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Dokumentenidentifikation DE102005032005B4 31.05.2007
Titel Füllmaterialstift
Anmelder Adolf Pfaff Dr. Karl-Friedrich Reichenbach GbR (vertretungsberechtigter Gesellschafter: Adolf Pfaff, 79183 Waldkirch), 79183 Waldkirch, DE
Erfinder Pfaff, Adolf, 79183 Waldkirch, DE;
Reichenbach, Karl-Friedrich, Dr., 79183 Waldkirch, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltssozietät Maucher, Börjes & Kollegen, 79102 Freiburg
DE-Anmeldedatum 08.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005032005
Offenlegungstag 11.01.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 31.05.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.05.2007
IPC-Hauptklasse A61C 13/30(2006.01)A, F, I, 20061019, B, H, DE
Zusammenfassung Ein Füllmaterialstift (1) aus flexiblem Material dient zur Füllung eines Zahn-Wurzelkanales. Der Füllmaterialstift (1) besteht aus flexiblem Memory-Material, welches sich bei Erwärmung auf eine Temperatur von mehr als etwa 30°C aufweitet. In den Füllmaterialstift (1) kann ein Verankerungselement, insbesondere ein Wurzelaufbaustift (2) für einen Retentionskopf (3) eingesetzt sein und mit diesem eine Einheit bilden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Füllmaterialstift aus flexiblem Material zur Füllung eines Zahn-Wurzelkanales.

Bei Wurzelkanalbehandlungen ist es Stand der Technik, dass für eine Wurzelfüllung zunächst das Nervengewebe aus dem Wurzelkanal entfernt und anschließend dann zusammen mit Zement ein oder mehrere Guttaperchastifte in den Wurzelkanal bis ans Wurzelkanalende so eingeführt wird, so dass eine möglichst vollständige Ausfüllung des Wurzelkanales erreicht wird. Durch die Guttaperchafüllung soll ein bakteriendichter Abschluss des Wurzelkanales erreicht werden.

Nach dem Aushärten des Zements und abgeschlossener Wurzelbehandlung wird die Zugangskavität in der Regel durch Kunststoff verschlossen.

Für einen Zahnstumpfaufbau mit einem Wurzelaufbaustift wird nach dem Aushärten des Zements in dem Bereich, in dem der Wurzelaufbaustift eingesetzt werden soll, der Wurzelkanal aufgebohrt, wobei der zuvor zusammen mit Zement eingebrachte Guttaperchastift bereichsweise wieder entfernt wird. In diesem freigebohrten Bereich wird dann der Wurzelaufbaustift eingesetzt, indem zunächst mit einer Stirnkopffräse der Kanaleingang planiert und dann der Wurzelkanal mit einem Bohrer nachpräpariert wird. Anschließend wird ein Gewinde in den präparierten Bereich geschnitten. Der mit einem Gewindeabschnitt versehene Wurzelaufbaustift wird dann mit Zement beschickt und in die Gewindebohrung des Wurzelkanals eingedreht. Der Wurzelaufbaustift hat im oberen Kopfbereich einen Anschlussteil, der unterschiedlich geformt sein kann. Dieser Anschlussbereich hat üblicherweise einen größeren Durchmesser als der Gewindeabschnitt und liegt mit seiner Unterseite auf dem planierten Kanaleingang auf. Ist die Gewindelänge im Wurzelkanal zu lang, kann der Anschlussbereich nach dem Eindrehen des Wurzelaufbaustifts nicht auf der Zahnoberseite aufliegen, so dass dieser Zwischenraum dann mit Kunststoff aufgefüllt werden muss.

Abschließend erfolgt dann das Applizieren eines Kompositaufbaus zur Vervollständigung des Zahnes.

Insgesamt sind einerseits die Wurzelkanalbehandlung mit Einbringung der Guttaperchastifte zusammen mit Zement sowie andererseits der Zahnstumpfaufbau mit einem Wurzelaufbaustift vergleichsweise aufwendig.

