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Dokumentenidentifikation DE102005052844A1 24.05.2007
Titel Verfahren zur Positionierung eines Scheibenwischers und Kraftfahrzeug dazu
Anmelder GM Global Technology Operations, Inc., Detroit, Mich., US
Erfinder Bald, Heiko, 64397 Modautal, DE;
Diehl, Peter G., 64521 Groß-Gerau, DE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Anmeldedatum 05.11.2005
DE-Aktenzeichen 102005052844
Offenlegungstag 24.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse B60S 1/08(2006.01)A, F, I, 20051105, B, H, DE
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Positionierung eines Scheibenwischers (1) an einer Scheibe (2) eines Kraftfahrzeugs, der ein Sensor (3) zugeordnet ist, wird zur einfachen Anordnung des Scheibenwischers (1) in einer gewünschten Position die Position des Scheibenwischers (1) mit dem Sensor (3) erfasst. Des weiteren wird ein entsprechend ausgebildeter Scheibenwischer (1) angegeben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Positionierung eines Scheibenwischers an einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs, der ein Sensor zugeordnet ist sowie auf einen entsprechenden Scheibenwischer und ein Kraftfahrzeug dazu.

Aus der Praxis der Kraftfahrzeugtechnik ist es bekannt, an Front- und Heckscheibe eines Kraftfahrzeugs jeweils ein oder mehrere Scheibenwischer anzuordnen, um die jeweiligen Scheibe für eine klare Sicht sauber zu halten. Der oder die Scheibenwischer werden auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten mit Hilfe von Elektromotoren und entsprechenden Gestängen im Wesentlichen kreisbogenförmig über die Scheibe bewegt. Aus Kostengründen werden als Wischermotoren relativ einfach aufgebaute Elektromotoren verwendet, die sich vor allem durch ihre Langlebigkeit auszeichnen.

Die Winkelgeschwindigkeit, mit der sich ein Scheibenwischer über die Scheibe bewegt, hängt von mehreren Faktoren, wie der Fahrzeuggeschwindigkeit und damit dem Luftwiderstand, dem Feuchtigkeitsgrad der Scheibe und dergleichen, ab. Üblicherweise dauert ein Wischzyklus, d. h. die Bewegung des Scheibenwischers von seiner Ausgangsposition über die Scheibe und wieder in die Ausgangsposition zurück, zwischen 2 und 2,5 Sekunden.

Weiterhin ist es bekannt, insbesondere an einer Frontscheibe eines Kraftfahrzeugs verschiedene Sensoren anzuordnen. Dies sind u. a. Hell-/Dunkelsensoren, mit denen die Umgebungshelligkeit erfasst wird, um beispielsweise selbsttätig ein Abblendlicht des Kraftfahrzeugs bei Einbrechen der Dunkelheit einzuschalten. Ebenso sind Regensensoren, die mit verschiedenen Messprinzipien arbeiten, bekannt, um bei einsetzendem Regen die Scheibenwischer selbsttätig zu aktivieren.

Die DE 196 19 879 A1 beschreibt einen Regensensor, der bei zwei Scheibenwischern an einer Scheibe zwischen den beiden Scheibenwischern angeordnet ist, um zu gewährleisten, dass der Bereich der Scheibe, in dem der Regensensor angeordnet ist, bei den Wischbewegungen der Scheibenwischer zumindest von einem der Scheibenwischer überstrichen wird, um Regentropfen aus diesem Bereich zuverlässig zu entfernen. Somit kann ein Aufhören des Regens zuverlässig festgestellt werden.

Die DE 199 50 293 A1 offenbart eine Antriebsvorrichtung für Scheibenwischer von Kraftfahrzeugen, die derart ausgelegt ist, dass bei ausgeschalteter Fahrzeugzündung ein Scheibenwischer von seiner Park- oder Ausgangsposition in eine vom Nutzer gewünschte Ruheposition bewegbar ist. Dies kann beispielweise durch Betätigen des entsprechenden Lenkstockhebels erfolgen, um den Scheibenwischer beispielsweise im Wesentlichen senkrecht an der Scheibe zu positionieren, wodurch er für Wartungsarbeiten frei zugänglich ist. Dies ist insofern nachteilig, als hierzu ein erheblicher schaltungstechnischer Aufwand notwendig ist. Soll die Position des Scheibenwischers auf Grund der Signale des elektrischen Antriebsmotors bestimmt werden, so ist der Einsatz eines wirtschaftlich aufwändigen Schrittmotors notwendig.

Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Positionieren eines Scheibenwischers und ein Kraftfahrzeug der eingangs genannten Art zu schaffen, mit bzw. bei dem in einfacher Weise der Scheibenwischer in einer gewünschten Position angeordnet werden kann.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe verfahrensgemäß dadurch gelöst, dass die Position des Scheibenwischers mit dem Sensor erfasst und der Scheibenwischer mittels des Sensors an einer gewünschten Position an der Scheibe des Kraftfahrzeugs positioniert wird.

