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Dokumentenidentifikation DE102006048545A1 24.05.2007
Titel Sicherheits-Kaminfeuerstelle
Anmelder Bentlage, Robert, 82319 Starnberg, DE
Erfinder Bentlage, Robert, 82319 Starnberg, DE
Vertreter Brose und Kollegen, 82319 Starnberg
DE-Anmeldedatum 13.10.2006
DE-Aktenzeichen 102006048545
Offenlegungstag 24.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse F24B 1/18(2006.01)A, F, I, 20061013, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F24B 1/192(2006.01)A, L, I, 20061013, B, H, DE   
Zusammenfassung Sicherheits-Kaminfeuerstelle mit einer Feuerung (1) und einem Rauchabzug (4), bei der die Feuerung (1) gegenüber dem umgebenden Raum mittels einer feuerfesten Glasscheibe (2) abgetrennt ist, bei der raumseitig vor der Glasscheibe (2) eine weitere, äußere Glasscheibe (3) oder ein Gitter angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sicherheits-Kaminfeuerstelle mit einer Feuerung und einem darüber angeordneten Rauchabzug, bei der die Feuerung gegenüber dem umgebenden Raum mittels einer feuerfesten Glasscheibe abgetrennt ist.

Solche Kaminfeuerstellen finden meist in öffentlichen Räumen, insbesondere in Gaststätten, Verwendung. Hierbei entstehen folgende Sicherheitsprobleme:

  • 1. Zum einen wird die Glasscheibe, die die Feuerung gegenüber dem umgebenden Raum abtrennt, sehr heiß. Dies widerspricht den Sicherheitsanforderungen, da sich die Kamine üblicherweise in der Nähe des Bodens befinden, und somit beispielsweise kleine Kinder sich an diesen Scheiben verbrennen können.
  • 2. Es besteht das Problem, dass in Gaststätten meist ein Luftverbund mit der Küche besteht und in der Küche sehr starke Absauggeräte betrieben werden müssen. Dadurch kann der Saugzug dieser Lüftungen stärker werden als der Kaminzug. Dann werden Abgase statt durch den Kamin abgeführt zu werden, in den Raum gezogen, was unbedingt vermieden werden muss.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die beiden vorgenannten Probleme einzeln oder gemeinsam zu lösen.

Erfindungsgemäß wird das erste Problem dadurch gelöst, dass raumseitig vor der Glasscheibe eine weitere äußere Glasscheibe oder ein Gitter angeordnet ist.

Selbst bei dieser erfindungsgemäßen Lösung kann es jedoch sein, dass die Wärmeabstrahlung immer noch so hoch ist, dass auch die äußere Scheibe oder das Gitter eine Temperatur erreicht, die nicht mehr zulässig ist. Besonders bevorzugt ist es daher, unterhalb der äußeren Glasscheibe eine oder mehrere Öffnungen in den Raum oder nach außen vorzusehen, und oberhalb der äußeren Glasscheibe einen Luftabzug in den Raum und/oder in den Rauchabzug vorzusehen. Auf diese Weise wird durch die Erwärmung entstehende thermische Konvektionsströmung sichergestellt, dass kühle Luft von unten in den Zwischenraum zwischen den beiden Glasscheiben angesaugt wird und nach dem Aufsteigen nach oben in den Raum steigen oder in den Rauchabzug abgezogen werden kann. Dadurch entsteht eine permanente Luftkühlung der äußeren Glasscheibe, so dass sich diese nicht mehr wesentlich über Raumtemperatur erwärmen kann.

Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn eine Klappe oder Jalousie vorgesehen ist, mittels derer der Luftabzug in den Raum und/oder der Luftabzug in den Rauchabzug geöffnet und geschlossen werden können. Auf diese Weise kann praktisch die Wärmeabgabe der Feuerstelle in den Raum geregelt werden. Wenn Wärmebedarf besteht, kann die erwärmte Luft in den Raum geführt werden, und wenn der Raum bereits genügend erwärmt ist, kann die erwärmte Luft in den Rauchabzug geführt werden. Auf diese Weise lässt sich auch erstmals die Heizleistung einer Kaminfeuerstelle, die in den Raum übergeht, regeln.

Zur Lösung des zweiten Problems, nämlich der Bildung eines höheren Unterdrucks beispielsweise in dem Gaststättenraum durch den Betrieb entsprechender Abzüge in der mit dem Gastraum in Luftverbund stehenden Küche, waren zwar bisher bereits Unterdrucksensoren im Rauchabzug bekannt, die einen Stromkreis unterbrachen, wenn der Unterdruck im Rauchabzug zusammenbrach, weil andere Abzüge im Luftverbund mit dem dem Kamin umgebenden Raum einen stärkeren Unterdruck erzeugten. Dabei wurden jedoch stets nur die anderen Abzüge abgeschaltet. Dies ist jedoch in einem Gastronomiebetrieb kaum vertretbar, da dann vielfältige, dringend erforderliche Küchenarbeiten nicht mehr oder nicht mehr richtig durchgeführt werden können.

