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Dokumentenidentifikation DE102005047390A1 16.05.2007
Titel Trägerrahmen, insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich
Anmelder Webasto AG, 82131 Gauting, DE
Erfinder Dichtl, Matthias, 82547 Eurasburg, DE
Vertreter PAe Reinhard, Skuhra, Weise & Partner GbR, 80801 München
DE-Anmeldedatum 04.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005047390
Offenlegungstag 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse B62D 25/06(2006.01)A, F, I, 20070222, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Trägerrahmen (1), insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich, mit mindestens zwei Längselementen (2, 2', 3, 3') und mit mindestens zwei Querelementen (4, 5), wobei die Längs- und Querelemente (2, 2', 3, 3', 4, 5) in ersten Abschnitten (6) aus einem ersten Werkstoff (10) mit einer hohen Festigkeit, in zweiten Abschnitten (7) aus einem zweiten Werkstoff (11) mit einer niedrigeren Festigkeit und in dritten Abschnitten (8) aus dem ersten und dem zweiten Werkstoff (10, 11) ausgebildet sind, und ein entsprechendes Herstellverfahren dazu.

Beschreibung[de]

Trägerrahmen, insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Trägerrahmen, insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich, und auf ein entsprechendes Verfahren zum Herstellen eines solchen Trägerrahmens.

Derartige Trägerrahmen für Dachsystem in Kraftfahrzeugen bestehen üblicherweise aus metallischen Bauelementen, beispielsweise aus Aluminium- oder Stahlprofilen, aus Spritzgussteilen oder SMC-Bauteilen (Sheet Moulding Compound). Diese Bauteile werden bei der Montage eines Dachsystems eines Kraftfahrzeugs zusammengesetzt und an der Fahrzeugkarosserie in unterschiedlicher Weise montiert.

Die für das Dachsystem, beispielsweise zur Verstellung eines Schiebedachs, notwendigen Funktionselemente können an dem Rahmen vormontiert sein bzw. werden bei dem Zusammenbau mit angebracht. Weitere Montage von zum Beispiel Windabweisern und Zierleisten bedingt entsprechende Befestigungsmöglichkeiten an dem Trägerrahmen.

Diese Befestigungsmöglichkeiten, Aufnahmen, Lagerungen usw. erfordern eine kostenintensive Integration in dem Werkzeug zur Herstellung der metallischen Bauelemente des Trägerrahmens.

Weiterhin sind bei einer Rahmenherstellung häufig Schweißprozesse zur Erstellung von Verbindungen mit einzubeziehen, die kostenaufwändig sind und auch nachfolgende Richtarbeiten erfordern.

Aus diesem Grund wurden Funktionselemente für die Dachsysteme in Bauteile des Trägerrahmens, beispielsweise in einen vorderen Querträger, aus einem Spritzgusswerkstoff integriert. Dazu beschreibt DE 101 44 738 A1 einen Rahmen für ein Fahrzeugschiebedach, der ein Vorderteil aus Kunststoffspritzguss zur Aufnahme eines Antriebsmotors mit zugehörigen Antriebskabelkanälen und daran anbringbare Seitenteile aus metallischem Profil aufweist. Das Vorderteil weist Übergangsabschnitte auf, die mit Aufnahmen für die Anbringung der Seitenteile versehen sind, wobei Abdichtungen der Teile vorhanden sind. Die Seitenteile als metallische Profile sind in der Herstellung kostenintensiv, das Vorderteil aus Kunststoff muss auf Grund seiner geringeren Festigkeit mit zahlreichen Versteifungen versehen werden, die seine Gestaltungsfreiheit einschränken.

