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Dokumentenidentifikation DE102005053590A1 16.05.2007
Titel Rauchschutzanlage
Anmelder Eidmann, Fritz Jürgen, 61348 Bad Homburg, DE
Erfinder Eidmann, Fritz Jürgen, 61348 Bad Homburg, DE
Vertreter Andrejewski, Honke & Sozien, 45127 Essen
DE-Anmeldedatum 10.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005053590
Offenlegungstag 16.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.05.2007
IPC-Hauptklasse F24F 7/00(2006.01)A, F, I, 20051110, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A62C 3/00(2006.01)A, L, I, 20051110, B, H, DE   
Zusammenfassung Es handelt sich um eine Rauchschutzanlage für ein Gebäude, welches einen oder mehrere mögliche Brandräume sowie einen oder mehrere über Türen oder dergleichen mit den Brandräumen verbundene Fluchtwege aufweist, mit zumindest einer Zuluft-Anlage, welche einen die Fluchtwege und gegebenenfalls die Brandräume im Brandfall mit Überdruck beaufschlagenden Zuluft-Ventilator und zumindest eine Zuluft-Regelklappenvorrichtung aufweist, wobei die Zuluft-Regelklappenvorrichtung zumindest eine federbelastete Regelklappe aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzüberdrucks selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzüberdrucks selbsttätig schließt, und zumindest einem Abluft-Kanal, welcher an einen oder mehrere Brandräume unter Zwischenschaltung zumindest jeweils einer Entrauchungsklappe angeschlossen ist und zum Abführen von Rauch aus dem Gebäude herausgeführt ist. Diese Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass an den Abluft-Kanal zumindest eine Abluft-Anlage angeschlossen ist, welche einen die Abluft-Anlage mit Unterdruck beaufschlagenden Abluft-Ventilator sowie zumindest eine Abluft-Regelklappenvorrichtung aufweist, wobei die Abluft-Regelklappenvorrichtung zumindest eine federbelastete Regelklappe aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes in der Abluft-Anlage selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzunterdruckes selbsttätig schließt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Rauchschutzanlage für ein Gebäude, welches einen oder mehrere mögliche Brandräume sowie einen oder mehrere über Türen oder dergleichen mit den Brandräumen verbundene Fluchtwege aufweist,

mit

  • – zumindest einer Zuluft-Anlage, welche zumindest einen die Fluchtwege und gegebenenfalls die Brandräume im Brandfall mit Überdruck beaufschlagenden Zuluft-Ventilator und zumindest eine Zuluft-Regelklappenvorrichtung aufweist, wobei die Zuluft-Regelklappenvorrichtung zumindest eine federbelastete Regelklappe aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzüberdrucks selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzüberdrucks selbsttätig schließt,
  • – und zumindest einem Abluft-Kanal, welcher an einen oder mehrere Brandräume unter Zwischenschaltung zumindest jeweils einer Entrauchungsklappe angeschlossen ist und zum Abführen von Rauch aus dem Gebäude herausgeführt ist.

Gebäude meint im Rahmen der Erfindung insbesondere Gebäude mit mehreren Etagen, welche über ein oder mehrere Treppenhäuser miteinander verbunden sind. In derartigen Gebäuden stellen insbesondere die Treppenhäuser und gegebenenfalls sich daran anschließende Flure Fluchtwege bzw. Rettungswege dar. Mögliche Brandräume sind dagegen angrenzende Nutzungseinheiten wie Wohnungen, Büros oder ähnliches. Die Rauchschutzanlage ist als Rauchschutz-Differenzdruckanlage ausgebildet, wobei durch den über die Zuluft-Anlage eingestellten Überdruck im Bereich der Flucht- und Rettungswege eine Rauchfreihaltung im Brandfall gewährleistet ist. Aus Sicherheitsgründen darf der für die Rauchfreihaltung erforderliche Überdruck einen zulässigen Maximalwert (zum Bespiel 50 Pa) nicht überschreiten. Aus diesem Grunde sorgt die Zuluft-Regelklappenvorrichtung für eine selbsttätige Luftabfuhr überschüssiger Luft. Die Regelklappen öffnen bei Erreichen des zulässigen Überdrucks unter Wirkung der skalaren Druckkräfte selbsttätig und die überschüssige Luft wird mit einem Durchström-Druckverlust, der dem geforderten zulässigen Überdruck des Druckraumes entspricht, an die Atmosphäre übergeben, so dass die Regelklappe dann selbsttätig wieder schließt.

Bei einer bekannten Rauchschutzanlage der eingangs beschriebenen Art können die möglichen Brandräume in den einzelnen Etagen über Entrauchungsklappen an einen gemeinsamen Abluft-Schacht angeschlossen sein. Die Ansteuerung der Anlage erfolgt zum Beispiel über Rauchmelder, die vor jeder Zugangstür im Flur oder der Schleuse der nachgeschalteten Räume außerhalb des geschützten Bereichs angeordnet sind. Bei Rauchdetektierung der Rauchmelder wird die Rauchschutz-Druckanlage, nämlich die Zuluft-Anlage, in Betrieb gesetzt. Dabei stellt jede Etage eine Melder-Linie dar. Die Abströmung des Rauchs im Zuge der Entrauchung kann über den Abluftschacht erfolgen (vgl. DE 102 51 149 A1). Insofern ist eine natürliche Abströmung über zum Beispiel die Fassade des Gebäudes vorgesehen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass solche natürlichen Abströmungen in erheblichem Maße meteorologischen Einflüssen unterliegen können. Die Zufälligkeit dieser meteorologischen Einflüsse kann die Sicherheitsfunktion einer solchen Differenzdruckanlage stören. – Hier setzt die Erfindung ein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Rauchschutzanlage für ein Gebäude der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, welche auf einfache Weise eine zuverlässige und sichere Funktion gewährleistet, ohne dass meteorologische Einflüsse die Sicherheit der Anlage stören können.

Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Rauchschutzanlage, dass an den Abluft-Kanal zumindest eine Abluft-Anlage angeschlossen ist, welche zumindest einen die Abluft-Anlage mit Unterdruck beaufschlagenden Abluft-Ventilator sowie zumindest eine Abluft-Regelklappenvorrichtung aufweist, wobei die Abluft-Regelklappenvorrichtung zumindest eine federbelastete Regelklappe aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes in der Abluft-Anlage selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzunterdruckes selbsttätig schließt. Die Abluft-Anlage kann dabei zumindest einen an den Abluft-Kanal angeschlossenen Abluftkasten aufweisen, an welchen der Abluft-Ventilator und die Abluft-Regelklappenvorrichtung angeschlossen sind, wobei die Regelklappen im Zuge des Öffnens in Richtung des Innenraums des Abluftkastens schwenken. Unterdruck bzw. Grenzunterdruck sind im Rahmen der Erfindung als positive Druckdifferenzen definiert, das heißt bei Absenkung des Druckes in einem Raum steigt der Unterdruck.

Die Erfindung geht dabei zunächst einmal von der Erkenntnis aus, dass meteorologische Einflüsse auf die Sicherheitsfunktion der Anlage und insbesondere auf das kontinuierliche und zuverlässige Abführen von Rauch dann unterbunden werden können, wenn zur Rauchfreihaltung nicht mit einer natürlichen Abströmung gearbeitet wird, sondern wenn mit einer maschinellen Abluft-Anlage mit Hilfe eines Ventilators aktiv der Rauch aus den Brandräumen über den Abluft-Kanal abgesaugt wird. Der Begriff Ventilator umfasst im Rahmen der Erfindung ganz allgemein saugende und/oder blasende Fördereinrichtungen und folglich auch Pumpen oder dergleichen. Bei Einsatz einer solchen maschinellen Abluft-Anlage mit einem absaugenden Ventilator stellt sich jedoch grundsätzlich das Problem, dass in den an die Fluchtwege angrenzenden Brandräumen durch das Absaugen Differenzdrucke über geschlossene Türen entstehen, welche das Öffnen der Tür zwischen Brandraum und Fluchtweg erheblich erschweren können und somit aus Sicherheitsgründen nicht akzeptabel sind. Denn selbst bei Einsatz einer selbstregelnden Zuluft-Anlage, die dafür sorgt, dass der Überdruck im Bereich der Fluchtwege beispielsweise einen Wert von 50 Pa nicht überschreitet, besteht bei Einsatz einer maschinell saugenden Abluft-Anlage – ohne zusätzliche Maßnahmen – das Problem, dass sich ein Druck im Bereich des Brandraums einstellt, der unterhalb des Atmosphärendrucks liegt, so dass der Differenzdruck dann den zulässigen Maximalwert von 50 Pa überschreitet. Aus diesem Grunde schlägt die Erfindung vor, im Bereich der Abluft-Anlage in Kombination mit einem Abluft-Ventilator eine Abluft-Regelklappenvorrichtung einzusetzen die nun dafür sorgt, dass bei unzulässig niedrigen Drücken im Bereich der Brandräume die federbelastete Regelklappe durch den in der Abluft-Anlage entstehenden Unterdruck selbsttätig öffnet. Erfindungsgemäß wird folglich im Bereich einer geschlossenen Tür zwischen Fluchtweg und Brandraum die zu hohe Druckdifferenz vermieden, so dass über geschlossenen Türen stets nur die positive zulässige Druckdifferenz durch die Zuluft-Anlage anstehen kann. Öffnet sich nun eine solche Tür, sind die maschinelle Zuluft-Anlage und die maschinelle Abluft-Anlage unmittelbar in Kontakt und im Bereich der Abluft-Anlage bzw. im Bereich des Abluftkastens werden infolge Unterschreitung des Klappenöffnungsdruckes die Klappensysteme selbsttätig geschlossen, so dass ein geplanter Volumenstrom durch die Zu- und Abluft-Anlage aus dem Gebäude transportiert wird. Insgesamt gewährleistet die erfindungsgemäße Anlage eine einwandfreie Ableitung des Rauches ohne störende meteorologische Einflüsse und ohne die Gefahr unzulässig hoher Differenzdrücke im Bereich geschlossener Türen zwischen Fluchtwegen und Brandräumen. Dieses gelingt, weil mit einer maschinell absaugenden Abluft-Anlage gearbeitet wird, und zwar in Kombination mit einerseits einer selbstregelnden Differenzdruck-Zuluft-Anlage und andererseits einer selbstregelnden Differenzdruck-Abluft-Anlage, jeweils unter Einsatz von selbsttätigen Regelklappensystemen.

Der erfindungsgemäße Abluftkasten, an welchen einerseits der Abluft-Ventilator und andererseits die Abluft-Regelklappenvorrichtungen angeschlossen sind, bildet einen Sammelkasten. Dabei ist zweckmäßig, wenn die Abluft-Anlage nicht nur eine, sondern vorzugsweise zwei oder auch mehr als zwei Abluft-Regelklappenvorrichtungen aufweist. Jede einzelne der Abluft-Regelklappenvorrichtungen kann dabei eine oder auch mehrere selbsttätige Regelklappen aufweisen. Bei Einsatz mehrerer Abluft-Regelklappenvorrichtungen besteht die Möglichkeit, diese an unterschiedlichen Seiten bzw. Seitenwänden des Abluftkastens anzuordnen, so dass dann der Einfluss meteorologischer Gegebenheiten weiter reduziert werden kann. Dieses gilt insbesondere, wenn die Abluft-Regelklappenvorrichtungen an gegenüberliegenden Seiten des Abluftkastens angeordnet werden. Es kann bei einem Abluftkasten mit rechteckigem Querschnitt auch besonders zweckmäßig sein, mit vier Abluft-Regelklappenvorrichtungen zu arbeiten, welche jeweils einer Seitenwand zugeordnet sind. Im Übrigen ist es zweckmäßig, wenn der Abluft-Kanal, zum Beispiel in der Ausführungsform als L90-Schacht, aus dem Dach des Gebäudes herausgeführt ist und der Abluftkasten folglich endseitig im Bereich des Daches an den Abluft-Kanal angeschlossen ist.

Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung, dem besondere Bedeutung zukommt, ist vorgesehen, dass der dem Grenzunterdruck entsprechende Klappen-Öffnungsdruck der Regelklappe(n) der Abluft-Regelklappenvorrichtung in etwa dem (maximalen) Kanaldruckverlust des Abluft-Kanals bei einem vorgegebenen Volumenstrom entspricht oder (geringfügig) größer ist. Der Kanaldruckverlust ist im Rahmen der Erfindung als positive Druckdifferenz definiert. Der Klappenöffnungsdruck, bei dem die Regelklappen wegen des geringen Innendrucks im Sammelkasten nach innen schwenken, ist hier ebenfalls als positive Druckdifferenz definiert. Dabei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass das Ableiten eines vorgegebenen Volumenstroms aus den Brandräumen über den Abluft-Kanal in den Bereich der Abluft-Anlage mit einem ganz bestimmten Druckverlust im Abluft-Kanal verbunden ist. Diese Druckverluste können insbesondere bei Gebäuden mit einer Vielzahl von Etagen eine Größenordnung erreichen, die dem Überdruck von beispielsweise 50 Pa im Bereich der Fluchtwege entspricht oder auch deutlich größer ist. Dieser saugseitige Kanaldruckverlust wird im Rahmen der Erfindung nun dadurch kompensiert, dass der Klappenöffnungsdruck der Abluft-Regelklappenvorrichtungen so dimensioniert wird, dass er dem maximalen Kanaldruckverlust entspricht oder geringfügig größer ist. Auf diese Weise wird auch unter Berücksichtung der Kanaldruckverluste gewährleistet, dass trotz der erheblichen Unterdrücke im Bereich des Sammelkastens im Bereich der Brandräume stets ein solcher Druck eingestellt ist, dass über geschlossenen Türen keine unzulässig hohen Druckdifferenzen entstehen. So stellt sich im Bereich des Abluftkastens nach Hochlaufen des Ventilators bei geschlossener Tür ein Unterdruck ein, welcher dem Kanaldruckverlust entspricht. In diesem Moment öffnen die Regelklappen und der Ventilator saugt gleichsam über die geöffneten Regelklappen unmittelbar aus der Atmosphäre. Die durch die geöffneten Klappenflächen entstehenden Druckverluste im Sammelkasten liegen in der Größenordnung des maximalen Kanaldruckverlustes, so dass für die geöffnete Klappenstellung der angeschlossene saugseitige Kanal nicht durchströmt wird und demzufolge druckverlustfrei bleibt. Der Abzugs-Ventilator erfährt in dieser Funktionsstellung lediglich unwesentliche Arbeitspunktverschiebungen auf der Kennlinie. Wird nun eine Tür zwischen Fluchtweg und Brandraum geöffnet, so erhöht sich der Druck im Abluftkasten um den ursprünglich im Fluchtweg eingestellten positiven Überdruck von zum Beispiel 50 Pa, so dass der Unterdruck im Abluftkasten sinkt und folglich der Klappenöffnungsdruck unterschritten wird, so dass die Klappen selbsttätig schließen. Über den Abluft-Kanal wird dann der geplante Volumenstrom gefördert.

Wie erläutert kommt im Rahmen der Erfindung sowohl den Zuluft-Regelklappenvorrichtungen als auch den Abluft-Regelklappenvorrichtungen besondere Bedeutung zu. Insofern können grundsätzlich herkömmliche Regelklappenvorrichtungen mit federbelasteten selbsttätigen Regelklappen zum Einsatz kommen. In besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung werden jedoch Regelklappenvorrichtungen gemäß den Patentansprüchen 7 bis 12 verwendet. Weitere Einzelheiten dazu sind Gegenstand der Figurenbeschreibung.

Ferner ist Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zum Abführen von Rauch aus Brandräumen eines Gebäudes und zur Rauchfreihaltung von Fluchtwegen des Gebäudes mit einer Rauchschutzanlage der beschriebenen Art, wobei im Brandfall mit der Zuluft-Anlage in den Fluchtwegen ein Überdruck eingerichtet wird, welcher einen vorgegebenen Grenz-Überdruck nicht überschreitet, wobei mit der Abluft-Anlage Rauch aus einem über eine geschlossene Tür von dem Fluchtweg getrennten Brandraum derart abgeführt wird, dass in dem Brandraum ein vorgegebener Minimaldruck nicht unterschritten wird, so dass die Druckdifferenz zwischen Fluchtweg und Brandraum über die geschlossene Tür den vorgegebenen Grenz-Überdruck nicht überschreitet. Die Einhaltung des zugelassenen Minimaldrucks, zum Beispiel Atmosphärendrucks, im Bereich des Brandraumes erfolgt durch selbsttätige Einstellung eines vorgegebenen Grenzunterdrucks in der Abzugsanlage, zum Beispiel in einem Sammelkasten, und zwar bevorzugt unter Berücksichtigung des maximal möglichen Kanaldruckverlustes im Abzugskanal zwischen Brandraum und Sammelkasten.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

1 eine erfindungsgemäße Rauchschutzanlage in einem mehrgeschossigen Gebäude in schematischer Ansicht,

2 den Gegenstand nach 1 im Brandfall bei geschlossener Tür zwischen Fluchtweg und Brandraum,

3 den Gegenstand nach 2 bei geöffneter Tür zwischen Fluchtweg und Brandraum,

4 einen Ausschnitt aus dem Gegenstand nach 2,

5 ein Arbeitsdiagramm des Abzugs-Ventilators im Betrieb der Anlage,

6 eine bevorzugt eingesetzte Regelklappenvorrichtung als Mehrklappenvorrichtung in perspektivischer Ansicht,

7 einen Ausschnitt aus dem Gegenstand nach 6,

8 eine schematische Draufsicht auf den Gegenstand nach 7,

9a-d schematisch und ausschnittsweise den Gegenstand nach 8 in unterschiedlichen Funktionsstellungen,

10 den Anschlusshebel einer erfindungsgemäßen Regelklappenvorrichtung in perspektivischer Ansicht und

11 den Verlauf der öffnenden Momente und des schließenden Moments in Abhängigkeit vom Regelklappenwinkel.

