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Dokumentenidentifikation DE102005032448A1 16.05.2007
Titel Misch- und Fördersystem
Anmelder Opdenhoff, Jürgen, 53773 Hennef, DE
Erfinder Opdenhoff, Jürgen, 53773 Hennef, DE
Vertreter Brandenburg, T., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 53773 Hennef
DE-Anmeldedatum 12.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005032448
Offenlegungstag 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse B01F 3/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B01F 15/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Abmisch- und Fördersystem, umfassend ein Förderrohrsystem (2) zum Fördern von Transportbehältern sowie wenigstens eine Hauptsendestation (I), wobei das System wenigstens eine Befüllstation (4, 6, 8) und wenigstens eine Entleerstation (12, 14) umfasst, versehen mit Transportbehälterhandhabungseinrichtungen (5, 7, 9, 11, 13) zum Empfangen, automatischen Öffnen und Schließen sowie Senden des Transportbehälters, wobei die Befüllstation (4, 6, 8) weiterhin mit wenigstens einer automatischen Befülleinrichtung (20, 21, 22) versehen ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Misch- und Fördersystem zur Abmischung von Kleinstkomponenten, insbesondere pulverförmiger Kleinstkomponenten unter Verwendung einer Rohrförderanlage mit Transportbehälter. Erfindungsgemäß werden mittels der Rohrförderanlage unterschiedliche Befüllstationen zur Abmischung angefahren, wobei ein oder mehrere Transportbehälter mit den jeweiligen Komponenten befüllt werden. Das System ist insbesondere zur Erstellung von Kleinserien oder Produkten unter Verwendung von Klein- und Kleinstkomponenten geeignet und zeichnet sich durch eine besondere Flexibilität aus.

Die Produktion in Kleinserien stellt in unterschiedlichen industriellen Bereichen große Anforderungen an die jeweilige Logistik. So ist es im Bereich der chemischen und pharmazeutischen Industrie bei Kleinserien üblich, dass diese mit der Hand abgemischt werden. Hierbei werden durch einen Mitarbeiter anhand des sogenannten Rezeptes manuell die jeweiligen zuzumischenden Bestandteile zur Verarbeitung ausgewogen und in die Mischung eingegeben. Entsprechendes gilt im Bereich des Maschinenbaus und der Mikroelektronik, insbesondere für den Ersatzteilbedarf soweit Komponentensätze zusammengestellt werden. Auch hier gilt, dass die entsprechenden Komponentensätze manuell anhand einer Stückliste zusammengestellt werden.

Insbesondere bei Abmischungen oder Komponentensätzen, die aus einer begrenzten Anzahl aus Stoffen oder Einzelkomponenten, nachfolgend vereinfacht nur Komponenten genannt, mit jeweils unterschiedlichen Mengen zusammengesetzt werden, besteht ein erheblicher Bedarf zur Automatisierung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ein System zur Zusammenstellung und Förderung von Mischungen, Komponenten und/oder Komponentensätzen zur automatisierten Zusammenstellung bereitzustellen.

Die vorliegende Erfindung geht dabei von einer an sich bekannten Rohrfördereinrichtung, gemeinhin auch Rohrpostanlage genannt, aus. Derartige Systeme sind seit langem bekannt. Rohrpostanlagen der bekannten Art dienen dazu insbesondere Schriftstücke in Gebäudeanlagen oder zwischen Gebäudeanlagen zu transportieren. Dabei wird das Schriftstück in einen Behälter oder eine Kartusche gegeben und durch eine Rohranlage von einem Sender zu einem Empfänger befördert. Der Vortrieb des Behälters in dem Rohr erfolgt üblicherweise mittels Druckluft.

