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Dokumentenidentifikation DE102005004291B4 31.05.2007
Titel Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung
Anmelder GKN Driveline International GmbH, 53797 Lohmar, DE
Erfinder Gaßmann, Theodor, Dipl.-Ing., 53721 Siegburg, DE;
Schmidt, Mark, Dipl.-Ing., 53229 Bonn, DE;
Arndt, Klaus, 32825 Blomberg, DE
Vertreter Neumann Müller Oberwalleney & Partner Patentanwälte, 53721 Siegburg
DE-Anmeldedatum 28.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005004291
Offenlegungstag 10.08.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 102005063390.0
IPC-Hauptklasse F16H 48/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F16H 48/20(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60K 17/35(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Getriebestufe, insbesondere für eine Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs. Solche Getriebeanordnungen umfassen üblicherweise ein Differential mit einer Eingangswelle und zwei Ausgangswellen, die untereinander eine ausgleichende Wirkung haben. Die Funktionsweise der Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung ist dergestalt, daß ein Teil des über die Eingangswelle eingeleiteten Drehmoments vor einer Aufteilung auf die beiden Ausgangswellen vom Differentialkorb abgezweigt wird; der abgezweigte Drehmomentanteil wird einer der beiden Ausgangswellen hinter der Aufteilung des übrigen Drehmoments zusätzlich aufgeprägt. Hierfür sind je Ausgangswelle eine Getriebestufe sowie eine Kupplung vorgesehen. Die Getriebestufe umfaßt ein vom Differentialkorb angetriebenes Eingangsrad, das ein Ausgangrad beschleunigt oder verzögert. Durch Ankoppeln des Ausgangsrads an die zugehörige Ausgangswelle des Differentials wird letztere beschleunigt oder verzögert. So kann auf eine der beiden Ausgangswellen bedarfsweise ein größeres Drehmoment übertragen werden als auf die andere der Ausgangswellen, um die Fahrstabilität des Kraftfahrzeugs zu erhöhen. Solche Getriebeanordnungen können zum Verteilen des Drehmoments zwischen den beiden Seitenwellen eines Achsdifferentials oder zum gesteuerten Verteilen des Drehmoments zwischen den beiden Achswellen eines Mittendifferentials eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs zum Einsatz kommen.

Aus der EP 844 416 A2 ist eine Getriebestufe für eine Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung zwischen zwei Seitenwellen einer angetriebenen Achse bekannt. Die Getriebestufe ist in Form eines Umlaufgetriebes gestaltet und umfaßt mehrere Planetenräder, die auf einem im Differentialkorb umlaufenden Trägerelement drehbar gelagert sind. Die Planetenräder sind mit einem ersten Verzahnungsabschnitt mit dem Differentialkorb drehfest verbunden und kämmen mit einem zweiten Verzahnungsabschnitt mit einem mit der Seitenwelle fest verbundenen Sonnenrad. Je Seitenwelle ist eine Lamellenkupplung vorgesehen, die zum Abbremsen einer Drehbewegung des jeweiligen Trägerelements gegenüber dem Getriebegehäuse dient. Auf diese Weise wird auf die entsprechende Seitenwelle ein zusätzliches Drehmoment aufgebracht.

Aus der EP 0 546 733 A1 ist eine Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung zwischen zwei Seitenwellen einer angetriebenen Achse bekannt. Diese weist je Seitenwelle eine Kupplung mit umlaufenden Kupplungsteilen und mehrere Übersetzungsstufen auf. Jede Übersetzungsstufe umfaßt mehrere Planetenräder mit zwei unterschiedlichen Verzahnungsabschnitten sowie zwei Sonnenräder, die als Eingang und Ausgang der Übersetzungsstufe dienen. Die Durchmesser der Sonnenräder untereinander bzw. der Verzahnungsabschnitte der Planetenräder unterscheiden sich, um die gewünschte Übersetzung vom Eingang zum Ausgang zu ermöglichen.

Aus der DE 44 27 493 A1 ist eine Getriebestufe für eine weitere Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung bekannt. Diese Getriebestufe ist als Standgetriebe gestaltet und umfaßt eine Vorgelegewelle, die drehbar im Getriebegehäuse gelagert ist und mehrere Verzahnungsabschnitte aufweist. Dabei ist einer der Verzahnungsabschnitte mit dem Differentialkorb antriebsverbunden, während ein anderer Verzahnungsabschnitt mit einem Lamellenträger einer Lamellenkupplung antriebsverbunden ist. Das Übersetzungsverhältnis der beiden Verzahnungsabschnitte ist so gewählt, das der Lamellenträger der Lamellenkupplung schneller dreht als die zugehörige Seitenwelle. So kann auf die Seitenwelle durch Betätigen der Lamellenkupplung ein erhöhtes Drehmoment übertragen werden.

Aus der DE 38 19 703 A1 ist ein Allrad-Sperrsystem für ein Kraftfahrzeug bekannt. Dieses umfaßt ein Planetengetriebe mit mehreren Planetenrädern, die mit einem Eingangssonnenrad und einem Ausgangsonnenrad unterschiedlicher Zähnezahl kämmen. Die Übersetzung zwischen den beiden Sonnenrädern wird durch eine Profilverschiebung der Verzahnungen ermöglicht.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neuartige, einfach aufgebaute und einfach herstellbare Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung vorzuschlagen.

