PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005010755B4 24.05.2007
Titel Werkzeug zum Herstellen eines Polsterteiles für einen Sitz mit Polsterabschnitten unterschiedlicher Härte
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Hauenstein, Norbert, 85084 Reichertshofen, DE;
Meier, Josef, 85092 Kösching, DE;
Adickes, Henning, 85055 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 09.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005010755
Offenlegungstag 14.09.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 24.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse B68G 15/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 44/58(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeug zum Herstellen eines Polsterteiles für einen Sitz mit Polsterabschnitten unterschiedlicher Härte, wobei zumindest zwei Reaktionsgemische zur Erzeugung verschieden harter Schäume benachbart in eine Form eingebracht und während der Reaktion der Schäume zwischen diesen ein Schwert angeordnet wird.

Gattungsgemäße Werkzeuge zum Herstellen von Schaumteilen unterschiedlicher Härte sind bereits seit langer Zeit im Einsatz und beispielsweise aus der DE 21 18 503 B2 bekannt. Das dabei eingesetzte Schwert verhindert, dass sich die Reaktionsgemische vermengen bzw. ein Reaktionsgemisch in einen Bereich gelangt, der für das andere Reaktionsgemisch vorgesehen ist.

Wird nach Beendigung des Schäumprozesses der Schäumling entnommen, dann verbleibt in diesem ein durch das Schwert hervorgerufener Schlitz, welcher auch die unterschiedlich harten Schaumbereiche begrenzt. Da der Schäumling zur Herstellung eines Polsterteiles mit entsprechenden Unterlagen und Überzugsstoffen überzogen wird, ist der Schlitz nicht sichtbar.

Bei bestimmten Polsterteilen ist festzustellen, dass sich der Schlitz negativ auf das äußere Erscheinungsbild des Polsterteiles und gegebenenfalls auch auf den Komfort auswirken kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der den Schlitz aufweisende Bereich des Polsterteiles eine Seitenwange für einen Sitz, insbesondere für einen Fahrzeugsitz, bildet.

Um einen guten Seitenhalt zu erreichen, werden bei Fahrzeugsitzen die Seitenwangen so ausgeführt, dass die äußeren Bereiche durch einen relativ harten Schaum gebildet werden, während die inneren, am Sitzbenutzer anliegenden Abschnitte aus einem relativ weichen Schaum bestehen. Demzufolge verläuft der durch das Schwert hervorgerufene Schlitz an der Oberseite der Sitzwangen etwa parallel zur deren Längserstreckung. Je nach den Proportionen und dem Gewicht des Sitzbenutzers und den Fahrzuständen kann es vorkommen, dass sich der Schlitz weitet. Dies müssen die Überzugsmaterialien ausgleichen, was oftmals nur bedingt gelingt. Während der Lebensdauer des Sitzes führt dies meist zur Faltenbildung des Überzugsmaterials.

Um diesen Effekt zu vermeiden ist es bekannt, bei der Herstellung des Sitzes auf den Schäumling im Bereich des Schlitzes einen Textilstreifen zu befestigen, um ein Auseinanderklaffen des Schlitzes zu vermeiden. Diese Vorgehensweise ist aufwändig und hat den Nachteil, dass sich dieser Streifen gegebenenfalls bei einem dünnen Überzugsmaterial abzeichnet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfachen Mitteln ein Werkzeug zum Herstellen eines Polsterteiles so zu gestalten, dass trotz der Ausbildung von Bereichen unterschiedlicher Schaumhärte auch unter ungünstigen Bedingungen und längerer Nutzungsdauer ein Aufweiten des Schlitzes zwischen den Bereichen weitestgehend vermieden wird.