In ihren Grundzügen umfasst die vorliegende Erfindung wenigstens eine Hauptsendestation zur Aufnahme und Versendung eines Transportbehälters. Von der Sendestation kann der Transportbehälter zu einer ersten Befüllstation gefördert werden. Die genannte erste Befüllstation fungiert jetzt als Empfangsstation. Nach Empfang des Behälters wird dieser in der ersten Befüllstation mittels geeigneter Befülleinrichtung mit wenigstens einer Komponente der abzumischenden Materialien befüllt. Nach der Befüllung wird der Behälter wieder verschlossen und von der ersten Befüllstation, die jetzt als Sendestation wirkt, zu einer zweiten Befüllstation befördert. Die zweite Befüllstation wirkt dementsprechend jetzt als Empfangsstation für den Transportbehälter. In der zweiten Befüllstation kann der Transportbehälter mit wenigstens einer weiteren abzufüllenden Komponente befüllt und der Transportbehälter wieder geschlossen werden.

Es kann sich dann die weitere Befüllung in einer dritten oder mehrerer folgender Befüllstationen anschließen. Neben dem zuvor dargestellten rein sequenziellen Durchlaufen von Befüllstationen ist auch das wenigstens teilweise alternative Anfahren des Transportbehälters von Befüllstationen möglich. Hierzu wird wenigstens eine Weiche im Rohrsystem angeordnet. Durch die Weichenstellung ist damit in einfacher Weise das alternative Anfahren von Befüllstationen möglich. Somit kann auf Grundlage der jeweiligen Rezeptur/Stückliste und den damit gemachten Vorgaben für die Steuerung des Systems jeweils Stoffe und/oder Komponenten sequentiell oder alternativ zugegeben werden. Weitere Ausführungen hierzu werden im Folgenden noch gemacht.

Bei pulverförmigem oder flüssigem Transportgut sind weitergehend Maßnahmen gegen Verluste durch Abstauben oder Verdunsten im Bereich der geforderten Prozesstoleranzen zu ergreifen.

Nach Durchlaufen der Befüllstationen wird der Transportbehälter einer Entladestation zugeführt. Die Entladestation ist vorzugsweise mit weiteren Einrichtungen zur weiteren Verarbeitung und/oder Behandlung des Transportgutes versehen. Der Transportbehälter wird mittels der vorgesehenen Entladestation entleert, wobei dessen Inhalt der Weiterbearbeitung und/oder Verpackung bereitgestellt wird. Die Weiterverarbeitung und/oder Verpackung erfolgt mittels dem Fachmann bekannter Maßnahmen, wobei auf die entsprechenden Eigenschaften der Komponenten und/oder Teile Rücksicht zu nehmen ist. Sind beispielsweise das abzumischende Transportgut Kleinkomponententeile wie gemischte Schraubensätze oder elektronische Kleinkomponenten, so kann sich an die Entladestation eine automatische Verpackungs- und Etikettiereinrichtung anschließen.

Im Beispiel eines pulverförmigen Misch- und Fördergutes kann sich an die Entladestation eine entsprechende automatisierte Einrichtung zum Mischen, Erhitzen und/oder Homogenisieren des Fördergutes, eine Pelletisiereinrichtung sowie nachgeschaltet Verpackungs- und Etikettiereinrichtungen anschließen. Die der Entladestation nachgeschalteten Einrichtungen zur weiteren Behandlung und/oder Verarbeitung des Fördergutes sind nicht erfindungswesentlich. Ihre Art und Auswahl richtet sich nach den jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen bei der Verwendung des Misch- und Fördersystems.

Gegebenenfalls kann der Entladestation eine Reinigungsstation für den Transportbehälter nachgeschaltet sein.

Eine derartige Reinigungsstation ist zweckmäßig, soweit das Transportgut beispielsweise pulverförmig oder flüssig ist. In der Reinigungsstation werden entsprechende Reste des Transportgutes aus dem Förderbehälter entfernt. Die Reinigung kann mit üblichen geeigneten Maßnahmen wie Spülen oder Ausblasen mit Druckluft geschehen. Der Zweck der Reinigung besteht darin Verschleppungen des Transportgutes aus einer Mischserie in eine weitere oder anders geartete Mischserie bei der nächsten Verwendung des Transportbehälters zu vermeiden.