Eine erste Lösung besteht in einer Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential mit einem Differentialkorb und zwei Ausgangswellen, die über einen Differentialrädersatz mit dem Differentialkorb antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe mit einem ersten Sonnenrad, das mit dem Differentialkorb antriebsverbunden ist, einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad angeordneten zweiten Sonnenrad, das mit einer der zwei Ausgangswellen antriebsverbunden ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad, das mit dem ersten Sonnenrad und dem zweiten Sonnenrad in Verzahnungseingriff ist und in einem um die Drehachse umlaufenden Trägerelement drehbar gehalten ist, wobei das Trägerelement gegenüber einem stehenden Gehäuse koppelbar ist;

wobei das erste Sonnenrad und das zweite Sonnenrad relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad einen gleichen Achsabstand aufweisen; wobei das Planetenrad zwei Verzahnungsbereiche mit übereinstimmender Verzahnung aufweist; und

wobei das erste Sonnenrad, das zweite Sonnenrad und das zumindest eine Planetenrad Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad auf das erste und das zweite Sonnenrad wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials – aufeinander zu gerichtet sind.

Eine zweite Lösung der obengenannten Aufgabe besteht in einer Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential mit einem Differentialkorb und zwei Ausgangswellen, die über einen Differentialrädersatz mit dem Differentialkorb antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe mit einem ersten Sonnenrad, das mit dem Differentialkorb antriebsverbunden ist, und einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad angeordneten zweiten Sonnenrad, das mit einer der Ausgangswellen koppelbar ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad, das mit dem ersten Sonnenrad und dem zweiten Sonnenrad in Verzahnungseingriff ist und auf einer stehenden Welle drehbar gelagert ist;

wobei das erste Sonnenrad und das zweite Sonnenrad relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad einen gleichen Achsabstand aufweisen;

wobei das Planetenrad zwei Verzahnungsbereiche mit übereinstimmender Verzahnung aufweist; und

wobei das erste Sonnenrad, das zweite Sonnenrad und das zumindest eine Planetenrad Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad auf das erste und das zweite Sonnenrad wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials – aufeinander zu gerichtet sind.

Eine dritte Lösung besteht in einer Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential mit einem Differentialkorb und zwei Ausgangswellen, die über einen Differentialrädersatz mit dem Differentialkorb antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe mit einem ersten Sonnenrad, das mit dem Differentialkorb koppelbar ist, einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad angeordneten zweiten Sonnenrad, das mit einer der Ausgangswellen antriebsverbunden ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad, das mit dem ersten Sonnenrad und dem zweiten Sonnenrad in Verzahnungseingriff ist und auf einer stehenden Welle drehbar gelagert ist;

wobei das erste Sonnenrad und das zweite Sonnenrad relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad einen gleichen Achsabstand aufweisen;

wobei das Planetenrad zwei Verzahnungsbereiche mit übereinstimmender Verzahnung aufweist; und

wobei das erste Sonnenrad, das zweite Sonnenrad und das zumindest eine Planetenrad Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad auf das erste und das zweite Sonnenrad wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials – aufeinander zu gerichtet sind.

Alle drei erfindungsgemäße Ausgestaltungen haben den Vorteil einer einfachen und somit kostengünstigen Fertigung und Montage. Das Planetenrad, das mit dem ersten und dem zweiten Sonnenrad in Verzahnungseingriff ist, kann einstückig gestaltet sein, so daß die Teileanzahl für die Getriebestufe insgesamt gering ist. Außerdem ergibt sich durch die durchgehende Verzahnung des Planetenrads eine hohe Genauigkeit des Verzahnungseingriffs mit den hiermit kämmenden Zahnrädern. Die Übersetzung zwischen dem ersten Sonnenrad und dem zweiten Sonnenrad wird durch Profilverschiebung der beiden Verzahnungen zueinander bewirkt. Dabei haben die beiden Zahnräder und das zumindest eine Planetenrad den gleichen Modul. Die erfindungsgemäße Getriebestufe kann als Umlaufgetriebe, d. h. einer Getriebeanordnung, bei der die Planetenräder um die Drehachse umlaufen, oder auch als Standgetriebe, d. h. einer Getriebeanordnung, bei der die Planetenräder auf einer stehenden Welle gelagert sind, zum Einsatz kommen. Um ein günstiges NVH-Verhalten ('noise-vibration-harshness') zu erreichen, sind die Sonnenräder und die Planetenräder schrägverzahnt. Durch die Gestaltung der Schrägverzahnungen derart, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad auf das erste und das zweite Sonnenrad wirkenden Axialkräfte – bei Vorwärtsfahrt des Kraftfahrzeugs – aufeinander zu gerichtet sind, heben sich die Axialkräfte der beiden Zahnräder weitestgehend gegeneinander auf, so daß ein Aufnahmeteil für das Planetenrad von den Kräften unberührt bleibt.

Nach einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Zähnezahlen des ersten und zweiten Sonnenrads derart gewählt, daß eine Übersetzung von 0,8 bis 1,2 zwischen dem ersten und dem zweiten Sonnenrad erzeugt wird. Auf diese Weise läßt sich ein ergänzendes bzw. reduziertes Drehmoment von ± 20 % auf die entsprechende Ausgangswelle übertragen. Vorzugsweise sind die Zähnezahlen der ersten und zweiten Sonnenräder derart gewählt, daß in einer Drehstellung des ersten und zweiten Sonnenrads zueinander mehrere Zähne in axialer Überdeckung miteinander liegen, so daß sie gleichzeitig in die Verzahnung des Planetenrads eingreifen können. Es sind vorzugsweise mehrere Planetenräder vorgesehen, die regelmäßig umfangsverteilt um das erste und zweite Sonnenrad angeordnet sind und mit diesen gleichzeitig kämmen.

Nach einer ersten Ausgestaltung kann das zumindest eine Planetenrad eine umlaufende Nut zwischen den zwei Verzahnungsbereichen haben. Nach einer zweiten Ausgestaltung können die zwei Verzahnungsbereiche auch nahtlos aneinander anschließen. Besonders günstig ist es, wenn das Planetenrad einstückig gestaltet ist und eine durchgehende Verzahnung aufweist.