Erfindungsgemäß wird daher erstmals vorgeschlagen, bei einer entsprechenden gasbetriebenen Kaminfeuerstelle anstelle einer Abschaltung der anderen Luftabzüge bei Verschwinden des Unterdrucks im Rauchabzug die Gaszufuhr zu der Kaminfeuerstelle zu unterbrechen oder sehr stark zu reduzieren (bis auf eine verbleibende Zündflamme).

Auf diese Weise müssen nicht die in Küche vorhandenen Abzüge abgeschaltet werden und der Küchenbetrieb wird nicht gestört. Es erlischt lediglich die Kaminfeuerstelle, die ja für den Gastronomiebetrieb nicht unbedingt erforderlich ist.

Es ist dabei besonders bevorzugt, den Unterdrucksensor als elektrischen Schalter auszubilden, der bei Nachlassen des Unterdrucks öffnet und einen Stromkreis zu einem Magnetventil in der Brennstoffzufuhr unterbricht, wodurch das Magnetventil selbsttätig schließt.

Die vorliegende Erfindung wird im folgenden anhand des in der anliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigt:

1 eine Vertikalschnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Sicherheits-Kaminfeuerstelle.

Die in 1 dargestellte erfindungsgemäße Sicherheits-Kaminfeuerstelle umfasst eine Feuerung 1, die hier mit Gas betrieben ist. Die Feuerung ist von dem umgebenden Raum mittels einer feuerfesten Glasscheibe 2 abgetrennt, und oberhalb der Feuerstelle ist ein üblicher Rauchabzug 4 angeordnet. Unterhalb der feuerfesten Glasscheibe 2 sind eine oder mehrere Öffnungen in den umgebenden Raum vorgesehen, durch die wie üblich die erforderliche Verbrennungsluft für die Feuerung 1 angesaugt wird.

Erfindungsgemäß ist im vorliegenden Fall zusätzlich außerhalb, also raumseitig von der feuerfesten Glasscheibe 2 eine weitere Glasscheibe 3 parallel zu dieser und von dieser beabstandet angeordnet. Erfindungsgemäß braucht diese nicht aus feuerfestem Glas zu bestehen. Anstelle der Glasscheibe 3 kann auch ein Gitter vorgesehen werden.

Wie in 1 dargestellt, sind auch unterhalb der äußeren Glasscheibe 3 eine oder mehrere Öffnungen in den Raum angeordnet.

Oberhalb der feuerfesten Glasscheibe 2 sind erfindungsgemäß noch eine oder mehrere weitere kleine Öffnungen 10 vorgesehen, die den Raum zwischen den beiden Glasscheiben 2, 3 und den Rauchabzug 4 verbinden. Gegebenenfalls kann eine Vorrichtung zum Verschließen dieser Öffnungen vorgesehen sein.

In der vorliegenden Ausführungsform ist der Raum zwischen den beiden Glasscheiben 2, 3 nach oben hin ebenfalls in den Raum offen, es ist jedoch eine Drosselklappe 12 vorgesehen, durch die diese Öffnung ganz oder teilweise verschlossen werden kann. Anstelle dieser Klappe können natürlich ähnliche Mittel, wie beispielsweise eine Jalousie, vorgesehen sein.

Bei der dargestellten Ausführungsform ist weiter in dem Rauchabzug 4 ein Unterdrucksensor 14 vorgesehen, der die Druckdifferenz zwischen dem Innenraum des Rauchabzuges und dem umgebenden Raum misst. Dieser Sensor 14 umfasst einen elektrischen Schalter, der solange geschlossen ist, solange der Druck im Rauchabzug 4 geringer ist als der Luftdruck im umgebenden Raum, und der öffnet, wenn der Druck im Rauchabzug 4 nahezu dem Druck im umgebenden Raum entspricht.

Weiter ist in der Gaszufuhr 16 zu der Feuerung 1 ein Magnetventil 18 vorgesehen, welches solange offen bleibt, solange es mit Strom versorgt wird, und welches beim Ausfall der Stromversorgung selbsttätig, beispielsweise durch Federkraft oder durch das Gewicht des entsprechenden Magnetankers, schließt. Dieses Ventil 18 wird über den Unterdrucksensor 14 mit Strom versorgt. Damit ist sichergestellt, dass im Falle, dass der Druck im, die Sicherheits-Kaminfeuerstelle umgebenden Raum durch andere Absauggeräte soweit absinkt, dass er dem Unterdruck im Rauchabzug 4 nahezu entspricht, die Gaszufuhr zu der Feuerung 1 durch das Magnetventil 18 unterbrochen wird. Hierbei ist gleichzeitig auch die Sicherheitsfunktion realisiert, dass im Falle eines Ausfalles der Stromversorgung die Gaszufuhr ebenfalls sicherheitshalber abgeschaltet wird, da dann eine Funktion der Unterdrucksensorik nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die übrige Funktion der Sicherheits-Kaminfeuerstelle ist folgendermaßen:

Durch den Verbrennungsvorgang in der Feuerung 1 entsteht Heißluft, die aufsteigt und in dem Rauchabzug 4 einen entsprechenden Unterdruck erzeugt. Auf diese Weise wird wie üblich über den mit 5 bezeichneten Luftstrom Umgebungsluft unterhalb der feuerfesten Glasscheibe 2 angesaugt, wodurch die Feuerung mit Sauerstoff versorgt wird und gleichzeitig verhindert wird, dass sich auf der feuerfesten Glasscheibe 2 Verbrennungsprodukte niederschlagen können. Erfindungsgemäß ist zwischen den beiden Glasscheiben 2 und 3 ebenfalls ein sich vertikal erstreckender Raum vorgesehen, der nur unten mit dem umgebenden Raum verbunden ist. Durch die Erwärmung der feuerfesten Glasscheibe 2 während die Feuerstelle 1 im Betrieb ist, erwärmt sich die Luft in diesem Raum ebenfalls, und es entsteht ein ebenfalls nach oben gerichteter Luftzug 6. Dieser bewirkt dann gleichzeitig eine Kühlung der weiteren Glasscheibe 3, so dass sich diese nie wesentlich über die Raumtemperatur erwärmt. Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass dieser Luftstrom 6 umso stärker wird, je mehr Hitze von der Feuerung 1 erzeugt wird. Die erwärmte Luft des Luftstroms 6 kann hierbei entweder bei geöffneter Klappe 12 in den Raum entlassen werden, um die Raumluft zusätzlich zu erwärmen, bei zunehmendem Schließen der Klappe 12 wird diese Luft jedoch über die kleinen Öffnungen 10 in den Rauchabzug 4 gesaugt. Dadurch kann im gewissen Umfang eine Regelung der von der Feuerung 1 an den umgebenden Raum abgegebenen Wärmeenergie erfolgen.

Gerade in großen gastronomischen Betrieben ist nämlich eine zusätzliche Erhitzung der Räume durch die Feuerstelle gar nicht gewünscht, die Feuerstelle soll lediglich "Gemütlichkeit" verbreiten. Dann kann die Klappe 12 vollständig geschlossen werden und der Luftstrom 6 fließt in den Rauchabzug 4 und damit nach außen, ohne den Raum zu erwärmen. Die Öffnungen 10 können dabei ebenfalls mit einer entsprechenden geregelten Klappe oder Jalousie versehen sein, um gegebenenfalls ein Abziehen des Luftstroms 6 in den Rauchabzug 4 vollständig zu unterbinden, beispielsweise wenn eine besonders starke Heizwirkung erwünscht ist.

Erfindungsgemäß wird also auch erstmals eine Regelung der Wärmeabgabe einer solchen Kaminfeuerstelle ermöglicht, ohne die Größe des Feuers selbst zu regeln (dieses soll ja beispielsweise für die Gäste eines Gastronomiebetriebs stets möglichst gut sichtbar sein).


Anspruch[de]
Sicherheits-Kaminfeuerstelle mit einer Feuerung (1) und einem Rauchabzug (4), bei der die Feuerung (1) gegenüber dem umgebenden Raum mittels einer feuerfesten Glasscheibe (2) abgetrennt ist, dadurch gekennzeichnet, dass raumseitig vor der Glasscheibe (2) eine weitere, äußere Glasscheibe (3) oder ein Gitter angeordnet ist. Sicherheits-Kaminfeuerstelle für Gasbetrieb, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rauchabzug (4) mit einem Unterdrucksensor (14) versehen ist, der den Unterdruck im Rauchabzug (4) gegenüber dem umgebenden Raum erfasst und bei Verschwinden des Unterdrucks die Gaszufuhr (16) unterbricht oder bis auf eine verbleibende Zündflamme reduziert. Sicherheits-Kaminfeuerstelle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb der äußeren Glasscheibe (3) eine oder mehrere Öffnung(en) in den Raum vorgesehen sind, und oberhalb der äußeren Glasscheibe (3) ein Luftabzug in den Raum und/oder in den Rauchabzug (4) vorgesehen ist. Sicherheits-Kaminfeuerstelle nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Klappe (12) oder Jalousie vorgesehen ist, mittels der der Luftabzug in den Raum und/oder der Luftabzug (10) in den Rauchabzug (4) geöffnet und geschlossen werden können. Sicherheits-Kaminfeuerstelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Unterdrucksensor (14) ein elektrischer Schalter ist, der bei Nachlassen des Unterdrucks öffnet und einen Stromkreis zu einem Magnetventil (18) in der Brennstoffzufuhr (16) unterbricht, wodurch das Magnetventil (18) schließt.






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