Abschließend wird der Transportbehälter wieder einer Hauptsendeeinrichtung zugeführt und dort zur nächsten Verwendung bereitgestellt. Die Hauptsendeeinrichtung kann gegebenenfalls mit einem Depot für Transportbehälter versehen sein.

Es erschließt sich, dass im praktischen Gebrauch das erfindungsgemäße System es ermöglicht die jeweiligen Befüllstationen sowie die Entladestation mit nachgeordneten Weiterbehandlungseinrichtungen räumlich zu trennen. Infolgedessen können Beladestationen mit großen Vorratsbehältern ausgestattet werden, da die Notwendigkeit einzelne Beladestationen eng aneinander zu stellen entfällt. Dies gilt insbesondere im Vergleich zu klassischen Abmischungseinrichtungen, bei denen die einzelnen Komponenten in einen Zentralmischer direkt zusammengeführt werden müssen.

Umgekehrt ergibt sich die Möglichkeit bereits bestehende, jedoch räumlich auf einem Betriebsgelände verteilte Auswiegeeinrichtungen in einfacher und kostengünstiger Weise miteinander zu verbinden.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei dem erfindungsgemäßen System und der damit verbundenen Automatisierung durch eine verbesserte Rückverfolgbarkeit des Zwischen- oder Endproduktes. Das System erlaubt die Erfassung der Einwiegedaten und behälterbezogener Rohstoffdaten jedes einzelnen Transportbehälters sowie ihre Dokumentation. Die Vorteile für die Qualitätssicherung, insbesondere bei der Produktion unterschiedlicher Kleinserien, liegen auf der Hand.

Weiterhin kann durch den Einsatz des erfindungsgemäßen Systems und der damit verbundenen räumlichen Trennung von beispielsweise Mischern und Befüllstationen die Einwaagegenauigkeit verbessert werden. So besteht bei herkömmlichen Systemen, bei denen Auswiegeeinrichtung und Mischer räumlich eng benachbart sind, die Problematik, dass Vibrationen des Mischers auf die Auswiegeeinrichtung übertragen werden, was sich nachteilig auf das Ergebnis auswirkt. Durch die erfindungsgemäß mögliche Trennung von Entladestation mit nachgeordneten Weiterbearbeitungseinrichtungen wie Mischern und Ähnlichem, die Vibrationen erzeugen, einerseits sowie den Befüllstationen mit genauen Auswiegeeinrichtungen andererseits können diese nachteiligen Effekte vermieden werden.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Systems werden im Weiteren anhand der einzigen Figur beispielhaft erläutert. Die 1 zeigt das erfindungsgemäße Misch- und Fördersystem umfassend die Hauptsendestation 1 zur Abgabe von zu befüllenden Transportbehältern. Die Hauptsendestation 1 ist mit dem Rohrsystem 2 verbunden. Die Hauptsendestation 1 sowie das Rohrsystem 2 sind mit an sich bekannten Einrichtungen zur Erzeugung und Einspeisung von Druckluft 3, 3a versehen, welche den Vortrieb des Transportbehälters im Rohrsystem 2 bewirken.

Auf Anforderung der zentralen Steuereinheit (nicht gezeigt) stellt die Hauptsendeeinrichtung 1 einen Transportbehälter bereit und sendet diesen unter Mitwirkung der Druckluftsteuerungseinrichtungen 3 sowie 3a in Richtung der ersten Befüllstation 4, umfassend die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 5. Die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 5 fungiert jetzt als Empfänger des Transportbehälters und empfängt den Transportbehälter unter der Weisung durch die zentrale Steuereinrichtung. Die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 5 öffnet im Folgenden den Transportbehälter und stellt ihn damit zur Befüllung durch die Befüllstation 4 bereit. Die Befüllstation 4 dosiert mittels automatischer Befülleinrichtung 20 das Füllgut und befüllt den Transportbehälter mit der dosierten Füllgutmenge. In der dargestellten Ausführungsform ist die Befülleinrichtung 20 eine automatische Wiegeeinrichtung.