Aus der DE 198 47 567 A1 ist ein Verstärkungselement mit Memory-Effekt bekannt, das in den Wurzelkanal zwischen Zahnkrone und Zahnwurzel eingesetzt wird, um ein Brechen des Zahns in diesem Bereich zu verhindern. Durch das Aufweiten aufgrund des Memory-Effekts soll das Verstärkungselement besser im Wurzelkanal verankern werden. Das Verstärkungselement hat einen ringförmigen Querschnitt, um durch diesen hindurch eine Füllung aus Guttapercha in den Wurzelkanal einbringen zu können.

Aus der FR 2 863 479 A1 ist ein Zahnstift bekannt, der als Compositstift einerseits aus länglichen Fasern und andererseits aus einer Matrix besteht, in der die Fasern eingebettet sind. Die Matrix ist ein Polymer, der als Memory-Material einen glasartig harten oder einen kautschukartig elastischen Zustand annehmen kann. Dabei kann sich der Elastizitätsmodul um das fünfzigfache ändern. Der Wert des Stimulants kann ober- oder unterhalb von dem im Mund eines Patienten herrschenden Stimulationswertes liegen, um eine Umwandlung von glasartig zu kautschukartig oder umgekehrt zu bewirken, wobei aber ein Memory-Effekt mit Volumenänderung hier nicht wirksam ist. Zur Auslösung der Umwandlung kann ein Absenken oder Anheben der Temperatur dienen.

Die WO 02/089694 A2, die US 62 99 448 B1, die US 57 66 009 A sowie die US 51 74 755 A haben Zahnimplantate zum Erfindungsgegenstand und befassen sich nicht mit einer Wurzelkanalbehandlung, bei der ein Füllmaterialstift aus flexiblem Material zur Füllung eines Zahn-Wurzelkanales vorgesehen ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Füllmaterialstift zu schaffen, womit eine vereinfachte Behandlung mit geringerem Zeitaufwand ermöglicht ist und bedarfsweise soll damit ein vereinfachter Kronenstumpfaufbau möglich sein.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß dem Patentanspruch 1 vorgeschlagen, dass für eine Wurzelkanalbehandlung ohne Zahnaufbau der Füllmaterialstift aus flexiblem Memory-Material besteht, welches sich bei Erwärmung auf Körpertemperatur in Form einer Volumenänderung aufweitet und dass für eine Wurzelkanalbehandlung mit Zahnaufbau in den Füllmaterialstift ein Verankerungselement für einen Retentionskopf eingesetzt ist und dass der Füllmaterialstift und das Verankerungselement eine Einheit bilden. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgegeben.

Der Füllmaterialstift aus flexiblem Memory-Material wird bei einer Wurzelkanalbehandlung ohne Zahnaufbau als Ersatz für die Guttaperchastifte verwendet, wobei er zwar gegebenenfalls auch mit Zement eingebracht werden kann, vorzugsweise jedoch ohne Zement, da durch die Ausdehnung des Memory-Materiales bei Erwärmung auf Körpertemperatur durch den umgebenden Zahn eine praktisch vollständige Ausfüllung des Wurzelkanales erreicht wird. Der Füllmaterialstift wird somit in der Regel zementfrei in dem Wurzelkanal sicher gehalten und dichtet diesen gut ab. Die Zugangskavität wird wie üblich nach abgeschlossener Wurzelbehandlung durch Kunststoff verschlossen. Die Zugabe von Zement kann dann vorteilhaft sein, wenn feine Seitenkanäle des Wurzelkanals abgedichtet werden sollen, was durch das dort angepresste Memory-Material erfolgt. Die Zugabe von Zement bewirkt, dass dieser beim Aufdehnen des Memory-Material-Füllmaterialstiftes direkt in die abzweigenden Seitenkanäle verdrängt wird und in erwünschter Weise diese zumindest bereichsweise ausfüllt.