In den 1 bis 3 ist schematisch ein mehrgeschossiges Gebäude mit einer erfindungsgemäßen Rauchschutzanlage dargestellt. Das Gebäude weist eine Mehrzahl von Etagen mit mehreren möglichen Brandräumen 18 sowie einem Fluchtweg 19 auf, wobei die Brandräume 18 über Türen T mit dem Fluchtweg 19 verbunden sind. Bei dem Fluchtweg 19 handelt es sich hier insbesondere um ein Treppenhaus. In der unteren Etage ist eine Zuluft-Anlage 20 angeordnet, welche einen Zuluft-Ventilator 21 aufweist, der im Brandfall die Fluchtwege 19 und – bei einer eventuell geöffneten Tür T – auch einen möglichen Brandraum 18 mit Überdruck beaufschlagt. Ferner weist die Zuluft-Anlage 20 eine Zuluft-Regelklappenvorrichtung 22 auf, welche zumindest eine federbelastete Regelklappe 23 aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzüberdrucks &Dgr; P+ selbsttätig nach außen öffnet und bei Unterschreiten des Grenzüberdrucks &Dgr; P+ selbsttätig schließt. Ferner ist ein Abluft-Kanal 24 vorgesehen, welcher an die Brandräume 18 unter Zwischenschaltung zumindest jeweils einer Entrauchungsklappe 25 angeschlossen ist und zum Abführen von Rauch aus dem Gebäude herausgeführt ist. An diesen Abluft-Kanal 24 ist eine Abluft-Anlage 26 angeschlossen, welche einen die Abluft-Anlage 26 mit Unterdruck beaufschlagenden Abluft-Ventilator 27 sowie mehrere Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 aufweist. Die Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 weisen jeweils zumindest eine federbelastete Regelklappe 29 auf, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes &Dgr; P in der Abluft-Anlage 26 selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzunterdruckes &Dgr; P selbsttätig schließt. Dabei weist die Abluft-Anlage 26 einen an den Abluft-Kanal 24 angeschlossenen Abluftkasten 30 auf, an welchen einerseits der Abluft-Ventilator 27 und andererseits die beiden Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 angeschlossen sind, wobei die Regelklappen 29 im Zuge des Öffnens in Richtung des Innenraumes des Abluftkastens 30 schwenken. Im Ausführungsbeispiel sind die beiden Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 an unterschiedlichen Seiten des Abluftkastens 30 angeordnet, nämlich an gegenüberliegenden Seiten. Die Abluft-Anlage 26 ist schematisch in 4 dargestellt. Dabei ist der Abluft-Kanal 24 aus dem Dach des Gebäudes herausgeführt und der Abluftkasten 30 ist endseitig im Bereich des Daches an den Abluft-Kanal 24 angeschlossen, zum Beispiel auf das Dach aufgesetzt.

Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Rauchschutzanlage ergibt sich insbesondere aus einer vergleichenden Betrachtung der 1 bis 3.

1 zeigt das Gebäude mit der Rauchschutzanlage zunächst im "Normalzustand", das heißt ohne einen Brand in einer der Etagen. Zuluft-Anlage 20 und Abluft-Anlage 26 sind außer Betrieb. Der Druck im gesamten Gebäude entspricht im Wesentlichen dem Atmosphärendruck P0, das heißt die Druckdifferenz &Dgr; P beträgt ca. 0 Pa. Die Entrauchungsklappen 25 sind geschlossen.

Wird nun ein Brand in einer der Etagen über zum Beispiel einen nicht dargestellten Rauchmelder detektiert, so werden sowohl die Zuluft-Anlage 20 als auch die Abluft-Anlage 26 in Betrieb genommen und die dem Brandraum 18 zugeordnete Entrauchungsklappe 25 wird geöffnet. Dieser Funktionszustand ist in 2 angedeutet. Der Zuluft-Ventilator 21 pumpt nun Luft in den Bereich des Fluchtweges 19 (Treppenhaus). Wird dabei ein vorgegebener Grenzüberdruck &Dgr; P+ von zum Beispiel 50 Pa überschritten, so öffnen die Regelklappen 23 der Zuluft-Regelklappenvorrichtung 22 selbsttätig, so dass sich der gewünschte Überdruck &Dgr; P+ von beispielsweise 50 Pa selbsttätig bzw. automatisch im Bereich des Fluchtweges 19 einstellt. Ferner ist erkennbar, dass der Brandraum 18 über eine geschlossene Tür T von dem unter Überdruck stehenden Fluchtweg 19 getrennt ist. Da nicht nur die Zuluft-Anlage 20 sondern auch die Abluft-Anlage 26 im Brandfall hochgefahren wird, wird nun über den Abluft-Ventilator 27 der entstehende Rauch aus dem Brandraum 18 abgesaugt, und zwar durch die geöffnete Entrauchungsklappe 25 und den Abluft-Kanal 24. Die Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 im Bereich des Abluftkastens 30 sorgen nun dafür, dass im Bereich des Brandraumes 18 kein unzulässig hoher Unterdruck entsteht, da dieser bei geschlossener Tür T das Öffnen dieser Tür erschweren würde. Es ist folglich von besonderer Bedeutung, dass im Bereich geschlossener Türen T zwischen Brandraum 18 einerseits und Fluchtweg 19 andererseits keine unzulässig hohen Differenzdrucke auftreten. Aufgrund des Kanaldruckverlustes &Dgr; Pk im Abluft-Kanal 24 entsteht im Zuge des Absaugens mit dem Abluft-Ventilator 27 im Bereich des Sammelkastens 30 ein Unterdruck. Die Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 sind nun so dimensioniert, dass bei Erreichen bzw. Überschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes &Dgr; P im Sammelkasten 30 die Regelklappen 29 selbsttätig nach innen öffnen, so dass kein unzulässig hoher Unterdruck im Bereich des Brandraumes entstehen kann. Der Klappenöffnungsdruck entspricht dabei im Wesentlichen dem maximalen Kanaldruckverlustbetrag &Dgr; Pk bzw. liegt unmittelbar oberhalb dieses Kanaldruckverlustbetrages. Beträgt der Kanaldruckverlust &Dgr; Pk beispielsweise 150 Pa, so ist es zweckmäßig, den Klappen-Öffnungsdruck und folglich Grenzunterdruck &Dgr; P der Abluft-Regelklappenvorrichtung 28 auf zum Beispiel 160 Pa einzustellen. Wird folglich im Bereich des Sammelkastens 30 ein Unterdruck von 160 Pa erreicht, so öffnen die Regelklappen 29 selbsttätig. Der durch die geöffneten Klappenflächen entstehende Druckverlust im Sammelkasten 30 liegt in der Größenordnung des maximalen Kanaldruckverlustes &Dgr; Pk, so dass für die geöffnete Klappenstellung der angeschlossene saugseitige Kanal 24 nicht mehr durchströmt wird und demzufolge druckverlustfrei bleibt.