Bei rieselfähigen Füllgütern kann dies in bekannter Weise durch automatisches Auswiegen, beispielsweise durch eine in die Befüllstation integrierte Waage, oder Schneckendosierung erfolgen. Besteht beispielsweise das Füllgut aus Kleinkomponenten wie Schrauben oder elektronischen Bauteilen können bekannte Stückzähler und Stückabgabeeinrichtungen eingesetzt werden.

Nach der Befüllung wird der Transportbehälter durch die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 5 automatisch verschlossen und unter Maßgabe der zentralen Steuereinheit an die nachfolgende zweite Befüllstation 6, umfassend die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 7, gesendet. Die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 7 fungiert jetzt als Empfangsstation. In der Transportbehälterhandhabungseinrichtung 7 der zweiten Befüllstation 6 wiederholt sich der zuvor beschriebenen Vorgang des Aufnehmens des Transportbehälters, automatischen Öffnens, Befüllens mit dem Füllgut mittels Befülleinrichtung 21, automatischen Verschließens des Transportbehälters und Senden des Transportbehälters an die dritte Befüllstation 8, umfassend die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 9. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Befülleinrichtung ein Schneckendosierer.

In der dritten Befüllstation 8, umfassend die Transportbehälterhandhabungseinrichtung 9 wiederholen sich ebenfalls die zuvor genannten Arbeitsschritte. Die beispielhafte dargestellte dritte Befüllstation 8 ist mit zwei Schneckendosierern als Befülleinrichtung 22 versehen, zur Zugabe einer Vormischung aus zwei Komponenten. In der Füllstation 8 wird demzufolge eine variable Mischung in den Transportbehälter eingefüllt.

Die Transportbehälterhandhabungseinrichtungen 5, 7 und 9 sind vorzugsweise mit einer Weiche ausgestattet, die unter Steuerung der zentralen Steuereinrichtung steht. Durch diesen Kunstgriff kann ein Transportbehälter an einer der Befüllstationen 4, 6, 8 vorbeigeleitet werden. In vorteilhafter Weise ist es hierdurch möglich die Abmischgeschwindigkeit zu erhöhen, da dann ein schneller Durchlauf durch eine Transportbehälterhandhabungseinrichtung vorgenommen werden kann, soweit die entsprechende Komponente, mit der die Befüllstation bestückt ist, nicht gemäß der Rezeptur oder der Stückliste vorgesehen ist.

Soweit beispielsweise eine Abmischung der Komponenten aus den Befüllstationen 6 und 8 vorgesehen ist, jedoch keine Zumischung aus der Befüllstation 4, so kann die Weiche in der Transportbehälterhandhabungseinrichtung 5 auf Durchlauf geschaltet werden, wodurch der Transportbehälter abgesendet von der Hauptsendestation 1 unmittelbar die Befüllstation 6 anläuft.

Nach der wahlweisen Befüllung des Transportbehälters und der damit verbundenen Abmischung des zu transportierenden Gutes durch die Befüllstationen 4, 6 und/oder 8 wird der Transportbehälter and die Entladestationen 12 oder 14, mit den zugehörigen Transportbehälterhandhabungseinrichtungen 11 oder 13 gesandt. Die Transportbehälterhandhabungseinrichtungen 11 und 13 empfangen den jeweiligen Transportbehälter, öffnen ihn automatisch und stellen den Inhalt den Entladestationen 12 und 14 bereit. An die Entladestationen 12 und 14 sind, wie zuvor ausgeführt, entsprechende Weiterbehandlungs- und Verarbeitungseinrichtungen für das Transportgut angeschlossen.