Die DE 101 44 742 A1 beschreibt einen Rahmen für ein Fahrzeug-Schiebedach, bei welchem das Vorderteil des Rahmens aus Kunststoff hergestellt ist und Führungsrohre für den Kabelantrieb des Schiebedachs in Umlenkungsbereichen zum Teil umschließt. Beim Zusammenbau des Vorderteils mit metallischen Seitenprofilen ist es wichtig, dass die Kanäle für die Kabelantriebe fluchten, was eine besondere Präzision erfordert. Die Anbringung der Seitenteile an das Vorderteil erfolgt über Aufliegen der Seitenteilenden auf Vorsprüngen der Eckbereiche des Vorderteils und mittels Verschraubung. Eine Versteifung des Vorderteils aus Kunststoff mit Verrippungen ist notwendig.

In DE 100 15 504 A1 wird ein Dachmodul mit einer freiliegenden Dachhaut aus Kunststoff beschrieben, welches in ein Fahrzeugdach einsetzbar ist. Die Funktionselemente sind in die Dachhaut mit integriert, indem sie mit eingegossen sind. Auch die Dachhaut kann aus Spritzguss hergestellt sein. Die Funktionselemente weisen auch Verstärkungselemente in Form von Verrippungen auf, welche mit der Dachhaut und weiteren Funktionselementen verbunden sind. Zur Herstellung werden die Funktionselemente in eine Spritzgussform für die Dachhaut eingelegt und mit Spritzgusswerkstoff mindestens zum Teil umschlossen.

Diese Systeme haben sich bewährt, weisen jedoch zum Einen den Nachteil hoher Werkzeug- und Montagekosten und zum Anderen den Nachteil von Spritzgussteilen mit niedriger Gesamtsteifigkeit auf.

Es liegt daher der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Trägerrahmen für Dachsysteme so zu verbessern, dass die oben genannten Nachteile behoben werden und eine bessere Wirtschaftlichkeit gegenüber dem Stand der Technik erreicht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Trägerrahmen mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Herstellen des Trägerrahmens mit den Merkmalen des Anspruchs 15 gelöst.

Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden Idee besteht darin, dass der Trägerrahmen sowohl metallische Bauteile aufweist, deren hohe Steifigkeit/Festigkeit genutzt wird, wobei Spritzgussbauteile mit den metallischen Bauteilen in einer Hybridbauweise verbunden sind, deren Darstellungsmöglichkeiten von Integrationen von Funktionselementen im Spritzguss ausgenutzt werden.

Ein erfindungsgemäßer Trägerrahmen, insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich, weist mindestens zwei Längselemente; und mit mindestens zwei Querelementen auf, wobei die Längs- und Querelemente in ersten Abschnitten aus einem ersten Werkstoff mit einer hohen Festigkeit, in zweiten Abschnitten aus einem zweiten Werkstoff mit einer niedrigeren Festigkeit und in dritten Abschnitten aus dem ersten und dem zweiten Werkstoff ausgebildet sind. Die Kombination dieser unterschiedlichen Werkstoffe in verschiedenen Abschnitten ermöglicht eine schweißfreie Konstruktion, bei welcher es bevorzugt ist, dass die Längs- und Querelemente miteinander über Verbindungsstellen in dritten Abschnitten verbunden sind.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Der zweite Werkstoff ist vorzugsweise ein Spritzgusswerkstoff, der vorteilhaft in entsprechenden Spritzgusswerkzeugen formbar ist. Hierbei überlappen sich die Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff an ihren Verbindungsstellen in einem bestimmten Bereich und korrespondierende Verbindungsöffnungen weisen korrespondierende Verbindungsöffnungen auf. Der Spritzgusswerkstoff durchdringt diese Öffnungen und umhüllt die Verbindungsstellen in einem bestimmten Maß, wobei auch ein vorteilhafter Korrosionsschutz dieser Verbindungen gewährleistet ist. Durch die Gestaltung des Spritzgusswerkzeuges ist in einfacher Weise die Beeinflussung des Umhüllungsbereiches machbar.