Bei Verwendung der Getriebestufe als Umlaufgetriebe ist das zumindest eine Planetenrad in einem Trägerelement drehbar gehalten, das mittels einer Kupplung an ein stehendes Getriebegehäuse ankoppelbar ist, um ein erhöhtes Drehmoment auf die zugehörige Ausgangswelle zu übertragen. Nach einer bevorzugten Ausgestaltung umfaßt das Trägerelement zwei Korbteile mit jeweils einem Boden und einem Mantel, die vorzugsweise als Umformteile aus Blech hergestellt sind. Eine einfache Montage ergibt sich, wenn das Trägerelement, das zumindest eine Planetenrad und die beiden Zahnräder Teile einer vormontierbaren Baugruppe sind. Das erste Sonnenrad ist vorzugsweise einstückig mit einer Hohlwelle ausgebildet, die insbesondere mittels Gleitlagerung auf der Ausgangswelle drehbar gelagert ist. Dabei ist das zweite Sonnenrad drehfest mit der Ausgangswelle verbunden. An einer Außenumfangsfläche des Trägerelements sind vorzugsweise Eingriffmittel zum drehfesten Eingreifen von Innenlamellen der Kupplung vorgesehen. Auch diese Maßnahme unterstützt einen einfachen Aufbau der Getriebestufe.

Die erfindungsgemäße Getriebeanordnung kann als Achsdifferential eines ein- oder mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs verwendet werden, um ein erhöhtes Drehmoment auf eine der mit den Antriebsrädern verbundenen Seitenwellen zu übertragen.

In Ergänzung oder alternativ hierzu kann die erfindungsgemäße Getriebeanordnung auch als Mittendifferential eines mehrachsgetriebenen Kraftfahrzeugs verwendet werden, um ein erhöhtes Drehmoment auf eine der Achswellen zum Antreiben der Vorder- oder Hinterachse aufzubringen.

Erfindungsgemäße Ausführungsbeispiele sind nachstehend anhand der Zeichnung erläutert. Hierin zeigt

1 schematisch eine Getriebeanordnung nach dem Stand der Technik mit beispielhaftem Drehmomentverlauf;

2 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Getriebeanordnung mit umlaufenden Getriebestufen im Längsschnitt;

3 eines der Getriebemodule aus 2 mit umlaufender Getriebestufe

a) im Längsschnitt;

b) im Querschnitt;

c) in perspektivischer Ansicht in Explosionsdarstellung;

4 die Getriebestufe aus 3 in einer ersten Variante im Längsschnitt;

5 eine zweite Variante einer Getriebestufe im Längsschnitt;

6 die Getriebestufe aus 4 oder 5 in perspektivischer Ansicht;

7 eine dritte Variante einer Getriebestufe im Längsschnitt;

8 die Getriebestufe aus 7 in perspektivischer Ansicht;

9 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Getriebeanordnung mit stehenden Getriebestufen als Prinzipdarstellung;

10 eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Getriebeanordnung mit stehenden Getriebestufen als Prinzipdarstellung;

1 zeigt schematisch eine Getriebeanordnung 101 mit variabler Drehmomentverteilung für den Antriebsstrang in einem Kraftfahrzeug, wie sie im allgemeinen aus dem Stand der Technik bekannt ist. Die Getriebeanordnung 101 wird von einem hier nicht dargestellten Stufengetriebe über eine Antriebswelle 102 angetrieben und das eingehende Drehmoment wird auf zwei Seitenwellen 174, 175 verteilt. Die Getriebeanordnung umfaßt ein Differentialgetriebe 103 mit einem Differentialkorb 107, der in einem stehenden Differentialgehäuse 104 um die Drehachse B drehbar gelagert ist. An dem Differentialkorb 107 ist ein Tellerrad 117 befestigt, das mit einem mit der Antriebswelle 102 verbundenen Kegelrad 111 kämmt und von diesem angetrieben wird. Im Differentialkorb 107 sind mehrere Ausgleichsräder 110 auf zur Drehachse B senkrecht stehenden Zapfen 112 drehbar gelagert, die mit dem Differentialkorb 107 umlaufen. Mit den Ausgleichsrädern 110 sind zwei Seitenwellenräder 113, 114 in Verzahnungseingriff, die zur Drehmomentübertragung auf die Seitenwellen dienen.

Seitlich benachbart zum Differentialgetriebe 103 sind zwei Getriebestufen 125, 125' zum variablen Verteilen des Drehmoments auf die Seitenwellen 174, 175 vorgesehen. Da diese gleich aufgebaut sind, wird im folgenden nur eine exemplarisch beschrieben. Die Getriebestufe 125 umfaßt ein erstes Sonnenrad 126, das mit dem Differentialkorb 107 drehfest verbunden ist, mehrere mit dem ersten Sonnenrad 126 in Verzahnungseingriff stehende Planetenräder 127 sowie ein mit den Planetenrädern 127 kämmendes zweites Sonnenrad 128, das mit der jeweiligen Seitenwelle drehfest verbunden ist. Die Planetenräder 127 umfassen jeweils zwei Verzahnungsabschnitte 129, 130, von denen einer mit dem ersten Sonnenrad 126 und der andere mit dem zweiten Sonnenrad 128 kämmend im Eingriff ist. Um eine Drehzahlübersetzung zu erreichen, haben die beiden Sonnenräder 126, 128 untereinander eine unterschiedliche Zähnezahl und die beiden Verzahnungsabschnitte 129, 130 der Planetenräder 127 haben untereinander eine unterschiedliche Zähnezahl. Die Planetenräder 127 sind auf einem Trägerelement 132 drehbar aufgenommen, das gemeinsam mit den Planetenrädern 127 um die Drehachse B umlaufen kann. Das Trägerelement 132 ist mittels einer Kupplung 137 an das Gehäuse 104 ankoppelbar, um ein erhöhtes Drehmoment auf die zugehörige Seitenwelle zu übertragen.

