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Dokumentenidentifikation EP1772342 24.05.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001772342
Titel Temperatur-Überwachungsvorrichtung für Radsatzlager
Anmelder Neuroth, Bernd, Colmenar Viejo, Madrid, ES
Erfinder Neuroth, Bernd, 28770 Colmenar Viejo (Madrid), ES
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 30.09.2006
EP-Aktenzeichen 060206612
EP-Offenlegungsdatum 11.04.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.05.2007
IPC-Hauptklasse B61L 23/00(2006.01)A, F, I, 20070313, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B61K 9/04(2006.01)A, L, I, 20070313, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen, bestehend aus mindestens einer unterhalb des Schienenstranges in einem Gehäuse befindlichen und an eine Auswerteinheit angeschlossene IR-Empfangseinheit, wobei das Gehäuse sich über mindestens zwei Dämpfungsglieder abstützend in eine Schwelle eingesetzt ist.

Es ist bekannt, die Temperatur von Radsatzlagern an Schienenfahrzeugen, insbesondere an Eisenbahnfahrzeugen, zu überwachen, um sogenannte Heißläufer-Entgleisungen zu vermeiden. Dazu werden von den Bahnverwaltungen IR-Messsysteme mit mindestens einer IR-Empfangseinheit eingesetzt, die sich unterhalb des Schienenstranges befindet und meist in einer besonders ausgebildeten Messschwelle oder einer Hohlschwelle untergebracht ist. Meistens sind jedoch in einer solchen Schwelle vier IR-Empfangseinheiten vorgesehen, über die die Temperaturen aller Radsatzlager eines Radsatzes erfasst werden können. Die dabei ermittelten Werte werden normalerweise mit den Werten bzw. Infrarotsignalmustern verglichen, die in einer Auswerteinheit, beispielsweise einem Rechner, abgespeichert sind. Bei unzulässigen Abweichungen wird ein Alarmsignal abgegeben. Um diese IR-Empfangseinheiten gegen äußere Einflüsse zu schützen, sind dieselben jeweils in verschließbaren Gehäusen untergebracht, die in die Mess- bzw. Hohlschwelle eingesetzt sind.

Diese Gehäuse werden allerdings nicht direkt, sondern über jeweils mindestens zwei Dämpfungsglieder mit der Mess- bzw. Hohlschwelle verbunden, die aus Gummi, Kunststoff bestehen können oder durch Stahlfedern gebildet sind und einen Hub von etwa 2 bis 4 mm aufweisen. Dadurch wird vermieden, dass die Schwingungen, die immer beim Überfahren eines Radsatzes über die Mess- bzw. Hohlschwelle entstehen, nicht bzw. nur in geringem Maße auf die IR-Empfangseinheiten übertragen werden, die empfindliche Bauteile sind und die durch diese Schwingungen beschädigt oder zerstört werden können.

Derzeit werden die IR-Empfangseinheiten etwa alle 6 Monate auf ihre richtige Funktionsweise überprüft. Im Hinblick auf defekte Schwingungsdämpfer kann dieser Zeitraum eindeutig zu lang sein. Defekte an den Schwingungsdämpfern können bereits vor dem Einbau vorhanden sein oder aber auch schon beim Einbau oder zu einem späteren Zeitpunkt auftreten. Ein fehlerhafter Schwingungsdämpfer bringt jedoch die Gefahr mit sich, dass die zugeordnete IR-Empfangseinheit gelegentlich über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ausfällt, ohne dass die eigentliche Ursache erkannt werden kann. Dies kann dann zu einer Beschädigung oder Zerstörung der IR-Empfangseinheit und/oder zu fehlerhaften Messergebnissen führen.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen so auszugestalten, dass ein defekter bzw. nicht einwandfrei arbeitender Schwingungsdämpfer sofort erkannt werden kann und somit eine Beschädigung oder Zerstörung der IR-Empfangseinheit ausgeschlossen und daraus resultierende fehlerhafte Messergebnisse vermieden werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einer Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass dem Gehäuse ein ebenfalls an die Auswerteinheit angeschlossener Beschleunigungssensor zugeordnet ist.

Durch den zusätzlichen, dem Gehäuse zugeordneten Beschleunigungssensors ist es möglich, fehlerhafte Schwingungsdämpfer sofort zu erkennen, indem die gemessenen Beschleunigungswerte mit den in der Auswerteinheit gespeicherten Werten verglichen und unzulässige Abweichungen sofort als Alarmsignal einer Überwachungszentrale mitgeteilt werden.

