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Dokumentenidentifikation DE102005030262B4 16.05.2007
Titel Atemmaske für die Ergospirometrie bei Großtieren
Anmelder Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie e.V., 99947 Bad Langensalza, DE
Erfinder Klein, Carmen, Dr., 99867 Gotha, DE;
Gillner, Michael, 99326 Stadtilm, DE
Vertreter Weidner Stern, Patentanwälte, 99084 Erfurt
DE-Anmeldedatum 29.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005030262
Offenlegungstag 04.01.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse A61D 7/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Atemmaske für ergospirometrische Untersuchungen an Großtieren, insbesondere Pferden oder Kamelen. Bekannte Lösungen sind für ergospirometrische Untersuchungen am mit Gebiss (z.B. Trense, Kandare) gezäumten Tier nicht geeignet. Um aussagekräftige Messergebnisse zu erhalten, müssen die ergospirometrischen Messungen jedoch am mit der gewohnten Zäumung gerittenen oder gefahrenen Tier erfolgen. Die erfindungsgemäße Atemmaske besteht dazu aus einem auf dem Nasenrücken und Teilen des Oberkiefers aufliegendem, im Wesentlichen halbschalenförmigen starren Maskenteil und einem daran unten abdichtend befestigbaren, beutelförmigen, flexiblen Maskenteil, durch welchen die Zügel des gezäumten Tieres abdichtend hindurchgeführt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Atemmaske für ergospirometrische Untersuchungen an Großtieren, insbesondere Pferden oder Kamelen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

International nimmt die Zahl der zu Freizeit- und Sportzwecken gehaltenen Tiere ständig zu. Diese Tiere haben zusätzlich zu ihrem materiellen Wert auch einen sehr hohen ideellen Wert. Die Halter fordern daher zunehmend für ihre Tiere ein Angebot von medizinischen Leistungen auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie, welches dem humanmedizinischen Standard entspricht.

Insbesondere für ergospirometrische Untersuchungen am mit Gebiss (z.B. Trense, Kandare) gezäumten Pferd sind die zu berücksichtigenden Bedingungen kompliziert und die bekannten technischen Lösungen nicht zufrieden stellend. Um aussagekräftige Messergebnisse zu erhalten, sollen die ergospirometrischen Messungen am mit der gewohnten Zäumung gerittenen oder gefahrenen Tier erfolgen. Das Anlegen der erforderlichen Gerätetechnik muss auch aus tierpsychologischen Gründen einfach und schnell möglich sein, um auch bei sensiblen und temperamentvollen Tieren Gefahrensituationen zu vermeiden.

Zum Durchführen von ergospirometrischen Untersuchungen ist es bekannt, die Atemströmung sowie das Atemgas mittels Sensoren, wie zum Beispiel Volumenstromsensoren und Sensoren für die Messung des Kohlendioxid und Sauerstoffanteils der Atemluft zu analysieren. Dazu werden die Sensoren in entsprechend ausgebildeten Atemmasken sowie extern am Tierkörper angeordnet.

Für ergospirometrische Untersuchungen an Pferden sind bekannte Atemmasken für Tiere, wie sie zum Beispiel in der US 4546768 A für Inhalationszwecke vorgeschlagen wurden, nicht geeignet.

Gegenstand der DE 103 22 505 A1 ist eine zweiteilig ausgebildete Inhalationsmaske für Pferde. Jeweils ein Maskenteil wird über einer Atemöffnung des Tieres angeordnet, dabei ist der Maskenteil bezüglich Größe und Form an die Atemöffnung anpassbar. Die beiden Maskenteile werden durch einen Strumpf miteinander verbunden, wobei an dem Strumpf auch eine Halteplatte angeordnet sein kann, an dem die beiden Maskenteile befestigt werden.

Eine zweiteilig ausbildbare Inhalationsmaske für Pferde ist weiterhin in der EP 0 537 991 A2 beschrieben.

Aus der DE 199 60 257 C1 ist ein mobiles Ergospirometriesystem für Pferde bekannt, dessen Kernstück eine topfförmige Atemmaske bildet, welche die Sensoren im Bereich der Nasenöffnungen strömungstechnisch optimiert aufnimmt. Das Abdichten erfolgt am umlaufenden Rand des topfförmigen Maskenkörpers durch ein aufblasbares Schlauchelement. Mit dieser Maske ist es nicht möglich, Pferde mit der allgemein gebräuchlichen Gebisszäumung zu reiten oder zu fahren. Zusätzlich ergeben sich durch die vorgegebene Form und Größe des Maskenkörpers die Messergebnisse verfälschende Toträume in der Maske, deren Minimierung nur durch Bereitstellen von exakt an die Kopfform und -größe angepasste Masken oder dem Einsetzen von Füllkörpern zum Füllen der abnasalen Toträume möglich ist. Das Anpassen und Einsetzen von Füllkörpern in dieser allseits geschlossenen Maske und das danach folgende Anlegen derselben ist allgemein problematisch, da die Füllkörper ihre Lage verändern und Kompressionen der Weichgewebe der Atemwege verursachen könnten. Die Abdichtung der Maske gegenüber dem Pferdekopf mittels aufblasbarem Gummischlauch birgt die Gefahr, dass das Pferd durch möglichen Druck auf Nerven oder Blutgefäße behindert wird.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine tierartspezifische Atemmaske für die Ergospirometrie bei Großtieren, insbesondere Pferden, zu schaffen, bei der die oben genannten Nachteile bekannter Lösungen vermieden werden.