Im Weiteren wird die Aufgabe bei einem Kraftfahrzeug mit einem Scheibenwischer für eine Scheibe, der ein Sensor zugeordnet ist, erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Scheibenwischer mittels des Sensors in einer gewünschten Position an der Scheibe positionierbar ist.

Der Kerngedanke der Erfindung besteht darin, mit einem an sich beliebig gestalteten Sensor, der der mit dem Scheibenwischer versehenen Scheibe zugeordnet und der bereits am Kraftfahrzeug vorhanden ist, die Position des über die Scheibe streichenden Scheibenwischers zu erfassen. Dabei können vom Fachmann verschiedene Messprinzipien des Sensors eingesetzt werden. Ist die Position des Scheibenwischers festgestellt, kann beispielsweise über das zentrale Steuergerät, das mit bekannten Datenbus-Architekturen mit allen Komponenten des Kraftfahrzeugs zu deren Steuerung in Verbindung steht, der Scheibenwischer an der gewünschten Position angehalten werden.

Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die entsprechende hard- und/oder sofwaremäßige Auslegung des zentralen Steuergeräts zur Positionierung des Scheibenwischers praktisch ohne zusätzlichen Aufwand erfolgen kann. Somit ist es möglich, mit bereits im Kraftfahrzeug vorhandenen Komponenten den Scheibenwischer in einer gewünschten Position anzuordnen. Dabei ist insbesondere der Einsatz eines teueren Schrittmotors nicht notwendig.

Bevorzugt ist der Sensor, der der Scheibe zugeordnet ist, ein Hell-/Dunkelsensor, der die auftreffende Lichtmenge erfasst. Mit einem solchen Sensor kann beispielsweise eine Beleuchtungsanlage des Kraftfahrzeugs gesteuert werden, um bei einbrechender Dunkelheit ein Abblendlicht selbsttätig einzuschalten. Hierbei ist der Sensor derart an der Scheibe angeordnet, dass der Sensor von dem Scheibenwischer überstrichen wird. Beim Überstreichen verdunkelt der Scheibenwischer beziehungsweise dessen Wischerblatt den Sensorbereich kurzfristig, so dass die momentane Position des Scheibenwischers feststeht.

In gleicher Weise kann ein an sich beliebig ausgestalteter Regensensor zur selbsttätigen Ansteuerung des Scheibenwischers bei einsetzendem Niederschlag verwendet werden. Auch hier kann mit an sich beliebigen Messprinzipien das Vorbeistreichen des Scheibenwischers an einem Sensorbereich des Regensensors festgestellt werden.

Zur Positionierung des Scheibenwischers an der Scheibe wird zweckmäßigerweise der Scheibenwischer bei Überstreichen des Sensors angehalten. Hierzu wird die Stromzufuhr zum Antriebsmotor des Scheibenwischers vom Steuergerät unterbrochen, sobald von dem Sensor das Vorhandensein des Scheibenwischers festgestellt wird. Z. B. kann der Sensor im Wesentlichen mittig in einem oberen Bereich der Scheibe angeordnet sein, wodurch der Scheibenwischer in einer im Wesentlichen senkrechten Position angehalten wird, um beispielsweise zum Austauschen des Wischerblatts von der Scheibe abgeklappt zu werden.

In einer alternativen Ausgestaltung wird eine Zeit t0 erfasst, die seit dem Verlassen der Ausgangs- oder Parkposition bis zum Überstreichen des Sensorbereichs des Sensors vergangen ist. Ausgehend von dieser Zeit t0 und dem bekannten Verschwenkungswinkel von der Ausgangsposition bis zu dem Sensor sowie dem Verschwenkungswinkel zwischen der Position beim Überstreichen des Sensors und einer gewünschten Endposition kann eine Zeit t1 ermittelt oder extrapoliert werden, die der Scheibenwischer durchschnittlich bis zum Erreichen der gewünschten Position braucht. Diese Zeit t1 ist im Prinzip abhängig von einer Fahrzeuggeschwindigkeit oder dem Feuchtigkeitsgrad der Scheibe, jedoch kann ein ungefährer Mittelwert angenommen werden, so dass sich gegebenenfalls die Endposition des Scheibenwischers bei mehreren Wiederholungen geringfügig unterscheidet.

Bei einer Weiterbildung wird von verschiedenen Nutzern des Kraftfahrzeugs jeweils eine individuelle Parkposition gewählt, die beispielsweise über einen entsprechenden Schalter im Innenraum des Kraftfahrzeugs vorgegeben wird. Bei dem Schalter kann es sich um einen Wischer-/Wascherschalter handeln, mit dem über eine Mehrfachbetätigung oder mittels eines Zusatzschalters die Parkposition eingestellt wird. Der Schalter kann aber auch als separater Schalter in der Armaturentafel angeordnet oder als Hard- bzw. Software-Schalter eines so genannten Infotainmentsystems ausgebildet sein. Insbesondere ist es möglich, dass der Scheibenwischer bei ausgeschalteter Zündung in die gewünschte Parkposition gefahren wird. In gleicher Weise kann der Scheibenwischer auch während der Fahrt des Kraftfahrzeugs beispielsweise in eine mittige Parkposition verfahren werden, um hier einen möglichst geringen Luftwiderstand zu bieten.

