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Dokumentenidentifikation DE102005036809B3 16.05.2007
Titel Regalsystem
Anmelder Steelcase Werndl AG, 83026 Rosenheim, DE
Erfinder Rutz, Josef, 83022 Rosenheim, DE
Vertreter Andrae Flach Haug, 83022 Rosenheim
DE-Anmeldedatum 04.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005036809
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse A47B 96/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Ein verbessertes Regalsystem zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- es ist ein Verankerungstopf (13) vorgesehen, der in eine entsprechende, der Regalbodenstütze (3) zugewandt liegende Bohrung (11) eines Regalbodens (1) fest und unverlierbar einfügbar ist,
- im Verankerungstopf (13) ist eine Schlitzöffnung (17) und ein versetzt dazu vorgesehener und schräg verlaufender Schraubenweg (23) für eine Feststellschraube (21) vorgesehen,
- in den Schlitz (17) ist ein Teil eines zur Regalbodenstütze (3) gehörenden Verankerungsabschnittes (31) einführbar, und
- die Feststellschraube ist so verdrehbar, dass mittelbar die Regalbodenstütze zumindest kraftschlüssig und vorzugsweise formschlüssig fixierbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Regalsystem nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Es sind die unterschiedlichsten Regalsysteme unter Verwendung von einem oder mehreren Regalböden bekannt (vgl. beispielsweise US 52 47 486 A oder DE 37 10 848 C1).

Ein bekanntes Regalsystem arbeitet vom Grundsatz her mit Regalstützen, die an ihren rückwärtigen Seiten üblicherweise mit zumindest zwei in Vertikalrichtung versetzt zueinander liegenden Einhängnasen versehen sind, die in vertikal verlaufende, beispielsweise an der Wand oder an vertikalen Trägern oder Stützen angebrachte Regalschienen einhängbar sind. Diese Regalschienen weisen dazu in Längsrichtung der Regalschiene versetzt liegende Langlöcher auf, in die die entsprechenden Nasen der Regalstützen einhängbar sind.

Die Regalstützen ragen somit quer von der Regalschiene weg. Sie können oben liegend eine horizontale Auflagekante aufweisen, auf welche ein Regalboden auflegbar ist.

Um den Regalboden möglichst sicher zu verankern, d.h. insbesondere auch gegen ein unbeabsichtigtes Anheben und damit Abheben von der Regalstütze zu sichern, sind Regalstützen bekannt, die mit um 90° abgebogenen horizontal auslaufenden Laschen versehen sind, in welche ein Bohrungsloch eingebracht ist. Hierdurch können Schrauben von der Unterseite her in ein Regalboden eingedreht werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein demgegenüber verbessertes und ästhetisch ansprechenderes Regalsystem zu schaffen, mit dem es möglich wird, einen Regalboden möglichst leicht lösbar und doch sicher an einer Regalstütze zu sichern.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß entsprechend den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Mit dem vorliegenden erfindungsgemäßen System wird eine ästhetisch sehr ansprechende Lösung geschaffen, die zudem eine feste und sichere Verankerung eines Regalbodens an entsprechenden Regalstützen gewährleistet. Gleichwohl können die Regalböden problemlos wieder abgebaut und entfernt werden, indem eine Schraube, insbesondere eine Madenschraube, wiederum gelöst wird.

Das erfindungsgemäße System erfordert im Wesentlichen lediglich Verankerungstöpfe, beispielsweise in Form von Einbohrtöpfen, die auf der Unterseite oder Montageseite eines Regalbodens in entsprechende Lochbohrungen eingesetzt oder eingeschlagen werden können. Dazu wird im Regalboden anbauseitig, d.h. in der Regel auf der Unterseite, eine entsprechende Sackbohrung eingebracht, in der der entsprechende Verankerungstopf verankert werden kann. Die Verankerungstöpfe weisen am Außenumfang ein Tannenbaum- oder Sägezahnprofil auf, wodurch sie gegen ein Herausziehen aus der Sackbohrung durch Wechselwirkung mit der Bohrungswand fest gesichert sind.