Wird nun die Tür T zwischen Brandraum 18 und Fluchtraum 19 so wie in 3 angedeutet geöffnet, sind die Zuluft-Anlage 20 und die Abluft-Anlage 26 unmittelbar in Kontakt und im Sammelkasten 30 werden infolge der Unterschreitung des Klappenöffnungsdruckes die Klappensysteme selbsttätig geschlossen. Der Druck im Sammelkasten steigt um den zuvor im Fluchtweg eingestellten Überdruck und folglich um beispielsweise 50 Pa, so dass sich ein Unterdruck von nun nur noch 110 Pa einstellt, so dass die Klappen selbsttätig schließen. Nun wird der geplante Volumenstrom über den Kanal 24 gefördert.

Durch die Dimensionierung des Systems ist dabei gewährleistet, dass – wegen der Kanaldruckverluste – die Klappen nicht ohne weiteres wieder öffnen. Dieses geschieht erst, wenn die beschriebene Tür wieder geschlossen wird, so dass dann wieder eine Druckdifferenz über die geschlossene Tür aufgebaut werden kann.

Die Funktionsweise wird auch anhand des Arbeitsdiagramms gemäß 5 deutlich. Dort ist der Unterdruck &Dgr; P im Bereich des Sammelkastens 30 als Funktion des geförderten Volumenstroms aufgetragen. Der Unterdruck ist auch hier als positive Druckdifferenz definiert, das heißt bei Absenkung des Innendrucks im Sammelkasten gegenüber dem Außendruck steigt der Unterdruck. Dabei ist die Kennlinie KL des Abzugs-Ventilators 27 eingezeichnet. Die Parabel b zeigt den Verlauf während des Hochlaufens des Ventilators 27 bei geschlossener Tür. Der Unterdruck steigt entlang der Druckverlustparabel a an, bis der Klappenöffnungsdruck erreicht ist, der hier dem Kanaldruckverlust &Dgr; Pk entspricht. Sobald dieser Klappenöffnungsdruck erreicht ist, öffnen die Klappen schlagartig, so dass der Arbeitspunkt des Ventilators bei geschlossener Tür und geöffneten Klappen auf der Kennlinie erreicht wird. Wird nun die in den Figuren dargestellte Tür T geöffnet, so erhöht sich der Druck im Sammelkasten 30 um den ursprünglich im Bereich des Fluchtweges eingestellten Überdruck&Dgr; P+ = 50 Pa. Dieses führt zu einer Absenkung des Unterdrucks im Bereich des Sammelkastens um genau diesen Differenzbetrag. Nun wird über den Abzugskanal 30 ein vorgegebener Volumenstrom gefördert, so dass der Druck im Sammelkasten 30 sinkt und folglich der Differenzdruck wieder steigt, bis der Arbeitspunkt der Kennlinie bei geöffneter Tür T und geschlossenen Klappen erreicht ist.

Der detaillierte Aufbau sowohl der Zuluft-Regelklappenvorrichtung 22 als auch der Abluft-Regelklappenvorrichtungen 28 ergibt sich aus den 6 bis 11. Dort ist eine solche Regelklappenvorrichtung für eine Rauchschutz-Differenzdruckanlage mit einem Gehäuse 1, zumindest einer um eine Drehachse 2 schwenkbar in dem Gehäuse gelagerten Regelklappe 3 und zumindest einer einerseits an das Gehäuse 1 und andererseits über ein Anschlussteil 4 an die Regelklappe 3 angeschlossenen Schließfeder 5 dargestellt. Die Regelklappe 3 entspricht hier entweder der Regelklappe 23 der Zuluft-Regelklappenvorrichtung 22 oder der Regelklappe 29 der Abluft-Regelklappenvorrichtung 28. Gemäß 6 ist die Regelklappenvorrichtung im Ausführungsbeispiel als Mehrklappenvorrichtung mit einer Mehrzahl nebeneinander angeordneter Regelklappen 3, 3' ausgebildet, wobei die Regelklappen 3, 3' über ein Verbindungsgestänge 6 miteinander verbunden sind und gemeinsam öffnen und schließen, und wobei auf die mehreren Regelklappen 3, 3' eine einzige gemeinsame Schließfeder 5 unter Zwischenschaltung eines einzigen gemeinsamen Anschlussteils 4 wirkt. Die Schließfeder 5 ist als Zugfeder und im Ausführungsbeispiel als zylindrische Schraubenfeder ausgebildet. Die dargestellte Regelklappenvorrichtung kann im Rahmen der Erfindung sowohl als Zuluft-Regelklappenvorrichtung als auch als Abluft-Regelklappenvorrichtung eingesetzt werden. Im Folgenden soll diese bevorzugte Ausführungsform beispielhaft als Zuluft-Regelklappenvorrichtung beschrieben werden.

Die in 6 dargestellte Regelklappenvorrichtung trennt im Rahmen der Rauchschutz-Differenzdruckanlage einen (hinteren) Fluchtweg, in welchem ein Überdruck erzeugt und aufrechterhalten werden soll von einem (vorderen) Außenraum A, in dem beispielsweise Atmosphärendruck herrscht. Die Regelklappen sind in 6 und 7 nicht erkennbar. Sie sind gemäß 8 in dem dem Fluchtweg zugewandten (hinteren) Bereich des Gehäuses 1 angeordnet. 8 zeigt dabei eine Regelklappe 3 in Schließstellung. Die Schließfeder 5 erzeugt mit ihrer Federkraft F ein die Regelklappe 3 in Schließstellung haltendes bzw. in Schließstellung überführendes Schließmoment MF. Über den hier nicht dargestellten Ventilator, welcher ebenfalls Bestandteil der Differenzdruckanlage ist, wird in dem (hinteren) Fluchtweg ein Überdruck aufgebaut, welcher den Fluchtweg von Rauch freihält. Die Regelklappe 3 schwenkt unter Bildung einer Durchströmöffnung um einen vorgegebenen Öffnungswinkel &agr; in Öffnungsrichtung R, sobald ein einseitig auf die Regelklappe bzw. Regelklappen wirkender Öffnungsdruck bzw. Luftdruck P ein das Schließmoment übersteigendes Öffnungsmoment ML erzeugt. Im Ausführungsbeispiel ist das Schließmoment MF der Schließfeder 5 so eingestellt, dass das Öffnungsmoment ML jedenfalls bei einem Überdruck &Dgr; P von 50 Pa das Schließmoment MF übersteigt, so dass die Regelklappe 3 öffnet und folglich der Überdruck um ein vorgegebenes Maß abgebaut werden kann. Sobald der Überdruck soweit abgesunken ist, dass das Schließmoment das Öffnungsmoment wieder übersteigt, schließt die Regelklappe 3 wieder selbsttätig. Die Öffnungsrichtung R ist in den Figuren angedeutet. Mit der Regelklappe 3 öffnen und schließen die übrigen Regelklappen 3' simultan.