Es ist vorteilhaft, dass die Verbindungsöffnungen mit Rändern versehen sind, da sich dadurch eine verbesserte Festigkeit ergibt.

In einer weiteren Ausführung sind die Längselemente aus dem zweiten Werkstoff und zumindest ein Querelement aus dem zweiten Werkstoff einstückig gebildet. Somit sind große Teile des Rahmens aus dem Spritzgusswerkstoff herstellbar, die zur Aufnahme und/oder Ausbildung von Funktionselementen mit großer Gestaltungsfreiheit benutzt werden können.

Aber auch bestimmte Bereiche der Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff können zur formschlüssigen Verbindung mit umhüllenden Bauteilen aus dem zweiten Werkstoff an beliebiger Stelle mit Öffnungen versehen werden. Die umhüllenden Bauteile aus dem Spritzgusswerkstoff sind vorteilhaft gestaltbar, so dass sich eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten für Befestigungen, Aufnahmen und dgl. ergibt.

Es ist in weitere Ausgestaltung vorgesehen, dass die Längs- und Querelemente aus dem zweiten Werkstoff Versteifungseinsätze aus dem ersten Werkstoff oder einem anderen Werkstoff mit einer höheren Festigkeit als der zweite Werkstoff aufweisen. Durch einfaches Einbringen geeigneter Einlegeteile in das Spritzgusswerkzeug können so die Bauteile mit niedrigen Steifigkeitswerten an den betreffenden Stellen versteift werden.

Es ist besonders vorteilhaft, dass die Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff mit Versteifungen aus dem zweiten Werkstoff versehen sind. Dadurch lassen sich einfache Metallprofile als Bauteile verwenden, deren Steifigkeit durch geeignete Ausbildung, zum Beispiel in Kreuzrippenform, durch Umspritzen oder Aufspritzen von zweitem Werkstoff einfach erreicht wird.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen eines Trägerrahmens weist folgende Verfahrensschritte auf:

  • (i) Versehen der Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff mit passenden Abmessungen, Öffnungen und Verbindungsöffnungen;
  • (ii) Einlegen der Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff in ein Spritzgusswerkzeug; und;
  • (iii) Bilden des Trägerrahmens durch Einbringen eines zweiten Werkstoffs als Spritzgusswerkstoff in das Spritzgusswerkzeug zum Bilden von Verbindungsteilen der Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff.

Damit wird eine Herstellung des Trägerrahmens in einfacher Weise ohne aufwändige Schweißvorgänge mit hoher Bauteilsteifigkeit in einem Arbeitsgang erzielt.

Hierbei ist es vorteilhaft, dass im Verfahrensschritt (iii) Bilden des Trägerrahmens Funktionselemente für Dachsysteme und/oder Aufnahmen für solche durch den zweiten Werkstoff vorteilhaft gleichzeitig ausgebildet werden.

Versteifungen der Längs- und Querelemente aus dem ersten Werkstoff durch den zweiten Werkstoff werden dabei ebenfalls in einfacher Weise wie auch Längs- und Querelemente aus dem zweiten Werkstoff mit erstellt.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren der Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigt:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trägerrahmens;

2 einen Verbindungsabschnitt des Trägerrahmens nach 1 in schematischer Schnittdarstellung;

3 eine schematische Schnittdarstellung von Aufnahmen und Befestigungen;

4 eine Schnittdarstellung gemäß A-A nach 1 und eine schematische Draufsicht dazu;

5 ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trägerrahmens; und

6 eine Schnittdarstellung einer weiteren Verbindungsstelle des Trägerrahmens nach 5.

In den Figuren der Zeichnung bezeichnen dieselben Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Komponenten, soweit nichts Gegenteiliges angegeben ist.

In 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Trägerrahmens 1 in schematischer Draufsicht dargestellt.