Auf der unteren Bodenfläche sind nunmehr eine Stecköffnung, vorzugsweise eine schlitzförmige Stecköffnung, und dazu versetzt liegend eine Öffnung zum Ein- und Ausdrehen einer Schraube, insbesondere einer Madenschraube vorgesehen. Durch die entsprechende Stecköffnung kann ein entsprechender nach oben von der Regalstütze vorstehender Vorsprung, vorzugsweise in Laschenform, in den Verankerungstopf eingesteckt werden, bis der Regalboden auf der Regalstütze ruht.

Die erwähnte Schraube wirkt jedoch nicht direkt mit der Regalstütze bzw. dem vorzugsweise laschenförmigen Vorsprung, der an der Regalstütze ausgebildet ist, sondern mittelbar unter Zwischenschaltung einer Kraftumlenkeinrichtung zusammen. Diese Kraftumlenkeinrichtung ist so aufgebaut, dass die in Axialrichtung oder überwiegend in Axialrichtung wirkenden, durch Eindrehen der Schraube erzeugten Kräfte (auch wenn der Verstellweg der Schraube parallel zu dem Vorsprung an der Regalstütze verläuft) durch die erwähnte Kraftumlenkeinrichtung mit einer Komponente quer zu dem vorzugsweise in Laschenform ausgebildeten Verankerungsvorsprung der Regalstütze umgelenkt werden und hierdurch zumindest eine kraftschlüssige Verklemmung zwischen dem Verankerungstopf und der Regalstütze erzeugt wird. Die erwähnte Kraftumlenkeinrichtung besteht bevorzugt aus einer Kugel, insbesondere einer Stahlkugel, wobei der vorlaufende Abschnitt der Schraube außermittig an der Kugel so angreift, dass die Kugel in einem Verstell- oder Kugelkanal auf den Verankerungsvorsprung vorzugsweise in Form der Lasche zu bewegbar ist.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in dem Verankerungsvorsprung der Regalstütze, vorzugsweise in Form einer Lasche, eine Vertiefung oder ein Durchlass, beispielsweise in Form einer kreisförmigen Bohrung, vorgesehen, dessen kleinster Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser der Kugel. Dadurch kann die Kugel in einer Teiltiefe in diese Ausnehmung in dem Verankerungsvorsprung bzw. der Lasche in fixierter Stellung eingreifen und führt daher nicht nur zu einer kraftschlüssigen, sondern vor allem zu einer formschlüssigen Verklemmung, wodurch ein Regalbrett fest an der zugehörigen Regalstütze gehalten ist.

Alternativ oder ergänzend kann aber auch in dem Verankerungstopf selbst ein Vorsprung ausgebildet sein, der in die erwähnte Ausnehmung oder Vertiefung in der Lasche oder allgemein in den Verankerungsvorsprung der Regalstütze eingreift, so dass in diesem Falle die Kraftumlenkeinrichtung, vorzugsweise in Form der Kugel, nur an dem Verankerungsvorsprung außerhalb der Bohrung kraftschlüssig anliegen muss, um ein Abziehen des Regalbodens von der Regalstütze zu vermeiden. Insbesondere in diesem Falle ist ein entsprechend breit bemessener Aufnahmeraum oder ein in Einsteckrichtung des Verankerungsvorsprungs der Regalstütze konisch erweiterter Aufnahmeraum vorgesehen, um den Verankerungsvorsprung erst an dem in den Aufnahmeraum seitlich hineinragenden Vorsprung vorbei einzustecken und nachfolgend zu Verkippen, derart, dass der entsprechende, mit dem Aufnahmetopf verbundene Vorsprung in die erwähnte Bohrung in dem vorzugsweise laschenförmigen Verankerungsvorsprung eingreift.

Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden anhand von Zeichnungen erläuterten Ausführungsbeispielen. Dabei zeigen im Einzelnen:

1: eine schematische perspektivische Unteransicht eines Regalbodens, der auf zwei Regalstützen ruht;

2: eine entsprechende perspektivische Darstellung der für die Verankerung des Regalbodens benötigen Teile;

3: eine schematische Längsschnittdarstellung durch einen Regalboden mit aufgesetzten Verankerungstöpfen und einem Regalbrett;

4: eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Verankerungstopfes mit zugehörigen Teilen;

5: eine entsprechende Darstellung zu 4 bei einem zusammengefügten Verankerungstopf;

6: eine perspektivische Unteransicht durch den in 5 gezeigten Verankerungstopf;

7: eine Querschnittsdarstellung durch den Verankerungstopf in aufgesetzter Form auf der Regalstütze in der Nähe des freien Endes der Regalstütze vor Fixierung an einer Regalstütze;

8: eine entsprechende Querschnittsdarstellung durch den Verankerungstopf, wie er an der weiteren Verankerungslasche der Regalstütze aufgesetzt ist, und zwar in bereits fixiertem Zustand;

9: eine schematische Seitenansicht durch ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel eines Verankerungstopfes in Schnittdarstellung in aufgesetztem Zustand auf eine Regalstütze (ohne eingezeichnetes Regalbrett);

10: eine Querschnittsdarstellung längs der Linie X-X in 9; und

11: eine entsprechende Querschnittsdarstellung längs der Linie XI-XI in 9.

In 1 ist in schematischer Unteransicht ein Regalboden 1 gezeigt. In Längsrichtung des Regalbodens versetzt liegend sind zwei Regalbodenstützen 3 zu erkennen. Aus den vergrößerten Darstellungen gemäß 2 und 3 ist zu ersehen, dass eine derartige Regalbodenstütze 3 üblicherweise an ihrer zum freien Tragarmende 3a gegenüberliegenden Seite einen sogenannten Verankerungsabschnitt 3b aufweist. Dieser Verankerungsabschnitt weist im gezeigten Ausführungsbeispiel zwei in Vertikalrichtung versetzt zueinander liegende Verankerungsnasen 3c auf, die sich über eine gewisse Vertikalhöhe nach unten erstrecken und durch einen benachbart liegenden Einhängschlitz 3d in der gezeigten Ausformung gebildet sind.

Derartige Regalbodenstützen sind grundsätzlich bekannt. Sie können in entsprechenden, üblicherweise vertikal an einer Wand oder an sonstigen Trageinrichtungen verlaufenden, unterschiedlich geformten Tragschienen eingehängt werden, die in Vertikalrichtung im Abstand der Einhängnasen 3c versetzt zueinander liegende Langlöcher aufweisen. Zum Verankern einer derartigen Regalstütze 3 wird diese bekannterweise mit ihrem Verankerungsende 3b auf die in den Figuren nicht näher gezeigte Verankerungsschiene zugeführt, wobei die Verankerungsnasen 3c in die in der Verankerungsschiene ausgebildeten Schlitze hineinragen, um dann anschließend die Regalbodenstütze entsprechend der Länge der erwähnten Einhängschlitze 3d nach unten zu bewegen und an der Regalschiene fest zu sichern.

Auf einer derartigen Regalstütze soll dann der erwähnte Regalboden 1 aufgelegt und lösbar befestigt werden. Dazu sind im Regalboden im gezeigten Ausführungsbeispiel pro Regalbodenstütze 3 jeweils zwei in Längsrichtung versetzt zueinander liegende Bohrungen 11, d.h. Sackbohrungen 11, eingebracht, wie dies grundsätzlich auch aus der Querschnittsdarstellung gemäß 3 zu ersehen ist.

In diese Sackbohrung 11 werden dann sogenannte Verankerungs- oder Einbohrtöpfe 13 eingeschlagen und sicher verankert. Damit diese verliersicher in der Sackbohrung 11 gehalten sind, entspricht der Außendurchmesser der Verankerungstöpfe im Durchmessermaß der Sackbohrung 11 oder ist geringfügig größer. Ferner sind die Verankerungstöpfe 13 üblicherweise an ihrer umlaufenden Topfwand 13a mit im Querschnitt tannenbaum- oder sägezahnförmigen umlaufenden Rillen 13b (4 und 5) versehen, die gegebenenfalls sogar gewindeförmig als durchlaufende Wellen gestaltet sein können. Nach dem Einschlagen können diese Töpfe nicht wieder aus der Bohrung 11 herausgezogen werden. Diese Töpfe können beispielsweise aus Metall bestehen, insbesondere aus einem Druckguss-Metallteil, wie beispielsweise aus Alu-Druckguss, Zink-Druckguss etc. Ebenso können diese Töpfe aber auch aus Kunststoffmaterial hergestellt sein.