Die Ausgangsform des aus flexiblem Memory-Material bestehenden Füllmaterialstiftes kann in etwa an die Kontur des Wurzelkanales angepasst sein und eine etwa kontinuierlich oder gestuft konische Form haben. Dadurch ist eine Konturvoranpassung gegeben, so dass sich der Füllmaterialstift bei Erwärmung und Ausdehnung exakt an die Innenkontur des Wurzelkanales anlegen kann.

Der Füllmaterialstift besteht insbesondere aus flexiblem Kunststoff-Memory-Material, wodurch der Füllmaterialstift einfach herstellbar und verarbeitbar ist und sich durch seine Flexibilität beim Einführen in den Wurzelkanal an dessen Verlauf anpassen kann. Die konische Form des Füllmaterialstiftes und die daraus resultierende, gute Voranpassung an die Innenkontur des Wurzelkanales in Verbindung mit der Aufweitung bei Erwärmung ermöglicht das zementfreie Einsetzen des Füllmaterialstiftes in den Wurzelkanal. Solche vorkonturierten Füllmaterialstifte lassen sich durch Mikrospritzen herstellen.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Ausgangsform des Füllmaterialstiftes in noch nicht aufgeweiteten Zustand etwa zylindrisch ist. Solche zylindrischen Füllmaterialstifte aus Kunststoff-Memory-Material lassen sich einfach durch Extrudieren praktisch endlos herstellen. Wird dabei Memory-Material verwendet, das bei Erwärmung eine große Ausdehnung aufweist, so kann auch damit eine über die Länge des Füllmaterialstiftes dichte Anlage an die Innenkontur des Wurzelkanales erreicht werden, so dass auf den sonst erforderlichen Zement verzichtet werden kann.

Auch bei dieser Herstellung durch Extrudieren kann abschnittweise eine Formanpassung vorgenommen werden, indem die Zuggeschwindigkeit beim Extrudieren variiert wird. Wird die Zuggeschwindigkeit innerhalb der Länge jeweils eines Füllmaterialstiftes variiert, erhält man jeweils konische Strangabschnitte, die nach dem Abschneiden vom Strang konische Füllmaterialstifte bilden.

Zweckmäßigerweise entspricht die Länge des Füllmaterialstiftes mindestens der Länge des zu füllenden Wurzelkanales zuzüglich der Länge der Zugangskavität im Kronenstumpf, wobei ein eventueller Überstand nach dem Aufweiten des Füllmaterialstiftes am äußeren Ende abgetrennt werden kann.

Vorteilhaft ist es, wenn ein Satz von mehreren Füllmaterialstiften aus Memory-Material mit unterschiedlichen Ausgangsdurchmessern und/oder Längen vorgesehen sind. Der Zahnarzt kann dann aus dem Sortiment von unterschiedlichen Füllmaterialstiften den jeweils am besten passenden Füllmaterialstift auswählen.

Bei einer Wurzelkanalbehandlung mit Zahnaufbau ist in den Füllmaterialstift ein Verankerungselement für einen Retentionskopf eingesetzt, wobei der Füllmaterialstift und das Verankerungselement eine Einheit bilden. Damit entfallen die bisherigen, erforderlichen Vorbereitungsarbeiten, die nach dem Einsetzen eines sonst verwendeten Guttapercha-Füllmaterialstiftes in den Wurzelkanal erforderlich sind.

Es ist mit dem erfindungsgemäßen Element nur noch erforderlich, die komplette Einheit bestehend aus Füllmaterialstift und Wurzelaufbaustift in den aufbereiteten, also von Nervengewebe gereinigten Wurzelkanal einzusetzen. Damit vereinfacht sich das Verfahren erheblich und erfordert nur noch einen Bruchteil der sonst erforderlichen Behandlungszeit.

Auch hierbei kann ein Satz von mehreren Einheiten bestehend jeweils aus einem Füllmaterialstift aus Memory-Material und einem darin eingesetzten Verankerungselement vorgesehen sein, wobei diese Einheiten unterschiedliche Ausgangsdurchmesser und/oder Längen aufweisen.

