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Dokumentenidentifikation DE102004043711B4 31.05.2007
Titel Freirichtlafette sowie Waffenanordnung mit einer Freirichtlafette
Anmelder Heckler & Koch GmbH, 78727 Oberndorf, DE
Erfinder Beckmann, Rudi, 78733 Aichhalden, DE
Vertreter Samson & Partner, Patentanwälte, 80538 München
DE-Anmeldedatum 09.09.2004
DE-Aktenzeichen 102004043711
Offenlegungstag 30.03.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse F41A 27/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F41A 27/22(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F41A 27/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F41A 27/26(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F41A 19/55(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine höhen- und seitenrichtbare Freirichtlafette für Feuerwaffen: z.B. Maschinengewehre, Granatwerfer, Granatmaschinenwaffen oder dergleichen. Solche Freirichtlafetten können über ein entsprechendes Gestell z.B. ein Dreibein im Gelände aufgestellt werden, sie können aber auch an einem Fahrzeug oder einem Bauwerk angebracht werden. Aus der US 2,458,956 ist eine Freirichtlafette bekannt, die über eine lenkstangenartige Griffeinheit zum stufenlosen Seiten- und Höhenrichten einer Waffe geeignet ist. Die Richtbewegungen des Schützen werden dabei über eine Säule übertragen, in deren Innerem eine vertikal verlaufende Welle zum Seitenrichten verdreht werden kann, die mit der Waffe und der lenkstangenartigen Griffeinheit gekoppelt ist. Zum Höhenrichten wird eine vertikale Schwenkbewegung der Griffeinheit über einen Zahnstangenantrieb in eine vertikale (Höhen-)Schwenkbewegung der Waffe umgesetzt. Zum Auslösen der Waffe ist an der Griffeinheit eine Abzugseinrichtung vorgesehen. Eine Einrichtung zum Justieren der Seiten- und Höhenrichtung ist aus US 2,458,956 nicht bekannt. Aus der CH 222826 ist eine kurbelgetriebe Richtmaschine bekannt, bei der ein Umschaltgetriebe die Kurbeldrehung mit unterschiedlichen wählbaren Übersetzungen in entsprechende Richtbewegungen umsetzt. Dabei werden je nach Schaltstellung des Getriebes die Kurbelbewegungen unterschiedlich übersetzt und in Richtbewegungen umgesetzt. CH 222826 betrifft eine Visiereinrichtung, bei welcher der Visierwinkel zwischen der optischen Achse eines Fernrohres und einer Geschützrohrseele über einen Schneckentrieb verstellbar ist. Eine Richtbewegung der Lafette bzw. der Waffe wird mit dieser Vorrichtung nicht ausgeführt.

Die Anforderungen an solche Freirichtlafetten sind vielfältig: Sie müssen leichtgängig und genau ausrichtbar sein. Sie dürfen die Betätigung der Waffe selbst nicht beeinträchtigen, bzw. sollen diese sogar erleichtern. Sie sollen genau und stabil einrichtbar sein, wobei für bestimmte Waffentypen, die beispielsweise Granaten mit Entfernungszündung verschießen, eine justierbare Seiten- und Höhenrichtung gefordert ist, um die Munitionswirkung im Zielgebiet zu erhöhen. Freirichtlafetten sollen für unterschiedliche Waffen geeignet sein und deren einheitliche Bedienung ermöglichen.

Herkömmliche Freirichtlafetten erfüllen diese Anforderungen nur teilweise oder unzureichend, so daß die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin besteht, eine Freirichtlafette bereitzustellen, die einheitlich und einfach für unterschiedliche Waffen handhabbar ist und ein einheitliches Bedienkonzept realisiert, welches an unterschiedliche Waffen anpaßbar ist und welches alle wichtigen Richt- und Feuerfunktionen exakt anhand weitgehend intuitiv handhabbarer Bedienungselemente ausführen läßt. Eine weitere Aufgabe kann darin gesehen werden, daß dieses Bedienungskonzept auf unterschiedliche Waffentypen übertragbar ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Freirichtlafette gemäß Anspruch 1 gelöst. Demnach umfaßt die Freirichtlafette eine Einrichtung zum stufenlosen Einstellen der Seiten- und Höhenrichtung sowie eine Einrichtung zum Justieren der Seiten- und Höhenstellung, d.h. es können geringe Positionsveränderungen bei an sich fixierter Seiten- bzw. Höhenrichtstellung durchgeführt werden. Die Freirichtlafette umfaßt weiterhin eine Abzugseinrichtung, über die die Feuerwaffe betätigt werden kann, und entsprechende Bedienungselemente, über die ein Schütze das stufenlose Seiten- bzw. Höhenrichten, das Justieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung vornehmen kann und über die die Abzugseinrichtung betätigt werden kann. Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt eine Griffeinheit die Funktionselemente zum stufenlosen Seiten- bzw. Höhenrichten und zum Justieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung. Es können auch mehrere solcher Griffeinheiten vorgesehen werden, insbesondere zwei, so daß der Schütze z.B. mit seiner rechten Hand, die eine Griffeinheit bedient, die eine Einrichtung zum stufenlosen Höhenrichten sowie eine Einrichtung zum Justieren der Höhenrichtung aufweist, und mit seiner linken Hand eine analoge Griffeinheit, welche Bedienungselemente zum stufenlosen Seitenrichten und zum Bedienen der Einrichtung zum Justieren der Seitenrichtung aufweist.

Gemäß der Weiterbildung nach Anspruch 2 sind diese Griffeinheiten lenkstangenartig am hinteren, dem Schützen zugewandten Ende der Waffe angeordnet, so daß eine Verbindungsachse zwischen den beiden Griffeinheiten quer zur Waffenhauptachse (der Laufachse) verläuft. Eine Griffeinheit umfaßt dabei mindestens ein weiteres Bedienungselement, welches vorzugsweise als Handhebel ausgebildet ist, über welches eine Abzugseinrichtung betätigt werden kann.