Aus der perspektivischen Darstellung gemäß 6 ist die Innenansicht der Töpfe 13 zu ersehen, woraus sich ergibt, dass der Verankerungstopf 13 im Inneren als Hohlteil ausgebildet ist und dabei einen rechteckförmigen Einsteckschlitz 17 an der Topfunterseite 13c aufweist, der im gezeigten Ausführungsbeispiel in einen den Verankerungstopf durchsetzenden Aufnahmeraum 17' übergeht. Dieser Aufnahmeraum 17' ist durch zwei seitliche parallele Wände 17a begrenzt, die noch über zwei senkrecht dazu verlaufende Stützwände 17b versteift sind.

Ferner ist im Verankerungstopf 13 eine feste Schraube 21, vorzugsweise eine Madenschraube 21, vorgesehen, die in einen parallel zum Aufnahmeraum 17' verlaufenden Verstell-, Gewinde- oder Schraubenweg 23 im Material des Verankerungstopfes 13 ein- und ausdrehbar ist. Dieser Schraubenweg 23 wird durch eine Bohrung oder einen entsprechenden Kanal 23 im Material des Verankerungstopfes 13 gebildet.

Der Schraubenweg 23 ist so angeordnet, dass die Zugangsöffnung 23' des Schraubenweges 23 an der Topfunterseite 13c seitlich versetzt zum Öffnungsschlitz 17 liegt. Andererseits ist der Schrauben- oder Gewindeweg 23 so ausgerichtet und angeordnet, dass er einen Verstellweg 28 schneidet, in welchem im gezeigten Ausführungsbeispiel eine Kugel 20 angeordnet ist. Hierdurch wird eine Kraftumlenkeinrichtung 22 erzeugt, auf deren Bedeutung später noch eingegangen wird.

Die Regalbodenstütze 3 weist an ihrer oben liegenden Halte- oder Montageseite zwei in Längsrichtung versetzt liegende Vorsprünge 27 auf, die im gezeigten Ausführungsbeispiel als Verankerungslaschen 27' gestaltet sind. Mit anderen Worten sind die Verankerungslaschen 27' in Seitenansicht zungen- oder eher rechteckförmig gestaltet und einteilig, d.h. einstückig mit der Regalbodenstütze 3 verbunden. Sie sind also Teil der Regalbodenstütze 3. Die so gebildete Regalbodenstütze 3 kann insgesamt als Stanzteil hergestellt und dann beispielsweise lackiert sein.

Bevorzugt ist die Verankerungslasche 27' mit einer im gezeigten Ausführungsbeispiel ebenfalls runden Verankerungsöffnung 29 versehen, die die Verankerungslasche 27' unter Ausbildung eines umlaufenden Materialrandes 31 durchsetzt.

Der erwähnte Verankerungsvorsprung 27 bzw. die Verankerungslasche 27' erheben sich oberhalb eines im gezeigten Ausführungsbeispiel horizontalen Auflagers 33 in Form einer horizontalen Auflagekante, deren Längserstreckung in Richtung der Regalbodenstütze größer ist als die Länge des Öffnungsschlitzes 17. Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist diese eine Länge auf, die dem Durchmesser des Verankerungsbodens 13 entspricht. Davon abweichend könnte diese Kante aber auch kürzer und länger gestaltet sein.

Zur Verankerung eines Regalbodens wird dieser mit den in der Sackbohrung 11 fest eingesetzten Verankerungstöpfen 13 nunmehr auf die entsprechenden Regalbodenstützen 3 aufgesetzt. Dazu tauchen die erwähnten Verankerungslaschen 27' durch die entsprechend an die Form und Größe der Verankerungslaschen 27' angepassten Öffnungen 17 in den Verankerungstopf ein und kommen dabei in dem unterhalb der Öffnung 17 – die nachfolgend teilsweise auch als Einsteckschlitz 17 bezeichnet wird – liegenden Aufnahmeraum 17' zu liegen, der im Querschnittsmaß im gezeigten Ausführungsbeispiel dem Einsteckschlitz 17 entspricht.