Das in den Füllmaterialstift aus Memory-Material integrierte Verankerungselement (Wurzelaufbaustift) kann aus Keramik, Metall oder aus Kunststoff, insbesondere aus Peakmaterial bestehen, wobei das verwendete Material nach den jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen ausgewählt wird.

Vorteilhafterweise kann der in den Füllmaterialstift integrierte Wurzelaufbaustift oder dergleichen Verankerungselement seitliche Anformungen als Verankerungshilfen aufweisen, so dass eine formschlüssige, haltbare Verbindung zwischen dem den Füllmaterialstift bildenden Memory-Material und dem Wurzelaufbaustift vorhanden ist.

Der Retentionskopf ist zweckmäßigerweise auf den Wurzelaufbaustift aufschraubbar und weist eine Gewindebohrung mit einem gewindefreien, dem Verankerungsende des Wurzelaufbaustifts zugewandten Abschnitt auf.

Damit ist die Möglichkeit gegeben, unterschiedliche Retentionsköpfe, angepasst an die jeweilige Anforderung, aufschrauben zu können.

Durch den gewindefreien Abschnitt der Gewindebohrung im Retentionskopf kann dieser noch etwas über den gewindefreien Bereich des Wurzelaufbaustiftes hinaus aufgeschraubt werden, falls der Füllmaterialstift mit integriertem Wurzelaufbaustift noch etwas über die Zahnoberfläche hinaus vorsteht. Somit kann dann der Retentionskopf bis auf die Zahnoberfläche aufgeschraubt werden.

Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnung noch näher erläutert.

Es zeigt etwas schematisiert:

1 eine Seitenansicht eines Füllmaterialstiftes mit Verankerungselement und Retentionskopf,

2 eine perspektivische Darstellung des in 1 gezeigten Füllmaterialstiftes,

3 eine perspektivische Ansicht eines Verankerungselementes zur Integration in einem Füllmaterialstift,

4 eine einfache Ausführungsform eines Füllmaterialstiftes,

5 eine Seitenansicht eines Zahnes im Schnitt mit aufbereitetem Wurzelkanal,

6 eine Aufsicht auf die Öffnung des Wurzelkanales,

7 eine Seitenansicht des in 5 gezeigten Zahnes mit eingesetztem Füllmaterialstift,

8 eine Aufsicht des in 7 gezeigten Zahnes,

9 eine Seitenansicht eines Zahnes mit expandiertem Füllmaterialstift und darüber befindlicher Füllung,

10 eine Aufsicht des in 9 gezeigten Zahnes,

11 eine Seitenansicht eines Zahnes mit Defekt im Kronenbereich und aufbereitetem Wurzelkanal,

12 eine etwa 11 entsprechende Ansicht mit eingesetztem Füllmaterialstift und Verankerungselement,

13 eine etwa 12 entsprechende Ansicht, hier jedoch mit aufgeweitetem Füllmaterialstift aus Memory-Material,

14 eine Ansicht etwa entsprechend 13 mit auf das Verankerungselement aufgeschraubtem Retentionskopf und

15 eine etwa 14 entsprechende Ansicht mit aus Kunststoff aufgebautem Zahnstumpf.

Ein in 1 gezeigter Füllmaterialstift 1 und ein in 4 Füllmaterialstift 1a dienen jeweils bei einer Wurzelkanalbehandlung zur Wurzelkanalfüllung. Im Ausführungsbeispiel sind die Füllmaterialstifte 1, 1a durchgehend konisch ausgebildet. Sie bestehen aus flexiblem Memory-Material aus Kunststoff und sind bezüglich ihrer Länge und ihrer Außenkontur in etwa an die Kontur eines Wurzelkanales 6 (5) angepasst. Das Memory-Material ist so eingestellt, dass es bei Umgebungstemperaturen, die 30° überschreiten, aufweitet. Zweckmäßigerweise werden die Füllmaterialstifte 1, 1a in Ausgangslage gekühlt aufbewahrt.