Gemäß Anspruch 3 umfaßt die Griffeinheit einen Drehgriff, über den eine federbelastete Bremsvorrichtung ansteuerbar ist, welche die Freirichtlafette in einer Seitenrichtstellung bzw. Höhenrichtstellung arretiert. Damit kann beispielsweise ein mit der rechten Hand betätigter Drehgriff eine Bremsvorrichtung ansteuern, welche die Höhenrichtstellung arretiert, und ein mit der linken Hand betätigter Drehgriff eine Bremsvorrichtung, welche die Seitenrichtstellung arretiert. In der Weiterbildung nach Anspruch 4 ist der Drehgriff dabei mit einem Stellelement gekoppelt, welches die Bremsvorrichtung bei Betätigung, d.h. beim Drehen des Drehgriffs, gegen eine Federkraft löst. Das heißt, der Schütze kann bei einer Ausstattung mit zwei Drehgriffen bei gesperrter Seitenrichtstellung die Höhenrichtung bzw. bei gesperrter Höhenrichtung die Seitenrichtstellung verändern bzw. bei Betätigung beider Drehgriffe die Waffe horizontal (seitlich) und vertikal (in der Höhe) verstellen. Die hydraulische Ausführung nach Anspruch 5 erlaubt eine besonders funktionssichere, verschmutzungsunempfindliche und genau ansprechende Betätigung eines die Bremse lösenden Hydrauliknehmers. Gleichzeitig kann durch eine entsprechende gewählte "hydraulische Übersetzung" auch die Bremskraft einer sehr starken Feder mit der Hand überwunden werden, d.h. die Richtstellung kann durch eine oder mehrere entsprechend ausgelegte Bremsanlagen sehr stabil fixiert werden, so daß auch bei schweren Waffen und solchen mit starker Rückstoßwirkung das Auswandern der Waffe bei Feuerstößen aus dem gewünschten Zielbereich zuverlässig vermieden werden kann.

Gemäß Anspruch 6 ist der Drehgriff so mit dem hydraulischen Geber gekoppelt, daß beim Lösen der Bremse, d.h. beim Spannen der Bremsfeder, eine Rückstellkraft auf den Drehgriff ausgeübt wird, die diesen wieder in seine Ursprungslage zurückstellt. Dadurch nimmt die Freirichtlafette beim Loslassen des Drehgriffs sofort eine fixierte Stellung ein. Gleichzeitig ist beim Verdrehen des Drehgriffs über einen Totpunkt, der am Rand des Drehbereichs liegt, eine arretierte Stellung vorgesehen, in der der Drehgriff durch die auf den Geber wirkende Kraft fixiert wird, so daß der Drehgriff auch beim Loslassen nicht in seine Ausgangslage zurückkehrt. Dadurch bleibt die Bremse gelöst und die in der Lafette montierte Waffe kann ohne Betätigung des Drehgriffs frei in beliebige Stellungen geschwenkt werden. Die Griffe dienen in dieser Stellung nur dazu, die Waffe in die richtige Stellung zu schwenken. Zum Rückstellen wird der Totpunkt in die andere Drehrichtung überwunden – durch entsprechende Drehung mit der Hand – und der Drehgriff nimmt von selbst wieder seine Ausgangsstellung ein, in der die Lafette fixiert ist. Zum Realisieren der dargestellten Funktionsweise des Drehgriffs bietet sich gemäß Anspruch 7 eine Schubstangenkopplung an, über die eine Drehbewegung des Drehgriffs in eine Linearbewegung des Gebers übersetzt wird, der als ein auf eine Hydraulikflüssigkeit wirkender Kolben ausgebildet sein kann. Die Weiterbildung gemäß Anspruch 8 erlaubt eine optimale Ausrichtung zwischen Angriffspunkt am Drehgriff und Orientierung des über die Schubstange mit dem Drehgriff gekoppelten Gebers, so daß die in Anspruch 6 angegebene Funktionsweise über ein Kniehebelprinzip realisiert werden kann. Dabei übt die Schubstange anfangs eine über den Geber aufgebrachte Kraft gegen die Drehrichtung des Drehgriffs aus. Nach dem Überwinden eines Totpunkts, an dem diese Kraft Null wird, wird dann eine Kraft in Drehrichtung des Drehgriffs aufgebaut, so daß dieser durch die über den Geber auf die Schubstange ausgeübte Kraft in einer fixierten Stellung verbleibt. Je nach konstruktiv festgelegter Überstreckung des "Kniegelenks" kann so auch die zum Lösen aus arretierter Stellung benötigte Kraft festgelegt werden.

Das Bedienungselement für die Einrichtung zum Feinjustieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung wird gemäß Anspruch 9 durch ein Stellrad gebildet, welches ebenfalls an der Griffeinheit angeordnet ist. Durch die Anordnung am äußeren Ende der Griffeinheit ist es funktional mit dem Bedienungselement (z.B. einem Drehgriff) für das stufenlose Seiten- bzw. Höhenrichten verbunden. Gemäß Anspruch 10 wird durch die koaxiale Anordnung zur Drehachse des Drehgriffs die Funktionsintegration weiter verstärkt. So sind bei einer Zweigriffanordnung jeweilS die Bedienungselemente (Drehgriff und Stellrad) zum Höhenrichten (Einstellen und Justieren) sowie zum Seitenrichten in engem funktionalen Zusammenhang angeordnet. Durch diese Anordnung ist es für den Schützen besonders einfach, das Richten der Lafette, ohne den Blick von einer Visiereinrichtung nehmen zu müssen, genau und intuitiv vorzunehmen.

Das Justieren der Richtstellung erfolgt gemäß Anspruch 11 über einen Linearantrieb, welcher in der Weiterbildung gemäß Anspruch 12 als Spindelgetriebe, insbesondere selbsthemmendes Spindelgetriebe, ausgeführt ist, welches wiederum gemäß Anspruch 13 über ein Umlenkgetriebe, beispielsweise ein Kegelradgetriebe mit dem jeweiligen Stellrad gekoppelt ist. Dieses Umlenkgetriebe erlaubt die Anordnung des justierenden Spindelgetriebes in praktisch jeder beliebigen Winkellage zur Drehachse des Stellrads. Gemäß Anspruch 14 sind die Stellräder mit Rasten versehen, welche feste Verstellintervalle definieren, die so an die jeweilige Waffe bzw. ein entsprechendes Visiersystem angepaßt sind, so daß das Intervall (Drehwinkel) zwischen benachbarten, durch die Rasten festgelegte Drehstellungen des Stellrades einer bestimmten Seiten- bzw. Höhenrichtwinkeldifferenz entspricht. Damit kann der Schütze eine genaue, beim Einstellen fühlbare, und exakt definierte Nachjustierung der Richtstellung vornehmen. Durch die Kopplung der Waffenhalterung über ein Gelenk mit zwei Freiheitsgraden mit einem Gestell (welches beim freien Richten bewegbar ist) sind das stufenlose Richten und das Justieren der Richtstellung mechanisch völlig voneinander entkoppelt, aber durch die besondere Anordnung der Bedienungselemente funktional integriert.

In der Ausbildung gemäß Anspruch 16 ist dieses Gelenk als gegliederte Gelenkstange ausgebildet, welche zwei Endabschnitte und einen dazwischen angeordneten mittleren Abschnitt aufweist, welche jeweils über verjüngte Zwischenstücke miteinander verbunden sind. Die so erreichte Biege- und Torsionsnachgiebigkeit in elastischen Gelenken dieser Gelenkstange führt zu der zum Justieren erforderlichen Beweglichkeit der Waffenhalterung bezüglich des Gestells um einen definierten Drehpunkt.