Diese Aufgabe wird durch eine Atemmaske mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Einen wesentlichen Vorteil der Erfindung bildet die Möglichkeit, ergospirometrische Untersuchungen während des Reitens oder beim Fahrbetrieb vornehmen zu können. Dies wird durch das Zäumen des Pferdes mit einem Trensengebiss sowie die den flexiblen Teil der Atemmaske durchragenden Zügelverlängerungen erreicht. Ein flexibles beutelartiges Maskenteil garantiert dabei eine weitgehend störungsfreie Zügelführung bei einer optimalen Abdichtung. Weitere Vorteile der Erfindung bestehen unter anderem darin, dass eine Maske unkompliziert an unterschiedliche Kopfformen und -größen angepasst werden kann, wobei die Messergebnisse beeinflussende Toträume auf einfache Weise unter Verwendung von Füllkörpern optimal minimiert werden können.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Figuren dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

1 die Seitenansicht einer angelegten Atemmaske

2 die Seitenansicht eines Maskengrundkörpers

3 die Vorderansicht eines Maskengrundkörpers

4 die Draufsicht eines Maskengrundkörpers

Im folgenden Ausführungsbeispiel wird an Hand der Figuren eine erfindungsgemäße Atemmaske für Pferde beschrieben. Wie in den 2 bis 4 dargestellt, weist die Atemmaske 1 einen im Wesentlichen halbschalenförmigen starren Maskenteil 2 auf. Am abnasalen Ende des Maskenteils 2 sind Gurtösen 7 zum Anordnen von am Pferdekopf anzulegenden Befestigungsgurten 8 ausgebildet. Am vorderen unteren Ende des starren Maskenteils 2 ist an einem Gelenk 5 der Fixierbügel 4 gelenkig und feststellbar angeordnet. Halsseitig weist der Fixierbügel 4 eine gepolsterte Fixierschale 6 zum Anlegen am Unterkiefer auf. Im Bereich der beiden Nasenöffnungen des Pferdes sind Atemöffnungen 3 ausgebildet, welche die nicht dargestellten Baugruppen mit Atemgassensoren aufnehmen. Unterhalb der Atemöffnungen 3 verläuft umlaufend ein Teil eines Klettverschlusses 10. Daran ist der mit dem Gegenstück des Klettverschlusses 10 versehene beutelförmige flexible Maskenteil 9 befestigt (1). Das Pferd ist mit einem Trensengebiss und Zügel 11 gezäumt. Die zum Trensengebiss führenden Zügelverlängerungen 12 werden durch die im flexiblen Maskenteil 9 eingearbeiteten Zügeldurchführungen 13 abgedichtet hindurchgeführt.

Die Minimierung von abnasalen Toträumen in der angelegten Atemmaske 1 erfolgt durch das Anordnen von gleichzeitig polsternden Füllkörpern im starren Maskenteil 2.

Das einfache und von oben erfolgende Auflegen des starren Maskenteils 2 ermöglicht dies auf sehr einfache und variable Weise. Am abnasalen Rand des flexiblen Maskenteils 9 ist ein in den Figuren nicht dargestellter Gummi- oder Schnurzug eingearbeitet, durch den auch in diesem Bereich eine ausreichende Abdichtung der Maske gewährleistet wird.

1
Atemmaske
2
starrer Maskenteil
3
Atemöffnungen
4
Fixierbügel
5
Gelenk
6
Fixierschale
7
Gurtösen
8
Befestigungsgurt
9
flexibler Maskenteil
10
Klettverschluss
11
Zügel
12
Zügelverlängerung
13
Zügeldurchführung


Anspruch[de]
Atemmaske für die Ergospirometrie bei Großtieren, insbesondere Pferden oder Kamelen, mit im Bereich der Nasenöffnungen aufgenommenen Sensoren, dadurch gekennzeichnet, dass die Atemmaske (1) aus einem auf dem Nasenrücken und Teilen des Oberkiefers aufliegendem, halbschalenförmigen starren Maskenteil (2) und einem daran unten abdichtend befestigbaren, beutelförmigen flexiblen Maskenteil (9) besteht. Atemmaske nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem starren Maskenteil (2) Atemöffnungen (3) zur Aufnahme von Baugruppen mit Sensoren ausgebildet sind. Atemmaske nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im flexiblen Maskenteil (9) abdichtende Zügeldurchführungen (13) ausgebildet sind. Atemmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die abdichtende Befestigung des flexiblen Maskenteils (9) am starren Maskenteil (2) mittels eines Klettverschlusses (10) erfolgt. Atemmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass am vorderen, unteren Teil des starren Maskenteils (2) ein gelenkig einstellbarer Fixierbügel (4) angeordnet ist. Atemmaske nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im flexiblen Maskenteil (9) am schädelseitigen Rand ein Gummi- oder Schnurzug eingearbeitet ist.






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