Im folgenden wird beispielhaft der Verlauf des Drehmomentflusses durch die Getriebeanordnung 101 beschrieben. Es wird ein Drehmoment von 100 Nm von der Antriebswelle 102 über das Tellerrad 117 in den Differentialkorb 107 eingeleitet. Bei normalen Fahrbedingungen, d. h. bei frei umlaufenden Trägerelementen 132, wird das eingehende Drehmoment gleichmäßig auf beide Seitenwellenräder 126, 128 im Verhältnis 50 : 50 verteilt. Erfordert der aktuelle Fahrdynamikzustand jedoch, daß auf eines der beiden Räder des Kraftfahrzeugs ein höheres Drehmoment aufgebracht werden muß, so wird die entsprechende Getriebestufe 125, 125' aktiviert. Vorliegend ist der Fall dargestellt, daß auf die linke Seitenwelle ein größeres Drehmoment übertragen werden soll. Hierfür wird die linke Kupplung 137 betätigt, d. h. das vorher frei um die Drehachse rotierende Trägerelement 132 wird gegenüber dem Differentialgehäuse 104 abgebremst. So wird von dem Differentialkorb 107 ein Drehmomentanteil abgezweigt, der über das erste Sonnenrad 126' und über die Planetenräder 127 auf die linke Seitenwelle übertragen wird. Im vorliegenden Fall beträgt der vom Differentialkorb 107 abgezweigte Drehmomentanteil 10 Nm, so daß auf die Ausgleichsräder nur ein Drehmoment von 90 Nm entfällt. Das über die Ausgleichsräder 110 eingeleitete Drehmoment wird gleichmäßig auf die beiden Seitenwellenräder 113, 114 verteilt, d. h. auf jede der Seitenwellen 45 Nm. Das vom Differentialkorb 107 abgezweigte Drehmoment von 10 Nm wird der linken Seitenwelle zuaddiert. Dabei geht durch Wärmeverluste in der Kupplung 137 ein Drehmoment von etwa 1 Nm verloren, so daß auf die linke Seitenwelle zusätzlich 9 Nm übertragen werden und insgesamt ein Drehmoment von 54 Nm auf die linke Seitenwelle eingeleitet wird. Es ergibt sich also insgesamt ein Verhältnis von 54 Nm zu 45 Nm zwischen dem kurvenäußeren linken und dem kurveninneren rechten Rad.

Die 2 bis 6 werden im folgenden gemeinsam beschrieben. Aus 2 ist eine erfindungsgemäße Getriebeanordnung 1 mit einem Differentialgetriebe 3 in einem nur teilweise dargestellten Differentialgehäuse 4 und mit zwei Getriebemodulen 5, 6 mit je einer Getriebestufe 25, 25' ersichtlich. Die Funktionsweise der Getriebeanordnung 1 entspricht – abgesehen von den erfindungsgemäßen Merkmalen – weitgehend derjenigen aus 1, auf deren Beschreibung insofern bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind mit um 100 reduzierten Bezugsziffern versehen. Die Getriebemodule 5, 6 sind als separate Baueinheiten gestaltet und dienen zum variablen Verteilen des Drehmoments auf die beiden Seitenwellen.

Das Differentialgetriebe 3 weist einen Differentialkorb 7 mit einem hiermit drehfest verbundenen Tellerrad 17 auf, das mit einem mit der Antriebswelle 2 verbundenen Kegelrad 11 kämmt und von diesem angetrieben wird. Die Antriebswelle 2 ist mittels eines hier nicht dargestellten Wälzlagers im Differentialgehäuse 4 um die Längsachse A drehbar gelagert. Der Differentialkorb 7 hat zwei hülsenförmige Ansätze, mit denen er im Differentialgehäuse 4 mittels Wälzlagern 8, 9 um die Drehachse B drehbar gelagert ist. Im Differentialkorb 7 sind mehrere Ausgleichsräder 10 auf zur Drehachse B senkrecht stehenden Zapfen 12 drehbar gelagert, die mit dem Differentialkorb 7 umlaufen. Mit den Ausgleichsrädern 10 sind zwei Seitenwellenräder 13, 14 in Verzahnungseingriff, die zur Drehmomentübertragung auf die Getriebemodule 5, 6 bzw. auf zugehörige Seitenwellen dienen. Die Seitenwellenräder 13, 14 sind im Differentialkorb 7 auf der Drehachse B drehbar gelagert, wobei Anlaufscheiben 15, 16 vorgesehen sind, um die durch die Drehmomentübertragung von den Ausgleichsrädern 10 auf die Seitenwellenräder 13, 14 entstehenden axialen Spreizkräfte gegenüber dem Differentialgehäuse 4 abzustützen.