Nach Anspruch 17 sind dabei die Endabschnitte in Seitenwangen des Gestells eingezapft und zumindest an einem Ende (Festlager) mit diesem fest verbunden, wobei der mittlere Abschnitt fest mit der Waffenhalterung verbunden ist. Die Stellantriebe wirken dabei zwischen Waffenhalterung und Gestell so, daß eine in der Waffenhalterung angebrachte Feuerwaffe bei Betätigung der Stellantriebe entsprechend verschwenkt wird und zwar um einen Drehpunkt, der auf der Achse der Gelenkstange liegt.

Gemäß Anspruch 19 ist zwischen Waffenhalterung und Gestell eine zusätzliche Führung vorgesehen, welche die beim Abfeuern der Waffe auftretenden Rückstoßkräfte von der Halterung auf das Gestell überträgt, ohne daß die elastische Gelenkstange übermäßig beansprucht bzw. verformt wird. Diese Führung kann beispielsweise durch eine am Gestell angebrachte Führungsnut, die quer zur Waffenhauptachse verläuft, und einen darin verschieblich verlaufenden Zapfen gebildet werden. Dabei verläuft die Führungsnut typischerweise in einem Krümmungsradius, welcher dem Abstand vom Drehpunkt der Justiergelenkstange entspricht.

In der Ausbildung nach Anspruch 20 ist das Gestell über seitliche Schildzapfen zum Höhenrichten vertikal verstellbar in einer Pivotgabel aufgehängt, die wiederum über einen vertikal verlaufenden Pivotzapfen zum Seitenrichten horizontal verstellbar (verschwenkbar) in einer Schwenktrommel gelagert ist. Gemäß Anspruch 21 ist jeweils eine Bremseinrichtunung zwischen Gestell und Pivotgabel und zwischen Pivotagabel und Schwenktrommel vorgesehen. Auf diese Bremseinrichtungen wirken jeweils die Stellelemente, welche über die entsprechenden Bedienungselemente angesteuert werden.

Die Weiterbildung gemäß Anspruch 22 sieht eine hydraulische Kopplung der Abzugseinrichtung (an der Freirichtlafette) mit einem Abzugsmechanismus an der Waffe vor. Die Kopplung des entsprechenden Hydrauliknehmers wird dabei funktional so vorgenommen, daß er in gewünschter Weise auf einen Abzugsmechanismus der Waffe wirkt. So kann das in der Freirichtlafette realisierte Bedienungskonzept mit unterschiedlichen Waffen genutzt werden, die bespielsweise mit völlig unterschiedlich zu bedienenden Abzugsmechanismen versehen sind (Betätigung durch den Daumen, Betätigung durch den Zeigefinger usw.). Ein mit der erfindungsgemäßen Freirichtlafette vertrauter Schütze kann also jede beliebige aufbaubare Waffe in gleicher Weise bedienen.

Diese Vielseitigkeit wird durch die Weiterbildung gemäß Anspruch 23 weiter erhöht, indem entsprechende Adapter vorgesehen werden, die die Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Waffentypen und der Waffenhalterung darstellen. Damit kann im Prinzip jede geeignete Waffe mit der erfindungsgemäßen Freirichtlafette verbunden werden, ohne daß Veränderungen an der Lafette bzw. der Waffe selbst vorgenommen werden müssen.

Anspruch 24 betrifft schließlich eine Waffenanordnung, bei der eine erfindungsgemäße, mit einer Waffe versehene Freirichtlafette mit einer entsprechenden Unterlafette verbunden ist, die wiederum mit einem Fahrzeug verbunden ist, bzw. ein geeignetes Stativ zur Verankerung der Waffenanordnung mit dem Untergrund oder einem Träger aufweist. Auf diese Weise können entsprechende Waffenanordnungen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Freirichtlafette für praktisch jeden Anwendungsfall realisiert werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der beigefügten schematischen Zeichnung beschrieben. Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Freirichtlafette mit einer montierten Waffe sowie eine Teilansicht einer anderen Waffe, welche in einem Adapter angeordnet ist, über den sie in der Freirichtlafette montiert werden kann,

2 eine Ansicht von hinten der Freirichtlafette aus 1 ohne darin angeordnete Waffe,

3 eine Seitenansicht der Freirichtlafette aus 1 und 2, ebenfalls ohne Waffe,

4 einen Teilschnitt (A-A) durch die Griffeinheiten gemäß 2,

5 einen Teilschnitt (B-B) durch die Griffeinheiten gemäß 4,

6 einen Teilschnitt (C-C) der Freirichtlafette im Bereich des Pivotzapfens gemäß 3,

7 einen Teilschnitt (D-D) der Freirichtlafette im Bereich der Schildzapfen gemäß 3,

8 einen Querschnitt durch Gestell und Waffenhalterung im Bereich der Gelenkstange,

9 einen Längsschnitt durch Gestell und Waffenhalterung im Bereich der Gelenkstange, und

10 eine schematische Darstellung der Kopplung zwischen einem Drehgriff und einem hydraulischen Geber in zwei Bedienungsstellungen (I und II).

Der Aufbau einer erfindungsgemäßen Freirichtlafette wird in Bezug auf die 1, 2 und 3 erläutert. Die Freirichtlafette 1 erlaubt das Höhen- und Seitenrichten einer Waffe 2, die in der Freirichtlafette 1 fixiert ist. Unterschiedliche Waffen 2 können über entsprechende Adapter 3 in der Freirichtlafette 1 ohne bauliche Veränderungen an der Waffe 2' oder der Freirichtlafette 1 angeordnet werden. Die Freirichtlafette 1 erlaubt das Höhenrichten um eine horizontal verlaufende Höhenrichtachse 4 und das Seitenrichten um eine vertikal verlaufende Seitenrichtachse 5. Darüber hinaus kann die Höhenrichtstellung um eine horizontal verlaufende Höhenjustierachse 6 und die Seitenrichtstellung um eine vertikal verlaufende Seitenjustierachse 7 justiert werden (siehe 8). Die Freirichtlafette 1 weist eine Pivotschale 8 auf, in der über Schildzapfen 9 ein als Pivotgabel 10 ausgebildetes Gestell vertikal um die Höhenrichtachse 4 verschwenkbar eingehängt ist. Die Höhenrichtachse 4 verläuft durch die beiden Schildzapfen 9. Die Pivotschale 8 ist mit einem vertikal nach unten abstehenden Pivotzapfen 11 (siehe 6) in einer entsprechenden geformten, als Lagertopf 12 ausgebildeten Schwenktrommel um die Seitenrichtachse 5 verschwenkbar eingesetzt. Der Lagertopf 12 selbst ist mit einem nicht dargestellten Unterbau fest verbunden, der die Freirichtlafette 1 beispielsweise mit einem Dreibein, welches im Boden verankert werden kann, einem Fahrzeug, oder einem Bauwerk fest verbindet.