Selbstverständlich kann das Verfahren sowohl an Scheiben mit ein, zwei oder mehr Scheibenwischern durchgeführt werden, wobei beispielsweise bei zwei Scheibenwischern üblicherweise nur ein Sensor zur Erfassung einer Position eines Scheibenwischers notwendig ist, da die beiden Scheibenwischer synchronisiert sind. In gleicher Weise kann das Verfahren bei Scheibenwischern an Scheinwerfergläsern des Kraftfahrzeugs angewendet werden.

Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind. Der Rahmen der Erfindung ist nur durch die Ansprüche definiert.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die zughörige Zeichnung näher erläutert. Die einzige Fig. der Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung einer Scheibe eines Kraftfahrzeugs zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Der Scheibe 2 des Kraftfahrzeugs, beispielsweise eine Front- oder Heckscheibe, ist in an sich bekannter Weise ein Scheibenwischer 1 zugeordnet, der, wie durch den Doppelpfeil W angedeutet, im Wesentlichen kreisbogenförmig über die Scheibe 2 streicht. Der Scheibenwischer 1 wird von einem zentralen Steuergerät des Kraftfahrzeugs derart angesteuert, dass er in ausgeschaltetem Zustand bzw. bei ausgeschalteter Zündung in eine Ausgangsposition A, wie durch die strichpunktierte Linie angedeutet, verfahren wird.

Zusätzlich ist der Scheibe 2 mittig ein Sensor 3, u. a. ein Hell-/Dunkelsensor oder ein Regensensor mit jeweils an sich beliebigen Messprinzipien, zugeordnet. Überstreicht der Scheibenwischer 1 den Sensorbereich des Sensors 3 kann die momentane Position des Scheibenwischers 1 festgestellt werden. Dementsprechend kann der Scheibenwischer 1 genau in dieser Position angehalten werden, wie durch die punktierte Linie P verdeutlicht. In dieser mittigen Parkposition P kann beispielsweise ein Wischerblatt des Scheibenwischers 1 ausgetauscht werden. Während der Fahrt des Kraftfahrzeugs ist in dieser Position P der Luftwiderstand des Scheibenwischers 1 minimiert.

In gleicher Weise ist es möglich, dass die Zeit t0, die der Scheibenwischer 1 von der Ausgangsposition A bis zur Position P benötigt, erfasst wird und daraus eine ungefähre Zeit t1 errechnet oder ermittelt wird, die der Scheibenwischer 1 durchschnittlich bis zum Erreichen einer anderen gewünschten Position G, die gestrichelt eingezeichnet ist, benötigt. Dementsprechend wird vom Steuergerät nach dieser Zeit t1 die Stromzufuhr zum Elektromotor des Scheibenwischers 1 unterbrochen und der Scheibenwischer 1 bleibt in der gewünschten Position G stehen.

1
Scheibenwischer
2
Scheibe
3
Sensor
A
Ausgangsposition
P
Parkposition
G
gewünschte Position
W
Doppelpfeil


Anspruch[de]
Verfahren zur Positionierung eines Scheibenwischers (1) an einer Scheibe (2) eines Kraftfahrzeugs, der ein Sensor (3) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Scheibenwischers (1) mit dem Sensor (3) erfasst wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sensor (3) ein Hell-/Dunkelsensor verwendet wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Sensor (3) ein Regensensor verwendet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überstreichen des Sensors (3) der Scheibenwischer (1) angehalten wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Überstreichen des Sensors (3) durch den Scheibenwischer (1) aus einer seit dem Verlassen einer Ausgangsposition (A) verstrichenen Zeit (t0) sowie einem Verschwenkungswinkel zwischen der Ausgangsposition (A) und dem Sensor (3) eine Zeit (t1) bis zum Erreichen einer gewünschten Position (G) ermittelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass von einem Nutzer mit Hilfe eines Bedienelement an einem Armaturenbrett eines Kraftfahrzeugs eine individuelle Parkposition (P) des Scheibenwischers (1) gewählt wird. Kraftfahrzeug mit einem Scheibenwischer (1) für eine Scheibe (2), der ein Sensor (3) zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer (2) mittels des Sensors (3) in einer gewünschten Position (G) an der Scheibe (2) positionierbar ist. Kraftfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) ein Hell-/Dunkelsensor ist. Kraftfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (3) ein Regensensor ist. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwischer (1) am Ort des Sensors (3) positionierbar ist. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass beim Überstreichen des Sensors (3) durch den Scheibenwischer (1) aus einer seit dem Verlassen einer Ausgangsposition (A) verstrichenen Zeit (t0) sowie einem Verschwenkungswinkel zwischen der Ausgangsposition (A) und dem Sensor (3) eine Zeit (t1) bis zum Erreichen einer gewünschten Position (G) ermittelbar ist. Kraftfahreug nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines Schalters eine individuelle Parkposition (p) des Scheibenwischers einstellbar ist.






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