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Dokumentenidentifikation DE102005048514A1 16.05.2007
Titel Verfahren und Einrichtung zur Sicherung von Bauten vor Naturkräften
Anmelder Pakulov, Anatoliy, 16321 Bernau, DE
Erfinder Pakulov, Anatoliy, 16321 Bernau, DE
Vertreter Kietzmann, M., Dipl.-Ing. Faching. f. Schutzrechtswesen, Pat.-Anw., 10117 Berlin
DE-Anmeldedatum 05.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048514
Offenlegungstag 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse E04G 23/06(2006.01)A, F, I, 20051005, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04H 9/14(2006.01)A, L, I, 20051005, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes vor Überschwemmungen und Fluten, beinhaltend folgende Verfahrensschritte (Fig. 1):
a) Trennung des Bauwerkes vom Fundament
b) Montage einer Verschiebeeinrichtung für das Bauwerk als Ganzes unterhalb des Bauwerkes
c) Verschiebung des Bauwerkes auf eine Fläche außerhalb des Fundamentes
d) Einbringung von Bohrungen in das Erdreich im Fundamentbereich
e) Installation von Hubeinrichtungen in den Bohrungen
f) Verbindung der Hubeinrichtungen durch eine Fundamentplatte, die mittels der Hubeinrichtungen höhenverstellbar ist
g) Verschiebung auf die und Fixierung des Bauwerkes auf der Fundamentplatte
h) Hebung des auf der Fundamentplatte befestigten Bauwerkes in die gewünschte Höhe sowie
i) bedarfsentsprechende Hebung oder Senkung der Fundamentplatte und jeweils Feststellung der Hubeinrichtung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Sicherung von Bauten vor Naturkräften, insbesondere im Zusammenhang mit Flutkatastrophen.

In jüngster Zeit treten Überschwemmungen und Flutkatastrophen mit wachsenden Zahlen an Menschenopfern und wachsenden Schäden an Baulichkeiten auf.

Die Ursachen dürften im sich abzeichnenden Klimawechsel liegen, in Eingriffen des Menschen in die Umwelt aber auch in der Besiedlung von risikobehafteten Landstrichen und baulichen Mängeln.

Vor dem Hintergrund der nachfolgende beschriebenen Erfindung soll auf folgende praktizierte Schutzmaßnahmen verwiesen werden.

Zum einen werden überschwemmungsgefährdete Gebäude bzw. Landstriche eingedeicht. Um die traditionell errichten Baulichkeiten wird somit ein Schutzwall errichtet.

Eine spezifische Form derartiger Schutzanlagen sind schließbare Wehre wie sie in der Themsemündung oder in den Niederlanden oder auch zum Schutz der Lagune von Venedig eingesetzt werden.

Alternativ sind vor allem aus der Südsee sogenannte Pfahlbauten bekannt. Die Baulichkeiten werden von vornherein auf erhöhten Ebenen, getragen durch Pfähle, errichtet.

Schutz bieten zweifellos auch die oberen Stockwerke von Gebäuden. Wer möchte aber in einem Haus wohnen, dessen untere Stockwerke regelmäßig überschwemmt werden. Hinzu kommt, dass Hochhäuser in vielen Gebieten, vor allem in Kleinstädten oder im ländlichen Raum nicht gebaut und auch nicht erwünscht sind.

Größere wasserbautechnische Lösungen der geschilderten Art sind ingenieurtechnische Meisterleistungen, touristische Magnete – aber aufgrund der immensen Kosten nur in beschränkten Umfang realisierbar – und unterhaltbar. Nun und die Pfahlbauten dürfen in europäischen Breiten weder den architektonischen Geschmack treffen noch der Lebensart entsprechen.

Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, vorhandene Bausubstanz und neue Bauten in von Überschwemmungen und Fluten gefährdeten Gebieten zu schützen, ohne die Baulichkeiten in ihrer grundsätzlichen Struktur zu verändern und Eindeichungen und künstliche Wehre in größerem Umfang vornehmen zu müssen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der Ansprüche 1 oder 2 gelöst. Eine Einrichtung beschreibt Anspruch 8. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Sicherung eines vorhandenen Bauwerkes vor Überschwemmungen und Fluten beinhaltend folgende Verfahrensschritte

  • a) Trennung des Bauwerkes vom Fundament
  • b) Montage einer Verschiebeeinrichtung für das Bauwerk als ganzes unterhalb des Bauwerkes
  • c) Verschiebung des Bauwerkes auf eine Fläche außerhalb des Fundamentes
  • d) Einbringung von Bohrungen in das Erdreich im Fundamentbereich
  • e) Installation von Hubeinrichtungen in den Bohrungen
  • f) Verbindung der Hubeinrichtungen durch eine Fundamentplatte, die mittels der Hubeinrichtungen höhenverstellbar ist
  • g) Verschiebung auf die und Fixierung des Bauwerkes auf der Fundamentplatte
  • h) Hebung des auf der Fundamentplatte befestigten Bauwerkes in die gewünschte Höhe sowie
  • i) bedarfsentsprechende Hebung oder Senkung der Fundamentsplatte und jeweils Feststellung der Hubeinrichtung.