Die Waffe 2, 2' ist entweder direkt oder über den Adapter 3 mit einer Waffenhalterung 13 fest verbunden, die bezüglich der Pivotgabel 10 vertikal um die Höhenjustierachse 6 bzw. horizontal um die Seitenjustierachse 7 eingestellt werden kann. Dabei sind Waffenhalterung 13 und Pivotgabel 10 über eine Gelenkstange 14 (8 und 9) und über zwei Justiergetriebeeinheiten 15 und 16 miteinander gekoppelt (4 und 5), wobei die Justiergetriebeeinheit 15 zum Justieren der Seitenrichtstellung die Justiergetriebeeinheit 16 zum Justieren der Höhenrichtstellung dient.

Zusätzlich ist die dargestellte Freirichtlafette 1 mit einer Gurtkastenhalterung 17 (siehe 2 und 3), einem Komponentenrahmen 18 und einer einstellbaren Schulterstütze 19 versehen. Aus einem in der Gurtkastenhalterung 17 angeordneten nicht dargestellten Gurtkasten wird der Waffe 2, 2' ein Munitionsgurt (nicht dargestellt) zugeführt. Am Komponentenrahmen 18 können über Adapterschienen 20 unterschiedlichste Anbaukomponenten wie z.B. Visier- und Zieleinrichtungen, Nachtsichtgeräte, Entfernungsmesser, Lampen etc. angeordnet werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Schulterstütze 19 an einer solchen Adapterschiene 20, einer sog. Picatinnyrail, fixiert.

Zum Betätigen (Abfeuern) der Waffe 2, 2' und zum Bedienen und rühren der Freirichtlafette 1 sind zwei Griffeinheiten 21, 22 vorgesehen:Eine, aus der Sicht eines hinter der Waffe 2, 2' stehenden Schützen betrachtet, linke Griffeinheit 21 und eine rechte Griffeinheit 22. In diesen Griffeinheiten 21 und 22 sind alle Bedienungselemente zum Abfeuern der Waffe, zum Höhen- und Seitenrichten sowie zum Justieren der Höhen- und Seitenrichtstellung angeordnet.

Zum Höhenrichten ist die Pivotgabel 10 über zwei Schildzapfen 9 in der Pivotschale 8 aufgehängt (siehe 7). Die Schildzapfen 9 verbinden dabei entsprechende Seitenwangen 23, 24 der Pivotschale 8 bzw. der Pivotgabel 10. Die Pivotgabel 10 umfaßt ein Untergestell 25, welches die beiden Seitenwangen 24 miteinander verbindet. Am Untergestell 25 sind Aufnahmen 26 ausgebildet, in denen quer zur Hauptachse 27 der Waffe 2, 2' eine erste Bremsvorrichtung 28 angeordnet ist. Die Bremsvorrichtung 28 umfaßt zwei Bremsenden 29, 30 in den Aufnahmen 26 angeordnet, wobei die Bremsenden 29 und 30 an ihren äußeren Stirnseiten Bremsbeläge 31 halten. Eine am Bremsende 30 und an einer Axialsicherung 32 ansetzende Feder 33 spreizt die Bremsenden 29 und 30 auseinander, so daß die Bremsbeläge 31 an den Innenseiten der Seitenwangen 23 der Pivotschale 8 angreifen und so die Pivotgabel 10 in der Pivotschale 8 fixiert und damit auch die Höhenrichtstellung der Waffe 2, 2' festgelegt ist.

Zum Betätigen (Lösen) der ersten Bremsvorrichtung 28 ist das Bremsende 30 als Hydraulikbauteil gestaltet, in dessen Innern an einem Ende der Stange 34 ein Kolben 35 angeordnet ist, der sich im Innern des Bremsendes 30 bewegen kann, wobei die Stange 34 durch eine Führung 36, die gleichzeitig das rechte Bremsende 30 verschließt, nach außen geführt ist. Die zwischen dem Kolben 35 und der Innenseite der Führung 36 vorhandene Kammer 37 ist über einen Anschluß 38 und eine Hydraulikleitung (nicht dargestellt) mit der rechten Griffeinheit 22 verbunden (siehe 4 und 5). In der rechten Griffeinheit 22 ist ein Hydraulikgeber 40 angeordnet, der über eine Koppelstange 41 mit einem Drehgriff 42 verbunden ist. Zum Höhenrichten betätigt der Schütze den Drehgriff 42 mit der Hand. Die Koppelstange 41 überträgt die Drehbewegung auf den Hydraulikgeber 40, der einen Druck in der Hydraulikleitung und in der Kammer 37 (7) aufbaut, dieser bewegt den Kolben 35 gegen die Federkraft nach rechts und verkürzt damit die Gesamtlänge der ersten Bremsvorrichtung 28, dadurch lösen sich die Bremsbeläge 31 von den Seitenwangen 23 der Pivotschale 8, und die Pivotgabel 10 ist nun frei in den Schildzapfen 9 verschwenkbar (siehe 7). Der Schütze kann nun die vertikale Stellung der Freirichtlafette 1 und damit der Waffe 2, 2' verändern, indem er die Freirichtlafette 1 an den Griffeinheiten 21, 22 ggf. mit Unterstützung der Schulterstütze 19 nach oben oder unten bewegt. Sobald die richtige Stellung eingestellt ist, lockert der Schütze seinen Griff am Drehgriff 42 bzw. läßt diesen los. Die Feder 33 drückt die beiden Bremsenden 29, 30 auseinander. Der Kolben 35 drückt die Hydraulikflüssigkeit aus der Kammer 37 über den Anschluß 38 und die Hydraulikleitung in den Hydraulikgeber 40 zurück, der über die Koppelstange 41 den Drehgriff 42 in seine Ausgangsstellung zurückbringt. Damit ist die Pivotgabel 10 wieder zur Pivotschale 8 fixiert und die Waffe 2, 2' vertikal ausgerichtet. Die Höhenrichtung ist abgeschlossen.