In der dargestellten Ausführungsform sind die Entladestationen 12 und 14 mit den zugehörigen Transportbehälterhandhabungseinrichtungen 11 und 13 parallel im Rohrleitungssystem 2 angeordnet. Den Entladeeinrichtungen 12 und 14 ist eine Weiche 10 vorgeschaltet. Die Weiche 10 unterliegt ebenfalls der Wirkung der zentralen Steuereinrichtung. Der Kunstgriff, die Entladeeinrichtungen parallel anzuordnen, führt zu mehreren Vorteilen. Zum Einen können wahlweise Entleerungsstationen mit unterschiedlichen Weiterbehandlungseinrichtungen durch den Transportbehälter angefahren werden. Dies ist besonders vorteilhaft, soweit die nachfolgenden Handhabungs- und Weiterverarbeitungseinrichtungen der Entladestation einen erheblichen Raumbedarf haben. Die parallele Anordnung der Entladestationen im Rohrsystem 2 und der Wirkung der Weiche 10 führt hier zu verkürzten Fahrwegen gegenüber einer sequenziellen Anordnung der Entladestationen, wobei die Ansteuerung unter Wirkung der in den Transportbehälterhandhabungseinrichtungen 11 und 12 vorhandenen Weichen stattfindet.

Ein weiterer Vorteil in einer möglichen parallelen Anordnung der Entladestationen 12 und 14 kann sich ergeben, wenn der zeitbestimmende Schritt für den Durchlauf eines Transportbehälters durch das gesamte Abmisch- und Fördersystem in der Arbeitsgeschwindigkeit der Entladestationen sowie der dahinter geschalteten Weiterbehandlungs- und Verarbeitungseinrichtungen liegt. In dieser Ausführungsform sind die Entladestationen 12 und 14 mit den nachfolgenden Behandlungs- und Weiterverarbeitungseinrichtungen gleich gestaltet. Die zulaufenden Transportbehälter werden dann durch die Weiche 10 wechselweise den Entladestationen 12 und 14 zugesteuert.

In einer anderen, nicht dargestellten, Ausführungsform können identische Befüllstationen parallel im Rohrleitungssystem 2 angeordnet sein, die dann mit einer vorgeschalteten Weiche entsprechend wechselweise angesteuert werden. Diese Ausführungsform ist zweckmäßig, soweit zumindest einer der Befüllvorgänge den zeitbestimmenden Schritt für den Durchlauf des Transportbehälters durch das System darstellt.

Nach der Entleerung des Transportbehälters in den Entladestationen 12 und/oder 14 werden die Transportbehälter in Richtung der Hauptsendestation 1 gesandt, die dann als Empfangsstation wirkt. Optional kann in Abhängigkeit des zu fördernden und abzumischenden Gutes eine Reinigungsstation 15 der Hauptsendestation 1 vorgeschaltet sein. Die Reinigungsstation 15 empfängt dann den Transportbehälter, öffnet diesen automatisch und reinigt den Innenraum des Transportbehälters mit geeigneten Maßnahmen. Geeignete Maßnahmen können das Ausblasen mit Pressluft oder Ausspülen und anschließendes Trocknen mit geeigneten Reinigungsflüssigkeiten sein. Die Auswahl der geeigneten Reinigungsmaßnahmen, soweit notwendig, ist dem Fachmann in Abhängigkeit des Anwendungsgebietes des Misch- und Fördersystems ohne Weiteres möglich.

Nach Empfang des Transportbehälters durch die Hauptsendestation 1 wird der Transportbehälter in das Depot abgelegt und steht dort für einen neuen Zyklus bereit.