In Ausgangslage können die Füllmaterialstifte 1, 1a eine Länge von etwa 25 mm haben bei einem Durchmesser von etwa 0,25 mm am inneren Ende und etwa 0,6 mm am äußeren Ende.

Der Füllmaterialstift 1 wird bei größeren Zahndefekten eingesetzt, wenn es erforderlich ist, einen Kunststoff-Zahnstumpf 4 (15) aufzubauen, der dann überkront wird.

Der Füllmaterialstift 1a wird dann eingesetzt, wenn nach einer Wurzelkanalbehandlung nur eine Füllung der Zugangskavität mit Kunststoff oder dergleichen Füllungsmaterial, erforderlich ist. In 4 ist am äußeren Ende des Füllmaterialstifts 1a eine Einsenkung 16 erkennbar, in die das Ende eines Manipulators 17 eingreifen kann, womit der Füllmaterialstift 1a einfacher in einen Wurzelkanal eingebracht werden kann.

In den Füllmaterialstift 1 entsprechend den 1, 2, 12 bis 15 ist ein Verankerungselement, insbesondere ein Wurzelaufbaustift 2 integriert, an dessen äußeres Ende ein Retentionskopf 3 befestigt werden kann. Der Retentionskopf 3 dient zum Aufbau eines Zahnstumpfes 4 aus Kunststoff. Der Wurzelaufbaustift 2 erstreckt sich innerhalb des Füllmaterialstiftes 1 von dessen dickerem Ende nur über einen Teilbereich von diesem, wobei die Länge des Wurzelaufbaustiftes 2 so bemessen ist, dass er sich im Wesentlichen über die Länge des weitgehend geraden Abschnittes eines Wurzelkanales 6 erstreckt, während der überstehende Teil des Füllmaterialstiftes 1, der aus flexiblem Memory-Material besteht, sich an den weiteren, meist gebogenen Kanalverlauf des Wurzelkanales anpassen kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass dünnere Ende des Füllmaterialstiftes 1 beziehungsweise 1a an die Wurzelkanallänge anzupassen und entsprechend zu kürzen.

Der einzeln in 3 gezeigte Wurzelaufbaustift 2 kann aus Keramik, Metall oder Kunststoff, insbesondere aus Peak-Material bestehen. Er wird bei dem Herstellen des Füllmaterialstiftes 1 in diesen mit eingebettet, wobei dies in Spritzgießtechnik erfolgen kann. Dabei wird der Wurzelaufbaustift 2 mit Memory-Material umspritzt, wobei die Umspritzung den Füllmaterialstift 1 bildet, der in 2 erkennbar ist. Es ist dann eine kompakte, einfach handhabbare Montageeinheit, wie in 2 erkennbar, gebildet.

Der in 3 dargestellte Wurzelaufbaustift 2 weist in seinem Schaftbereich lamellenartige Anformungen 13 als Verankerungshilfen nach dem Einsatz in den Füllmaterialstift 1 auf. An den Schaftbereich des Wurzelaufbaustiftes 2 schließt sich ein Abschnitt 15 mit dem Gewinde 10 an.

In den 5 bis 10 ist der Behandlungsablauf für eine Wurzelkanalfüllung mit einem Füllmaterialstift 1a gemäß 4 dargestellt. 5 zeigt einen Längsschnitt eines Zahnes 5 mit einem Wurzelkanal 6, aus dem der Nerv entfernt wurde und der für die Füllung durch eine gründliche Reinigung aufbereitet ist. Der Füllmaterialstift 1a wird dann in den Wurzelkanal 6 eingeführt, so wie dies in 7 gezeigt ist. Deutlich ist erkennbar, dass der Querschnitt des Füllmaterialstiftes 1a in seiner Ausgangsform, wie sie in 7 gezeigt ist, geringer ist als der lichte Querschnitt des Wurzelkanales 6. Dies ist auch in 8 verdeutlicht.