Die beiden Getriebemodule 5, 6 sind im Bezug auf die durch die Zapfenachsen aufgespannte Mittelebene des Differentialgetriebes 3 spiegelsymmetrisch angeordnet. Da die beiden Getriebemodule 5, 6 hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktionsweise gleich gestaltet sind, wird im folgenden nur eines der beiden exemplarisch beschrieben. Dieses ist als Einzelheit in 3 dargestellt. Jedes der Module 5, 6 umfaßt ein Gehäuse 18, eine über eine Längsverzahnung mit dem zugehörigen Seitenwellenrad 13 des Differentialgetriebes 3 drehfest verbundene Ausgangswelle 19, eine hierauf koaxial gelagerte und über eine Längsverzahnung mit dem Differentialkorb 7 drehfest verbundene Hohlwelle 22, eine zwischen Ausgangswelle 19 und Hohlwelle 22 geschaltete Getriebestufe 25 und eine Kupplung 37 zum Koppeln eines Trägerelements 32 der Getriebestufe 25 an das Gehäuse. Die Ausgangswelle 19 hat an ihrem dem Differentialgetriebe 3 abgewandten Ende einen Flansch 21 zum Verbinden mit einer zugehörigen hier nicht dargestellten Seitenwelle des Kraftfahrzeugs. Sie ist gegenüber dem Gehäuse 18 mittels eines Wälzlagers 20 drehbar gelagert und mittels einer berührungslosen Dichtkappe 23 und einem berührenden Dichtring 24 abgedichtet. Das Gehäuse 18 hat in Richtung zum Differentialgetriebe 3 Anschlußmittel 62 in Form eines Flansches, der eine Öffnung 61 einschließt. Zur Montage wird die gezeigte Baueinheit mit dem Flansch 62 an das Differentialgehäuse 4 angeschraubt. Die Hohlwelle 22 ist gegenüber der Ausgangswelle 19 gleitend gelagert und mittels Dichtmitteln 61 abgedichtet.

Die Getriebestufe 25, die als Detail in 4 dargestellt ist, umfaßt ein erstes Sonnenrad 26, mehrere mit dem ersten Sonnenrad 26 in Verzahnungseingriff stehende und in dem Trägerelement 32 drehbar gelagerte Planetenräder 27 sowie ein mit den Planetenrädern 27 kämmendes zweites Sonnenrad 28. Dabei ist das erste Sonnenrad 26 einstückig mit der Hohlwelle 22 verbunden, während das zweite Sonnenrad 28 mit der Ausgangswelle 19 drehfest verbunden ist. Die Planetenräder 27 sind jeweils einstückig gestaltet und haben zwei Verzahnungsbereiche 29, 30 mit übereinstimmender Verzahnung, von denen einer mit dem ersten Sonnenrad 26 und der andere mit dem zweiten Sonnenrad 28 kämmend in Eingriff ist.

Um eine Drehzahlübersetzung zwischen der Ausgangswelle 19 und der koaxial hierauf gelagerten Hohlwelle 22 zu erreichen, haben die beiden Sonnenräder 26, 28 eine unterschiedliche Zähnezahl. Dabei sind die Zähnezahlen der Sonnenräder 26, 28 so gewählt, daß zwischen der Ausgangswelle 19 und der Hohlwelle 22 ein Drehzahlunterschied von bis zu 20% erreicht wird. Weiterhin sind die Zähnezahlen der ersten und zweiten Sonnenräder 26, 28 derart gewählt, daß in einer Drehstellung mehrere Zähne des ersten und zweiten Sonnenrads 26, 28 zueinander in axialer Überdeckung liegen. In jedem der so gebildeten Überdeckungsbereiche ist ein Planetenrad 27 angeordnet, dessen Verzahnung mit den beiden Sonnenrädern 26, 28 kämmt. Hierfür kann das erste Sonnenrad beispielsweise 30 Zähne aufweisen, während das zweite Sonnenrad 27 Zähne umfaßt. So ergeben sich über den Umfang der beiden Zahnräder 26, 28 drei Überdeckungsbereiche, in denen einzelne Zähne der beiden Verzahnungen miteinander axial fluchten, so daß sie in eine gemeinsame Gegenverzahnung eingreifen können. Jedem dieser drei Überdeckungsbereiche ist ein Planetenrad 27 zugeordnet, so daß insgesamt drei Planetenräder 27 regelmäßig umfangsverteilt um das erste und zweite Sonnenrad 26, 28 angeordnet sind und mit diesen gleichzeitig kämmen.

Die beiden Sonnenräder 26, 28 haben zu den Planetenrädern 27 jeweils denselben Achsabstand C. Die Übersetzung wird durch Profilverschiebung der Verzahnungen der beiden Sonnenräder 26, 28 zueinander ermöglicht, wobei die Sonnenräder 26, 28 und die Planetenräder 27 den gleichen Modul haben. Dadurch, daß die Planetenräder 27 zwei Verzahnungsbereiche 29, 30 mit übereinstimmender Verzahnung haben, ergibt sich eine geringe Teilezahl für die Getriebestufe 25, so daß Fertigungs- und Montageaufwand gering sind. Außerdem ergibt sich durch die durchgehende Verzahnung der Planetenräder 27 eine hohe Genauigkeit des Verzahnungseingriffs mit den hiermit kämmenden Sonnenräder 26, 28. Die Verzahnung ist als Schrägverzahnung gestaltet, um ein günstiges sogenanntes NVH-Verhalten ('noise-vibration-harshness') zu erzielen. Dabei ist die Schrägverzahnung so gestaltet, daß die bei der Drehmomentübertragung auf die Sonnenräder 26, 28 wirkenden Axialkräfte aufeinander zu gerichtet sind. Zwischen den beiden Sonnenrädern 26, 28 ist ein Axiallager 31 vorgesehen, das eine axiale Abstützung der beiden Sonnenräder 26, 28 gegeneinander gewährleistet. Da das Axiallager 31 einen größeren Durchmesser hat, als der Fußkreisdurchmesser der Sonnenräder 26, 28 haben die Planetenräder 27 im axialen Überdeckungsbereich mit dem Axiallager 31 umlaufende Nuten 33 zwischen den zwei Verzahnungsbereichen 29, 30.