Im Ausführungsbeispiel ist das Anschlussteil, welches die Schließfeder 5 mit der Regelklappe 3 verbindet, als gelenkig an die Regelklappe 3 angeschlossener Anschlusshebel 4 ausgebildet. Folglich wird im Rahmen der Erfindung ein separates Anschlussgelenkbauteil zur Verfügung gestellt, welches einerseits gelenkig an die Schließfeder 5 und andererseits gelenkig an die Regelklappe 3 angeschlossen ist. Das Anschlussgelenkbauteil 4 ist folglich sowohl schwenkbar gegenüber der Regelklappe als auch schwenkbar gegenüber der Schließfeder. Dabei zeigt 8, dass der Anschlusshebel 4 nicht unmittelbar an die Führungsklappe angeschlossen ist, sondern dass der Anschlusshebel 4 gelenkig an einen drehfest mit der Regelklappe 3 verbundenen Verbindungsarm 7 angeschlossen ist. Dieser Verbindungsarm 7 ist unter einem festen Winkel an der Regelklappe 3 befestigt. Die Anordnung ist im Übrigen so getroffen, dass Schließfeder 5 einerseits und Regelklappe 3 (in Schließstellung) andererseits im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Es besteht aber grundsätzlich auch die Möglichkeit, die Schließfeder in Schließstellung in anderem Winkel, zum Beispiel senkrecht bzw. in etwa senkrecht zur Regelklappe anzuordnen. Dann ist es lediglich erforderlich, den Verbindungsarm unter anderem Winkel an die Regelklappe anzuschließen. Stets ist der Verbindungsarm jedoch drehfest mit der Regelklappe verbunden. Jedenfalls weist der Anschlusshebel 4 zumindest eine Gelenkausnehmung 12 auf, in welcher ein Gelenkstift 13 drehbar gelagert ist. Der Gelenkstift 13 ist an die Regelklappe 3 oder den Verbindungsarm 7 angeschlossen.

Der Anschlusshebel 4 weist eine Führungskulisse 8 auf und ist folglich als Kurvenzug mit einer kurvenförmigen Langlochführung 9 ausgebildet, wobei in dieser Langlochführung 9 ein an die Schließfeder 5 endseitig angeschlossenes Führungselement in Form eines Führungszapfens 10 gelenkig und verschiebbar geführt ist. Der Führungszapfen 10 ist dabei wälzgelagert in der Langlochführung 9 geführt. Dieses gelingt zum Beispiel durch beidseitig auf den Führungszapfen 10 aufgesetzte (Schulter-)Kugellager, welche in die beiden Langlöcher 9' eingreifen. Im Übrigen ist in den Figuren erkennbar, dass der Anschlusshebel 4 in der Seitenansicht L-förmig und im Querschnitt U-förmig ausgebildet ist. In der Seitenansicht ist in dem einem L-Schenkel 4a eine Gelenkausnehmung 12 zur gelenkigen Anlenkung des Verbindungsarms 7 und in dem anderen L-Schenkel 4b die Langlochführung 9 mit den beiden Langlöchern 9' angeordnet. Durch die Ausbildung des Anschlusshebels 4 als U-Profil ist es zweckmäßig, wenn in den beiden U-Schenkeln jeweils eine Gelenkausnehmung 12 und ein Langloch 9' vorgesehen sind, wobei diese selbstverständlich fluchten.

Erfindungsgemäß ist die Schließfeder 5 über den Anschlusshebel 4 derart an die Schließklappe 3 angeschlossen, dass der auf die Klappe 3 wirkende Hebelarm a in allen Klappenstellungen größer Null ist, so dass die Federkraft in allen Klappenstellungen ein Schließmoment größer Null erzeugt. Hebelarm a bzw. Länge des Hebelarms meint im Rahmen der Erfindung den senkrechten Abstand der Federkraftwirkungslinie 14 bzw. des Federkraftvektors von dem Drehpunkt bzw. der Drehachse 2.

Die Funktionsweise der Regelklappenvorrichtung wird im Folgenden anhand der 9a bis 9d unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Momentenverläufe gemäß 11 erläutert. 9a bis 9d zeigen schematisch den Anschlusshebel 4 in unterschiedlichen Funktionsstellungen bei einem Öffnungswinkel von &agr; = 0°, &agr; = 15°, &agr; = 45° sowie &agr; = 90°. Die Federkraftwirkungslinie 14 sowie die Regelklappe 3 und der daran angeschlossene Verbindungsarm 7 sind lediglich angedeutet. Ferner ist jeweils der Hebelarm a eingezeichnet.

Gemäß 9a ist der Anschlusshebel 4 in Schließstellung (&agr; = 0°) der Regelklappe 3 zunächst von der Drehachse 2 bzw. Drehwelle 2' beabstandet und folglich berührungsfrei angeordnet. Im Zuge des Öffnens der Regelklappe 3 bei einem vorgegebenen Öffnungsdruck schwenkt die Regelklappe um die Drehachse 2. Durch die gelenkige Anbindung des Anschlusshebels 4 an einerseits die Schließfeder 5 und andererseits die Regelklappe 3 zieht die Regelklappe 3 den Anschlusshebel 4 zunächst in Richtung der Drehachse 2, so dass der Anschlusshebel 4 bei einem vorgegebenen Grenzwinkel gegen die Drehwelle 2' zur Anlage kommt (vgl. 9b). Der Hebelarm a nimmt stark ab. Sofern die Regelklappe 3 anschließend über diesen Grenzwinkel hinaus weiter geöffnet wird, bleibt der Anschlusshebel 4 in Anlage mit der Drehwelle 2', so dass der Anschlusshebel 4 reibungsfrei mit der Drehwelle 2' rotiert. Der gemäß 9a bei &agr; = 0° in der oberen Endstellung angeordnete Führungszapfen 10 wandert in der Langlochführung 9 bis er bei vollständig geöffneter Regelklappe 3 in die gegenüberliegende untere Endstellung gelangt. Eine vergleichende Betrachtung der 9a bis 9d zeigt, dass selbst bei hohen Öffnungswinkeln stets ein definierter Resthebelarm a verbleibt.