Die Eintauchbewegung kann soweit von statten gehen, bis das vorlaufende Ende des Verankerungszapfens 27' am innenliegenden Ende des Verankerungstopfes 13 an dem Boden der Sackbohrung 11 anschlägt und/oder bis die entsprechende horizontale Auflagekante 33 benachbart zur Verankerungslasche 27' auf der Verankerungs-Topfunterseite 13c anschlägt. Diese Auflagekante 33 erhebt sich im gezeigten Ausführungsbeispiel höher über einen benachbarten Kantenverlauf 3e der Regalbodenstütze 3, wodurch sich ein fast "schwebender" Eindruck des Regalbodens 1 über der Regalbodenstütze 3 ergibt.

Dieses Aufsetzen erfolgt bei zumindest teilweise ausgedrehter Madenschraube 21. Nunmehr wird die Madenschraube 21 weiter eingedreht.

7 gibt die Ausgangsposition vor dem Festdrehen der Madenschraube 21 wieder. Wird nunmehr die Madenschraube 21 weiter eingedreht, dringt die im gezeigten Ausführungsbeispiel kegelstumpfförmige Schraubenstirnseite 21a zunehmend weiter in den radialen Verstellweg 28 ein, in welchem sich die Kugel 20 befindet. Da der Schraubenweg 23 außermittig angeordnet ist, und zwar bezogen auf den Kugelmittelpunkt auf der zum Aufnahmeraum 17' gegenüberliegenden Seite, in welchem die Verankerungslasche 27' eingeführt ist, wird dadurch eine Quer- oder Radialbewegung des Kugel- oder Walzenkörpers 20 in seinem zugehörigen Verstellweg 28 in Richtung Aufnahmeraum 17' und damit in Richtung der Verankerungslasche 27' verursacht. Mit anderen Worten wird eine axiale Kraft, die durch Festdrehen der Madenschraube bewirkt wird, in eine dazu quer verlaufende oder im gezeigten Ausführungsbeispiel sogar senkrecht zur Lasche 27' verlaufende Kraft umgelenkt, mit der die Kugel 20 auf die Lasche 27' drückt. Dadurch wird also eine Kraftumlenkeinrichtung 22 realisiert.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist in der Lasche 27' die erwähnte Verankerungsöffnung 29 ausgebildet, im gezeigten Ausführungsbeispiel in Form eines kreisrunden Loches (es kann aber auch einen anderen Querschnitt aufweisen, beispielsweise polygonal oder rechteckförmig etc.). Der Durchmesser einer derartigen Öffnung, im Falle einer nicht-kreisrunden Öffnung der kleinste Durchmesser in einer Richtung, ist jedoch kleiner als der Durchmesser der Kugel, so dass die Kugel nur in einer Teiltiefe, also in einer Größenordnung kleiner als der Radius in die Öffnung 29 eindringen kann. Die Kugel kontaktiert dann mit einem Ringsitz den Rand der Verankerungsöffnung 29, wodurch eine Formschlussverbindung geschaffen wird. In dieser Situation kann der Regalboden nicht mehr von der Regalstütze abgehoben werden.

Insbesondere aus den 7 und 8 ist auch ersichtlich, dass der quer zum Verstellweg der Madenschraube 21 im Verankerungstopf 13 ausgebildete Verstellweg 28 für die Kugel außen durch einen Pfropfen 24 verschlossen ist. Dadurch kann herstellungsbedingt die Kugel in den Verstellweg eingeführt und dann der Verstellweg durch Aufsetzen des Pfropfens 24 verschlossen werden. Da die Aufnahmeöffnung auf der gegenüberliegenden Seite des Verstellweges schmäler ist als der Außendurchmesser der Kugel, kann diese nicht durch den Aufnahmeraum 17' herausfallen.

Schließlich ist aus den Zeichnungen, insbesondere aus den 4, 7 und 8 auch zu ersehen, dass der Pfropfen 24 innenseitig mit einem Vorsprung oder einer Erhebung 24' versehen ist, die bewirkt, dass die Kugel bzw. deren Mittelpunkt immer nur auf einer Seite bezogen auf die Axialachse der Madenschraube derart zu liegen kommen kann, damit die Madenschraube mit ihrer vorlaufenden Stirnseite 21a die Kugel beim Eindrehen nur in Richtung Aufnahmeraum 17' und nicht in entgegengesetzter Richtung verschieben kann.