Das Trägerelement 32 samt Planetenrädern 27 wird mittels der Kupplung 37 an das Gehäuse 18 angekoppelt, um ein zusätzliches Drehmoment direkt am Differentialkorb 7 abzugreifen und über die Hohlwelle 22 und die Getriebestufe 25 auf die Ausgangswelle 19 zu übertragen. Die Kupplung 37 ist als Lamellenkupplung gestaltet und umfaßt neben den Innenlamellen 36 hierzu abwechselnd angeordnete Außenlamellen 38, die gegenüber dem Gehäuse 18 drehfest gehalten sind. Das aus Außenlamellen 38 und Innenlamellen 36 bestehende Lamellenpaket ist gegen das Gehäuse 18 axial abgestützt an einer Stützfläche 41 und wird von einer Axialverstellvorrichtung 42 betätigt. Die Axialverstellvorrichtung 42 ist als Kugelrampenanordnung gestaltet und umfaßt zwei Scheiben 43, 44, die relativ zueinander drehbar sind und die in Umfangsrichtung tiefenveränderliche Paare von Kugelrillen 45, 46 zur Aufnahme von Kugeln 47 aufweisen. Die eine der beiden Scheiben ist als Stützscheibe 43 gestaltet, die gegenüber dem Gehäuse 18 axial abgestützt ist. Die andere der beiden Scheiben ist als Stellscheibe 44 gestaltet, die gegenüber der Stützscheibe 43 verdreht werden kann und axial verschiebbar ist, um das Lamellenpaket über ein Axiallager 48 und eine Druckplatte 49 mit einer Axialkraft zu beaufschlagen. So wird die Kupplung 37 geschlossen, so daß das Trägerelement 32 gegenüber dem Gehäuse 18 abgebremst wird. Die Kugelrampenanordnung 42 wird mittels eines Elektromotors 52 über eine Ritzelwelle 53 angesteuert, die im Gehäuse 18 drehbar gelagert ist. Die Ritzelwelle 53 hat eine Verzahnung 54, die in eine Gegenverzahnung 55 an der Stellscheibe 44 kämmend eingreift. Der Elektromotor 52 wird von einer nicht dargestellten elektronischen Regeleinrichtung angesteuert, die zum Regeln der Fahrdynamik des Kraftfahrzeugs dient.

Wie insbesondere aus den 4 bis 6 hervorgeht, sind die Planetenräder 27 auf Zapfen 39 in dem Trägerelement 32 mittels Nadellagern 40 drehbar aufgenommen. Das Trägerelement 32 ist korbförmig gestaltet und nach außen hin weitestgehend geschlossen ist. Es ist aus zwei napfförmigen Umformteilen 57, 58 aus Blech hergestellt, die nach dem Einsetzen der Planetenräder 27 und der Sonnenräder 26, 28 miteinander fest verbunden, insbesondere verschweißt sind. Dabei bildet das Trägerelement 32 gemeinsam mit den Planetenrädern 27, den Sonnenrädern 26, 28 und der Hohlwelle 22 eine vormontierbare Baugruppe 56, die einfach auf die Ausgangswelle 19 aufgeschoben wird. Es ist ersichtlich, daß das Trägerelement 32 an seiner Außenumfangsfläche 34 Eingriffsmittel 35 hat, in die Innenlamellen 36 einer Kupplung 37 zur Drehmomentübertragung eingreifen können. Die beiden napfförmigen Trägerteile 57, 58 haben jeweils axiale Bohrungen 59, in die die Zapfen 39 eingesteckt sind. Weiterhin ist die umlaufende Schweißnaht 60 ersichtlich, welche die beiden Trägerteile 57, 58 miteinander verbindet. Zum Einlaß von Schmiermittel in das Trägerelement 32 sind in der Außenumfangsfläche 34 radiale Durchbrüche 62 vorgesehen, durch die Schmiermittel aus dem Innenraum des Gehäuses 18 in den Innenraum des Trägerelements 32 gelangen kann. In dem Trägerelement 32 sind radiale reibmindernde Anlaufscheiben 50, 51 vorgesehen, gegen die sich die Planetenräder 27 und die Sonnenräder 26, 28 axial abstützen können.

5 zeigt eine Variante für eine Getriebestufe 25. Diese entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktionsweise derjenigen aus 4, auf deren Beschreibung insofern Bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind daher mit gleichen Bezugsziffern versehen. Die vorliegende Ausführungsform kennzeichnet sich dadurch, daß die Verzahnungsbereiche 29, 30 nahtlos aneinander anschließen, d. h. die Planetenräder 27 haben eine durchgehende Verzahnung. Dies ist besonders günstig da ein zusätzlicher Fertigungsschritt entfallen kann. Die Planetenräder 27 sind aufgrund der einen durchgehenden Verzahnung kostengünstig herstellbar.

Die Variante nach den 7 und 8, die im folgenden gemeinsam beschrieben werden, entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktionsweise ebenfalls derjenigen aus 4, auf deren Beschreibung insofern Bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen. Abgewandelte Bauteile sind mit um zwei gestrichenen Bezugsziffern versehen. Die vorliegende Getriebestufe 25'' ist dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerelement 32'' insgesamt einen kleineren Durchmesser hat und in seiner Außenumfangsfläche Durchbrüche 66 aufweist, durch die die Planetenräder 27'' nach radial außen hindurchtreten. Zum Lagern der Planetenräder 27'' hat das Trägerelement 32'' radiale Vorsprünge 67, an denen hülsenförmige Ansätze 68 zur Aufnahme eines Lagers 40 vorgesehen sind. Die Planetenräder 27'' sind massiv einstückig gestaltet und haben entgegengesetzt gerichtete Zapfen 69, die in den Lagern 40 aufgenommen sind. Wie auch bei der obigen Ausführungsform ist das vorliegende Trägerelement 32'' aus zwei Korbteilen 57'', 58'' zusammengesetzt. Die vorliegende Ausführungsform hat den Vorteil, daß die gesamte Baugruppe einen kleineren Durchmesser hat. Die Eingriffmittel 35'' zum drehfesten Aufnehmen der Innenlamellen sind innerhalb des größten Außendurchmessers der Planetenräder 27'' angeordnet.