Zum Seitenrichten (siehe 6) ist an der Unterseite der Pivotschale 8 der Pivotzapfen 11 befestigt, der um die Seitenrichtachse 5 drehbar im Lagertopf 12 angeordnet ist. Der Pivotzapfen 11 weist eine untere zylindrische Lagerfläche 43 und eine obere zylindrische Lagerfläche 44 mit unterschiedlichen Durchmessern auf, welche von entsprechend ausgebildeten Innenflächen des Lagertopfs 12 zentrierend umfaßt werden. Eine nach unten weisende, radial zur Seitenrichtachse 5 verlaufende Lagerfläche 45 sitzt auf einer entsprechend ausgebildeten Gegenfläche des Lagertopfs 12. Damit können zwischen Pivotschale 8 bzw. dem Pivotzapfen 11 und dem Lagertopf 12 sowohl radiale als auch axiale Kräfte übertragen werden. Gegen Herausziehen nach oben ist der Pivotzapfen 11 durch eine Befestigung 46 gesichert. Durch den oberen, am Boden 47 der Pivotschale 8 angrenzenden Bereich des Pivotzapfens 11 verläuft eine zweite Bremsvorrichtung 48, die analog zur ersten Bremsvorrichtung 28 über eine Feder 49 in einen bremstrommelartig ausgebildeten Ringbereich 50 des Lagertopfs 12 aufgespreizt wird. Dadurch wird die Pivotschale 8 im Lagertopf 12 fixiert und die Waffe 2, 2' in ihrer Seitenrichtstellung gehalten.

Zum Einstellen der Seitenrichtstellung (siehe 5) wird die zweite Bremseinrichtung 48 analog wie die erste Bremsvorrichtung 28 über den linken Drehgriff 51, eine Koppelstange 52, einen Hydraulikgeber 53 und eine mit dem Hydrauliknehmer der zweiten Bremsvorrichtung 48 verbundenen Hydraulikleitung 55 betätigt.

Dadurch daß der Schütze mit jeder Hand einen Drehgriff 42, 51 an der rechten und linken Griffeinheit 22, 21 betätigen kann, ist es möglich, das Seiten- und Höhenrichten der Waffe 2, 2' bzw. der Freirichtlafette 1 gleichzeitig vorzunehmen. Das heißt, die Waffe 2, 2' kann bei über die Drehgriffe 42, 51 gelösten Bremsvorrichtungen 28, 48 frei um die Höhen- und die Seitenrichtachse 4, 5 geschwenkt und ausgerichtet werden.

10 zeigt eine schematische Detailansicht eines Drehgriffs 51, 42 der Koppelstange 52, 41 und des Betätigungskolbens 56 des hydraulischen Gebers 40, 53 im Längsschnitt. Die Darstellung I zeigt dabei den Drehgriff 51, 42 in seiner Ausgangsstellung und die Darstellung II zeigt den Drehgriff 51, 42 in einer Arbeitsstellung. Aus den beiden Darstellungen I, II ist ersichtlich, wie die Drehbewegung in Richtung des Pfeils 57 über die Koppelstange 41, 52 in eine Linearbewegung in Richtung des Pfeils 58 umgesetzt wird. Die Koppelstange 41, 52 weist an ihren Enden jeweils einen Kugelabschnitt 59 auf, der in entsprechenden Aufnahmen 60, 61 am Drehgriff 42, 51 bzw. im Betätigungskolben 56 sitzt. Die Aufnahme 60 im Betätigungskolben 56 ist dabei konisch ausgearbeitet, so daß sich die Winkelstellung der Koppelstange 41, 52 zum Drehgriff 42, 51 bzw. zum Betätigungskolben 56 verändern kann. So ist eine Kniegelenksanordnung realisiert, bei der im Einstellbereich des Drehgriffs 42, 51 ein Totpunkt 62 liegt, der so eingestellt wird, daß der Drehgriff 42, 51 zum Lösen der Bremse aus seiner Stellung I und über den Totpunkt 62 hinaus verdreht wird, so daß die auf den Betätigungskolben 56 übertragene Rückstellkraft F der Bremsvorrichtung 28 oder 48 so auf die Koppelstange 41, 52 wirkt, daß diese den Drehgriff 42, 51 in der Stellung II hält, ohne daß eine Drehkraft von außen aufgebracht werden muß. In dieser Stellung, kann der Drehgriff 42, 51 losgelassen werden, ohne daß die Bremsvorrichtungen 28, 48 durch die Federn 33, 49 in ihre Bremsstellung gebracht werden. In dieser Stellung kann die Freirichtlafette 1 ermüdungsfrei horizontal und/oder vertikal verschwenkt werden. Diese Betriebsweise ist z.B. zur Erfassung und Bekämpfung von bewegten Zielen vorteilhaft. Zum erneuten Fixieren wird der Drehgriff 42, 51 gegen die Pfeilrichtung 57 zurück über den Totpunkt 62 gedreht, so daß die auf den Betätigungskolben 56 wirkende Rückstellkraft F den Drehgriff 42, 51 wieder in seine Ausgangsstellung I zurückführt. Die Bremsvorrichtungen 28, 48 können also mit und ohne auf den Drehgriff 42, 51 ausgeübte Drehkraft gelöst bzw. in gelöster Stellung gehalten werden.

Die hydraulische Kopplung der Bremsvorrichtungen 28, 48 mit den Drehgriffen 42, 51 erlaubt eine sehr direkte Ansteuerung und ermöglicht bei entsprechender "hydraulischer" Übersetzung auch hohe Bremskräfte zu überwinden. Neben der dargestellten hydraulischen Kopplung ist jedoch auch eine Kopplung über Seilzüge oder entsprechend gestaltete Gestänge möglich.

Das Justieren der Seiten- und Höhenrichtstellung wird anhand der 4, 5, 8 und 9 erläutert. Die linke Griffeinheit 21 ist dazu am hinteren (schützenseitigen) Ende der Waffenhalterung 13 befestigt, die über die Justiergetriebeeinheit 15 mit einem Anschlußstück 63 der Pivotgabel 10 gekoppelt ist. Die Justiergetriebeeinheit 15 zum Justieren der Seitenrichtstellung umfaßt ein Stellrad 64, welches über ein Außengewindestück 65 in eine Innengewindehülse 66 eingreift, die über eine Stange 67 mit einem Koppelstück 68 verbunden ist, welches über einen Bolzen 69 in einer Buchse 70 in dem Anschlußstück 63 zur Seitenrichtstellung befestigt ist. Die Buchse 70 ist vertikal verschiebbar und um ihre Achse 71 verdrehbar im Anschlußstück 63 gelagert.