Der Trägerrahmen 1 besteht aus einem ersten und zweiten Seitenelement 2, 3 und einem ersten und zweiten Querelement 4, 5. Die Seitenelemente 2, 3 sind mit ihren Enden jeweils mit einem Querelement 4, 5 in Verbindungsstellen so verbunden, dass sich ein Rahmen für ein Dachsystem (nicht dargestellt) zum Einsatz in einem Kraftfahrzeug ergibt.

In diesem Ausführungsbeispiel bestehen die Seiten- und Querelemente 2, 3, 4, 5 aus einem ersten Werkstoff 10, der zum Beispiel Stahl oder Aluminium sein kann.

In den Verbindungsstellen sind jeweils ein Seitenelement 2, 3 und ein Querelement 4, 5 mit ihren Enden überlappend angeordnet. Diese Enden weisen Verbindungsöffnungen 18 auf, die zweckmäßigerweise übereinander liegen, wie aus einer vergrößerten Schnittdarstellung einer Verbindungsstelle in 2 hervorgeht.

An dem Trägerrahmen 1 ist ein Abschnitt stellvertretend für andere Abschnitte mit einem Kreis mit dem Bezugszeichen 6 für einen ersten Abschnitt gekennzeichnet. In diesem Bereich ist nur ein Bauteil aus dem ersten Werkstoff 10 vorhanden.

Ein zweiter Abschnitt, der nur ein Bauteil mit einem zweiten Werkstoff 11 bezeichnet, ist in diesem ersten Ausführungsbeispiel nicht vorhanden. Ein solcher wird weiter unten im Zusammenhang mit einem zweiten Ausführungsbeispiel in 5 beschrieben.

Die Verbindungsstellen sind mit einem Kreis gekennzeichnet, der das Bezugszeichen 8 trägt. Hiermit ist ein dritter Abschnitt bezeichnet, in welchem sowohl der erste Werkstoff 10 als auch ein zweiter Werkstoff 11 vorhanden ist. Dabei ist der zweite Werkstoff 11 ein Spritzgusswerkstoff, beispielsweise ein dazu geeigneter Kunststoff, der eine geringere Steifigkeit als der erste Werkstoff 10 aufweist.

Dieser dritte Abschnitt wird nun im Zusammenhang mit 2 erläutert.

In 2 ist die Verbindungsstelle des Endes des ersten Querelementes 4 mit dem Ende des zweiten Seitenelementes 3 als ein dritter Abschnitt 8 gezeigt. Diese Enden sind überlappend angeordnet, wobei das Ende des Querelementes 4 in diesem Beispiel über dem Ende des Seitenelementes 3 angeordnet ist. Beide Enden weisen jeweils eine Verbindungsöffnung 18 auf, die übereinander liegen. Die Verbindungsöffnungen 18 sind mit einem Rand 17 versehen, der beispielsweise bei der Herstellung durch Stanzen eingebracht wurde.

Die Seiten- und Querelemente 2, 3, 4, 5 werden in der in 1 dargestellten Anordnung nach vorheriger Bearbeitung in Abmessungen und Lochungen in eine Spritzgussform (nicht dargestellt) eingelegt. Die Form wird geschlossen und der zweite Werkstoff 11 wird eingespritzt, wobei die Form ihn in diesem Beispiel in die dritten Abschnitte 8 leitet. An diesen Verbindungsstellen der Seiten- und Querelemente 2, 3, 4, 5 bildet der Spritzgusswerkstoff nach Erkalten und Aushärten eine Verbindung wie in 2 gezeigt ist.

Die Verbindungsstelle im dritten Abschnitt 8 ist mit dem zweiten Werkstoff 11 umhüllt, wobei dieser Spritzgusswerkstoff die Verbindungsöffnung 18 vollständig durchdringt und einen bestimmten Bereich der Ende der sich überlappenden Elemente 3, 4 umgibt. Hierbei handelt es sich um eine formschlüssige Verbindung, die durch die Ränder 17 zusätzlich stabilisiert und gegen Herausziehen des Seiten- und Querelementes 3, 4 gesichert ist. Weiterhin bildet die Umhüllung mit dem zweiten Werkstoff 11 einen Korrosionsschutz der Verbindungsstelle.