Dieses spiegelt sich in den Momentenverläufen gemäß 11 wieder. In 11 sind zunächst einmal als Kurven A, B, C die vom Klappenwinkel &agr; abhängigen Öffnungsmomente ML für einen Überdruck &Dgr; P von 12,5 Pa, 25 Pa sowie 50 Pa dargestellt. Ferner ist als Kurve D das von der Schließfeder 5 erzeugte Schließmoment MF ebenfalls in Abhängigkeit vom Klappenwinkel &agr; aufgezeichnet. Es ist zunächst einmal erkennbar, dass das von der Schließfeder 5 erzeugte Schließmoment MF von der Schließstellung (&agr; = 0°) bis in die vollständige Offenstellung (&agr; = 90°) kontinuierlich abnimmt und stets größer Null ist. Durch die bereits erläuterte Resthebelarmlänge a größer Null bei sämtlichen Öffnungswinkeln &agr; wird folglich gewährleistet, dass bei im Wesentlichen konstanter Federkraft stets ein ausreichendes Schließmoment und folglich Rückholmoment verbleibt. Dieses gelingt im Wesentlichen durch die gelenkige Anbindung der Regelklappe 3 unter Zwischenschaltung des gleichsam freibeweglichen Anschlussgelenkes 4 an die Schließfeder 5. So zeigt 11, dass das Schließmoment MF in einem ersten Winkelbereich von einem Klappenwinkel von 0° bis zu einem Klappenwinkel von etwa 15° mit hoher Steigung stark abfällt und dann in einem zweiten Winkelbereich bis zum vollständig geöffneten Klappenwinkel von 90° lediglich mit geringer Steigung schwach abnimmt. Der Abfall in dem zweiten Abschnitt ist folglich (deutlich) geringer als in dem ersten Abschnitt. Es werden im Übrigen auch Ausführungsformen umfasst, bei denen das Schließmoment in dem zweiten Abschnitt zumindest bereichsweise konstant ist. Stets soll jedoch gewährleistet sein, dass das Schließmoment bei steigendem Öffnungswinkel nicht wieder zunimmt. Dabei macht 11 deutlich, dass das Schließmoment MF stets exakt zwei definierte Schnittpunkte mit dem Öffnungsmoment ML bei 25 Pa aufweist. Dabei schneidet das Schließmoment (Kurve D) sowohl die Kurve B als auch die Kurve C bei hohen Klappenöffnungswinkeln definiert und exakt einmal. Ausgehend von der vollständigen Offenstellung bei 90° wächst das Schließmoment MF stets kontinuierlich an, so dass eine einwandfreie Klappenrückführung gewährleistet ist.

Das mechanische Klappenrückführsystem bzw. die Schließfeder kann folglich mit im Wesentlichen konstanter Federvorspannung ausgelegt werden, welches die zusätzlichen Reibungseffekte durch zunehmende Federkräfte vermeidet und dadurch eine sichere Klappenrückführung ermöglicht.

Im Ausführungsbeispiel ist zwischen Langlochführung 9 und Gelenkausnehmung 12 eine Führungsfläche 15 angeordnet, die kurvenförmig als gleichsam Einformung ausgebildet ist und an der das Gelenk 4 im Zuge des Öffnens an der Drehwelle 2' geführt ist. Insofern ist erkennbar, dass sich der L-förmige gelenkige Führungshebel 4 gleichsam um die Achse 2 konzentriert, so dass die beschriebenen geringen Massenträgheitsmomente auftreten.

Im Übrigen zeigt 6, dass das Gehäuse 1 bei der Ausführungsform als Mehrklappenvorrichtung zwischen den einzelnen nebeneinander angeordneten Regelklappen 3, 3' jeweils eine Trennwand 16 unter Bildung separater Strömungsbereiche aufweist.

Die Langlochführung 9 erstreckt sich in etwa kreisbogenförmig über eine Bogenlänge von &pgr;4 ·r bis &pgr;2 ·r, wobei r der mittlere Radius ist. Die vorgespannte Schließfeder 5 ist schwenkbar an das Gehäuse 1 angelenkt und zwar an einen an dem Gehäuse 1 befestigten Federhalter 17, welcher verstellbar bzw. justierbar an dem Gehäuse 1 befestigt ist.

Schließlich kann es zweckmäßig sein, Einstellmöglichkeiten bzw. Justagemöglichkeiten vorzusehen, welche es erlauben, das Schließmoment der Regelklappen und folglich auch den Klappenöffnungsdruck in gewissen Grenzen an die erforderlichen Gegebenheiten anzupassen. Dieses kann insbesondere im Bereich der Abluft-Regelklappenvorrichtung sinnvoll sein, da dann vor Ort zum Beispiel die Möglichkeit besteht, den Klappenöffnungsdruck unter Berücksichtigung der auftretenden Kanaldruckverlustwerte zu optimieren.