Dadurch kann der Füllmaterialstift 1a problemlos in den Wurzelkanal 6 eingeführt werden. Die Länge des Füllmaterialstiftes 1a ist so bemessen, dass er noch über die Kaufläche 7 des Zahnes 5 übersteht und dadurch entsprechend gut manipulierbar ist.

Innerhalb des Wurzelkanales 6 herrscht eine Temperatur, die oberhalb von 30° C liegt, insbesondere bei etwa 35° C, so dass der Füllmaterialstift 1a entsprechend erwärmt wird. Der aus Memory-Material bestehende Füllmaterialstift 1a ist bezüglich seiner Materialeigenschaften so eingestellt, dass er bei Erwärmung auf über 30° C eine im Volumen erweiterte Form annimmt.

Unter dem Einfluss der umgebenden Wärme weitet der Füllmaterialstift 1a auf und schmiegt sich dabei dicht an die Innenwand des Wurzelkanales 6 an. Nach der Aufweitung wird der nach außen überstehende Teil des Füllmaterialstiftes 1a und auch ein Teil des innerhalb der Zahnkrone 14 befindlichen Stiftabschnittes entfernt, so dass das obere Ende des Wurzelkanales 6 bzw. die Zugangskavität für eine Kunststofffüllung 8 frei ist. In 9 ist der aufgeweitete Füllmaterialstift 1a mit sich zur Kaufläche 7 hin anschließender Kunststofffüllung 8 dargestellt.

Durch den Pressdruck des aufgeweiteten Füllmaterialstiftes werden auch quer von dem Wurzelhauptkanal bzw. Wurzelkanal 6 abgehende, feine Seitenkanäle 9 abgedichtet. Bedarfsweise kann in diesen Bereichen auch etwas Zement zugegeben werden bevor der Füllmaterialstift 1a eingeführt wird, so dass dann bei dessen Aufweitung in Querrichtung zur Längserstreckung ein seitliches Verdrängen des eingegebenen Zements erfolgt, wobei dieser auch in die feinen Seitenkanäle 9 eingepresst wird und die Seitenkanäle 9 zumindest teilweise ausfüllt. Dies trägt mit dazu bei, dass insgesamt ein praktisch bakteriendichter Verschluss erreicht wird.

Zur Behandlung von größeren Zahndefekten, wo auch die Zahnkrone betroffen ist und dementsprechend mit Kunststoffmaterial ein Zahnstumpf 4 als Fundament für eine Krone aufgebaut werden muss, kann der in 1 gezeigte Füllmaterialstift 1 eingesetzt werden. Wie eingangs erwähnt, ist in diesen Füllmaterialstift 1 ein Wurzelaufbaustift 2 als Verankerungselement für einen Retentionskopf 3 integriert.

Die 11 bis 15 zeigen den Behandlungsablauf einer Wurzelkanalbehandlung mit anschließendem Aufbau eines Zahnstumpfes 4 unter Verwendung des Füllmaterialstiftes 1. Gemäß 11 ist ein Restzahn 5a mit gereinigtem Wurzelkanal 6 aufbereitet zur Aufnahme des Füllmaterialstiftes 1 und den darin integrierten Wurzelaufbaustift 2.

Der aus Memory-Material bestehende Füllmaterialstift 1 befindet sich vor dem Einsetzen in Ausgangslage, dass heißt das er noch nicht unter Temperatureinfluss aufgeweitet ist. Dementsprechend leicht lässt sich der Füllmaterialstift 1 mit Wurzelaufbaustift 2 in den Wurzelkanal 6 einführen (12). Die Länge des Füllmaterialstiftes 1 ist vor dem Einführen in den Wurzelkanal 6 auf passende Länge gebracht worden.