Im weiteren Zusammenhang mit 1 sind die Seiten- und Querelemente 3 und 4 mit Öffnungen 9, 9' versehen, die an beliebiger Stelle eingebracht sein können. An diesen Stellen, die wiederum einen dritten Abschnitt mit erstem und zweiten Werkstoff 10, 11 bilden, kann der zweite Werkstoff 11 beispielsweise so gestaltet sein, dass er wie in 3 gezeigt, die Öffnungen 9, 9' oder 18 vollständig durchdringt und bestimmte Bereiche umhüllt.

In 3 sind mehrere Beispiele dargestellt, die aber nicht auf diese beschränkt sind. Im linken Bereich ist ein Kernloch 13 oberhalb einer Verbindungsöffnung 18 eingebracht, das zur Befestigung eines Funktionselementes, beispielsweise einer Kabelführung, dient. Im mittleren Bereich weist das Bauteil aus dem zweiten Werkstoff 11 einen Vorsprung 15 auf, der eine Aufnahme bildet, zum Beispiel für eine Zierleiste oder dgl. Im rechten Bereich ist ein Einsatz 14 über der Öffnung 9 eingebracht, der beispielsweise für eine Befestigung an der Fahrzeugkarosserie vorgesehen ist. Die Anordnung dieser Einsatzteile ist nur beispielhaft.

Ein solches Bauteil wie in 3 gezeigt aus dem Spritzgusswerkstoff kann auch in bestimmten Bereich mit Einlegeteilen aus dem ersten oder einem anderen Werkstoff versteift sein.

Besonders vorteilhaft ist es, dass auch der zweite Werkstoff 11 in einer Ausgestaltung als Versteifung für die Seiten- und Querelemente 2, 3, 4, 5 verwendet werden kann. Ein solches Beispiel zeigt 4 anhand eines Seitenelementes im Schnitt A-A nach 1 im oberen Teil von 4 in perspektivischer Ansicht. Das Seitenelement aus dem ersten Werkstoff 10 ist hier als ein einfaches Profil ausgeführt, das durch den zweiten Werkstoff 11 innerhalb seiner Schenkel versteift ist. Der untere Teil von 4 zeigt eine Draufsicht der Anordnung der Versteifung in einem Beispiel als sich kreuzende Rippen.

Auch diese Versteifung durch den zweiten Werkstoff 11 kann beim Spritzgießen des zweiten Werkstoffs 1 gleichzeitig mit den dritten Abschnitten 8 der Verbindungsstellen in einem Arbeitsgang erfolgen. Dadurch wird der Einsatz kostengünstigerer Profile aus dem ersten Werkstoff ermöglicht.

Ein zweites Ausführungsbeispiel eines Trägerrahmens 1 zeigt 5. Hierbei ist das zweite Querelement 5 mit zwei Seitenelementen 2' und 3' einstückig „aus einem Guss" hergestellt, was ebenfalls in einem Spritzgusswerkzeug wie oben beschrieben erfolgen kann. Die Eckverbindungen zwischen den Seitenelementen 2', 3' und dem Querelement 5 können durch Einlegeteile, zum Beispiel Winkel (nicht dargestellt), aus dem ersten Werkstoff 10 verstärkt sein.

Der linke Bereich des Trägerrahmens in 5 ist wie im Zusammenhang mit 1 beschrieben aufgebaut. Unterschiedlich ist jedoch, dass die Seitenelemente 2, 2' und 3, 3' aus zwei Werkstoffen 10, 11 bestehen. Diese sind in dritten Abschnitten 8 verbunden, was in 6 dargestellt ist und weiter unten erläutert wird.