9 zeigt eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung. Diese entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktionsweise weitestgehend derjenigen aus 2, auf deren Beschreibung insofern Bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen. Abgewandelte Bauteile sind mit um drei gestrichenen Bezugsziffern versehen. Im Unterschied zur obigen Ausführungsform sind die zwei Getriebestufen 25''' vorliegend als Stehgetriebe gestaltet, d. h. die zugehörigen Planetenräder 27''' sind auf stehenden Wellen 70 drehbar gelagert. Da die Getriebestufen gleich aufgebaut sind, wird im folgenden nur eine beschrieben. Das erste Sonnenrad 26 ist mit dem Differentialkorb 7 drehfest verbunden und das zweite Sonnenrad 28 ist über die Kupplung 37 mit der Ausgangswelle 19 koppelbar. Dabei ist ein Außenlamellenträger 71 der Kupplung 37 mit dem zweiten Sonnenrad 28 drehfest verbunden, während ein Innenlamellenträger 72 der Kupplung 37 mit der Ausgangswelle 19 drehfest verbunden ist. Die Planetenräder 27''', die mit dem ersten Sonnenrad 26 und dem zweiten Sonnenrad 28 in Verzahnungseingriff sind, entsprechen der in 4 bzw. 5 gezeigten Ausführungsform. Auch hier haben die Planetenräder 27''' eine durchgehende Verzahnung bzw. zwei Verzahnungsbereiche 29, 30 mit übereinstimmender Verzahnung; die beiden Sonnenräder 26, 28 haben relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen, wobei sie zu den Planetenrädern den gleichen Achsabstand aufweisen. Die Übersetzung wird durch die Profilverschiebung der beiden Sonnenräder 26, 28 zueinander bewirkt. Die Zähnezahlen der Sonnenräder 26, 28 sind so gewählt, daß eine Übersetzung ins Schnelle erfolgt, d. h. der Außenlamellenträger 71 der Kupplung 37 schneller dreht als die Ausgangswelle 19. Durch Schließen der Kupplung 37 kann auf die entsprechende Ausgangswelle 19 somit ein erhöhtes Drehmoment übertragen werden.

10 zeigt eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung. Diese entspricht hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Funktionsweise weitestgehend derjenigen aus 9, auf deren Beschreibung insofern Bezug genommen wird. Gleiche Bauteile sind daher mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Unterschied zur Ausführungsform nach 9 sind vorliegend die Kupplungen 37''' zwischen den Differentialkorb 7 und die Getriebestufen 25''' geschaltet. Dabei ist ein Innenlamellenträger 72 der Kupplung 37''' mit dem Differentialkorb 7 drehfest verbunden, während der Außenlamellenträger 71 mit dem ersten Sonnenrad 26 drehfest verbunden ist. Die beiden Getriebestufen 25''' sind als Stehgetriebe gestaltet, d. h. die zugehörigen Planetenräder 27"' sind auf stehenden Wellen 70 drehbar gelagert. Das erste Sonnenrad 26 ist über die Kupplung 37 mit dem Differentialkorb 7 koppelbar, während das zweite Sonnenrad 28 mit der Ausgangswelle drehfest verbunden ist. Die Planetenräder 27''', die mit dem ersten Sonnenrad 26 und dem zweiten Sonnenrad 28 in Verzahnungseingriff sind, entsprechen der in 4 bzw. 5 gezeigten Ausführungsform. Auch hier haben die Planetenräder 27''' eine durchgehende Verzahnung bzw. zwei Verzahnungsbereiche 29, 30 mit übereinstimmender Verzahnung. Die beiden Sonnenräder 26, 28, die zu den Planetenrädern den gleichen Achsabstand haben, weisen zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen auf. Die Übersetzung wird durch die Profilverschiebung der beiden Sonnenräder 26, 28 zueinander bewirkt. Die Zähnezahlen der Sonnenräder 26, 28 sind so gewählt, daß eine Übersetzung ins Schnelle erfolgt, d. h. der Außenlamellenträger 71 der Kupplung 37 schneller dreht als die Ausgangswelle 19. Durch Schließen der Kupplung 37 kann auf die entsprechende Ausgangswelle 19 somit ein erhöhtes Drehmoment übertragen werden.

1
Getriebeanordnung
2
Antriebswelle
3
Differentialgetriebe
4
Differentialgehäuse
5
erstes Getriebemodul
6
zweites Getriebemodul
7
Differentialkorb
8
Wälzlager
9
Wälzlager
10
Ausgleichsrad
11
Kegelrad
12
Zapfen
13
Seitenwellenrad
14
Seitenwellenrad
15
Anlaufscheibe
16
Anlaufscheibe
17
Tellerrad
18
Gehäuse
19
erste Welle
20
Wälzlager
21
Flansch
22
zweite Welle
23
Dichtkappe
24
Dichtring
25
Getriebestufe
26
erstes Sonnenrad
27
Planetenrad
28
zweites Sonnenrad
29
Verzahnungsabschnitt
30
Verzahnungsabschnitt
31
Axiallager
32
Trägerelement
33
Nut
34
Außenumfangsfläche
35
Eingriffmittel
36
Innenlamellen
37
Kupplung
38
Außenlamellen
39
Zapfen
40
Nadellager
41
Stützfläche
42
Axialverstellvorrichtung
43
erste Scheibe/Stützscheibe
44
zweite Scheibe/Stellscheibe
45
Kugelrille
46
Kugelrille
47
Kugel
48
Axiallager
49
Druckplatte
52
Elektromotor
53
Ritzelwelle
54
Übersetzungsstufe
55
Verzahnung
56
Baugruppe
57
Trägerteil
58
Trägerteil
59
Bohrung
60
Schweißnaht
66
Durchbruch
67
Vorsprung
68
Ansatz
69
Zapfen
70
stehende Welle
71
Außenlamellenträger
72
Innenlamellenträger
A
Längsachse
B
Drehachse
C
Achsabstand