Der Beschleunigungssensor kann dabei entweder im Gehäuse oder am Gehäuse angeordnet sein.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.

In dieser Zeichnung ist von einem Schienenfahrzeug, beispielsweise einem Waggon, von einem Radsatz desselben nur ein Rad 1 mit einer Achse 2 und einem Radsatzlager 3 dargestellt. Das Rad 1 läuft in Drehrichtung des Pfeiles 4 auf einer Schiene 5, die ihrerseits von einer Vielzahl von Schwellen 6 getragen wird. Jedem Radsatzlager 3 ist eine IR-Empfangseinheit 7 zugeordnet, die sich in einem verschließbaren Gehäuse 8 befindet. Das Gehäuse 8 ist seinerseits zumindest teilweise in eine Ausnehmung 9 einer als Mess- oder Hohlschwelle ausgebildeten Schwelle 6a eingesetzt. Dabei stützt sich das Gehäuse 8 beispielsweise über vier Dämpfungsglieder 10, von denen in der Zeichnung nur zwei Dämpfungsglieder 10 zu sehen sind, auf der Oberseite der Schwelle 6a ab.

Diese Dämpfungsglieder 10 bestehen aus elastisch eingestelltem Gummi oder Kunststoff oder sind durch Stahlfedern gebildet und haben einen Hub von etwa 2 bis 4 mm. Diese Dämpfungsglieder 10 haben dabei die Aufgabe, auszuschließen, dass die bei der Überfahrt eines Waggons über die Schwelle 6a zwangsläufig auftretenden Schwingungen in störender Weise über das Gehäuse 8 an die darin befindlichen und für Schwingungen empfindlichen Bauteile, insbesondere an die im Gehäuse 8 befindliche IR-Empfangseinheit 7 gelangen und hier nachteilige Folgen mit sich bringen. Diese Folgen können darin, bestehen, dass die IR-Empfangseinheit 7 gelegentlich über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ausfällt, beschädigt oder zerstört wird und/oder falsche bzw. fehlerhafte Messergebnisse an eine nicht dargestellte Auswerteinheit liefert. Es kann nun in der Praxis vorkommen, dass ein oder mehrere Dämpfungsglieder 10 defekt ist bzw. defekt sind. Ein solcher Defekt kann bereits vor dem Einbau vorhanden sein, beim Einbau entstehen oder zu einem späteren Zeitpunkt auftreten. Um einen solchen Defekt feststellen zu können, ist im gezeichneten Ausführungsbeispiel im Gehäuse 8 ein an sich bekannter Beschleunigungssensor 11 angeordnet, der ebenfalls an die bereits erwähnte Auswerteinheit angeschlossen ist. Mittels dieses Beschleunigungssensors 11 kann die Dämpfung des Gehäuses 8 und damit auch die auf die IR-Empfangseinheit 7 auftreffende Schwingung gemessen und mit einem zuvor festgelegten und gespeicherten Grenzwert verglichen werden. Bei einer Überschreitung der gespeicherten Grenzwerte wird ein Signal als Wartungsalarm ein eine Überwachungszentrale gesandt.

Es wird darauf hingewiesen, dass die IR-Empfangseinheit 7 und der Beschleunigungssensor 11 nicht ständig angeschaltet und damit aktiv sind. Die IR-Empfangseinheit 7 und der Beschleunigungssensor 11 werden durch Schienenkontakte 12, 13 aktiviert bzw. deaktiviert, die, in Fahrtrichtung eines Zuges gesehen, mit Abstand vor und hinter der Schwelle 6a auf einer anderen Schwelle 6 angeordnet sind.

In Abänderung des erläuterten Ausführungsbeispieles kann der Beschleunigungssensor 11 auch außen am Gehäuse 8 angeordnet sein.


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Überwachung der Temperatur der Radsatzlager von vorbeifahrenden Schienenfahrzeugen, bestehend aus mindestens einer unterhalb des Schienenstranges in einem Gehäuse befindlichen und an eine Auswerteinheit angeschlossene IR-Empfangseinheit, wobei das Gehäuse sich über mindestens zwei Dämpfungsglieder abstützend in eine Schwelle eingesetzt ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass dem Gehäuse (8) ein ebenfalls an die Auswerteinheit angeschlossener Beschleunigungssensor (11) zugeordnet ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1

dadurch gekennzeichnet,

dass der Beschleunigungssensor (11) im Gehäuse (8) angeordnet ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1

dadurch gekennzeichnet,

dass der Beschleunigungssensor (11) außen am Gehäuse (8) angeordnet ist.






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