Zweckmäßigerweise ist das Rohrleitungssystem 2 mit an geeigneten Positionen angebrachten Kontrolleinrichtungen 16 versehen. Die Kontrolleinrichtungen 16 registrieren den Durchlauf des Transportbehälters und melden dies an die zentrale Steuereinrichtung. Mittels der so gewonnenen Daten kann über die zentrale Steuereinrichtung der Taktryklus optimiert und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Gleichzeitig wären Betriebsstörungen, wie beispielsweise das Steckenbleiben eines Transportbehälters im Rohrleitungssystem frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Abschaltung des Systems wäre möglich. Zweckmäßigerweise sind die Transportbehälter mit Einrichtungen zur individuellen Identifizierung versehen. Eine derartige Einrichtung kann ein Transponder sein. Soweit die Kontrolleinrichtungen, Transportbehälterhandhabungseinrichtung und die Hauptsendestation mit entsprechenden bekannten Einrichtungen zur Erfassung des Transpondersignals ausgestattet sind, kann der individuelle Standort jedes Transportbehälters bestimmt werden und mit Hilfe der so gewonnenen Information mittels der zentralen Steuereinrichtung der Prozess optimiert werden.

Vorteilhafterweise können in dem Misch- und Fördersystem sämtliche angeschlossenen Einrichtungen, insbesondere Befüllstationen, Entleereinrichtungen mit nachgeschalteten Weiterbehandlungseinrichtungen, Weichen, Transportbehälterhandhabungseinrichtungen sowie Kontrolleinrichtungen und die Hauptsendestation von den zentralen Steuereinrichtung gesteuert und die Transponderinformation ausgelesen werden. Hieraus ergibt sich, dass jeder Transportbehälter individuell anhand einer in der zentralen Steuereinrichtung erfassten Stückliste oder Rezeptes individuell befüllt werden kann, was zu einer hohen Flexibilität des Systems ohne weitergehenden manuellen Eingriff führt. Kleinserien mit einer begrenzten und definierten Anzahl von zu befüllenden Transportbehältern sind auch möglich.

In einer weiteren Ausführungsform kann die zentrale Steuereinheit mit Eingabeeinrichtungen bei den jeweiligen Endkunden oder Auftraggebern verbunden sein. Der Auftraggeber oder Endkunde kann anhand der Vorgaben der Bestückung der Befüllstationen ein individuelles Produkt oder Sortiment zusammenstellen und dieses über geeignete Datenfernleitungen an die zentrale Steuereinrichtung übergeben. Die zentrale Steuereinheit erstellt dann ohne weiteres manuelles Zutun unmittelbar die entsprechenden Kleinserien. Soweit entsprechende Kundendaten oder eine Kundenidentifizierung mit der Datenübergabe verbunden sind, kann beispielsweise eine kundenindividuelle Etikettierung und/oder Versandverpackung erfolgen.

Das erfindungsgemäße Abmisch- und Fördersystem für Kleinkomponenten zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität sowie einen hohen Taktzyklus aus und ist darüber hinaus für die Erstellung von Klein- und Kleinstserien geeignet.

1
Hauptsendestation
2
Rohrsystem
3, 3a
Druckluftsteuerungseinrichtung
4
Erste Befüllstation
5
Transportbehälterhandhabungseinrichtung der ersten Befüllstation
6
Zweite Befüllstation
7
Transportbehälterhandhabungseinrichtung der zweiten Befüllstation
8
Dritte Befüllstation
9
Transportbehälterhandhabungseinrichtung der dritten Befüllstation
10
Weiche
11
Transportbehälterhandhabungseinrichtung der ersten Entleerstation
12
Erste Entleerstation
13
Transportbehälterhandhabungseinrichtung der zweiten Entleerstation
14
Zweite Entleerstation
15
Reinigungsstation
16
Kontrolleinrichtung
20
Wiegeeinrichtung
21
Extruderzumischer
22
Zumischer mit zwei Extrudern