Bei der aus der DE 21 18 503 B2 bekannten Vorrichtung werden die Bereiche unterschiedlicher Schäume durch das Schwert strikt getrennt. Bei dem erfindungsgemäßen Werkzeug zur Herstellung des Polsterteiles weist das Schwert hingegen Aussparungen auf, welche in begrenztem Umfang eine Vermengung der Schäume zulassen. Dadurch wird erreicht, dass sich örtliche Verbindungen zwischen den unterschiedlich harten Schäumen ergeben. Diese stellen sicher, dass der Schlitz zwischen den Schäumen nicht aufklafft. Bevorzugt reichen die Verbindungen bis zur Oberfläche des Schäumlings. Dieser kann dadurch beispielsweise ein Aussehen erlangen, welches durch einen über die genannten Verbindungen unterbrochenen Schlitz geprägt ist. Die Verbindungsstege stellen zuverlässig sicher, dass bei Belastung des Polsterteiles, beispielsweise den Wangen eines Fahrzeugsitzes, der Spalt nicht auseinander klafft. Da nur örtlich Verbindungen geschaffen werden, wird trotzdem durch das Schwert erreicht, dass zwei im Wesentlichen homogene, unterschiedlich harte Schaumbereiche entstehen.

Die Aussparungen in dem Schwert zur Schaffung von Verbindungsstegen können in Form und Abstand variiert werden, so dass für alle bauliche Ausgestaltungen und Belastungen eine optimale Lösung gefunden werden kann.

So ist es möglich, dass eine oder mehrere Aussparungen von der Oberseite des Schwertes bis zum Boden der Form reichen. Ebenso ist es natürlich möglich, dass mindestens eine Aussparung im Abstand zum Boden der Form endet, oder dass die Aussparung nicht gleichmäßig breit ausgeführt wird. So kann die Aussparung in einer vorteilhaften Ausgestaltung sich zum Boden der Form hin verjüngen. Dies bedeutet, dass durch die kleinere Aussparung im Bodenbereich eine relativ geringe Durchmischung der unterschiedlich harten Schäume stattfindet. Diese Durchmischung nimmt nach oben hin zu, wodurch dann ein breiterer Zugsteg entsteht. Natürlich ist auch die umgekehrte Variante denkbar, wobei jedoch darauf zu achten ist, dass eine ungehinderte Entformung möglich ist. Da die Schäume jedoch sehr nachgiebig sind, können bei vertretbaren Schrägen keine Probleme auftreten.

Es ist auch ohne weiteres möglich, das Schwert mit nur sehr kleinen Aussparungen zu versehen, wodurch sich relativ dünne Bindungen, d. h. Zugstreben, ergeben.

Bei den vorstehend beschriebenen Schwertformen wurde davon ausgegangen, dass das Schwert insgesamt gerade oder leicht geschwungen ist. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das Schwert jedoch auch einen Bereich mit einem mäanderförmigen und/oder sägezahnartigen Querschnitt aufweisen und in diesem Bereich zumindest eine Aussparung vorgesehen sein.

Gerade der mäanderförmige Querschnitt gewährleistet einen guten Übergangsbereich und einen Formschluss zwischen den unterschiedlich harten Schäumen. Durch Aussparungen in dem Schwert wird zusätzlich sichergestellt, dass sich außerdem noch Verbindungen zwischen den beiden Schaumbereichen ergeben, wodurch auf jeden Fall sicher gestellt ist, dass der Spalt nicht auseinander klafft.

Natürlich können die eingangs angeführten Aussparungen unterschiedlicher Form miteinander kombiniert werden und auch in Verbindung mit einem Schwert mit mäanderförmigen und/oder sägezahnartigem Querschnitt zum Einsatz kommen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen

1 in perspektivischer Darstellung einen Schäumling zur Verwendung als Sitzkissen für einen Fahrzeugsitz,

2 einen Schnitt durch ein Werkzeug mit einem Schwert zur Erzeugung des Sitzkissens aus 1 und

3 eine Teil des Werkzeuges aus 2 in Draufsicht.

Ein in 1 dargestellter Schäumling bildet die Basis für ein Sitzpolster eines Fahrzeugsitzes 5 mit Seitenwangen 7. Die Seitenwangen 7 sind so aufgebaut, dass die inneren Abschnitte 9 aus einem Schaum mit einer geringeren Härte bestehen als die äußeren Abschnitte 11.

Zur Erzeugung der unterschiedlich harten inneren Abschnitte 9 und äußeren Abschnitte 11 wird ein Schäumwerkzeug 13 verwendet, welches abschnittsweise und im Schnitt in den 2 und 3 dargestellt ist. Die Figuren zeigen ein Schwert 15, welches sich vom Boden 17 des Schäumwerkzeuges 13 bis zu den Seitenwänden 19 des Schäumwerkzeuges 13 erstreckt.