Als Kugel- oder Wälzkörper wird bevorzugt eine Kugel aus hartem Material, insbesondere eine Stahlkugel verwendet.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird also ein Formschlusseingriff geschaffen, bei welchem die Kugel zumindest teilweise die Verankerungsöffnung 29 durchsetzt oder darin eintaucht und mit dem oberen Querbügel 31' des die Verankerungsöffnung 29 umgebenden Materialabschnitts 31 kollidiert.

Der vorzugsweise als Verankerungslasche 27' ausgebildete Vorsprung 27 kann grundsätzlich auch andere Ausgestaltungen aufweisen. So muss insbesondere die Verankerungsöffnung 29 die Verankerungslasche 27' nicht völlig durchsetzen. Eine Vertiefung wäre in vielen Fällen ausreichend, in die die Kugel 20 eingreifen bzw. eintauchen kann. Ebenso muss bei Seitenbetrachtung die Lasche nicht rechteck- oder zungenförmig sein, sondern kann auch eher stiftförmig etc. gestaltet sein.

Aus dem geschilderten Aufbau ist ersichtlich, dass die Verankerungstöpfe 13 mit ihrer im gezeigten Ausführungsbeispiel entsprechend der Laschenform angepassten längsschlitzförmigen Öffnung 17 sowie dem zugehörigen Aufnahmeraum 17' so im Regalboden verankert werden, dass die Längsrichtung des Einsteckschlitzes 17 mit der Längsrichtung der Verankerungslasche 27' und damit der Längsrichtung der Regalbodenstütze 3 fluchtet. Von daher ist auch die erwähnte Madenschraube und der zugehörige Verstellweg 23 mit Querversatz dazu liegend vorgesehen, wie sich dies aus den Figuren ergibt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist dabei der Verstellweg 23 parallel verlaufend zum Aufnahmeraum 17' angeordnet, d.h. senkrecht zur Bodenfläche 13d des Verankerungstopfes 13, welcher an der Unterseite eines Regalbrettes sichtbar zu liegen kommt.

Aus dem Ausführungsbeispiel ist zu ersehen, dass der Verankerungstopf 13 vorzugsweise einen die Einschlagtiefe begrenzenden umlaufenden Rand 13' aufweist, der auf der Unterseite des Regalbodens im montierten Zustand anliegt.

Nachfolgend wird anhand der 9 bis 11 noch auf ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel Bezug genommen.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach 8 bis 10 besteht die Verankerungsöffnung 29 in der Verankerungslasche 27' bevorzugt nicht aus einer kreisförmigen Öffnung, sondern aus einer rechteckförmigen Öffnung 29. Darüber hinaus wird durch die Kraftumlenkeinrichtung 22 die Kugel zwar auch in Richtung der Verankerungslasche vor bewegt und druckbeaufschlagt (während des weiteren Eindrehens der Madenschraube) wobei allerdings die Kugel 20 vorlaufend nicht in die Verankerungsöffnung 29 eindringt, sondern benachbart zur Verankerungsöffnung 29 mit dem Außenumfang der Kugel an dem oberen Querbügel 31' des die Verankerungsöffnung 29 umgebenden Materialabschnittes 31 anliegt und angepresst gehalten wird.

Um aber auch bei diesem Ausführungsbeispiel nicht nur eine Kraftschlussverbindung zu gewährleisten, sondern auch eine Formschlussverbindung, ist an der gegenüberliegenden Seite zur Kugel 20 an der Innenwand des Aufnahmeraums 17' ein Vorsprung 51 ausgebildet, der in der fixierten Stellung in die Verankerungsöffnung 29 eingreift, so dass bei festgedrehter Madenschraube und druckbelasteter Kugel ein Regalbrett ebenfalls nicht von der Regalbodenstütze 3 abgehoben werden kann.

