildet, welche jeweils an einer Bodenplatte 7 in Normalrichtung zu dieser beweglich gelagert sind und an ihrer Oberfläche jeweils einen Teil der vorgegebenen Oberflächenkontur 8 aufweisen.

Wie die Querschnittsdarstellung in 2 zeigt, sind die die Messfelder ij bildenden blockförmigen Elemente relativ zu der Bodenplatte 7 in deren Normalrichtung verschiebbar gelagert.

Die Bodenplatte 7 bildet zusammen mit dem Randbereich 5 ein luftdichtes Gehäuse, das zu der oben beschriebenen Unterdruckbeaufschlagung der flexiblen Membran 4 mittels einer, nicht dargestellten, Unterdruckpumpe evakuierbar ist.

Wie die 2 und 3 zeigen, sind zwischen den die Messfelder ij bildenden blockförmigen Elementen und der Bodenplatte 7 Sensoren 3 angeordnet, bei denen es sich um Kraft- und/oder Wegsensoren handelt, mit denen die an jedem der Messfelder ij wirkende Kraft Fij bzw. die Verschiebung Sij der jeweiligen Messfelder ij bezüglich der Bodenplatte 7 in deren Normalrichtung erfasst wird.

Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind für jedes Meßfeld ij drei Sensoren 3 vorgesehen, die im Sinne einer Dreipunktlagerung an den die Messfelder ij bildeneden blockförmigen Elementen angeordnet sind. Mit dieser Anordnung kann ein Kippfehler vermindert werden, wie er bei stärker gekrümmten Konturen der Auflagefläche 2 aufgrund einer Abweichung der Flächennormalen vom Verschiebeweg des blockförmigen Elements auftreten kann.

Mit den Sensoren 3 wird die Kraft Fij bzw. die Wegstrecke Sij ermittelt, die bei Unterdruckbeaufschlagung der gasundurchlässigen flexiblen Membran 4 über das dazwischen befindliche textile Flächenmaterial 1 an den die Auflagefläche 2 bildenden jeweiligen Messfeldern ij zu beobachten ist. Die Reaktion der Messfelder ij, einzeln und in ihrer Gesamtheit, in Form der zu beobachtenden Kraft Fij bzw. Wegverschiebung Sij bildet ein Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials 1.

Im Falle eines sehr gut drapierbaren Textilmaterials 1, d.h. bei einem Textilmaterial 1, das der durch die flexible Membran 4 ausgeübten Kraft sehr leicht folgt, wäre die an jedem der Messfelder ij auftretende Kraft Fij zumindest im Falle einer schwach gekrümmten Oberflächenkontur 8 und bei vernachlässigbar kleiner Reibung der Messfelder ij und des Textilmaterials 1 an der Auflagefläche 2 im wesentlichen gleich, nämlich entsprechend der durch die Druckdifferenz zwischen den beiden Seiten der flexiblen Membran 4 erzeugten Druckkraft. Im Falle eines schlecht drapierbaren Materials, also eines Materials, das der durch die flexible Membran 4 auferlegten Verformung widerstrebt, hat dies eine ungleiche Kraftverteilung an den Messfeldern ij zur Folge. Dabei ist die an den Messfeldern ij auftretende Kraft Fij verschieden und entsprechend der durch das drapierte Textilmaterial 1 hervorgerufenen Kräfte größer oder kleiner als die durch die Druckdifferenz zwischen den beiden Seiten der flexiblen Membran 4 erzeugte Druckkraft.

Das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials 1 wird durch Vergleich der von den Sensoren 3 erfassten Messwerte für Kraft und/oder Weg an den Messfeldern mit und ohne auf die Auflagefläche 2 aufgelegtes Textilmaterial 1 ermittelt. Kraft und/oder Weg ohne auf die Auflagefläche 2 aufgelegtes Textilmaterial 1 werden in einem anfänglichen Kalibriervorgang ermittelt. Für die eigentliche Messung wird das Textilmaterial 1 auf die Oberfläche 8 der Auflagefläche 2 gelegt, mit der Membran 4, wie oben beschrieben, abgedeckt und mit dem gleichen definierten Unterdruck angesaugt.

Als ein Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials 1 kann der Kehrwert der Summe der betragsmäßigen Kraftdifferenzen an den Messfeldern ij verwendet werden: Drapierbarkeit = 1/&Sgr; |&Dgr;Fij|.

Die vorgegebene Oberflächenkontur 8 der Auflagefläche 2 kann eine standardisierte Kontur sein oder es kann die Kontur eines realen Bauteils sein.

Bei einem in 4 dargestellten weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine Vorrichtung 9 zur Erfassung der Verformung des Textilmaterials 1 auf optischem Wege vorgesehen, die einen 3D-Scanner enthält. Dieser erzeugt auf dem drapierten Textilmaterial 1 ein Messmuster 10, welches optisch erfasst und ausgewertet wird. Die Auswertung liefert die Verformung des drapierten Textimaterials repräsentierende Messwerte, die mit den Messwerten für die Wegstrecken Sij vergleichbar sind. Hierdurch können auch im Falle von stärker gekrümmten Auflageflächen 2 genaue Messwerte erhalten werden, da ein Kippfehler vermieden werden kann, wie er bei stärker gekrümmten Konturen der Auflagefläche 2 aufgrund einer Abweichung der Flächennormalen vom Verschiebeweg der blockförmigen Elemente auftreten würde.

Das Maß für die Drapierbarkeit des Textilmaterials 1 wird ähnlich wie bei dem ersten beschriebenen Ausführungsbeispiel durch Vergleich der von den Sensoren erfassten Messwerte mit und ohne auf die Auflagefläche aufgelegtes Textilmaterial ermittelt, wobei in einem ersten Schritt eine Kalibrierung erfolgt und die Messung in einem zweiten Schritt bei gleicher Druckkraft erfolgt.