Der Verfahrensschritt c entfällt, wenn das Einbringen von Bohrungen in das Erdreich neben dem Fundamentbereich erfolgen kann.

Bei Neubauten können diese Verfahrensschritte reduziert werden auf folgende

  • d) Einbringung von Bohrungen in das Erdreich im Fundamentbereich,
  • e) Installation von Hubeinrichtungen in den Bohrungen,
  • f) Verbindung der Hubeinrichtungen durch eine Fundament platte, die mittels der Hubeinrichtungen höhenverstellbar ist,
  • g) Montage des Bauwerkes auf der Fundamentplatte
  • h) Hebung des auf der Fundamentplatte befestigten Bauwerkes in die gewünschte Höhe und
  • i) bedarfsentsprechende Hebung oder Senkung der Fundamentsplatte und jeweils Feststellung der Hubeinrichtung.

Durch die vorgesehene Hubeinrichtung ist es möglich, Bauten im herkömmlichen Sinne zu errichten. Die Ortsansicht bleibt erhalten. Im Gefahrenfall wird die Hubeinrichtung aktiviert und die Bauten werden zu Pfahlbauten, sind somit vor Fluten ausreichend geschützt. Anschließend kann die ursprüngliche Lage z.B. ebenerdige Eingänge durch Absenkung des Gebäudes, wieder hergestellt werden.

Derartige Hubeinrichtungen sind vergleichsweise wartungsarm und über Fundamentplatten verfügen die meisten Bauten ohnehin. Ihre Verstärkung im Sinne der vorgeschlagenen Hubmöglichkeit dürfte somit auch keine wesentliche Kostenerhöhung nach sich ziehen. Einzig die Hubeinrichtung wäre ein neuer Kostenfaktor.

Berücksichtigen muss man bei der Wirksamkeitseinschätzung sicher auch den Umstand, dass Vorwarnungen stattfinden. Es steht somit in der Regel eine ausreichende Zeit zur Verfügung, um den Hubvorgang durchführen zu können. Damit besteht auch die Möglichkeit, alternative Möglichkeiten der Verlängerung von Hausanschlussleitungen vorzusehen. Derartige längenveränderbare Hausanschlussleitungen können aus Teilabschnitten zusammengesetzt und ergänzbar sein oder aus zusammenschiebbaren Elementen bestehen oder aus einem einem Speicher entnehmbaren Vorrat, z.B. einem aufgerollten Elektrokabel oder einer schlauchartigen aufgerollten Wasserzuleitung.

Die Erfindung soll anhand der Zeichnungen erläutert werden.

Es zeigen:

1: das auf Hubstützen gelagerte Bauwerk,

2: das Bauwerk vor dem Verschieben und

3: das Bauwerk mit vorbereiteter Fundamentplatte.

1 zeigt eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens bestehend aus einer hebbaren Fundamentplatte 2, auf der ein Bauwerk 1 angeordnet ist, die Hubmittel 3 der Fundamentplatte 2 mit einem Feststellmechanismus sowie eine längenveränderbaren Hausanschlussleitung 6.

Der Verfahrenslauf wird in den 2 und 3 im wesentlichen dargestellt. Vor oder nach der Trennung des Bauwerkes 1 vom Fundament kann es notwendig sein, eine die Wände des Bauwerkes 1 verbindende Platte, vorzugsweise im unteren Bereich des Bauwerkes 1 anzuordnen. Dies erfolgt in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Sicherung der Gebäudestabilität beim Verschieben.

Nach einer derartigen Gebäudevorbereitung wird die Verschiebeeinrichtung 4 unterhalb des Bauwerkes angeordnet und das Bauwerk neben den alten und künftigen Standort verschoben.

Dann erfolgt das Einbringen von Bohrungen 5 in das Erdreich und die Anordnung von Hubeinrichtungen 3 in diesen. Die Hubeinrichtungen 3 werden durch die Fundamentplatte 2 miteinander verbunden. Als Hubeinrichtungen 3 dienen in den Erdbohrungen 5 verankerte Hubzylinder.