Zum Justieren der Seitenrichtstellung verdreht der Schütze das Stellrad 64 um die Drehachse 720. Dabei wird das Gewinde des Außengewindestücks 65, welches drehfest mit dem Stellrad 64 gekoppelt ist, in die Innengewindehülse 66 hinein oder aus dieser herausgedreht. Beim Hineindrehen wird die Gesamtlänge der Justiergetriebeeinheit 15 zum Justieren der Seitenrichtstellung verkürzt und die Stange 67 bewegt über das Koppelstück 68 und die Buchse 70 das Anschlußstück 63 und damit das hintere Ende der Waffenhalterung 13 zum Anschlußstück 63 der Pivotgabel 10 hin. Das heißt, die Waffenhalterung 13, die an ihrem vorderen Ende über die Gelenkstange 14 mit der Pivotgabel 10 gekoppelt ist wird um die Seitenjustierachse 7 verschwenkt (siehe 8). Die Gelenkstange 14 wird dabei elastisch verformt (verbogen). Dazu weist die Gelenkstange 14 zwei Endabschnitte 72, 73 auf, die jeweils über verjüngte Zwischenstücke 74, 75 mit einem mittleren Abschnitt 76 verbunden sind. Die Gelenkstange 14 verläuft koaxial zur Höhenjustierachse 6. Die Endabschnitte 72, 73 sind jeweils in entsprechende Aufnahmen in den Seitenwangen 24 der Pivotgabel 10 eingezapft. Der Endabschnitt 72 ist dazu mit einem Schraubbolzen 760 fixiert. Der Endabschnitt 73 ist frei verschieblich in der entsprechenden Aufnahme eingezapft. Die Waffenhalterung 13 weist eine Querbuchse auf, die den mittleren Abschnitt 76 der Gelenkstange aufnimmt. Der mittlere Abschnitt 76 ist dabei ebenfalls über einen Bolzen (nicht dargestellt), der die Aufnahmebuchse und den mittleren Abschnitt 76 durchsetzt, fixiert.

Beim Justieren über die Justiergetriebeeinheit 15 wird das hintere Ende der Waffenhalterung 13 in horizontaler Richtung (seitlich) relativ zur Pivotgabel 10 bzw. zum Anschlußstück 63 bewegt. Die varbeschriebene Befestigung der Gelenkstange 14 in der Pivotgabel 10 und der Aufnahmebuchse der Waffenhalterung 13 erlaubt eine Drehbewegung um die Seitenjustierachse 7. Dabei verformen sich die verjüngten Zwischenstücke 74 und 75 und der Endabschnitt 73 verschiebt sich linear in der Seitenwange 24 der Pivotgabel 10. In der dargestellten Ausführung sind die Zwischenstücke 74, 75 so abgeflacht, daß die Flexibilität vor allem in horizontaler Richtung erhöht ist während in vertikaler Richtung der Querschnitt voll ausgebildet ist. Dies erhöht die Steifigkeit der Gelenkstange 14 in vertikaler Richtung. Das heißt, die Gewichtskraft der Waffe 2, 2' und zugehöriger Aufbauten verursacht keine, oder nur minimale Verformungen der Gelenkstange 14.

9 zeigt, daß zur Aufnahme der Rückstoßkräfte zusätzlich eine Führung 78 vorgesehen ist, die aus einer bogenförmig ausgearbeiteten Nut 79 in einer Längsrippe 80 der Waffenhalterung 13 und einer ebenfalls bogenförmigen Quernase 81 an der Pivotgabel 10 gebildet wird. Der Radius der entsprechenden Bögen entspricht dem Abstand der Führungsflächen zur Seitenjustierachse 7. Die Quernase 81 verläuft dabei in der Nut 79 und nimmt die Rückstoßkräfte beim Abfeuern der Waffe 2, 2' auf, ohne daß die Gelenkstange 14 belastet und verformt wird und die Waffe 2, 2' aus ihrer justierten Stellung bewegt wird.

Es gibt auch Ausführungen (nicht dargestellt), bei denen die Nut 79 in der Pivotgabel 10 und die Quernase 81 oder ein Zapfen an der Waffenhalterung 13 ausgebildet ist.

5 zeigt, daß die Justiergetriebeeinheit 16 zum Justieren der Höhenrichtstellung analog zur Justiergetriebeeinheit 15 zur Seitenrichtstellung aufgebaut ist. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß das Stellrad 82 über eine Welle 83 mit einem Umlenkgetriebe 84 mit einem Kegelradsatz 85, 86 verbunden ist, wobei das vertikal angeordnete Kegelrad 86 ein Innengewinde aufweist, welches mit dem Außengewinde eines Stellzapfens 87 zusammenwirkt, der über einen Querbolzen 88 mit einem Anschlußrahmen 89, welcher an der Pivotgabel 10 angebracht ist, gekoppelt ist. Beim Verdrehen des Stellrades 82 wird nun über die Welle 83 und das Kegelrad 85 das Kegelrad 86 angetrieben. Durch die Drehung bewegt sich das Kegelrad 86 entlang dem Außengewinde auf dem Stellzapfen 87 zusammen mit dem hinteren Ende der Waffenhalterung 13 vertikal nach oben oder unten. Dabei wird die Gelenkstange 14 am vorderen Ende des Zwischenstücks 74 tordiert und die Waffenhalterung 13 zusammen mit der Waffe 2, 2' vertikal so nach oben oder unten um die Höhenjustierachse 6 geschwenkt.

Die Gelenkstange 14 ist in einer alternativen (nicht dargestellten) Ausführung so ausgebildet, daß sie mit den Endabschnitten 72, 73 und dem mittleren Abschnitt 76 über eine formschlüssige Verbindung drehfest mit der Pivotgabel 10 bzw. der Waffenhalterung 13 verbunden ist. Eine solche drehfeste formschlüssige Verbindung wird beispielsweise über entsprechende Nuten, ein mehrkantiges Profil oder in anderer geeigneter Weise realisiert. Bei einer solchen Verbindung werden bei der Höhenjustierung beide verjüngte Zwischenstücke 74, 75 tordiert. Die axiale Fixierung des Endabschnitts 72 in der Pivotgabel 10 und der Waffenhalterung 13 auf dem mittleren Abschnitt 76 kann in bekannter Weise formschlüssig oder kraftschlüssig (Klemmsitz, Preßsitz) erfolgen.

Es gibt auch Ausführungen, bei denen die beschriebene Gelenkstange 14 durch eine entsprechende kardanische Aufhängung mit zwei Freiheitsgraden ersetzt wird. Diese kann beispielsweise durch eine starre Gelenkstange gebildet werden, die mit einer vertikalen Bohrung durchsetzt ist, in der ein an der Unterseite der Waffenhalterung 13 entsprechend angeordneter Bolzen geführt wird, so daß die Waffenhalterung 13 um die Drehachse des Bolzens horizontal und um die Drehachse der Stange vertikal verschwenkt werden kann.