Anspruch[de]
Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential (3) mit einem Differentialkorb (7) und zwei Ausgangswellen (19), die über einen Differentialrädersatz (10) mit dem Differentialkorb (7) antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe (25) mit einem ersten Sonnenrad (26), das mit dem Differentialkorb (7) antriebsverbunden ist, einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad (26) angeordneten zweiten Sonnenrad (28), das mit einer der zwei Ausgangswellen (19) antriebsverbunden ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad (27), das mit dem ersten Sonnenrad (26) und dem zweiten Sonnenrad (28) in Verzahnungseingriff ist und in einem um die Drehachse (B) umlaufenden Trägerelement (32) drehbar gehalten ist, wobei das Trägerelement (32) gegenüber einem stehenden Gehäuse (18) koppelbar ist;

wobei das erste Sonnenrad (26) und das zweite Sonnenrad (28) relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad (27) einen gleichen Achsabstand (C) aufweisen;

wobei das Planetenrad (27) zwei Verzahnungsbereiche (29, 30) mit übereinstimmender Verzahnung aufweist; und

wobei das erste Sonnenrad (26), das zweite Sonnenrad (28) und das zumindest eine Planetenrad (27) Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad (27) auf das erste und das zweite Sonnenrad (26, 28) wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials (3) – aufeinander zu gerichtet sind.
Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential (3) mit einem Differentialkorb (7) und zwei Ausgangswellen (19), die über einen Differentialrädersatz (10) mit dem Differentialkorb (7) antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe (25) mit einem ersten Sonnenrad (26), das mit dem Differentialkorb (7) antriebsverbunden ist, und einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad (26) angeordneten zweiten Sonnenrad (28), das mit einer der Ausgangswellen (19) koppelbar ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad (27), das mit dem ersten Sonnenrad (26) und dem zweiten Sonnenrad (28) in Verzahnungseingriff ist und auf einer stehenden Welle (70) drehbar gelagert ist;

wobei das erste Sonnenrad (26) und das zweite Sonnenrad (28) relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad (27) einen gleichen Achsabstand aufweisen;

wobei das Planetenrad (27) zwei Verzahnungsbereiche mit übereinstimmender Verzahnung aufweist;

wobei das erste Sonnenrad (26), das zweite Sonnenrad (28) und das zumindest eine Planetenrad (27) Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad (27) auf das erste und das zweite Sonnenrad (26, 28) wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials (3) – aufeinander zu gerichtet sind.
Getriebeanordnung zur variablen Drehmomentverteilung im Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs, umfassend

ein Differential (3) mit einem Differentialkorb (7) und zwei Ausgangswellen (19), die über einen Differentialrädersatz (10) mit dem Differentialkorb (7) antriebsverbunden sind und untereinander eine ausgleichende Wirkung haben;

zumindest eine Getriebestufe (25) mit einem ersten Sonnenrad (26); das mit dem Differentialkorb (7) koppelbar ist, einem koaxial benachbart zum ersten Sonnenrad (26) angeordneten zweiten Sonnenrad (28), das mit einer der Ausgangswellen (19) antriebsverbunden ist, und zumindest einem parallelen Planetenrad (27), das mit dem ersten Sonnenrad (26) und dem zweiten Sonnenrad (28) in Verzahnungseingriff ist und auf einer stehenden Welle (70) drehbar gelagert ist;

wobei das erste Sonnenrad (26) und das zweite Sonnenrad (28) relativ zueinander profilverschobene Verzahnungen mit unterschiedlichen Zähnezahlen aufweisen und relativ zu dem zumindest einen Planetenrad (27) einen gleichen Achsabstand aufweisen;

wobei das Planetenrad (27) zwei Verzahnungsbereiche (29, 30) mit übereinstimmender Verzahnung aufweist;

wobei das erste Sonnenrad (26), das zweite Sonnenrad (28) und das zumindest eine Planetenrad (27) Schrägverzahnungen aufweisen, die derart gestaltet sind, daß die durch den Verzahnungseingriff mit dem Planetenrad (27) auf das erste und das zweite Sonnenrad (26, 28) wirkenden Axialkräfte – in Vorzugsdrehrichtung des Differentials (3) – aufeinander zu gerichtet sind.
Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zähnezahlen des ersten und zweiten Sonnenrads (26, 28) derart gewählt sind, daß eine Übersetzung von 0,8 bis 1,2 zwischen dem ersten und dem zweiten Sonnenrad (26, 28) erzeugt wird. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zähnezahlen der ersten und zweiten Sonnenräder (26, 28) derart gewählt sind, daß in einer Drehstellung des ersten und zweiten Sonnenrads (26, 28) zueinander mehrere Zähne in axialer Überdeckung miteinander liegen, so daß sie gleichzeitig in die Verzahnungen mehrerer Planetenräder (27) eingreifen können. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Planetenräder (27) vorgesehen sind, die regelmäßig umfangsverteilt um das erste und zweite Sonnenrad (26, 28) angeordnet sind und mit diesen gleichzeitig kämmen. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das zumindest eine Planetenrad (27) eine umlaufende Nut (33) zwischen den zwei Verzahnungsbereichen (29, 30) aufweist. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei Verzahnungsbereiche (29, 30) nahtlos aneinander anschließen. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Sonnenrad (26) einstückig mit einer Hohlwelle (22) gestaltet ist, die auf der Ausgangswelle (19) drehbar gelagert ist. Getriebeanordnung nach einem der Ansprüche 1 oder 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerelement (32) an einer Außenumfangsfläche (34) Eingriffmittel (35) zum drehfesten Eingreifen von Innenlamellen (36) einer Kupplung (37) aufweist.






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