Um allerdings eine Regalbodenstütze mit ihrer Lasche in den entsprechenden Aufnahmeraum 17' des Verankerungstopfes einsetzen zu können, ist der Aufnahmeraum von der Einstiegsseite her divergierend erweitert gestaltet, zumindest auf der Seite, auf der auch die Kraftumlenkeinrichtung 22 mit der Kugel 20 angeordnet ist. Zum Einführen der Verankerungslasche 27' muss diese in gekippter Position etwa in paralleler Lage oder in Anlage der einen Begrenzungswand 17a eingeführt werden, bis die Verankerungsöffnung 29 in Höhe des Vorsprungs 51 liegt. Dann kann die Regalbodenstütze 3 so gekippt werden, dass der Vorsprung 51 in die Verankerungsöffnung 29 eintaucht, in dem die Lasche von der geneigt verlaufenden Begrenzungswand 17a weg bewegt wird, die in einem Winkel zur Axialachse des Verankerungstopfes ausgerichtet ist. Danach kann die Madenschraube in Fixierstellung verdreht werden, wobei dann wiederum die Kugel 20 im geschilderten Maße auf die Lasche zu bewegt wird um diese in ihrer endgültigen Fixierstellung an der gegenüberliegenden Begrenzungswand 17a' des Aufnahmeraumes 17' angepresst hält, wobei in diesem Zustand, wie in 11 gezeigt ist, dann die Verankerungslasche 27, 27' fest fixiert ist.


Anspruch[de]
Regalsystem mit zumindest einer Regalbodenstütze (3), die in einer entsprechenden Regalschiene so verankerbar ist, dass sie quer von dieser wegragt, wobei auf der zumindest einen Regalbodenstütze (3) ein Regalboden (1) aufleg- und mit der Regalbodenstütze (3) lösbar verbindbar ist,

gekennzeichnet durch die folgenden weiteren Merkmale:

– es ist ein Verankerungstopf (13) vorgesehen, der in eine entsprechende, der Regalbodenstütze (3) zugewandt liegende Bohrung (11) eines Regalbodens (1) fest und vorzugsweise unverlierbar einfügbar ist,

– der Verankerungstopf (13) weist der Regalbodenstütze (3) zugewandt liegend an der Topfunterseite (13c) einen Einsteckschlitz (17) auf, der in einen sich darüber befindlichen Aufnahmeraum (17') übergeht,

– im Verankerungstopf (13) ist seitlich versetzt zum Einsteckschlitz (17) eine Zugangsöffnung (23') vorgesehen, unterhalb derer ein Schraubenweg (23) im Verankerungstopf (13) ausgebildet ist,

– in dem Schraubenweg (23) ist eine Feststellschraube (21) in Feststell- und Löserichtung gegensinnig verdrehbar,

– an der Regalbodenstütze (3) ist dem Regalboden (1) zugewandt liegend zumindest ein Verankerungsvorsprung (27) vorgesehen,

– zur Befestigung des Regalbodens (1) an der Regalbodenstütze (3) taucht der Verankerungsvorsprung (27) über den Einsteckschlitz (17) in den Aufnahmeraum (17') im Verankerungstopf (13) ein,