Die Buchse 70 ist gleitend im Anschlußstück 63 gelagert, so daß dieses vertikal relativ zur Buchse 70 und damit zur Justiergetriebeeinheit 15 bewegbar ist, ohne daß Biegekräfte aufgebracht werden. Die Lagerung des Stellzapfens 87 auf dem Querbolzen 88 ist dagegen so ausgeführt, daß bei einem Justieren der Seitenrichtstellung die Relativbewegung des Anschlussrahmens 89 zum Stellzapfen 87 möglich ist, indem der Querbolzen 88 in der Anschlussbohrung des Stellzapfens 87 hin und her gleiten kann. Dazu weist der Anschlußrahmen 89 entsprechende Ausnehmungen 90 auf (5).

Die Stellräder 64, 82 sind mit Rasten 91 versehen, so daß die Stellräder 64, 82 nur von einer Raststellung zur anderen verdreht werden können. Dabei wird je nach Gewindesteigung der Elemente 65, 66; 86, 87 die Waffenhalterung 13 um einen bestimmten Betrag verstellt. Der Abstand der Rasten 91 und die Gewindesteigungen werden dabei so gewählt, daß der Drehwinkel zwischen Drehstellungen der Stellräder 64, 82 einer bestimmten Seiten- bzw. Höhenrichtwinkeldifferenz entspricht, die auf die Waffe 2, 2' bzw. zugehörige Visier- bzw. Zieleinrichtungen abgestimmt ist.

Daneben gibt es auch Ausführungen (nicht dargestellt), bei denen die Höhenjustierung bzw. die Seitenjustierung anstatt über die dargestellten Spindellineargetriebe auch über entsprechend ausgestaltete Hydraulikantriebe erfolgen kann, bei denen entsprechend geeignete Zylinder-/Kolbenanordnungen die horizontale bzw. vertikale Verstellung der Waffenhalterung 13 gegenüber der Pivotgabel übernehmen. Zur Betätigung sind dann an den Stellrädern 64, 82 entsprechende Hydraulikgeber vorgesehen.

4 zeigt, daß zum Auslösen der Waffe 2, 2' jede Griffeinheit 21, 22 Betätigungshebel 92 mit hydraulischen Gebern 93 umfaßt, welche über Hydraulikleitungen 94 mit Stellelementen 95 (s. 1) verbunden sind, die auf den Abzugsmechanismus der Waffe 2, 2' wirken. Dabei kann ein Stellelement 95 zur Betätigung eines Einzelfeuerabzugsmechanismus vorgesehen werden und ein weiteres Stellelement 95 zur Betätigung eines Dauerfeuerabzugsmechanismus. Neben der im Ausführungsbeispiel dargestellten hydraulischen Kopplung, die besonders funktionssicher und wartungsarm ist, kann die Kopplung auch über ebenso geeignete mechanische Elemente wie Seilzüge, Gestänge oder auch über elektrisch bzw. elektromagnetisch betätigte Elemente und Auslöser ausgeführt werden.

Die oben dargestellte Freirichtlafette 1 bietet einen horizontalen Schwenkbereich (Seitenrichten) von 360° und einen vertikalen Schwenkbereich (Höhenrichten), auf eine horizontale Ebene bezogen, von –10 bis +40°. Bei entsprechender Anpassung der maßgeblichen Bauteile sind auch andere Schwenkbereiche realisierbar.

Der Justierbereich der Waffenhalterung 13 zur Pivotgabel 10 beträgt horizontal und vertikal jeweils ±20', wobei die Verstellung der Stellräder 64, 82 von einer Raststellung zur anderen jeweils eine Veränderung der Seiten- bzw. Höhenrichtstellung von 1' hervorruft. 1' entspricht einer Winkeländerung, die eine Abweichung der Visierlinie um einen Meter in einem Kilometer Entfernung entspricht. Es gibt auch Ausführungen, bei denen zwischen zwei Raststellungen ein vielfaches oder ein Bruchteil einer Stellungsdifferenz von 1' ausgeführt wird. Weitere Varianten und Alternativen ergeben sich für den Fachmann im Rahmen der nachfolgenden Patentansprüche.


Anspruch[de]
Freirichtlafette (1) zur Höhen- und Seitenrichtung für eine Waffe (2, 2'), insbesondere eine Maschinenwaffe, mit:

– einer Einrichtung (8, 10, 12) zum stufenlosen Seiten- und Höhenrichten

– einer Einrichtung (15, 13, 16) zum Justieren der Seiten- und Höhenrichtung und

– entsprechenden Bedienungselementen (42, 51; 64, 82), wobei die Bedienungselemente für die Einrichtung (8, 10, 12) zum stufenlosen Seiten- bzw. Höhenrichten und für die Einrichtung (15, 13, 16) zum Justieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung jeweils zu einer mit der Hand bedienbaren Griffeinheit (21, 22) kombiniert sind.
Freirichtlafette nach Anspruch 1, bei welcher zwei Griffeinheiten (21, 22) lenkstangenartig am hinteren Ende der Waffe (2, 2') im wesentlichen quer zu einer Hauptachse (27) der Waffe (2, 2') angeordnet sind, so daß mittels dieser Griffeinheiten (21, 22) die Seiten- bzw. Höhenrichtung einstellbar bzw. justierbar ist, und wobei an mindestens einer Griffeinheit (21, 22) ein Bedienungselement, insbesondere ein Betätigungshebel (92), zum Betätigen eines auf eine Abzugseinrichtung einwirkenden Stellelements (95) angeordnet ist. Freirichtlafette nach Anspruch 1 oder 2, bei welcher die Griffeinheit (21, 22) einen Drehgriff (42, 51) aufweist, mit dem eine federbelastete Bremsvorrichtung (28, 48) ansteuerbar ist, welche die Freirichtlafette (1) in einer Seitenrichtstellung bzw. einer Höhenrichtstellung arretiert. Freirichtlafette nach Anspruch 3, wobei der Drehgriff (42, 51) funktional mit einem Stellelement gekoppelt ist, welches die Bremsvorrichtung (28, 48) bei Betätigung des Drehgriffs (42, 51) gegen eine Federkraft löst. Freirichtlafette nach Anspruch 4, wobei das Stellelement hydraulisch arbeitet und insbesondere einen Hydraulikgeber (40, 53), eine Hydraulikleitung (55) und einen die Bremsvorrichtung (28, 48) lösenden Hydrauliknehmer, z.B. einen Kolben (35) aufweist. Freirichtlafette nach Anspruch 5, wobei der Drehgriff (42, 51) so mit dem Hydraulikgeber (40, 53) gekoppelt ist, daß beim Betätigen des Drehgriffs (42, 51) in einem Stellbereich die durch die Federbelastung über den Hydrauliknehmer (35) und die Hydraulikleitung (55) übertragene Kraft eine gegen die Verdrehrichtung (57) wirkende, den Drehgriff (42, 51) zurückstellenäe Kraft ausübt, und beim Verdrehen des Drehgriffs (42, 51) über einen Totpunkt (62) die auf den Hydraulikgeber (40, 53) wirkende Kraft (F) den Drehgriff (42, 51) in einer Stellung arretiert, so daß die Bremse in gelöster Stellung verbleibt, ohne daß eine äußere Betätigungskraft auf den Drehgriff (42, 51) ausgeübt werden muß. Freirichtlafette nach Anspruch 5 oder 6, wobei die Kopplung zwischen Drehgriff (41, 52) und Hydraulikgeber (40, 53) über eine Koppelstange (41, 52) erfolgt, welche eine Drehbewegung des Drehgriffs (42, 51) in eine Linearbewegung des Hydraulikgebers (40, 53) übersetzt, welcher insbesondere als ein auf eine Hydraulikflüssigkeit wirkender Betätigungskolben (56) ausgebildet ist. Freirichtlafette nach Anspruch 7, bei welcher die Koppelstange (41, 52) an ihren Enden jeweils über Kugelabschnitte (59) mit dem Drehgriff (41, 52) und dem Hydraulikgeber (40, 53) gekoppelt ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welcher ein Bedienungselement für die Einrichtung zum Feinjustieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung von einem an der Griffeinheit (21, 22), insbesondere an deren äußerem Ende, angeordneten Stellrad (64, 82) gebildet wird. Freirichtlafette nach Anspruch 9, wobei das Stellrad (64, 82) koaxial zur Drehachse (720) des Drehgriffs (42, 51) angeordnet ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die Einrichtung zum Feinjustieren der Seiten- bzw. Höhenrichtung eine Waffenhalterung (13) aufweist, welche über eine durch das Stellrad (64, 82) betätigte Justiergetriebeeinheit (15, 16) horizontal bzw. vertikal verstellbar ist. Freirichtlafette nach Anspruch 11, wobei die Justiergetriebeeinheit (15, 16) als Linearantrieb und insbesondere als selbsthemmendes Spindelgetriebe ausgeführt ist. Freirichtlafette nach Anspruch 11 oder 12, wobei der Linearantrieb (15, 16) über ein Umlenkgetriebe (84), insbesondere ein Kegelradgetriebe (85, 86) mit dem Stellrad (64, 82) gekoppelt ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 9 bis 13, bei welcher das Stellrad (64, 82) mittels gleichmäßig verteilter Rasten (91) definierte Drehstellungen einnimmt, wobei der Drehwinkel zwischen Drehstellungen des Stellrads (64, 82) einer bestimmten Seiten- bzw. Höhenrichtwinkeldifferenz entspricht. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 11 bis 14, wobei die Waffenhalterung (13) über ein Gelenk (14) mit zwei Freiheitsgraden in vertikaler und horizontaler Richtung mit einem Gestell (10), insbesondere einer Pivotgabel gekoppelt ist. Freirichtlafette nach Anspruch 15, wobei das Gelenk mit zwei Freiheitsgraden eine Gelenkstange (14) aufweist, welche zwei Endabschnitte (72, 73) und dazwischen einen mittleren Abschnitt, (76) aufweist, wobei der mittlerer Abschnitt (76) jeweils mit den Endabschnitten (72, 73) durch verjüngte Zwischenstücke (74, 75) verbunde ist, die insbesondere abgeflacht ausgeführt sind, so daß die Endabschnitte (72, 73) jeweils elastisch-gelenkig mit dem mittleren Abschnitt (76) verbunden sind, wobei die verjüngten Zwischenstücke (74, 75) die elastischen Gelenke bilden. Freirichtlafette nach Anspruch 16, wobei die Gelenkstange (14) quer zur Hauptachse (27) der Waffe (2, 2') verläuft und die Endabschnitte (72, 73) in die Waffenhalterung (13) umfassende Seitenwangen (24) des Gestells (10) ragen und in entsprechenden Öffnungen eingezapft sind und der mittlere Abschnitt (76) der Gelenkstange (14) mit der Waffenhalterung (13) verbunden ist. Freirichtlafette nach Anspruch 17, wobei ein Endabschnitt (72, 73) axial verschiebbar im Gestell (10) eingezapft ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 15 bis 18, bei welcher zur Aufnahme der Rückstoßkraft zwischen Waffenhalterung (13) und Gestell (10) eine im wesentlichen quer zur Waffenhauptachse (27) verlaufende Führung (78) vorgesehen ist, die insbesondere als eine am Gestell (10) angebrachte Nut (79) mit einer an der Waffenhalterung (13) angebrachten, in der Nut (79) verlaufenden Quernase (81) ausgestaltet ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 15 bis 19, bei welcher das Gestell (10) über zwei seitliche Schildzapfen (9) zum Höhenrichten vertikal verstellbar in einer Pivotschale (8) aufgehängt ist, die über einen vertikal verlaufenden Pivotzapfen (11) zum Seitenrichten horizontal verstellbar in einem Lagertopf (12) gelagert ist. Freirichtlafette nach Anspruch 20, bei welcher eine erste Bremseinrichtung (28) zum Arretieren der Höhenrichtung zwischen Gestell (10) und Pivotschale (8) und eine zweite Bremseinrichtung (48) zum Arretieren der Seitenrichtung zwischen Pivotschale (8) und Lagertopf (12) wirkt. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 2 bis 21, bei welcher die Abzugseinrichtung einen hydraulischen Geber (93), eine Hydraulikleitung (94) und einen Hydrauliknehmer umfaßt, wobei der hydraulischen Geber (93) funktional mit dem Betätigungshebel (92), insbesondere über eine Schubstange, und der Hydrauliknehmer funktional mit einem Stellelement (95) für einen Abzugsmechanismus der Waffe (2, 2') gekoppelt ist. Freirichtlafette nach einem der Ansprüche 1 bis 22, bei welcher unterschiedliche Waffen (2, 2') über einen entsprechenden Adapter (3) an der Waffenhalterung (13) fixierbar sind. Waffenanordnung mit:

– einer Freirichtlafette (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 23,

– einer in der Freirichtlafette (1) montierten Waffe (2, 2'), insbesondere einer Maschinenwaffe,

– einer die Freirichtlafette (1) aufnehmenden Unterlafette,

wobei die Unterlafette mit einem Fahrzeug verbunden ist und/oder ein geeignetes Stativ zur Verankerung der Waffe (2, 2') mit dem Untergrund oder einem Träger aufweist.






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