Der Verschiebemechanismus 4 für das Bauwerk 1 als Ganzes ist mit der Fundamentplatte 2 koppelbar, so dass ein Verschieben eines Bauwerkes 1 von neben auf die Fundamentplatte 2 im wesentlichen auf einer Transportebene realisierbar ist.

De Verschiebeeinrichtung 4 kann dabei Längs- und/oder Querverschiebungen und/oder Verdrehungen in der Verschiebefläche realisieren. Eine Technologie für derartige Verschiebungen ist die Fluidtechnik, bei der ein Luftkissen zwischen der Gebäudeplatte und der Fundamentplatte 2 aufgebaut wird.

Natürlich kann der Verschiebemechanismus 4 nach dem Transport des Bauwerkes 1 auf die Fundamentplatte 2 ganz oder teilweiseentfernt werden. Er kann aber auch dort belassen und durch einen Mandel abgedeckt werden.

Die haustechnischen Anschlussleitungen 6 sind so ausgebildet, dass sie den Höhenveränderungen anpassbar sind. Das kann durch Zusammensetzen aus Teilabschnitten erfolgen oder sie bestehen aus zusammenschiebbaren Elementen oder aus einem einem Speicher entnehmbaren Vorrat.


Anspruch[de]
Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes vor Überschwemmungen und Fluten beinhaltend folgende Verfahrensschritte

a) Trennung des Bauwerkes vom Fundament

b) Montage einer Verschiebeeinrichtung für das Bauwerk als ganzes unterhalb des Bauwerkes

c) Verschiebung des Bauwerkes auf eine Fläche außerhalb des Fundamentes

d) Einbringung von Bohrungen in das Erdreich im Fundamentbereich

e) Installation von Hubeinrichtungen in den Bohrungen

f) Verbindung der Hubeinrichtungen durch eine Fundamentplatte, die mittels der Hubeinrichtungen höhenverstellbar ist

g) Verschiebung auf die und Fixierung des Bauwerkes auf der Fundamentplatte

h) Hebung des auf der Fundamentplatte befestigten Bauwerkes in die gewünschte Höhe sowie

i) bedarfsentsprechende Hebung oder Senkung der Fundamentsplatte und jeweils Feststellung der Hubeinrichtung.
Verfahren zur Sicherung von Bauwerken nach Anspruch 1 reduziert auf folgende Verfahrensschritte

d) Einbringung von Bohrungen in das Erdreich im Fundamentbereich,

e) Installation von Hubeinrichtungen in den Bohrungen,

f) Verbindung der Hubeinrichtungen durch eine Fundamentplatte, die mittels der Hubeinrichtungen höhenverstellbar ist,

g) Montage des Bauwerkes auf der Fundamentplatte

h) Hebung des auf der Fundamentplatte befestigten Bauwerkes in die gewünschte Höhe und

i) bedarfsentsprechende Hebung oder Senkung der Fundamentsplatte und jeweils Feststellung der Hubeinrichtung.
Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach der Trennung des Bauwerkes vom Fundament eine die Wände des Bauwerkes verbindende Platte, vorzugsweise im unteren Bereich des Bauwerkes angeordnet wird. Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt c entfällt und das Einbringen von Bohrungen in das Erdreich neben dem Fundamentbereich erfolgt. Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes nach Anspruch 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebeeinrichtung nach dem Transport des Bauwerkes auf die Fundamentplatte entfernt wird. Verfahren zur Sicherung eines Bauwerkes nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die haustechnischen Anschlussleitungen den Höhenveränderungen anpassbar ausgebildet werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebeeinrichtung Längs- und/oder Querverschiebungen und/oder Verdrehungen in der Verschiebefläche realisiert. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2 bestehend aus einer hebbaren Fundamentplatte (2) auf der ein Bauwerk (1) angeordnet ist, einem Feststellmechanismus für die Hubmittel (3) der Fundamentplatte (2) sowie längenveränderbaren Hausanschlussleitungen (6). Einrichtung nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass ein Verschiebemechanismus (4) für Bauwerke (1) als Ganzes vorhanden ist, wobei der Verschiebemechanismus (4) mit der Fundamentplatte (2) koppelbar ist, so dass ein Verschieben eines Bauwerkes (1) von neben auf die Fundamentplatte (2) im wesentlichen auf einer Transportebene realisierbar ist. Einrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hubmittel (3) in Erdbohrungen (5) verankerte Hubzylinder sind. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass längen veränderbaren Hausanschlussleitungen (6) aus Teilabschnitten zusammengesetzt und ergänzbar sind oder aus zusammenschiebbaren Elementen besteht oder aus einem einem Speicher entnehmbaren Vorrat. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das der Verschiebemechanismus (4) Luftkissen zwischen Bauwerk (1) und Transportebene beinhaltet.






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