Anspruch[de]
Rauchschutzanlage für ein Gebäude, welches einen oder mehrere mögliche Brandräume (18) sowie einen oder mehrere über Türen (T) oder dergleichen mit den Brandräumen (18) verbundene Fluchtwege (19) aufweist,

mit

– zumindest einer Zuluft-Anlage (20), welche zumindest einen die Fluchtwege (19) und gegebenenfalls die Brandräume (18) im Brandfall mit Überdruck beaufschlagenden Zuluft-Ventilator (21) und zumindest eine Zuluft-Regelklappenvorrichtung (22) aufweist, wobei die Zuluft-Regelklappenvorrichtung (22) zumindest eine federbelastete Regelklappe (23) aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzüberdrucks (&Dgr;P+) selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzüberdrucks (&Dgr; P+) selbsttätig schließt,

– und zumindest einem Abluft-Kanal (24), welcher an einen oder mehrere Brandräume (18) unter Zwischenschaltung zumindest jeweils einer Entrauchungsklappe (25) angeschlossen ist und zum Abführen von Rauch aus dem Gebäude herausgeführt ist,

dadurch gekennzeichnet, dass an den Abluft-Kanal (24) zumindest eine Abluft-Anlage (26) angeschlossen ist, welche zumindest einen die Abluft-Anlage (26) mit Unterdruck beaufschlagenden Abluft-Ventilator (27) sowie zumindest eine Abluft-Regelklappenvorrichtung (28) aufweist, wobei die Abluft-Regelklappenvorrichtung (28) zumindest eine federbelastete Regelklappe (29) aufweist, die bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzunterdruckes (&Dgr;P) in der Abluft-Anlage (26) selbsttätig öffnet und bei Unterschreiten des Grenzunterdruckes ( &Dgr;P) selbsttätig schließt.
Rauchschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abluft-Anlage (26) zumindest einen an den Abluft-Kanal (24) angeschlossenen Abluftkasten (30) aufweist, an welchen der Abluft-Ventilator (27) und die Abluft-Regelklappenvorrichtung (28) angeschlossen sind, wobei die Regelklappen (29) im Zuge des Öffnens in Richtung des Innenraums des Abluftkastens (30) schwenken. Rauchschutzanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abluft-Anlage (26) zwei oder mehr Abluft-Regelklappenvorrichtungen (28) aufweist. Rauchschutzanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abluft-Regelklappenvorrichtungen (28) an unterschiedlichen Seiten des Abluftkastens (30) angeordnet sind, vorzugsweise an gegenüberliegenden Seiten bzw. Seitenwänden. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abluft-Kanal (24) aus dem Dach des Gebäudes herausgeführt ist und der Abluftkasten (30) endseitig im Bereich des Daches an den Abluft-Kanal (24) angeschlossen ist. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Grenzunterdruck ( &Dgr; P) entsprechende Klappenöffnungsdruck der Regelklappe (29) der Abluft-Regelklappenvorrichtung (28) in etwa dem maximalen Kanaldruckverlust (&Dgr; Pk) des Abluft-Kanals (24) bei einem vorgegebenen Volumenstrom entspricht oder geringfügig größer ist. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Zuluft-Regelklappenvorrichtung (22) und/oder die Abluft-Regelklappenvorrichtung (28) ein Gehäuse (1), zumindest eine um eine Drehachse (2) schwenkbar in dem Gehäuse (1) gelagerte Regelklappe (3) und zumindest eine einerseits an das Gehäuse (1) und andererseits über zumindest ein Anschlussteil an die Regelklappe (3) angeschlossene Schließfeder (5) aufweist, wobei die Schließfeder (5) mit ihrer Federkraft (F) ein die Regelklappe (3) in Schließstellung haltendes oder in Schließstellung überführendes Schließmoment (MF) erzeugt, wobei die Regelklappe (3) unter Bildung einer Durchströmöffnung um einen vorgegebenen Öffnungswinkel (&agr;) schwenkt, sobald ein einseitig auf die Regelklappe (3) wirkender Öffnungsdruck (P) ein das Schließmoment (MF) übersteigendes Öffnungsmoment (ML) erzeugt, und wobei das Anschlussteil als gelenkig an die Regelklappe angeschlossener Anschlusshebel (4) ausgebildet ist. Rauchschutzanlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusshebel (4) gelenkig an einen drehfest mit der Regelklappe (3) verbundenen Verbindungsarm (7) oder Verbindungsansatz angeschlossen ist. Rauchschutzanlage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusshebel (4) eine Führungskulisse (8) mit einer vorzugsweise kurvenförmigen Langlochführung (9) aufweist, in welcher ein an die Schließfeder (5) endseitig angeschlossenes Führungselement, zum Beispiel ein (wälzgelagerter) Führungszapfen (10), gelenkig verschiebbar geführt ist. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließfeder (5) über den Anschlusshebel (4) derart an die Schließklappe (3) angeschlossen ist, dass der auf die Klappe (3) wirkende Hebelarm (a) in allen Klappenstellungen größer als Null ist, so dass die Federkraft (F) in allen Klappenstellungen ein Schließmoment (MF) größer Null erzeugt. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlusshebel (4) in Schließstellung von der Drehachse (2) oder Drehwelle (2') beabstandet ist und im Zuge des Öffnens der Regelklappe (3) ab einem vorgegebenen Grenzwinkel gegen die Drehachse (2) bzw. die Drehwelle (2') anliegt. Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 7 bis 11 mit einer Regelklappenvorrichtung in der Ausführungsform als Mehrklappenvorrichtung, mit einer Mehrzahl nebeneinander und/oder übereinander bzw. untereinander in einem gemeinsamen Gehäuse (1) angeordneter Regelklappen (3, 3'), wobei die Regelklappen (3, 3') über ein Gestänge (6) miteinander verbunden sind und gemeinsam öffnen und schließen, wobei auf die Regelklappen (3, 3') zumindest eine gemeinsame Schließfeder (5) wirkt, und wobei das Gehäuse (1) zwischen den einzelnen Regelklappen (3, 3') vorzugsweise Trennwände (16) unter Bildung separater Strömungsbereiche aufweist. Verfahren zum Abführen von Rauch aus Brandräumen eines Gebäudes und zur Rauchfreihaltung von Fluchtwegen des Gebäudes, mit einer Rauchschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei im Brandfall mit der Zuluft-Anlage in den Fluchtwegen ein Überdruck eingerichtet wird, welcher einen vorgegebenen Grenzüberdruck nicht überschreitet, wobei mit der Abluft-Anlage aus einem über eine geschlossene Tür von dem Fluchtweg getrennten Brandraum Rauch oder dergleichen mit der Maßgabe abgeführt wird, dass in dem Brandraum ein vorgegebener Minimaldruck nicht unterschritten wird, so dass die Druckdifferenz zwischen Fluchtwegen und Brandräumen über die geschlossene Tür den vorgegebenen Grenzüberdruck nicht überschreitet.






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