Nach dem Einführen des Füllmaterialstiftes 1 in den Wurzelkanal 6 wird das Memory-Material des Füllmaterialstiftes durch die Umgebungswärme im Wurzelkanal 6 erwärmt und weitet dadurch auf. Dabei legt sich die Außenwand des Füllmaterialstiftes 1 dicht an die Innenwand des Wurzelkanales 6 an. Wie in Verbindung mit dem Füllmaterialstift 1a bereits beschrieben, kann bedarfsweise auch Zement mit in den Wurzelkanal 6 eingegeben werden, so dass der sich aufweitende Füllmaterialstift 1 diesen Zement dann seitlich verdrängt und auch in vorhandene Seitenkanäle 9 presst. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang, dass eine Zementzugabe nicht unbedingt erforderlich ist, da der aufweitende Füllmaterialstift die Seitenkanalöffnungen innerhalb des Wurzelhauptkanales bzw. Wurzelkanales 6 dicht abschließt.

Der Wurzelaufbaustift 2 trägt an seinem äußeren Ende ein Gewinde 10, auf das der Retentionskopf 3 aufschraubbar ist. Wie gut in 1 und 2 erkennbar, weist der Retentionskopf 3 eine Schraubmutter 11 und mit dieser verbundene Verankerungslamellen 12 auf. Der Retentionskopf 3 wird auf das Gewinde 10 des Wurzelaufbaustiftes 2 aufgeschraubt, bis seine Innenseite auf einer planen Fläche des Restzahnes 5a aufliegt (14). Abschließend erfolgt dann noch ein Kunststoffaufbau zur Formung eines Zahnstumpfes 4, wie dies in 15 angedeutet ist.


Anspruch[de]
Füllmaterialstift aus flexiblem Material zur Füllung eines Zahn-Wurzelkanales (6), dadurch gekennzeichnet, dass für eine Wurzelkanalbehandlung ohne Zahnaufbau der Füllmaterialstift (1, 1a) aus flexiblem Memory-Material besteht, welches sich bei Erwärmung auf Körpertemperatur in Form einer Volumenänderung aufweitet und dass für eine Wurzelkanalbehandlung mit Zahnaufbau in den Füllmaterialstift (1) ein Verankerungselement für einen Retentionskopf (3) eingesetzt ist und dass der Füllmaterialstift (1) und das Verankerungselement eine Einheit bilden. Füllmaterialstift nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass sich das flexible Memory-Material des Füllmaterialstiftes (1, 1a) bei einer Erwärmung auf eine Temperatur von mehr als 30°C aufweitet. Füllmaterialstift nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllmaterialstift (1, 1a) aus flexiblem Kunststoff-Memory-Material besteht. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsform des Füllmaterialstiftes (1, 1a) an die Form des Wurzelkanales (6) angepasst ist und eine kontinuierlich oder gestuft konische Form hat. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangsform des Füllmaterialstiftes (1, 1a) zylindrisch ist. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Füllmaterialstiftes (1, 1a) mindestens der Länge des zu füllenden Wurzelkanales (6) zuzüglich der Länge einer Zugangskavität in einem Kronenstumpf entspricht. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Satz von mehreren Füllmaterialstiften (1, 1a) aus Memory-Material mit unterschiedlichen Ausgangsdurchmessern und/oder Längen vorgesehen sind. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das in den Füllmaterialstift (1) eingesetzte Verankerungselement für den Retentionskopf (3) ein Wurzelaufbaustift (2) ist. Füllmaterialstift nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der in den Füllmaterialstift (1) integrierte Wurzelaufbaustift (2) oder dergleichen Verankerungselement seitliche Anformungen (13) als Verankerungshilfen aufweist. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Satz von mehreren Einheiten bestehend jeweils aus einem Füllmaterialstift (1) aus Memory-Material und einem darin eingesetzten Verankerungselement (2) vorgesehen sind, die unterschiedliche Ausgangsdurchmesser und/oder Längen aufweisen. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Retentionskopf (3) auf den Wurzelaufbaustift (2) aufschraubbar ist und eine Gewindebohrung mit einem gewindefreien, dem Verankerungsende des Wurzelaufbaustifts (2) zugewandten Abschnitt aufweist. Füllmaterialstift nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das durch einen Wurzelaufbaustift (2) gebildete Verankerungselement aus Keramik, Metall oder aus Kunststoff, insbesondere aus Peakmaterial besteht.






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