Durch das Schwert 15 soll erreicht werden, dass die auf beiden Seiten des Schwertes in das Schäumwerkzeug 13 eingebrachten unterschiedlichen Reaktionsgemische zur Erzeugung verschieden harter Schäume sich nicht unkontrolliert vermischen können. Wird ein Schwert eingesetzt, welches eine durchgehende Wandung darstellt, dann ist eine Vermengung der Schäume ausgeschlossen. Wird der Schäumling aus dem Schaumwerkzeug entnommen, dann ergibt sich ein durch das Schwert bedingter Schlitz. Im vorliegenden Fall würde sich der Schlitz etwa parallel zu den Seitenwangen 7 erstrecken.

Um zu vermeiden, dass der genannte Schlitz bei entsprechenden Belastungen aufklaffen kann, ist das Schwert 15 mit Aussparungen 21 versehen. Die Aussparungen 21 können die verschiedensten Formen aufweisen, je nachdem, ob eine größere oder geringere Vermengung zwischen den Schäumen stattfinden soll. Auf jeden Fall wird durch die Aussparungen 21 die Entstehung eines Schlitzes verhindert und eine Art „Zugband" geschaffen, welches sicher stellt, dass sich an das Zugband anschließende Schlitze nicht oder nur sehr wenig öffnen.

Die 2 und 3 zeigen anhand des Schwertes 15 verschiedene Aussparungen 21, welche in dieser Kombination in der Praxis wahrscheinlich nicht sinnvoll sind. Vielmehr wird man stets mehrere gleichartige Aussparungen in Reihe anordnen. Durch eine Variation der Abstände und der Art der Aussparungen lassen sich jedoch gezielt gewünschte Effekte erreichen.

Wie 2 zeigt, sind die Aussparungen 21a uns 21b bis zum Boden 17 des Schäumwerkzeuges 13 geführt. Während die Aussparung 21a sich zum Boden 17 hin verjüngt, weist die Aussparung 21b eine gleichbleibende Breite auf. Durch die Aussparung 21a wird erreicht, dass durch die konische Form im Bodenbereich eine geringe Durchmischung der unterschiedlichen Schäume stattfindet, während weiter oben eine bessere Durchmischung auftreten wird, was einen breiteren Zugsteg als denjenigen der Aussparung 21b zur Folge hat.

Bei der Aussparung 21c findet im Bodenbereich keine Durchmischung statt; es wird nur ein begrenzter Zugsteg gebildet. Ähnlich verhält es sich mit den Aussparungen 21d und 21e, die wie die Aussparung 21c eine rechteckige Form aufweisen.

Bei den Aussparungen 21d und 21e besteht die Besonderheit, dass diese in einem Bereich des Schwertes 15 ausgebildet sind, in dem das Schwert 15 einen mäanderförmigen Querschnitt aufweist. Die Mäanderform stellt sicher, dass unabhängig von den Zugstegen, gebildet durch die Aussparungen, die Schäume unterschiedlicher Härte formschlüssig ineinander greifen.


Anspruch[de]
Werkzeug zum Herstellen eines Polsterteiles für einen Sitz mit Polsterabschnitten unterschiedlicher Härte, wobei zumindest zwei Reaktionsgemische zur Erzeugung verschieden harter Schäume benachbart in eine Form eingebracht und während der Reaktion der Schäume zwischen diesen ein Schwert (15) angeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwert Aussparungen (21a, 21b, 21c, 21d, 21e) aufweist, welche in begrenztem Umfang eine Vermengung der Schäume zulassen. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Aussparung (21a, 21b) von der Oberseite des Schwertes (15) bis zum Boden (17) der Form reicht. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Aussparung (21c, 21d, 21e) im Abstand zum Boden (17) der Form endet. Werkzeug nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Aussparung (21a) zum Boden der Form hin verjüngt. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwert (15) einen Bereich mit einem mäanderförmigen und/oder sägezahnartigen Querschnitt aufweist und in diesem Bereich zumindest eine Aussparung (21d, 21e) vorgesehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com