In 5 bilden die Seitenelemente 2', 3' und das Querelement 5 zweite Abschnitte 7, in welchen nur der zweite Werkstoff 11 vorhanden ist. Selbstverständlich können auch bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel die Ecken, mit Verstärkungen aus dem ersten oder einem anderen Werkstoff versehen sein. Dieses einstückige Teil aus dem zweiten Werkstoff 11 bildet einen Rahmenabschnitt, in dem eine hohe Funktionsintegration von Funktionselementen bei niedrigen Kosten durch die freie Gestaltung des zweiten Werkstoffs 11 ermöglicht ist. Diese integrierten Funktionselemente können beispielsweise sein:

Führungsschienen, Windabweiseranbindungen, Führungskabel(kanal)integration, Zierleistenbefestigung, Schraub(Befestigungs-)punkte, Rollolager, Endanschläge und dgl. mehr.

6 zeigt eine Verbindungsstelle zwischen dem Seitenelement 3 aus dem ersten Werkstoff 10 und einem Seitenelement 3'aus dem zweiten Werkstoff 11. Das Seitenelement 3 weist an seinem Ende an dieser Verbindungsstelle die Verbindungsöffnung 18 auf, welche vollständig vom zweiten Werkstoff 11 durchdrungen ist und eine Durchdringung 12 mit einer formschlüssigen Verbindung bildet. Dabei umhüllt das Ende des Seitenelementes 3' aus dem zweiten Werkstoff 11 das Ende des Seitenelementes 3 aus dem ersten Werkstoff 10, indem es die Verbindungsöffnung 18 in einem bestimmten Bereich überlappt.

Ein erfindungsgemäßer Trägerrahmen 1 wird im so genannten Hybridverfahren hergestellt, dessen einfache Schritte oben beschrieben sind.

Auf diese Weise ergibt sich ein Trägerrahmen mit besonderen Vorteilen, nämlich:

  • – kein Schweißprozess notwendig
  • – hohe Bauteilesteifigkeit
  • – hohe Integrationsfähigkeit
  • – Korrosionsschutz problemlos ausführbar
  • – Herstellung „in einem Guss"
  • – geringer Schließdruck beim Spritzguss, da das Bauteil nicht vollständig hinterspritzt wird, mit den daraus sich ergebenden zusätzlichen Vorteilen:
  • – Reduktion der Fläche
  • – Reduktion der Investpreise
  • – Reduktion der Invest-Werkzeugkosten

Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.

So kann zum Beispiel ein Antriebsmotor für ein Schiebedach auf einem Bauteil aus dem zweiten Werkstoff wie in 3 gezeigt angebracht werden, wobei die Dämpfungseigenschaften des zweiten Werkstoffs ausgenützt werden.

Bei einer Ausführung der Führungskabelkanäle in dem zweiten Werkstoff ergibt sich eine besonders vorteilhafte Geräuschdämpfung, die gezielt dafür eingesetzt werden kann.

Die Verbindungsöffnungen 18 können in größerer Anzahl als in den beschriebenen Beispielen vorhanden sein. Sie können auch Geometrien aufweisen, die von einer Kreisform abweichen.

Weiterhin ist es denkbar, dass zur Erstellung von Abdichtungen auch ein Zweikomponenten-Spritzgussverfahren an geeigneter Stelle möglich sein kann. Auch Dichtlippen in Ausführung mit dem zweiten Werkstoff sind denkbar.