Anspruch[de]
Abmisch- und Fördersystem umfassend ein Förderrohrsystem (2) zum Fördern von Transportbehältern sowie wenigstens eine Hauptsendestation (1), dadurch gekennzeichnet, daß das System wenigstens eine Befüllstation (4, 6, 8) und wenigstens eine Entleerstation (12, 14) umfasst, versehen mit Transportbehälterhandhabungseinrichtungen (5, 7, 9, 11, 13) zum Empfangen, automatischen Öffnen und Schließen sowie Senden des Transportbehälters, wobei die Befüllstation (4, 6, 8) weiterhin mit wenigstens einer automatischen Befülleinrichtung (20, 21, 22) versehen ist. Abmisch- und Fördersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Entleerstation (12, 14) weiterhin Einrichtungen zur Weiterbehandlung des Fördergutes umfasst. Abmisch- und Fördersystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Förderrohrsystem (2) wenigstens eine Weiche (10) umfasst und wobei weiterhin wenigstens zwei Befüllstationen (4, 6, 8) und/oder wenigstens zwei Entleerstationen (12, 14) parallel im Förderrohrsystem (2) angeordnet sind. Abmisch- und Fördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Förderrohrsystem (2) wenigstens eine Reinigungsstation (15) angeordnet ist. Abmisch- und Fördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Transportbehälter mit Einrichtungen zur individuellen Identifizierung, insbesondere einem Transponder oder Barcode, versehen ist, welche durch die Kontrolleinrichtungen (16), Transportbehälterhandhabungseinrichtungen (5, 7, 9, 11, 13) und/oder Hauptsendestation (1) auslesbar sind. Abmisch- und Fördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es weiterhin eine zentrale Steuereinheit aufweist, wobei die Steuereinheit die Komponenten des Systems unter der Maßgabe einer zuvor erfaßten Rezeptur oder Stückliste steuert. Verfahren zum Abmischen und Fördern von Fördergut mittels einem System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet daß es die Schritte umfasst:

a) Senden eines Transportbehälters von der Hauptsendestation (1) an eine erste Befüllstation (4) mit einer ersten Transportbehälterhandhabungseinrichtung (5);

b) Empfangen, Öffnen und zur Befüllung bereitstellen des Transportbehälters durch die erste Transportbehälterhandhabungseinrichtung (5);

e) Dosieren der Befüllmenge und Befüllen des Transportbehälters durch eine erste Befülleinrichtung (20);

d) Verschließen und Weitersenden des Transportbehälters durch die erste Transportbehälterhandhabungseinrichtung (5);

e) optionales Wiederholen der Verfahrensschritte b) bis d) zur weiteren Befüllung durch eine oder mehrere weitere Befüllstationen (6, 8);

f) Empfangen, Öffnen und zur Entleerung bereitstellen des Transportbehälters durch eine Transportbehälterhandhabungseinrichtung (11, 13) einer Entleerstation (12, 14)

g) Entleeren des Transportbehälters durch die Entleerstation (12, 14) und Bereitstellen des Transportgutes zur weiteren Behandlung;

h) Verschließen und Weitersenden des Transportbehälters durch die Transportbehälterhandhabungseinrichtung der Entleerstation (12, 14).
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Entleerstationen (12, 14) bereitgestellt werden, die alternativ durch den Transportbehälter angefahren werden können, optional durch die Wirkung einer Weiche (10). Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigsten zwei Befüllstationen (4, 6, 8) bereitgestellt werden, die alternativ durch den Transportbehälter angefahren werden können, optional durch die Wirkung einer Weiche (10). Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Standort jedes Transportbehälters mittels Einrichtungen zur individuellen Identifizierung, insbesondere Transpondern oder Barcodes erfaßt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verfahrenschritte durch eine zentrale Steuereinheit gesteuert werden unter der Maßgabe einer erfaßten Rezeptur oder Stückliste. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Rezeptur oder Stückliste dezentral durch den Kunden erstellt wird und mittels Datenfernübertragung an die zentrale Steuereinheit übermittelt wird.






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