Die optische Erfassung kann allein oder in Kombination mit der Erfassung von Messwerten mittels Messfeldern wie anhand der 1 bis 3 beschrieben erfolgen.

1
Textilmaterial
2
Auflagefläche
3
Sensor
4
flexible Membran
5
Randbereich
6
Dichtfuge
7
Bodenplatte
8
Oberflächenkontur
9
optisches Messsystem
10
Messmuster


Anspruch[de]
Verfahren zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials, wobei

– das textile Flächenmaterial (1) auf eine mit einer vorgegebenen, gewölbten Oberflächenkontur (8) versehene Auflagefläche (2) aufgelegt und mit einer vorgegebenen Druckkraft in Richtung auf die Auflagefläche (2) beaufschlagt wird;

– die Auflagefläche (2) in eine Anzahl von mit jeweiligen Kraft- und/oder Wegsensoren (3) versehenen Messfeldern (ij) unterteilt ist und die die jeweilige Verformung und/oder die zur Verformung erforderliche Kraft repräsentierenden Messwerte (Sij bzw. Fij) aus von den einzelnen Sensoren (3) erfassten Messwerten ermittelt werden; und

– das Maß für die Drapierbarkeit des textilen Flächenmaterials (1) durch Vergleich der von den Sensoren (3) an den Messfeldern (ij) erfassten Messwerte mit und ohne auf die Auflagefläche (2) aufgelegtem textilem Flächenmaterial (1) ermittelt wird, wobei die Erfassung der Messwerte mit und ohne auf die Auflagefläche (2) aufgelegtem textilem Flächenmaterial (1) jeweils bei gleicher Druckkraft erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei die vorgegebene Druckkraft mittels einer unterdruckbeaufschlagten gasundurchlässigen, flexiblen Membran (4) erzeugt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Maß für die Drapierbarkeit des textilen Flächenmaterials (1) aus den Differenzen (&Dgr;Fij) der an den einzelnen Messfeldern (ij) erfassten Messwerte ermittelt wird. Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Maß für die Drapierbarkeit des textilen Flächenmaterials (1) aus dem Kehrwert der Summe der Betragswerte der Differenzen (&Dgr;Fij) der einzelnen Messfelder (ij) ermittelt wird: Drapierbarkeit = 1/&Sgr; |&Dgr;Fij| Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Druckkraft (Fij) für jedes Messfeld (ij) mittels dreier im Sinne einer Dreipunktlagerung von die Messfelder (ij) bildenden Elementen angeordneter Sensoren (3) erfasst wird. Vorrichtung zur Messung der Drapierbarkeit eines textilen Flächenmaterials, umfassend

– eine Auflagefläche (1) für das textile Flächenmaterial (1), die eine vorgegebene, gewölbte Oberflächenkontur (8) aufweist und in eine Anzahl von mit jeweiligen Kraft- und/oder Wegsensoren (3) versehenen Messfeldern (ij) unterteilt ist,

– eine Vorrichtung (4, 5) zur Beaufschlagung des textilen Flächenmaterials (1) mit einer vorgegebenen Druckkraft in Richtung auf die Auflagefläche (2), und

– eine Einrichtung zur Erfassung eines Maßes für die Drapierbarkeit des textilen Flächenmaterials (1), wobei das Maß für die Drapierbarkeit des textilen Flächenmaterials (1) bei vorgegebener Druckkraft durch die die jeweilige Verformung und/oder die zur Verformung erforderliche Kraft repräsentierenden Messwerte (Sij bzw. Fij), welche von den einzelnen Sensoren (3) erfassbar sind, ermittelbar ist.
Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei eine unterdruckbeaufschlagbare gasundurchlässige, flexible Membran (4) zur Erzeugung der vorgegebenen Druckkraft vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Messfelder (ij) in einer matrixartigen Anordnung vorgesehen und von einem die vorgegebene Oberflächenkontur fortsetzenden Randbereich (5) umgeben sind, an welchem die flexible Membran (4) gasundurchlässig festgelegt ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei der Randbereich (5) eine Breite aufweist, die der Abmessung von mindestens einem Messfeld (ij) entspricht. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, wobei in dem Randbereich (5) eine Dichtfuge (6) ausgebildet ist, an welcher die flexible Membran (4) luftundurchlässig versiegelbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei die Messfelder (ij) quadratisch sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei die matrixartige Anordnung der Messfelder (ij) quadratisch ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, wobei die Messfelder (ij) jeweils durch ein blockförmiges Element gebildet sind, die an einer Bodenplatte (7) in Normalrichtung zu dieser beweglich gelagert sind und an ihrer Oberfläche einen Teil der vorgegebenen Oberflächenkontur (8) aufweisen. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Sensoren (3) zwischen die Messfelder (ij) und die Bodenplatte (7) gekoppelt sind. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Bodenplatte (7) zusammen mit dem Randbereich (5) ein luftdichtes Gehäuse bildet, das zur Unterdruckbeaufschlagung der flexiblen Membran (4) evakuierbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, wobei die vorgegebene Oberflächenkontur (8) eine standardisierte Kontur ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, wobei die vorgegebene Oberflächenkontur (8) eine Kontur eines realen Bauteils ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, wobei für jedes Messfeld (ij) drei im Sinne einer Dreipunktlagerung an den die Messfelder (ij) bildenden blockförmigen Elementen angeordnete Sensoren (3) vorgesehen sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 18, zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5.






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