1
Trägerrahmen
2, 2'
Erstes Längselement
3, 3'
Zweites Längselement
4
Erstes Querelement
5
Zweites Querelement
6
Erster Abschnitt
7
Zweiter Abschnitt
8
Dritter Abschnitt
9, 9'
Öffnung
10
Erster Werkstoff
11
Zweiter Werkstoff
12
Durchdringung
13
Kernloch
14
Einsatz
15
Vorsprung
16
Rippe
17
Rand
18
Verbindungsöffnung


Anspruch[de]
Trägerrahmen (1), insbesondere für Dachsysteme im Kraftfahrzeugbereich, mit mindestens zwei Längselementen (2, 2', 3, 3'); und mit mindestens zwei Querelementen (4, 5), wobei die Längs- und Querelemente (2, 2', 3, 3', 4, 5) in ersten Abschnitten (6) aus einem ersten Werkstoff (10) mit einer hohen Festigkeit, in zweiten Abschnitten (7) aus einem zweiten Werkstoff (11) mit einer niedrigeren Festigkeit und in dritten Abschnitten (8) aus dem ersten und dem zweiten Werkstoff (10, 11) ausgebildet sind. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) miteinander über Verbindungsstellen in dritten Abschnitten (8) verbunden sind. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) an ihren Verbindungsstellen in einem bestimmten Bereich überlappen und korrespondierende Verbindungsöffnungen (18) aufweisen. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Längs- und Querelemente (2, 2', 3, 3', 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) und aus dem zweiten Werkstoff (11) an ihren Verbindungsstellen in einem bestimmten Bereich überlappen, wobei die Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) Verbindungsöffnungen (18) aufweisen. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsöffnungen (18) von dem zweiten Werkstoff (11) durchdrungen sind, wobei der Überlappungsbereich der Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) in einem bestimmten Bereich von dem zweiten Werkstoff (11) umhüllt ist. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsöffnungen (18) mit Rändern (17) versehen sind. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längselemente (2', 3') aus dem zweiten Werkstoff (11) und zumindest ein Querelement (5) aus dem zweiten Werkstoff (11) einstückig gebildet sind. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) Öffnungen (9, 9') zur formschlüssigen Verbindung mit umhüllenden Bauteilen aus dem zweiten Werkstoff (11) aufweisen. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die umhüllenden Bauteile aus dem zweiten Werkstoff (11) Einrichtungen zur Befestigung aufweisen. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs- und Querelemente (2', 3', 4, 5) aus dem zweiten Werkstoff (11) Funktionselemente für Dachsysteme bilden und/oder Aufnahmen für solche bilden. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs- und Querelemente (2', 3', 4, 5) aus dem zweiten Werkstoff (11) Versteifungseinsätze aus dem ersten Werkstoff (10) oder einem anderen Werkstoff mit einer höheren Festigkeit als der zweite Werkstoff (11) aufweisen. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) mit Versteifungen aus dem zweiten Werkstoff (11) versehen sind. Trägerrahmen (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungen als Rippen (16) ausgebildet sind. Trägerrahmen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Werkstoff (10) ein metallischer Werkstoff und der zweite Werkstoff (11) ein durch Spritzguss aufbringbarer Werkstoff ist. Verfahren zum Herstellen eines Trägerrahmens (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte aufweist:

(i) Versehen der Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) mit passenden Abmessungen, Öffnungen (9, 9') und Verbindungsöffnungen (18);

(ii) Einlegen der Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) in ein Spritzgusswerkzeug; und;

(iii) Bilden des Trägerrahmens (1) durch Einbringen eines zweiten Werkstoffs (11) als Spritzgusswerkstoff in das Spritzgusswerkzeug zum Bilden von Verbindungstellen der Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10).
Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Verfahrensschritt (iii) Bilden des Trägerrahmens (1) Funktionselemente für Dachsysteme und/oder Aufnahmen für solche durch den zweiten Werkstoff (11) ausgebildet werden. Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass im Verfahrensschritt (iii) Bilden des Trägerrahmens (1) Versteifungen der Längs- und Querelemente (2, 3, 4, 5) aus dem ersten Werkstoff (10) durch den zweiten Werkstoff (11) gebildet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass im Verfahrensschritt (iii) Bilden des Trägerrahmens (1) Längs- und Querelemente (2', 3', 4, 5) aus dem zweiten Werkstoff (11) gebildet werden.






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