– der Schraubenweg (23) der Feststellschraube (21) führt zu einer Kraftumlenkeinrichtung (22) derart, dass bei Verstellung der Feststellschraube (21) in Feststellrichtung diese mit ihrem vorlaufenden Schraubenabschnitt (21a) auf die Kraftumlenkeinrichtung (22) einwirkt, worüber Querkräfte gezeugt werden, die auf den in den Verankerungstopf (13) hineinragenden Verankerungsvorsprung (27) der Regalbodenstütze (3) wirken und diese kraft- und/oder formschlüssig hält.
Regalsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungsvorsprung (27) in Form einer Verankerungszunge oder Verankerungslasche (27') ausgebildet ist. Regalsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Verankerungslasche (27') zumindest auf einer Seite eine Verankerungsvertiefung oder eine die Verankerungslasche (27') durchsetzende Verankerungsöffnung (29) ausgebildet ist. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftumlenkeinrichtung (22) aus einem Wälz- oder Kugelkörper (20) besteht, welche bei zunehmender Eindrehbewegung der Feststellschraube (21) unter kraftschlüssiger Anlage an dem Verankerungsvorsprung (27) der Regalbodenstütze (3) gehalten ist. Regalsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftumlenkeinrichtung (22) vorzugsweise in Form eines Wälz- oder Kugelkörpers (20) in einem Verstellweg (28) geführt ist, der vorzugsweise am Außenumfang (13a) des Verankerungstopfes (13) endet. Regalsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verstellweg (28) am Außenumfang (13a) des Verankerungstopfes (13) durch einen Pfropfen (24) verschlossen ist. Regalsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Pfropfen (24) axial so bemessen ist oder innenseitig einen Vorsprung (24') in einer solchen Länge aufweist, dass der Wälz- oder Kugelkörper (20) im Verstellweg (28) nur so positionierbar ist, dass die Axialachse der Feststellschraube (21) den Wälz- oder Kugelkörper (20), bezogen auf dessen Dreh- oder Mittelpunkt, nur auf der zum Verankerungsvorsprung (27) gegenüberliegenden Seite des Wälz- oder Kugelkörpers (20) druckbeaufschlägt. Regalsystem nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Wälz- oder Kugelkörpers (20) kleiner ist als die Breite des Aufnahmeraumes (17') und/oder des Durchmessers des Schraubenweges (23). Regalsystem nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Wälz- oder Kugelkörper (20) in dem Verstellweg (28) unverlierbar gehalten ist. Regalsystem nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verankerungsvertiefung oder Verankerungsöffnung (29) eine Mindestbreite oder einen Durchmesser aufweist, die bzw. der kleiner ist als der Durchmesser des Wälz- oder Kugelkörpers (20). Regalsystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Wälz- oder Kugelkörper (20) lediglich mit einer Teiltiefe seines Durchmessers in die Verankerungsvertiefung oder Verankerungsöffnung (29) im fixierten Zustand eintaucht. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Schraubenweg (23) parallel zur Längserstreckung des Aufnahmeraums (17') und/oder senkrecht zur Topfunterseite (13c) verläuft. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Verankerungstopf (13) ein in den Aufnahmeraum (17') vorstehender Vorsprung (51) vorgesehen ist, der im fixierten Zustand in die Verankerungsvertiefung oder Verankerungsöffnung (29) eintaucht. Regalsystem nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeraum (17') vom Einsteckschlitz (17) ausgehend divergierende Wände (17a) aufweist, derart, dass der Abstand des in den Aufnahmeraum (17') ragenden Vorsprunges (51) zur gegenüberliegenden, den Aufnahmeraum (17') begrenzenden Wand (17a) der Dicke des Verankerungsvorsprunges oder der Verankerungslasche (27, 27') entspricht oder größer ist. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass an der Regalbodenstütze (3) regalbodenseitig benachbart zum Verankerungsvorsprung (27) ein horizontaler Auflagerabschnitt (33), vorzugsweise in Form einer Auflagekante, vorgesehen ist, die sich über einen anderen regalbodenseitigen Kantenverlauf (3e) der Regalbodenstütze (3) stärker erhebt und an der Topfunterseite (13b) des Verankerungstopfes (13) und/oder an der Regalbodenunterseite anliegt. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungstopf (13) als Vollmaterial oder als Kammersystem ausgeführt ist, an dessen Topfunterseite (13c) der Einsteckschlitz (17) vorgesehen ist, der vorzugsweise mittig angeordnet ist, und der zu der seitlich versetzt liegenden Zugangsöffnung (23') zur Betätigung der Feststellschraube (21) vorgesehen ist. Regalsystem nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsteckschlitz (17) in einen darunter befindlichen vorzugsweise schlitzförmigen Aufnahmeraum (17') übergeht, wobei das Querschnittsmaß des Einsteckschlitzes (17) und vorzugsweise des darunter befindlichen Aufnahmeraumes (17') an das Querschnittsmaß des vorzugsweise in Form einer Verankerungslasche (27') ausgebildeten Verankerungsvorsprunges (27) angepasst ist. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe und damit die Länge des Verankerungsvorsprunges (27) zumindest näherungsweise der axialen Höhe des Verankerungstopfes (13) entspricht. Regalsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungstopf (13) aus Metall gebildet ist, vorzugsweise als Druckgussteil wie insbesondere als Alu-Druckgussteil, Zink-Druckgussteil oder aus Kunststoff gebildet ist.






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